Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
Mittwoch, 23. November 2016
Lobbyarbeit
Um Gottes willen! Was ist denn da los? Mit Korruption
hat das natürlich gar nichts zu tun! Und natürlich werden "Entgelte" anders bezeichnet, um sie besser den Nichtsahnenden "verkaufen" zu können. Es kommt heraus, dass die SPD
gegen Entgelt offenbar Interviewtermine mit Ministern macht. So kann
man eine Partei finanzieren. Und das, nachdem Steinbrück sein
Bundestags-Abgeordnetenmandat zugunsten eines Beraterjobs bei der
Großbank ING aufgegeben hat und der ehemalige Bundeskanzler Schröder
jetzt eine zweite Nordstreamgaspipeline durch die Ostsee anstrebt.
Zum Thema Parteienfinanzierung wird der Bundestag ja regelmäßig
sogar von jener EU ermahnt, die da ja offenbar auch nicht besonders
zimperlich ist und sich einen Kommissionschef Juncker leistet. Noch nicht ganz vergessen ist, dass Pofalla vom
Leiter des Bundeskanzleramts direkt in den Vorstand der Deutschen
Bahn gewechselt ist, gefolgt vom Staatsminister Eckart von Klaeden,
der sich direkt zum Autohersteller Daimler AG verändert hat ist und dort jetzt wohl gute
Lobbyarbeit mit (zumindest) vielen Verbindungen betreibt. Der
Cheflobbyist und Präsident des Verbandes Automobilindustrie, Matthias
Wissmann, war ja früher auch mal Verkehrsminister und hat immer noch
„hervorragende“ Verbindungen in die Bundesregierung. Welche
Auswirkungen das haben kann, mag jetzt in der Klimapolitik der
aktuellen Bundesregierung abgebildet sein. Auch nicht schlecht: Dirk
Niebel: Der
frühere Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit (bis
Dezember 2013) heuerte Anfang 2015 (also ein Jahr „Schonfrist“)
beim Rüstungskonzern Rheinmetall an. Als Entwicklungsminister hatte
der FDP-Politiker auch dem Bundessicherheitsrat angehört.
Marianne
Tritz: Die
langjährige Grünen-Politikerin und Bundestagsabgeordnete wurde im
Jahr 2008 Geschäftsführerin des Verbandes Zigarettenindustrie. Die
Grünen gehören zu den entschiedensten Verfechtern von
Rauchverboten. Die Sachen mit dem EU-Kommissar Oettinger der Frau Reichert und manchen anderen Damen und Herren mögen angesichts solcher Sachlagen tatsächlich nur noch Petitessen sein. Alles in allem: ob so eine Besinnung auf Grundwerte aussieht, ob so etwas nicht willfähriges Kanonenfutter für Populisten aller Art liefert? Ob solch Gebaren nicht zumindest missverständlich ist?
Dienstag, 22. November 2016
Montag, 21. November 2016
Gesundheit!
Was mich empört im
„besten Gesundheitssystem der Welt“: ich gehe als vergleichsweise
armer Mensch mit einer Erkältung in die Apotheke und muss für die
mir empfohlenen Medikamente und Lutschbonbons (sind die überhaupt
wirksam?) immer noch fürstliche Zuzahlungen leisten, während neben
mir der seinem Limousinen-Dickschiff entstiegene Unternehmer sichtbar
ungeduldig wartet. Ob diese Zuzahlungen für ihn genauso viel
bedeuten wie für mich? Womit soll ich das bezahlen, was doch meine
Gesundheit im besten Gesundheitssystem der Welt stützen soll? Da ist
ein stattlicher Betrag zusammen gekommen. Was soll ich tun? Aufgeben und einen Antrag
stellen? Oder viele? Noch bin ich nicht so weit. Ob das nicht ein bisschen
unsozial ist, wenn wir beide dasselbe zahlen müssen? Natürlich ist
in der Apotheke niemand verantwortlich. Niemand ist für irgendetwas
verantwortlich. Alle machen nur, wie ihnen geheißen. Der ungeduldige
Mann ist sicher privat versichert. Also hat er auch schon einen
Termin beim Arzt, weil diese doch von Privatpatienten viel besser
abgegolten werden. Wer per Kasse versichert ist, hat Pech gehabt, auch wenn er sich neuerdings bei einer dafür eingerichteten Stelle darüber beschweren darf.
Sonntag, 20. November 2016
Arm und Reich (2)
Ja wie? Es gebe keine Veränderung des Abstands
zwischen Arm und Reich, behaupten interessierte Kreise und führen
dazu regelmäßig scheinbar objektiv belastbare Statistiken ins Feld.
Ob uns da nicht eine Skepsis angesichts dieser Wissenschaftshörigkeit
befällt? Ist Wissenschaft etwas beliebiges? Ist sie Interessen
ausgesetzt, ja gelegentlich davon sogar beeinflusst? Kann das sein?
Darf das sein? Ob gewisse „wissenschaftliche“ Aussagen nicht
regelmäßig gekauft sind, ob „die Wissenschaft“ nicht auch
korrupte Seiten hat? Theorie und Empirie, ein schwieriges Verhältnis?
Ob ein statistischer Durchschnittswert auch gelebt wird? Das primitive und sehr anschauliche Beispiel dazu lautet: jemand hat ein Einkommen von 1000 Euro. Ein anderer hat 1 Euro. Über 5 Jahre hinweg hat die erste Person einen Einkommenszuwachs von 10 Euro, verdient nun also 1010 Euro. Das Einkommen der ersten Person stagniert in diesem Zeitraum und bleibt gleich. Rein statistisch ist es diesen beiden Personen dann besser gegangen, ihr Einkommen hat sich erhöht. Blöd nur, dass dies ausschließlich für eine der beiden Personen zutrifft, für die andere nicht. Ob sich's ähnlich mit der Einkommensverteilung in Europa, insbesondere in Deutschland verhält? Neulich musste die Nürnberger Tafel ihren Dienst wegen Überlastung einstellen. Im öffentlichen Fernsehen kam ein kurzes Interview dazu, in dem eine verantwortliche Person die Entwicklung zu kennzeichnen versuchte. Man habe, so diese Person, mit ein paar hundert (die genaue Zahl wurde genannt) zu betreuenden Personen begonnen. Mittlerweile sei man bei 18 000 (aus der Erinnerung genannt) und würde diesen Zuwachs einfach nicht mehr bewältigen. Ob so etwas einen Seitenblick wert ist? Ob dies einen Aussagewert über die reine Stichprobe hinaus hat? Ob es ein Auseinanderdriften bedeutet? Ob wir eine immer extremer werdende Kluft zwischen Arm und Reich haben? Ob auch dies jenen Populismus produziert, der jetzt parlamentarische Demokratien auf der ganzen Welt bedroht? Wenn sich auf der einen Seite irre Reichtümer häufen und andere von Monat zu Monat, von Woche zu Woche, von Tag zu Tag kämpfen müssen, um mit ihren Einkommen auch nur die wesentlichsten Ausgaben bestreiten zu können. Sparen bei Strom und Ernährung: ob angesichts dessen das Label „Bio“ ein bisschen allzu leicht zu propagieren ist? Tatsache ist, das man sich selbst dieses fragwürdige Logo „Bio“ leisten können muss. Es bedeutet ja meist eine Mehrausgabe, die selbst beim sparsamsten Kurs nicht von den anderen Ausgaben abgezwackt werden kann. Da ist es womöglich leicht, locker vom Verschieben von Prioritäten zu schwadronieren. Urlaub, ein Luxusgut? Für die einen Bestandteil des Alltags, für die anderen unerreichbarer Luxus. Ob das Zeichen sind, Signaturen, oder ob es rein zufällig wahrgenommene Dinge sind, die keineswegs zu verallgemeinern und ins noble Reich der Wissenschaft zu heben sind?
Ob ein statistischer Durchschnittswert auch gelebt wird? Das primitive und sehr anschauliche Beispiel dazu lautet: jemand hat ein Einkommen von 1000 Euro. Ein anderer hat 1 Euro. Über 5 Jahre hinweg hat die erste Person einen Einkommenszuwachs von 10 Euro, verdient nun also 1010 Euro. Das Einkommen der ersten Person stagniert in diesem Zeitraum und bleibt gleich. Rein statistisch ist es diesen beiden Personen dann besser gegangen, ihr Einkommen hat sich erhöht. Blöd nur, dass dies ausschließlich für eine der beiden Personen zutrifft, für die andere nicht. Ob sich's ähnlich mit der Einkommensverteilung in Europa, insbesondere in Deutschland verhält? Neulich musste die Nürnberger Tafel ihren Dienst wegen Überlastung einstellen. Im öffentlichen Fernsehen kam ein kurzes Interview dazu, in dem eine verantwortliche Person die Entwicklung zu kennzeichnen versuchte. Man habe, so diese Person, mit ein paar hundert (die genaue Zahl wurde genannt) zu betreuenden Personen begonnen. Mittlerweile sei man bei 18 000 (aus der Erinnerung genannt) und würde diesen Zuwachs einfach nicht mehr bewältigen. Ob so etwas einen Seitenblick wert ist? Ob dies einen Aussagewert über die reine Stichprobe hinaus hat? Ob es ein Auseinanderdriften bedeutet? Ob wir eine immer extremer werdende Kluft zwischen Arm und Reich haben? Ob auch dies jenen Populismus produziert, der jetzt parlamentarische Demokratien auf der ganzen Welt bedroht? Wenn sich auf der einen Seite irre Reichtümer häufen und andere von Monat zu Monat, von Woche zu Woche, von Tag zu Tag kämpfen müssen, um mit ihren Einkommen auch nur die wesentlichsten Ausgaben bestreiten zu können. Sparen bei Strom und Ernährung: ob angesichts dessen das Label „Bio“ ein bisschen allzu leicht zu propagieren ist? Tatsache ist, das man sich selbst dieses fragwürdige Logo „Bio“ leisten können muss. Es bedeutet ja meist eine Mehrausgabe, die selbst beim sparsamsten Kurs nicht von den anderen Ausgaben abgezwackt werden kann. Da ist es womöglich leicht, locker vom Verschieben von Prioritäten zu schwadronieren. Urlaub, ein Luxusgut? Für die einen Bestandteil des Alltags, für die anderen unerreichbarer Luxus. Ob das Zeichen sind, Signaturen, oder ob es rein zufällig wahrgenommene Dinge sind, die keineswegs zu verallgemeinern und ins noble Reich der Wissenschaft zu heben sind?
Samstag, 19. November 2016
Beobachtungen zum Heraufdämmern eines Populismus (2)
Was mich an den „Eliten“
und „Entscheidern“ in diesem Staat stört? Ich soll endlich
konkret werden? Nur ein paar Beispiele seien genannt, der Alltag sei
dabei einbezogen: Die Arroganz von staatlichen Behörden, deren
Trägheit aber mit entsprechenden Zuwendungen an die richtige Partei
durchaus leicht behoben werden kann. Die vielen Projektentwickler und
„Berater“, die sich der Staat angelacht hat und denen er schon
aus Vertrauen in die freie Marktwirtschaft (als offiziell ausgegebene
Idiologie) glauben will. Die vielen Beamten, die offiziell derselben
Beratungsfunktion nachgehen, sehen wohl weitgehend unbeschäftigt
dabei zu. Die Verkehrsbehörden, die es darauf abgesehen haben,
möglichst viel Geld per Bußgelder zu kassieren, die dafür
regelrechte Fangschaltungen (leider kaum vor Kindergärten oder
Schulen) installieren, und die auf Kosten ihrer Bürger damit ihren
öffentlichen Haushalten nachhelfen wollen. Die schamlose
Unverblümtheit, mit der Lobbyisten aller Couleur mittlerweile auf
Abgeordnete oft sogar finanziell unterfütterten Einfluss ausüben.
Wie sie an Gesetzen nicht nur mitschreiben, sondern wie sie sie
selbst verfassen und nur noch „absegnen“ lassen. Ein gewisses Maß
dessen sei toleriert, darüber scheinen wir inzwischen aber weit
hinaus zu sein. Schleichend unbemerkt und langsam in Gehirne einsickernd scheint sich hier etwas
verändert zu haben, was Grenzen überschritten hat und nicht mehr
mit Akzeptanz rechnen kann. Mich stört, wie der Staat mit den
Pensionen seiner mittleren und Spitzenbeamten umgeht: ihre nach
gelegentlich extrem kurzer „Dienstzeit“ kassierten Pensionen
übersteigen die durchschnittlichen Rentenbezüge um ein Vielfaches,
eröffnen exklusive Lebensperspektiven. Die Verschwendung in den
öffentlichen Haushalten (ein Blick in das „Schwarzbuch“ genügt
als Beleg), während gleichzeitig der sogenannte „Sparzwang“
Kommunen und öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Altenpflege,
Gesundheitsversorgung oder Schwimmbäder geiselt. Das unwürdige und
von den Medien gierig verfolgte Geschachere zwischen Bund, Länder
und Gemeinden, die sich gleichzeitig und letztenendes ja doch wohl
aus dem selben Topf bedienen. Von den öffentlichen Medien beglaubigt
und bekräftigt, scheint solches Geschachere inzwischen
Hauptbeschäftigung gewisser Organe und Gremien zu sein. Zusätzliche
EU-Gelder wirken oft verschärfend. Der Einfluss der Lobby scheint
hier auch beständig größer geworden zu sein, der ehemalige
Kommissionschef Barroso wechselt ohne jede Scham nach seinem
„Abtritt“ als Kommissionsboss zur amerikanischen Großbank
Goldman Sachs, von der unter anderem der EZB-Boss Draghi ja sowieso
gekommen ist. Das Beiseiteschaffen von Geldern der Mächtigen und
Reichen in Steueroasen, gegen die jedenfalls öffentlich sichtbar
oder wirksam kaum vorgegangen wird. Erinnert sich noch jemand an die
„Panama Papers“? In Jahresrückblicken wird es noch einmal
auftauchen. Danach wird das Thema nach ausgelebter Empörung und Wut
erst mal untergehen. Die Aufmerksamkeitsspanne reicht nicht aus und wird geflutet. Welche Namen dabei wohl eine Rolle spielten? Schon vergessen. Das
völlig ungenierte Protegieren der Automobilwirtschaft, deren
Verbrauchs- oder Abgaswerte geschönt oder von vornherein
verschwiegen werden. Dass offenbar solche Vorgänge von öffentlichen
Stellen und Funktionsträgern völlig schamlos und mit dem ständig
vorgebrachten Arbeitsplatzargument gedeckt werden. Das
„Gesundheitsargument“ scheint dabei keine Rolle zu spielen.
