Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
Montag, 26. Juni 2017
Parteitagsrituale
Welch jämmerliche Veranstaltungen doch Parteitage zu
sein scheinen! Da fallen markige Worte in lange Reden, da herrscht
kumpelhafter Umgang und das bewährte Geschwafel von der „hart
arbeitenden Mitte unserer Gesellschaft“. Ob dieser Mitte wohl bald
die Arbeit ausgeht angesichts der „Arbeitswelt 4.0“, die die
Arbeitgeberwelt so laut ausruft und die selbst SPD-Ministerien
„untersuchen“ oder in Gremien bereden lassen? Egal, es werden
Daumen gereckt und Siegerposen eingenommen. Ach, wenn das alles bloß
nicht so einstudiert künstlich und von Werbeagenturen nahe gelegt
wirken würde! Egal, das Parteivolk findet's großartig und gefällt
sich in Klatschorgien. Der Kandidat ist in besseren Zeiten mit 100 %
gewählt worden, was für sich selbst spricht. Jetzt braucht er
Zuspruch, der Bart Schulz. „Zeit für Gerechtigkeit“ heißt das
unterlaufene Motto des Parteitags und Schwarz auf Rot ist gedruckt
„Zeit für Martin“. Kindereien. Werbekram einer Partei. Sprüche.
Ob das Deutschland gut tut? Da wird von der „Arroganz der Macht“
geschwafelt, als sei man daran nicht beteiligt. Groko lässt grüßen.
Es muss sich gegenseitig Mut gemacht werden, man muss sich
gegenseitig auf die Schulter klopfen, - sonst stinkt man – ist zu
befürchten - in der nächsten Wahl ab. Um die Grünen steht es
Umfragen zufolge auch nicht besonders gut. Aber von Umfragen halte
man nichts, so lässt man trotzig verbreiten, nicht ohne den nächsten
Morgen mit seinen neuesten Umfrageergebnissen heftigst herbei zu sehnen. Man
will jetzt endlich den Staat regeln lassen, verbieten und
vorschreiben ist die alte neue Zauberformel. Etatismus ist in
Deutschland sehr beliebt. Der Staat soll's richten, in jeder Lage, auch wenn er bei der
inneren Sicherheit jetzt vielleicht ein bisschen zu viel tut. Nachts
um 2 Uhr werden noch schnell ein paar Gesetze zu dieser inneren Sicherheit
durchgewunken, auch wenn die Augen fast schon zufallen, egal. Klar,
dass solch schwierige Bemühung Diätenerhöhung verlangt. Parteien
und ihre Abgeordneten, die sich öffentlich gerne bekriegen, sind
sich darin mal wieder sehr einig. Ist längst abgesprochen. Eine Woche zuvor schon haben die Grünen
das Ritual des Parteitags vollzogen: unter der Woche erregte ein Video mit
ketzerischen Bemerkungen des Baden-Württembergischen
Grünen-Ministerpräsidenten Aufsehen. Reden und Meinungen bestimmter
Personen wurden niedergemacht. Demokratieverständnis?
Aufgeregtheiten oder gar Wut werden katastrophal schlecht vorgespielt und entlarven sich
selbst. Aber den Delegierten, die sich selbst als wichtig erleben
sollen, gefällt's. Sie nennen's lieber „Auseinandersetzung“ statt
„Streit“. Natürlich geht’s um hehre Ziele. Um „Inhalte“. Es geht um's Mobilisieren, nicht ums Koalieren. Natürlich. Durchzustehen und abzusitzen sind da erst noch lange Reden mit Rednern, die den
Delegierten und sich selbst gefallen wollen. Mit Temperament und
Gefühlsechtheit, noch schlechter vorgespielt. Gar nicht aufgesetzt. Wo denn da das breite Volk
bleibt? Nun ja. Das soll gefälligst zur Wahl gehen.
Sonntag, 25. Juni 2017
Alltags-Kommunikationen
Ich war gestern wieder einmal mit dem Auto beim Discounter
und es glich geradezu einem Horrortrip. Ich hatte schon beobachtet,
wie zwei Autos aufeinander gefahren waren und hatte mich aus der
Ferne gewundert. Doch mittlerweile wundere ich mich gar nicht mehr.
Da werden Autotüren geöffnet, da wird gedankenlos an Autos vorbei
gegangen, da wird in Parklücken hinein- und herausgefahren: ohne
jeden Blick für den anderen, der ja auch nur einkaufen will.
Rücksicht, Abstimmung mit dem anderen scheint völlig abwegig in
dieser Gemengelage. Man selbst ist im Recht, - und das immer. Ich
komme aus dem Verkaufsraum und darf eine Schramme an meinem Auto
besichtigen. Wer das wohl war? Niemand? Hm, sieht nicht so aus. Man
ist vorsichtig, vielleicht schon übervorsichtig und macht gerade
dadurch einen Fehler. Denn man fährt ganz ganz langsam aus der Lücke
und wird gerade dadurch für diejenigen unsichtbar, die mit so viel
Rücksicht gar nicht rechnen. Da wird geradeaus gefahren, weil man ja
im Recht ist, - oder wenigstens das von sich glaubt. Ob von der Seite
jemand mit höchster Vorsicht aus seiner Lücke heraus fahren will,
ist da unerheblich. Man will in eine Lücke fahren und genau in
diesem Moment geht eine Türe auf und versperrt natürlich alles. All
das, was einem vielleicht als Raum fürs Parken hätte dienen sollen.
Man ist gezwungen, rückwärts heraus zu fahren und schaut natürlich
sehr aufmerksam nach rechts und links. Doch das Unheil nähert sich
von hinten. Zack, Schepper! Ausstiege, wütendes
Faustgeballe......Man will zurückstoßen, doch genau in diesem
Moment geht jemand dazwischen, schaut nicht rechts, schaut nicht
links, ist nur im Recht. Ob ihm das etwas nützte, wenn er angefahren
würde? Ok, das Smartphone mit seinen äußerst wichtigen
Nachrichten ist klar wichtiger....im Zweifel tut's der starre Blick
aufs Kommunikationsgerät.....
