Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
Samstag, 30. September 2017
Freitag, 29. September 2017
Donnerstag, 28. September 2017
Mittwoch, 27. September 2017
Arbeit und Mangel
Eines begreife ich ganz und gar nicht: einerseits, so
verlautet es von seiten der „Wirtschaft“, herrscht
Facharbeitermangel, der sich noch gewaltig verstärken wird.
Andererseits raubt die Arbeitswelt 4.0, so dieselben Leute, in
Zukunft der Gesellschaft großflächig die Arbeit. Viele Jobs werden
verloren gehen (und nicht nur die minderbemittelten... schlecht ausgebildeten), eine Neubewertung der Arbeit scheint das Gebot der kommenden Zeit. Ja was nun? Zu viel oder zu wenig Arbeit? Was kommt? Rentenalter weiter wegen dem sich dramatisch durch Alte erweiterten Arbeitsmarkt absenken und gleichzeitig die Produktivität
gewaltig hochschrauben? Ob so etwas überhaupt so weit in die Zukunft hinein prognostiziert werden kann? Mir scheint, da herrscht noch etwas
Unklarheit. Ob es nicht ein anzustrebendes Ziel wäre, wenn wir
weniger Arbeit verrichten müssten? (Ein alter Traum der Linken,
schon Charly Marx träumte ihn...) Gleichzeitig aber, scheint diese
Arbeit, (und sei sie noch so entfremdet...) sehr vielen Leuten Sinn
zu verschaffen, sie scheint wichtig zur Konstitution eines Egos.
Fällt sie weg, so drohen wohl größere soziale Unruhen. Also
scheint es durchaus wichtig zu sein, sich Gedanken darüber zu
machen, was uns ausmacht. Arbeit bedeutet sozialen Zusammenhang und
finanzgestützte Wertschätzung, gewiss. Ob es aber in Zukunft gilt,
auch durch ehrenamtliche oder nicht durch Finanzen gestützte Arbeit
Sinn zu beziehen? Ob sie am Ende nicht sogar besser dafür geeignet
sein könnte?
Dienstag, 26. September 2017
Literaturbetrieb, Kulturbetrieb
Ich machte mir
Notizen zu Sendungen mit Literaturkritiker(Innen) im Fernsehen und
gewann dadurch weitere Einblicke in das Kritikerwesen: Mir fiel auf,
dass es sich dabei meist um intellektuelle, sich um eine
gewisse Attraktivität bemühende und/oder sehr seriös mediengewandt
wirkende Personen handelte, die sich mit großer
Selbstverständlichkeit kapriziös ausdrückten und auf ihrem Gebiet
sehr informiert, gebildet und aufgeklärt zu sein schienen. Sie
schienen von einem Milieu getragen, das den eigenen Erfolg spiegelte
(also Chefs und Willi Wichtigs, mit regelmäßigen Sendungen, egal
wo, Autoren mit großen Namen, die Preise gewonnen haben, die man
kennen musste, zumindest unter den Bescheidwissern, den Insidern), Personen, die mit dezenten Erwartungen an die Gesellschaft hantierten, verdeckt
mit den eigenen, offen mit denen der von ihnen besprochenen Romanfiguren, mit Erwartungen an das Leben im allgemeinen, sie
hantierten mit spitzen Händen und Mündern („ ….das hat man
schon besser gelesen...“), sich ihrer multiplizierenden Wirkung
wohl bewusst. Man fragt sich, wie diese Leute das machen, all das
Zeugs zu lesen und sich danach abfällig darüber zu äußern, man
selbst hätte gar nicht die Zeit dazu. Ob sie delegieren und "outsourcen"? Es schien sich um Leute zu
handeln, die scheinbar alles wissen, mit Urteilen, die anderen
Orientierung bieten können und die geschmäcklerisch bis ins Letzte
sind, - wobei subjektive „Ausrutscher“ jederzeit gestattet zu
sein scheinen und als Ausdruck von Eitelkeiten mit viel
Understatement und Verständnis gehandelt werden. Die
Auseinandersetzung scheint ohnehin eher formalen und unverbindlichen
Charakter zu haben, auch wenn die Stirn gerunzelt wird und nachhaltig
behauptet wird - in Wirklichkeit ist wohl alles erlaubt (wer wäre
man denn, Grenzen zu setzen oder einzufordern!). Sie teilt die Welt
in Auskenner und blutige Idioten ein, die keine Ahnung haben. Insofern entspricht sie dem Bedürfnis des Publikums nach Orientierung. Wir müssen inzwischen nur noch die richtigen Vermittler und "Experten" kennen, um uns "auszukennen", um mitreden zu können, um dabei zu sein.
Montag, 25. September 2017
Mondnacht (J v Eichendorff) (Lyrik)
Mondnacht
Es war, als hätt der Himmel
die Erde still geküsst,
dass sie im Blütenschimmer
von ihm nun träumen müsst!
Die Luft ging durch die Felder, die Ähren wogten sacht,
es rauschten leis die Wälder,
so sternklar war die Nacht.
Und meine Seele spannte
weit ihre Flügel aus,
flog durch die stillen Lande,
als flöge sie nach Haus.
Joseph von Eichendorff
Es war, als hätt der Himmel
die Erde still geküsst,
dass sie im Blütenschimmer
von ihm nun träumen müsst!
Die Luft ging durch die Felder, die Ähren wogten sacht,
es rauschten leis die Wälder,
so sternklar war die Nacht.
Und meine Seele spannte
weit ihre Flügel aus,
flog durch die stillen Lande,
als flöge sie nach Haus.
Joseph von Eichendorff
Sonntag, 24. September 2017
Menschenführung, Führer
Derzeit scheint ja Trump so eine Art Anschaungsfigur
dafür abzugeben, was als menschenführendes Alphatier „in der
Wirtschaft“ wichtig zu sein scheint. Dieser Typ scheint es über
Jahre hinweg geschafft zu haben, sich als wichtig in Szene zu setzen.
Er hat riesige Kredite aufgenommen, die ihn für Banken wichtig
erscheinen ließen. Er hat sich offenbar keiner noch zweifelhaften
Verbindung verweigert, er scheint alle und jeden benutzt zu haben,
wenn nur etwas für ihn herauszuholen war. Er hat das alles auch als
eine Show aufgefasst, die er sogar im frei empfangbaren Volksfernsehen für alle
zelebriert hat. Er hat sich als Macho geriert, indem er den Frauen
ungeniert zwischen den Beine gefasst hat und sich die „schönen“
Frauen reihenweise gekauft hat, als Trophäe, wie ein Auto. Er hat
das Prinzip Rücksichtslosigkeit auf egoistische Weise strapaziert,
so, dass sich gewisse Angehörige der Unterschicht das als Ideal zu
verstehen scheinen: fähig sein, meinen Mitmenschen übers Ohr zu
hauen, und das „Ich Ich Ich“ dabei so zu zelebrieren, dass es mit
einem „America first“ zusammen zu fallen scheint. Ob das
amerikanisch ist? Es liegt mir fern, so etwas definieren zu wollen.
Aber Fragen zu stellen, dürfte noch erlaubt sein, zumal mir die USA
doch sehr am Herzen liegen. Es hat in der Vergangenheit eine große
Dynamik entfaltet, die nicht nur auf Reichtum und Erfolg fixiert war.
Für die ersten Siedler und Pioniere war es zuerst wichtig, überhaupt
ein Ziel im weiteren Westen zu erreichen und es sodann zu besiedeln.
Ein großer wunderbarer Idealismus ist auch sehr amerikanisch. Noch
heute kann man im Westen viele „Volonteers“ treffen, die sich
selbstlos in den Dienst des Ganzen stellen. Ob das Trump gefällt?
Ist er ein Narziss? Diejenigen, die in dieser Gesellschaft verloren
haben, scheinen sein Beispiel als Modell anzusehen, mit dem sie wieder nach
oben kommen könnten.
Samstag, 23. September 2017
String Theory und dunkle Materie
Wem es wichtig ist, bei gewissen Gesprächen mitreden
zu können, der wird schon etwas von der inzwischen 40 Jahre alten
„String Theory“ gehört haben. Nun, wir wollen uns an einer
halbwegs verständlichen Herleitung dieser seltsamen Theorie
versuchen. Es ist nämlich zunehmend deutlich geworden, dass es an
Materie im Universum fehlt. Wir beobachten Schwerkraft, doch es gibt
keine Quelle dafür. Ob das etwas mit „dunkler Materie“ zu tun
hat? Schätzungsweise gibt es bis zu 5 mal so viel dunkle Materie,
wie sichtbare. Blöd nur, dass wir nicht wissen, was dunkle Materie
wirklich ist. Aber es gibt begründete Annahmen: die dunkle Materie
könnte aus massenlosen Teilchen (etwa Licht) bestehen, die den
Eindruck von Masse erwecken, indem sie in der vierten Dimension
Kreise ziehen. Kreise, die so klein sind, dass wir sie nicht
wahrnehmen können. Es gibt Wissenschaftler, die in der Existenz
solcher „schwarzen Materie“ den Beweis für die vierte Dimension
sehen.
Der String Theory zufolge besteht alles im Weltraum aus „Strings“. Ein String ist so etwas wie eine Saite, die vibriert. Und zwar nicht in „unseren“ drei Dimensionen, sondern in neun.Wenn die String Theory stimmt, dann gibt es jeden Punkt im Raum noch in sechs weiteren Extra-Dimensionen.
Aber die String Theory hat eine große Schwierigkeit: es gibt für sie noch keinerlei Beweis. Unter anderem wursteln zahlreiche Wissenschaftler am CERN, dem großen Protonenspeicherring in Genf, daran. Das CERN hat eine Länge von 27,6 Kilometern und ist als höchst ehrgeiziges Wissenschaftsprojekt der größte Teilchenbeschleuniger der Welt. In ihm vollziehen sich ständig Zusammenstöße subatomarer Teilchen. Dabei entsteht eine gigantische Datenflut, die auszuwerten alleine schon eine Herkulesarbeit ist. Doch auf Strings, die laut Theorie so etwas wie die Bausteine der Bausteine sein sollen, sind sie bisher nie gestoßen. Die String Theory nimmt an, dass ein String eine Billiarde mal kleiner ist, als ein Atom. Hätte man also ein Atom mit der Größe des Sonnensystems, dann wäre ein String so groß wie eine Glühbirne. Je kleiner aber das Objekt, um so mehr Energie braucht man, um es sichtbar zu machen. Das CERN hat bisher einfach nicht ausgereicht, um ein String und die darin verborgenen sechs Dimensionen sichtbar zu machen. Eigentlich bräuchte man einen Teilchenbeschleuniger mit dem Umfang unserer ganzen Milchstraße, um das halbwegs mühelos zu erreichen.
Der String Theory zufolge besteht alles im Weltraum aus „Strings“. Ein String ist so etwas wie eine Saite, die vibriert. Und zwar nicht in „unseren“ drei Dimensionen, sondern in neun.Wenn die String Theory stimmt, dann gibt es jeden Punkt im Raum noch in sechs weiteren Extra-Dimensionen.
Aber die String Theory hat eine große Schwierigkeit: es gibt für sie noch keinerlei Beweis. Unter anderem wursteln zahlreiche Wissenschaftler am CERN, dem großen Protonenspeicherring in Genf, daran. Das CERN hat eine Länge von 27,6 Kilometern und ist als höchst ehrgeiziges Wissenschaftsprojekt der größte Teilchenbeschleuniger der Welt. In ihm vollziehen sich ständig Zusammenstöße subatomarer Teilchen. Dabei entsteht eine gigantische Datenflut, die auszuwerten alleine schon eine Herkulesarbeit ist. Doch auf Strings, die laut Theorie so etwas wie die Bausteine der Bausteine sein sollen, sind sie bisher nie gestoßen. Die String Theory nimmt an, dass ein String eine Billiarde mal kleiner ist, als ein Atom. Hätte man also ein Atom mit der Größe des Sonnensystems, dann wäre ein String so groß wie eine Glühbirne. Je kleiner aber das Objekt, um so mehr Energie braucht man, um es sichtbar zu machen. Das CERN hat bisher einfach nicht ausgereicht, um ein String und die darin verborgenen sechs Dimensionen sichtbar zu machen. Eigentlich bräuchte man einen Teilchenbeschleuniger mit dem Umfang unserer ganzen Milchstraße, um das halbwegs mühelos zu erreichen.
Freitag, 22. September 2017
Pessimismus reloaded
Und da soll man nicht pessimistisch werden? Es
breitet sich doch im Alltag immer mehr eine Kultur der
Rücksichtslosigkeit aus, die sich theoretisch auch gerne als
„marktkonforme“ Demokratie geriert und eine Umverteilung von
unten nach oben zu präferieren scheint... Da ist der drohende
Zerfall Europas, eines Kontinents, dessen sich die Europäische Union
in Brüssel mit ihren wohlfeilen Handelsstrukturen bemächtigt hat.
Ob es eine Reaktion darauf ist? Da ist nämlich die Rückkehr des
Nationalismus, die neue Salonfähigkeit des Rassismus, des Populismus
und des Protektionismus. Da sind die demokratisch gewählten
Despoten, die ihre Länder mit Einverständnis ihrer Wähler mit den
immergleichen Tricks („XXX“ zuerst!“ XXX ist ein Platzhalter
eine jeweilige Nation, hinzu kommt der vom jeweiligen Despoten
gehämmerte Glaubenssatz „Ich bin der Einzige und Wahre, ich bin
das Volk“, Egoismus und Narzissmus scheint für solche sich als
Leader verkaufende Figuren ohnehin eine reiche Quelle ihres
Selbstverständnisses) zu Diktaturen transformieren. Doch
„postheroische“ Regierungssysteme machen da gerne mit, solange
sie wirtschaftlich davon zu profitieren scheinen. Da ist der um sich
greifende Anti-Intellektualismus (auch der „Body Kult“ mit seinen
Erscheinungsformen), den die Intelektuellen selbst zu verantworten
haben mit einhergehender Legitimation der Ignoranz. Dass der
Siegeszug einer „political correctness“ mit unsäglichen
Denkverboten und Intoleranz zusammen geht, die offen geäußerte
Sehnsucht nach dem starken Führer, die grassierende Demagogie, der
moralische Bankrott der Wirtschaftseliten („die „Dieselkrise“
samt ihren Begleiterscheinungen ist da ein sehr anschauliches
Beispiel dafür), die sich benehmen wie die letzten
Gebrauchtwagenhändler (der sogenannte „Dieselgipfel“ war da ein
gutes Beispiel). Da werden beispielsweise „Sparpakete“ mit dem
Geld derjenigen finanziert, die wenig haben, zugunsten derjenigen,
die viel haben, da werden Steuerhinterzieher in tausend „Deals“
und „Scheindeals“ bevorteilt, da wird vorgegeben, „Steueroasen“
auszutrockenen, doch es werden immer mehr dieser „Länder“
bekannt: gerade auch in der EU sind ja wohl die Niederlande,
Luxemburg und Irland auch gut dabei!). Da ist die drohende nächste
Wirtschaftskrise, der die Zentralbanken nichts mehr entgegen zu
setzen haben, weil sie das Geld nicht mehr billiger als jetzt machen
können. Da wird es dann bald wieder ein „Bail out“ kommen, weil
gewisse Banken als „systemrelevant“ gelten, was automatisch zu
heißen scheint, dass der Steuerzahler für ihre Risiken finanziell
aufkommt: gegenwärtig scheint Italien mit seinem Bankensystem da ein
gutes Beispiel).