Interwiews oder überhaupt: jegliches öffentliches Informationsbegehren, das nicht gelent ist, geformt, in Bahnen geleitet, wird
schamlos blockiert. Wachstum um jeden Preis scheint die ausgegebene
Doktrin. Das Primat des Ökonomischen, und sei es noch so sinnlos,
scheint das herrschende Dogma zu sein, das alles andere gnadenlos und
unbarmherzig verdrängt. Den jeweils Anderen mit allen Mitteln übers
Ohr zu hauen, diese Maxime schafft ein ganz bestimmtes soziales
Klima, das nicht nur mir nicht behagt.
Freitag, 18. November 2016
Spritverbrauch
Dass die Automobilhersteller
offenbar auch bei den Spritverbrauchswerten tricksen, dass sie Werte ausweisen, die sich auf vergleichsweise weltfremde Testsituationen beziehen, kann so recht
niemanden überraschen. Es hat sich doch annähernd jeder
Neuwagenbesitzer in der Vergangenheit gewundert, was denn seine Kiste
so in Wirklichkeit schluckt. Es scheint als einen zunächst
verwunderten, dann aber als Tribut an die Wirklichkeit hingenommenem
Seitenblick wert gewesen zu sein, nicht mehr...... Nun liegen
öffentlich sichtbare Fakten auf dem Tisch. Oh weh, es geht um
Arbeitsplätze hört man da den Wirtschaftsminister schon wieder
öffentlich schwadronieren, während die Umweltministerin mit hohlen
Versprechungen und einem schlechten Gefühl zu einer weltweiten
Tagung fliegt. Der Kerosinaufwand ist ja ohnehin (vom Steuerzahler)
geschenkt und von parteipolitisch exakt funktionierenden Hierarchen
artig abgenickt Der Verkehrsminister weiß wie immer von nichts und
gibt dazu keine Auskunft. Aber ein TTIP-Abkommen muss her, sagt die
Industrie. Wer zum Teufel ist "die Industrie"? Sind es nur die
Unternehmen oder auch die durch sie Beschäftigten? Wer ist ein
Unternehmen, wer stellt es dar? Bei VW wird eine Pressekonferenz veranstaltet, bei der offenbar verkündet wird, dass bis zu 30 00 Leute entlassen werden sollen, auch wegen gravierender Fehler und Betrügereien des Managments. Bei den hektischen Personalwechseln
der letzten Jahre ist das gar nicht so leicht zu sagen, wer oder was ein Unternehmen ist. Meist sind es
Funktionsträger, die sich gegenseitig als Managment in ihrer unangreifbaren
Gültigkeit abstützen. Dax-Konzerne haben keine Gesichter,
werden von keinen verantwortlichen Unternehmern geführt, höchstens
von Geschäftsführern und Vorständen. Sie wiederum sind auch nur,
wie sie gerne behaupten, den globalen Profitinteressen
verantwortlich, - und nichts anderem. Wer also sind die
Automobilhersteller? Gesichtslose Verbünde und
Kapitalzusammenballungen? Mit Funktionsträgern im Vordergrund, die
eine Zeit lang für gute Kohle eine Marke repräsentieren, ehe sie
von einem unzufriedenen Aufsichtsrat gegen gute Abfindungssummen abberufen werden, um sofort bei der Konkurrenz einzusteigen? Oder etwas,
von dem gewisse Schichten in unserer Gesellschaft mehr profitieren
als andere Schichten?
Donnerstag, 17. November 2016
Beobachtungen zum Heraufdämmern eines Populismus
Ich stehe an der
Seitenauslinie und beobachte eine Entwicklung: Ganze Gegenden und Regionen werden
abgehängt, Krankenhäuser, Banken, Gerichte, Arztstandorte werden
geschlossen, Verwaltungseinheiten „rationalisiert“ und neu
organisiert oder „gestrafft“. Es wird sich neu aufgestellt nach
Kriterien, die keiner erklärt. Die Wirtschaft macht Profit, wie vom
System vorgesehen und politisch gewollt. Sie spielt mit und übt
(ihren) Einfluss aus. Betriebe, Firmen, Unternehmen, Konzerne. Behörden geben sich arrogant, fahren
Doktortitel und Professoren auf, sie verfügen, beschließen, setzen
durch, entscheiden einsame Beschlüsse, schieben Sachzwänge vor,
sehen die Verantwortung bei anderen, verschanzen sich hinter
juristischen Phrasen, die niemand versteht. Die Infrastruktur
gewisser (vor allem ländlicher) Gebiete verfällt aber während
dieser Zeit regelrecht,....
Ministerpräsidenten und
politische Entscheidungsträger fahren mit riesigem Gefolge, mit
Referenten, Sprecher, Polizei und Sicherheitsleuten in Kolonnen
riesiger Limousinen vor und vorbei und vorüber, machen Termine zu
Gesprächen aus, die sie sodann nicht einhalten. Sie blocken ab,
beschwichtigen, wiegeln ab, nutzen die Lage (aus), versuchen, Stimmen
zu gewinnen, Bürgerinitiativen zu beschwichtigen, sie demonstrieren
Bürgernähe und „Stallgeruch“, sie stellen das dar, sie simulieren, sie lächeln in Kameras und geben Statements ab, sie sind bei „Events“ dabei,
lassen sich Unterschriftenlisten unterbreiten oder vorlegen, sie
schütteln Hände, lassen sich erklären, hören professionell zu und „fischen ab“.
Fahren wieder ab in Richtung ihrer Festungen, die sie vor allem
Berlin und der nächsthöheren Hierarchiestufe zu erklären
haben. Örtliche Vertreter der Parteien führen Gespräche, machen
sich gemein, sind dabei, geben sich demokratisch und volksnah und – können
offenbar doch nichts tun. Die Durchlässigkeit von Informationsebenen ist
halt nicht ganz gewährleistet. Die Strukturen der scheinbaren
„Alternativlosigkeit“ und der Sachzwänge sind scheinbar stärker.
Ignoranz und Arroganz der Macht, auch wenn sie scheinbar nur auf Zeit
verliehen ist, waltet und breitet sich aus, sie tötet ab, produziert
Wut und Resignation.Abstände zwischen Lebenswelten werden größer.
Anliegen werden zeredet in Gesprächen mit Nach- und Untergeordneten,
mit lakaienhaft funktionierenden Untergeben des Apparats, der in sich
aufgesaugt hat, sie verpuffen, prallen an staatlich wohlbestallter
und pensionsgestützter Ignoranz ab. Die Verbindung der
Kommunalvertreter oder Kommunalpolitiker „nach oben“ scheint
nicht sehr von Einfluss geprägt zu sein. Vertreter von
Bürgerinitiativen und Begehren der „Zivilgesellschaft“ sind
hilflos. Mitglieder einer rechtsgerichteten Protestpartei nutzen die
Lage der Unzufriedenheit aus, geben sich volksnah, nutzen die Lage
mit allerlei populistischen Methoden, sind dabei, sind anwesend,
wenn sich etwas regt und tut. Sie saugen ein Potential der
Unzufriedenheit auf, sie absorbieren Stimmungen und nutzen sie für ihre Ansichten aus.
Sie setzen sich für lokale und regionale Belange ein, sie sind bei
Protestversammlungen gegen Schließungen und Verödungen der
Infrastruktur dabei, sie sind dabei beim „Begehren“ und scheinen
sich für direkte Demokratie einzusetzen und werben für ihre Partei.
Sie formulieren in Reden mit steilen Thesen, wie sie die Lage
einschätzen. Sie wiegeln auf und zentrieren den Protest, sie geben
ihm Ausdruck, sie geben sich lebensnah heimatverbunden und gießen
daraus volkstümliche Reden. So werden langsam Prozentzahlen,
Einfluss und Macht daraus. So breitet sich Populismus aus.
Mittwoch, 16. November 2016
Industrie 4.0
"Industrie 4.0": Das soll
die 4. industrielle Revolution bedeuten. Technischer und
gesellschaftlicher Wandel. Großzügiger Robotereinsatz, Internet der
Dinge, industriemäßiger Einsatz von Künstlicher Intelligenz,
automatische Fertigung. Wegfall von primitiven Arbeiten, aber auch
von vergleichsweise anspruchsvoller Dienstleistung. Kurzum: der
Wegfall von Millionen Jobs. Asiaten sollen da weit vorne sein, heißt
es. In Japan soll Industrie 4.0 bereits schon zu großen
Produktionsfortschritten geführt haben. Jetzt mitmachen, sonst droht
eine Niederlage, so tönen die Unternehmensberater allenthalben. Es
könnte eine Beschäftigungskrise von nie da gewesenem Ausmaß
bedeuten. Wer werden die Gewinner sein, wer die Verlierer?
Produktionsstätten modernisieren oder gleich neu bauen. Mitarbeiter
neu qualifizieren oder gleich neu finden, "erfinden". Deutliche Reduzierung von
Beschäftigten. Ob das eine Erhöhung der Produktivität der
Wirtschaft bedeuten würde? Wem das wohl nützen würde? Den
Unternehmen, klar. Aber auch einer ganzen Volkswirtschaft? Ob der
Kuchen der Arbeit somit noch kleiner würde? Ob Arbeit an sich dann
nicht vollkommen neu zu bewerten wäre? Ob nicht große soziale
Spannungen zu erwarten sind, wenn immer weniger Leute scheinbar
wichtige Vollzeitjobs haben und die anderen gar nichts oder "Prekäres"? Ob das nicht
einen Einfluss auf die Rentenproblematik haben dürfte? Wenn immer
weniger Leute immer mehr Güter herstellen. Ob man so etwas nicht als
Steigerung der Produktivität bezeichnet? Für dieselbe
Wirtschaftsleistung immer weniger Arbeitskräfte benötigen? Ob so
etwas, auch noch in diesem krassen Ausmaß!, nicht helfen könnte,
gewisse demografische Problem und damit zusammen hängende
Rentenprobleme zu entschärfen? Fintech ersetzt jetzt schon
angestammte Bankendienstleistung und lässt wohl nur die Spitze eines
Eisbergs ahnen. Wie wird wohl die Legitimation der wenigen
Arbeitsplatzbesitzer ausfallen? Wie werden sie es rechtfertigen vor
den anderen, die nichts haben werden? Ob die Diskussion um ein
bedingungsloses Grundeinkommen dadurch neu entfacht und vorwärts
gebracht würde? Gewisse einflussreiche Kreise im Silicon Valley
argumentieren schon genau damit als einer Selbstverständlichkeit.
Welche Konsequenzen das wohl auf unseren Alltag hätte? Ob nicht Wert und Ziele wie „Selbstfindung“, „Selbstverwirklichung“,
„karitative oder soziale Mitarbeit“ dadurch eine neue Bewertung
erfahren würden? Ob nicht überhaupt unser Alltag und die damit
verbundenen Lebenswelten neu strukturiert sein würden?
Dienstag, 15. November 2016
Obsoleszenz (3)
Obsoleszenz hat auf sehr direkte Weise mit dem
Bestreben nach Profit zu tun, dem Hauptanliegen von Managern eines
Produktes. Wenn ich die Qualität dieses Produkts langsam sinken
lasse, wenn ich z.b. Kunststoff statt Metall verarbeiten lassen, was
tendenziell billiger ist und auf diese Weise die Kosten senkt, so
spare ich ein und senke die Qualität des Produkts, ohne dass es der
Konsument merken kann. Der Wettbewerber macht natürlich genau
dasselbe. Der Konsument müsste, um die Qualität eines Produkts
halbwegs glaubhaft abschätzen zu können, Parameter wie
„Betriebszeit bis zum möglichen Defekt“ kennen. Da er dies aber
nicht tut, ist er den Mechanismen des gewollten Verfalls schutzlos
ausgeliefert. Was ist ökonomische Logik dabei? Beispielsweise: ein
gesättigter Markt. Wie kann ich den Profit anheben? Durch die
schlechtere Verarbeitung von Produkten, durch die Einsparung bei den
verarbeiteten Teilen, was eine unmerkliche Abwärtsspirale in Gang
setzt, die zur Folge hat, dass Produkte immer schneller defekt sind
und ersetzt werden müssen. Einzige Bedingung: der Kunde darf es
nicht merken. Denn ansonsten würde er zur Konkurrenz wechseln, die
dasselbe Spiel jedoch schon längst auch praktiziert. So können die
nach außen (im „Markt“) sichtbaren Kosten gehalten werden und
der Gewinn kann trotzdem gesteigert werden.
Montag, 14. November 2016
Postfaktizismus und Protest
Ob dies ganze, von mir in vielen Blogs skizzierte
Szenario etwas mit dem Zulauf zu „Protestparteien“ zu tun hat?
Was soll man wählen, wenn man nicht einverstanden ist mit dem Filz
der Parteien, die alles zu kontrollieren scheinen, was mit der
Öffentlichkeit in dieser parlamentarischen Demokratie zu tun hat?
Muss deshalb eine Sympathie für irgendwelche Dumpfbacken vorhanden
sein, die sich als eine Art Schwamm dieses Protests gerieren und sein
Potential in sich aufsaugen? Die mit rein emotionalen Gegebenheiten
agieren? Also keineswegs „Body and Soul“? (was man wohl jetzt "postfaktisch" nennt!) Die die Wirklichkeit
nach ihrem Belieben deuten und sich so an den nicht nur in den USA, sondern überall
grassierenden Postfaktizismus anhängen? Diese Frage stellt sich
leider in ganz Europa. Was wohl die Gründe dafür sind? Ob sich
allmählich eine verkrustete und sehr auf Machterhalt bedachte Klasse
in dieser Gesellschaft als „Elite“ aufspielt? Die soziologisch so
bezeichnete vertikale Durchlässigkeit der Gesellschaft hat vielen
Untersuchungen gemäß und auch vom Gefühl her gerade in Deutschland stark
nachgelassen. Ob es eine Herrschaft der Unfähigen und Abzocker gibt?
Wie wohl das globale Großkapital mit solchen Gegebenheiten umgeht?
Ob hier Lebenswelten entstehen, die sich auf nichts anderes als auf
Beziehungen, Abhängigkeiten, Macht und Geld gründen? Mit eigenen
Bezüglichkeiten, mit Werthaltungen, mit einem speziell gezüchtetem
Bewusstsein und einem Selbstverständnis, das von denen, die oft und bestenfalls zu
puren Serviceleistern herabgewürdigt werden, viel zu oft mitgetragen
wird. Ob dabei der alte amerikanische Traum eine Rolle spielt, man
könne alles schaffen, wenn man es nur wolle? (wohin dies führt, war bei den jüngsten Wahlen zu bestaunen...) Wie wohl hierbei der
oft missbrauchte Begriff „Leistung“ seine Rolle spielt? Ob auch
dies eine gewisse Form und Phase des Neoliberalismus charakterisiert?