Samstag, 24. Juni 2017
Oldtimer-Träume von alten Zeiten
Es fahren jetzt ziemlich viele Oldtimer-Cabrios
umher. Aufgemotzte VW-Käfer, überarbeitete Opel Kadett und
aufgehübschte Renault Alpines. Und da! Ein Triumph Spitfire! Gleichzeitig sind TV-Sendungen
Quotenhits, in denen dreckig-speckige Figuren erst Liebhaberkisten günstig listig kaufen und dann mit Kennermiene erklären, wo und wie nachgerüstet werden muss. Was
das wohl bedeutet? Ist es Ausdruck einer Erbengeneration oder eines
nostalgischen Feelings? Oder beides? Gilt es, hinein zu fahren in eine
Vergangenheit, in der Autos noch eine Identität hatten, in der sie charakterstark etwas bedeuteten und nicht nur anonym globalisierte Kisten waren, die
einen möglichst protzig PS-stark und anmaachig verkleidet von einem Punkt zum anderen bringen
sollten? Da ist die Erbengeneration, die mit ihrem Geld etwas
anfangen muss und der die derzeitige Geldanlage in Europa zu
ungünstig erscheint. Also wird in Sachwerte investiert: Immobilien,
aber auch – dies hier! Wow! - alte Autos. Ihre Wertsteigerung sei
so gut wie sicher, heißt es. Da weiß man, was man hat: jedenfalls haben's gewisse Kreise, die nicht wissen, was sie mit ihrem Geld anfangen
sollen. Und: Das Besondere ist dadurch auch gewährleistet. Man
stellt sich dar als der Besitzer von etwas Außergewöhnlichem, als
einer, der Geschmack und Stil hat. Es beschleicht einen beim einen
oder anderen dieser flotten Autolenker mit Datschkapp und heißer
Schnecke neben sich ein Gefühl des Mitleids, wenn etwa der Regen
doch noch einsetzen sollte und die mondänen Fahrer weit und breit
kein Rückzugsgebiet finden. Hm, was dann? Nun ja, hierzulande gibt
es Schlimmeres. Die Fahrzeuge wurden ja rechtzeitig modernisiert und
verfügen über umfangreiche Einrichtungen dafür. Man soll langsam
fahren und es gleiten lassen, ist in der nächsten TV-Sendung zu
erfahren, die vor allem teure Modelle vorstellt und die bekannten
italienischen Marken als zu alltäglich ausspart. Ja sind jetzt alle
Millionäre geworden?
Freitag, 23. Juni 2017
Donnerstag, 22. Juni 2017
Reformen in der neoliberalen Marktwirtschaft
Vorsicht scheint geboten, wenn Politiker das Wort
„Reformen“ gebrauchen. Gestern hat Königin Elisabeth II. das
Regierungsprogramm ihrer Premierministerin Frau May verlesen. Diese
wollte ja eigentlich „durchregieren“ und einen harten Brexit
vollziehen. Ihr Wahlkampf sollte das mit einem Erdrutschsieg ihrer
Partei unterfüttern. Im Rahmen ihres grottenschlechten Wahlkampfes
soll sie auch eine „Demenzsteuer“ gefordert und dies als „Reform
der Pflegesteuer“ verkauft haben. Dass dadurch viele Alte hätten
ihr Häuschen verkaufen müssen, um ihre Pflege auch nur ansatzweise zu sichern, dass
ihnen auch darüber hinaus Zuschüsse gestrichen worden wären, ist
Frau May in ihrem Wahlkampf wohl nicht so recht wohl bekommen. Dass
auch nach Erhebungen von Meinungsforschungsinstituten der Brexit vor
allem von den Alten gewählt worden ist, beißt sich schon bei
oberflächlichster Betrachtung mit den konservativen Wahlzielen. Aber wahrscheinlich hat Frau
May ein Heer von Beratern gehabt, die dazu keine dezidierte Meinung
geäußert haben. Jedenfalls scheint sie erstmal mit ihrer
„Demenzsteuer“ gescheitert zu sein. Doch schon erheben sich die
Stimmen der neoliberalen und wirtschaftskonformen Geldsäcke, die nach dem Erdrutschsieg von Macrons
Partei/Bewegung von ihm jetzt die oft versprochenen „Reformen des
Arbeitsmarkts“ fordern. Das darunter auch die erhebliche Kürzung
der Sozialausgaben verstanden wird, sowie die Rücknahme der
35-Stunden-Woche zugunsten einer 40-Stunden-Woche, scheint dabei klar zu
sein. Die Vertreter der Wirtschaft fordern solche Dinge schamlos und zeigen
hiermit, wohin eine Abwärtsspirale der Sozialausgaben sowie der
zugehörigen Reformen wie in Deutschland führen kann. Lohndumping, wie hierzulande im Rahmen der Agenda 2010 durchgeführt, soll dann als
„Reform“ verkauft werden. Klingt doch besser als Kürzung. Dass diese Bewegung der neoliberalen "Reformen" immer weiter und weiter gehen soll, dass sie tatsächlich einer nach unten führenden Spirale gleicht, wird dabei gerne verschwiegen. Auch Griechenland scheint dafür ein ziemlich einleuchtendes Anschauungsbeispiel zu sein.
Politikersprech scheint hier den allgemeinen Sprachgebrauch überwölbt zu haben. War „Reform“ einst etwas Hoffnungsvolles und in die Zukunft Gerichtetes gewesen, so steht das Wort heute für eiskalte neoliberale Maßnahmen, denen vor allem die unteren Einkommensschichten ausgeliefert sind. „Wettbewerb“ ist in diesem Zusammenhang auch ein Modewort, das eiskalten Verdrängungs“wettbewerb“ kaschieren soll. "Marktkonforme Demokratie" scheint dabei ein Ziel zu sein, das womöglich erhebliche gesellschaftliche Kosten wird.
Politikersprech scheint hier den allgemeinen Sprachgebrauch überwölbt zu haben. War „Reform“ einst etwas Hoffnungsvolles und in die Zukunft Gerichtetes gewesen, so steht das Wort heute für eiskalte neoliberale Maßnahmen, denen vor allem die unteren Einkommensschichten ausgeliefert sind. „Wettbewerb“ ist in diesem Zusammenhang auch ein Modewort, das eiskalten Verdrängungs“wettbewerb“ kaschieren soll. "Marktkonforme Demokratie" scheint dabei ein Ziel zu sein, das womöglich erhebliche gesellschaftliche Kosten wird.
