Reise durch Wirklichkeiten

Samstag, 30. September 2017

Young Men go West (MP3)

Young Men go west

Freitag, 29. September 2017

Blick (Foto)

Im Petersdom

Mittwoch, 27. September 2017

Arbeit und Mangel

Eines begreife ich ganz und gar nicht: einerseits, so verlautet es von seiten der „Wirtschaft“, herrscht Facharbeitermangel, der sich noch gewaltig verstärken wird. Andererseits raubt die Arbeitswelt 4.0, so dieselben Leute, in Zukunft der Gesellschaft großflächig die Arbeit. Viele Jobs werden verloren gehen (und nicht nur die minderbemittelten... schlecht ausgebildeten), eine Neubewertung der Arbeit scheint das Gebot der kommenden Zeit. Ja was nun? Zu viel oder zu wenig Arbeit? Was kommt? Rentenalter weiter wegen dem sich dramatisch durch Alte erweiterten Arbeitsmarkt absenken und gleichzeitig die Produktivität gewaltig hochschrauben? Ob so etwas überhaupt so weit in die Zukunft hinein prognostiziert werden kann? Mir scheint, da herrscht noch etwas Unklarheit. Ob es nicht ein anzustrebendes Ziel wäre, wenn wir weniger Arbeit verrichten müssten? (Ein alter Traum der Linken, schon Charly Marx träumte ihn...) Gleichzeitig aber, scheint diese Arbeit, (und sei sie noch so entfremdet...) sehr vielen Leuten Sinn zu verschaffen, sie scheint wichtig zur Konstitution eines Egos. Fällt sie weg, so drohen wohl größere soziale Unruhen. Also scheint es durchaus wichtig zu sein, sich Gedanken darüber zu machen, was uns ausmacht. Arbeit bedeutet sozialen Zusammenhang und finanzgestützte Wertschätzung, gewiss. Ob es aber in Zukunft gilt, auch durch ehrenamtliche oder nicht durch Finanzen gestützte Arbeit Sinn zu beziehen? Ob sie am Ende nicht sogar besser dafür geeignet sein könnte?

Dienstag, 26. September 2017

Literaturbetrieb, Kulturbetrieb

Ich machte mir Notizen zu Sendungen mit Literaturkritiker(Innen) im Fernsehen und gewann dadurch weitere Einblicke in das Kritikerwesen: Mir fiel auf, dass es sich dabei meist um intellektuelle, sich um eine gewisse Attraktivität bemühende und/oder sehr seriös mediengewandt wirkende Personen handelte, die sich mit großer Selbstverständlichkeit kapriziös ausdrückten und auf ihrem Gebiet sehr informiert, gebildet und aufgeklärt zu sein schienen. Sie schienen von einem Milieu getragen, das den eigenen Erfolg spiegelte (also Chefs und Willi Wichtigs, mit regelmäßigen Sendungen, egal wo, Autoren mit großen Namen, die Preise gewonnen haben, die man kennen musste, zumindest unter den Bescheidwissern, den Insidern), Personen, die mit dezenten Erwartungen an die Gesellschaft hantierten, verdeckt mit den eigenen, offen mit denen der von ihnen besprochenen Romanfiguren, mit Erwartungen an das Leben im allgemeinen, sie hantierten mit spitzen Händen und Mündern („ ….das hat man schon besser gelesen...“), sich ihrer multiplizierenden Wirkung wohl bewusst. Man fragt sich, wie diese Leute das machen, all das Zeugs zu lesen und sich danach abfällig darüber zu äußern, man selbst hätte gar nicht die Zeit dazu. Ob sie delegieren und "outsourcen"? Es schien sich um Leute zu handeln, die scheinbar alles wissen, mit Urteilen, die anderen Orientierung bieten können und die geschmäcklerisch bis ins Letzte sind, - wobei subjektive „Ausrutscher“ jederzeit gestattet zu sein scheinen und als Ausdruck von Eitelkeiten mit viel Understatement und Verständnis gehandelt werden. Die Auseinandersetzung scheint ohnehin eher formalen und unverbindlichen Charakter zu haben, auch wenn die Stirn gerunzelt wird und nachhaltig behauptet wird - in Wirklichkeit ist wohl alles erlaubt (wer wäre man denn, Grenzen zu setzen oder einzufordern!). Sie teilt die Welt in Auskenner und blutige Idioten ein, die keine Ahnung haben. Insofern entspricht sie dem Bedürfnis des Publikums nach Orientierung. Wir müssen inzwischen nur noch die richtigen Vermittler und "Experten" kennen, um uns "auszukennen", um mitreden zu können, um dabei zu sein.  

Montag, 25. September 2017

Mondnacht (J v Eichendorff) (Lyrik)

Mondnacht

Es war, als hätt der Himmel
die Erde still geküsst,
dass sie im Blütenschimmer
von ihm nun träumen müsst!

Die Luft ging durch die Felder, die Ähren wogten sacht, 
es rauschten leis die Wälder,
so sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte
weit ihre Flügel aus,
flog durch die stillen Lande,
als flöge sie nach Haus.

Joseph von Eichendorff

Sonntag, 24. September 2017

Menschenführung, Führer

Derzeit scheint ja Trump so eine Art Anschaungsfigur dafür abzugeben, was als menschenführendes Alphatier „in der Wirtschaft“ wichtig zu sein scheint. Dieser Typ scheint es über Jahre hinweg geschafft zu haben, sich als wichtig in Szene zu setzen. Er hat riesige Kredite aufgenommen, die ihn für Banken wichtig erscheinen ließen. Er hat sich offenbar keiner noch zweifelhaften Verbindung verweigert, er scheint alle und jeden benutzt zu haben, wenn nur etwas für ihn herauszuholen war. Er hat das alles auch als eine Show aufgefasst, die er sogar im frei empfangbaren Volksfernsehen für alle zelebriert hat. Er hat sich als Macho geriert, indem er den Frauen ungeniert zwischen den Beine gefasst hat und sich die „schönen“ Frauen reihenweise gekauft hat, als Trophäe, wie ein Auto. Er hat das Prinzip Rücksichtslosigkeit auf egoistische Weise strapaziert, so, dass sich gewisse Angehörige der Unterschicht das als Ideal zu verstehen scheinen: fähig sein, meinen Mitmenschen übers Ohr zu hauen, und das „Ich Ich Ich“ dabei so zu zelebrieren, dass es mit einem „America first“ zusammen zu fallen scheint. Ob das amerikanisch ist? Es liegt mir fern, so etwas definieren zu wollen. Aber Fragen zu stellen, dürfte noch erlaubt sein, zumal mir die USA doch sehr am Herzen liegen. Es hat in der Vergangenheit eine große Dynamik entfaltet, die nicht nur auf Reichtum und Erfolg fixiert war. Für die ersten Siedler und Pioniere war es zuerst wichtig, überhaupt ein Ziel im weiteren Westen zu erreichen und es sodann zu besiedeln. Ein großer wunderbarer Idealismus ist auch sehr amerikanisch. Noch heute kann man im Westen viele „Volonteers“ treffen, die sich selbstlos in den Dienst des Ganzen stellen. Ob das Trump gefällt? Ist er ein Narziss? Diejenigen, die in dieser Gesellschaft verloren haben, scheinen sein Beispiel als Modell anzusehen, mit dem sie wieder nach oben kommen könnten.

Samstag, 23. September 2017

String Theory und dunkle Materie

Wem es wichtig ist, bei gewissen Gesprächen mitreden zu können, der wird schon etwas von der inzwischen 40 Jahre alten „String Theory“ gehört haben. Nun, wir wollen uns an einer halbwegs verständlichen Herleitung dieser seltsamen Theorie versuchen. Es ist nämlich zunehmend deutlich geworden, dass es an Materie im Universum fehlt. Wir beobachten Schwerkraft, doch es gibt keine Quelle dafür. Ob das etwas mit „dunkler Materie“ zu tun hat? Schätzungsweise gibt es bis zu 5 mal so viel dunkle Materie, wie sichtbare. Blöd nur, dass wir nicht wissen, was dunkle Materie wirklich ist. Aber es gibt begründete Annahmen: die dunkle Materie könnte aus massenlosen Teilchen (etwa Licht) bestehen, die den Eindruck von Masse erwecken, indem sie in der vierten Dimension Kreise ziehen. Kreise, die so klein sind, dass wir sie nicht wahrnehmen können. Es gibt Wissenschaftler, die in der Existenz solcher „schwarzen Materie“ den Beweis für die vierte Dimension sehen.
Der String Theory zufolge besteht alles im Weltraum aus „Strings“. Ein String ist so etwas wie eine Saite, die vibriert. Und zwar nicht in „unseren“ drei Dimensionen, sondern in neun.Wenn die String Theory stimmt, dann gibt es jeden Punkt im Raum noch in sechs weiteren Extra-Dimensionen.

Aber die String Theory hat eine große Schwierigkeit: es gibt für sie noch keinerlei Beweis. Unter anderem wursteln zahlreiche Wissenschaftler am CERN, dem großen Protonenspeicherring in Genf, daran. Das CERN hat eine Länge von 27,6 Kilometern und ist als höchst ehrgeiziges Wissenschaftsprojekt der größte Teilchenbeschleuniger der Welt. In ihm vollziehen sich ständig Zusammenstöße subatomarer Teilchen. Dabei entsteht eine gigantische Datenflut, die auszuwerten alleine schon eine Herkulesarbeit ist. Doch auf Strings, die laut Theorie so etwas wie die Bausteine der Bausteine sein sollen, sind sie bisher nie gestoßen. Die String Theory nimmt an, dass ein String eine Billiarde mal kleiner ist, als ein Atom. Hätte man also ein Atom mit der Größe des Sonnensystems, dann wäre ein String so groß wie eine Glühbirne. Je kleiner aber das Objekt, um so mehr Energie braucht man, um es sichtbar zu machen. Das CERN hat bisher einfach nicht ausgereicht, um ein String und die darin verborgenen sechs Dimensionen sichtbar zu machen. Eigentlich bräuchte man einen Teilchenbeschleuniger mit dem Umfang unserer ganzen Milchstraße, um das halbwegs mühelos zu erreichen.

Freitag, 22. September 2017

Pessimismus reloaded

Und da soll man nicht pessimistisch werden? Es breitet sich doch im Alltag immer mehr eine Kultur der Rücksichtslosigkeit aus, die sich theoretisch auch gerne als „marktkonforme“ Demokratie geriert und eine Umverteilung von unten nach oben zu präferieren scheint... Da ist der drohende Zerfall Europas, eines Kontinents, dessen sich die Europäische Union in Brüssel mit ihren wohlfeilen Handelsstrukturen bemächtigt hat. Ob es eine Reaktion darauf ist? Da ist nämlich die Rückkehr des Nationalismus, die neue Salonfähigkeit des Rassismus, des Populismus und des Protektionismus. Da sind die demokratisch gewählten Despoten, die ihre Länder mit Einverständnis ihrer Wähler mit den immergleichen Tricks („XXX“ zuerst!“ XXX ist ein Platzhalter eine jeweilige Nation, hinzu kommt der vom jeweiligen Despoten gehämmerte Glaubenssatz „Ich bin der Einzige und Wahre, ich bin das Volk“, Egoismus und Narzissmus scheint für solche sich als Leader verkaufende Figuren ohnehin eine reiche Quelle ihres Selbstverständnisses) zu Diktaturen transformieren. Doch „postheroische“ Regierungssysteme machen da gerne mit, solange sie wirtschaftlich davon zu profitieren scheinen. Da ist der um sich greifende Anti-Intellektualismus (auch der „Body Kult“ mit seinen Erscheinungsformen), den die Intelektuellen selbst zu verantworten haben mit einhergehender Legitimation der Ignoranz. Dass der Siegeszug einer „political correctness“ mit unsäglichen Denkverboten und Intoleranz zusammen geht, die offen geäußerte Sehnsucht nach dem starken Führer, die grassierende Demagogie, der moralische Bankrott der Wirtschaftseliten („die „Dieselkrise“ samt ihren Begleiterscheinungen ist da ein sehr anschauliches Beispiel dafür), die sich benehmen wie die letzten Gebrauchtwagenhändler (der sogenannte „Dieselgipfel“ war da ein gutes Beispiel). Da werden beispielsweise „Sparpakete“ mit dem Geld derjenigen finanziert, die wenig haben, zugunsten derjenigen, die viel haben, da werden Steuerhinterzieher in tausend „Deals“ und „Scheindeals“ bevorteilt, da wird vorgegeben, „Steueroasen“ auszutrockenen, doch es werden immer mehr dieser „Länder“ bekannt: gerade auch in der EU sind ja wohl die Niederlande, Luxemburg und Irland auch gut dabei!). Da ist die drohende nächste Wirtschaftskrise, der die Zentralbanken nichts mehr entgegen zu setzen haben, weil sie das Geld nicht mehr billiger als jetzt machen können. Da wird es dann bald wieder ein „Bail out“ kommen, weil gewisse Banken als „systemrelevant“ gelten, was automatisch zu heißen scheint, dass der Steuerzahler für ihre Risiken finanziell aufkommt: gegenwärtig scheint Italien mit seinem Bankensystem da ein gutes Beispiel).
Da ist die sogenannte Freihandelspolitik, kombiniert mit einem protektionistischen Subventionssystem, das die Millionen Armen des Südens in den Norden treibt und diejenigen Staaten, die einst als „Dritte Welt“ bezeichnet wurden, krass benachteiligt. Da ist die Stagnation des Wirtschaftswachstums trotz digitaler Revolution („Arbeitswelt 4.0“, der nächste Streich, einerseits unmittelbar bevor stehend, andererseits diskutiert niemand darüber... ), die unüberlegte Gebrauch des Begriffs „Wachstum“ überhaupt, wobei es ja wohl anerkanntermaßen unterschiedliches Wachstum gibt. Da ist die Alternativlosigkeit des Kapitalismus („marktkonforme Demokratie“), obwohl dieser zu einem immer steiler werdenden Gefälle zwischen Arm und Reich führt, welches dem System selbst in naher Zukunft sehr schaden wird. Da sind die vielen Leute ohne jegliche Hoffnung auf eine Zukunft, - ein Problem, das man am elegantesten wohl mit einem großen Angriffskrieg löst... Dieser könnte ja jetzt trotz aller Abschwächungen bevor stehen, wenn sich zwei widerliche Fettwänste gegenüber blutrünstig drohen und ihr jeweiliges Volk samz Ablegern ohne Zögern verrecken lassen, - um ihm genau das als Entschlossenheit und Härte zu verkaufen. Wie peinlich! Die andere Seite einer solchen Haltung ergeht sich in Apeacemet oder Diplomatie und glaubt, durch Geschwätz und Geld (wird auch gerne als „wirtschaftlichen Druck“ bezeichnet) jemanden anderen von irgendetwas abhalten zu können. Ob einen das alles pessimistisch stimmen könnte? Ja klar, solche Erkenntnisse helfen auch niemandem. Doch es hilft, die Realität so zu erkennen, wie sie womöglich ist.