Da ist die sogenannte Freihandelspolitik, kombiniert mit einem protektionistischen Subventionssystem, das die Millionen Armen des Südens in den Norden treibt und diejenigen Staaten, die einst als „Dritte Welt“ bezeichnet wurden, krass benachteiligt. Da ist die Stagnation des Wirtschaftswachstums trotz digitaler Revolution („Arbeitswelt 4.0“, der nächste Streich, einerseits unmittelbar bevor stehend, andererseits diskutiert niemand darüber... ), die unüberlegte Gebrauch des Begriffs „Wachstum“ überhaupt, wobei es ja wohl anerkanntermaßen unterschiedliches Wachstum gibt. Da ist die Alternativlosigkeit des Kapitalismus („marktkonforme Demokratie“), obwohl dieser zu einem immer steiler werdenden Gefälle zwischen Arm und Reich führt, welches dem System selbst in naher Zukunft sehr schaden wird. Da sind die vielen Leute ohne jegliche Hoffnung auf eine Zukunft, - ein Problem, das man am elegantesten wohl mit einem großen Angriffskrieg löst... Dieser könnte ja jetzt trotz aller Abschwächungen bevor stehen, wenn sich zwei widerliche Fettwänste gegenüber blutrünstig drohen und ihr jeweiliges Volk samz Ablegern ohne Zögern verrecken lassen, - um ihm genau das als Entschlossenheit und Härte zu verkaufen. Wie peinlich! Die andere Seite einer solchen Haltung ergeht sich in Apeacemet oder Diplomatie und glaubt, durch Geschwätz und Geld (wird auch gerne als „wirtschaftlichen Druck“ bezeichnet) jemanden anderen von irgendetwas abhalten zu können. Ob einen das alles pessimistisch stimmen könnte? Ja klar, solche Erkenntnisse helfen auch niemandem. Doch es hilft, die Realität so zu erkennen, wie sie womöglich ist.
Da ist die sogenannte Freihandelspolitik, kombiniert mit einem protektionistischen Subventionssystem, das die Millionen Armen des Südens in den Norden treibt und diejenigen Staaten, die einst als „Dritte Welt“ bezeichnet wurden, krass benachteiligt. Da ist die Stagnation des Wirtschaftswachstums trotz digitaler Revolution („Arbeitswelt 4.0“, der nächste Streich, einerseits unmittelbar bevor stehend, andererseits diskutiert niemand darüber... ), die unüberlegte Gebrauch des Begriffs „Wachstum“ überhaupt, wobei es ja wohl anerkanntermaßen unterschiedliches Wachstum gibt. Da ist die Alternativlosigkeit des Kapitalismus („marktkonforme Demokratie“), obwohl dieser zu einem immer steiler werdenden Gefälle zwischen Arm und Reich führt, welches dem System selbst in naher Zukunft sehr schaden wird. Da sind die vielen Leute ohne jegliche Hoffnung auf eine Zukunft, - ein Problem, das man am elegantesten wohl mit einem großen Angriffskrieg löst... Dieser könnte ja jetzt trotz aller Abschwächungen bevor stehen, wenn sich zwei widerliche Fettwänste gegenüber blutrünstig drohen und ihr jeweiliges Volk samz Ablegern ohne Zögern verrecken lassen, - um ihm genau das als Entschlossenheit und Härte zu verkaufen. Wie peinlich! Die andere Seite einer solchen Haltung ergeht sich in Apeacemet oder Diplomatie und glaubt, durch Geschwätz und Geld (wird auch gerne als „wirtschaftlichen Druck“ bezeichnet) jemanden anderen von irgendetwas abhalten zu können. Ob einen das alles pessimistisch stimmen könnte? Ja klar, solche Erkenntnisse helfen auch niemandem. Doch es hilft, die Realität so zu erkennen, wie sie womöglich ist.
Donnerstag, 21. September 2017
Gehalt
Ich habe gelesen, was ich mir herausgeschrieben und herauskopiert habe und was zumindest mir Aufschluss über unsere Wirklichkeit zu geben scheint:
Das Vermögen in Deutschland ist nicht sehr gleichmäßig verteilt. Laut Armuts- und Reichtumsbericht der Regierung hat das eine Prozent der Bevölkerung mit dem größten Vermögen bis zu 26 Prozent des Gesamtvermögens. Die einkommensreichsten 10 Prozent der Haushalte verfügen über mehr als 35 Prozent des Vermögens.
Während die obersten 60 Prozent der Beschäftigten seit Mitte der 90er Jahre ihren Bruttolohn im Schnitt steigern konnten, ging er bei den unteren 40 Prozent real nach unten. Bei den Einkommensunterschieden liegt Deutschland im OECD-Vergleich im Mittelfeld der Industrienationen.
WDR-Intendant Tom Buhrow, 58, hat jetzt sein Jahresgehalt von 399.000 Euro verteidigt. "Man kann das immer weiter treiben mit dem Neid", erklärte der ehemalige "Tagesthemen"-Moderator am Mittwoch in Köln bei einer Pressekonferenz nach der ARD-Hauptversammlung. "Ich kann absolut zu den Gehältern stehen. Man kann immer sagen "weniger, weniger, weniger".
Das Vermögen in Deutschland ist nicht sehr gleichmäßig verteilt. Laut Armuts- und Reichtumsbericht der Regierung hat das eine Prozent der Bevölkerung mit dem größten Vermögen bis zu 26 Prozent des Gesamtvermögens. Die einkommensreichsten 10 Prozent der Haushalte verfügen über mehr als 35 Prozent des Vermögens.
Während die obersten 60 Prozent der Beschäftigten seit Mitte der 90er Jahre ihren Bruttolohn im Schnitt steigern konnten, ging er bei den unteren 40 Prozent real nach unten. Bei den Einkommensunterschieden liegt Deutschland im OECD-Vergleich im Mittelfeld der Industrienationen.
WDR-Intendant Tom Buhrow, 58, hat jetzt sein Jahresgehalt von 399.000 Euro verteidigt. "Man kann das immer weiter treiben mit dem Neid", erklärte der ehemalige "Tagesthemen"-Moderator am Mittwoch in Köln bei einer Pressekonferenz nach der ARD-Hauptversammlung. "Ich kann absolut zu den Gehältern stehen. Man kann immer sagen "weniger, weniger, weniger".
Mittwoch, 20. September 2017
Demokratie
Eigentlich müsste so etwas in Deutschland dauernd stattfinden: Dass
sich Abgeordnete (Kandidaten) den Fragen des Publikums stellen, dass
sie in Berührung mit dem Alltag der Leute bleiben, die sie
vertreten sollen. Doch im System der obwaltenden repräsentativen Demokratie ist
das nicht vorgesehen. Da werden Abgeordnete des Bundestags für 4
Jahre gewählt und sind in dieser Zeit nur ihrem Gewissen
verpflichtet, was zumindest für manche dieser „Vertreter“ zu
heißen scheint, dass sie machen können, was sie wollen. Sie sind
kleine absolutistische Fürsten, die für vier Jahre gewählt sind.
Wenn dann noch dazu kommt, dass dieses System von Parteien dominiert
wird, müssten die daraus entstehenden Probleme zumindest gesehen
werden. Klar, dass das im gegenwärtigen System niemand tut.
Dienstag, 19. September 2017
Montag, 18. September 2017
Reisen, andere Welten
Im Tagebuch gestöbert und Folgendes gefunden (minimal ergänzt): Die Reiseprospekte durchklicken: wohin gehen wir?
Nach Australien, oder besser nach Atlantis, nach Arkadien....?
Farbige Bildchen als Versprechen einer besseren schöneren saubereren
Welt? Die Welt ist groß und klein, es gibt so viele verschiedene
Welten und doch ist sie immer wieder die gleiche..., die Ferne und die Nähe liegen so
eng beieinander, du trägst Bilder nachhause und bleibst der gleiche,
was hast du gesehen? Das, was du sehen wolltest? Ist da ein Filter in dir? Das dich vor allzu Fremdem schützen soll? Das sicher stellen soll, dass alles möglichst angenehm bliebt? Wohin zieht es dich
noch, suchst du etwas? Was? Den Weg, nicht das Ziel...., stimmt das? Verändert
dich das in irgendeiner Weise?, Horizont: schaust du hinter diesen
Horizont? Wo warst du wirklich? Was hast du gesehen? Es gilt, das
Fremde zu akzeptieren, das Fremde auch in dir selbst, eine Reise, die
dich in dein Selbst und das führt, was du sein könntest,
wenn.....ja wenn dich nicht der Zufall/das Glück/das Schicksal
hierher gestellt hätte, Unterwegs sein, auf welcher Reise? Es gilt,
„das Andere“ zu verstehen. Die andere Möglichkeit.
Der Dreck, das Elend, die Armut, was denkst du dir dabei? An dich selbst und dein Klischee, - „Erwartungen enttäuscht“? Unterhaltung? Genießen. Sight Seeing? Die Blödheit, die Stumpfheit der Menschen: interessiert dich das Warum? Das Fremde reizt dich. Man spricht deine Sprache. Klar, sie ist global. Sie gilt. Sie ist diktiert und gültig. Es ist die Sprache des Geldes. Auf der Stelle treten in dieser Welt. Heimweh. Wohin gehen wir? Immer nach Hause? Hast du „die Welt“ gesehen? Es scheint eine Frage der Perspektive zu sein.....
Der Dreck, das Elend, die Armut, was denkst du dir dabei? An dich selbst und dein Klischee, - „Erwartungen enttäuscht“? Unterhaltung? Genießen. Sight Seeing? Die Blödheit, die Stumpfheit der Menschen: interessiert dich das Warum? Das Fremde reizt dich. Man spricht deine Sprache. Klar, sie ist global. Sie gilt. Sie ist diktiert und gültig. Es ist die Sprache des Geldes. Auf der Stelle treten in dieser Welt. Heimweh. Wohin gehen wir? Immer nach Hause? Hast du „die Welt“ gesehen? Es scheint eine Frage der Perspektive zu sein.....
Sonntag, 17. September 2017
Mensch und Tier (3)
60 % der Böden werden für
die „Erzeugung“ von Tierfutter benutzt. So sagen zumindest
gewisse Untersuchungen. Den Hunger in der Welt bekämpfen und auch in
Zukunft für ausreichend Nahrung sorgen, sagen die großen
Nahrungsmittel- und Düngemittelkonzerne.. Dass sie dabei zu
allerhand Tricks greifen und unter dem Mäntelchen der Freien
Marktwirtschaft profitable Monokulturen in sich entwickelnde
Volkswirtschaften hochziehen wollen, das sagen sie nicht. Die Politik
sagt nicht, dass genau das als neue Entwicklungspolitik verkauft
werden soll, weil ja die alte, staatliche, so gar nichts Positives
bewirkt habe. Dass auf diesen 60 % der Böden auch Getreide für
Menschen statt kurzfristig profitablen und genmanipulierten Mais für
die Massentierhaltung angebaut werden könnte, - oder gar Gemüse, -
das sagt die Politik nicht. Massentierhaltung (oder die sogenannte
und selbstbenannte „Intensivtierhaltung“) der Teile der Politik
im Interesse einer so verstandenen „freien Mrktwirtschaft“ so
nachhängen, muss im Interesse unserer Mitgeschöpfe abgeschafft
werden. Nun ja, so hängt alles mit allem zusammen. Das Tierwohl? Wer
mit Tieren umgehe, habe ihren Bedürfnissen Rechnung zu tragen, und,
so weit es der Verwendungszweck zulasse, für ihr Wohlergehen zu
sorgen. Niemand darf ohne einen vernünftigen Grund einem Tier
Schmerzen, Leiden oder Schaden zufügen, es in Angst versetzen oder
in anderer Weise sein Würde missachten“. So sagen die meisten
europäischen Tierschutzgesetze und ergehen sich dabei in wunderliche
altmoralisch dehnbare Formulierungen. Dass einen dabei auch nur in
oberflächlichster Erkenntnis gewisser tierhalterischer Verhältnisse
ein leichtes Grinsen überkommt, wird meiner Ansicht nach zu leicht
akzeptiert. Wer ist angesichts dessen der Fürsprecher von Tieren,
welche Lobby haben sie bei der Politik, wer könnte so etwas
einklagen?
Samstag, 16. September 2017
Wahlkrampf Meridian
Jetzt haben wir alle Wahlkampfargumente im
deutschen Bundestagswahlkampf bis zum Erbrechen verfolgt und nichts
hat uns überzeugt, besonders wenn wir das muntere Texten mit den
Tatsächlichkeiten vergleichen. Die Versprechen? Alles anders und
besser zu machen? Nun ja, würden wir uns auch vornehmen und laut
kund tun. Leute, die aus dem Ausland kommen, beneiden uns wegen der
materiellen Basis und wegen der Struktur von Deutschland. Aber
könnten wir, wollten wir, müssten wir nicht schon weiter sein?
Würde sich gerade uns die Möglichkeit dazu eröffnen, auch gewisse
soziale Lücken zu schließen. Es scheint eine bestimmte Klasse von
Leuten zu dominieren, die von diesem „Ein Land, in dem wir gut und
gerne leben“ profitiert. Nennen wir sie „Mitte“. Weisen aber
nicht nahezu alle Untersuchungen darauf hin, dass diese Mitte kleiner
wird? Muss ein Wahlkasmpf im Kampf um die Mitte ein Wohlfühlkrampf im Schlafwagen sein? Muss sich deshalb auch ein Wahlkampf an einer vermuteten Mitte
orientieren? Traditionell ist sie in Deutschland groß, diese Mitte.
Aber wird sie das auch noch in Zukunft sein? Wohin geht die
Entwicklung? Muss Mitte auch mittelmäßig sein? Geht die soziale
Schere auseinander? Wo stehen wir? Standortbestimmung ist angesagt.
Um sich schauen. Anschauen, nicht verdrängen. Sich verorten,
gesellschaftlich. Wissen, wer man ist und wo man ist und warum. Es
wenigstens versuchen. Sich nicht nur von „Experten“ mit
scheinbarem Spezialwissen überschwallen lassen. Und dann erkennen,
dass es anderen Personen vielleicht ähnlich ergeht. Dass man in
einem Zusammenhang steht, in Strukturen. Ein Deutschland, in dem wir
gut und gerne leben. Wer ist „Wir“? Sind damit Politiker gemeint?
Politische Parteien? Genau darüber könnte abgestimmt werden,
demnächst.
Freitag, 15. September 2017
Entwicklungskolonialismus
Wir betreiben unter dem Label "Entwicklungspolitik" latent einen Neo-Kolonialismus.
(--->seltene Erden, Rohstoffe aller Art etc.). Da gibt es die Vorstellung, wir könnten mit jungen Flüchtlingen unseren Fachkräftemangel beheben. Lächerlich. Das ist Kolonialismus 2.0, denn diese Leute werden dringend in ihren Heimatstaaten gebraucht. Überhaupt, "Flüchtlinge"? Ein Lieblingsthema, nicht nur der linken Leute in unserer Gesellschaft: Es müsste ein Einwanderungsgesetz her, behaupten da viele. Wir würden darin klar formulieren,dass jemand, der nicht Asyl benötigt, zu gewissen Bedingungen „reingelassen wird“. Zu gewissen Bedingungen, wie in den USA, Australien und Kanada. Ärzte aus Syrien: ja. Ungelernte aus Syrien: nein. Das Problem ist nur: Der Arzt aus Syrien wird aber genauso dringend in seinem Heimatland gebraucht. Wenn wir ihn "abkaufen", fehlt er daheim, wo nicht so viel gezahlt werden kann.
(--->seltene Erden, Rohstoffe aller Art etc.). Da gibt es die Vorstellung, wir könnten mit jungen Flüchtlingen unseren Fachkräftemangel beheben. Lächerlich. Das ist Kolonialismus 2.0, denn diese Leute werden dringend in ihren Heimatstaaten gebraucht. Überhaupt, "Flüchtlinge"? Ein Lieblingsthema, nicht nur der linken Leute in unserer Gesellschaft: Es müsste ein Einwanderungsgesetz her, behaupten da viele. Wir würden darin klar formulieren,dass jemand, der nicht Asyl benötigt, zu gewissen Bedingungen „reingelassen wird“. Zu gewissen Bedingungen, wie in den USA, Australien und Kanada. Ärzte aus Syrien: ja. Ungelernte aus Syrien: nein. Das Problem ist nur: Der Arzt aus Syrien wird aber genauso dringend in seinem Heimatland gebraucht. Wenn wir ihn "abkaufen", fehlt er daheim, wo nicht so viel gezahlt werden kann.