Mittwoch, 21. Juni 2017
Wer einmal Mutter dich erblickt (Novalis, Lyrik)
Wer einmal, Mutter, dich erblickt... (Novalis)
Wer einmal, Mutter, dich erblickt
wird vom Verderben nie bestrickt,
Trennung von dir muß ihn betrüben,
ewig wird er dich brünstig lieben
Und deiner Huld Erinnerung
bleibt fortan seines Geistes höchster
Schwung
Ich mein' es herzlich gut mit dir,
was mir gebracht, siehst du in mir.
Laß, süße Mutter, dich erweichen,
einmal gieb mir ein frohes Zeichen.
Mein ganzes Daseyn ruht in dir,
Nur einen Augenblick sey du bei mir.
Oft, wenn ich träumte, sah ich dich
So schön, so herzensinniglich,
Der kleine Gott auf deinen Armen,
Wollt' des Gespielen sich erbarmen;
Du aber erhobst den hehren Blick
Und gingst in tiefe Wolkenpracht zurück;
Was hab' ich, Armer, dir gethan?
Noch bet' ich dich voll Sehnsucht an,
Sind deine heiligen Kapellen
Nicht meines Lebens Ruhestellen?
Gebenedeite Königinn
Nimm dieses Herz mit diesem Leben hin.
Du weißt, geliebte Königinn,
wie ich so ganz dein eigen bin.
Hab' ich nicht schon seit langen Jahren
Im Stillen deine Huld erfahren?
Als ich kaum meiner noch bewußt,
Sog ich schon Milch aus deiner selgen Brust.
Unzähligmal standst du bei mir,
Mit Kindeslust sah ich nach dir,
Dein Kindlein gab mir seine Hände,
daß es dereinst mich wieder fände;
Du lächelst voll Zärtlichkeit
Und küßtest mich, o himmelsüße Zeit!
Fern steht nun diese selge Welt,
Gram hat sich klängst zu mir gesellt,
Betrübt bin ich umher gegangen,
Hab' ich mich denn so schwer vergangen?
Kindlich berührt' ich deinen Saum,
erwecke mich aus diesem schweren Traum.
Darf ein Kind dein Antlitz schaun,
Und deinem Beistand fest vertraun,
So löse doch des Alters Binde,
Und mache mich zu deinem Kinde;
die Kindeslieb' und Kindestreu
Wohntz in mir von jener goldnen Zeit noch bei.
(Novalis)
Wer einmal, Mutter, dich erblickt
wird vom Verderben nie bestrickt,
Trennung von dir muß ihn betrüben,
ewig wird er dich brünstig lieben
Und deiner Huld Erinnerung
bleibt fortan seines Geistes höchster
Schwung
Ich mein' es herzlich gut mit dir,
was mir gebracht, siehst du in mir.
Laß, süße Mutter, dich erweichen,
einmal gieb mir ein frohes Zeichen.
Mein ganzes Daseyn ruht in dir,
Nur einen Augenblick sey du bei mir.
Oft, wenn ich träumte, sah ich dich
So schön, so herzensinniglich,
Der kleine Gott auf deinen Armen,
Wollt' des Gespielen sich erbarmen;
Du aber erhobst den hehren Blick
Und gingst in tiefe Wolkenpracht zurück;
Was hab' ich, Armer, dir gethan?
Noch bet' ich dich voll Sehnsucht an,
Sind deine heiligen Kapellen
Nicht meines Lebens Ruhestellen?
Gebenedeite Königinn
Nimm dieses Herz mit diesem Leben hin.
Du weißt, geliebte Königinn,
wie ich so ganz dein eigen bin.
Hab' ich nicht schon seit langen Jahren
Im Stillen deine Huld erfahren?
Als ich kaum meiner noch bewußt,
Sog ich schon Milch aus deiner selgen Brust.
Unzähligmal standst du bei mir,
Mit Kindeslust sah ich nach dir,
Dein Kindlein gab mir seine Hände,
daß es dereinst mich wieder fände;
Du lächelst voll Zärtlichkeit
Und küßtest mich, o himmelsüße Zeit!
Fern steht nun diese selge Welt,
Gram hat sich klängst zu mir gesellt,
Betrübt bin ich umher gegangen,
Hab' ich mich denn so schwer vergangen?
Kindlich berührt' ich deinen Saum,
erwecke mich aus diesem schweren Traum.
Darf ein Kind dein Antlitz schaun,
Und deinem Beistand fest vertraun,
So löse doch des Alters Binde,
Und mache mich zu deinem Kinde;
die Kindeslieb' und Kindestreu
Wohntz in mir von jener goldnen Zeit noch bei.
(Novalis)
Dienstag, 20. Juni 2017
Zitate und Aufnahmen
Wie gerne würde ich hier Hesse zitieren, Kafka,
Trakl, Nietzsche und andere meiner Sterne! Doch ich fühle mich
unsicher angesichts von Urheberrechten und Copyright-Ansprüchen. Ich
greife lieber auf die paar Klassiker zurück, die mir lieb sind und
von denen ich weiß, dass jegliche Urheberrechte längst abgelaufen
sind. Ich nehme sie heraus aus dem Pool, der mich bewegt. Ich
versuche, sie in Beziehung zu setzen mit meiner heutigen Realität,
die keine Besinnung, kein schönes und gleichzeitig intensives Setzen
von Worten zu kennen scheint. Auch ein schönes Unterfangen, erst
recht, nachdem ich sie oft mir mir herumschleppe, mit ihnen umgehe
und mit ihnen in Verbindung trete. Sie sind mir nahe, kein Zweifel,
diese (Schön-)geister. Sie scheinen aus längst vergangenen
Realitäten heraus in Verbindung mit mir zu treten – und doch
teilen sie mit mir mein Mensch sein, egal in welchem Kontext. Ich hole
sie herunter von ihrem Sockel, kommuniziere mit ihnen „auf gleicher
Augenhöhe“. Wir sind Menschen und versuchen, sie nicht zuletzt in
der Wahl unserer Worte zu bleiben. Was ist der Mensch überhaupt?