Wer wohl etwas davon hat? Ja klar ist das in anderen Nationen noch
viel viel schlimmer! Aber wollten wir ohnehin nicht etwas weiter
sein? Fühlen wir uns nicht als Hort eines demokratischen
Versprechens? In einer wohlbestallten Gesellschaft, die sich dauernd einredet, im "globalen Wettbewerb" besser zu sein?
Sonntag, 13. November 2016
Fernsehdiskussionen
Ich
wachte nachts auf, konnte nicht einschlafen. Lesen? Nein, zu müde....
Also eine TV-Sendung ansehen, die ich aufgezeichnet hatte. Ich wählte
„Anne Will“ vom vorvergangenen Sonntag, eine Sendung, die sich
offenbar mit der Zukunft unserer digitalen Welt befassen wollte. Da
saßen die Lobbyisten und Propagandisten dieser digitalen Welt,
tauschten Ansichten aus und waren sich sogar mit der frisch
gebackenen SPD-Landesvorsitzenden einig: die digitale Welt wird
kommen, egal, was sich tue. Arbeitswelt 4.0. olé! Wie ein Schicksal, wie eine Verdammnis wird sie über uns kommen. Es gilt nur, die sozialen Auswirkungen
halbwegs abzumildern, sich anzupassen mit allem, was uns gerade noch so möglich ist.
Dies (und nur dies!) sei der Fortschritt, so die Botschaft. An der Seite des Halbkreises saß Manfred
Spitzer, jener Gehirnforscher aus Ulm, der es gelegentlich wagt, die
Stimme gegen solche scheinbaren Zwangsläufigkeiten zu erheben und von der Gehirnforschung aus zu argumentieren. In
der Mitte, wie immer, eine scheinbar souverän grinsende und selbstgefällig selbstzufriedene Moderatorin, die versuchte, das Gespräch in ihrem
Sinne zu lenken. Alleine schon das gab einen Einblick in den TV-journalistischen Alltag: es gilt Kompetenz darzustellen, auch wenn
sie gar nicht da ist. Was zählt, ist der Eindruck von Weltläufigkeit
und einem Überblickertum, das "gewöhnlichen" Menschen weit überlegen ist.
Von diesem Standpunkt aus gilt es, die richtigen Akzente zu setzen,
Allgemeinverständlichkeiten herzustellen und ein Thema zu verfolgen, andere Menschen und Ansichten in die richtige Richtung zu lenken (was meist heißt, ihnen ins Wort zu fallen...).
Die auf mich selbstgefällig wirkende Art, in der diese Dame
regelmäßig agiert, ist mir schon oft etwas unangenehm aufgefallen.
Aber soll's, solange die Quoten stimmen? So etwas werden die durch GEZ-Gebühren abgesicherten ARD-Hierarchen wohl gedacht haben. Nach einer durchaus längeren Zeit, in der Spitzer
nicht zu Wort gekommen war (ob das die feine Art der Gesprächsführung
ist?), verschaffte der sich selbst das Wort und warf seinem Gegenüber
unter anderem „Ahnungslosigkeit“ vor. Dies wollte der nicht auf
sich sitzen lassen und warf Spitzer nun wieder überlegen grinsend „schlechte
Manieren“ vor, worauf ihm der FDP-Vorsitzende lässig assistierte.
Anschließend wurde in einer seltenen Einigkeit über Spitzer
hergefallen, die diesen sichtlich erboste. Was hier aufeinander
prallte, waren Vertreter verschiedener Weltsichten, die sich gegenseitig
Ignoranz vorwarfen, weil sie sich keinen Schritt weit auf jemanden anderen einlassen konnten oder wollten. Dies ist in Talkshows so üblich und nichts
Erwähnenswertes. In diesem Falle war es der nach meiner
Einschätzung aber völlig inkompetenten Gesprächsführung geschuldet,
die von vornherein und gut erkennbar eine
bestimmte Meinung darstellen lassen wollte, während sie andere Ansichten für
abseitig hielt. Ob nun Spitzer recht oder unrecht hat, ob er gute oder schlechte Manieren ausstrahlte, mag
dahingestellt sein. Ihn aber über dermaßen lange Zeit mehr oder
weniger ruhig zu stellen und nicht zu Wort kommen zu lassen,
entspricht meiner Meinung nach nicht einer kompetenten
Gesprächsführung und verrät einen Mangel an Empathie, der
beachtlich ist. Wie es auch laufen kann, zeigte der Auftritt einer
vollverschleierten Dame in der darauf folgenden Woche, die sich so
ausführlich so artikulieren konnte, dass dies anschließend ein sehr beachtliches öffentliches Echo fand. Dies mag wohl der Hauptzweck
dieses Auftritts gewesen sein und mag die Will-Redaktion genauso wie
die durch die Schleier-Dame vertretenen Kräfte befriedigt haben. Die
Hauptfrage aber ist doch: ist die sogenannte Digitalisierung etwas, was
über einen wie ein Schicksal hereinbricht, - oder ist es erlaubt,
die eine oder andere kritische Frage dazu zu stellen, die eine oder andere Einwendung dazu zu haben?
Samstag, 12. November 2016
Kritik
Ich stelle etwas fest, was mich dann doch stark
verwundert. Wer es wagt, die „Eliten“ zu kritisieren, wer etwas
gegen sie und ihre Legitimationen hat, wird sofort in eine
rassistische und totalitäre Ecke gestellt. Ob das der Weg einer
wehrhaften Demokratie ist, oder ob sich „Eliten“ mit all ihrer
Power damit vor Kritik schützen wollen? Enttäuscht zu sein von den
„etablierten Parteien“ ist nicht mehr in, - so die Suggestion.
Kritik lohnt sich nicht und schadet nur der Demokratie. Die Frage
erhebt sich, welche Rolle wohl Kritik in einer Demokratie spielt.
Welche Rolle sie überhaupt in der Fortentwicklung und Dynamik einer
Gesellschaft spielen kann. Gibt es einen Käfig, der „political
correctness“ heißt? Wer bestimmt seine Inhalte? „Eliten“?
Welche? Wer immer herunter bügeln, öffentlich in seinem Sinne
bearbeiten oder moderieren will, der steht eines Tages vor einem
Scherbenhaufen: aktuelle Beispiele gibt es genügend. Doch was bei
einer öffentlichen Erregung heraus kommen kann, das zeigt die
aktuelle Entwicklung auch und ist hochgradig erschreckend.
Freitag, 11. November 2016
Eine deutsche Partei
Da ist eine deutsche Partei, die einst auf der
außerparlamentarischen Opposition fußte und dabei nicht mit
zimperlichen Mitteln hantierte. Sie gibt sich heute extrem staatstragend
und glaubt, mittels ihrer Repräsentanten Respekt und „seriöse“
Umgangsformen einklagen zu können. Sie gehört offenbar mittlerweile
voll zum früher heftig kritisierten Establishment. Vom einen Extrem
ins andere, so möchte man beklagen. Wäre doch soooo radikal nicht nötig gewesen.
Alles, was nicht ihrer Meinung entspricht, wird derzeit ausgegrenzt und allzu gerne den „Nazis“ oder dem Begriff „rassistisch“ zugeordnet. Von
Basisdemokratie und Mitbestimmung des Volkes (früher eines ihrer wichtigsten Anliegen) ist sowieso kaum mehr
die Rede, eher von einer möglichen Koalition mit dem einstigen,
heftig bekämpften Mitbewerber, der das Volk auch schon mal mit der
Polizei und Wasserwerfern bekämpfen lässt. Da ich in der Gegend von
Stuttgart wohne, kann ich hier auf einschlägige Erfahrungen
verweisen. Ansonsten scheint dieser "Wettbewerber" als einzige Fraktion des Bundestags, die sich keinerlei Gedanken um plebiszitäre Elemente im Grundgesetz zu machen scheint, der Meinung "Vox populi, vox Rindvieh" zu sein (ich muss "scheint" schreiben, aus juristischen Gründen). Einstige wichtige Entscheidungsträger sind inzwischen Berater bei der Großindustrie und lassen sich es sehr sichtbar gutgehen. Währenddessen will ein politisch korrekt geschniegelter und gestylter Justizminister in Ausnahmefällen
(Ausnahmen!, nun ja, die natürlich meist gewährt werden!) die Kinderehe von 16- bis
18jährigen Frauen zulassen. Ob das dann multikulturell political correct ist? Seine Partei findet das gut und korrekt. Hauptsache! Was „political correctness“
bedeutet, definiert vor allem eine gewisse selbst sich so erklärende und verklärende "Elite" (mitsamt dem feinen Justizminister), deren Angehörige
hauptsächlich der "richtigen" Partei angehören sollen und dieser "richtigen" Meinung
sein sollen. Was in deren Weltbild passt, soll gefälligst „korrekt“
sein, was abweicht, gilt als „unkorrekt“. Gerne wird auch
„konstruktive“ Kritik eingefordert und ein sehr ernstes Gesicht
dazu gemacht.
Donnerstag, 10. November 2016
Obsoleszenz (2)
Was Obsoleszenz ist?
Drucker gehen blitzschnell kaputt und sind nicht zu reparieren. Die
Tonerkartuschen darin melden, sie seien leer. Lässt man das Gerät
aufschrauben, so kann sich herausstellen, dass sie gar nicht leer
sind und bei entsprechender Manipulation und Neueinstellung des dazu
gehörigen Chips noch lange Dienst tun können. Zwei Drittel aller
Flachbildschirme fallen irgendwann aus, weil Elcos kaputt gehen.
Diese Teile sind sehr billig, aber in den Geräten oft auffällig
falsch verbaut oder falsch dimensioniert, so dass sie in absehbarer
Zeit kaputt gehen müssen....., - müssen? Ein Schelm, wer sich Böses
dabei denkt. Beispiel Waschmaschinen: früher hat man sehr viel mit
Stahl und Eisen hergestellt. Heute ist das oft aus Kunststoff, was
die Haltedauer deutlich absenken kann. Ersatzteile sind meist sehr
teuer oder von vornherein nicht zu beschaffen. Sie sind billiger
klar, halten aber auch nicht lange. Spezialisten rechnen aus, was
dies der Firma am Gewinn bringt. Handys? Smartphones? Akkus sind oft
fest verklebt, so dass gar keine Alternative zum Neukauf bleibt. Auch
werden gerne bizarre Schräubchen und Gewinde eingesetzt, die jede
Reparatur von vornherein unterbindet. Erstaunlich auch Glühbirnen.
Vom Bauprinzip her könnten sie ewig halten. Doch 1926 trafen sich
die Vertreter der Herstellerfirmen und verabredeten, dass eine
Glühbirne nicht mehr als 1000 Stunden halten solle, - was bis heute
gilt, selbst unter den Bedingungen, die nach der EU-weiten
Abschaffung der Glühbirne zugunsten einer meist Quecksilberhaltigen
und deshalb schwierig zu entsorgenden „Energiesparlampe“ gelten.
Wie man wohl so etwas nennt? Ob der Begriff „Kartell“ angemessen
ist? Ob durch solche Verabredungen und Beeinflussungen von
Haltbarkeit der Umsatz der Firmen angekurbelt werden soll? Insbesondere der Gewinn? Wem das wohl nützt? Wer sind „die
Konzerne“? Sind das Kapitalzusammenballungen, Organisationen, die
sich zum Ziel gesetzt haben, möglichst viel Gewinn zum Nutzen ihrer
Aktionäre zu machen? Ob Obsoleszenz öffentlich diskutiert wird? Welche Rolle dabei die EU spielt? Nichts Genaues weiß man dort nicht. Es gibt Grenzfälle.
Abwiegelungen. Da sind Mutmaßungen, Indizienbeweise und Ähnliches.
Die Entscheider mauern gewaltig. Es wird nichts zugegeben und alles
bestritten, was Obsoleszenz angeht.
Mittwoch, 9. November 2016
Wahldebakel
Es scheint mich schon gestern das befallen zu haben,
was die meisten politisch denkenden Leute heute befallen hat:
Schockstarre. Mir schwante Übles. Der Brexit war das Modell dafür. Die Welt scheint sich nun tatsächlich über Nacht
radikal geändert zu haben. Spätestens jetzt muss sich Europa
unbedingt finden! Doch die politische Klasse veranstaltet Sitzungen
und Meetings, bei denen nichts herauskommt. Ob Umwelt mit
Klimakatastrophe, Rente, Bundespräsident oder Supermarktgeschachere:
Leerlauf, Verschiebungen, Eiern, leiern, - Nichts. So kann das nicht weiter gehen, denken sich viele. Nicht mal Bundespräsident will jemand werden. Auch die EU macht keinerlei Anstalten, die Bedeutung des Brexit für
sich zu bewerten. Sie scheint einfach weiter zu machen wie bisher. Wohin dies führen kann, machen jetzt gerade die USA vor. Als sehr ernstes Warnzeichen wird die Wahl von den politischen Entscheidern aber nicht
verstanden. Eher als Unfall. Wenn es schlecht läuft, dann wird diese hohle „politische Elite“ auch in Europa weggefegt werden. Einfach, weil
sie leer ist. Weil die Küngelei und gegenseitige Bevorteilung bis
hin zur Korruption über ihr schwebt, weil sie das Volk, vox populi,
nicht mehr hinter sich zu haben scheint.Weil sie die digitale Welt nicht verstanden hat. Und ihr das alles offenbar völlig egal ist. Es profitieren davon
faschistische und rassistische Autoritätsfiguren ohne jede Manieren.
„Durchsetzungsstarke“ Personen ohne jede Moral.
Montag, 7. November 2016
Sonntag, 6. November 2016
Wem Palmöl nützt
Palmöl? Wichtig für den
Biosprit in den Industrieländern. Seine nachhaltige Gewinnung z.b. in Borneo
oder auf Sumatra soll durch einschlägige Zertifikate garantiert
werden. Problem nur, dass nicht ganz klar scheint, was die
Zertifizierung eigentlich zertifiziert. Ob etwa riesige Monokulturen
als „nachhaltig“ bewehrt sein können? Welcher Begriff von
„Nachhaltigkeit“ da wohl dahinter steckt? Ob etwa
Zuwiderhandlungen mit Sanktionen belegt sind, also bestraft werden?
Dies scheint nicht unbedingt so. Und weil der größtmögliche Profit
für alle Konzerne die Leitlinie abgibt, wird dies wohl letztenendes
auch hier die Leitlinie abgeben. Hm. Und wenn jemand expandieren
will, - für alle wohlmeinenden Müslis, besonders in den
Industriestaaten, dann tut er es einfach.... ist ja nicht
ausdrücklich verboten.....Leidtragende sind unter anderem die Urang
Utans, die deswegen wohl aussterben müssen. Leidtragende sind wohl genauso diejenigen Einwohner, die sich noch gegen die Palmölfirmen wehren. Der ganze
abgeholzte Regenwald schneidet dabei womöglich mit allen ökologischen,
menschenrechtlichen und sozialen Auswirkungen nicht besonders gut ab.