Donnerstag, 21. September 2017

Gehalt

Ich habe gelesen, was ich mir herausgeschrieben und herauskopiert habe und was zumindest mir Aufschluss über unsere Wirklichkeit zu geben scheint: 
Das Vermögen in Deutschland ist nicht sehr gleichmäßig verteilt. Laut Armuts- und Reichtumsbericht der Regierung hat das eine Prozent der Bevölkerung mit dem größten Vermögen bis zu 26 Prozent des Gesamtvermögens. Die einkommensreichsten 10 Prozent der Haushalte verfügen über mehr als 35 Prozent des Vermögens.
Während die obersten 60 Prozent der Beschäftigten seit Mitte der 90er Jahre ihren Bruttolohn im Schnitt steigern konnten, ging er bei den unteren 40 Prozent real nach unten. Bei den Einkommensunterschieden liegt Deutschland im OECD-Vergleich im Mittelfeld der Industrienationen. 
WDR-Intendant Tom Buhrow, 58, hat jetzt sein Jahresgehalt von 399.000 Euro verteidigt. "Man kann das immer weiter treiben mit dem Neid", erklärte der ehemalige "Tagesthemen"-Moderator am Mittwoch in Köln bei einer Pressekonferenz nach der ARD-Hauptversammlung. "Ich kann absolut zu den Gehältern stehen. Man kann immer sagen "weniger, weniger, weniger".

Mittwoch, 20. September 2017

Demokratie

Eigentlich müsste so etwas in Deutschland dauernd stattfinden: Dass sich Abgeordnete (Kandidaten) den Fragen des Publikums stellen, dass sie in Berührung mit dem Alltag der Leute bleiben, die sie vertreten sollen. Doch im System der obwaltenden repräsentativen Demokratie ist das nicht vorgesehen. Da werden Abgeordnete des Bundestags für 4 Jahre gewählt und sind in dieser Zeit nur ihrem Gewissen verpflichtet, was zumindest für manche dieser „Vertreter“ zu heißen scheint, dass sie machen können, was sie wollen. Sie sind kleine absolutistische Fürsten, die für vier Jahre gewählt sind. Wenn dann noch dazu kommt, dass dieses System von Parteien dominiert wird, müssten die daraus entstehenden Probleme zumindest gesehen werden. Klar, dass das im gegenwärtigen System niemand tut. 

Montag, 18. September 2017

Reisen, andere Welten

Im Tagebuch gestöbert und Folgendes gefunden (minimal ergänzt): Die Reiseprospekte durchklicken: wohin gehen wir? Nach Australien, oder besser nach Atlantis, nach Arkadien....? Farbige Bildchen als Versprechen einer besseren schöneren saubereren Welt? Die Welt ist groß und klein, es gibt so viele verschiedene Welten und doch ist sie immer wieder die gleiche..., die Ferne und die Nähe liegen so eng beieinander, du trägst Bilder nachhause und bleibst der gleiche, was hast du gesehen? Das, was du sehen wolltest? Ist da ein Filter in dir? Das dich vor allzu Fremdem schützen soll? Das sicher stellen soll, dass alles möglichst angenehm bliebt? Wohin zieht es dich noch, suchst du etwas? Was? Den Weg, nicht das Ziel...., stimmt das? Verändert dich das in irgendeiner Weise?, Horizont: schaust du hinter diesen Horizont? Wo warst du wirklich? Was hast du gesehen? Es gilt, das Fremde zu akzeptieren, das Fremde auch in dir selbst, eine Reise, die dich in dein Selbst und das führt, was du sein könntest, wenn.....ja wenn dich nicht der Zufall/das Glück/das Schicksal hierher gestellt hätte, Unterwegs sein, auf welcher Reise? Es gilt, „das Andere“ zu verstehen. Die andere Möglichkeit.
Der Dreck, das Elend, die Armut, was denkst du dir dabei? An dich selbst und dein Klischee, - „Erwartungen enttäuscht“? Unterhaltung? Genießen. Sight Seeing? Die Blödheit, die Stumpfheit der Menschen: interessiert dich das Warum? Das Fremde reizt dich. Man spricht deine Sprache. Klar, sie ist global. Sie gilt. Sie ist diktiert und gültig. Es ist die Sprache des Geldes. Auf der Stelle treten in dieser Welt. Heimweh. Wohin gehen wir? Immer nach Hause? Hast du „die Welt“ gesehen? Es scheint eine Frage der Perspektive zu sein..... 

Sonntag, 17. September 2017

Mensch und Tier (3)

60 % der Böden werden für die „Erzeugung“ von Tierfutter benutzt. So sagen zumindest gewisse Untersuchungen. Den Hunger in der Welt bekämpfen und auch in Zukunft für ausreichend Nahrung sorgen, sagen die großen Nahrungsmittel- und Düngemittelkonzerne.. Dass sie dabei zu allerhand Tricks greifen und unter dem Mäntelchen der Freien Marktwirtschaft profitable Monokulturen in sich entwickelnde Volkswirtschaften hochziehen wollen, das sagen sie nicht. Die Politik sagt nicht, dass genau das als neue Entwicklungspolitik verkauft werden soll, weil ja die alte, staatliche, so gar nichts Positives bewirkt habe. Dass auf diesen 60 % der Böden auch Getreide für Menschen statt kurzfristig profitablen und genmanipulierten Mais für die Massentierhaltung angebaut werden könnte, - oder gar Gemüse, - das sagt die Politik nicht. Massentierhaltung (oder die sogenannte und selbstbenannte „Intensivtierhaltung“) der Teile der Politik im Interesse einer so verstandenen „freien Mrktwirtschaft“ so nachhängen, muss im Interesse unserer Mitgeschöpfe abgeschafft werden. Nun ja, so hängt alles mit allem zusammen. Das Tierwohl? Wer mit Tieren umgehe, habe ihren Bedürfnissen Rechnung zu tragen, und, so weit es der Verwendungszweck zulasse, für ihr Wohlergehen zu sorgen. Niemand darf ohne einen vernünftigen Grund einem Tier Schmerzen, Leiden oder Schaden zufügen, es in Angst versetzen oder in anderer Weise sein Würde missachten“. So sagen die meisten europäischen Tierschutzgesetze und ergehen sich dabei in wunderliche altmoralisch dehnbare Formulierungen. Dass einen dabei auch nur in oberflächlichster Erkenntnis gewisser tierhalterischer Verhältnisse ein leichtes Grinsen überkommt, wird meiner Ansicht nach zu leicht akzeptiert. Wer ist angesichts dessen der Fürsprecher von Tieren, welche Lobby haben sie bei der Politik, wer könnte so etwas einklagen? 

Samstag, 16. September 2017

Wahlkrampf Meridian

Jetzt haben wir alle Wahlkampfargumente im deutschen Bundestagswahlkampf bis zum Erbrechen verfolgt und nichts hat uns überzeugt, besonders wenn wir das muntere Texten mit den Tatsächlichkeiten vergleichen. Die Versprechen? Alles anders und besser zu machen? Nun ja, würden wir uns auch vornehmen und laut kund tun. Leute, die aus dem Ausland kommen, beneiden uns wegen der materiellen Basis und wegen der Struktur von Deutschland. Aber könnten wir, wollten wir, müssten wir nicht schon weiter sein? Würde sich gerade uns die Möglichkeit dazu eröffnen, auch gewisse soziale Lücken zu schließen. Es scheint eine bestimmte Klasse von Leuten zu dominieren, die von diesem „Ein Land, in dem wir gut und gerne leben“ profitiert. Nennen wir sie „Mitte“. Weisen aber nicht nahezu alle Untersuchungen darauf hin, dass diese Mitte kleiner wird? Muss ein Wahlkasmpf im Kampf um die Mitte ein Wohlfühlkrampf im Schlafwagen sein? Muss sich deshalb auch ein Wahlkampf an einer vermuteten Mitte orientieren? Traditionell ist sie in Deutschland groß, diese Mitte. Aber wird sie das auch noch in Zukunft sein? Wohin geht die Entwicklung? Muss Mitte auch mittelmäßig sein? Geht die soziale Schere auseinander? Wo stehen wir? Standortbestimmung ist angesagt. Um sich schauen. Anschauen, nicht verdrängen. Sich verorten, gesellschaftlich. Wissen, wer man ist und wo man ist und warum. Es wenigstens versuchen. Sich nicht nur von „Experten“ mit scheinbarem Spezialwissen überschwallen lassen. Und dann erkennen, dass es anderen Personen vielleicht ähnlich ergeht. Dass man in einem Zusammenhang steht, in Strukturen. Ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben. Wer ist „Wir“? Sind damit Politiker gemeint? Politische Parteien? Genau darüber könnte abgestimmt werden, demnächst.

Freitag, 15. September 2017

Entwicklungskolonialismus

Wir betreiben unter dem Label "Entwicklungspolitik" latent einen Neo-Kolonialismus. 
(--->seltene Erden, Rohstoffe aller Art etc.). Da gibt es die Vorstellung, wir könnten mit jungen Flüchtlingen unseren Fachkräftemangel beheben. Lächerlich. Das ist Kolonialismus 2.0, denn diese Leute werden dringend in ihren Heimatstaaten gebraucht. Überhaupt, "Flüchtlinge"? Ein Lieblingsthema, nicht nur der linken Leute in unserer Gesellschaft: Es müsste ein Einwanderungsgesetz her, behaupten da viele. Wir würden darin klar formulieren,dass jemand, der nicht Asyl benötigt, zu gewissen Bedingungen „reingelassen wird“. Zu gewissen Bedingungen, wie in den USA, Australien und Kanada. Ärzte aus Syrien: ja. Ungelernte aus Syrien: nein. Das Problem ist nur: Der Arzt aus Syrien wird aber genauso dringend in seinem Heimatland gebraucht. Wenn wir ihn "abkaufen", fehlt er daheim, wo nicht so viel gezahlt werden kann.  

Donnerstag, 14. September 2017

Elektro

Es muss ein bisschen Wasser in den Wein geschüttet werden, wenn es um Elektromotoren geht. In den Batterien der Elektromotoren sind beispielsweise seltene Erden verarbeitet, die in Afrika unter katastrophalen Umständen und völliger Missachtung von Menschenrechten gewonnen werden. Dazu kommt, dass wir Elektromotoren bis heute nicht recyclen können. Die Herstellung einer Batterie insgesamt ist wahnsinnig energieintensiv. Zumindest hier in Deutschland wird der Strom nicht immer umweltfreundlich hergestellt. Die eigentliche Lösung wäre vielleicht die mit Wasserstoff angetriebene Brennstoffzelle. Mercedes hatte über eine lange Zeit eine Forschungsgruppe, die wurde aber vor 10 Jahren eingestellt, weil die Firma wohl Angst hatte, dass dies ihrem Geschäftsmodell schaden könnte. Oder Erdgas? Wäre vielleicht auch eine Möglichkeit. Es gilt, sich ehrlich zu machen.