Auch dazu können uns diese „Klassiker“ noch einiges sagen, das
wir in uns hin und her bewegen sollten. Abwägen. Gesichtspunkte
erwägen. Positionsbestimmungen versuchen, an einem Thema, am Wort
überhaupt. Und ist nicht die Sprache überhaupt ein Merkmal des
Mensch seins? Ja gewiss, all das ist in tausend Sonntagsreden
missbraucht und in Unverbindlichkeiten überführt worden, die
vielleicht sogar der sozialen Abgrenzung gedient haben könnten. Doch
ich versuche mich davon nicht beeindrucken zu lassen. Ich nehme in
mich auf, ich rede mit ihnen, ich mache sie zu Kumpels und
Mitwissern.
Montag, 19. Juni 2017
Das Blatt macht die Blume (Text)
Das
Blatt macht die Blume
Du trinkst jetzt stilles Wasser
suchst das Düstere im Hellen
Der Koffer ist die Reise
Das Blatt macht die Blume
Du trinkst jetzt stilles Wasser
suchst das Düst're im Hellen
zuhause im eignen Körper
suchst in der eignen Seele
Bilder fallen ineinander
türmen sich in sich auf sich
zerbröseln wieder im Hirn
fallen Dir in die Stirn
Pulver rieselt in Dir
durchdringt deine Poren
der Koffer ist die Reise
das Blatt macht die Blume
Du trinkst jetzt stilles Wasser
suchst das Düstere im Hellen
Der Koffer ist die Reise
Das Blatt macht die Blume
Du trinkst jetzt stilles Wasser
suchst das Düst're im Hellen
zuhause im eignen Körper
suchst in der eignen Seele
Bilder fallen ineinander
türmen sich in sich auf sich
zerbröseln wieder im Hirn
fallen Dir in die Stirn
Pulver rieselt in Dir
durchdringt deine Poren
der Koffer ist die Reise
das Blatt macht die Blume
Sonntag, 18. Juni 2017
An meine Mutter (Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832)( Lyrik)
An
meine Mutter
Obgleich
kein Gruß, obgleich kein Brief von mir
So lang dir kömmt, lass keinen Zweifel doch
Ins Herz, als wär’ die Zärtlichkeit des Sohns,
Die ich dir schuldig bin, aus meiner Brust
Entwichen. Nein, so wenig als der Fels,
Der tief im Fluss vor ew'gem Anker liegt,
Aus seiner Stätte weicht, obgleich die Flut
Mit stürm’schen Wellen bald, mit sanften bald
Darüber fließt und ihn dem Aug’ entreißt,
So wenig weicht die Zärtlichkeit für dich
Aus meiner Brust, obgleich des Lebens Strom
Vom Schmerz gepeitscht bald stürmend drüber fließt,
Und von der Freude bald gestreichelt still
Sie deckt und sie verhindert, dass sie nicht
Ihr Haupt der Sonne zeigt und ringsumher
Zurückgeworfne Strahlen trägt und dir
Bei jedem Blicke zeigt, wie dich dein Sohn verehrt.
So lang dir kömmt, lass keinen Zweifel doch
Ins Herz, als wär’ die Zärtlichkeit des Sohns,
Die ich dir schuldig bin, aus meiner Brust
Entwichen. Nein, so wenig als der Fels,
Der tief im Fluss vor ew'gem Anker liegt,
Aus seiner Stätte weicht, obgleich die Flut
Mit stürm’schen Wellen bald, mit sanften bald
Darüber fließt und ihn dem Aug’ entreißt,
So wenig weicht die Zärtlichkeit für dich
Aus meiner Brust, obgleich des Lebens Strom
Vom Schmerz gepeitscht bald stürmend drüber fließt,
Und von der Freude bald gestreichelt still
Sie deckt und sie verhindert, dass sie nicht
Ihr Haupt der Sonne zeigt und ringsumher
Zurückgeworfne Strahlen trägt und dir
Bei jedem Blicke zeigt, wie dich dein Sohn verehrt.
(Johann Wolfgang von Goethe)
Samstag, 17. Juni 2017
Politiker, Machtmenschen und ihr Tod
Herb gestaunt habe ich gestern abend ob dieser
unerträglichen Verherrlichung eines rücksichtslosen Machtmenschen.
Eine solche haltlose Verherrlichung und Anbetung hat wohl auch mit
der gesellschaftlichen Unfähigkeit zu tun, mit dem Tod als Teil des
Lebens umzugehen. Diese Gesellschaft liebt den Kitsch und die gezielte Verdrängung als peinliche
Selbstüberhöhung. Realistisches „Gedenken“ scheint ihr
unmöglich und fehl am Platze, besonders angesichts von Politikern,
die sich als Vollzugsorgane der Geschichte gerieren.
Als einer, der sich vom „Herrn K.“ auf diese oder jene Art hat prägen lassen müssen, muss ich zu bedenken geben, dass ich vieles ganz anders als in diesen Sendungen dargestellt erfahren habe. Ich habe es anders erlebt. Dies beschert mir jetzt eine Enttäuschung angesichts dieser Unterwürfigkeitsorgie, die als Porträt oder Nachruf daherkommt. Der Herr K. war ein Machtmensch durch und durch, der all seine potentiellen Widersacher aus dem Weg geräumt hat und uns einen Stillstand in jeder Hinsicht beschert hat. Er war sogar der Verwalter des Stillstands. Dies festzustellen geziemt sich natürlich nicht jetzt, in diesem Moment, in dem das feierliche „Gedenken“ regiert. Wow, die Lügen der Politik und des Politikbetriebs zu analysieren, ihre Techniken und Mechaniken zu studieren, wann gibt es einen besseren Zeitpunkt dafür als dann, wenn ein allgemeines Interesse noch einmal kurz aufflammt? Wenn nicht jetzt, ja wann denn dann? In den früher oder später abgehaltenen Seminaren irgendwelcher Hochschulen? In den Hinterstuben der Politik? In den Kreisen jener „Eliten“, die sich ja ohnehin immer in ihrer politischen Korrektheit einig sind? Der Herr K. war doch beispielhaft einer derer, die sich immer und überall durchgesetzt haben. Er war der personifizierte „Wille zur Macht“, der sich letztenendes in seinem Größenwahnsinn sogar über dem Grundgesetz stehend empfand. Einer, der seine Macht wie selbstverständlich für sich in Anspruch nahm, ein Mann des letzten Jahrhunderts, der die Chancen, die sich ihm boten, im Einklang mit dem Zeitgeist und als Opportunist weidlich für sich ausnutzte. Der „große Europäer“? Nun ja, trotz aller Orden und Ehrentitel: Nicht nur seine „späten Jahre“ dürften hier einiges relativiert haben...