Es wird immer weiter geholzt, aufgekauft und mit schweren Maschinen
platt gewalzt. Eine kleine Minderheit profitiert davon, eine große
Mehrheit leidet womöglich darunter. Das Modell hat sich
marktwirtschaftlich „bewährt“ und wird offensichtlich flankierend mit allerlei
Einschüchterungsmethoden flankiert. An was ich mich erinnere: Etwa 70 Prozent des Regenwalds
sind bereits weg. Die Natur verschwindet, damit Regierungen der
Industriestaaten zusammen mit ihren europäische Ökos
„umweltschonend“ Biosprit fahren können. Bei der EU wird das
Thema weitgehend totgeschwiegen, obwohl inzwischen eine Studie vorliegt, die
darlegt, dass einige Arten von Palmölsprit etwa 80% schädlicher für
die Umwelt ist, als fossiler Sprit. Er hat demnach mit Abstand die
schlechteste Energiebilanz aller Rohstoffe. Die EU freilich hat mit
ihrer Komission wohl wider besseres Wissen längst beschlossen, wie es
nach 2020 mit den erneuerbaren Energie weiter gehen soll. Wichtig
scheint nur zu sein, dass in Europa von einer kleinen Schicht und den
Konzernen möglichst viel verdient wird. Nun ja, was will man
erwarten von einer Komission,
deren ehemaliger Präsident Baroso unlängst bei Goldmann Sachs
angeheuert hat und deren aktueller Präsident Jean-Claude Juncker
heißt, der als Regierungschef in Luxemburg wohl jahrelang eine
Steuervermeidungsstrategie für Großkonzerne befördert hat. Wenn es
ums Geld geht, ist der Umweltschutz halt zweitrangig. Der Einfluss
der Automobillobby erscheint da recht zuverlässig.
Samstag, 5. November 2016
Freitag, 4. November 2016
Mutiger Martin
Heute
schieben Manager gerne alle Einwände und Kritik
mit dem Hinweis „das ist der globale Wettbewerb“
ab, während ihre untergebenen Mitarbeiter (die solche mäßigen
Lenkungsleistungen gegenüber „dem Kunden“ oft zu vertreten und
zu verantworten haben...) einem regelmäßig den erst bedauernden und
dann wütenden Bescheid stoßen „Wissen Sie, da können wir nichts
ändern“. "Wir führen auch nur aus...". Junker Martin Luther war anders. Der Mythos des heutigen
globalen Wettbewerbs hieß bei ihm damals „Kirche“, die alles
wusste und der alles, wirklich alles überantwortet war, vom
Tagesablauf, der Bildung (die natürlich dem Klerus vorbehalten war)
bis zu den letzten Dingen. Er aber glaubte nicht an diese Mechanismen
und hinterfragte, jawohl, er stellte in Frage, er hatte Mut und
begehrte auf....er ging damit heraus aus dem Privaten und wurde darin sogar sehr öffentlich. Er beugte sich
nicht der Macht, er leistete sich den Trotz des Individuums, er
entlarvte gängige Phrasen, denkfaule Klischees und versuchte, die
Masse der Gläubigen zur Substanz der Bibel zurück zu führen....er
glaubte nicht an den Popanz sondern an die Heilige Schrift. „Hier
steh ich nun und kann nicht anders...“: Stark, - das nötigt mir tiefe Bewunderung ab und kann im Verhältnis 1:1 auf das Heute
übertragen werden.
Donnerstag, 3. November 2016
Was ich hier mache
Was
ich hier mache? Ich greife etwas aus der Flut von Informationen,
Meinungen, Einschätzungen und Aussagen heraus, die täglich auf uns
einstürmen. Von „Experten“, Wichtigtuern, Meinungsstreuern,
-bestätigern, Multiplikatoren und vielen anderen. Das große
Rauschen halt. Aus irgendeinem Grunde ist sie an mir hängen
geblieben, diese Meinung, hat sich in meinem Hirn verhakt. Ich
schreibe sie auf, versuche, sie mir bewusst zu machen. Es gehen mir
bestimmte Sachen eine Zeit lang durch den Kopf. Also versuche ich
mich zu erinnern, versuche möglichst genau zu recherchieren, - und
dann aufzuschreiben. Nicht immer kann dabei das Copyright-echte und
auf jede journalistische Nachfrage korrekt Beantwortbare heraus
kommen. Ein zugestandener Mangel, gewiss. Auch ist nicht alles in mir selbst gewachsen. Keineswegs. Ich gebe
mir im Hinblick darauf jedoch alle Mühe, allein schon, um mich nicht angreifbar zu
machen. In erster Linie versuche ich dabei ohnehin, eigene
Gedankenfrüchte aufzunehmen. Reaktionen. Einstellungen. Haltungen.
Sichtweisen. Gelegentlich versuche ich aber auch das aufzunehmen und
hier zu deuten, was mich „aufgekratzt“ hat, was an mir hängen
geblieben ist, was mich freut, was mich ärgert, was mich provoziert.
Ich versuche dann daran das zu finden, was alle betrifft, was
gesellschaftliche Lebenswelten prägt, was Einfluss auf uns als
Gesellschaft hat, wie wir leben (müssen), ob wir wollen oder nicht. Machtstrukturen,
schichtspezifisch typische Einstellungen, sozial geprägte Meinungen,
ökonomische „Verdichtungen“: alles kann hier Eingang finden. Ich
versuche auf diese Weise eine Reise durch Lebenswelten und den mit
ihnen verbundenen Lebenswelten zu machen. Empathie einüben. Ich nehme dabei
Informationen auf, versuche über meinen Tellerrand zu schauen und
zu staunen. Aber ich versuche auch, mich auf das zu verlassen, was
ich kennen gelernt habe.
Mittwoch, 2. November 2016
Räusche
Billigen italienischen
Wein der Marke „Soave“ gesoffen und mich dabei an meine Jugend
erinnert. Wir soffen das Zeug damals aus EU-Beständen. Bis zum
Erbrechen. Bis zum Koma. Viel zu oft. Das war der Gesundheit nicht
gerade förderlich. Aber wer schert sich darum, wenn er jung ist? Klar,
wir haben ja nur das Angenehme wahrgenommen. Heutzutage saufen
diejenigen, die es sich leisten können, teuren Barolo aus der
Toskana, „Chateau Mouton Rothschild“ aus der Gegend um Bordeaux
oder wie das Zeug alles heißt. Sie haben was davon. Das Zeug ist ja
wirklich gut. Mir hingegen geht es jetzt schlecht, ich scheise
schleimig und ich nehme es immer noch nicht so einfach hin, dass es
so ist. Ich kenne den Geschmack, den man auch haben kann, wenn man
ihn sich leisten kann. Ich habe auch die Leute kennen gelernt, die so
etwas wie selbstverständlich zu sich nehmen. Die sich abschotten
können im Genuss. Das ist immerhin besser als alte Sportwagen
sammeln, Oldtimer. Kann auch ein Hobby sein. Technikbegeisterung,
gerade dann, wenn man selbst ein Oldtimer ist. Dann hat man die Zeit
un d das Geld und die Muse dazu. Ich beobachte das.
Dienstag, 1. November 2016
"Schlitzaugen" und andere Phänomene
Der EU-Digital-Kommissar Oettinger schwadroniert über
„Schlitzaugen“ und weiß unter diesem eher rassistischen
Blickwinkel nicht wirklich viel Positives über diese Schlitz-Leute. Er kommt
damit eine Zeit lang ein bisschen ins Gerede, wird daraufhin dann zum
Haushaltskommissar befördert. Die EU (die es leider geschafft hat,
sich über die Medien mit Europa gleichzusetzen) hat 50 000
Beschäftigte, davon verdienen 5000 mehr als die Bundeskanzlerin.
Meist tun sie nichts. Ja, so dumpf plakativ kann man das sagen. „So
lange sie keinen Schaden anrichten“, mag man da sagen. Das tun sie
aber schon gerne einmal, indem sie unsägliche Gesetze zur
„Vereinheitlichung“ auf den Weg bringen, die ihnen meist von
Lobbyvertretern vorgeschlagen werden. So wird gerne darauf verwiesen,
dass jenes großartige Gesetz, das bestimmt, wie krumm eine Banane
sein dürfe, von den Vertretern der Supermärkte selbst vorgeschlagen
wurde. Wow!, so möchte man sagen. Das wirft aber ein eher
ungünstiges Licht auf diese Leute und die Lobbyarbeit, der sie
offenbar ausgesetzt sind. Ansonsten ziehen sie so richtig europamäßig
ständig zwischen Brüssel und Straßburg hin und her, verfügen aber
noch nicht einmal über das Gesetzgebungsrecht, geschweige denn das
Recht, Gesetze vorzulegen. Das macht die Kommission und der Europarat,
die die Vollmachten dazu haben. Die erlassen Gesetze und
Verordnungen und setzen sie in Kraft. Insofern gibt es nicht das
Prinzip der Gewaltenteilung, das vielleicht wichtigste Prinzip einer
demokratischen Grundordnung. Es ist eine unsinnige Ansammlung von
Experten, die ständig ihren eigenen Fehlern nachspüren und
öffentlich betonen, wie wichtig sie seien. Wer hinterfragt, wird
sehr schnell zu den Eurokritikern kanalisiert, die es ja ohnehin übel
mit Europa meinen würden. Dabei könnte Kritik ja Bestandteil einer
Demokratie sein. Es ist hingegen eine Selbstermächtigung ohne
Beispiel. Ein Wasserkopf sondergleichen. Insofern hat dies durchaus
eine gewisse Ähnlichkeit mit jenen Bürokratien, die Franz Kafka in
seinen Werken oft verhandelt hat.
Montag, 31. Oktober 2016
Sonntag, 30. Oktober 2016
"Hallo Du!" (2)
Folgendes schrieb mir jemand zu meinem Blog „Hallo
Du!“:
„Früher, als ich mich noch nicht meines Körpers schämen zu müssen glaubte, badete ich gern nackt am See. Nicht wegen der Sexualität, sondern einfach, weil es paradiesisch war, so wie mich Gott schuf, umrandet von Schilf mit schillernden Libellen, Fröschen und seltenen Entenarten zu schwimmen. Heute bade ich immer noch gern am See - jetzt im Badeanzug, weil ich denke, meine zu vielen Pfunde nicht unbedingt präsentieren zu müssen, obwohl - wäre ich etwas selbstbewusster, täte ich das immer noch.
Mein bisher letzter Besuch am See: Zuerst nackte Akademiker, ältere Semester, diskutieren über Naturwissenschaft und machen nebenher Picknik. Als sie gegangen sind, kommt eine muslimische Familie mit einer deutschen Oma (Betreuerin?). Oma auch im Badeanzug, Papa komplett angezogen, Mama im Burkini, die beiden Söhne in Badehose. Papa steht am Ufer und bewacht Mama und die Kinder. Ich lege mich auf den Rücken und döse, als ich bemerke, wie Papa seinen Gebetsteppich ausbreitet und zu Allah betet. Bin etwas verunsichert und frage mich, ob er mich für eine Schlampe hält. Als sie gegangen sind, sitz ich allein in der Sonne. Ein älterer Herr in Badehose nimmt 5 Meter hinter mir Platz.
Nach einiger Zeit geht er in Badehose an mir vorbei ins Wasser und als er wieder herauskommt hat er nichts an und nimmt wieder einige Meter hinter mir Platz. Als ich zufällig herumschaue, sehe ich, wie er sich einen runterholt und mir provozierend in die Augen schaut. Schnell drehe ich ihm wieder den Rücken und denke, von solch einem Würstchen lasse ich mich nicht einschüchtern oder gar vertreiben, ich ignoriere ihn einfach, aber etwas mulmig ist mir schon. Überlege, ob ich ihn mit dem Handy aufnehmen soll, aber bekomme Angst, dass er dann aggressiv wird. Endlich naht eine andere Frau auf dem Rad. als sie aber den Exhibitionisten sieht, verschwindet sie wieder, mir wird's dann auch zu blöd und ich gehe.
Da verstehe ich die Muslime wieder, deren Frauen sich ganz verhüllen. Aber ist es nicht möglich, ohne die Sexualisierung, die Gier, das Benutzen anderer zur eigenen Befriedigung einfach zu missbrauchen, respektvoll miteinander umzugehen? Dann braucht man keine Verschleierung und wird als Mensch, was man bzw frau auch ist gesehen. Ist diese übertriebene lieblose Übersexualisierung nicht fast auch eine Religion? Muss man bzw. frau sich verhüllen? Warum kann man in beiden Fällen Frauen nicht einfach als ganz normale Menschen respektieren???
„Früher, als ich mich noch nicht meines Körpers schämen zu müssen glaubte, badete ich gern nackt am See. Nicht wegen der Sexualität, sondern einfach, weil es paradiesisch war, so wie mich Gott schuf, umrandet von Schilf mit schillernden Libellen, Fröschen und seltenen Entenarten zu schwimmen. Heute bade ich immer noch gern am See - jetzt im Badeanzug, weil ich denke, meine zu vielen Pfunde nicht unbedingt präsentieren zu müssen, obwohl - wäre ich etwas selbstbewusster, täte ich das immer noch.
Mein bisher letzter Besuch am See: Zuerst nackte Akademiker, ältere Semester, diskutieren über Naturwissenschaft und machen nebenher Picknik. Als sie gegangen sind, kommt eine muslimische Familie mit einer deutschen Oma (Betreuerin?). Oma auch im Badeanzug, Papa komplett angezogen, Mama im Burkini, die beiden Söhne in Badehose. Papa steht am Ufer und bewacht Mama und die Kinder. Ich lege mich auf den Rücken und döse, als ich bemerke, wie Papa seinen Gebetsteppich ausbreitet und zu Allah betet. Bin etwas verunsichert und frage mich, ob er mich für eine Schlampe hält. Als sie gegangen sind, sitz ich allein in der Sonne. Ein älterer Herr in Badehose nimmt 5 Meter hinter mir Platz.
Nach einiger Zeit geht er in Badehose an mir vorbei ins Wasser und als er wieder herauskommt hat er nichts an und nimmt wieder einige Meter hinter mir Platz. Als ich zufällig herumschaue, sehe ich, wie er sich einen runterholt und mir provozierend in die Augen schaut. Schnell drehe ich ihm wieder den Rücken und denke, von solch einem Würstchen lasse ich mich nicht einschüchtern oder gar vertreiben, ich ignoriere ihn einfach, aber etwas mulmig ist mir schon. Überlege, ob ich ihn mit dem Handy aufnehmen soll, aber bekomme Angst, dass er dann aggressiv wird. Endlich naht eine andere Frau auf dem Rad. als sie aber den Exhibitionisten sieht, verschwindet sie wieder, mir wird's dann auch zu blöd und ich gehe.