Mittwoch, 13. September 2017

Bildungspolitik

Warum spielt Bildungspolitik in diesem deutschen Wahlkampf eine so untergeordnete Rolle? Die Gesellschaft entwickelt sich von einer klassischen Angestelltengesellschaft weg in Richtung auf etwas, wo es immer mehr Selbständige geben wird, die ihre Kraft auf einem sehr schwer überschaubaren Markt verkaufen müssen. Das ist eine andere Berufswelt. Heute noch herrscht der 9 Uhr bis 5 Uhr Job. Davon werden viele wegfallen und durch Roboter oder Computer ersetzt werden. Für eine solche Arbeitswelt müssen Kinder mit sehr viel Vitalität, Kreativität und Neugier befähigt werden. Da ist niemand mehr da, der ihnen sagt, was sie tun sollen. Heute ist das so: wenn man eine bestimmte und klar definierte Pflicht erfüllt, wird man mit viel Geld oder in der Schule mit guten Noten belohnt. Das ist die Idee der Leistungsgesellschaft. Das Bildungssystem ist dafür gemacht.
Alles strebt inzwischen darauf zu, dass mehr „höhere“ Bildungsabschlüsse erreicht werden. „Wenn jeder Abitur hat, hat irgendwann keiner mehr Abitur“, sagte neulich ein kritischer Bildungspolitiker. Viele Bildunspolitiker von Amts wegen und Eltern scheinen zu glauben, dass der wahre Mensch erst mit dem Abitur beginne. Danach beginne dann die wahre Auseinandersetzung des Lebens. Die Bildungspolitiker von Amts wegen sonnen sich allzu gerne in hohen Abiturientenquoten. Inzwischen haben wir in Deutschland etwa seit 3 Jahren mehr Studienanfänger als Leute, die eine berufliche Bildung anfangen. Es können viele Schwerpunkte und Spezialisierungen gewählt werden: alles für die wirtschaftliche Verwendung. Das große Problem ist, dass wir, um Quoten zu steigern, Ansprüche herunter gesetzt haben. Plötzlich haben alle gute Noten oder auf Notenerteilung wurde ganz verzichtet. Wir haben zwar zusammen mit Österreich und der Schweiz die niedrigste Quote an arbeitslosen Jugendlichen. Das ist die Leistung des beruflichen Bildungswesens und nicht der hoher Abiturientenquoten. Noch gibt es das.

Montag, 11. September 2017

Schopi über den Tod (6)

„Auf den Menschen, als Erscheinung der Zeit, ist der Begriff des Aufhörens allerdings anwendbar und die empirische Erkenntniß legt unverholen den Tod als das Ende unseres zeitlichen Daseins nahe. Das Ende der Person ist ebenso real, wie es ihr Anfang war, und in eben dem Sinne, wie wir vor der Geburt nicht waren, werden wir nach dem Tode nicht mehr seyn. Jedoch kann durch den Tod nicht mehr aufgehoben werden, als durch die Geburt gesetzt war; also nicht das, wodurch die Geburt allererst möglich geworden. In diesem Sinne ist natus et denatus (geboren und gestorben) ein schöner Ausdruck. Nun aber liefert die gesammte empirische Erkenntnis bloße Erscheinungen: nur diese daher werden von den zeitlichen Hergängen des Entstehens und Vergehens getroffen, nicht aber das Erscheinende, das Wesen an sich. Für dieses existirt der durch das Gehirn bedingte Gegensatz von Entstehen und Vergehen gar nicht, sondern hat hier Sinn und Bedeutung verloren. Dasselbe bleibt also unangefochten vom zeitlichen Ende einer zeitlichen Erscheinung und behält stets dasjenige Daseyn, auf welches die Begriffe von Anfang, Ende und Fortdauer nicht anwendbar sind. Dasselbe aber ist, so weit wir es verfolgen können, in jedem erscheinende Wesen der Wille desselben: so auch im Menschen. Das Bewußtseyn hingegen besteht im Erkennen: dieses aber gehört, wie genugsam nachgewiesen, als Thätigkeit des Gehirns, mithin als Funktion des Organismus, der bloßen Erscheinung an, endigt daher mit dieser: der Wille allein, dessen Werk oder vielmehr Abbild der Leib war, ist das Unzerstörbare.“

Samstag, 9. September 2017

Entwicklung in Afrika

Es kam zwar vor, in dem "Kandidatenduell" (im TV übertragenen "Duell" der Kanzlerkandidaten, die ja eigentlich von einem Parlament gewählt werden müssten, aber nicht nur in diesem „Wahlkampf“ die Funktion von Superstars, Leithammeln und Häuptlingen ausfüllen, um die es eigentlich geht...), aber auf eine seltsam nichtssagende, ablenkende, smarte und überspielende Weise. Migration ist ein großes, komplexes Thema. Wir müssten da vieles neu denken. Es braucht vielleicht so etwas wie einen Marshallplan für Afrika, der es mit sich bringen könnte, dass Afrika alles beispielsweise zollfrei in die EU exportieren könnte, und Afrika für jedes Produkt, das aus der EU kommt, den Zoll seiner Wahl machen könnte. Ein schmerzlicher Einschnitt, fürwahr. In der "Doha-Runde", in der die Mitgliedsstaaten der Welthandelsorganisation (WTO) immer wieder erfolglos verhandeln, waren die Industriestaaten bisher nicht dazu bereit. Bananen aus Tansania usw. sind nicht mal 1% des europäischen Marktes. Das Problem: Man denkt nicht langfristig daran, was das alles am Ende kostet, an Menschenleben, an Geld, politischer Unruhe, usw. 
Wir müssten eine ganz andere Entwicklungshilfepolitik machen. Die (nicht erreichte Zielmarke wäre hier 0,7 %, - im Militärbereich wären das die berühmten, von der NATO anvisierten 2% des BSP). Wo ist der große Plan? Die Welt ist doch durch die Globalisierung kleiner geworden! Wenn wir diese Staaten für „unseren Wohlstand nutzen, dann wäre es doch angemessen, denen dafür entgegen zu kommen! Es geht bei den Menschenrechten halt nicht nur um Europäer.
Stattdessen gibt es Überlegungen von Parteistrategen, die behaupten, dass es der AfD helfe, wenn von Migration gesprochen würde. Die AfD hat ganz einfache Antworten.
Solche Kräfte nutzen aus, dass Menschen an die Grenze kommen und behaupten, sie hätten ihren Pass verloren. Das kann so nicht weiter gehen. Es müsste ein Einwanderungsgesetz her, so viele der Diskursteilnehmer. Wir formulieren darin klar,dass jemand, der nicht Asyl benötigt, zu gewissen Bedingungen „reingelassen wird“. Ärzte aus Syrien: ja. Ungelernte aus Syrien: nein. Der Arzt aus Syrien wird aber genauso dringend in seinem Heimatland gebraucht. Es gilt vielmehr, darüber nachzudenken, wie wir „gut und gerne“ mit Migranten zusammen leben können. Zu deren und zu unserem Vorteil.
Das ist ein Problem der Industriestaaten insgesamt, die aber nicht nur darin heillos zerstritten sind (was an der UN gut zu sehen ist!). Es gibt dabei kaum Organisationen wie etwa die EU. Merkel spricht gerne davon, dass wir unsere Handelspolitik in Richtung mehr Globalisierung und mehr Gerechtigkeit verändern sollten. „Wir müssen die Ursachen bekämpfen“ fordern alle Politiker. Die Industriestaaten geben Geld in die Entwicklungshilfe, um gelegentlich mal einen Brunnen oder eine Schule zu bauen. Seinen Kindern muss aber ein erwachsener afrikanischer Fischer für die Schule Uniformen, Hefte und Bleistifte ermöglichen mit einem Geld, das er nicht hat. Auf der anderen Seite wird das Meer von den Industriestaaten leer gefischt. Warum sollen diese Fischer ihren Fisch nicht selbst fischen, um danach mit neu erworbenem Know-How den Thunfisch selbst zu verarbeiten? … Eine der führenden britischen Denkfabriken hat 2016 errechnet, dass, wenn Westafrika seinen Fisch selbst verarbeiten würde, 300 000 Jobs entstehen würden. Stattdessen wissen die Leute nicht mehr, wovon sie leben sollen. Sie sagen: mein Leben ist nichts wert, ob ich hier sterbe oder ob ich vielleicht eine Chance habe zu überleben: der Versuch ist es wert. So entstehen Flucht und Fluchtgedanken. 
Langfristig wird es nichts bringen, Zäune hochzuziehen. Die Menschen werden sich davon nicht abhalten lassen. Es bringt nur etwas, die Wirtschaft in diesen Ländern aufzubauen und anfangen zu verstehen, dass unser Wohlstand hier etwas mit der Armut in diesen Ländern zu tun hat. Rohstoffe aus diesen Ländern werden exportiert, damit wir vielleicht noch ein weiteres neueres Telefon haben. Bei ihnen im Dorf gibt es aber noch nicht einmal eine Straße.   

Freitag, 8. September 2017

Kandidaten und Parteien

Ein Kanzlerkandidat lässt sich von einer PR-Agentur beraten. Die fragt per Umfrage: was assoziieren sie mit der SPD? Da wird dann „Mind-mapping“ gemacht: Am häufigsten kommt dann wohl das Wort „Gerechtigkeit“ vor. Das wird dann zum Wahlkampfthema gemacht. Das heißt, es entstehen auf diese Weise Formeln, mit denen man auf Marktforschungsweise versucht, ein Thema zu finden. Damit ist klar, dass das dann ein ein Gegenwartsthema ist und nie ein Zukunftsthema. Beispielsweise bei Willy Brandt dürften es keine Marktforschungsinstitute gewesen sein, die Slogans wie „Mehr Demokratie wagen“ angeregt haben. Das wurde damals an den Hochschulen diskutiert, das wollten die Intellektuellen und viele anderen.
Der Grundgedanke dabei wäre: ich höre in die Gesellschaft rein, erkunde, bin dran und finde das Thema. Damit hängt auch zusammen, dass es auch zu wenige Außenseiter gibt, die einmal die Parteidisziplin hinter sich lassen könnten und der eigenen Überzeugung Raum verschaffen wollen.
Heute ist es doch eher so: Wer abweicht (etwa mit dem Willen zu größeren gesellschaftlichen Veränderungen), dem weht aus seiner Partei und allen Medien ein ganz starker Gegenwind entgegen. Es ist halt der sicherste Weg, immer geradeaus so wie alle zu gehen, sich an den Mainstream halten. Das ist in allen Parteien sehr verbreitet. Z.b. Schmidt und Schröder haben ihre Ideen gegen ihre Partei durchgesetzt, mit der Folge, dass diese Partei danach jeweils 10 % schwächer war als davor. Es war halt nicht, wie von der SPD jetzt auf diese und jene Weise propagiert, früher nicht alles besser, weshalb es gelte, alles wie früher einzurichten. Es war vielmehr auch schon widersprüchlich. Im aktuellen CDU-Wahlprogramm, das 73 Seiten hat, taucht das Thema „Migration“ zum ersten Mal wohl auf Seite 63 auf. Das Thema „Digitalisierung“ gar taucht nur unter dem Aspekt auf, dass die Wirtschaft flott gemacht werden muss, damit sie den Anschluss nicht verpasst. Die Digitalisierung wird womöglich aber millionenweise Arbeitsplätze kosten, es wird zudem ein Fachkräftemangel herrschen, der bis zu 3 Millionen Leute betragen kann. Es werden sehr viele Leute ihre Arbeit verlieren, die anschließend aber nicht in der Pflege arbeiten werden. Man kann das nämlich nicht rein statistisch managen und sagen, so viele Stellen sind vakant und so viele Stellen und so viele fallen weg. Das sind ja ungefähr gleich viel: das geht auf. Nein, so wird das nicht gehen.