„Jetzt ist nicht der Moment, sich mit dieser - allenfalls - „Fußnote der Geschichte“ zu befassen, so erfahre ich über die Rechtsverletzung, mit der er sein „Außerhalb des Gesetzes stehen“ bräsig und trotzig vertrat. Er war ja nach seinem Selbstverständnis schließlich „ein Beweger der Geschichte“, ein „ganz Großer“, dem das zustand, was er sich selbst zustand.... Dass er offenbar überall „Loyalität“ verlangte und abforderte, dass er die "Einheit" mitzunehmen und geschickt umzusetzen verstand, wird ihm von heute aus in diesen Sendungen als Kennzeichen großer Staatskunst gedeutet. Als „Glücksfall der Geschichte“ und der Menschenführung. Was das bedeuten konnte, wirkt womöglich bis heute nach. Dass er Vertrauensverhältnisse aufbaute, um sie schließlich politisch zu nutzen und auszunutzen, hat dem „Herrn K.“ große Verdienste gebracht, so heißt es. Auf „Augenhöhe der Geschichte“ aber schien mir der Herr K genauso ein Getriebener wie der Herr G., mit dem er sich so gut und von tausend kuscheligen PR-Bildern gestützt verstand (auch der Herr G. wird nicht unbedingt aufgrund seiner Herzensgüte im Machtapparat seiner Partei und seines Landes so weit gekommen sein..... Sie, die beiden Herren, waren wohl auf „einer Augenhöhe“, wie es heutzutage so oft heißt)
Als einer, der sich vom „Herrn K.“ auf diese oder jene Art hat prägen lassen müssen, muss ich zu bedenken geben, dass ich vieles ganz anders als in diesen Sendungen dargestellt erfahren habe. Ich habe es anders erlebt. Dies beschert mir jetzt eine Enttäuschung angesichts dieser Unterwürfigkeitsorgie, die als Porträt oder Nachruf daherkommt. Der Herr K. war ein Machtmensch durch und durch, der all seine potentiellen Widersacher aus dem Weg geräumt hat und uns einen Stillstand in jeder Hinsicht beschert hat. Er war sogar der Verwalter des Stillstands. Dies festzustellen geziemt sich natürlich nicht jetzt, in diesem Moment, in dem das feierliche „Gedenken“ regiert. Wow, die Lügen der Politik und des Politikbetriebs zu analysieren, ihre Techniken und Mechaniken zu studieren, wann gibt es einen besseren Zeitpunkt dafür als dann, wenn ein allgemeines Interesse noch einmal kurz aufflammt? Wenn nicht jetzt, ja wann denn dann? In den früher oder später abgehaltenen Seminaren irgendwelcher Hochschulen? In den Hinterstuben der Politik? In den Kreisen jener „Eliten“, die sich ja ohnehin immer in ihrer politischen Korrektheit einig sind? Der Herr K. war doch beispielhaft einer derer, die sich immer und überall durchgesetzt haben. Er war der personifizierte „Wille zur Macht“, der sich letztenendes in seinem Größenwahnsinn sogar über dem Grundgesetz stehend empfand. Einer, der seine Macht wie selbstverständlich für sich in Anspruch nahm, ein Mann des letzten Jahrhunderts, der die Chancen, die sich ihm boten, im Einklang mit dem Zeitgeist und als Opportunist weidlich für sich ausnutzte. Der „große Europäer“? Nun ja, trotz aller Orden und Ehrentitel: Nicht nur seine „späten Jahre“ dürften hier einiges relativiert haben...
„Jetzt ist nicht der Moment, sich mit dieser - allenfalls - „Fußnote der Geschichte“ zu befassen, so erfahre ich über die Rechtsverletzung, mit der er sein „Außerhalb des Gesetzes stehen“ bräsig und trotzig vertrat. Er war ja nach seinem Selbstverständnis schließlich „ein Beweger der Geschichte“, ein „ganz Großer“, dem das zustand, was er sich selbst zustand.... Dass er offenbar überall „Loyalität“ verlangte und abforderte, dass er die "Einheit" mitzunehmen und geschickt umzusetzen verstand, wird ihm von heute aus in diesen Sendungen als Kennzeichen großer Staatskunst gedeutet. Als „Glücksfall der Geschichte“ und der Menschenführung. Was das bedeuten konnte, wirkt womöglich bis heute nach. Dass er Vertrauensverhältnisse aufbaute, um sie schließlich politisch zu nutzen und auszunutzen, hat dem „Herrn K.“ große Verdienste gebracht, so heißt es. Auf „Augenhöhe der Geschichte“ aber schien mir der Herr K genauso ein Getriebener wie der Herr G., mit dem er sich so gut und von tausend kuscheligen PR-Bildern gestützt verstand (auch der Herr G. wird nicht unbedingt aufgrund seiner Herzensgüte im Machtapparat seiner Partei und seines Landes so weit gekommen sein..... Sie, die beiden Herren, waren wohl auf „einer Augenhöhe“, wie es heutzutage so oft heißt)
Freitag, 16. Juni 2017
Künstliche Intelligenz (8)
Ob bald der Mensch fest mit einer Digitalen Einheit
verdrahtet sein wird? Maschinenmenschen bevölkern ja schon allerlei
Kinofilme, es scheint die menschliche Seele zu faszinieren. Silicon Valleys dicke Lippe. Ist der
Cyborg im Kommen? Die Vorstellung ist, dass Maschinen den Menschen in
allen Bereichen unterstützen sollen. Dadurch soll das Leben dann
leichter und besser für alle werden. Der Mensch soll weniger
arbeiten müssen. Die Angst ist aber, dass Maschinen den Menschen in
allen Bereichen bedrohen. Sie könnten den Menschen sogar überholen,
dann versklaven und verknechten. Alles könnte außer Kontrolle
geraten. Und die Voraussetzung für das alles wäre: Viele Menschen
würden keine Arbeit mehr finden, wären in einem System der
Produktivität überflüssig.