Da verstehe ich die Muslime wieder, deren Frauen sich ganz verhüllen. Aber ist es nicht möglich, ohne die Sexualisierung, die Gier, das Benutzen anderer zur eigenen Befriedigung einfach zu missbrauchen, respektvoll miteinander umzugehen? Dann braucht man keine Verschleierung und wird als Mensch, was man bzw frau auch ist gesehen. Ist diese übertriebene lieblose Übersexualisierung nicht fast auch eine Religion? Muss man bzw. frau sich verhüllen? Warum kann man in beiden Fällen Frauen nicht einfach als ganz normale Menschen respektieren???
Samstag, 29. Oktober 2016
Freitag, 28. Oktober 2016
Verkehr
Natürlich rufen sie jetzt wieder nach einer
Benzinpreiserhöhung, Die Grünen. Diesmal meint der Hofreiter Anton,
dass es viel zu billig sei, das Benzin. LKW-Maut und Tempolimit für
die Autobahn ist von ihm gefordert. Unter anderem. Klar, ist nicht zum ersten Mal gehört, -
Lieblingsthema. Typisch Grüne. Über den Preis Druck ausüben. Aber
Alternativen bieten die Alternativen nicht an. „Alternative
Antriebsarten“? Ob's danach wirklich aussieht? Öffentlicher Nahverkehr?
Nicht mal in der Stadt flächendeckend vorhanden, geschweige denn auf
dem Land. Man propagiert mal wieder Freie Fahrt für die
Besserverdienenden, denen höhere Preise natürlich nichts ausmachen.
Die Partei profiliert sich damit mal wieder als eine der
besserverdienenden Lehrer, der Politiker und der emporkömmlichen „Kreativen“, die
es sich leisten können, in der Innenstadt zu wohnen. Dabei sollte
sie einigermaßen konstruktiv über das Phänomen „Mobilität“
nachdenken. In neue Richtungen weisen. Etwas Alternatives aufzeigen. Aber jetzt, die
Benzinpreiserhöhung zum Vorteil des Staates?, das ist natürlich kein Etatismus. Was das ist, Etatismus? Für die Pendler müsste
es dann natürlich einen steuerlichen Ausgleich geben, so geht die
Mär'. Dabei sehe ich aber total schwarz, denn auf dem Säckel sitzt
der Schäuble und gibt so gut wie nix her. Die Grünen im Falle ihrer
demokratischen Machtergreifung würden's ihm gleichtun, denn der Staat braucht ja immer mehr Geld, so ihre Überzeugung. Es wäre auch
das erste Mal, wenn der Staat freiwillig auf etwas verzichten würde,
an das er so leicht heran kommt. Steuern machen natürlich diesen besserverdienenden Lautsprechern auch nichts aus, klaro. Die haben's
ja ohnehin. Und der Staat braucht Geld für KITAS, Schwimmbäder und andere gute
Zwecke...... jaja, der Staat ist ja sooo gut....alles irgendwie ausgeleiert.....
Donnerstag, 27. Oktober 2016
Politiker und Werte
Es scheint so, als habe
Teresa May, die neue Premierministerin Großbritanniens und jetzige Brexit-Statthalterin, vor dieser Zeit im Kabinett ihres Vorgängers
David Cameron den Brexit ganz entschieden bekämpft. Dementsprechende
Dokumente sollen jetzt heraus gekommen sein. Unter dem Thema „Was
Teresa May wirklich meinte“ macht die Presse jetzt eine straff
personalisierte Geschichte daraus. Dabei scheint der ganze Vorgang
doch eher symptomatisch für die gesamte gegenwärtig waltende
Politikerkaste zu sein und könnte durch unendlich viele Beispiele belegt werden: der möglichen Karriere wird die eigene Überzeugung
gerne geopfert, das eigene Vorankommen ist oberste Maxime jeglichen
Handelns. Opportunismus und Populismus sind längst Markenzeichen
dieser persönlich blassen Funktionsträger geworden und feiern unter basisdemokratischen
Vorzeichen Urständ. Die einzelnen Wähler scheinen angesichts der allgemeinen Informationsüberflutung ohnehin alles
durcheinander zu bringen, entwickeln aber in ihrer Masse eine
beachtliche Schwarmintelligenz, die dank zuverlässiger werdenden
Umfragen jederzeit abzufragen ist. Gibt es hier im Blog ein Politiker-Bashing? Ja, solange die
Korruption von solch opportunistischer Verhaltensformen nicht weit
entfernt ist und der Abstand zu den Bürgern und ihren Anliegen sich
ständig noch verstärkt. Sie nehmen ja für sich in Anspruch, jemanden zu vertreten. Haha. Politiker aller Couleur müssten genau jene
andere Vorgaben haben, die sie dermaßen offensiv überall verkaufen.
Mittwoch, 26. Oktober 2016
Religion und Kritik
Es scheint die Welt der „Wissenschaft“ zu geben
und diejenige des Glaubens, die sich keinerlei Beweise schuldig
glaubt, solange das Gegenteil nicht bewiesen ist. Es ist aber absurd,
an etwas zu glauben, bloß weil man sein Gegenteil nicht beweisen
kann. Weltweit spaltet Religion die Menschen in diejenigen, die
behaupten „Wir sind die Guten“ und die anderen sind demzufolge die
Schlechten. Das scheint eine Hauptaufgabe der Religionen zu sein: das
Ausgrenzen und das Einbeziehen. Die Gemeinde und die „Heiden“, die "Ungläubigen".
Der Glaube, im Besitz der absoluten Wahrheit zu sein. „Die Anderen“
sind das natürlich nicht und Ungläubige, die zu bekehren oder zu vernichten sind. So etwas scheint zur
gewalttätigen Überzeugung zu legitimieren. So entstehen Kriege oder
werden dadurch begünstigt. Schwierig ist das auch, weil Menschen,
die sich auf diese Weise indokrinieren lassen, sich immun gegenüber
Kritik geben oder sich gar persönlich beleidigt fühlen. Politiker
wollen einem zudem immer wieder weismachen, das man hier in
Zentraleuropa die Werte des christlichen Abendlandes genießen würde,
obwohl Demokratie, Menschenrechte, Meinungsfreiheit, Pressefreiheit
oder die Gleichberechtigung von Mann und Frau gegen die Religion
erfochten werden musste. Die Caritas-Legende trägt zudem dazu bei,
dass viele auch kirchenferne Mensschen glauben, die Kirchen würden
so viel Gutes tun. Einwand: Caritas und Diakonie werden wohl nur zu
1,8 % aus Kirchenmitteln finanziert, so ein paar Recherchen. Solange
Religionsvertreter glauben, im Besitz der absoluten Wahrheit zu sein,
solange deutsche Bistümer aus Steuergeldern (nicht Kirchensteuer!!!)
finanziert werden, aber vom völlig undemokratischen Vatikan
gesteuert werde, solange wir Berufschristen dafür bezahlen, dass sie
Homosexualität als Sünde bezeichnen, die wider die Natur wäre,
solange wir die alle nötige und durchaus auch konstruktiv gemeinte
Kritik am Islam als islamophob oder gar als rassistisch abtun, muss
wohl Kritik an der Religion sein.
Dienstag, 25. Oktober 2016
"Hallo Du!"
„Hallo Du!“. Wer heute auf Partnersuche ist,
sucht im Internet. Mit der richtigen App findet man jede Menge
Kandidaten. „Hi Süße!“. Fesselspiele am Wochenende,
Swinger-Vergnügen zwischendrin, Speed-Dating mit Zungenspielen:
alles ist möglich. Schnell muss es gehen. So geht Flirten heute. Flirten ist wie
Geschäfte machen. Gibst du mir, so gebe ich dir. Ein Austausch. Ein
Preisabgleich. Digital. Automatisiert. Anonymisiert. Und wie sieht's
im „Geschäftsleben“ aus, im Berufsleben? Jedermann nennt
jedermann „Du“. Das kommt aus dem Englischen und ist global.
Verpönt ist diese typisch deutsche Distanzierung, die da noch
differenzieren will und keine falsche Erwartungen aufkommen lassen
will. Aber genau das ist es, was Unternehmensführung will, wenn sie
das „Du“ einführt: mit Erwartungen spielen. Chefs zwingen ihre
Untergebenen, sie zu duzen. Das schafft scheinbares Vertrauen,
scheinbare Nähe. Ob damit Hierarchien abgebaut werden oder ob sie
flacher gehalten werden, wie das Ideal verspricht? Skepsis erscheint
angezeigt. Ob wir nicht doch etwas differenzieren sollten, ob alles
auf einem Austausch auf gleicher Augenhöhe beruht? Wer eine
Gehaltserhöhung will, dürfte es mit seinem „Du“ nicht
unbedingt einfacher haben. Es setzt voraus, dass beide Beteiligten zwischen der
persönlichen und der Sachebene unterscheiden können. Und das ist
nicht immer gegeben. Wie sieht es da beim „Dating“ aus? Da
scheint das meist auch nicht gegeben. Alle Beziehung scheint auch da
eine Frage des ökonomistischen Ausgleichs.
Montag, 24. Oktober 2016
Sonntag, 23. Oktober 2016
Wörter, Gedanken, - und das Sein
Wörter
sind missbrauchtes Material, sie lügen in ihrer Beliebigkeit, -
genauso wie inzwischen die tausendfach bearbeiteten Bilder/Fotos.
Verlogene Gesten herrschen vor, Posen, Verkaufe – die Hohlheit, die
Sinnlosigkeit in der Unterhaltung, sie feiert fröhliche
Urständ‘……Das Fröhliche, das Positive ist dabei sehr wichtig:
es bedeutet Betäubung, Überbrückung, Vergessen, Verdrängen, alles
um uns herum, wer wir sind, wer wir sein könnten…….. Der Flow
ist dabei wichtig, der Rhythmus, der scheinbar alles mit sich
fortreißt……der Fluss, dem wir uns anvertrauen könnten……Alles
ist schön nach den vorgegebenen Maßstäben....(zumindest für die,
die es sich leisten können....)
Samstag, 22. Oktober 2016
Selbstvergewisserung
Es geht um die Angst, Identität
zu verlieren. Identität?
Sie lässt man nicht so gerne in Frage stellen, darum geht’s: sich
selbst immer wieder seiner selbst zu versichern, dafür gibt der Mensch viel.
Menschen machen Grenzerfahrungen am Rande des Todes dafür und
meinen, dadurch sich selbst näher gekommen zu sein. Der Sprung mit
dem Fallschirm von Felsklippen zum Beispiel, Extremkletterei,
Grenzgänge im Himalaya und sonstwo in der wilden Welt, sind für viele die geeigneten Mittel, um
sich näher zu kommen. Für viel Geld kann man sich auch nach
Erdbeben und Naturkatastrophen rauflotsen lassen, auf Berge, Höhen und große Ausblicke, die einem etwas suggerieren. Im Extremen eine Ahnung von sich selbst erhaschen, so die Verheißung. In Todesnähe eine intensive Erfahrung machen, so die Sehnsucht.
Freitag, 21. Oktober 2016
Open minded
Offenheit. Open minded sein. Das könnte die
Fähigkeit des Menschen bedeuten, sich in all seinen
Entwicklungsphasen gegenüber neuen Anforderungen und
Entwicklungsmöglichkeiten zu öffnen, und das auch in
Grenzsituationen des eigenen Lebens. Bis hinein ins hohe Lebensalter
kann der Mensch sehr anpassungsfähig auf Situationen reagieren,
wobei sich im Laufe des Lebens Daseinsthemen herausbilden, die
ihrerseits auch eine relativ hohe Kontinuität geben. Dazu kann es
auch gehören, mit unserem eigenen
Inneren in Kontakt zu sein. Möglicherweise geht es weniger darum,
sich ständig zu optimieren und dabei nicht zu merken, wie fremd man
sich dabei wird und welche Defizite
im Entziffern oder
Entwerfen des eigenen Inneren bis hin zur völligen Unfähigkeit zur
Selbstwahrnehmung drohen. Die Folge davon sind erhebliche
Schwierigkeiten in der Kommunikation, die weitere Frustrationen und
Konflikte nach sich ziehen.
Im Zusammenhang dessen gewinnt der Begriff der Offenheit erst seine auffordernd allumfassende Bedeutung und kann durch eine ganze Existenz leiten. Güte, Gelassenheit oder Abgeklärtheit sind nicht Haltungen, die der Mensch diesen oder jenen genetischen Anlagen, diesen oder jenen Umweltbedingungen zufolge erhält. Sie sind vielmehr auch ein Zeichen für das Ausmaß, in dem ein Mensch offen blieb: Für ein Zeichen, das nicht als Zeichen für Erfolg und Misserfolg stand, sondern so plastisch und beeindruckbar blieb, dass es selbst in der Düsternis der Existenz den Anreiz zu neuer Entwicklung gab.
Flexibilität. Das heißt praktisch, nicht nur die Schatten der Existenz wahr zu nehmen, sondern auch jene Aspekte meiner Biografie zu erkennen, in denen ich gewachsen bin, in denen ich schließlich etwas aus mir heraus gebracht habe, mich „entäußert“ habe. Offen für die Frage sein: Wo befinden sich neue Entwicklungsmöglichkeiten und Pfade? Die Ich-Integrität bedeutet nicht nur, dass ich meine Biografie annehme, sondern dass ich auch ständig neue Aspekte meiner Person wahrnehme, sie spüre und sie verwirkliche. Im hohen Lebensalter erlebe ich einerseits vielleicht die körperliche Verletzlichkeit, aber andererseits birgt dies gestiegene Lebensalter auch die Fähigkeit des Menschen zu einer eher kosmischen Orientierung, d.h. seine Existenz in einen viel umfassenderern Zusammenhang einzubetten, dass sich das Selbst immer weiter ausdifferenziert, und soziale Beziehungen anders gestaltet werden. Kognitiv und emotional wachsen, das heißt auch das Selbstgestaltungspotential wahrzunehmen. Hannah Arendt sagt in ihrem Werk „Vita activa“ oder vom tätigen Leben“: „Im Austausch mit anderen Menschen zeige ich mich mit der Einzigartigkeit meines Seins, trete gleichsam auf die Bühne der Welt, gebe mich aus der Hand“. Es geht um den Austausch mit anderen Menschen in Tat und Wort.