Donnerstag, 14. September 2017
Elektro
Es muss ein bisschen Wasser in den Wein geschüttet
werden, wenn es um Elektromotoren geht. In den Batterien der
Elektromotoren sind beispielsweise seltene Erden verarbeitet, die in
Afrika unter katastrophalen Umständen und völliger Missachtung von
Menschenrechten gewonnen werden. Dazu kommt, dass wir Elektromotoren
bis heute nicht recyclen können. Die Herstellung einer Batterie
insgesamt ist wahnsinnig energieintensiv. Zumindest hier in
Deutschland wird der Strom nicht immer umweltfreundlich hergestellt.
Die eigentliche Lösung wäre vielleicht die mit Wasserstoff
angetriebene Brennstoffzelle. Mercedes hatte über eine lange Zeit
eine Forschungsgruppe, die wurde aber vor 10 Jahren eingestellt, weil
die Firma wohl Angst hatte, dass dies ihrem Geschäftsmodell schaden
könnte. Oder Erdgas? Wäre vielleicht auch eine Möglichkeit. Es gilt,
sich ehrlich zu machen.
Mittwoch, 13. September 2017
Bildungspolitik
Warum spielt Bildungspolitik in diesem deutschen Wahlkampf eine so untergeordnete Rolle? Die
Gesellschaft entwickelt sich von einer klassischen
Angestelltengesellschaft weg in Richtung auf etwas, wo es immer mehr
Selbständige geben wird, die ihre Kraft auf einem sehr schwer
überschaubaren Markt verkaufen müssen. Das ist eine andere
Berufswelt. Heute noch herrscht der 9 Uhr bis 5 Uhr Job. Davon werden
viele wegfallen und durch Roboter oder Computer ersetzt werden. Für
eine solche Arbeitswelt müssen Kinder mit sehr viel Vitalität,
Kreativität und Neugier befähigt werden. Da ist niemand mehr da,
der ihnen sagt, was sie tun sollen. Heute ist das so: wenn man eine
bestimmte und klar definierte Pflicht erfüllt, wird man mit viel
Geld oder in der Schule mit guten Noten belohnt. Das ist die Idee der
Leistungsgesellschaft. Das Bildungssystem ist dafür gemacht.
Alles strebt
inzwischen darauf zu, dass mehr „höhere“ Bildungsabschlüsse
erreicht werden. „Wenn jeder Abitur hat, hat irgendwann keiner mehr
Abitur“, sagte neulich ein kritischer Bildungspolitiker. Viele
Bildunspolitiker von Amts wegen und Eltern scheinen zu glauben, dass
der wahre Mensch erst mit dem Abitur beginne. Danach beginne dann
die wahre Auseinandersetzung des Lebens. Die Bildungspolitiker von
Amts wegen sonnen sich allzu gerne in hohen Abiturientenquoten.
Inzwischen haben wir in Deutschland etwa seit 3 Jahren mehr
Studienanfänger als Leute, die eine berufliche Bildung anfangen. Es
können viele Schwerpunkte und Spezialisierungen gewählt werden:
alles für die wirtschaftliche Verwendung. Das große Problem ist,
dass wir, um Quoten zu steigern, Ansprüche herunter gesetzt haben.
Plötzlich haben alle gute Noten oder auf Notenerteilung wurde ganz
verzichtet. Wir haben zwar zusammen mit Österreich und der Schweiz
die niedrigste Quote an arbeitslosen Jugendlichen. Das ist die
Leistung des beruflichen Bildungswesens und nicht der hoher
Abiturientenquoten. Noch gibt es das.
Dienstag, 12. September 2017
Montag, 11. September 2017
Schopi über den Tod (6)
„Auf den Menschen, als Erscheinung der Zeit, ist
der Begriff des Aufhörens allerdings anwendbar und die empirische
Erkenntniß legt unverholen den Tod als das Ende unseres zeitlichen
Daseins nahe. Das Ende der Person ist ebenso real, wie es ihr Anfang
war, und in eben dem Sinne, wie wir vor der Geburt nicht waren,
werden wir nach dem Tode nicht mehr seyn. Jedoch kann durch den Tod
nicht mehr aufgehoben werden, als durch die Geburt gesetzt war; also
nicht das, wodurch die Geburt allererst möglich geworden. In diesem
Sinne ist natus et denatus (geboren und gestorben) ein schöner
Ausdruck. Nun aber liefert die gesammte empirische Erkenntnis bloße Erscheinungen: nur diese daher werden von den zeitlichen Hergängen
des Entstehens und Vergehens getroffen, nicht aber das Erscheinende,
das Wesen an sich. Für dieses existirt der durch das Gehirn bedingte
Gegensatz von Entstehen und Vergehen gar nicht, sondern hat hier Sinn
und Bedeutung verloren. Dasselbe bleibt also unangefochten vom
zeitlichen Ende einer zeitlichen Erscheinung und behält stets
dasjenige Daseyn, auf welches die Begriffe von Anfang, Ende und
Fortdauer nicht anwendbar sind. Dasselbe aber ist, so weit wir es
verfolgen können, in jedem erscheinende Wesen der Wille desselben:
so auch im Menschen. Das Bewußtseyn hingegen besteht im Erkennen:
dieses aber gehört, wie genugsam nachgewiesen, als Thätigkeit des
Gehirns, mithin als Funktion des Organismus, der bloßen Erscheinung
an, endigt daher mit dieser: der Wille allein, dessen Werk oder
vielmehr Abbild der Leib war, ist das Unzerstörbare.“
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Erkenntnis,
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Wille
Sonntag, 10. September 2017
Samstag, 9. September 2017
Entwicklung in Afrika
Es kam zwar vor, in dem "Kandidatenduell" (im TV übertragenen "Duell" der Kanzlerkandidaten, die
ja eigentlich von einem Parlament gewählt werden müssten, aber
nicht nur in diesem „Wahlkampf“ die Funktion von Superstars,
Leithammeln und Häuptlingen ausfüllen, um die es eigentlich geht...), aber auf eine seltsam nichtssagende, ablenkende, smarte und überspielende Weise. Migration ist ein großes, komplexes Thema. Wir
müssten da vieles neu denken. Es braucht vielleicht so etwas wie
einen Marshallplan für Afrika, der es mit sich bringen könnte, dass
Afrika alles beispielsweise zollfrei in die EU exportieren könnte,
und Afrika für jedes Produkt, das aus der EU kommt, den Zoll seiner
Wahl machen könnte. Ein schmerzlicher Einschnitt, fürwahr. In der "Doha-Runde", in der die Mitgliedsstaaten der Welthandelsorganisation (WTO) immer wieder erfolglos verhandeln, waren die Industriestaaten bisher nicht dazu bereit. Bananen aus Tansania usw. sind
nicht mal 1% des europäischen Marktes. Das Problem: Man denkt nicht langfristig daran, was
das alles am Ende kostet, an Menschenleben, an Geld, politischer
Unruhe, usw.
Wir müssten eine ganz andere Entwicklungshilfepolitik machen. Die (nicht erreichte Zielmarke wäre hier 0,7 %, - im Militärbereich wären das die berühmten, von der NATO anvisierten 2% des BSP). Wo ist der große Plan? Die Welt ist doch durch die Globalisierung kleiner geworden! Wenn wir diese Staaten für „unseren Wohlstand nutzen, dann wäre es doch angemessen, denen dafür entgegen zu kommen! Es geht bei den Menschenrechten halt nicht nur um Europäer.
Stattdessen gibt es Überlegungen von Parteistrategen, die behaupten, dass es der AfD helfe, wenn von Migration gesprochen würde. Die AfD hat ganz einfache Antworten.
Solche Kräfte nutzen aus, dass Menschen an die Grenze kommen und behaupten, sie hätten ihren Pass verloren. Das kann so nicht weiter gehen. Es müsste ein Einwanderungsgesetz her, so viele der Diskursteilnehmer. Wir formulieren darin klar,dass jemand, der nicht Asyl benötigt, zu gewissen Bedingungen „reingelassen wird“. Ärzte aus Syrien: ja. Ungelernte aus Syrien: nein. Der Arzt aus Syrien wird aber genauso dringend in seinem Heimatland gebraucht. Es gilt vielmehr, darüber nachzudenken, wie wir „gut und gerne“ mit Migranten zusammen leben können. Zu deren und zu unserem Vorteil.
Das ist ein Problem der Industriestaaten insgesamt, die aber nicht nur darin heillos zerstritten sind (was an der UN gut zu sehen ist!). Es gibt dabei kaum Organisationen wie etwa die EU. Merkel spricht gerne davon, dass wir unsere Handelspolitik in Richtung mehr Globalisierung und mehr Gerechtigkeit verändern sollten. „Wir müssen die Ursachen bekämpfen“ fordern alle Politiker. Die Industriestaaten geben Geld in die Entwicklungshilfe, um gelegentlich mal einen Brunnen oder eine Schule zu bauen. Seinen Kindern muss aber ein erwachsener afrikanischer Fischer für die Schule Uniformen, Hefte und Bleistifte ermöglichen mit einem Geld, das er nicht hat. Auf der anderen Seite wird das Meer von den Industriestaaten leer gefischt. Warum sollen diese Fischer ihren Fisch nicht selbst fischen, um danach mit neu erworbenem Know-How den Thunfisch selbst zu verarbeiten? … Eine der führenden britischen Denkfabriken hat 2016 errechnet, dass, wenn Westafrika seinen Fisch selbst verarbeiten würde, 300 000 Jobs entstehen würden. Stattdessen wissen die Leute nicht mehr, wovon sie leben sollen. Sie sagen: mein Leben ist nichts wert, ob ich hier sterbe oder ob ich vielleicht eine Chance habe zu überleben: der Versuch ist es wert. So entstehen Flucht und Fluchtgedanken.
Langfristig wird es nichts bringen, Zäune hochzuziehen. Die Menschen werden sich davon nicht abhalten lassen. Es bringt nur etwas, die Wirtschaft in diesen Ländern aufzubauen und anfangen zu verstehen, dass unser Wohlstand hier etwas mit der Armut in diesen Ländern zu tun hat. Rohstoffe aus diesen Ländern werden exportiert, damit wir vielleicht noch ein weiteres neueres Telefon haben. Bei ihnen im Dorf gibt es aber noch nicht einmal eine Straße.
Wir müssten eine ganz andere Entwicklungshilfepolitik machen. Die (nicht erreichte Zielmarke wäre hier 0,7 %, - im Militärbereich wären das die berühmten, von der NATO anvisierten 2% des BSP). Wo ist der große Plan? Die Welt ist doch durch die Globalisierung kleiner geworden! Wenn wir diese Staaten für „unseren Wohlstand nutzen, dann wäre es doch angemessen, denen dafür entgegen zu kommen! Es geht bei den Menschenrechten halt nicht nur um Europäer.
Stattdessen gibt es Überlegungen von Parteistrategen, die behaupten, dass es der AfD helfe, wenn von Migration gesprochen würde. Die AfD hat ganz einfache Antworten.
Solche Kräfte nutzen aus, dass Menschen an die Grenze kommen und behaupten, sie hätten ihren Pass verloren. Das kann so nicht weiter gehen. Es müsste ein Einwanderungsgesetz her, so viele der Diskursteilnehmer. Wir formulieren darin klar,dass jemand, der nicht Asyl benötigt, zu gewissen Bedingungen „reingelassen wird“. Ärzte aus Syrien: ja. Ungelernte aus Syrien: nein. Der Arzt aus Syrien wird aber genauso dringend in seinem Heimatland gebraucht. Es gilt vielmehr, darüber nachzudenken, wie wir „gut und gerne“ mit Migranten zusammen leben können. Zu deren und zu unserem Vorteil.
Das ist ein Problem der Industriestaaten insgesamt, die aber nicht nur darin heillos zerstritten sind (was an der UN gut zu sehen ist!). Es gibt dabei kaum Organisationen wie etwa die EU. Merkel spricht gerne davon, dass wir unsere Handelspolitik in Richtung mehr Globalisierung und mehr Gerechtigkeit verändern sollten. „Wir müssen die Ursachen bekämpfen“ fordern alle Politiker. Die Industriestaaten geben Geld in die Entwicklungshilfe, um gelegentlich mal einen Brunnen oder eine Schule zu bauen. Seinen Kindern muss aber ein erwachsener afrikanischer Fischer für die Schule Uniformen, Hefte und Bleistifte ermöglichen mit einem Geld, das er nicht hat. Auf der anderen Seite wird das Meer von den Industriestaaten leer gefischt. Warum sollen diese Fischer ihren Fisch nicht selbst fischen, um danach mit neu erworbenem Know-How den Thunfisch selbst zu verarbeiten? … Eine der führenden britischen Denkfabriken hat 2016 errechnet, dass, wenn Westafrika seinen Fisch selbst verarbeiten würde, 300 000 Jobs entstehen würden. Stattdessen wissen die Leute nicht mehr, wovon sie leben sollen. Sie sagen: mein Leben ist nichts wert, ob ich hier sterbe oder ob ich vielleicht eine Chance habe zu überleben: der Versuch ist es wert. So entstehen Flucht und Fluchtgedanken.
Langfristig wird es nichts bringen, Zäune hochzuziehen. Die Menschen werden sich davon nicht abhalten lassen. Es bringt nur etwas, die Wirtschaft in diesen Ländern aufzubauen und anfangen zu verstehen, dass unser Wohlstand hier etwas mit der Armut in diesen Ländern zu tun hat. Rohstoffe aus diesen Ländern werden exportiert, damit wir vielleicht noch ein weiteres neueres Telefon haben. Bei ihnen im Dorf gibt es aber noch nicht einmal eine Straße.
Freitag, 8. September 2017
Kandidaten und Parteien
Ein Kanzlerkandidat lässt sich von einer PR-Agentur
beraten. Die fragt per Umfrage: was assoziieren sie mit der SPD? Da
wird dann „Mind-mapping“ gemacht: Am häufigsten kommt dann wohl
das Wort „Gerechtigkeit“ vor. Das wird dann zum Wahlkampfthema
gemacht. Das heißt, es entstehen auf diese Weise Formeln, mit denen
man auf Marktforschungsweise versucht, ein Thema zu finden. Damit ist
klar, dass das dann ein ein Gegenwartsthema ist und nie ein
Zukunftsthema. Beispielsweise bei Willy Brandt dürften es keine
Marktforschungsinstitute gewesen sein, die Slogans wie „Mehr
Demokratie wagen“ angeregt haben. Das wurde damals an den
Hochschulen diskutiert, das wollten die Intellektuellen und viele
anderen.
Der Grundgedanke dabei wäre: ich höre in die Gesellschaft rein, erkunde, bin dran und finde das Thema. Damit hängt auch zusammen, dass es auch zu wenige Außenseiter gibt, die einmal die Parteidisziplin hinter sich lassen könnten und der eigenen Überzeugung Raum verschaffen wollen.
Heute ist es doch eher so: Wer abweicht (etwa mit dem Willen zu größeren gesellschaftlichen Veränderungen), dem weht aus seiner Partei und allen Medien ein ganz starker Gegenwind entgegen. Es ist halt der sicherste Weg, immer geradeaus so wie alle zu gehen, sich an den Mainstream halten. Das ist in allen Parteien sehr verbreitet. Z.b. Schmidt und Schröder haben ihre Ideen gegen ihre Partei durchgesetzt, mit der Folge, dass diese Partei danach jeweils 10 % schwächer war als davor. Es war halt nicht, wie von der SPD jetzt auf diese und jene Weise propagiert, früher nicht alles besser, weshalb es gelte, alles wie früher einzurichten. Es war vielmehr auch schon widersprüchlich. Im aktuellen CDU-Wahlprogramm, das 73 Seiten hat, taucht das Thema „Migration“ zum ersten Mal wohl auf Seite 63 auf. Das Thema „Digitalisierung“ gar taucht nur unter dem Aspekt auf, dass die Wirtschaft flott gemacht werden muss, damit sie den Anschluss nicht verpasst. Die Digitalisierung wird womöglich aber millionenweise Arbeitsplätze kosten, es wird zudem ein Fachkräftemangel herrschen, der bis zu 3 Millionen Leute betragen kann. Es werden sehr viele Leute ihre Arbeit verlieren, die anschließend aber nicht in der Pflege arbeiten werden. Man kann das nämlich nicht rein statistisch managen und sagen, so viele Stellen sind vakant und so viele Stellen und so viele fallen weg. Das sind ja ungefähr gleich viel: das geht auf. Nein, so wird das nicht gehen.