Es geht bei der Künstlichen Intelligenz ja um Maschinen, die selbständig denken und entscheiden können, die lernen und ableiten, ohne Vorgaben von den Menschen, ohne moralische oder gersundheitliche Bedenken. Keine Kreativität im eigentlichen Sinne sollen sie besitzen, aber selbständiges Auto fahren, das müsste trotzdem drin sein. Billigere Spezialbrillen für künstliche Realitäten sind schon am Lager, Avatare anstelle uns selbst treffen sich mit „Freunden“, aber in empfohlene Restaurants sollen wir dann schon noch gehen. Wir? Wer ist wir? Ob „Virtual Reality“ den alten Hippietraum des Träumens in der Realität wahr macht? Zu jeder Zeit überall sein. Sich jederzeit in andere Welten hineinversetzen können. Freude und Vergnügen empfinden, jederzeit herbeiführen können. Ob sich dadurch auch das Drogenproblem erübrigt?
Es geht bei der Künstlichen Intelligenz ja um Maschinen, die selbständig denken und entscheiden können, die lernen und ableiten, ohne Vorgaben von den Menschen, ohne moralische oder gersundheitliche Bedenken. Keine Kreativität im eigentlichen Sinne sollen sie besitzen, aber selbständiges Auto fahren, das müsste trotzdem drin sein. Billigere Spezialbrillen für künstliche Realitäten sind schon am Lager, Avatare anstelle uns selbst treffen sich mit „Freunden“, aber in empfohlene Restaurants sollen wir dann schon noch gehen. Wir? Wer ist wir? Ob „Virtual Reality“ den alten Hippietraum des Träumens in der Realität wahr macht? Zu jeder Zeit überall sein. Sich jederzeit in andere Welten hineinversetzen können. Freude und Vergnügen empfinden, jederzeit herbeiführen können. Ob sich dadurch auch das Drogenproblem erübrigt?
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Donnerstag, 15. Juni 2017
Mittwoch, 14. Juni 2017
Dienstag, 13. Juni 2017
Bäume umarmen
Nein, das ist kein Spleen von Esoterikern und
Ökofreaks: einen Baum zu umarmen kann medizinisch helfen. Rinde von
Bäumen enthält sogenannte Terpene, die das menschliche Immunsystem
stärken und vor Krebs schützen können. Wer einen Baum umarmt,
atmet diese Terpene ein und nimmt sie über seine Haut auf. Es kann
aber auch ein einfacher Waldspaziergang dazu führen, ein nahe Sein,
ein Aufnehmen von Energie. Die Nippon Medical School in Tokyo ist dem wissenschaftlich auf der Spur, wenn sie behauptet: „Terpene erhöhen die Zahl und
fördern die Aktivität jener natürlichen Killerzellen im
menschlichen Körper, die Viren entfernen und Krebszellen sowie
potenzielle Krebszellen bekämpfen“. Bäume zu umarmen kann also
helfen, gesund und glücklich zu bleiben. Der Trick:
Man
nimmt durch die Umarmung die heilende Energie der Bäume in sich auf.
Mit der Zeit lernt man vielleicht den einen Baum für sich kennen,
der einem eine nähere Beziehung möglich macht. Das kann auch freier
machen: Vielleicht braucht man sich dann nicht zu schämen oder sich
als Spinner vorkommen, wenn man Bäume umarmt.
Montag, 12. Juni 2017
Rolle (2)
Was
ich weiterhin aus meiner Soziologie-Zeit in Aufschreiben an Notizen
über den Begriff „Rolle“ gefunden habe (ich studiere auf diese
Weise meine Vergangenheit, meine Einflüsse, meine Basis, meine Bewusstseinsstufen
– und was davon ich mit Anderen geteilt habe, ich setze hier ein
vorhergehendes Blog fort. Einen Brief an Schauspielerinnen, die ich
damals als eine Art professioneller Rollenspielerinnen auffasste,
habe ich früher hier auch schon erwähnt):
Rollenambivalenz: Rollendoppelwertigkeit, die Diskrepanz zwischen der Reziprozität der Erwartungen von institutionell aufeinander bezogenen sozialen Rollen und der Grad der Befriedigung bzw. Frsutartion, die die zum Rollenspiel verpflichteten Personen durch entsprechend normiertes gegenseitiges Sichverhalten erreichen bzw. erleiden. Es ist ein Maß der Übereinstimmung von Rollenerwartung und Rollenverhalten.
Rollendistanz: Fähigkeit des Infragestellenkönnens der eigenen Rolle. „.....sich und besonders seine Rolle immer wieder in Frage stellen und stellen lassen, das ist mein Ding", schrieb ich später mal in mein Tagebuch.
Rollenambiguität: liegt vor, wenn die Person ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Rollenanpassung (oft zum Zwecke der Selbstdarstellung und Selbstdurchsetzung) und eigenen Rollenentwürfen nicht finden finden kann. RA liegt oft auch vor bei einer großen Widersprüchlichkeit einer Rolle. Dies wirkt sich oft im Stress aus (z.b. bei der Arbeit, wenn eine große Unklarheit darüber besteht, was zu den Aufgaben gehört und was nicht.
Rollenambivalenz: Rollendoppelwertigkeit, die Diskrepanz zwischen der Reziprozität der Erwartungen von institutionell aufeinander bezogenen sozialen Rollen und der Grad der Befriedigung bzw. Frsutartion, die die zum Rollenspiel verpflichteten Personen durch entsprechend normiertes gegenseitiges Sichverhalten erreichen bzw. erleiden. Es ist ein Maß der Übereinstimmung von Rollenerwartung und Rollenverhalten.