Im Zusammenhang dessen gewinnt der Begriff der Offenheit erst seine auffordernd allumfassende Bedeutung und kann durch eine ganze Existenz leiten. Güte, Gelassenheit oder Abgeklärtheit sind nicht Haltungen, die der Mensch diesen oder jenen genetischen Anlagen, diesen oder jenen Umweltbedingungen zufolge erhält. Sie sind vielmehr auch ein Zeichen für das Ausmaß, in dem ein Mensch offen blieb: Für ein Zeichen, das nicht als Zeichen für Erfolg und Misserfolg stand, sondern so plastisch und beeindruckbar blieb, dass es selbst in der Düsternis der Existenz den Anreiz zu neuer Entwicklung gab.
Flexibilität. Das heißt praktisch, nicht nur die Schatten der Existenz wahr zu nehmen, sondern auch jene Aspekte meiner Biografie zu erkennen, in denen ich gewachsen bin, in denen ich schließlich etwas aus mir heraus gebracht habe, mich „entäußert“ habe. Offen für die Frage sein: Wo befinden sich neue Entwicklungsmöglichkeiten und Pfade? Die Ich-Integrität bedeutet nicht nur, dass ich meine Biografie annehme, sondern dass ich auch ständig neue Aspekte meiner Person wahrnehme, sie spüre und sie verwirkliche. Im hohen Lebensalter erlebe ich einerseits vielleicht die körperliche Verletzlichkeit, aber andererseits birgt dies gestiegene Lebensalter auch die Fähigkeit des Menschen zu einer eher kosmischen Orientierung, d.h. seine Existenz in einen viel umfassenderern Zusammenhang einzubetten, dass sich das Selbst immer weiter ausdifferenziert, und soziale Beziehungen anders gestaltet werden. Kognitiv und emotional wachsen, das heißt auch das Selbstgestaltungspotential wahrzunehmen. Hannah Arendt sagt in ihrem Werk „Vita activa“ oder vom tätigen Leben“: „Im Austausch mit anderen Menschen zeige ich mich mit der Einzigartigkeit meines Seins, trete gleichsam auf die Bühne der Welt, gebe mich aus der Hand“. Es geht um den Austausch mit anderen Menschen in Tat und Wort.
Donnerstag, 20. Oktober 2016
Einsichten
Deine
Anpassungsmimikry. Ein kleiner Teil eines Ganzen sein. Sich selbst
dabei verlieren als notwendiger Akt. Wie lange hälst du das durch?
Dieses „Später, später...“, es hält dich innerlich aufrecht,
während du äußerlich den Knecht gibst, aus Einsicht in die
Verhältnisse... Da sind die Anpassungsmechanismen der anderen, das
alltägliche Buckeln und dieses „bloß keine Empfindlichkeiten
zeigen“: das sanktionieren die anderen sofort mit Liebes- , das
heißt Geldentzug. Du musst funktionieren. Nicht krank werden. Wenn
du etwas kreieren würdest, wär das keine besondere Sache. Sofort
rückt jemand anderes an deine Stelle.
Wieso haben die so
wenig Abstand zu dem, was sie tun? Wieso können die sich so sehr
damit identifizieren? Haben doch alle studiert, haben sich im Blick
geübt, der im Alltäglichen das Unalltägliche aufsucht, der die
Distanz zu den Dingen und zu sich selbst sucht. Haben sich die
Analysemethoden angeeignet, um zu erkennen, dass in solch
eingeschlossenen Verhältnissen, in solchen betrieblichen Strukturen
die Macht wohnt und die Machtausübung anderer implizit
eingeschlossen ist. Wie kann man das so akzeptieren, sich dermaßen
zu eigen machen? Schon die dauernd praktizierte Formulierung „Wir“.
Wer ist wir? Der Betrieb? Einer, der stark ist? In diesen Zeiten? Der
sich ein Monopol erobert hat? Wir sind stark. Wer ist wir? Der dich
aber auch entlässt und dir Lohnzugeständnisse abringt, wenn er es
für nötig hält. Dann bist du nicht mehr der Betrieb. Der Betrieb,
dessen Chefs riesige Karossen fahren, die sie als Statussymbol
direkt vor dem Eingang parken. Der Betrieb, dass sind doch die
Kaufleute, die alles Wichtige diktieren. Alles Wichtige hat auf
dieser Erde mit Geld zu tun, nicht mit Geist. Sie müssen immer
wieder den Stallgeruch pflegen. An jedem Geburtstag, den irgendein
Kollege hat. Dann werden kleine Tischen aufgestellt und
Gemeinsamkeiten zelebriert.....
Mittwoch, 19. Oktober 2016
Entdeckungen (2)
Was ihr selbstverständlich erscheint, ist es für
mich noch lange nicht. Aber wir können zusammen im Nebel unserer
Ahnungen und unserer „Halbbildung“ stochern. Wir können zusammen
spekulieren. Es gibt dieses zusammen und das ist ein Wunder, -
gemessen daran, wie die Dinge zwischen Mann und Frau normalerweise
stehen. Sie war und ist verständlicher und selbstverständlicher
Antipode. Man hat normalerweise dass Gefühl, dass man sich erst mal
hinsetzen sollte und dem andern zuhören, sich einfühlen, irgenwie
dahinter kommen. Eine andere Perspektive. Aber man hat normalerweise
nie die Zeit, bzw. man lässt sich beständig ablenken von allerlei
sozialen Notwendigkeiten oder scheinbaren Notwendigkeiten. Man
„trinkt ein Bier miteinander“ und sitzt in der Kneipe, will dann
aber seine Lebensprobleme doch nicht so laut neben der lauten Musik
hinausposaunen. Aber in ein Smartphone, das darf schon sein. Man
verliert sich in Einleitungen, in Hinleitungen, in Rechtfertigungen
und anderen Erklärungen, man versucht, den Zusammenhang jemandem zu
erklären, was ja alles für sich schon der vollen Aufmerksamkeit
bedarf. Wir beide hingegen können sofort, quasi aus dem Stand, zum
Kern der Sache kommen. Wir verstehen Zusammenhänge nicht nur aus der
Lebensgeschichte, sondern aus einem psychologischen Verständnis für
den anderen.
Dienstag, 18. Oktober 2016
Montag, 17. Oktober 2016
Entfremdung
Die wollen von dem einen das, von dem anderen etwas
anderes, wie es halt so in ihr eigenes Bedürfnis-Schema reinpasst.
Der ganze Mensch mit seinen Fehlern und Schwächen interessiert sie
nicht. Man entwickelt ein gewisses Interesse, aber aus gewissen
Berechnungen heraus. Aus Interessenlagen heraus. Man gebraucht, ja
„missbraucht“ vielleicht gar den anderen. Man versucht, etwas aus
dieser Person für sich nutzbar zu machen. Ein Bedürfnis damit zu
decken. „Solange der auch etwas davon hat, ist es doch okay“, so
die oft gehörte Einlassung dazu. Das erinnert an Tarifrunden von
Gewerkschaften und Arbeitgebern. Es mag wohl so sein, dass es
verschiedene Ebenen des Gebens und Nehmens gibt. Es ist so etwas wie
die fleischgewordene Entfremdung. Einen Teil aus einer Person
„herausschneiden“ und sie anschließend für sich zu nutzen, sie
definierten Interessen zuzuführen, das ist gängige Praxis in
unserer Gesellschaft. „Die eine Person hat dies, die andere etwas
anderes“, so der oft gehörte Spruch dazu. „Ich nehme mir das,
was ich brauche“. Der Bezugspunkt ist die jeweils eigene
Bedürfnisstruktur, die sich auf wundersame Weise mit der anderer
Personen decken soll („Geben und Nehmen“). Allerdings: Je mehr es
„dem Alter“ entgegen geht, desto brüchiger wird dies Versprechen
oft. Es ist dann eher etwas Ganzheitliches gefragt.
Sonntag, 16. Oktober 2016
Kolosseum on my Mind
Rom ist stark. In jeder Sekunde. Ich sitze im Kolosseum und bin erschüttert,
beeindruckt und geschockt. Spielplatz von Emotionen, von den
Mächtigen geschürt. Panem und Circenses, Brot und Spiele, - der alte
Trick. Show und Ruhigsteller, die alten Mechanismen. Rom, religiöses Zentrum. Ich gehe umher
und erfahre, dass der Papst auch mal dabei ist, noch heute. Dass er
hier ist, der Sanfte. Religion im Sinne ihres Erfinders, ganz bei sich selbst. Und ich
berühre die Gegenwart. Ich sehe Funktionen. Alles abgemildert und
korrekt. Blitzableiter der Gefühle, Identifikation mit einer
abgenutzt mystischen Idee. Arena, der Ausdruck ist in der Werbewelt immer noch beliebt. Krieg universal und gewinnbringende Penetration des Anderen. Wie peinlich ist denn das? Unzeitgemäß zeitgemäß. Die
Vergangenheit bäumt sich auf, alles wird lebendig. Agression.
Rom brennt, zum Vergnügen eines römischen Potentaten. Aufbauen nach vorgegebenen Vorstellungen. Pläne für viele Jahre. Ein Koloss als riesiger Namensgeber. Poesie als Unterdrückungsapparat mit Kick. Kommunikationsdesigner schaffen heute scheinbare Klarheit und verklärte Unklarheit hat System. Wir sind dabei und sitzen auf den Rängen. Auf den billigen Plätzen ganz hinten. Als Beobachter. Registrierer. Vorne fressen oder saufen sie und ficken um die Wette. Alles Gute wird automatisch zugeführt. Von hinten, von unten, von überall. Da ist nur dies eine Leben. Wo sind wir? In der VIP-Lounge? Und ich überlege: ist da eine durchgehende Linie, was hat sich geändert? Sie brauchen das. Sie wollen bewundern und erschaudern. Es ist ihnen Effekt. Medien und ihre Vermittlerrolle. Auch da. Spielen ihre Rolle. Ihre Beherrscher sind nicht nur logistisch sehr effektiv. Pressen ab. Unterdrücken. Strafen und töten. Verwalten. Führen diesen penetrant permanenten Krieg. Setzen ein und ab. Überall und global. Tiere missbraucht. Kopf ab. Zerfleischt. Noch scheint das normal. In zehn Jahren sind wir technologisch weiter. Franz von Assisi, was sagst du dazu? Ich bin auf deiner Seite. Sollen wir zusammen weinen? Oder ist das zu "negativ"?
Rom brennt, zum Vergnügen eines römischen Potentaten. Aufbauen nach vorgegebenen Vorstellungen. Pläne für viele Jahre. Ein Koloss als riesiger Namensgeber. Poesie als Unterdrückungsapparat mit Kick. Kommunikationsdesigner schaffen heute scheinbare Klarheit und verklärte Unklarheit hat System. Wir sind dabei und sitzen auf den Rängen. Auf den billigen Plätzen ganz hinten. Als Beobachter. Registrierer. Vorne fressen oder saufen sie und ficken um die Wette. Alles Gute wird automatisch zugeführt. Von hinten, von unten, von überall. Da ist nur dies eine Leben. Wo sind wir? In der VIP-Lounge? Und ich überlege: ist da eine durchgehende Linie, was hat sich geändert? Sie brauchen das. Sie wollen bewundern und erschaudern. Es ist ihnen Effekt. Medien und ihre Vermittlerrolle. Auch da. Spielen ihre Rolle. Ihre Beherrscher sind nicht nur logistisch sehr effektiv. Pressen ab. Unterdrücken. Strafen und töten. Verwalten. Führen diesen penetrant permanenten Krieg. Setzen ein und ab. Überall und global. Tiere missbraucht. Kopf ab. Zerfleischt. Noch scheint das normal. In zehn Jahren sind wir technologisch weiter. Franz von Assisi, was sagst du dazu? Ich bin auf deiner Seite. Sollen wir zusammen weinen? Oder ist das zu "negativ"?
Samstag, 15. Oktober 2016
Freitag, 14. Oktober 2016
Spezialisten
Man
muss sein Potential entwickeln und abrufen... das ist der
Glaubenssatz dieser Gesellschaft. Ich hingegen lasse mich in der
Abfolge der notwendigen Tätigkeiten treiben, betäube mich, denke
daran und tue gleichzeitig etwas, funktioniere in meinem Nichtstun,
kriege noch etwas von der Realität mit:....der flotte, aber ach so
„kantige“ Steinbrück (der sich nie verbiegen lässt....wer
glaubt denn das? Was macht eigentlich die frohsinnige Ulla Schmidt? Auch als "Beraterin angeheuert? Kein Wunder
saufen die Spezialdemokraten als Partei ab...) hingegen heuert in der
guten Tradition der Spezialdemokraten bei ING-Diba an. Als Berater, Ratgeber, Guter Geist der Vorstandsetage.
Als guter Name mit tausend Beziehungen. Selbstverständlich sieht er
keinen Interessenkonflikt: sein Ministeramt sei ja schon 7 Jahre her,
so wird von oben beschieden. das lausige Abgeordnetenmandat, nun ja, er hat sich unlängst mit einer Rede im Parlament davon verabschiedet, ist ja eh nicht der Rede wert. Na, und der Chancellier Schröder hat's bei
Gazprom/Nordstream ohnehin schon schlimmer gebracht, da gab's keine größere Schamfrist. Nicht schlecht war auch
die Kurve, die der Wirtschaftsspezi Wolfgang Clement gefahren
hat..... Und der Grünen-Fischer, der Joschka, soll jetzt Siemens und BMW beraten, so ist zu hören. Ob das stimmt? Wer will, kann noch viele weitere Beispiele finden.
Donnerstag, 13. Oktober 2016
Überwachung
Es ist doch immer dasselbe: Terrorismus als Vorwand
für den Überwachungsstaat! Es ist das durchgehende Muster. Wieso
wollen gewisse Politiker das mit allen Mitteln? Aktionismus?
Beschwichtigung? Affirmation? Streben nach dem allgewaltigen Staat?
Eine gewisse totalitäre Tendenz? Wenn's drauf ankommt, klappt leider
viel zu wenig, Pannen treten gleich massenhaft auf! Auf eilig einberufenen "Pressekonferenzen" wird nach gehabtem Muster alles in einen einzigen Faktennebel zerquatscht. Und die bestallten Medien machen alle mit. All diese Sprach-
und Gesichtserkennungssoftware, die offenbar viel zu schweren
Bleiwesten, die viel zu wenig vorhandene Kommunikation mit den
Betroffenen und unter Behörden, die ja sowieso an den jeweiligen
Landesgrenzen endet (hey, was machen eigentlich die EU-Schnarcher?),
ein Geldfluss, der nicht auf Kosten der Allgemeinheit kontrolliert
werden sollte (hey, setzt mal eure „Spezialisten“ in Gang!), die
„Vorratsdatenspeicherung“, „Ermittler“, die Bescheid wissen
und nicht handeln und vieles mehr......, es gilt trotz der in allen Medien beklagten Dauerereichbarkeit per Smartphone viel zu oft ein „Niemand
ereichbar“, - es scheint all dies nichts zu nützen, auch wenn
viele „Anschläge“ offenbar vereitelt werden konnten (was ja
stets auf Jahre hinaus als Erfolg abgefeiert wird..., ohne genaue
Fakten zu nennen, - ja klar, „Geheimhaltung“ unter den
Unfähigen...). Ob das alles dem Vertrauen in „die Staatsgewalt“
förderlich ist?