Der Grundgedanke dabei wäre: ich höre in die Gesellschaft rein, erkunde, bin dran und finde das Thema. Damit hängt auch zusammen, dass es auch zu wenige Außenseiter gibt, die einmal die Parteidisziplin hinter sich lassen könnten und der eigenen Überzeugung Raum verschaffen wollen.
Heute ist es doch eher so: Wer abweicht (etwa mit dem Willen zu größeren gesellschaftlichen Veränderungen), dem weht aus seiner Partei und allen Medien ein ganz starker Gegenwind entgegen. Es ist halt der sicherste Weg, immer geradeaus so wie alle zu gehen, sich an den Mainstream halten. Das ist in allen Parteien sehr verbreitet. Z.b. Schmidt und Schröder haben ihre Ideen gegen ihre Partei durchgesetzt, mit der Folge, dass diese Partei danach jeweils 10 % schwächer war als davor. Es war halt nicht, wie von der SPD jetzt auf diese und jene Weise propagiert, früher nicht alles besser, weshalb es gelte, alles wie früher einzurichten. Es war vielmehr auch schon widersprüchlich. Im aktuellen CDU-Wahlprogramm, das 73 Seiten hat, taucht das Thema „Migration“ zum ersten Mal wohl auf Seite 63 auf. Das Thema „Digitalisierung“ gar taucht nur unter dem Aspekt auf, dass die Wirtschaft flott gemacht werden muss, damit sie den Anschluss nicht verpasst. Die Digitalisierung wird womöglich aber millionenweise Arbeitsplätze kosten, es wird zudem ein Fachkräftemangel herrschen, der bis zu 3 Millionen Leute betragen kann. Es werden sehr viele Leute ihre Arbeit verlieren, die anschließend aber nicht in der Pflege arbeiten werden. Man kann das nämlich nicht rein statistisch managen und sagen, so viele Stellen sind vakant und so viele Stellen und so viele fallen weg. Das sind ja ungefähr gleich viel: das geht auf. Nein, so wird das nicht gehen.
Donnerstag, 7. September 2017
Alterspflege
Wir begegnen älteren Menschen, die in Pflege sind.
Die hilflos sind. Die leer geworden sind. Können wir uns da hineinversetzen
und uns selbst dahinter erkennen? Ist es so, dass in solchen Personen
ein ganzes Leben „gespeichert“ ist, dass sie gleichzeitig auch
die Person sind, die sie mal waren? Dass sie jetzt halt in einem
anderen Zustand sind, in den sie „das Leben“ befördert hat? Ob
es nicht so ist, dass alle anderen Personen fortwährend älter
werden und einem solchen Zustand entgegenstreben? Was ist der Tod?
Ist es das, dem man entgegenstrebt? Noch. Er soll im Schlaf kommen und
möglichst schmerzlos, das ist der oft geäußerte Wunsch. Ob aber
bis dahin irgendwann eine gewisse Bilanz erlaubt ist, in der man
feststellen kann, ob eine Existenz sinnvoll war? Oder ob das alles
unwiderbringlich vergangen ist und nur (wie es jetzt modisch
ist...) "der Augenblick zählt"? Ob's Alzheimer ist oder was anderes?
Eben erst gehört, dass immer weniger an Demenz/Alzheimer erkranken.
Dadurch aber, dass die Bevölkerung älter wird, bleibt der
Demenzanteil weitgehend gleich, es kommt nur später (wenn die
Menschen älter geworden sind...). Sie war eine stolze Frau, sehr
selbständig, hatte eine dezidierte politische Meinung und
diskutierte bei vielen Themen mit. Religiös war sie, hängte das
aber nicht heraus.
Jetzt aber ist es so: Nicht nur wir, sondern viele Angehörige werden mit dem Siechtum der dementen Angehörigen nicht fertig. Die Gesellschaft ist zwar sensibilisiert und sieht die Alzheimer-Epidemie auf sich zurollen, sie kann darüber reden und auch an der nötigen Empathie (siehe Einleitung...) für die Betroffenen hapert es nicht. Aber ganz praktisch gesehen sind die wenigsten Menschen tatsächlich vorbereitet. Jawohl, der Wechsel ins Konkrete kann brutal sein. Es tritt womöglich alles sehr schnell ein und verlangt einem Entscheidungen ab, für die man gar nicht genügend informiert ist. Man stolpert und taumelt in etwas hinein, Beratungsmöglichkeiten sind gut oder schlecht, viele Leute geben „Tipps“, die sich am Ende gegenseitig widersprechen - im schlimmsten Falle bringen sie jedoch gar nichts, gleich gar nicht in dem Tempo, das einem abverlangt wird. Man war außen und ist jetzt plötzlich selbst Handelnder, man ist mittendrin in einer anderen Realität.
Jetzt aber ist es so: Nicht nur wir, sondern viele Angehörige werden mit dem Siechtum der dementen Angehörigen nicht fertig. Die Gesellschaft ist zwar sensibilisiert und sieht die Alzheimer-Epidemie auf sich zurollen, sie kann darüber reden und auch an der nötigen Empathie (siehe Einleitung...) für die Betroffenen hapert es nicht. Aber ganz praktisch gesehen sind die wenigsten Menschen tatsächlich vorbereitet. Jawohl, der Wechsel ins Konkrete kann brutal sein. Es tritt womöglich alles sehr schnell ein und verlangt einem Entscheidungen ab, für die man gar nicht genügend informiert ist. Man stolpert und taumelt in etwas hinein, Beratungsmöglichkeiten sind gut oder schlecht, viele Leute geben „Tipps“, die sich am Ende gegenseitig widersprechen - im schlimmsten Falle bringen sie jedoch gar nichts, gleich gar nicht in dem Tempo, das einem abverlangt wird. Man war außen und ist jetzt plötzlich selbst Handelnder, man ist mittendrin in einer anderen Realität.
Mittwoch, 6. September 2017
Mensch und Tier (2)
Zum Folgenden wurde ich neulich medial angeregt und
habe es seitdem in mir bewegt: Wo bleibt das Prinzip Verantwortung in
der Evolution? Es gibt wohl keine einzige Art, die gegen andere
Spezies so etwas wie Verantwortung spüren könnte -. außer dem
Menschen. Das „Prinzip“ gilt also vor allem für
verantwortungsvolle Menschen, Tiere vor dem zu schützen, was für
sie am schlimmsten ist: vor schwerem Leiden. Der Mensch ist das
einzige Tier der Evolution, das zur Moral fähig wäre und das sich
auch dessen rühmt. Dass ihm seine Vernunftbegabung sogar die
Verpflichtung dazu auferlegt, seinen Vorteil nicht auf Kosten der
übrigen Welt zu suchen, macht diese aus einer bestimmten
Konstellation folgende Verpflichtung noch strenger. Die Vernunft
eignet sich für den Menschen dazu, entweder besser zu sein als die
Tiere, oder schlechter. Der Mensch ist aber ein Allesfresser? Kann
sein, aber das Problem liegt möglicherweise mehr in der
Massentierhaltung, im Quälen von Kreaturen zum Zwecke jener
Profitmaximierung, die ein bestimmtes Regelwerk des Menschen ihm
vorzugeben scheint. Massenvernichtung. Ob Tiere kein Bewusstsein
haben, schon gar nicht von sich selbst? Dies mögen aber neuere
Forschungsergebnisse heftig in Frage zu stellen. Ob es die Klasse
„Tiere“ überhaupt so gibt? Ob nicht ein gewisser Unterschied
zwischen einem Primaten und einem Floh besteht? Ist es
Überheblichkeit, dass wir an dieser Stelle eine solche einheitliche
Einteilung pflegen und uns über alle Erkenntnis hinweg setzen? Gibt
es die Einteilung Menschen und Tiere? Wer kann solches
nachvollziehen, nachdem er einem Menschenaffen in die Augen geblickt
(sie sollen aggressiv werden, wurden es aber in meinem Falle überhaupt
nicht) und mit ihm gemeinsame Zeit zugebracht hat? Ob das Ziel, eine
ständig wachsende Menschheit ernähren zu wollen, alles
rechtfertigt? Ob wir hier in einem Dilemma sind?
Dienstag, 5. September 2017
Freundschaft und Tier
Freundschaften aufzubauen,
ist ein komplexer Vorgang, der auch unter verschiedenen Tierarten,
Spezies stattfinden kann. Das ist zwar selten, aber es passiert
insgesamt vielfach. Es gibt dieses unglaubliche Vertrauen, das dabei sofort entstehen muss und nur zwischen zwei Individuen stattfinden
kann. Tatsache ist: Soziale Beziehungen heben die
Überlebenschance.Womöglich sind wir Menschen nicht die einzigen,
die komplizierte Beziehungen eingehen. Tiere haben Gefühle und sie
denken – freilich nicht in unseren Kategorien, - nicht in unserer Welt,
und doch in ihr. Denn sie müssen sich mit ihrer Umwelt
auseinandersetzen, die auch unsere ist. Sie bilden diese Welt auf
ihre eigene Weise in sich ab und gehen damit um. Es ist etwas
Eigenes. Wir sollten genau das nicht vermenschlichen. Zu sagen, ein
Tier sei eine Art Roboter, die nur Instinkten folgt, ist Unsinn. Das Tier lernt auch an der Situation, nimmt Eindrücke auf und setzt sie in
Verhalten um. Es ist zudem ein gängiges Vorurteil, dass Tiere nur
fressen und sich fortpflanzen... es scheint vielmehr vieles in ihrem
Leben Platz zu haben, von dem wir noch keine Ahnung haben. Ihre Art
der Beziehung kann uns womöglich so manches lehren: Techniken
gemeinsam nutzen, soziale Bindungen herstellen, indem man zusammen
spielt und zusammen Grenzen testet. Viel Zeit miteinander verbringen. Sich auf positive Weise miteinander beschäftigen. Das schafft Vertrauen. Und, was wohl auch für Menschen gilt: In
einer guten Beziehung ist man glücklicher. Der Körper ist gesünder
und man ist psychisch stabiler.
Montag, 4. September 2017
Sonntag, 3. September 2017
Wahlkampf, Zukunft, Bildung
Es ist Wahlkampf in Deutschland. Es geht um
Wahlstimmen und Zustimmungsquoten, um das was jederfrau und jedermann
gefällt, - oder doch zumindest vielen. Dabei werden regelmäßig
Phrasen abgesondert, wie wichtig denn Bildung sei und ernst genommen
müsse das Thema Bildung, und es „wird Sorge getragen“ und
....überhaupt, da müsse mehr reingesteckt werden. Leider werden
dann in der Folge weder neue Ideen noch Geld reingesteckt. Viel
lieber wird gelobt und belobigt, wie gut und gerne wir in diesem
Land des Wohlstands und der Weltmeisterschaften leben: Fußball
sowieso, aber auch Reise und SUV, sowie Kreuzfahrt läuft gut, - wenn
auch auf Kosten der Umwelt mit Schweröl. Dabei wäre Bildung so dringend und drängend wichtig für die soziale Durchlässigkeit dieser Gesellschaft, eine soziale Durchlässigkeit, die
sich in den vergangenen Jahren immer mehr reduziert hat und die
wichtig gerade für das ökonomische Fortkommen ist. Fette
Investitionen wären nötig in Schulen, aber auch in Infrastruktur, wie
beispielsweise in den Ausbau des Breitbandnetzes, das vielen
Betrieben eine Teilnahme am globalen Handel sichern soll. Die
sogenannte Digitalisierung wurde ja sowieso verschlafen und soll
jetzt mit Hochdruck nachgeholt werden. Soll.
Doch was geschieht? Scheinlösungen werden favorisiert, Reförmchen (die natürlich kein Ansatz zur Problemlösung sind, sondern mit Aktionismus nur verschleiern sollen...) werden gestartet und es wird ein Popanz um die „Schwarze Null“ aufgebaut, also einen Sparkurs, der dem Staat als Ganzes, insbesondere den kommenden Generationen, zugute kommen soll. Soll. Wenn wir aber nicht mithalten können mit anderen, die mehr tun, so wird das ganze Sparen auch kommenden Generationen nichts nützen, weil die Voraussetzungen nicht da sind. Wir brauchen mehr Mut zum Experiment, zum Ausprobieren, bei dem nicht von vornherein der Erfolg gesichert sein muss und gesellschaftliche Unterschiede zementiert werden.Wir brauchen Mut zum Aufbruch ins Ungewisse, wie das einst die Siedler hatten, die gen USA zogen und dort eine große gesellschaftliche Dynamik schufen.
Doch was geschieht? Scheinlösungen werden favorisiert, Reförmchen (die natürlich kein Ansatz zur Problemlösung sind, sondern mit Aktionismus nur verschleiern sollen...) werden gestartet und es wird ein Popanz um die „Schwarze Null“ aufgebaut, also einen Sparkurs, der dem Staat als Ganzes, insbesondere den kommenden Generationen, zugute kommen soll. Soll. Wenn wir aber nicht mithalten können mit anderen, die mehr tun, so wird das ganze Sparen auch kommenden Generationen nichts nützen, weil die Voraussetzungen nicht da sind. Wir brauchen mehr Mut zum Experiment, zum Ausprobieren, bei dem nicht von vornherein der Erfolg gesichert sein muss und gesellschaftliche Unterschiede zementiert werden.Wir brauchen Mut zum Aufbruch ins Ungewisse, wie das einst die Siedler hatten, die gen USA zogen und dort eine große gesellschaftliche Dynamik schufen.
Samstag, 2. September 2017
Alter und Jugend (3)
Sich und seine Grenzen kennen zu lernen. Das in ein
Verhältnis bringen. Nicht das Unmögliche von sich verlangen. Nicht
den geträumten Träumen nachrennen. Man hätte sie früher für
möglich halten können. Nun gilt es, das Erreichte zu verwalten.
Eingebunden sein in ein Ganzes, in eine Welt, in eine Gesellschaft,
darum zu wissen. Es geht doch nicht darum, zu verallgemeinern und
„die Jugend von heute“ über einen Kamm zu scheren. Aber man
glaubt, aus seiner eigenen Perspektive etwas wahrgenommen zu haben,
was Altersklassen kennzeichnet. Rentengeneration jetzt. Ob die
Nachfolgenden auch noch solch „traumhafte“ Rentenbedingungen
vorfinden werden, wie die gegenwärtigen Rentner? Welchen Einfluss
wohl die viel besprochene „Arbeitswelt 4.0“ darauf haben wird?
Wird sich nicht unter ihrem Einfluss nahezu alles anders darstellen?
Sogar die Wertewelt? Sich darauf einstellen und sich anpassen, ist
das die Devise? Google, Facebook & Co geben vor und wir folgen
alle nach.... Oder ein Gestalten dieser neu sich abzeichnenden
Sphäre, wäre das etwas? Wo? Wie?
Partykultur? Ist alles eine Wohlfühloase oder geht es in anderen Gegenden dieser Erde ganz anders zu? Welche Beziehung haben wir dazu? Sind uns diese Menschen fern oder bringt es das Zeitalter der Globalisierung mit sich, das sich alle näher kommen? Ist das Cool oder Uncool? (Ich muss grinsen...) Wie steht es mit immerwährendem Spass? Manchmal drängt sich der Eindruck auf, manche Menschen würden dies suchen. Auf Kosten anderer? Ist das Bewusstsein davon lustfeindlich und verkopft? Ob es da Gemeinsamkeiten des Alters gibt, was ja auch Gemeinsamkeiten der Sozialisation heißt? Was man als „normal“ oder „selbstverständlich“ empfindet, ist ja auch durch Bezugspersonen vermittelt. Gilt es in der Jugend nicht, sich davon abzukapseln, sich loszumachen, dagegen zu protestieren und dadurch eine eigene Identität, eine eigene Weltsicht zu gewinnen....?