Rollendistanz: Fähigkeit des Infragestellenkönnens der eigenen Rolle. „.....sich und besonders seine Rolle immer wieder in Frage stellen und stellen lassen, das ist mein Ding", schrieb ich später mal in mein Tagebuch.
Rollenambiguität: liegt vor, wenn die Person ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Rollenanpassung (oft zum Zwecke der Selbstdarstellung und Selbstdurchsetzung) und eigenen Rollenentwürfen nicht finden finden kann. RA liegt oft auch vor bei einer großen Widersprüchlichkeit einer Rolle. Dies wirkt sich oft im Stress aus (z.b. bei der Arbeit, wenn eine große Unklarheit darüber besteht, was zu den Aufgaben gehört und was nicht.
Sonntag, 11. Juni 2017
Samstag, 10. Juni 2017
Ablenkungsmanöver
Um eines klarzustellen: ich halte Donald Trump für
einen Clown und Kasper, einen neurotischen Narzissten und widerlichen
Machtmenschen. Die USA hätten Besseres verdient. Doch es beschleicht
mich der Verdacht, dass das anhaltende Trumpbashing hierzulande
ablenken soll davon, dass Arm und Reich immer weiter auseinander
driften in der europäischen Gesellschaft, dass die Sprachlosigkeit
zwischen vermeintlicher Elite und den Leuten auf der Straße immer
ausgeprägter wird, dass die Globalisierung viele, aber halt nicht
alle Probleme lösen kann, insbesondere diejenigen, die mit Identität
zusammenhängen. Denn der Globalisierung wohnt die Tendenz inne,
alles auf seine ökonomische Verwertbarkeit zu reduzieren und jedes
„Individuum“ für ersetzbar zu erklären. Auch die vielen
sozialen Fragen scheinen der Politik hierzulande mehr oder weniger
gleichgültig. Man streut Sand und feuert Nebelkerzen ab, - wie
gehabt. Blöd nur, dass die Spieß- und Kleinbürger in den USA den
falschen „Politiker“ gewählt haben, der ihren eigentlichen
Interessen möglicherweise krass zuwider handelt. Aber das war hier
schon unter Adolf so und charakterisiert die Hilflosigkeit des
gemeinen Volkes politischen Spielchen gegenüber. Dass hier auch von
anderer Seite abgefischt werden soll, ist ja wohl offensichtlich.
Freitag, 9. Juni 2017
Tiere verstehen
Die Nutzung von Tieren
abschaffen? Tierrechtsdenken? (Geht bis in die Aufklärung zurück) Im angelsächsischen Raum wurde aus der puritanischen
Bewegung heraus ein verändertes Verhältnis zum Tier gefordert.
Besonders stark ist dies bei den Quäkern der Fall. Sie heben ein
besonders sensibles Verhältnis zum Tier aufgrund einer
theologischen Begründung: Durch die Erbsünde ist das ganze Leben zu
Mühsal und Plackerei geworden. Adams Verfehlung hat das menschliche
Leben schlecht gemacht. Tiere können nichts dafür, dass der
Paradiesgarten auch für Tiere vorbei ist. Sie sind die unschuldig
Mitgefangenen von menschlichen Verfehlungen. Deswegen haben wir
besonders sensibel und vorsichtig mit ihnen umzugehen. In der
klassischen Schöpfungsgeschichte im Alten Testament wird alles, was
kreucht und fleucht, für den Menschen gemacht. Der Mensch steht im
Mittelpunkt allen Tuns. Das alles stammt historisch gesehen aus dem Leben
von Halbwüstenbewohnern, die etwa ein ganz anderes Leben als die
Ägypter damals hatten. Im alten Ägypten sah es aus wie in der
Serengeti: da gab es Nashörner, Löwen, Antilopen und andere. In den
Halbwüsten hingegen gab es ganz wenig Tiere. Jedes Tier stellte
eigentlich nur eine Gefährdung der Herde dar. Das zog ein ganz
anderes Verhältnis zum Tier nach sich. Die Utilitaristen in Gestalt
des Jeremy Bentham hatten auch etwas dazu zu sagen. Er schrieb 1789:
„Die Frage ist nicht, ob die Tiere denken können. Die richtige
Frage wäre: können sie leiden?“. Trotzdem hatte er kein Problem
damit, dass man Tiere gegessen hat. Er meinte wohl, dass es für
die Tiere nicht wirklich schön sei, wenn sie gehalten würden, um
sie zu verspeisen. Aber andererseits sei es ja auch gut, dass die
Leute Fleisch essen. Nach einer Abwägung kam er zu dem Schluss, dass
es gar so viel Leiden es vielleicht nicht sei. Alles in allem sei das
dann in Ordnung.
Donnerstag, 8. Juni 2017
Digitale Arbeitswelt, - wann?
Nur nicht in Panik
verfallen! Es wurden schon oft bahnbrechende Veränderungen
angekündigt, die dann doch nicht so schlimm waren. Sich immer im
Mainstream, im Mittelfeld ruhig halten und abwarten, das dürfte ein
Rezept sein, dass auch in Zukunft angesichts der Herausforderungen der digitalen
Arbeitswelt tragen könnte. So in etwa dürfte die Mehrheit der Bevölkerung
angesichts gewisser Prognosen denken. Und sich als wissenschaftlich
verstehende Kreise springen ihnen bei: noch immer hätten neue
Arbeitsfelder und Neuorganisationen bezahlter Arbeit, die sich auch
als technische Revolutionen gerierten, auch neue Arbeitsplätze
generiert, so heißt es von deren Seite. Es ist dies wohl vielmehr ein Glaube, als eine
auf wissenschaftlicher Erkenntnis basierende Einstellung. Ihre
Grundlage scheint die Annahme zu sein, dass der technische
Fortschritt die Produktivität so sehr gesteigert hat, dass auch
immer mehr Arbeit entstanden ist. Die Voraussetzung wachsender Märkte
haben diese Einstellung hervor gebracht.