Mittwoch, 12. Oktober 2016
Fiktion und Realität
Den klassischen Wechsel in andere Realitäten bieten
seit vielen Jahren die Literatur, das Theater und der Film/das Kino
an. Leider sind das Mechanismen geworden, die oft zu eingeschliffen
wirken, die oft zur Routine mit all ihren Verfahrensweisen und
Selbstverständlichkeiten geworden sind. Manche Nazis waren
Literaturliebhaber, so heißt es. Schlächter mögen Theater.
Schinder gehen gerne ins Kino. Und sie ziehen sich alle aus der
Realität, in die sie eben mit einem Möglichkeitssinn geblickt haben, wieder zurück in ihre eigene Wirklichkeit. Schon das Kind soll
lernen: ist doch nur Fiktion! Keiner wird so etwas ernst nehmen!
Hauptsache spannend. Von einem ins nächste Abenteuer!
Und doch: da täten sich Möglichkeiten auf. Die Unverbindlichkeit schützt uns vor allzu großer Identifikation. Es ist ein berechnendes Abenteuer. Das Gefühl der quälenden Langeweile bei Tschechow? Ist Bestandteil des Bildungskanons geworden. Das muss man kennen. Ist halt Tschechow. Thomas Bernhard und das Grinsen über die Existenz? Ach, der hat's doch selbst nicht so gemeint! Hermann Hesse und sein gerne zur Schau getragenes Außenseitertum und seine Feindschaft dem schnellen „Feuilletonisieren“ gegenüber? Wurde zur Marke und hat ihm nicht zuletzt den Nobelpreis eingetragen wie auch der Einfall der Blechtrommel dem Günter Grass, dieser moralischen Instanz aller SPD-Gläubigen! Kreative Großgeister halt. Goethe war ja auch ein Liebling der Mächtigen. Muss man kennen. Musste. Denn die Bildung ist ja so eine Sache. Ob man sowas im Job braucht? Kriterien. Mit John Ford in den Westen? Sind halt Bilder von Bildern. Gut gemacht, gutes Handwerk. Wim Wenders wird uns gerne inmitten der High Society präsentiert. Manche haben da ein Problem mit der Haltung seiner Filme. Ist doch egal. Ist doch, - wie bei Brecht – nur eine Arbeitshypothese. Der längst verstorbene Fassbinder? Hat sich, so heißt es, wie ein Schwein aufgespielt und war wohl sowas wie ein Diktator mit sadomasochistischen Zügen. Heilig gesprochen statt in seiner Zerissenheit erkannt. Der war hierarchiebewusst. Wollte vorwärts kommen. Etwas zustande bringen. Selbstverständlich nach seinen eigenen „genialen“ Vorstellungen. So ist's bei Kreativen. Ein Spiel halt, das bei manchen zu etwas führt...
Und doch: da täten sich Möglichkeiten auf. Die Unverbindlichkeit schützt uns vor allzu großer Identifikation. Es ist ein berechnendes Abenteuer. Das Gefühl der quälenden Langeweile bei Tschechow? Ist Bestandteil des Bildungskanons geworden. Das muss man kennen. Ist halt Tschechow. Thomas Bernhard und das Grinsen über die Existenz? Ach, der hat's doch selbst nicht so gemeint! Hermann Hesse und sein gerne zur Schau getragenes Außenseitertum und seine Feindschaft dem schnellen „Feuilletonisieren“ gegenüber? Wurde zur Marke und hat ihm nicht zuletzt den Nobelpreis eingetragen wie auch der Einfall der Blechtrommel dem Günter Grass, dieser moralischen Instanz aller SPD-Gläubigen! Kreative Großgeister halt. Goethe war ja auch ein Liebling der Mächtigen. Muss man kennen. Musste. Denn die Bildung ist ja so eine Sache. Ob man sowas im Job braucht? Kriterien. Mit John Ford in den Westen? Sind halt Bilder von Bildern. Gut gemacht, gutes Handwerk. Wim Wenders wird uns gerne inmitten der High Society präsentiert. Manche haben da ein Problem mit der Haltung seiner Filme. Ist doch egal. Ist doch, - wie bei Brecht – nur eine Arbeitshypothese. Der längst verstorbene Fassbinder? Hat sich, so heißt es, wie ein Schwein aufgespielt und war wohl sowas wie ein Diktator mit sadomasochistischen Zügen. Heilig gesprochen statt in seiner Zerissenheit erkannt. Der war hierarchiebewusst. Wollte vorwärts kommen. Etwas zustande bringen. Selbstverständlich nach seinen eigenen „genialen“ Vorstellungen. So ist's bei Kreativen. Ein Spiel halt, das bei manchen zu etwas führt...
Dienstag, 11. Oktober 2016
Engel (1)
Engel? Können Dinge,
Menschen oder Situationen sein. Können sich darin offenbaren. Zutage
treten. Schutzengel? Erzengel? Ich hatte mehrmals in meinem Leben
Schutzengel und bin dankbar dafür. Ich habe einen Autounfall
lächelnd überlebt. Die nächsten Jahrzehnte später gab es weitere schwere
Überschläge mit einem anderen Auto. Auf einer Gerade mitten im Winter kommt mir ein Auto auf der Mitte der Straße entgegen. Ich weiche zur Seite aus, komme ins Glatte, schleudere, überschlage mich mehrmals, komme schließlich im Straßengraben zum Stehen. Ich machte die Türe nach oben
auf und steige aus, ohne jegliche Verletzungen. Ich habe dann auch schwere
Krankheiten überwunden. Da ist ein Gefühl, beschützt zu sein. Im
Sein geborgen zu sein, das kenne ich durchaus genau. Dass einen etwas
umgibt. Es bedeutet Beistand. Ob es etwas damit zu tun hat, ob man in
die Kirche geht? Dieses „Im-Irrationalen-aufgehoben sein“? Im
Religiösen, Spirituellen? Ich habe mich selten aufgehoben gefühlt,
habe erst mit der Reifung habe ich es voll bewusst erfahren und
akzeptiert, dass man nicht alles anfassen, erklären oder verstehen
kann. Aber es gibt wohl ein „Sich sicherer fühlen“.
Ein Vertrauen. „Urvertrauen“. Es empfiehlt sich womöglich, sich
nicht darauf zu verlassen sondern möglichst selbst etwas aktiv dazu
beizutragen, damit gewisse Situationen nicht eintreten. Es bedeutet
dies, umsichtig zu sein, achtsam. Aber die Gefahr nicht um jeden
Preis scheuen. Das richtige Maß finden. Hoffnung daraus beziehen.
Kraft. Energie. Ein Muslim ergänzt mich von der Seite aus: „Vor
dem Jüngsten Gericht sind Menschen, Dschinns und Engel. Jeder Mensch
hat schon auf der Erde zwei Engel, die seine guten und schlechten
Taten registrieren. Auf der Erde sind auch Dschinns, das sind Wesen,
die Gott aus Feuer geschaffen hat. Sie sehen uns, wir sehen sie
nicht. König Salomo kontrolliert sie. Viele sind gut, aber nicht
alle. Manche kapern Menschen, manche mögen das Wort „Koran“
nicht hören. Es gibt spirituelle Menschen, die mit ihnen reden
können.“ Ich habe das gehört, weiß nicht, ob es allseits korrekt
ist.
Montag, 10. Oktober 2016
Sonntag, 9. Oktober 2016
Ob Geiz geil sein muss?
Dass sich jetzt eine
unüberschaubare Konsumherde bei der Sonderaktion eines Kaufhauses um
Schnäppchen gebalgt hat und dass sich die Teilnehmer dabei
gegenseitig verletzt haben, war unlängst eine Nachricht. Schön
blöd, diese Leute!, so denkt sich der (noch) Wohlsituierte in dieser
Gesellschaft. Ob aber die sich gierig balgenden Leute auf „billige“
(Vorsicht! Die sind nicht immer günstige!) Artikel angewiesen sind,
oder ob sie „nur“ der „Geiz ist geil“-Mentalität folgen,
über die sich ganz besonders diese wohlsituierten und finanziell
wohlabgesicherten Intellektuellen so erhaben fühlen? Dass immer
mehr „Konsumenten“ in eine Position gedrängt werden, aus der
heraus sie das Billigste für sich suchen müssen, um überall an der
von ihnen so gesehen Öffentlichkeit teilnehmen können, das ist
diesen Leuten nicht geläufig. Sie faseln etwas von „Nachhaltigkeit“
und „Öko-Bilanz“, wobei sie sich das spielend leisten können.
Ob aber die Schicht derjenigen dauernd wächst, die da nicht dazu
gehören? Und das, obwohl es ja Deutschland nach öffentlicher
Einschätzung so gut noch nie gegangen ist? An was das wohl liegt?
Samstag, 8. Oktober 2016
Nichts
Ich sitze dem Nichts gegenüber und starre ihm in die
Augen, beobachte, wie die Verhältnisse um mich herum mich verändern.
Werde ich mich herausretten können aus dieser Phase, die mich
langsam aber sicher immer weiter dominiert? Ich will unbedingt etwas
für die Gesundheit tun. Es bietet sich dafür viel an. Es ist alles
bekannt, - nur, man tut's nicht. Man hat dafür wieder mehr Zeit zum
Grübeln. Kopf gegen Gefühl. Vom Kopf her hätte man Chancen besser
nutzen müssen. Besser. Optimal, nicht optimaler.....(das geht
nicht). Doch irgendwas in mir sagt mir, dass ich's nicht tun sollte.
Der Kampf in mir geht weiter! Vielleicht, vielleicht... in dieser Vermutung oder Hoffnung darin besteht
das Leben. Weiter, immer weiter, dem Tod entgegen.
Freitag, 7. Oktober 2016
"Erfolg" lernen
Überwiegend alte und "erfolgreiche" Menschen plädieren oft für
künstlerischen Eigensinn. Setzen die Selbstverwirklichung als hohen
Wert an, wofür sie angesichts ihres guten Namens und des Rufs
stehen, der sich auf Kassenerfolge beruft. Sie setzen dann einen einschlägigen Kurs an. Die Masse macht's.
Online-Kurse. Videos. PDFs. Normalerweise könnte man sich sowas
nicht leisten. Sie aber wollen eine Art tippgebende Lehrer sein, die
anderen die Lehrlinge, nach klassischem Vorbild. Sie geben die Rolle
des Weisen und die des Künstlers, der in Gestalt des Handwerkers
daherkommt. Sie erklären, wie es geht. Sie haben es drauf. Sie sind
im Erfolg, den alle wollen. Auch nichts Falsches. Besonders im
Künstlerischen. Auch sie mögen Glück gehabt haben, einfach Glück.
Doch das zählt nicht. Da sie Promis und insofern die Besten sind,
müssen sie's ja alles wissen. Selbstdarstellung oder schauspielern,
„so tun als ob“: kein Problem, kann man lernen. „Social Media
Branding“? Heutzutage oberwichtig. Professionalisierung einüben.
Besser werden. Haltung zeigen. Street credibility, gerade dann, wenn
man's auf der Straße jedermann verkaufen will. Was? Sich. Seine
Möglichkeiten. Seine überragenden künstlerischen Ambitionen. Das,
was man aus sich gemacht hat. Seht her, ich zeige es euch!
Donnerstag, 6. Oktober 2016
Schönheit des Verfalls
Eine Frau verlässt einen Mann, ein Mann verlässt
eine Frau: jeweils wegen jüngerem Material. Egoistische kleine
Existenzen, die sich selbst kaum jemals nahe gekommen zu sein
scheinen, außer in der körperlichen Bedürfnisbefriedigung. Die nie
wussten, was sie eigentlich wollten. Die vielleicht nie wirklich empfanden, was
ein anderes Individuum sein kann. Wieso nur wird das alles dauernd
als „normal“ akzeptiert? Aus Einsicht? Sich auseinander leben, „unüberbrückbare
Differenzen“ und all das Geschwätz, die Phrasen, - sind der bereit
stehende Trash. Wir stemmen uns gegen das Alter, gegen das Altern,
das schmerzvoll ist. Furchtbar, wie wir das Verschwinden unserer
Jugend immer schlechter akzeptieren können. Ist die verstreichende
Zeit nicht fürchterlich? Scott F. Fitzgerald hat es in „The Great
Gatsby“ auf den Punkt gebracht: „So regen wir die Ruder, stemmen
uns gegen den Strom - und treiben doch stetig zurück, dem
Vergangenen zu...“. Wie viel von dem, was wir sind und was wir
empfinden, wird vom Zustand unseres Körpers bestimmt? Wie gehen wir
mit Jugendwahn und älter werden um? Und wie mit der Schönheit, die
auch immer da ist, so vergänglich sie auch sein möge? Gibt es eine
Schönheit des Verfalls? Eine Schönheit des Scheiterns?
Mittwoch, 5. Oktober 2016
Montag, 3. Oktober 2016
Shitstorm
Da zieht ein It-Girl unsäglich über Flüchtlinge
und Ausländer im Allgemeinen her und postet das mit einem gewagten Tittenvergleich
im Internet (wow, ein "Reizwort" untergebracht...). Ein Kabarettist und Pointenschleuderer, der sich oft
über ein schlechtes Fernsehprogramm ausgelassen hat, steht ihr bei.
Ein gewaltiger Shistorm bricht daraufhin über sie herein.
Anschließend will sie's aber nicht gewesen sein und und bezeichnet
zusammen mit ihrem knitzen Co-Autor, der offenbar für die
Fernsehserie „Dschungelcamp“ Dialoge schreibt, das Ganze als
Satire, die demaskieren soll. Bloßstellen. Alles nicht so gemeint. Ob man auf diese Weise ins Gespräch
kommt? Ein kluger PR-Gag? Viele, sehr viele Medien haben über den Vorgang berichtet. Es hat geklappt. Ob
das aber etwas über die Kommunikation in diesen Tagen aussagt? Glauben
oder nicht glauben? Postfaktisch? Auf welche Kosten wohl solche Satirescherze
gehen? Ob unser bärtiger Pointenmensch da ganz besonders toll und
oberaufklärerisch agiert hat? Das It-Girl selbst bezeichnet sich als nicht so sensibel, als dass ihr ein solcher Shitstorm etwas ausmachen würde. Klar, sie nutzt halt die Medien im Internet. Da darf man nicht gerade sensibel sein. Ob man mit so etwas auf der Seite der
ewig Guten ist?