Donnerstag, 7. September 2017

Alterspflege

Wir begegnen älteren Menschen, die in Pflege sind. Die hilflos sind. Die leer geworden sind. Können wir uns da hineinversetzen und uns selbst dahinter erkennen? Ist es so, dass in solchen Personen ein ganzes Leben „gespeichert“ ist, dass sie gleichzeitig auch die Person sind, die sie mal waren? Dass sie jetzt halt in einem anderen Zustand sind, in den sie „das Leben“ befördert hat? Ob es nicht so ist, dass alle anderen Personen fortwährend älter werden und einem solchen Zustand entgegenstreben? Was ist der Tod? Ist es das, dem man entgegenstrebt? Noch. Er soll im Schlaf kommen und möglichst schmerzlos, das ist der oft geäußerte Wunsch. Ob aber bis dahin irgendwann eine gewisse Bilanz erlaubt ist, in der man feststellen kann, ob eine Existenz sinnvoll war? Oder ob das alles unwiderbringlich vergangen ist und nur (wie es jetzt modisch ist...) "der Augenblick zählt"? Ob's Alzheimer ist oder was anderes? Eben erst gehört, dass immer weniger an Demenz/Alzheimer erkranken. Dadurch aber, dass die Bevölkerung älter wird, bleibt der Demenzanteil weitgehend gleich, es kommt nur später (wenn die Menschen älter geworden sind...). Sie war eine stolze Frau, sehr selbständig, hatte eine dezidierte politische Meinung und diskutierte bei vielen Themen mit. Religiös war sie, hängte das aber nicht heraus.
Jetzt aber ist es so: Nicht nur wir, sondern viele Angehörige werden mit dem Siechtum der dementen Angehörigen nicht fertig. Die Gesellschaft ist zwar sensibilisiert und sieht die Alzheimer-Epidemie auf sich zurollen, sie kann darüber reden und auch an der nötigen Empathie (siehe Einleitung...) für die Betroffenen hapert es nicht. Aber ganz praktisch gesehen sind die wenigsten Menschen tatsächlich vorbereitet. Jawohl, der Wechsel ins Konkrete kann brutal sein. Es tritt womöglich alles sehr schnell ein und verlangt einem Entscheidungen ab, für die man gar nicht genügend informiert ist. Man stolpert und taumelt in etwas hinein, Beratungsmöglichkeiten sind gut oder schlecht, viele Leute geben „Tipps“, die sich am Ende gegenseitig widersprechen - im schlimmsten Falle bringen sie jedoch gar nichts, gleich gar nicht in dem Tempo, das einem abverlangt wird. Man war außen und ist jetzt plötzlich selbst Handelnder, man ist mittendrin in einer anderen Realität.

Mittwoch, 6. September 2017

Mensch und Tier (2)

Zum Folgenden wurde ich neulich medial angeregt und habe es seitdem in mir bewegt: Wo bleibt das Prinzip Verantwortung in der Evolution? Es gibt wohl keine einzige Art, die gegen andere Spezies so etwas wie Verantwortung spüren könnte -. außer dem Menschen. Das „Prinzip“ gilt also vor allem für verantwortungsvolle Menschen, Tiere vor dem zu schützen, was für sie am schlimmsten ist: vor schwerem Leiden. Der Mensch ist das einzige Tier der Evolution, das zur Moral fähig wäre und das sich auch dessen rühmt. Dass ihm seine Vernunftbegabung sogar die Verpflichtung dazu auferlegt, seinen Vorteil nicht auf Kosten der übrigen Welt zu suchen, macht diese aus einer bestimmten Konstellation folgende Verpflichtung noch strenger. Die Vernunft eignet sich für den Menschen dazu, entweder besser zu sein als die Tiere, oder schlechter. Der Mensch ist aber ein Allesfresser? Kann sein, aber das Problem liegt möglicherweise mehr in der Massentierhaltung, im Quälen von Kreaturen zum Zwecke jener Profitmaximierung, die ein bestimmtes Regelwerk des Menschen ihm vorzugeben scheint. Massenvernichtung. Ob Tiere kein Bewusstsein haben, schon gar nicht von sich selbst? Dies mögen aber neuere Forschungsergebnisse heftig in Frage zu stellen. Ob es die Klasse „Tiere“ überhaupt so gibt? Ob nicht ein gewisser Unterschied zwischen einem Primaten und einem Floh besteht? Ist es Überheblichkeit, dass wir an dieser Stelle eine solche einheitliche Einteilung pflegen und uns über alle Erkenntnis hinweg setzen? Gibt es die Einteilung Menschen und Tiere? Wer kann solches nachvollziehen, nachdem er einem Menschenaffen in die Augen geblickt (sie sollen aggressiv werden, wurden es aber in meinem Falle überhaupt nicht) und mit ihm gemeinsame Zeit zugebracht hat? Ob das Ziel, eine ständig wachsende Menschheit ernähren zu wollen, alles rechtfertigt? Ob wir hier in einem Dilemma sind? 

Dienstag, 5. September 2017

Freundschaft und Tier

Freundschaften aufzubauen, ist ein komplexer Vorgang, der auch unter verschiedenen Tierarten, Spezies stattfinden kann. Das ist zwar selten, aber es passiert insgesamt vielfach. Es gibt dieses unglaubliche Vertrauen, das dabei sofort entstehen muss und nur zwischen zwei Individuen stattfinden kann. Tatsache ist: Soziale Beziehungen heben die Überlebenschance.Womöglich sind wir Menschen nicht die einzigen, die komplizierte Beziehungen eingehen. Tiere haben Gefühle und sie denken – freilich nicht in unseren Kategorien, - nicht in unserer Welt, und doch in ihr. Denn sie müssen sich mit ihrer Umwelt auseinandersetzen, die auch unsere ist. Sie bilden diese Welt auf ihre eigene Weise in sich ab und gehen damit um. Es ist etwas Eigenes. Wir sollten genau das nicht vermenschlichen. Zu sagen, ein Tier sei eine Art Roboter, die nur Instinkten folgt, ist Unsinn. Das Tier lernt auch an der Situation, nimmt Eindrücke auf und setzt sie in Verhalten um. Es ist zudem ein gängiges Vorurteil, dass Tiere nur fressen und sich fortpflanzen... es scheint vielmehr vieles in ihrem Leben Platz zu haben, von dem wir noch keine Ahnung haben. Ihre Art der Beziehung kann uns womöglich so manches lehren: Techniken gemeinsam nutzen, soziale Bindungen herstellen, indem man zusammen spielt und zusammen Grenzen testet. Viel Zeit miteinander verbringen. Sich auf positive Weise miteinander beschäftigen. Das schafft Vertrauen. Und, was wohl auch für Menschen gilt: In einer guten Beziehung ist man glücklicher. Der Körper ist gesünder und man ist psychisch stabiler.  

Sonntag, 3. September 2017

Wahlkampf, Zukunft, Bildung

Es ist Wahlkampf in Deutschland. Es geht um Wahlstimmen und Zustimmungsquoten, um das was jederfrau und jedermann gefällt, - oder doch zumindest vielen. Dabei werden regelmäßig Phrasen abgesondert, wie wichtig denn Bildung sei und ernst genommen müsse das Thema Bildung, und es „wird Sorge getragen“ und ....überhaupt, da müsse mehr reingesteckt werden. Leider werden dann in der Folge weder neue Ideen noch Geld reingesteckt. Viel lieber wird gelobt und belobigt, wie gut und gerne wir in diesem Land des Wohlstands und der Weltmeisterschaften leben: Fußball sowieso, aber auch Reise und SUV, sowie Kreuzfahrt läuft gut, - wenn auch auf Kosten der Umwelt mit Schweröl. Dabei wäre Bildung so dringend und drängend wichtig für die soziale Durchlässigkeit dieser Gesellschaft, eine soziale Durchlässigkeit, die sich in den vergangenen Jahren immer mehr reduziert hat und die wichtig gerade für das ökonomische Fortkommen ist. Fette Investitionen wären nötig in Schulen, aber auch in Infrastruktur, wie beispielsweise in den Ausbau des Breitbandnetzes, das vielen Betrieben eine Teilnahme am globalen Handel sichern soll. Die sogenannte Digitalisierung wurde ja sowieso verschlafen und soll jetzt mit Hochdruck nachgeholt werden. Soll.
Doch was geschieht? Scheinlösungen werden favorisiert, Reförmchen (die natürlich kein Ansatz zur Problemlösung sind, sondern mit Aktionismus nur verschleiern sollen...) werden gestartet und es wird ein Popanz um die „Schwarze Null“ aufgebaut, also einen Sparkurs, der dem Staat als Ganzes, insbesondere den kommenden Generationen, zugute kommen soll. Soll. Wenn wir aber nicht mithalten können mit anderen, die mehr tun, so wird das ganze Sparen auch kommenden Generationen nichts nützen, weil die Voraussetzungen nicht da sind. Wir brauchen mehr Mut zum Experiment, zum Ausprobieren, bei dem nicht von vornherein der Erfolg gesichert sein muss und gesellschaftliche Unterschiede zementiert werden.Wir brauchen Mut zum Aufbruch ins Ungewisse, wie das einst die Siedler hatten, die gen USA zogen und dort eine große gesellschaftliche Dynamik schufen. 

Samstag, 2. September 2017

Alter und Jugend (3)

Sich und seine Grenzen kennen zu lernen. Das in ein Verhältnis bringen. Nicht das Unmögliche von sich verlangen. Nicht den geträumten Träumen nachrennen. Man hätte sie früher für möglich halten können. Nun gilt es, das Erreichte zu verwalten. Eingebunden sein in ein Ganzes, in eine Welt, in eine Gesellschaft, darum zu wissen. Es geht doch nicht darum, zu verallgemeinern und „die Jugend von heute“ über einen Kamm zu scheren. Aber man glaubt, aus seiner eigenen Perspektive etwas wahrgenommen zu haben, was Altersklassen kennzeichnet. Rentengeneration jetzt. Ob die Nachfolgenden auch noch solch „traumhafte“ Rentenbedingungen vorfinden werden, wie die gegenwärtigen Rentner? Welchen Einfluss wohl die viel besprochene „Arbeitswelt 4.0“ darauf haben wird? Wird sich nicht unter ihrem Einfluss nahezu alles anders darstellen? Sogar die Wertewelt? Sich darauf einstellen und sich anpassen, ist das die Devise? Google, Facebook & Co geben vor und wir folgen alle nach.... Oder ein Gestalten dieser neu sich abzeichnenden Sphäre, wäre das etwas? Wo? Wie?
Partykultur? Ist alles eine Wohlfühloase oder geht es in anderen Gegenden dieser Erde ganz anders zu? Welche Beziehung haben wir dazu? Sind uns diese Menschen fern oder bringt es das Zeitalter der Globalisierung mit sich, das sich alle näher kommen? Ist das Cool oder Uncool? (Ich muss grinsen...) Wie steht es mit immerwährendem Spass? Manchmal drängt sich der Eindruck auf, manche Menschen würden dies suchen. Auf Kosten anderer? Ist das Bewusstsein davon lustfeindlich und verkopft? Ob es da Gemeinsamkeiten des Alters gibt, was ja auch Gemeinsamkeiten der Sozialisation heißt? Was man als „normal“ oder „selbstverständlich“ empfindet, ist ja auch durch Bezugspersonen vermittelt. Gilt es in der Jugend nicht, sich davon abzukapseln, sich loszumachen, dagegen zu protestieren und dadurch eine eigene Identität, eine eigene Weltsicht zu gewinnen....?

Donnerstag, 31. August 2017

Wirtschaft und Politik

„Man muss eine Rampensau sein“ rät Altkanzler Schröder seinem SPD-Nachfolger Schulz für den Wahlkampf. Dazu hampelt er in möglichst volkstümlich-populistischen Posen umher, wie wir sie von Trump kennen. Ob das heißt, dass man bereit sein solle, dem Wahlvolk ein X für ein U vorzumachen? Ob er seinem Schulz damit einen Bärendienst erwiesen hat? Schröder himself will jetzt offenbar dem Verwaltungsrat der russischen Olfirma Rozneft gegen gutes Honorar vorstehen. So etwas hat Tradition in der SPD: Clement (RWE), sowie der bisher letzte Kanzlerkandidat, Peer Steinbrück (ING-Berater) scheinen in dieser Richtung schon mal „voRWEg“ gegangen zu sein. Dabei hat sich doch in letzter Zeit klar erwiesen, was eine allzu große Nähe zwischen Wirtschaft und Politik ergibt. Der Dieselskandal und all die Begleitskandale mögen da Beleg genug sein. Beispiele aus der Automobilindustrie? Eckart von Klaeden (CDU) war Staatsminister im Kanzleramt und ging 2013 als als Cheflobbyist zu Daimler, Thomas Steg war Vize-Regierungssprecher und im Jahr 2009 Wahlkampfberater der SPD, ehe er 2012 als Cheflobbyist zu Volkswagen wechselte, Martin Jäger von der CDU war 2004 bis 2005 Referatsleiter im Kanzleramt und 2005 bis 2008 Sprecher des Auswärtigen Amtes, ehe er zu Daimler wechselte, um dort den Cheflobbyisten von 2008 bis 2013 zu geben. Seit 2016 ist er nun Staatssekretär im Innenministerium Baden-Württemberg. Wem das wohl genützt hat? Den Konzernen? Ob sie dadurch bei der Elektrifizierung des Autos vorangekommen sind? 