Partykultur? Ist alles eine Wohlfühloase oder geht es in anderen Gegenden dieser Erde ganz anders zu? Welche Beziehung haben wir dazu? Sind uns diese Menschen fern oder bringt es das Zeitalter der Globalisierung mit sich, das sich alle näher kommen? Ist das Cool oder Uncool? (Ich muss grinsen...) Wie steht es mit immerwährendem Spass? Manchmal drängt sich der Eindruck auf, manche Menschen würden dies suchen. Auf Kosten anderer? Ist das Bewusstsein davon lustfeindlich und verkopft? Ob es da Gemeinsamkeiten des Alters gibt, was ja auch Gemeinsamkeiten der Sozialisation heißt? Was man als „normal“ oder „selbstverständlich“ empfindet, ist ja auch durch Bezugspersonen vermittelt. Gilt es in der Jugend nicht, sich davon abzukapseln, sich loszumachen, dagegen zu protestieren und dadurch eine eigene Identität, eine eigene Weltsicht zu gewinnen....?
Freitag, 1. September 2017
Donnerstag, 31. August 2017
Wirtschaft und Politik
„Man muss eine Rampensau sein“ rät Altkanzler
Schröder seinem SPD-Nachfolger Schulz für den Wahlkampf. Dazu
hampelt er in möglichst volkstümlich-populistischen Posen umher,
wie wir sie von Trump kennen. Ob das heißt, dass man bereit sein
solle, dem Wahlvolk ein X für ein U vorzumachen? Ob er seinem Schulz
damit einen Bärendienst erwiesen hat? Schröder himself will jetzt offenbar dem Verwaltungsrat der russischen Olfirma Rozneft gegen gutes Honorar vorstehen. So etwas
hat Tradition in der SPD: Clement (RWE), sowie der bisher letzte
Kanzlerkandidat, Peer Steinbrück (ING-Berater) scheinen in dieser
Richtung schon mal „voRWEg“ gegangen zu sein. Dabei hat sich doch
in letzter Zeit klar erwiesen, was eine allzu große Nähe zwischen
Wirtschaft und Politik ergibt. Der Dieselskandal und all die
Begleitskandale mögen da Beleg genug sein. Beispiele aus der
Automobilindustrie? Eckart von Klaeden (CDU) war Staatsminister im
Kanzleramt und ging 2013 als als Cheflobbyist zu Daimler, Thomas Steg
war Vize-Regierungssprecher und im Jahr 2009 Wahlkampfberater der
SPD, ehe er 2012 als Cheflobbyist zu Volkswagen wechselte, Martin
Jäger von der CDU war 2004 bis 2005 Referatsleiter im Kanzleramt und
2005 bis 2008 Sprecher des Auswärtigen Amtes, ehe er zu Daimler
wechselte, um dort den Cheflobbyisten von 2008 bis 2013 zu geben.
Seit 2016 ist er nun Staatssekretär im Innenministerium
Baden-Württemberg. Wem das wohl genützt hat? Den Konzernen? Ob sie
dadurch bei der Elektrifizierung des Autos vorangekommen sind?
Mittwoch, 30. August 2017
Wahlkampf im Fernsehen
Aufschlußreich war die
Fernsehsendung „Anne Will“ vom vergangenen Sonntag, die 4 Wochen
vor dem Wahltag wohl noch einmal Aufmerksamkeiten mobilisieren
wollte. Es fand dabei der Kanzlerin Einlassung „Für ein
Deutschland in dem wir alle gut und gerne leben“ Erwähnung und
wurde auf einem Wahlplakat der CDU gezeigt. Auch wurde erwähnt, dass
Deutschland mit einer Arbeitslosenquote von 5,6 % Rekordtief habe.
Die Steuereinnahmen sprudelten. Dann kam die Phrase vom
„Schlechtreden“, die inzwischen viele CDU/CSU-Politiker in den
Mund genommen haben. „Wenn man den Anspruch erhebt, Kanzler zu
werden, darf man das Land nicht in der Art und Weise schlecht reden,
wie es Schulz tut“ wurde Wolfgang Schäuble aus der Süddeutschen
Zeitung vom 12.2.2017 zitiert. Nachgeschoben wurde die Behauptung
„Wir haben im Moment so viele Arbeitsplätze, wie in der Geschichte
der Bundesrepublik noch selten da war". Olaf Scholz von der SPD, der
in der Art des Neuen Deutschland auch nach den schlimmsten Desastern nach dem Treffen der der G 20 in Hamburg als OB nicht zurücktreten wollte, gab zu Protokoll: „Im
übrigen glaubt Martin Schulz wie die ganze SPD, dass wir einen
Beitrag dazu geleistet haben“. Oft werden dann der Mindestlohn und die Rente mit 63 Jahren genannt. „Gleichzeitig sei es so“, so
der Scholz-Olaf, „dass es nicht aus der Perspektive jedes Bürgers
gerecht zugeht“. Denn wenn es dem ganzen Land gut gehe, „heißt
das noch lange nicht, dass das für jeden Einzelnen gilt“. Wie
wahr. Eine Entdeckung eines Hochwohlgeborenen der SPD-Hierarchie.
„Wenn also 40 % derjenigen, die im unteren Lohnbereich sind, eher
sinkende Einkommen hatten", wenn beispielsweise die Mieten
explodieren, wenn manch einer entgeistert auf seinen Rentenbescheid
kuckt, wenn die KITA-Gebühren manche Familien sehr belasten, wenn
ein junger Mensch keinen Ausbildungsplatz findet, dann sind das
Fragen, bei denen man an den Bürgern vorbei redet, wenn man behauptet „es
läuft doch gut“. CDU-Laschet, der neue NRW-Landesvater, behauptet
dagegen, dass „Schulz derzeit nicht die Themen trifft, die die
Menschen bewegen“.
Dienstag, 29. August 2017
Rente und Altersarmut
Alles scheint ruhig. Das deutsche Wahlvolk wählt
unter Umständen sogar – drastisch ausgedrückt - seine Schlachter
(anders als in England oder Frankreich, wo Wut öffentlich zum Ausdruck gebracht wird). Doch es ist dies auch die Folge
einer lange anhaltenden Erziehung, die auf Individualisierung und
Vereinzelung zielt - und dabei den Neoliberalismus im Sinn hat,
dessen Vertreter dazu neigen, alle Macht dem Markt übergeben zu
wollen und von ihm das Heil der Welt zu erwarten. Am Markt sollen immer Individuen teilnehmen. Unsinn!, so höre ich schon "Experten" murmeln.
Zum Beispiel Arbeitslosigkeit: heute ist das eine Art persönlicher Makel und nicht die Folge der Politik von Konzernen. Die herrschende Politik versucht, die Armen gegen diejenigen, die noch weniger haben, auszuspielen. Die Altersarmut droht aber überall (die Anzeichen sind eindeutig und sind eine Folge von gewissen Beschäftigungsverhältnissen!), ja sie ist oft sogar schon da (fragt sich nur, ab welcher statistischen Grenze das als solches wahrgenommen wird), - und alle bleiben ruhig. Denn es soll sich lohnen und es soll Spass machen, hier zu leben, wie eine Herrschende vollmundig verkündet. Ist es wirklich so toll, auf etwas wie Altersarmut zuzugehen? Folgendes Zahlenspiel: Ein Standardrentner ist jemand, der 45 Jahre lang ohne Unterbrechung mit dem durchschnittlichen Arbeitseinkommen gearbeitet hat (das liegt z. Zeit bei 3022 Euro pro Monat/Brutto). Dies würde eine Rente von 1300 Euro brutto mit sich bringen, nach Abzügen netto etwa 1100 Euro). Womöglich gibt es auch jetzt schon viele Menschen, die mit ihrer Rente darunter liegen. Ob wir dadurch auf eine große Altersarmut zulaufen? Ob das dem sogenannten „Leistungsgedanken“ förderlich ist? Ob die Schere zwischen Arm und Reich (wohlbestallte Renten oder im Falle von Beamten sind das fette Pensionen) auseinander geht? Ob die daran abzulesende zunehmende Ungleichheit noch zu leugnen ist? Ob sie bei den Wahlen Konsequenzen haben wird?
Zum Beispiel Arbeitslosigkeit: heute ist das eine Art persönlicher Makel und nicht die Folge der Politik von Konzernen. Die herrschende Politik versucht, die Armen gegen diejenigen, die noch weniger haben, auszuspielen. Die Altersarmut droht aber überall (die Anzeichen sind eindeutig und sind eine Folge von gewissen Beschäftigungsverhältnissen!), ja sie ist oft sogar schon da (fragt sich nur, ab welcher statistischen Grenze das als solches wahrgenommen wird), - und alle bleiben ruhig. Denn es soll sich lohnen und es soll Spass machen, hier zu leben, wie eine Herrschende vollmundig verkündet. Ist es wirklich so toll, auf etwas wie Altersarmut zuzugehen? Folgendes Zahlenspiel: Ein Standardrentner ist jemand, der 45 Jahre lang ohne Unterbrechung mit dem durchschnittlichen Arbeitseinkommen gearbeitet hat (das liegt z. Zeit bei 3022 Euro pro Monat/Brutto). Dies würde eine Rente von 1300 Euro brutto mit sich bringen, nach Abzügen netto etwa 1100 Euro). Womöglich gibt es auch jetzt schon viele Menschen, die mit ihrer Rente darunter liegen. Ob wir dadurch auf eine große Altersarmut zulaufen? Ob das dem sogenannten „Leistungsgedanken“ förderlich ist? Ob die Schere zwischen Arm und Reich (wohlbestallte Renten oder im Falle von Beamten sind das fette Pensionen) auseinander geht? Ob die daran abzulesende zunehmende Ungleichheit noch zu leugnen ist? Ob sie bei den Wahlen Konsequenzen haben wird?
Montag, 28. August 2017
Agenda-Politik und politische Eliten
Die
Arbeitslosigkeit hat sich durch die deutschen Hartz-Reformen
halbiert, so behauptet das politische Spitzenpersonal und die
selbsternannte Elite dieser Gesellschaft immer wieder, - gerade jetzt
im Wahlkampf. Es scheint regelrecht zu einer „überall“
akzeptierten Phrase geworden zu sein, die sogar anderen Nationen zur
Nachahmung empfohlen wird. Die
Arbeitslosigkeit sei halbiert, so heißt es gerne. Toller Erfolg
also. Aber
stimmt das überhaupt? In Wirklichkeit scheint das Ergebnis immerhin umstritten zu sein. Es setze nämlich die Wahl der falschen Vergleichsjahre voraus, so hat
jüngst ein TV-Beitrag (in "Monitor") zusammen mit einem „Wirtschaftsweisen“ (Bofinger) argumentiert. Statt 2005 wäre 2001 das richtige Vergleichsjahr. Es
werde allzu gerne ein Rezessionsjahr wie 2005 mit einem Boomjahr wie
2016 verglichen (Man könnte auch die Boomjahr-Parameter heranziehen:
Westdeutschland Arbeitslosigkeit 2001: 2,0 Mio, 2016: 2,0 Mio.,
Ostdeutschland Arbeitslosigkeit 2001: 1,5 Mio, 2016: 0,7 Mio). Das
günstige Ergebnis für Ostdeutschland habe weniger mit den
„Agenda“-Reformen zu tun, als vielmehr damit, dass die negativen
Folgen des „Anschlusses“ allmählich ausgelaufen sind (der
sogenannte „Solidaritätszuschlag" besteht ja immer noch und wird vom Staat unter Zustimmung und sogar dem heftigen Betreiben der an der Regierung beteiligten SPD gerne eingesackt!!!). Zudem
seien die Menschen, so der Beitrag weiter, die als Folge der „Wiedervereinigung“
arbeitslos geworden sind, langsam aber sicher aus dem Erwerbsleben
ausgeschieden.
Die gesellschaftlichen Schäden der Hartz-Reformen hingegen seien enorm: die prekäre Beschäftigung wächst, die Altersarmut steigt. Immer mehr Menschen geraten trotz Arbeit ins gesellschaftliche Abseits. Nicht nur das mit der Altersarmut kann ich am eigenen Beispiel ermessen: trotz akademischem Abschluss droht mir (Klartext) der Strick durch Selbstmord, weil ich mich diesem „Schwitzkasten“ (ca. 610 Euro Rente ab Lebensjahr 67!) nicht aussetzen will. Bilanz: Gewissen Leuten geht es immer besser (es sind diejenigen, die in den Medien auftreten oder wissenschaftlich fragwürdige Begründungen vorführen), anderen geht es immer schlechter (womöglich bis zu 1/3 der Bevölkerung). Sie hangeln sich von Möglichkeiten zu Möglichkeiten, die aber meist befristet und zudem sehr schlecht bezahlt sind. Auf diesem Lohndumping scheint auch der Motor des wirtschaftlichen Booms zu basieren. Insbesondere ältere Menschen fallen oft aus allen Sicherungssystem heraus oder müssen „aufstocken“ (was eine andere Form der Umverteilung ist). Die 2/3-Gesellschaft scheint zu diktieren und alle Macht zu halten. Dass möglicherweise 1/3 der Gesellschaft unter solchen Verhältnissen immer mehr absäuft, scheint von den auch öffentlich wahrnehmbaren "Eliten" in Kauf genommen und sogar als Erfolg verkauft zu werden (kein Wunder, denn diese "Klasse" selbst profitiert am meisten von solchen Entwicklungen...).
Die gesellschaftlichen Schäden der Hartz-Reformen hingegen seien enorm: die prekäre Beschäftigung wächst, die Altersarmut steigt. Immer mehr Menschen geraten trotz Arbeit ins gesellschaftliche Abseits. Nicht nur das mit der Altersarmut kann ich am eigenen Beispiel ermessen: trotz akademischem Abschluss droht mir (Klartext) der Strick durch Selbstmord, weil ich mich diesem „Schwitzkasten“ (ca. 610 Euro Rente ab Lebensjahr 67!) nicht aussetzen will. Bilanz: Gewissen Leuten geht es immer besser (es sind diejenigen, die in den Medien auftreten oder wissenschaftlich fragwürdige Begründungen vorführen), anderen geht es immer schlechter (womöglich bis zu 1/3 der Bevölkerung). Sie hangeln sich von Möglichkeiten zu Möglichkeiten, die aber meist befristet und zudem sehr schlecht bezahlt sind. Auf diesem Lohndumping scheint auch der Motor des wirtschaftlichen Booms zu basieren. Insbesondere ältere Menschen fallen oft aus allen Sicherungssystem heraus oder müssen „aufstocken“ (was eine andere Form der Umverteilung ist). Die 2/3-Gesellschaft scheint zu diktieren und alle Macht zu halten. Dass möglicherweise 1/3 der Gesellschaft unter solchen Verhältnissen immer mehr absäuft, scheint von den auch öffentlich wahrnehmbaren "Eliten" in Kauf genommen und sogar als Erfolg verkauft zu werden (kein Wunder, denn diese "Klasse" selbst profitiert am meisten von solchen Entwicklungen...).
Sonntag, 27. August 2017
Wahlen und Demokratie
Wahlen stehen an. Mannigfache Stimmen bezeichnen das
sozusagen als eine Art „Hochamt der Demokratie“, als heilige
Pflicht, für die die Gewerkschaften und die bürgerliche
Gesellschaft lange gekämpft hätten. Doch wir könnten uns auch
folgende Gedanken durch den Kopf gehen lassen: Ist es wirklich so,
dass eine einzelne Stimme (ausgerechnet meine) den Ausgang von Wahlen mitbestimmen könnte?