Bildung und Erfolg in der Marktwirtschaft
Es scheint so, dass in der
alles beherrschenden Marktwirtschaft die Größe „Erfolg“
den einstigen Begriff der
„Bildung“ oder gar den der „Leistung“ abgelöst hat. Das
„Business“ strukturiert die Gesellschaft zunehmend. Bildung oder
das, was bestimmte Personen darunter verstanden haben, ist nicht mehr mit gesellschaftlichem Status verbunden. Es
ist der Markt, der alles regelt. Er rückt nämlich nicht die Größe
„Bildung“, sondern vielmehr den „Erfolg“ in seinen
Mittelpunkt. Auf dem Markt kann jemand auch ohne Bildungsabschluss
etwas werden, sofern er die richtige Geschäftsidee hat. Das schafft
jene Dynamik, die auch die USA so lange nach vorne gebracht hat. Ihr
gelingen Aufstiegsmöglichkeiten, die rein über den Markt
funktionieren.
Sonntag, 2. Oktober 2016
"Es geht uns gut"
Nicht nur anlässlich der unlängst erfolgten
Veröffentlichung neuer Arbeitslosenzahlen geht es mir allmählich
auf den Zeiger, dass dauernd betont wird, dass es Deutschland noch
nie so gut gegangen sei. Blöd nur: wenn ich mich umschaue, teile ich
gar nicht mehr diesen Eindruck. Kann es sein, dass es denjenigen noch
besser geht, denen es qua Erbe und ähnlichen Mechanismen des
statischen Konservativismus ohnehin immer gut ging? Kann es sein, dass Politiker ganz überwiegend dieser Klasse von Menschen angehören und
sich eher von oben herab um die Belange „gemeiner“ Menschen
kümmern? Kann es sein, dass angesichts der neuen Informations- und
Kommunikationsstrukturen Politik ganz überwiegend immer noch auf
eine solche Art betrieben wird? Kann es sein, dass es uns auf Kosten
anderer in der Welt so gut geht? Ob TTIP und CETA etwas damit zu tun
haben? Will Deutschland nicht in allem Weltmeister sein, -
Exportweltmeister? Soll am deutschen Wesen mal wieder die Welt
genesen? Ob das Ganze ein bisschen arg auf Kosten Afrikas geht? Kann
es sein, dass es nur deshalb so viele sozialabgabepflichtige
Beschäftigungen gibt, weil diese prekär sind und teilweise vom
Staat (d.h. von allen Steuerpflichtigen und nicht von den davon profitierenden Konzernen)
„aufgestockt“ werden müssen? Kann es in einem reichen Staat
sein, dass Schulen und Brücken immer mehr zerfallen? Dass
Schwimmbäder geschlossen werden müssen, weil die öffentliche Hand
bekannt gibt, so etwas nicht mehr finanzieren zu wollen, zu können?
Zerfällt unser ehemals als einigermaßen solidarisch gedachtes
Gesundheitssystem nicht immer mehr in zwei Klassen? In solche, die sich
etwas leisten können, - und diejenigen, die das nicht können und
deshalb z.b. auch entsprechend lange auf einen Besprechungstermin mit
einem Arzt warten müssen? Ließe sich diese Reihe nicht noch lange
fortsetzen?.......
Samstag, 1. Oktober 2016
Fakten, Fakten, Fakten
Dass nun das Bauchgefühl, die pure Emotion das Faktische, den so bezeichneten Faktizismus besiegt habe und dass
diese Erkenntnis nun auch bis zu oberwichtigen Entscheidungsträgern der
sogenannten „freiheitlich demokratischen“ mitteleuropäischen
Gesellschaft (die sich in den etwas erweiterten Begriff „westliche
Industriegesellschaften einreihen.....) als "Postfaktizismus" vorgedrungen ist, würde ich
als höchst beunruhigend bezeichnen. Auswirkungen dürften sich unter
anderem auch im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf zeigen,
auch die Despoten dieser Welt befleißigen sich schon emsig einer
solchen Einschätzung und definieren die Wirklichkeit jeweils nach
eigenem Gefallen. Möglicherweise ist das Misstrauen auch eine Folge
dessen, dass man sogenannten „wissenschaftlichen Erkenntnissen“
nicht mehr trauen kann. Kommt eine bestimmte „wissenschaftliche“
Untersuchung und scheint gewisse Einschätzungen zu bestätigen, so
erscheint es fast schon sicher, dass bald danach eine andere
„wissenschaftliche“ Untersuchung genau das Gegenteil zu
bestätigen scheint. Dabei hat doch Ernst Habermas schon 1968 in
seiner Antrittsvorlesung „Erkenntnis und Interesse“ die
schwierige Beziehung zwischen von den Auftraggebern gewünschten
wissenschaftlichen Ergebnis und dem Streben nach objektiver
Erkenntnis dargelegt. Viele Wissenschaftler sind käuflich, klar. Sie
produzieren die Ergebnisse, die der Auftraggeber wünscht. Dabei sind
„wissenschaftliche“ Erkenntnisse nie endgültig. Sie reflektieren
nur, was sich das jeweilig untersuchende Team oder der einzelne
Wissenschaftler „operationalisiert“ hat, d.h. was er für sich
als messbar festgelegt hat. Dass dies einer gewissen, manchmal stark
ausgeprägten Varianz unterliegt, ist ja ganz besonders in der
Soziologie und der Psychologie klar, wo es um halbwegs messbare
Erkenntnisse zum Verhalten von Menschen geht. Schon bei der
wissenschaftstheoretischen Forderung, dass sie auch und unter
wechselnden Bedingungen nachvollziehbar sein müssten, hakt es. Aber
auch scheinbar exakte Wissenschaften wie die Chemie sind hier
keineswegs unfehlbar. Wie die jüngste Vergangenheit zeigt, können
ihre Untersuchungsergebnisse gewaltig variieren, je nachdem, was zu
beweisen sei. Von der oft damit zusammen hängenden Medizin und der eng mit ihr verbandelten Pharmaindustrie ganz zu
schweigen.
Freitag, 30. September 2016
Donnerstag, 29. September 2016
Ein bisschen mithalten, ein bisschen Botox darf's schon sein fürs Egodesign
Man
will ja nicht fortwährend als Nörgler, Kulturpessimist beschimpft
werden, der zudem auch noch typisch deutsch sei. Aber als Analyst der
Wirklichkeit kommt man nicht umhin, festzustellen, dass sich die
Leute in den westlichen Industriegesellschaften immer mehr stylen,
designen, dass sie auch durch ihr Äußeres einen bestimmten Eindruck
hinterlassen wollen. Gerade durch ihr Äußeres. Botox ist
gesellschaftsfähig geworden und Behandlungen damit sind
minimal-invasiv, scheinbar harmlos und im Preis längst so gesunken,
so dass sie sich nahezu jeder leisten können müsste. Gab es früher
noch die vielen abschreckenden Beispiele von alternden
Schauspielerinnen mit zu viel Geld („Maskenbotox“), so wird die
Anwendung von einschlägigen Dermatologen heute viel raffinierter
ausgeführt. Man will ja nicht so aussehen, als sei man mit Botox
behandelt. Botox, was ist das eigentlich? Ein ziemlich hartes
Nervengift, - so könnte man zur Auskunft geben. Ein Gift, das im
Krieg als Biowaffe eingesetzt werden soll. Biogift. Tierversuche
waren und sind anscheinend immer noch nötig (damit auch bisher
unbekannte Hersteller auf den Markt drängen können...), damit die
Schönen ihre Haut auch schön glatt haben. Der Clou bei Botox ist,
dass es zwar nicht süchtig macht, aber immer wieder erneuert werden
muss, weil der Körper es ja abbaut (was so falsch nicht ist...).
Insofern ist es ein Gewinnbringer erster Güte und eine nie
versiegende Geldquelle für einschlägige Ärzte. Alarmierend dabei
ist, dass die Empathie mit zunehmendem Botoxgebrauch abzunehmen
scheint, da lebendige Gesichtszüge auch emotionale Botschaften
übermitteln. Botox könnte insofern dazu beitragen, dass das
gesellschaftliche Klima kälter wird. Es gilt offenbar immer mehr,
einen bestimmten Eindruck beim Gegenüber zu hinterlassen. Devise:
Möglichst positiv und jung und dynamisch sein, gar nicht negativ,
nörglerisch, melancholisch oder gar alt. Außerdem hat sich der
soziale Druck zunehmend etabliert, sich mit Botox behandeln zu
lassen. Wer etwas auf sich hält, macht das: „Etwas aus sich
machen“. Der Druck auf diejenigen, die natürlich altern wollen,
wird weiter wachsen. Jeder soll selbst verantwortlich sein für sein
diesbezügliches Erscheinungsbild. Egostyling. Machen. Manipulieren.
Mittwoch, 28. September 2016
Künstliche Intelligenz (5)
Ein Zitat des Physikers Stephen Hawking: „Die
Computer werden irgendwann in den kommenden hundert Jahren mit ihrer
künstlichen Intelligenz den Menschen übertreffen. Das wird das
größte Ereignis in der Geschichte der Menschheit werden - und
möglicherweise auch das letzte.“ Das sagte Hawking auf einer
„Zeitgeist“-Konferenz des Internetkonzerns Google nahe London im
Frühjahr vergangenen Jahres.
Doch die Forschung nach "künstlicher Intelligenz" basiert auf der Annahme, dass das menschliche Hirn nichts weiter ist als ein komplizierter Computer. Konsequenter weise glauben diese Wissenschaftler, dass die Welt vollkommen deterministisch, also vorherbestimmt ist.
Der erste Einwand gegen diese Denkweise ist, dass "Intelligenz" nicht einmal ein klar definiertes Wort ist. Die diversen "funktionalen Definition" können kaum als Grundlage einer Forschung dienen, weder als Leitfaden noch als Test. Der zweite Punkt ist, dass ontologisch gesehen die Ideenwelt und die objektive Welt zwei separate Dinge sind. Wir können mit Worten auf die objektive Welt verweisen, doch wir können diese Begriffe auch konzeptualisieren. Drittens kann man etwas "Bewusstloses" nicht als intelligent bezeichnen. Zum Bewusstsein gehört die Erkenntnis einer objektiven Welt. Algorithmen müssen jedes Objekt "lernen", Menschen haben ein Konzept davon und verweisen nur darauf.
Doch die Forschung nach "künstlicher Intelligenz" basiert auf der Annahme, dass das menschliche Hirn nichts weiter ist als ein komplizierter Computer. Konsequenter weise glauben diese Wissenschaftler, dass die Welt vollkommen deterministisch, also vorherbestimmt ist.
Der erste Einwand gegen diese Denkweise ist, dass "Intelligenz" nicht einmal ein klar definiertes Wort ist. Die diversen "funktionalen Definition" können kaum als Grundlage einer Forschung dienen, weder als Leitfaden noch als Test. Der zweite Punkt ist, dass ontologisch gesehen die Ideenwelt und die objektive Welt zwei separate Dinge sind. Wir können mit Worten auf die objektive Welt verweisen, doch wir können diese Begriffe auch konzeptualisieren. Drittens kann man etwas "Bewusstloses" nicht als intelligent bezeichnen. Zum Bewusstsein gehört die Erkenntnis einer objektiven Welt. Algorithmen müssen jedes Objekt "lernen", Menschen haben ein Konzept davon und verweisen nur darauf.
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Dienstag, 27. September 2016
Montag, 26. September 2016
Realität bewältigen
Rechts und links schwirrt und flirrt an uns die
Realität vorbei. Nichts scheint mehr zu begreifen zu sein. Der
Mensch wird nervös, er steht unter Strom. Tausend Informationen über
kleine und große Notstände, Kriege, Umweltkatastrophen usw. Und
wir haben es uns angesichts dessen geleistet, uns in der Komfortzone
einzurichten. Doch die Welt und die Gesellschaft rückt zusammen,
sich abzuschotten wird schwieriger, Dinge werden transparenter - aber
nur für diejenigen, die sich darum bemühen: Die Gelegenheit dazu
haben, zu bedenken, umzudenken, sich zu korrigieren. Gleichwohl sind
wir dauernd online, erreichbar, verfügbar, einsetzbar. Zerissenheit
macht sich breit. Auch zwischen denen, die haben, und denen, die
nichts haben. Als Gleichmacherei wird alleine schon das Bewusstsein
dafür beschimpft von denen, die in einem gewissen Interesse sprechen
und handeln. Auch im Interesse dessen, das die Macht des Faktischen
für sich hat. Alles war scheinbar so und wird so immer sein. Die
Grundordnung ist unumstößlich, weil der gierige Mensch anscheinend
die Konstante ist. Ein Neuentwurf, ein Aufbruch wirkt angesichts
solch behaupteter Verhältnisse leicht lächerlich. Jeder will den
Moment festhalten, nicht die Vergangenheit oder gar planen. Eine
Frage wird geradezu diktatorisch: Wie fühlt sich das Jetzt an, der
Moment?
Müssen wir ständig aktiv sein? Auch durch das Internet verliert sich das Gefühl für den Abstand von der Vergangenheit zur Zukunft. Wir können alle Informationen dauernd haben, wir können alles nachschlagen und die Zukunft planen. Es zerfließt alles. Möglicherweise verliert sich darin auch so etwas wie Empathie. Von allen Seiten kommt das, schlägt das in uns ein. Es prägt unsere Art zu sprechen, weil wir nichts Falsches sagen sollten, weil wir ständig getrieben sind und uns gut darstellen wollen. Wir sind in einer Art Dauerhysterie und Dauerpanik, Nervosität und Unruhe erhebt sich. Damit erhebt sich auch die Frage: Wie gehe ich damit um? Entweder lasse ich mich in meiner Unruhe treiben, oder ich lerne, versuche zu sortieren, Abstand zu gewinnen, andere Perspektiven einzunehmen und werde dadurch ruhiger.
Müssen wir ständig aktiv sein? Auch durch das Internet verliert sich das Gefühl für den Abstand von der Vergangenheit zur Zukunft. Wir können alle Informationen dauernd haben, wir können alles nachschlagen und die Zukunft planen. Es zerfließt alles. Möglicherweise verliert sich darin auch so etwas wie Empathie. Von allen Seiten kommt das, schlägt das in uns ein. Es prägt unsere Art zu sprechen, weil wir nichts Falsches sagen sollten, weil wir ständig getrieben sind und uns gut darstellen wollen. Wir sind in einer Art Dauerhysterie und Dauerpanik, Nervosität und Unruhe erhebt sich. Damit erhebt sich auch die Frage: Wie gehe ich damit um? Entweder lasse ich mich in meiner Unruhe treiben, oder ich lerne, versuche zu sortieren, Abstand zu gewinnen, andere Perspektiven einzunehmen und werde dadurch ruhiger.
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