Mittwoch, 30. August 2017

Wahlkampf im Fernsehen

Aufschlußreich war die Fernsehsendung „Anne Will“ vom vergangenen Sonntag, die 4 Wochen vor dem Wahltag wohl noch einmal Aufmerksamkeiten mobilisieren wollte. Es fand dabei der Kanzlerin Einlassung „Für ein Deutschland in dem wir alle gut und gerne leben“ Erwähnung und wurde auf einem Wahlplakat der CDU gezeigt. Auch wurde erwähnt, dass Deutschland mit einer Arbeitslosenquote von 5,6 % Rekordtief habe. Die Steuereinnahmen sprudelten. Dann kam die Phrase vom „Schlechtreden“, die inzwischen viele CDU/CSU-Politiker in den Mund genommen haben. „Wenn man den Anspruch erhebt, Kanzler zu werden, darf man das Land nicht in der Art und Weise schlecht reden, wie es Schulz tut“ wurde Wolfgang Schäuble aus der Süddeutschen Zeitung vom 12.2.2017 zitiert. Nachgeschoben wurde die Behauptung „Wir haben im Moment so viele Arbeitsplätze, wie in der Geschichte der Bundesrepublik noch selten da war". Olaf Scholz von der SPD, der in der Art des Neuen Deutschland auch nach den schlimmsten Desastern  nach dem Treffen der der G 20 in Hamburg als OB nicht zurücktreten wollte, gab zu Protokoll: „Im übrigen glaubt Martin Schulz wie die ganze SPD, dass wir einen Beitrag dazu geleistet haben“. Oft werden dann der Mindestlohn und die Rente mit 63 Jahren genannt. „Gleichzeitig sei es so“, so der Scholz-Olaf, „dass es nicht aus der Perspektive jedes Bürgers gerecht zugeht“. Denn wenn es dem ganzen Land gut gehe, „heißt das noch lange nicht, dass das für jeden Einzelnen gilt“. Wie wahr. Eine Entdeckung eines Hochwohlgeborenen der SPD-Hierarchie. „Wenn also 40 % derjenigen, die im unteren Lohnbereich sind, eher sinkende Einkommen hatten", wenn beispielsweise die Mieten explodieren, wenn manch einer entgeistert auf seinen Rentenbescheid kuckt, wenn die KITA-Gebühren manche Familien sehr belasten, wenn ein junger Mensch keinen Ausbildungsplatz findet, dann sind das Fragen, bei denen man an den Bürgern vorbei redet, wenn man behauptet „es läuft doch gut“. CDU-Laschet, der neue NRW-Landesvater, behauptet dagegen, dass „Schulz derzeit nicht die Themen trifft, die die Menschen bewegen“. 

Dienstag, 29. August 2017

Rente und Altersarmut

Alles scheint ruhig. Das deutsche Wahlvolk wählt unter Umständen sogar – drastisch ausgedrückt - seine Schlachter (anders als in England oder Frankreich, wo Wut öffentlich zum Ausdruck gebracht wird). Doch es ist dies auch die Folge einer lange anhaltenden Erziehung, die auf Individualisierung und Vereinzelung zielt - und dabei den Neoliberalismus im Sinn hat, dessen Vertreter dazu neigen, alle Macht dem Markt übergeben zu wollen und von ihm das Heil der Welt zu erwarten. Am Markt sollen immer Individuen teilnehmen. Unsinn!, so höre ich schon "Experten" murmeln. 
Zum Beispiel Arbeitslosigkeit: heute ist das eine Art persönlicher Makel und nicht die Folge der Politik von Konzernen. Die herrschende Politik versucht, die Armen gegen diejenigen, die noch weniger haben, auszuspielen. Die Altersarmut droht aber überall (die Anzeichen sind eindeutig und sind eine Folge von gewissen Beschäftigungsverhältnissen!), ja sie ist oft sogar schon da (fragt sich nur, ab welcher statistischen Grenze das als solches wahrgenommen wird), - und alle bleiben ruhig. Denn es soll sich lohnen und es soll Spass machen, hier zu leben, wie eine Herrschende vollmundig verkündet. Ist es wirklich so toll, auf etwas wie Altersarmut zuzugehen? Folgendes Zahlenspiel: Ein Standardrentner ist jemand, der 45 Jahre lang ohne Unterbrechung mit dem durchschnittlichen Arbeitseinkommen gearbeitet hat (das liegt z. Zeit bei 3022 Euro pro Monat/Brutto). Dies würde eine Rente von 1300 Euro brutto mit sich bringen, nach Abzügen netto etwa 1100 Euro). Womöglich gibt es auch jetzt schon viele Menschen, die mit ihrer Rente darunter liegen. Ob wir dadurch auf eine große Altersarmut zulaufen? Ob das dem sogenannten „Leistungsgedanken“ förderlich ist? Ob die Schere zwischen Arm und Reich (wohlbestallte Renten oder im Falle von Beamten sind das fette Pensionen) auseinander geht? Ob die daran abzulesende zunehmende Ungleichheit noch zu leugnen ist? Ob sie bei den Wahlen Konsequenzen haben wird?  

Montag, 28. August 2017

Agenda-Politik und politische Eliten

Die Arbeitslosigkeit hat sich durch die deutschen Hartz-Reformen halbiert, so behauptet das politische Spitzenpersonal und die selbsternannte Elite dieser Gesellschaft immer wieder, - gerade jetzt im Wahlkampf. Es scheint regelrecht zu einer „überall“ akzeptierten Phrase geworden zu sein, die sogar anderen Nationen zur Nachahmung empfohlen wird. Die Arbeitslosigkeit sei halbiert, so heißt es gerne. Toller Erfolg also. Aber stimmt das überhaupt? In Wirklichkeit scheint das Ergebnis immerhin umstritten zu sein. Es setze nämlich die Wahl der falschen Vergleichsjahre voraus, so hat jüngst ein TV-Beitrag (in "Monitor")  zusammen mit einem „Wirtschaftsweisen“ (Bofinger) argumentiert. Statt 2005 wäre 2001 das richtige Vergleichsjahr. Es werde allzu gerne ein Rezessionsjahr wie 2005 mit einem Boomjahr wie 2016 verglichen (Man könnte auch die Boomjahr-Parameter heranziehen: Westdeutschland Arbeitslosigkeit 2001: 2,0 Mio, 2016: 2,0 Mio., Ostdeutschland Arbeitslosigkeit 2001: 1,5 Mio, 2016: 0,7 Mio). Das günstige Ergebnis für Ostdeutschland habe weniger mit den „Agenda“-Reformen zu tun, als vielmehr damit, dass die negativen Folgen des „Anschlusses“ allmählich ausgelaufen sind (der sogenannte „Solidaritätszuschlag" besteht ja immer noch und wird vom Staat unter Zustimmung und sogar dem heftigen Betreiben der an der Regierung beteiligten SPD gerne eingesackt!!!). Zudem seien die Menschen, so der Beitrag weiter, die als Folge der „Wiedervereinigung“ arbeitslos geworden sind, langsam aber sicher aus dem Erwerbsleben ausgeschieden.
Die gesellschaftlichen Schäden der Hartz-Reformen hingegen seien enorm: die prekäre Beschäftigung wächst, die Altersarmut steigt. Immer mehr Menschen geraten trotz Arbeit ins gesellschaftliche Abseits. Nicht nur das mit der Altersarmut kann ich am eigenen Beispiel ermessen: trotz akademischem Abschluss droht mir (Klartext) der Strick durch Selbstmord, weil ich mich diesem „Schwitzkasten“ (ca. 610 Euro Rente ab Lebensjahr 67!) nicht aussetzen will. Bilanz: Gewissen Leuten geht es immer besser (es sind diejenigen, die in den Medien auftreten oder wissenschaftlich fragwürdige Begründungen vorführen), anderen geht es immer schlechter (womöglich bis zu 1/3 der Bevölkerung). Sie hangeln sich von Möglichkeiten zu Möglichkeiten, die aber meist befristet und zudem sehr schlecht bezahlt sind. Auf diesem Lohndumping scheint auch der Motor des wirtschaftlichen Booms zu basieren. Insbesondere ältere Menschen fallen oft aus allen Sicherungssystem heraus oder müssen „aufstocken“ (was eine andere Form der Umverteilung ist). Die 2/3-Gesellschaft scheint zu diktieren und alle Macht zu halten. Dass möglicherweise 1/3 der Gesellschaft unter solchen Verhältnissen immer mehr absäuft, scheint von den auch öffentlich wahrnehmbaren "Eliten" in Kauf genommen und sogar als Erfolg verkauft zu werden (kein Wunder, denn diese "Klasse" selbst profitiert am meisten von solchen Entwicklungen...). 

Sonntag, 27. August 2017

Wahlen und Demokratie

Wahlen stehen an. Mannigfache Stimmen bezeichnen das sozusagen als eine Art „Hochamt der Demokratie“, als heilige Pflicht, für die die Gewerkschaften und die bürgerliche Gesellschaft lange gekämpft hätten. Doch wir könnten uns auch folgende Gedanken durch den Kopf gehen lassen: Ist es wirklich so, dass eine einzelne Stimme (ausgerechnet meine) den Ausgang von Wahlen mitbestimmen könnte? Wenn ja, ist das dann nicht ein winziger Teil des Ganzen, das allenfalls in der Summe eine Rolle spielen könnte (gutmütig wohlmeinend ausgelegt als der Teil einer Art von „Schwarmintelligenz“). Setzt die Demokratie nicht den mündigen und informierten Bürger voraus, der sich für nachhaltige Perspektiven mit seiner Stimme einsetzt? Ist das in unserem System gewährleistet, oder gibt es nicht eine große uninformierte Masse der Leute, die sich allenfalls im letzten Moment für eine emotional bedingte „Bauchentscheidung“ entscheidet? Ob das eine Reaktion auf bestimmte Verhältnisse ist? Eine Masse von Leuten, die sich einen Dreck für Politik interessiert und darunter nur das Ränkespiel von ein paar prominenten Köpfen versteht? Werden wir nicht andauernd darüber in Kenntnis gesetzt, dass eine solche Unentschiedenheit im Wahlverhalten bei der anstehenden Wahl in Deutschland ganz besonders der Fall sei? War der Brexit etwas, was UK nützt oder schadet? Wer soll da zur Wahl gegangen sein und wer nicht? Ob das einen Einfluss auf das Endergebnis hatte?

Donnerstag, 24. August 2017

Wahlkampfplakate

Wahlkampfplakate? Setzt einen Kampf voraus. Der scheint sich aber nicht so recht einzustellen. Es herrscht in Deutschland anscheinend die Alternativlosigkeit. Einer hat da keine Chance, versucht sie aber zu nutzen. Stolpert angelegentlich über einen alten Parteigranden, der sich anscheinend unter die Obhut von Putin begeben will und dort satt grinsend sein stattlich honoriertes Gnadenbrot frisst. Dabei ist doch offiziell das Motto und die Parole, ja der Glaubenssatz „Gerechtigkeit“ ausgegeben. Ob sich die Firma Gazprom oder Roznjeft immer an den Codex hält? Ach, es ist ein Graus......diese ganzen glattgebügelten, nichtssagenden und selbst für Werbungsverhältnisse schrottig-peinlichen Plakate, die mit einem Photoshop-Lächeln und manchmal noch mit einer formelhaft gestanzten "Weisheit" auf eine fiktive Mitte zielen, sie dürfen in Masse überall dort aufgehängt werden, wo es ansonsten tausend Genehmigungen vonnöten sind. Diese Plakate, bei denen ihren jeweiligen Erzeugern nichts Neues mehr eingefallen zu sein scheint, - außer bei der FDP. So manchem mag das nicht gefallen und gewisse Nachteiligkeiten liegen auf der Hand, aber die Farbgebung und der Lindner in finsterer Entschlossenheit oder Unterwäsche gewappnet, die wollen mit ihrem aufgehübschten Selbstbewusstsein jemanden ansprechen. Klar, die FDP scheint ja auch nach wie vor eine klare Zielgruppe zu haben. Auch Die Linke hat angeschärfte Plakate: gewisse Aussagen sind ihnen als etwas fragwürdige Kernparolen zu entnehmen, „soziale Gerechtigkeit“ scheint hier zumindest nicht nur eine Phrase zu sein. Die AfD will halt mit ihren Mitteln Wählerstimmen abfischen, - nun ja. Aber die CDU/CSU und die SPD scheinen die allerflachsten Klischees hervor zu kramen, um mit denen zum Erfolg zu kommen. Geistig scheinen sie gewisse Veränderungen in der Umwelt noch nicht so richtig kapiert zu haben. Internet? Social Media? Transparenzbestrebungen? Alle Konturen sind hier weich retouchiert: ein Schelm, wer sich etwas dabei denkt. 