Wenn ja, ist das dann nicht ein winziger Teil des Ganzen, das
allenfalls in der Summe eine Rolle spielen könnte (gutmütig wohlmeinend ausgelegt als
der Teil einer Art von „Schwarmintelligenz“). Setzt die
Demokratie nicht den mündigen und informierten Bürger voraus, der
sich für nachhaltige Perspektiven mit seiner Stimme einsetzt? Ist
das in unserem System gewährleistet, oder gibt es nicht eine große
uninformierte Masse der Leute, die sich allenfalls im letzten Moment
für eine emotional bedingte „Bauchentscheidung“ entscheidet? Ob das eine Reaktion auf bestimmte Verhältnisse ist? Eine Masse von Leuten, die sich einen Dreck für Politik interessiert und darunter nur das Ränkespiel von ein paar prominenten Köpfen versteht? Werden wir nicht andauernd darüber in Kenntnis gesetzt, dass eine solche Unentschiedenheit im Wahlverhalten bei
der anstehenden Wahl in Deutschland ganz besonders der Fall sei? War der Brexit
etwas, was UK nützt oder schadet? Wer soll da zur Wahl gegangen sein
und wer nicht? Ob das einen Einfluss auf das Endergebnis hatte?
Samstag, 26. August 2017
Freitag, 25. August 2017
Donnerstag, 24. August 2017
Wahlkampfplakate
Wahlkampfplakate? Setzt einen Kampf voraus. Der
scheint sich aber nicht so recht einzustellen. Es herrscht in
Deutschland anscheinend die Alternativlosigkeit. Einer hat da keine
Chance, versucht sie aber zu nutzen. Stolpert angelegentlich über
einen alten Parteigranden, der sich anscheinend unter die Obhut von
Putin begeben will und dort satt grinsend sein stattlich honoriertes Gnadenbrot
frisst. Dabei ist doch offiziell das Motto und die Parole, ja der
Glaubenssatz „Gerechtigkeit“ ausgegeben. Ob sich die Firma
Gazprom oder Roznjeft immer an den Codex hält? Ach, es ist ein
Graus......diese ganzen glattgebügelten, nichtssagenden und selbst für Werbungsverhältnisse schrottig-peinlichen Plakate, die
mit einem Photoshop-Lächeln und manchmal noch mit einer formelhaft gestanzten "Weisheit" auf eine fiktive Mitte zielen, sie
dürfen in Masse überall dort aufgehängt werden, wo es ansonsten
tausend Genehmigungen vonnöten sind. Diese Plakate, bei denen ihren
jeweiligen Erzeugern nichts Neues mehr eingefallen zu sein scheint, -
außer bei der FDP. So manchem mag das nicht gefallen und gewisse
Nachteiligkeiten liegen auf der Hand, aber die Farbgebung und der
Lindner in finsterer Entschlossenheit oder Unterwäsche gewappnet, die wollen mit ihrem aufgehübschten
Selbstbewusstsein jemanden ansprechen. Klar, die FDP scheint ja auch
nach wie vor eine klare Zielgruppe zu haben. Auch Die Linke hat
angeschärfte Plakate: gewisse Aussagen sind ihnen als etwas fragwürdige Kernparolen zu
entnehmen, „soziale Gerechtigkeit“ scheint hier zumindest nicht nur eine
Phrase zu sein. Die AfD will halt mit ihren Mitteln Wählerstimmen abfischen, - nun ja. Aber die CDU/CSU und die SPD scheinen die
allerflachsten Klischees hervor zu kramen, um mit denen zum Erfolg zu
kommen. Geistig scheinen sie gewisse Veränderungen in der Umwelt
noch nicht so richtig kapiert zu haben. Internet? Social Media?
Transparenzbestrebungen? Alle Konturen sind hier weich retouchiert: ein Schelm,
wer sich etwas dabei denkt.
Mittwoch, 23. August 2017
Intellektuellendiskurs
Jaja, Intellektuelle weisen einen Blick auf das
Allgemeine und das Ganze weit von sich! Das habe ich erst kürzlich
wieder einem Interview entnommen. Welcher Unterschied zu den
sechziger und siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, in denen das
Pendel leider etwas zu sehr in die andere Richtung ausschlug!
Intellektuelle, wer auch immer das sei, fühlen sich nun nicht mehr als
öffentliche Personen, obwohl sie von der Öffentlichkeit teilweise
fürstlich für ihre Dienste bezahlt werden. Heutigen disziplinär
geordneten Bereichen scheint eine solche Verantwortlichkeit zu
widersprechen. Sie erklären, dass sie sich unfähig dazu fühlten,
dass sie nicht über die Sprache und über das qualifizierte
Einsichtsvermögen dafür verfügten. Der öffentliche und
akademische Raum müsse streng getrennt werden, so heißt es da oft in wohlhonorierter Bescheidenheit. Als Bürger dürfe
und könne man etwas sagen, seine Meinung kund tun. Als Professor
aber keinesfalls. Dieser beanspruche aus seinen analytischen
Kompetenzen heraus keinesfalls die Deutungshoheit in
Krisensituationen. Er fühle sich damit überfordert, - auch darin,
so etwas wie „Allgemeinbildung“ aufrecht zu erhalten. So etwas
sei längst überwunden. Das sind Intellektuelle heute.
Dienstag, 22. August 2017
Montag, 21. August 2017
Was wir wissen (3)
Inzwischen gibt es
Wissenschaftler, die glauben (!), dass es mehr als drei Dimensionen
gibt. Der Raum könnte ja noch weitere Dimensionen haben. Ob wir
ihnen dann näher kommen können, oder ob – wie es scheinbar
brennend interessiert – schon die „Bewohner“ einer solch
multidimensionalen Welt auf uns zukommen werden? Als Aliens? Wir
sollten das erst mal verschieben und uns klar werden, dass wir in
unseren Erkenntnismöglichkeiten beschränkt sind, trotz des ach so
wissenschaftlichen Weltbildes, dem in unseren Zeiten nahezu absolute
Gültigkeit bescheinigt wird. Platon zufolge ist die Welt, so wie wir
sie wahrnehmen, so wie die Wand in einer Höhle, auf der
zweidimensionale Schatten tanzen. Erzeugt werden sie aber von
dreidimensionalen Figuren draußen vor der Höhle, die wir leider nie
zu Gesicht bekommen. Nun ja, schon die alten Griechen hatten da wohl
eine Ahnung, - Platon hatte wohl mehr als das.... Ob man aus
zweidimensionalen Schattenbilder einen dreidimensionalen Raum
rekonstruieeren kann? Es braucht zumindest ein gewisses Maß an
Offenheit dafür. Weil wir die Extradimensionen nicht kennen, wird
das für uns ein Spekulationsspiel, das wahrscheinlich Ahnungen
gleich kommt, Visionen. Ob das, was in der vierten Dimension
existiert, eine Chance hat, zu uns durchzukommen? Gibt es wenigstens
einen theoretischen Zugang? Wie könnte für uns beschränkte Wesen
eine Reise in die vierte Dimension aussehen? Es würde auf jeden Fall
eine verunsichernde Verzerrung unserer bisherigen Lebenswelt
entstehen, so viel ist sicher. Und wir lächerliche Lebewesen würden
etwas über unsere Beschränkungen erfahren. Wir würden uns
vielleicht auch einer Sichtweise annähern, die etwas vollkommener
ist, als die, die wir haben.
Sonntag, 20. August 2017
Reaktionen
Ich wundere mich, wie die Politiker als Häuptlinge
jetzt wieder scharf verurteilen, wie sie Gedenkminuten einlegen
lassen, irgendetwas auf Halbmast setzen lassen und stellvertretend unsere Werte
verteidigen wollen. Dabei sind sie genauso machtlos wie jeder andere. Symbole? Nun ja, sind vergänglich. Inzwischen sogar schnell. Werte? Nun ja, auch hier wurde vielfach darüber nachgedacht.
Beileidskundgebungen: gut und recht, aber was bringen sie uns? Ein
Gefühl der Solidarität? Der Gemeinsamkeit? Es kann tragen, wenigstens eine Zeit lang. Ob dies aber geschürt und befeuert ist? Oder ob
sich jemand bewusst ist, dass auch viel direkte Gewalt von dieser
Gesellschaft ausgehen kann, in der wir leben? Es scheint schon Vieles eine ungute
Gewohnheit geworden zu sein, auch wenn es direkt neben einem einen
Menschen zerreißt. Drei Wochen später scheint alles vergessen, das
Leben geht weiter, als wäre nichts. Hass. Mord. Ich denke, das alles muss man
sich leisten können. Ein Gefühl der Unsicherheit wird ausgenutzt,
für Ziele, die vielleicht auch mit staatlicher Repression zu tun
haben. Dies ist auch in anderen Gesellschaften so. Dort wird das offenbar noch viel wilder betrieben. Es muss etwas
getan werden, es muss etwas passieren: so etwa lässt sich dies grassierende Gefühl auch beschrieben. Dies kann auch zu Aktionismus führen,
dazu, dass etwas getan wird, damit etwas getan wird. Dies kann auch
zu Behauptungen führen, dass etwas getan werden müsse, man selbst
wisse genau, was dies sein könne. Die Kröte, die geschluckt werden müsse, würde natürlich nur der Anfang sein. Danach erst würde sie sich als Wohltat herausstellen.
Samstag, 19. August 2017
Was wir wissen (2)
Was wir wissen? Viel oder
wenig? Ob wir darüber für immer im Ungewissen bleiben werden, wie
Max Planck einst fand? „Die Wissenschaft kann die letzten Rätsel
der Natur nicht lösen. Und das ist so, weil wir letztlich ein Teil
des Rätsels sind“, sagte dieser Großphysiker. Möglicherweise
werden wir dieses Rätsel, das wir uns selbst sind, nie lösen
können. Ob wir's akzeptieren können? Und überhaupt: Ob es mehr
Dimensionen als die uns bekannten Raum und Zeit gibt? Mit einiger
Wahrscheinlichkeit. Schon die Hippies schwadronierten etwas von der
Fünften Dimension. Ob aus dieser Wirklichkeit heraus die Welt eine
völlig andere wäre? Und wir unvollkommene Wesen bekämen nur einen
vielfach geprägten Ausschnitt der anderen Welt mit? Auch Platon spekulierte in seinem Höhelgleichnis dazu, das wir stets einen durch unsere Möglichkeiten herausgestanzten Ausschnitt einer Wirklichkeit erkennen können. Ob die
Möglichkeiten unseres Hirns unser Bild von der Welt prägen? Ob es
da noch andere Apparate gibt? Ob wir diese Möglichkeiten digital
erweitern können, indem wir uns zu so etwas wie Cyborgs machen? Hm,
ob das dann aber doch nur eine weitere Möglichkeit wäre, dem Ziel
etwas näher zu kommen und keineswegs das Erreichen des Ziels
bedeuten würde? Eine Art Offenbarung könnte es aber schon sein.
Eine Offenbarung? Ob das etwas Religiöses hat? Das Bewusstsein
davon, das unser Wissen trotz aller Gesetzmäßigkeiten etwas
Relatives hat? Es wird wohl darum gehen, über diese
Gesetzmäßigkeiten etwas zu wissen, so denken wir uns.
Freitag, 18. August 2017
Donnerstag, 17. August 2017
Was wir wissen
Was wissen wir? Was
Materie oder dunkle Energie überhaupt ist? Sie hält doch unsere
Galaxien zusammen, - oder etwa nicht? Werden uns von Physikern
moderne Märchen erzählt? Die Menschen und ihre Physiker verstehen's
noch nicht so recht, das alles. Auf jeden Fall könnte der Weltraum
Anschauungsmaterial dafür bieten. „Ich möchte wissen, was da
draußen ist“ soll Stephen Hawking gesagt haben, der Mann, der noch
immer das Physik-Genie an sich darstellt. Wie das Universum
entstanden sein könnte? Mit dem Urknall sagen etliche Astrophysiker.
Aber was war davor und wie kam es zum Urknall? Gab es davor etwas
anderes, das sich eventuell zu einem Punkt zusammenzog, um im Urknall
zu explodieren? Oder kommt der Urknall aus dem Nichts? Einem
energiegeladenen Vakuum? Neueste Forschungen zeigen wohl, dass selbst
im Vakuum etwas ist. Bloß was? Und hat nicht die Quantenmechanik
längst bewiesen, dass ein Teil an zwei Orten gleichzeitig sein kann?
Widerspricht den physikalischen Gesetzen? Nun ja, da würde selbst
ein mittelmäßiger Physiker widersprechen. „Die Quantenmechanik
ist sehr achtungsgebietend. Aber eine innere Stimme sagt mir, dass
das noch nicht der wahre Jakob ist. Gott würfelt nicht!“ sagte vor
etwa 100 Jahren Albert Einstein dazu. Ja, was nun? Und überhaupt:
Gott? War der Urknall nur ein einzelnes Ereignis bei der Entstehung
einer wahnsinnig großen Vielfalt von Universen? Gibt es insofern
Parallelwelten? Die oft beschrieenen und verfilmten? Ob an dieser
Stelle etwas wie Gott ins Spiel kommt? Etwas Größeres als das, was
wir kapieren können? „Was wir wissen, ist ein Tropfen. Was wir
nicht wissen, ein Ozean“ sagte einst der Großphysiker Isaac
Newton. Daran mag sich nichts geändert haben.
Mittwoch, 16. August 2017
Alt und Jung (2)
Haha, man war ja selbst einmal jung, jünger als
jetzt...... Was mir auffiel an sehr jungen Menschen? Das Folgende gleicht einer Stoffsammlung, entstanden aus tausend Zetteln: Es wurden von vielen jungen Menschen oft sehr einzelne, sehr isolierte Welten hochgezogen, die als
absolut gegeben betrachtet wurden. Meine Sicht dagegen ist: diese
Lebenswelten kann man verändern! Zumindest prinzipiell. Das glaubten
viele unter uns und warteten zu geduldig auf den schönen
Sanktnimmerleinstag für alle. Währenddessen machten „zielgerichtete“
Andersgesinnte und sonstwie besser Angepasste Karriere, - auch bei
den damals und heute ehemals Alternativen. Diese Gesellschaft scheint
immer mehr in eine Vereinzelung abzugleiten, das, was man
Neoliberalismus nennen könnte, wird aus falsch verstandenem
Realismus zu schnell akzeptiert. Überhaupt, Nachfragen sind nicht
mehr in Mode, es gilt der schnelle Vollzug, - egal von was. Distanz
zu sich selbst ist auf dem Rückzug und Empathie wird oft nur
gespielt. Unter Kopfhörern, im Smartphone-Gedaddel und auf
Internet-Homepages ist jeder für sich, es gilt der individuelle
Tunnelblick. Es scheint ein Bedürfnis nach Menschenführung zu herrschen: diejenigen, die sich dafür qualifizieren wollen, sollen vortreten!
Allerlei Verkleidungen sind angesagt, was zählt, ist die Flucht aus dem eigenen Ego, das an anderer Stelle mit extremen Aktionen wieder krampfhaft gesucht wird. Industrieversprechen werden zu schnell übernommen, Werbung wird zu ernst genommen, große Linien oder gar Utopien oder Visionen (was ist denn das?) werden ohnehin nicht gepflegt. Man kann in jungen Jahren nicht erkennen, dass der Mensch durch Stadien geht, dass sein Körper verfällt und gleichzeitig sein Kapital ist, mit dem man nicht so beliebig experimentieren könnte, dass dies keine Rückwirkungen auf einen selbst haben würde, - auch wenn von anderer Stelle Erfahrung von Dingen oder einem selbst (Selbsterfahrung) angesagt wird. Die von jungen Menschen so viel gehassten Gewohnheiten und Rituale können auch etwas Positives haben. Sie schützen vor Energieverlusten, schaffen Sicherheit. Der Horizont in dieser Welt steht leider nicht jedem offen, es gelten Rahmenbedingungen und individuelle Voraussetzungen, soziale Dispositionen und andere Begrenzungen. Wir sind auf dem Teil der Welt geboren, der eindeutig bevorzugt ist. Was ist mit den anderen?