Mittwoch, 23. August 2017

Intellektuellendiskurs

Jaja, Intellektuelle weisen einen Blick auf das Allgemeine und das Ganze weit von sich! Das habe ich erst kürzlich wieder einem Interview entnommen. Welcher Unterschied zu den sechziger und siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, in denen das Pendel leider etwas zu sehr in die andere Richtung ausschlug! Intellektuelle, wer auch immer das sei, fühlen sich nun nicht mehr als öffentliche Personen, obwohl sie von der Öffentlichkeit teilweise fürstlich für ihre Dienste bezahlt werden. Heutigen disziplinär geordneten Bereichen scheint eine solche Verantwortlichkeit zu widersprechen. Sie erklären, dass sie sich unfähig dazu fühlten, dass sie nicht über die Sprache und über das qualifizierte Einsichtsvermögen dafür verfügten. Der öffentliche und akademische Raum müsse streng getrennt werden, so heißt es da oft in wohlhonorierter Bescheidenheit. Als Bürger dürfe und könne man etwas sagen, seine Meinung kund tun. Als Professor aber keinesfalls. Dieser beanspruche aus seinen analytischen Kompetenzen heraus keinesfalls die Deutungshoheit in Krisensituationen. Er fühle sich damit überfordert, - auch darin, so etwas wie „Allgemeinbildung“ aufrecht zu erhalten. So etwas sei längst überwunden. Das sind Intellektuelle heute. 

Montag, 21. August 2017

Was wir wissen (3)

Inzwischen gibt es Wissenschaftler, die glauben (!), dass es mehr als drei Dimensionen gibt. Der Raum könnte ja noch weitere Dimensionen haben. Ob wir ihnen dann näher kommen können, oder ob – wie es scheinbar brennend interessiert – schon die „Bewohner“ einer solch multidimensionalen Welt auf uns zukommen werden? Als Aliens? Wir sollten das erst mal verschieben und uns klar werden, dass wir in unseren Erkenntnismöglichkeiten beschränkt sind, trotz des ach so wissenschaftlichen Weltbildes, dem in unseren Zeiten nahezu absolute Gültigkeit bescheinigt wird. Platon zufolge ist die Welt, so wie wir sie wahrnehmen, so wie die Wand in einer Höhle, auf der zweidimensionale Schatten tanzen. Erzeugt werden sie aber von dreidimensionalen Figuren draußen vor der Höhle, die wir leider nie zu Gesicht bekommen. Nun ja, schon die alten Griechen hatten da wohl eine Ahnung, - Platon hatte wohl mehr als das.... Ob man aus zweidimensionalen Schattenbilder einen dreidimensionalen Raum rekonstruieeren kann? Es braucht zumindest ein gewisses Maß an Offenheit dafür. Weil wir die Extradimensionen nicht kennen, wird das für uns ein Spekulationsspiel, das wahrscheinlich Ahnungen gleich kommt, Visionen. Ob das, was in der vierten Dimension existiert, eine Chance hat, zu uns durchzukommen? Gibt es wenigstens einen theoretischen Zugang? Wie könnte für uns beschränkte Wesen eine Reise in die vierte Dimension aussehen? Es würde auf jeden Fall eine verunsichernde Verzerrung unserer bisherigen Lebenswelt entstehen, so viel ist sicher. Und wir lächerliche Lebewesen würden etwas über unsere Beschränkungen erfahren. Wir würden uns vielleicht auch einer Sichtweise annähern, die etwas vollkommener ist, als die, die wir haben.  

Sonntag, 20. August 2017

Reaktionen

  Ich wundere mich, wie die Politiker als Häuptlinge jetzt wieder scharf verurteilen, wie sie Gedenkminuten einlegen lassen, irgendetwas auf Halbmast setzen lassen und stellvertretend unsere Werte verteidigen wollen. Dabei sind sie genauso machtlos wie jeder andere. Symbole? Nun ja, sind vergänglich. Inzwischen sogar schnell. Werte? Nun ja, auch hier wurde vielfach darüber nachgedacht. Beileidskundgebungen: gut und recht, aber was bringen sie uns? Ein Gefühl der Solidarität? Der Gemeinsamkeit? Es kann tragen, wenigstens eine Zeit lang. Ob dies aber geschürt und befeuert ist? Oder ob sich jemand bewusst ist, dass auch viel direkte Gewalt von dieser Gesellschaft ausgehen kann, in der wir leben? Es scheint schon Vieles eine ungute Gewohnheit geworden zu sein, auch wenn es direkt neben einem einen Menschen zerreißt. Drei Wochen später scheint alles vergessen, das Leben geht weiter, als wäre nichts. Hass. Mord. Ich denke, das alles muss man sich leisten können. Ein Gefühl der Unsicherheit wird ausgenutzt, für Ziele, die vielleicht auch mit staatlicher Repression zu tun haben. Dies ist auch in anderen Gesellschaften so. Dort wird das offenbar noch viel wilder betrieben. Es muss etwas getan werden, es muss etwas passieren: so etwa lässt sich dies grassierende Gefühl auch beschrieben. Dies kann auch zu Aktionismus führen, dazu, dass etwas getan wird, damit etwas getan wird. Dies kann auch zu Behauptungen führen, dass etwas getan werden müsse, man selbst wisse genau, was dies sein könne. Die Kröte, die geschluckt werden müsse, würde natürlich nur der Anfang sein. Danach erst würde sie sich als Wohltat herausstellen.  

Samstag, 19. August 2017

Was wir wissen (2)

Was wir wissen? Viel oder wenig? Ob wir darüber für immer im Ungewissen bleiben werden, wie Max Planck einst fand? „Die Wissenschaft kann die letzten Rätsel der Natur nicht lösen. Und das ist so, weil wir letztlich ein Teil des Rätsels sind“, sagte dieser Großphysiker. Möglicherweise werden wir dieses Rätsel, das wir uns selbst sind, nie lösen können. Ob wir's akzeptieren können? Und überhaupt: Ob es mehr Dimensionen als die uns bekannten Raum und Zeit gibt? Mit einiger Wahrscheinlichkeit. Schon die Hippies schwadronierten etwas von der Fünften Dimension. Ob aus dieser Wirklichkeit heraus die Welt eine völlig andere wäre? Und wir unvollkommene Wesen bekämen nur einen vielfach geprägten Ausschnitt der anderen Welt mit? Auch Platon spekulierte in seinem Höhelgleichnis dazu, das wir stets einen durch unsere Möglichkeiten herausgestanzten Ausschnitt einer Wirklichkeit erkennen können. Ob die Möglichkeiten unseres Hirns unser Bild von der Welt prägen? Ob es da noch andere Apparate gibt? Ob wir diese Möglichkeiten digital erweitern können, indem wir uns zu so etwas wie Cyborgs machen? Hm, ob das dann aber doch nur eine weitere Möglichkeit wäre, dem Ziel etwas näher zu kommen und keineswegs das Erreichen des Ziels bedeuten würde? Eine Art Offenbarung könnte es aber schon sein. Eine Offenbarung? Ob das etwas Religiöses hat? Das Bewusstsein davon, das unser Wissen trotz aller Gesetzmäßigkeiten etwas Relatives hat? Es wird wohl darum gehen, über diese Gesetzmäßigkeiten etwas zu wissen, so denken wir uns. 

Donnerstag, 17. August 2017

Was wir wissen

Was wissen wir? Was Materie oder dunkle Energie überhaupt ist? Sie hält doch unsere Galaxien zusammen, - oder etwa nicht? Werden uns von Physikern moderne Märchen erzählt? Die Menschen und ihre Physiker verstehen's noch nicht so recht, das alles. Auf jeden Fall könnte der Weltraum Anschauungsmaterial dafür bieten. „Ich möchte wissen, was da draußen ist“ soll Stephen Hawking gesagt haben, der Mann, der noch immer das Physik-Genie an sich darstellt. Wie das Universum entstanden sein könnte? Mit dem Urknall sagen etliche Astrophysiker. Aber was war davor und wie kam es zum Urknall? Gab es davor etwas anderes, das sich eventuell zu einem Punkt zusammenzog, um im Urknall zu explodieren? Oder kommt der Urknall aus dem Nichts? Einem energiegeladenen Vakuum? Neueste Forschungen zeigen wohl, dass selbst im Vakuum etwas ist. Bloß was? Und hat nicht die Quantenmechanik längst bewiesen, dass ein Teil an zwei Orten gleichzeitig sein kann? Widerspricht den physikalischen Gesetzen? Nun ja, da würde selbst ein mittelmäßiger Physiker widersprechen. „Die Quantenmechanik ist sehr achtungsgebietend. Aber eine innere Stimme sagt mir, dass das noch nicht der wahre Jakob ist. Gott würfelt nicht!“ sagte vor etwa 100 Jahren Albert Einstein dazu. Ja, was nun? Und überhaupt: Gott? War der Urknall nur ein einzelnes Ereignis bei der Entstehung einer wahnsinnig großen Vielfalt von Universen? Gibt es insofern Parallelwelten? Die oft beschrieenen und verfilmten? Ob an dieser Stelle etwas wie Gott ins Spiel kommt? Etwas Größeres als das, was wir kapieren können? „Was wir wissen, ist ein Tropfen. Was wir nicht wissen, ein Ozean“ sagte einst der Großphysiker Isaac Newton. Daran mag sich nichts geändert haben. 

Mittwoch, 16. August 2017

Alt und Jung (2)

Haha, man war ja selbst einmal jung, jünger als jetzt...... Was mir auffiel an sehr jungen Menschen? Das Folgende gleicht einer Stoffsammlung, entstanden aus tausend Zetteln: Es wurden von vielen jungen Menschen oft sehr einzelne, sehr isolierte Welten hochgezogen, die als absolut gegeben betrachtet wurden. Meine Sicht dagegen ist: diese Lebenswelten kann man verändern! Zumindest prinzipiell. Das glaubten viele unter uns und warteten zu geduldig auf den schönen Sanktnimmerleinstag für alle. Währenddessen machten „zielgerichtete“ Andersgesinnte und sonstwie besser Angepasste Karriere, - auch bei den damals und heute ehemals Alternativen. Diese Gesellschaft scheint immer mehr in eine Vereinzelung abzugleiten, das, was man Neoliberalismus nennen könnte, wird aus falsch verstandenem Realismus zu schnell akzeptiert. Überhaupt, Nachfragen sind nicht mehr in Mode, es gilt der schnelle Vollzug, - egal von was. Distanz zu sich selbst ist auf dem Rückzug und Empathie wird oft nur gespielt. Unter Kopfhörern, im Smartphone-Gedaddel und auf Internet-Homepages ist jeder für sich, es gilt der individuelle Tunnelblick. Es scheint ein Bedürfnis nach Menschenführung zu herrschen: diejenigen, die sich dafür qualifizieren wollen, sollen vortreten! 
Allerlei Verkleidungen sind angesagt, was zählt, ist die Flucht aus dem eigenen Ego, das an anderer Stelle mit extremen Aktionen wieder krampfhaft gesucht wird. Industrieversprechen werden zu schnell übernommen, Werbung wird zu ernst genommen, große Linien oder gar Utopien oder Visionen (was ist denn das?) werden ohnehin nicht gepflegt. Man kann in jungen Jahren nicht erkennen, dass der Mensch durch Stadien geht, dass sein Körper verfällt und gleichzeitig sein Kapital ist, mit dem man nicht so beliebig experimentieren könnte, dass dies keine Rückwirkungen auf einen selbst haben würde, - auch wenn von anderer Stelle Erfahrung von Dingen oder einem selbst (Selbsterfahrung) angesagt wird. Die von jungen Menschen so viel gehassten Gewohnheiten und Rituale können auch etwas Positives haben. Sie schützen vor Energieverlusten, schaffen Sicherheit. Der Horizont in dieser Welt steht leider nicht jedem offen, es gelten Rahmenbedingungen und individuelle Voraussetzungen, soziale Dispositionen und andere Begrenzungen. Wir sind auf dem Teil der Welt geboren, der eindeutig bevorzugt ist. Was ist mit den anderen? 