Allerlei Verkleidungen sind angesagt, was zählt, ist die Flucht aus dem eigenen Ego, das an anderer Stelle mit extremen Aktionen wieder krampfhaft gesucht wird. Industrieversprechen werden zu schnell übernommen, Werbung wird zu ernst genommen, große Linien oder gar Utopien oder Visionen (was ist denn das?) werden ohnehin nicht gepflegt. Man kann in jungen Jahren nicht erkennen, dass der Mensch durch Stadien geht, dass sein Körper verfällt und gleichzeitig sein Kapital ist, mit dem man nicht so beliebig experimentieren könnte, dass dies keine Rückwirkungen auf einen selbst haben würde, - auch wenn von anderer Stelle Erfahrung von Dingen oder einem selbst (Selbsterfahrung) angesagt wird. Die von jungen Menschen so viel gehassten Gewohnheiten und Rituale können auch etwas Positives haben. Sie schützen vor Energieverlusten, schaffen Sicherheit. Der Horizont in dieser Welt steht leider nicht jedem offen, es gelten Rahmenbedingungen und individuelle Voraussetzungen, soziale Dispositionen und andere Begrenzungen. Wir sind auf dem Teil der Welt geboren, der eindeutig bevorzugt ist. Was ist mit den anderen?
Dienstag, 15. August 2017
Montag, 14. August 2017
Alt und Jung (1)
Wo eigentlich sollen Alt und Jung auch nur
aufeinander treffen? Geschweige denn sich austauschen? In den Familien?
Da scheint die Arbeits- und Karrierepflicht, der sich junge Leute mit
ihren Ohrstöpseln ausgesetzt fühlen, mitsamt allen Folgen
vorzugehen und die klassische Familie, in der Alt und Jung unter
einem Dach wohnen schon lange in der Auflösung begriffen....,...ja,
ja, es geht nicht um ein Besserwissen „der Alten“ gegenüber der
„heutigen Jugend“ - sondern darum, sich in verschiedenen
Altersstufen auszutauschen. Sie leben oft in verschiedenen
Lebenswelten, setzen sich mit der „heutigen“ Welt jeweils auf
ihre Weise auseinander. Kann man Facebook & Co einigermaßen mit
Abstand nehmen, sich mit einer gewissen Distanz nähern, die sich
gewisser Gefahren bewusst wäre? Wäre so etwas auch
„Medienkompetenz“? Wo soll sich Kontakt abspielen? Geht es darum,
Nichtverstehen abzumildern? Um das bessere Begreifen von
Verhaltensmustern? Ja klar, es gibt auch viele freundliche,
hilfsbereite und nette junge Leute. Alles andere ist dummes
Geschwätz. Es geht in jeder Jugendzeit oft darum, etwas
auszuprobieren und etwas zu finden, eine Identität, ein Feld im
Leben abseits der Arroganz des (körperlich) Stärkeren. Nur ist das
alles heute viel kurzfristiger geworden. Was heute gilt, hat morgen
keine Gültigkeit mehr, ist „überholt“. Dass Wissenschaft so
funktioniert, ist „normal“. Dass aber alles und jedes nach diesem
Prinzip funktioniert (sie aktuell: Schülerzahlen), ist nicht
unbedingt in Stein gemeißelt. Wer istn zu wenig frech und nimmt
alles hin? Wer fängt mit der Sphäre des Politischen (das man so
oder anders deuten kann...) noch etwas an? Lasst uns einen Schritt
zurück gehen.... Am Spießertum und an Gewohnheiten festhalten, um
in einer scheinbaren Sicherheit zu bleiben? Das haben alle ihren
jeweils Altvorderen vorgehalten. Möglicherweise wäre auch hier
etwas mehr Toleranz vonnöten.
Sonntag, 13. August 2017
Parteien, Partizipation, Hartz4
Darf man von der
Seitenauslinie aus kritische Einwände haben, oder muss man vielmehr
dankbar dafür sein, dass man von dieser Gesellschaft per Hartz 4
alimentiert wird? Man solle sich bei Unzufriedenheit doch in die
Parteien einbringen, so wird von Politikern gerne vorgebracht. Aber
heißt das nicht auch, sich den Parteihierarchien zu unterwerfen und
ihre vorgegeben Meinungen als die eigenen auszugeben? Zu kuschen und
sich opportunistisch zu verhalten, wo es bloß geht? Als
„Abgesandter“ in irgendwelchen Gremien zu sitzen und Positionen
zu vertreten (und dafür „honoriert“ zu werden), die ganz und gar
nicht nicht die eigenen sein müssen? Einblicke in Sauereien zu haben
und sie dennoch verteidigen zu sollen? Sich auch auf Kosten Anderer
zu profilieren und beim Postengeschacher heftig die Ellenbogen
einzusetzen? Ob Politiker vor lauter Bäumen den Wald oft nicht mehr
sehen? Ob gerade an dieser Stelle solche unbefangenen Einwände
wertvoll sein könnten? Ob das auch mit Leuten zu tun hat, die
man als Politiker vorgibt zu vertreten? Ob Fahrten mit der
gepanzerten Dienstlimousine, samt kurzen Stopps und kurzer
Kontaktaufnahme unter dem Schutz der Body Guards da ausreichen? Oder
sind es die Wahlkampfveranstaltungen mit ihren von gewissen Medien
gerne reportierten und von den Parteien gebrauchten
Scheindiskussionen, die einem da als Politiker den Durchblick über
die Folgen meines Handelns verschaffen? Ob das Betrügen über wahre
Absichten und das wortreiche Verschleiern der Fakten mit Hilfe von
PR-Agenturen zum "Geschäft" gehört?
Samstag, 12. August 2017
Postheroismus und marktkonforme Demokratie
Ein Begriff, der ein bisschen in den Hintergrund
getreten zu sein scheint, der aber nach wie vor die Politik der
deutschen Bundesregierung zu prägen scheint, ist „Postheroismus“.
Was „Postheroismus“ ist?: Anhänger dieser Glaubensrichtung, die vielleicht mitgeholfen hat, Kriege zu vermeiden, gehen
von folgenden Prämissen aus: Man kauft allen alles ab, treibt den
universalen globalen Handel, der alles mit seinen Kriterien
beherrscht und gerne unter der Flagge „Globalisierung“ segelt.
Man schüttet jedes Problem mit Geld zu, Haltungen und Symbole
spielen kaum eine Rolle (es sei denn, man kann sie für eigene Zwecke
einsetzen....). Was freilich aus den tausenden von Milliarden Euro,
die beispielsweise der Irak-Krieg bis jetzt gekostet hat, geworden
ist, vermag die Bundesregierung auch nicht so recht zu beantworten.
Sie, ihre Vertreter und Berater werden wohl in den Raum stellen,
dass diese Milliarden zu einem Terrorismus geführt haben, der jetzt
unbedingt durch eine möglichst repressive Gesetzgebung bekämpft werden sollte.
Dass freilich im Rahmen eines so vehement geforderten „Handels“
sich einige Figuren massiv bereichert haben, wird in diesem
Zusammenhang gerne unterschlagen. „Helden“ sind im Weltbild des
„Postheroismus“ nicht mehr nötig, - bei gleichzeitiger immer
größer werdenden Gier breiter Massen danach: Sie wollen Helden des
Showgeschäfts, des Sports, Helden der Politik (Populisten,
Führergestalten, Diktatoren, die sich im Besitz der einzig gültigen
Wahrheit wähnen). „Handel“ (dem gerade „Wir“ „unseren“
Wohlstand verdanken) ist auf der Prioritätenliste ganz weit vorne
angesiedelt. Sein Zweck heiligt alle Mittel (was das für
Spezialdemokraten heißen kann, wurde vielfältig sichtbar und wird
von ihnen gerne mit dem Argument der Arbeit oder des Arbeitsplatzes
legitimiert). Alexander Dibelius, der frühere Deutschland-Chef der
Bank Goldmann Sachs, geht noch Anfang des gerade laufenden Jahrzehnts
öffentlich davon aus und posaunte das als Parole seines Instituts,
dass Banken keinerlei Verpflichtung fürs Allgemeinwohl hätten. Er
scheint auch davon auszugehen, dass es
keine Grenzen für Gehälter und Bonuszahlungen bei Managern seines
Schlags geben solle. Kein Held, aber ein Händler! Das so verdiente
Geld flotiert ja flott auf der ganzen Welt umher, um sich ständig
aus sich selbst heraus zu vermehren und eine Klasse von superreichen
Besitzenden zu schaffen, deren Kohle Großbanken gerne verwalten
würden.
Freitag, 11. August 2017
Infrastrukturrätsel
Massenhaft zerfallende Brücken und Schulen, Straßen,
die nur noch aus Schlaglöchern bestehen und Krankenhäuser, in denen
am Notwendigsten gespart wird: das ist Deutschland 2017!
Elbphilharmonie und Berliner Flughafen, auch "Stuttgart 21" zeigen
doch: Geld kann da sein! Wenn der "politische Wille" auch da ist. Der Verdacht liegt nahe, dass hier einige
Politiker ihren Job nicht gut gemacht haben, dass Tarnen und Täuschen
ihr Handwerk war und ist. Nun ist das im Vergleich zu gewissen Mechanismen
im Ausland noch im Rahmen, doch es erhebt sich die Frage: wie wäre
es ohne dies? Oder mit weniger von solchen Fehlfunktionen? Es wird besonders in den
Medien davon abgelenkt, indem der Streit ständig darum zu gehen
scheint, aus welchen Förderungstöpfen gewisse Ausgaben getätigt
werden solle, welche Verwaltungsebene und wer für was verantwortlich
sei. Die Strategie ist klar: vor lauter Bäumen soll der Wald nicht mehr gesehen werden.
Ob es sich einigermaßen herumgesprochen hat, dass so ziemlich alle Fördertöpfe der öffentlichen Hand aus den Steuersäckeln bestritten wird? Im Falle der EU aus den Säckeln einzelner Nationen. Im Falle Deutschlands aus dem aus Steuern gespeisten Säckel dieses Staates. Wieso eigentlich werden diese „Nationen“ im Rahmen der EU immer noch hingebungsvoll aufrecht erhalten? Müsste es nicht längst um Europa gehen? Und zwar nicht nur um den Euro? Nein, Deutschland will nicht für die Schulden aller anderer aufkommen und Deutschland weiß ja sowieso, wo es für das Ganze lang gehen soll, das scheint hierzulande Common Sense zu sein.
Wieso eigentlich werden solche Tendenzen dauernd bestärkt? „Deutschland geht es gut?“. Stimmt das? Auf wen und was trifft das zu? Und ist das angesichts einer zerfallenden Infrastruktur, den maroden Schulen und den anstehenden massiven Problemen mit der aus dem vernachlässigten Rentensystem resultierenden Altersarmut überhaupt aufrecht zu erhalten? Wollen wir eigentlich all diese Phrasen der Politiker noch hören? Das Geschwätz von er ach so wertgeschätzten Bildung etwa? Ja wenn dem so wäre, warum gibt es keine massive Förderung für zerfallende Schulen? Stattdessen werden gigantische Bahnhöfe oder nie fertig werdende Flughäfen gebaut, wofür das Geld mit Leichtigkeit da zu sein scheint...... Ja ja ja, es geht auch noch schlechter. Ein Blick ins Ausland genügt und wir sind teilweise ja sogar schockiert. Ob dies aber die Rechtfertigung dafür sein kann, die im nationalen Rahmen darnieder liegende Infrastruktur weiter verfallen zu lassen?
Ob es sich einigermaßen herumgesprochen hat, dass so ziemlich alle Fördertöpfe der öffentlichen Hand aus den Steuersäckeln bestritten wird? Im Falle der EU aus den Säckeln einzelner Nationen. Im Falle Deutschlands aus dem aus Steuern gespeisten Säckel dieses Staates. Wieso eigentlich werden diese „Nationen“ im Rahmen der EU immer noch hingebungsvoll aufrecht erhalten? Müsste es nicht längst um Europa gehen? Und zwar nicht nur um den Euro? Nein, Deutschland will nicht für die Schulden aller anderer aufkommen und Deutschland weiß ja sowieso, wo es für das Ganze lang gehen soll, das scheint hierzulande Common Sense zu sein.
Wieso eigentlich werden solche Tendenzen dauernd bestärkt? „Deutschland geht es gut?“. Stimmt das? Auf wen und was trifft das zu? Und ist das angesichts einer zerfallenden Infrastruktur, den maroden Schulen und den anstehenden massiven Problemen mit der aus dem vernachlässigten Rentensystem resultierenden Altersarmut überhaupt aufrecht zu erhalten? Wollen wir eigentlich all diese Phrasen der Politiker noch hören? Das Geschwätz von er ach so wertgeschätzten Bildung etwa? Ja wenn dem so wäre, warum gibt es keine massive Förderung für zerfallende Schulen? Stattdessen werden gigantische Bahnhöfe oder nie fertig werdende Flughäfen gebaut, wofür das Geld mit Leichtigkeit da zu sein scheint...... Ja ja ja, es geht auch noch schlechter. Ein Blick ins Ausland genügt und wir sind teilweise ja sogar schockiert. Ob dies aber die Rechtfertigung dafür sein kann, die im nationalen Rahmen darnieder liegende Infrastruktur weiter verfallen zu lassen?
Donnerstag, 10. August 2017
Transferwahnsinn
Es ist schon seltsam, wie der Transferwahnsinn
ständig neue Blüten treibt und neue Niveaus erklimmt! Da wird eben noch
von „ewiger Liebe“ getönt, um im nächsten Moment für eine
stattliche Ablösesumme woanders einen Vertrag zu unterschreiben. Das
Tolle: alle finden das auch noch toll, machen es nicht nur mit und
finden es legitim, nein, sie finden es geradezu toll! Erst wird ein
bisschen Entzetzen geheuchelt und danach geht alles seinen Gang.
Astronomische Summen werden heraus getan für kleine Idioten, die
besser nach dem Ball treten können als andere. Sie werden stilisiert
als etwas ganz Besonderes, wobei sie nur etwas ganz Bestimmtes und
eng Definiertes gut können. Mich haben in diesem Zusammenhang die
Ausführungen des Freiburger Trainers Christian Streich beeindruckt.
Er sagt (sinngemäß), dass der Gott des Mammons alles verschlingen
wird. Dass zudem Dopingvorwürfe in aller Munde sind, dass der
Gesamtsport damit ein großes Problem hat, macht die Sache nicht
übersichtlicher. Tatsache scheint zu sein, dass das Prinzip der
Marktwirtschaft hier offenbar nicht nur Einzug gehalten hat, sondern
zur absoluten Leitlinie wurde. Firmen oder Vereine sind völlig egal,
es kommt darauf an, wer am meisten zahlt. Gewechselt wird dann
schnell. Ist Formsache. Wer sich mit einer Firma oder einem Verein
identifiziert, ist selbst schuld und kein richtiger „Profi“.
Jeder ist in diesem System extrem austauschbar, der Einzelne spielt
keine Rolle, Geld reguliert alles, alles ist eine Frage des Preises.
Fußball ist wohl in der Spitze Showgeschäft geworden, wo der schöne
Schein, die Verpackung und das Salär die einzig bestimmende Rolle
spielen und die Verbände das Spiel mitspielen, so gut sie es halt
können, um sich selbst eine Scheibe abzuschneiden. Fairplay? Naja.
Alte Ideale. „Was soll man machen“? Wenigstens erkennen, wo und
unter welchen Umständen man lebt, wäre schon mal nicht schlecht.
Mittwoch, 9. August 2017
Tod und Zukunft
Ob der Tod in Zukunft nur
noch ein eher technisches Problem sein wird, das seine Bedeutung
verloren haben wird? In nicht allzu ferner Zukunft, so gewisse
Wissenschaftler in Diensten einer Google-Tochterfirma, werden wir
einen „Reset“-Knopf drücken können, der uns eine neue und
jüngere biologische Leistungsfähigkeit verschafft. Auf diese Weise
werden wir immer älter werden können. Wir haben ja ohnehin schon
seit längerem ein neues Konzept des Todes entwickelt, das ihn zu
einem technischen Problem werden lässt, anstatt ihm eine
metaphysische oder heilige Qualität zuzusprechen. Viele Lyrik und
Philoophie sah in dem Tod einen wesentlichen Teil des Lebens, der er
ihm erst Bedeutung verlieh. Das fing schon bei den alten Ägyptern
und seinen Pyramiden an, die eine Art kosmische Auffahrrampe ins
Jenseits waren. Es geht über das Christentum und den Islam weiter.