Montag, 14. August 2017

Alt und Jung (1)

Wo eigentlich sollen Alt und Jung auch nur aufeinander treffen? Geschweige denn sich austauschen? In den Familien? Da scheint die Arbeits- und Karrierepflicht, der sich junge Leute mit ihren Ohrstöpseln ausgesetzt fühlen, mitsamt allen Folgen vorzugehen und die klassische Familie, in der Alt und Jung unter einem Dach wohnen schon lange in der Auflösung begriffen....,...ja, ja, es geht nicht um ein Besserwissen „der Alten“ gegenüber der „heutigen Jugend“ - sondern darum, sich in verschiedenen Altersstufen auszutauschen. Sie leben oft in verschiedenen Lebenswelten, setzen sich mit der „heutigen“ Welt jeweils auf ihre Weise auseinander. Kann man Facebook & Co einigermaßen mit Abstand nehmen, sich mit einer gewissen Distanz nähern, die sich gewisser Gefahren bewusst wäre? Wäre so etwas auch „Medienkompetenz“? Wo soll sich Kontakt abspielen? Geht es darum, Nichtverstehen abzumildern? Um das bessere Begreifen von Verhaltensmustern? Ja klar, es gibt auch viele freundliche, hilfsbereite und nette junge Leute. Alles andere ist dummes Geschwätz. Es geht in jeder Jugendzeit oft darum, etwas auszuprobieren und etwas zu finden, eine Identität, ein Feld im Leben abseits der Arroganz des (körperlich) Stärkeren. Nur ist das alles heute viel kurzfristiger geworden. Was heute gilt, hat morgen keine Gültigkeit mehr, ist „überholt“. Dass Wissenschaft so funktioniert, ist „normal“. Dass aber alles und jedes nach diesem Prinzip funktioniert (sie aktuell: Schülerzahlen), ist nicht unbedingt in Stein gemeißelt. Wer istn zu wenig frech und nimmt alles hin? Wer fängt mit der Sphäre des Politischen (das man so oder anders deuten kann...) noch etwas an? Lasst uns einen Schritt zurück gehen.... Am Spießertum und an Gewohnheiten festhalten, um in einer scheinbaren Sicherheit zu bleiben? Das haben alle ihren jeweils Altvorderen vorgehalten. Möglicherweise wäre auch hier etwas mehr Toleranz vonnöten.

Sonntag, 13. August 2017

Parteien, Partizipation, Hartz4

Darf man von der Seitenauslinie aus kritische Einwände haben, oder muss man vielmehr dankbar dafür sein, dass man von dieser Gesellschaft per Hartz 4 alimentiert wird? Man solle sich bei Unzufriedenheit doch in die Parteien einbringen, so wird von Politikern gerne vorgebracht. Aber heißt das nicht auch, sich den Parteihierarchien zu unterwerfen und ihre vorgegeben Meinungen als die eigenen auszugeben? Zu kuschen und sich opportunistisch zu verhalten, wo es bloß geht? Als „Abgesandter“ in irgendwelchen Gremien zu sitzen und Positionen zu vertreten (und dafür „honoriert“ zu werden), die ganz und gar nicht nicht die eigenen sein müssen? Einblicke in Sauereien zu haben und sie dennoch verteidigen zu sollen? Sich auch auf Kosten Anderer zu profilieren und beim Postengeschacher heftig die Ellenbogen einzusetzen? Ob Politiker vor lauter Bäumen den Wald oft nicht mehr sehen? Ob gerade an dieser Stelle solche unbefangenen Einwände wertvoll sein könnten? Ob das auch mit Leuten zu tun hat, die man als Politiker vorgibt zu vertreten? Ob Fahrten mit der gepanzerten Dienstlimousine, samt kurzen Stopps und kurzer Kontaktaufnahme unter dem Schutz der Body Guards da ausreichen? Oder sind es die Wahlkampfveranstaltungen mit ihren von gewissen Medien gerne reportierten und von den Parteien gebrauchten Scheindiskussionen, die einem da als Politiker den Durchblick über die Folgen meines Handelns verschaffen? Ob das Betrügen über wahre Absichten und das wortreiche Verschleiern der Fakten mit Hilfe von PR-Agenturen zum "Geschäft" gehört?

Samstag, 12. August 2017

Postheroismus und marktkonforme Demokratie

Ein Begriff, der ein bisschen in den Hintergrund getreten zu sein scheint, der aber nach wie vor die Politik der deutschen Bundesregierung zu prägen scheint, ist „Postheroismus“. Was „Postheroismus“ ist?: Anhänger dieser Glaubensrichtung, die vielleicht mitgeholfen hat, Kriege zu vermeiden, gehen von folgenden Prämissen aus: Man kauft allen alles ab, treibt den universalen globalen Handel, der alles mit seinen Kriterien beherrscht und gerne unter der Flagge „Globalisierung“ segelt. Man schüttet jedes Problem mit Geld zu, Haltungen und Symbole spielen kaum eine Rolle (es sei denn, man kann sie für eigene Zwecke einsetzen....). Was freilich aus den tausenden von Milliarden Euro, die beispielsweise der Irak-Krieg bis jetzt gekostet hat, geworden ist, vermag die Bundesregierung auch nicht so recht zu beantworten. Sie, ihre Vertreter und Berater werden wohl in den Raum stellen, dass diese Milliarden zu einem Terrorismus geführt haben, der jetzt unbedingt durch eine möglichst repressive Gesetzgebung bekämpft werden sollte. Dass freilich im Rahmen eines so vehement geforderten „Handels“ sich einige Figuren massiv bereichert haben, wird in diesem Zusammenhang gerne unterschlagen. „Helden“ sind im Weltbild des „Postheroismus“ nicht mehr nötig, - bei gleichzeitiger immer größer werdenden Gier breiter Massen danach: Sie wollen Helden des Showgeschäfts, des Sports, Helden der Politik (Populisten, Führergestalten, Diktatoren, die sich im Besitz der einzig gültigen Wahrheit wähnen). „Handel“ (dem gerade „Wir“ „unseren“ Wohlstand verdanken) ist auf der Prioritätenliste ganz weit vorne angesiedelt. Sein Zweck heiligt alle Mittel (was das für Spezialdemokraten heißen kann, wurde vielfältig sichtbar und wird von ihnen gerne mit dem Argument der Arbeit oder des Arbeitsplatzes legitimiert). Alexander Dibelius, der frühere Deutschland-Chef der Bank Goldmann Sachs, geht noch Anfang des gerade laufenden Jahrzehnts öffentlich davon aus und posaunte das als Parole seines Instituts, dass Banken keinerlei Verpflichtung fürs Allgemeinwohl hätten. Er scheint auch davon auszugehen, dass es keine Grenzen für Gehälter und Bonuszahlungen bei Managern seines Schlags geben solle. Kein Held, aber ein Händler! Das so verdiente Geld flotiert ja flott auf der ganzen Welt umher, um sich ständig aus sich selbst heraus zu vermehren und eine Klasse von superreichen Besitzenden zu schaffen, deren Kohle Großbanken gerne verwalten würden. 

Freitag, 11. August 2017

Infrastrukturrätsel

Massenhaft zerfallende Brücken und Schulen, Straßen, die nur noch aus Schlaglöchern bestehen und Krankenhäuser, in denen am Notwendigsten gespart wird: das ist Deutschland 2017! Elbphilharmonie und Berliner Flughafen, auch "Stuttgart 21" zeigen doch: Geld kann da sein! Wenn der "politische Wille" auch da ist. Der Verdacht liegt nahe, dass hier einige Politiker ihren Job nicht gut gemacht haben, dass Tarnen und Täuschen ihr Handwerk war und ist. Nun ist das im Vergleich zu gewissen Mechanismen im Ausland noch im Rahmen, doch es erhebt sich die Frage: wie wäre es ohne dies? Oder mit weniger von solchen Fehlfunktionen? Es wird besonders in den Medien davon abgelenkt, indem der Streit ständig darum zu gehen scheint, aus welchen Förderungstöpfen gewisse Ausgaben getätigt werden solle, welche Verwaltungsebene und wer für was verantwortlich sei. Die Strategie ist klar: vor lauter Bäumen soll der Wald nicht mehr gesehen werden. 
Ob es sich einigermaßen herumgesprochen hat, dass so ziemlich alle Fördertöpfe der öffentlichen Hand aus den Steuersäckeln bestritten wird? Im Falle der EU aus den Säckeln einzelner Nationen. Im Falle Deutschlands aus dem aus Steuern gespeisten Säckel dieses Staates. Wieso eigentlich werden diese „Nationen“ im Rahmen der EU immer noch hingebungsvoll aufrecht erhalten? Müsste es nicht längst um Europa gehen? Und zwar nicht nur um den Euro? Nein, Deutschland will nicht für die Schulden aller anderer aufkommen und Deutschland weiß ja sowieso, wo es für das Ganze lang gehen soll, das scheint hierzulande Common Sense zu sein.
Wieso eigentlich werden solche Tendenzen dauernd bestärkt? „Deutschland geht es gut?“. Stimmt das? Auf wen und was trifft das zu? Und ist das angesichts einer zerfallenden Infrastruktur, den maroden Schulen und den anstehenden massiven Problemen mit der aus dem vernachlässigten Rentensystem resultierenden Altersarmut überhaupt aufrecht zu erhalten? Wollen wir eigentlich all diese Phrasen der Politiker noch hören? Das Geschwätz von er ach so wertgeschätzten Bildung etwa? Ja wenn dem so wäre, warum gibt es keine massive Förderung für zerfallende Schulen? Stattdessen werden gigantische Bahnhöfe oder nie fertig werdende Flughäfen gebaut, wofür das Geld mit Leichtigkeit da zu sein scheint...... Ja ja ja, es geht auch noch schlechter. Ein Blick ins Ausland genügt und wir sind teilweise ja sogar schockiert. Ob dies aber die Rechtfertigung dafür sein kann, die im nationalen Rahmen darnieder liegende Infrastruktur weiter verfallen zu lassen? 

Donnerstag, 10. August 2017

Transferwahnsinn

Es ist schon seltsam, wie der Transferwahnsinn ständig neue Blüten treibt und neue Niveaus erklimmt! Da wird eben noch von „ewiger Liebe“ getönt, um im nächsten Moment für eine stattliche Ablösesumme woanders einen Vertrag zu unterschreiben. Das Tolle: alle finden das auch noch toll, machen es nicht nur mit und finden es legitim, nein, sie finden es geradezu toll! Erst wird ein bisschen Entzetzen geheuchelt und danach geht alles seinen Gang. Astronomische Summen werden heraus getan für kleine Idioten, die besser nach dem Ball treten können als andere. Sie werden stilisiert als etwas ganz Besonderes, wobei sie nur etwas ganz Bestimmtes und eng Definiertes gut können. Mich haben in diesem Zusammenhang die Ausführungen des Freiburger Trainers Christian Streich beeindruckt. Er sagt (sinngemäß), dass der Gott des Mammons alles verschlingen wird. Dass zudem Dopingvorwürfe in aller Munde sind, dass der Gesamtsport damit ein großes Problem hat, macht die Sache nicht übersichtlicher. Tatsache scheint zu sein, dass das Prinzip der Marktwirtschaft hier offenbar nicht nur Einzug gehalten hat, sondern zur absoluten Leitlinie wurde. Firmen oder Vereine sind völlig egal, es kommt darauf an, wer am meisten zahlt. Gewechselt wird dann schnell. Ist Formsache. Wer sich mit einer Firma oder einem Verein identifiziert, ist selbst schuld und kein richtiger „Profi“. Jeder ist in diesem System extrem austauschbar, der Einzelne spielt keine Rolle, Geld reguliert alles, alles ist eine Frage des Preises. Fußball ist wohl in der Spitze Showgeschäft geworden, wo der schöne Schein, die Verpackung und das Salär die einzig bestimmende Rolle spielen und die Verbände das Spiel mitspielen, so gut sie es halt können, um sich selbst eine Scheibe abzuschneiden. Fairplay? Naja. Alte Ideale. „Was soll man machen“? Wenigstens erkennen, wo und unter welchen Umständen man lebt, wäre schon mal nicht schlecht.    