Die großen Weltreligionen kennzeichnen dieses Stadium. Sie beziehen
ihre Bedeutung aus dem Tod und den Antworten, die sie zu diesem Thema
geben. Ohne Leben nach dem Tod, ohne Himmel und Hölle gibt es
beispielsweise kein Christentum. Der Tod ist grundlegend.
Doch in den letzten
Jahrhunderten haben viele Weltsichten und Idiologien die Bedeutung
des Todes vermindert, indem sie ihn einfach aus ihrer Betrachtung mit
dem Argument „Wir wissen nichts darüber“ ausgeschlossen haben.
Dahinter steht das technisch geprägte Bild, das besagt, dass
Menschen nicht sterben, weil es einen diesbezüglichen „göttlichen“
Plan gibt, sondern dass sie an einem Schlaganfall sterben, der
wiederum mit einem anderen technischen Problem zusammenhängt. Damit
aber in Zukunft bei einer Quasi-Unsterblichkeit die ewige Wiederkehr
Desselben (wie bei Nietzsche) keine Langeweile erzeugt, werden die
Kreativität, unser Wissen und unsere Fähigkeiten eine größere
Rolle spielen, dank Computern und technisch erweiterten Fertigkeiten.
Wir werden virtuelle Umgebungen direkt erfahren können (dahingehend
mögen die „Virtual-Reality-Brillen“ schon jetzt einen ersten
Vorgeschmack geben). Wir werden ganz allgemein unsere emotionalen
Fähigkeiten erweitern und andere Dinge erschließen, die das Leben
lebenswert machen können. Das freilich wird zunächst nur den
Reichen möglich sein, was neue Konflikte unter den Menschen
herbeiführen wird. War in der Vergangenheit der Tod nämlich der
große Gleichmacher, der Arm und Reich vereint, so wird sich dies
womöglich ändern. Wer freilich einen Autounfall hat, oder in einem
abstürzenden Flugzeug sitzt, wird wohl auch in Zukunft seine
physische Vernichtung erleiden. Sich davor zu schützen, wird eine
neue Angst und die darauf bauende Vorsorgeindustrie erzeugen.
Dienstag, 8. August 2017
Gottgegebener Markt?
Ja muss denn die gesellschaftliche Spreizung so groß sein, dass Spitzenmanager Gehälter im solide zweistelligen Bereich beziehen und dass gewählte Volksverteter da offenbar gerne mithalten würden (wg. "Verantwortung"), während die untere Einkommensschicht nicht weiß, wie sie den finanziellen Alltag bewältigen soll? Ob etwa 2 % der Bevölkerung etwa 50 % des verfügbaren Einkommens besitzen müssen? Das diktiert der Markt, so lautet oft die Argumentation. Ist aber „der Markt“ etwas ungestaltbar Gottgegebenes oder wäre er bei entsprechendem politischem Willen beeinflussbar? Ja gewiss, ist die „Verantwortung“ ein Kriterium, nach dem sich der Lohn bemessen könnte. Aber rechtfertigt das solche Gehälter, erst recht nachdem bei einschlägigem Misserfolg auch heftige Abfindungssummen bezahlt werden? Ob das alles „der Markt“ diktiert, das Angebot und die Nachfrage? Ob es solche Individuen dermaßen wenige gibt, so dass sie ihren Preis mehr oder weniger selbst bestimmen können? Was ist das „gewisse Etwas“, was diesen Preis bestimmt? Ist es Gerissenheit, die in so etwas wie „Durchsetzungsfähigkeit“ mündet? Gehört Egoismus und Narzissmus dazu? Klar ist, dass Märkte innerhalb von Regeln stattfinden, die gestalt- und veränderbar sind. Auch durch Gesetze und steuerliche Regulierungen. Zu behaupten, dass ein Markt gut funktioniere, scheint nur innerhalb eines gewissen Rahmens möglich zu sein. Der „freie Markt“ solle es richten, so das offizielle Credo. Doch dieser „freie Markt“ ist ja auch schon das Resultat gewisser Überlegungen. Ob die gegenwärtigen gigantischen Ungleichheiten und Verzerrungen angesichts dessen zwangsläufig sind? Ob sich der Kreis der Topmanager vor allem aus bestimmten gesellschaftlichen Kreisen rekrutiert. Wem werden solche Jobs angeboten? Ob bei so etwas wie Chancengleichheit herrscht?
Montag, 7. August 2017
Geldmeister
Anlässlich dieser
„Leichtathletik-Weltmeisterschaften“ habe ich mich oft gefragt,
wer sich diesen Quatsch noch ansieht. Ein paar Leute sollen ja auch
noch an den „sauberen Sport“ glauben. Nun ja, in einer Woche, in
der der Transferwahnsinn im Fußball nochmal andere Dimensionen angenommen hat,
fällt das, -gelinde gesagt, - schwer. Denn es werden wohl astronomische
Summen bewegt in diesem Sportgeschäft. Manager, Vermittler und
Berater scheinen dabei recht aktiv abzukassieren. Die Beispiele sind
alle öffentlich gemacht, auch dank solch hervorragender Journalisten
wie Hajo Seppelt, der ohne Angst an seinem Thema dran bleibt. Dabei
scheint es bei solchen Summen durchaus ein Risiko zu bedeuten, einen
solchen Job zu machen. Und dann verliert auch noch Usain Bolt seinen
Lauf gegen einen wiederholt überführten Doping-Sünder, der sich
mit allerlei juristischen Tricks wieder einen Zugang zu solchen
„Rennen“ verschafft zu haben scheint! Währenddessen balgen sich
im Fußball Superprofis im Supercup um Superpokal-Ehren! Wow,
offensichtlicher geht es ja wohl nicht! Aber wenn alle
Leute dermaßen konsequent und durch die Idiologie des
Neoliberalismus gestützt den Mammon anbeten in dieser Gesellschaft,
ist es vielleicht ein bisschen zu viel verlangt, clean und hintendran
zu bleiben. Besonders, wenn es die großen Konzerne wie kleine Krämer vormachen.......
Sonntag, 6. August 2017
Samstag, 5. August 2017
Taschengeld
Dass Abgeordnete des Reichstag Millionensummen „nebenher“
kassieren, für Vorworte, Vorträge, Kommentare,
„Beratungstätigkeiten“ und andere „Gefälligkeiten“, wurde
jetzt wieder einmal bekannt: Viele Mitbürger haben sich daran
gewöhnt, merken aber doch auf, wenn zum Beispiel die Grünen
protestieren, als eine „ihrer“ Abgeordneten zur CDU überlaufen
will, ein Spezialdemokrat dies als "unanständig" bezeichnet und die offenbar unzufriedene Abgeordnete damit eine ganze Regierung zum Einsturz bringen könnte und kann. In
diesem Moment ist die Partei das Wichtigste, sie verfügt über die
Mandate, sie gibt den Ton an, - Beispiele von Seiten der CDU gibt es
zuhauf. Mix aus Personen- und Mehrheitswahlrecht: was gerade passt, such ich mir raus.....!
Ihre Unsummen von seiten der Lobbyisten jedoch kassieren die Abgeordneten unter anderem mit Hinweis auf ihre Eigenständigkeit und mit verschärftem Beharren auf ihrer „Gewissensfreiheit“ (also unabhängig von Parteien...). Wie Abgeordnetenwatch.de meldet, hat „insgesamt jeder vierte Bundestagsabgeordnete – 178 von 655 – im Laufe der 18. Wahlperiode etwas hinzuverdient, unter dem Strich 26,5 Mio. Euro bis 48,7 Mio. Euro. Genauere Angaben sind nicht möglich, da die Offenlegungsregeln wenig transparent sind: Was ein Abgeordneter nebenher kassiert, muss er nicht in Euro und Cent genau offenlegen, sondern in einer von zehn Einkunftsstufen. Oftmals sind die Geldgeber anonym – Millionensummen bleiben so vollkommen im Dunkeln.“. Spiegel Online scheint ebenfalls Bezug auf diese Meldung zu nehmen und geht auf Abgeordnetenwatch folgendermaßen ein, indem erwähnt wird, dass einige Ex-Minister „viel Geld für wenig Arbeit nebenbei verdienten“. Es wird da der Ex-Verkehrsminister Peter Ramsauer von der CSU als Beispiel erwähnt: Er erhält vom Lobbyverein der arabischen Industrie- und Handelskammern monatlich zwischen 3500 und 7000 Euro. Seit er im Jahr 2014 zum Präsidenten der "Ghorfa Arab-German Chamber of Commerce and Industry" gewählt wurde, „summieren sich Ramsauers Einkünfte auf mindestens 129.500 Euro“, so SpiegelOnline.
Der frühere Forschungsminister Heinz Riesenhuber von der CDU soll auch ganz gut dabei sein. Er soll seit 2014 von der Schweizer Beteiligungsgesellschaft HBM Healthcare Investments AG mindestens 350.000 Euro kassiert haben. Einen Streit hat Ramsauer angesichts dieser Meldungen darüber vom Zaun gebrochen, ob diese Summen brutto oder netto zu verstehen wären, ob „Einkünfte“ die richtige Bezeichnung für solches Honorar sei. Nun ja. Bekannt ist zu diesem Thema neben verschiedenen Typen von der CSU auch der SPD-Grande Peer Steinbrück geworden, der ebenso dickes Salär kassierte, bis er 2016 aus dem Bundestag ausschied, um zunächst den Vorstand der ING-Diba zu beraten.
Ihre Unsummen von seiten der Lobbyisten jedoch kassieren die Abgeordneten unter anderem mit Hinweis auf ihre Eigenständigkeit und mit verschärftem Beharren auf ihrer „Gewissensfreiheit“ (also unabhängig von Parteien...). Wie Abgeordnetenwatch.de meldet, hat „insgesamt jeder vierte Bundestagsabgeordnete – 178 von 655 – im Laufe der 18. Wahlperiode etwas hinzuverdient, unter dem Strich 26,5 Mio. Euro bis 48,7 Mio. Euro. Genauere Angaben sind nicht möglich, da die Offenlegungsregeln wenig transparent sind: Was ein Abgeordneter nebenher kassiert, muss er nicht in Euro und Cent genau offenlegen, sondern in einer von zehn Einkunftsstufen. Oftmals sind die Geldgeber anonym – Millionensummen bleiben so vollkommen im Dunkeln.“. Spiegel Online scheint ebenfalls Bezug auf diese Meldung zu nehmen und geht auf Abgeordnetenwatch folgendermaßen ein, indem erwähnt wird, dass einige Ex-Minister „viel Geld für wenig Arbeit nebenbei verdienten“. Es wird da der Ex-Verkehrsminister Peter Ramsauer von der CSU als Beispiel erwähnt: Er erhält vom Lobbyverein der arabischen Industrie- und Handelskammern monatlich zwischen 3500 und 7000 Euro. Seit er im Jahr 2014 zum Präsidenten der "Ghorfa Arab-German Chamber of Commerce and Industry" gewählt wurde, „summieren sich Ramsauers Einkünfte auf mindestens 129.500 Euro“, so SpiegelOnline.
Der frühere Forschungsminister Heinz Riesenhuber von der CDU soll auch ganz gut dabei sein. Er soll seit 2014 von der Schweizer Beteiligungsgesellschaft HBM Healthcare Investments AG mindestens 350.000 Euro kassiert haben. Einen Streit hat Ramsauer angesichts dieser Meldungen darüber vom Zaun gebrochen, ob diese Summen brutto oder netto zu verstehen wären, ob „Einkünfte“ die richtige Bezeichnung für solches Honorar sei. Nun ja. Bekannt ist zu diesem Thema neben verschiedenen Typen von der CSU auch der SPD-Grande Peer Steinbrück geworden, der ebenso dickes Salär kassierte, bis er 2016 aus dem Bundestag ausschied, um zunächst den Vorstand der ING-Diba zu beraten.
Freitag, 4. August 2017
Reisen
Reisen? Wir sollten es genießen, die Freiheit dazu
zu haben. Anderswo hingehen, hinfahren, hinfliegen und eine andere
Umwelt auf uns einwirken lassen. Auch unter Bedrohung. Etwas von der Welt erfahren, von
ihrer unglaublichen Schönheit. Etwas auch davon, dass andere
Menschen unter anderen Verhältnissen leben oder leben müssen. Sich
bewusst werden, welch unglaubliches Glück man hat, wenn man auf
dieser Erde einigermaßen sein Auskommen hat und in einer dieser
„Komfortzonen“ lebt.Verstehen, wie sehr bestimmte Gesellschaften
auf Kosten anderer leben. Sich an anderen Kulturen, an anderen
Möglichkeiten des Lebens freuen, sie zu verstehen suchen, sich
bewusst werden, dass so etwas relativ ist. Sich vom „Anderen“
inspirieren lassen, sich an der Variation erfreuen und sich dadurch unserer
Gleichförmigkeiten bewusst werden. Im Denken und im Leben. Die Angst vor dem scheinbar "Fremden" verlieren. Es kennen lernen. Staunen
lernen. Über die Natur, in der so viel aufgehoben ist, dem wir näher
kommen können. Wir sollten uns nicht abdrängen lassen in das, was
uns ohnehin vertraut ist. Sondern wir sollten Grenzen überschreiten,
erfahren, dass da mehr ist. Das tut unserem Bewusstsein gut. Wir sollten den Ort kennen lernen, wo wir
leben. Das freilich sollte nicht nur einer Klasse von Vermögenden
möglich sein, einer Klasse der Berufsreisenden und global Lebenden,
der aufgeklärten Gutmenschen und moralischen Besserwisser. Diese
Möglichkeit sollte sich allen eröffnen. Allen. Respekt für das
Andere entwickeln und niemals jener Gleichmacherei das Wort reden,
die sich in den fernsten Ländern schon bald auf arroganteste Weise
präsentiert, wenn sich die bekannten Edelmarken in ihren Boutiquen
den örtlichen Reichen zum Kauf anbieten.
Donnerstag, 3. August 2017
Gipfel der Peinlichkeit
Es war der Gipfel der Peinlichkeit: erst wurde
überraschend vom Verkehrs- ins Innenministerium verlegt, um den Protest abzuschütteln. Danach
wurde die Abschlusspressekonferenz im Viertelstundentakt von 15 Uhr auf 17 Uhr
verschoben. Alleine schon das ist bemerkenswert. Und dann kreiste der
Berg, um eine Maus zu gebären. Zum Dieselgipfel wurde schon viel
geschrieben und gelabert. Die Ergebnisse sprechen für sich. Frau Bundeskanzlerin war ja sowieso nicht dabei.Toll war dafür aber die Show der Autobosse, die keinerlei Unrechtsbewusstsein an den
Tag legten und nach Gutsherrenart etwas gewährten, was schon am Tag
zuvor schriftlich veröffentlicht worden war. Alle Seiten,
einschließlich eines Ministerpräsidenten, der im Aufsichtsrat
eines dieser „Unternehmen“ hockt, haben sich heftig demaskiert,
was so kurz vor der Wahl nun auch nichts mehr ausmacht. Wähler sind ja auch Verbraucher, - und umgekehrt. Spezialdemokraten scheint es um Arbeitsplätze zu gehen. Die Leute, die gegen das E-Auto argumentieren, indem sie auf Braunkohlekraftwerke verweisen, die dreckigen Strom produzieren, haben dank ihnen recht. Irgendetwas
Zukunftsweisendes scheint angesichts der Gesamtlage nicht möglich. Da ist so vieles sichtbar geworden, was man erst mal verarbeiten oder negieren muss.
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