Mittwoch, 9. August 2017

Tod und Zukunft

Ob der Tod in Zukunft nur noch ein eher technisches Problem sein wird, das seine Bedeutung verloren haben wird? In nicht allzu ferner Zukunft, so gewisse Wissenschaftler in Diensten einer Google-Tochterfirma, werden wir einen „Reset“-Knopf drücken können, der uns eine neue und jüngere biologische Leistungsfähigkeit verschafft. Auf diese Weise werden wir immer älter werden können. Wir haben ja ohnehin schon seit längerem ein neues Konzept des Todes entwickelt, das ihn zu einem technischen Problem werden lässt, anstatt ihm eine metaphysische oder heilige Qualität zuzusprechen. Viele Lyrik und Philoophie sah in dem Tod einen wesentlichen Teil des Lebens, der er ihm erst Bedeutung verlieh. Das fing schon bei den alten Ägyptern und seinen Pyramiden an, die eine Art kosmische Auffahrrampe ins Jenseits waren. Es geht über das Christentum und den Islam weiter. Die großen Weltreligionen kennzeichnen dieses Stadium. Sie beziehen ihre Bedeutung aus dem Tod und den Antworten, die sie zu diesem Thema geben. Ohne Leben nach dem Tod, ohne Himmel und Hölle gibt es beispielsweise kein Christentum. Der Tod ist grundlegend.
Doch in den letzten Jahrhunderten haben viele Weltsichten und Idiologien die Bedeutung des Todes vermindert, indem sie ihn einfach aus ihrer Betrachtung mit dem Argument „Wir wissen nichts darüber“ ausgeschlossen haben. Dahinter steht das technisch geprägte Bild, das besagt, dass Menschen nicht sterben, weil es einen diesbezüglichen „göttlichen“ Plan gibt, sondern dass sie an einem Schlaganfall sterben, der wiederum mit einem anderen technischen Problem zusammenhängt. Damit aber in Zukunft bei einer Quasi-Unsterblichkeit die ewige Wiederkehr Desselben (wie bei Nietzsche) keine Langeweile erzeugt, werden die Kreativität, unser Wissen und unsere Fähigkeiten eine größere Rolle spielen, dank Computern und technisch erweiterten Fertigkeiten. Wir werden virtuelle Umgebungen direkt erfahren können (dahingehend mögen die „Virtual-Reality-Brillen“ schon jetzt einen ersten Vorgeschmack geben). Wir werden ganz allgemein unsere emotionalen Fähigkeiten erweitern und andere Dinge erschließen, die das Leben lebenswert machen können. Das freilich wird zunächst nur den Reichen möglich sein, was neue Konflikte unter den Menschen herbeiführen wird. War in der Vergangenheit der Tod nämlich der große Gleichmacher, der Arm und Reich vereint, so wird sich dies womöglich ändern. Wer freilich einen Autounfall hat, oder in einem abstürzenden Flugzeug sitzt, wird wohl auch in Zukunft seine physische Vernichtung erleiden. Sich davor zu schützen, wird eine neue Angst und die darauf bauende Vorsorgeindustrie erzeugen.  

Dienstag, 8. August 2017

Gottgegebener Markt?

Ja muss denn die gesellschaftliche Spreizung so groß sein, dass Spitzenmanager Gehälter im solide zweistelligen Bereich beziehen und dass gewählte Volksverteter da offenbar gerne mithalten würden (wg. "Verantwortung"), während die untere Einkommensschicht nicht weiß, wie sie den finanziellen Alltag bewältigen soll? Ob etwa 2 % der Bevölkerung etwa 50 % des verfügbaren Einkommens besitzen müssen? Das diktiert der Markt, so lautet oft die Argumentation. Ist aber „der Markt“ etwas ungestaltbar Gottgegebenes oder wäre er bei entsprechendem politischem Willen beeinflussbar? Ja gewiss, ist die „Verantwortung“ ein Kriterium, nach dem sich der Lohn bemessen könnte. Aber rechtfertigt das solche Gehälter, erst recht nachdem bei einschlägigem Misserfolg auch heftige Abfindungssummen bezahlt werden? Ob das alles „der Markt“ diktiert, das Angebot und die Nachfrage? Ob es solche Individuen dermaßen wenige gibt, so dass sie ihren Preis mehr oder weniger selbst bestimmen können? Was ist das „gewisse Etwas“, was diesen Preis bestimmt? Ist es Gerissenheit, die in so etwas wie „Durchsetzungsfähigkeit“ mündet? Gehört Egoismus und Narzissmus dazu? Klar ist, dass Märkte innerhalb von Regeln stattfinden, die gestalt- und veränderbar sind. Auch durch Gesetze und steuerliche Regulierungen. Zu behaupten, dass ein Markt gut funktioniere, scheint nur innerhalb eines gewissen Rahmens möglich zu sein. Der „freie Markt“ solle es richten, so das offizielle Credo. Doch dieser „freie Markt“ ist ja auch schon das Resultat gewisser Überlegungen. Ob die gegenwärtigen gigantischen Ungleichheiten und Verzerrungen angesichts dessen zwangsläufig sind? Ob sich der Kreis der Topmanager vor allem aus bestimmten gesellschaftlichen Kreisen rekrutiert. Wem werden solche Jobs angeboten? Ob bei so etwas wie Chancengleichheit herrscht?

Montag, 7. August 2017

Geldmeister

Anlässlich dieser „Leichtathletik-Weltmeisterschaften“ habe ich mich oft gefragt, wer sich diesen Quatsch noch ansieht. Ein paar Leute sollen ja auch noch an den „sauberen Sport“ glauben. Nun ja, in einer Woche, in der der Transferwahnsinn im Fußball nochmal andere Dimensionen angenommen hat, fällt das, -gelinde gesagt, - schwer. Denn es werden wohl astronomische Summen bewegt in diesem Sportgeschäft. Manager, Vermittler und Berater scheinen dabei recht aktiv abzukassieren. Die Beispiele sind alle öffentlich gemacht, auch dank solch hervorragender Journalisten wie Hajo Seppelt, der ohne Angst an seinem Thema dran bleibt. Dabei scheint es bei solchen Summen durchaus ein Risiko zu bedeuten, einen solchen Job zu machen. Und dann verliert auch noch Usain Bolt seinen Lauf gegen einen wiederholt überführten Doping-Sünder, der sich mit allerlei juristischen Tricks wieder einen Zugang zu solchen „Rennen“ verschafft zu haben scheint! Währenddessen balgen sich im Fußball Superprofis im Supercup um Superpokal-Ehren! Wow, offensichtlicher geht es ja wohl nicht! Aber wenn alle Leute dermaßen konsequent und durch die Idiologie des Neoliberalismus gestützt den Mammon anbeten in dieser Gesellschaft, ist es vielleicht ein bisschen zu viel verlangt, clean und hintendran zu bleiben. Besonders, wenn es die großen Konzerne wie kleine Krämer vormachen.......

Samstag, 5. August 2017

Taschengeld

Dass Abgeordnete des Reichstag Millionensummen „nebenher“ kassieren, für Vorworte, Vorträge, Kommentare, „Beratungstätigkeiten“ und andere „Gefälligkeiten“, wurde jetzt wieder einmal bekannt: Viele Mitbürger haben sich daran gewöhnt, merken aber doch auf, wenn zum Beispiel die Grünen protestieren, als eine „ihrer“ Abgeordneten zur CDU überlaufen will, ein Spezialdemokrat dies als "unanständig" bezeichnet und die offenbar unzufriedene Abgeordnete damit eine ganze Regierung zum Einsturz bringen könnte und kann. In diesem Moment ist die Partei das Wichtigste, sie verfügt über die Mandate, sie gibt den Ton an, - Beispiele von Seiten der CDU gibt es zuhauf. Mix aus Personen- und Mehrheitswahlrecht: was gerade passt, such ich mir raus.....! 
Ihre Unsummen von seiten der Lobbyisten jedoch kassieren die Abgeordneten unter anderem mit Hinweis auf ihre Eigenständigkeit und mit verschärftem Beharren auf ihrer „Gewissensfreiheit“ (also unabhängig von Parteien...). Wie Abgeordnetenwatch.de meldet, hat „insgesamt jeder vierte Bundestagsabgeordnete – 178 von 655 – im Laufe der 18. Wahlperiode etwas hinzuverdient, unter dem Strich 26,5 Mio. Euro bis 48,7 Mio. Euro. Genauere Angaben sind nicht möglich, da die Offenlegungsregeln wenig transparent sind: Was ein Abgeordneter nebenher kassiert, muss er nicht in Euro und Cent genau offenlegen, sondern in einer von zehn Einkunftsstufen. Oftmals sind die Geldgeber anonym – Millionensummen bleiben so vollkommen im Dunkeln.“. Spiegel Online scheint ebenfalls Bezug auf diese Meldung zu nehmen und geht auf Abgeordnetenwatch folgendermaßen ein, indem erwähnt wird, dass einige Ex-Minister „viel Geld für wenig Arbeit nebenbei verdienten“. Es wird da der Ex-Verkehrsminister Peter Ramsauer von der CSU als Beispiel erwähnt: Er erhält vom Lobbyverein der arabischen Industrie- und Handelskammern monatlich zwischen 3500 und 7000 Euro. Seit er im Jahr 2014 zum Präsidenten der "Ghorfa Arab-German Chamber of Commerce and Industry" gewählt wurde, „summieren sich Ramsauers Einkünfte auf mindestens 129.500 Euro“, so SpiegelOnline.
Der frühere Forschungsminister Heinz Riesenhuber von der CDU soll auch ganz gut dabei sein. Er soll seit 2014 von der Schweizer Beteiligungsgesellschaft HBM Healthcare Investments AG mindestens 350.000 Euro kassiert haben. Einen Streit hat Ramsauer angesichts dieser Meldungen darüber vom Zaun gebrochen, ob diese Summen brutto oder netto zu verstehen wären, ob „Einkünfte“ die richtige Bezeichnung für solches Honorar sei. Nun ja. Bekannt ist zu diesem Thema neben verschiedenen Typen von der CSU auch der SPD-Grande Peer Steinbrück geworden, der ebenso dickes Salär kassierte, bis er 2016 aus dem Bundestag ausschied, um zunächst den Vorstand der ING-Diba zu beraten. 

Freitag, 4. August 2017

Reisen

Reisen? Wir sollten es genießen, die Freiheit dazu zu haben. Anderswo hingehen, hinfahren, hinfliegen und eine andere Umwelt auf uns einwirken lassen. Auch unter Bedrohung. Etwas von der Welt erfahren, von ihrer unglaublichen Schönheit. Etwas auch davon, dass andere Menschen unter anderen Verhältnissen leben oder leben müssen. Sich bewusst werden, welch unglaubliches Glück man hat, wenn man auf dieser Erde einigermaßen sein Auskommen hat und in einer dieser „Komfortzonen“ lebt.Verstehen, wie sehr bestimmte Gesellschaften auf Kosten anderer leben. Sich an anderen Kulturen, an anderen Möglichkeiten des Lebens freuen, sie zu verstehen suchen, sich bewusst werden, dass so etwas relativ ist. Sich vom „Anderen“ inspirieren lassen, sich an der Variation erfreuen und sich dadurch unserer Gleichförmigkeiten bewusst werden. Im Denken und im Leben. Die Angst vor dem scheinbar "Fremden" verlieren. Es kennen lernen. Staunen lernen. Über die Natur, in der so viel aufgehoben ist, dem wir näher kommen können. Wir sollten uns nicht abdrängen lassen in das, was uns ohnehin vertraut ist. Sondern wir sollten Grenzen überschreiten, erfahren, dass da mehr ist. Das tut unserem Bewusstsein gut. Wir sollten den Ort kennen lernen, wo wir leben. Das freilich sollte nicht nur einer Klasse von Vermögenden möglich sein, einer Klasse der Berufsreisenden und global Lebenden, der aufgeklärten Gutmenschen und moralischen Besserwisser. Diese Möglichkeit sollte sich allen eröffnen. Allen. Respekt für das Andere entwickeln und niemals jener Gleichmacherei das Wort reden, die sich in den fernsten Ländern schon bald auf arroganteste Weise präsentiert, wenn sich die bekannten Edelmarken in ihren Boutiquen den örtlichen Reichen zum Kauf anbieten.

Donnerstag, 3. August 2017

Gipfel der Peinlichkeit

Es war der Gipfel der Peinlichkeit: erst wurde überraschend vom Verkehrs- ins Innenministerium verlegt, um den Protest abzuschütteln. Danach wurde die Abschlusspressekonferenz im Viertelstundentakt von 15 Uhr auf 17 Uhr verschoben. Alleine schon das ist bemerkenswert. Und dann kreiste der Berg, um eine Maus zu gebären. Zum Dieselgipfel wurde schon viel geschrieben und gelabert. Die Ergebnisse sprechen für sich. Frau Bundeskanzlerin war ja sowieso nicht dabei.Toll war dafür aber die Show der Autobosse, die keinerlei Unrechtsbewusstsein an den Tag legten und nach Gutsherrenart etwas gewährten, was schon am Tag zuvor schriftlich veröffentlicht worden war. Alle Seiten, einschließlich eines Ministerpräsidenten, der im Aufsichtsrat eines dieser „Unternehmen“ hockt, haben sich heftig demaskiert, was so kurz vor der Wahl nun auch nichts mehr ausmacht. Wähler sind ja auch Verbraucher, - und umgekehrt. Spezialdemokraten scheint es um Arbeitsplätze zu gehen. Die Leute, die gegen das E-Auto argumentieren, indem sie auf Braunkohlekraftwerke verweisen, die dreckigen Strom produzieren, haben dank ihnen recht. Irgendetwas Zukunftsweisendes scheint angesichts der Gesamtlage nicht möglich. Da ist so vieles sichtbar geworden, was man erst mal verarbeiten oder negieren muss.