Beim digitalen Arbeitsmarkt 4.0 ist dies aber wohl nicht der Fall. Diese steigende Produktivität erobert keine neuen Märkte, sondern sie macht die bestehenden effizienter, was Entlassungen und „Freisetzungen“ in großem Ausmaß zur Folge hat. Es werden sich im Rahmen der sozialen Polarisierung, die jetzt schon zu beobachten ist, zwei gesellschaftliche Gruppen bilden: die eine wird von ihrer Arbeit leben können, die andere nicht. Es entsteht somit wohl eine gigantische Arbeitslosigkeit und eine daraus folgende Instabilität des Ganzen. Alles fällt auseinander. Der Wert der Lohnarbeit wird wohl völlig neu eingeschätzt werden müssen, der Mensch erhält seinen Wert nicht länger aus dem, was er „leistet“. Es wird eine Gesellschaft geben, in der viele Leute nicht für Lohn arbeiten. Dadurch können Freiräume für andere Aktivitäten entstehen. Die sogenannte „Arbeitsgesellschaft“ könnte ein völlig neues Gesicht bekommen. Könnte? Wann? Es gibt ernst zu nehmende Kreise, die meinen, dass das schon sehr bald der Fall sein wird.
Beim digitalen Arbeitsmarkt 4.0 ist dies aber wohl nicht der Fall. Diese steigende Produktivität erobert keine neuen Märkte, sondern sie macht die bestehenden effizienter, was Entlassungen und „Freisetzungen“ in großem Ausmaß zur Folge hat. Es werden sich im Rahmen der sozialen Polarisierung, die jetzt schon zu beobachten ist, zwei gesellschaftliche Gruppen bilden: die eine wird von ihrer Arbeit leben können, die andere nicht. Es entsteht somit wohl eine gigantische Arbeitslosigkeit und eine daraus folgende Instabilität des Ganzen. Alles fällt auseinander. Der Wert der Lohnarbeit wird wohl völlig neu eingeschätzt werden müssen, der Mensch erhält seinen Wert nicht länger aus dem, was er „leistet“. Es wird eine Gesellschaft geben, in der viele Leute nicht für Lohn arbeiten. Dadurch können Freiräume für andere Aktivitäten entstehen. Die sogenannte „Arbeitsgesellschaft“ könnte ein völlig neues Gesicht bekommen. Könnte? Wann? Es gibt ernst zu nehmende Kreise, die meinen, dass das schon sehr bald der Fall sein wird.
Mittwoch, 7. Juni 2017
Der Andere, der Nächste
Und jetzt etwas ganz anderes, eine besondere Klugscheiserei: alle suchen nach sich selbst, dem vermeintlichen Glück. Aber wenn wir davon ausgehen, könnte der Weg auch zum Wir führen, zu den Anderen. Das wäre eine Besinnung auf die Grundwerte. Denn wir existieren niemals ohne die anderen, der Mensch steht in einem gesellschaftlichen Zusammenhang. Natürlich sollte man sich bei der Einschätzung und dem Umgang mit seinen Mitmenschen auf keine Idealisierungen zubewegen. Die können sich meist nur reiche und wohlbestallte Menschen leisten. Selbstverständlich sind die meisten der uns umgebenden Menschen von neoliberalen Mechanismen des Turbokapitalismus versaut. Aber genau darin, im Erkennen von Strukturen, Denk- und Verhaltensmustern und Bewusstseinsstrukturen, könnte der erste Schritt der Hinwendung zum Anderen bestehen. Das zu erkennen, was allen Menschen aufgegeben ist, es in einem humanen Sinne zu verändern versuchen und damit empathisch (!) umzugehen versuchen, das könnte es sein. Wer sich um sich selbst kümmern kann, vermag dasselbe vielleicht mit seinen Mitmenschen.
Dienstag, 6. Juni 2017
Montag, 5. Juni 2017
Diesler
Ich wohne im Großraum Stuttgart und fühle mich
schwer geschädigt durch die dortigen Luftverhältnisse. Viele Jahre
lang litt ich unter chronischer Bronchitis, die von Fach- oder Spezialärzten auch gerne mal als
Asthma diagnostiziert wurde. Ich rannte weiter und immer weiter zu allerlei medizinischer
Spezialisten, ließ Hypersensibilisierung machen und vermutete
Allergie, nahm Medikamente, wendete Sprays an. Bis ich zu einem relativ stringenten Ergebnis kam, dass die
Luftqualität in Stuttgart zumindest stark zu meinen Beschwerden
beigetragen haben mag. Ob das die Ärzte wussten? Dank sei, dass ich keinen
Dieselverbrennungsmotor gekauft hatte. Es gab ihm gegenüber ein eher
grundsätzliches Misstrauen gegenüber, das gar nicht mal so sehr auf
Fakten beruht haben mag. Doch was macht derjenige, der vor nicht
langer Zeit eines wohl zu guten Glaubens der Autoindustrie samt einem
steuernachlassenden Staat war und einen mit ach so cleanen
Dieselmotor der EURO 5-Norm versehenen PKW kaufte? Wie sich jetzt
heraus stellte, muss das wohl ein Irrtum gewesen sein: im Labor unter
kontrollierten Bedingungen mögen die unter dem Einfluss einer speziell dafür geschaffenen Software gemessenen Werte diese
Messungen bestätigt haben. Nur, im Alltag und unter realistischen
Bedingungen im Freien eingesetzt scheinen solche Motoren ein
Vielfaches an giftigen Abgasen auszuspucken. Blöd. Passende
Abgasreinigungssysteme scheinen bereit zu stehen, sind der Industrie
zum Einbau aber wohl zu teuer. Was jetzt? EURO 6 wird nun heiß
empfohlen. Dumm nur, dass die Abgaswerte hier noch höher zu sein
scheinen. Das Ding ist schlecht. Aber von der Kanzlerin wird der Diesel ja nach wie vor
empfohlen. Ja, die Kanzlerin muss es ja wissen. Sie kümmert sich..... Es scheint jedoch, dass der
Dieselfahrer nicht wirklich gut dran ist.
Sonntag, 4. Juni 2017
Kreuzfahrten
Kreuzfahrten sind beliebt. Mal hier, mal dort herein
schauen und sich dann wieder in die behagliche Höhle zurück ziehen,
um sodann mit Gleichgesinnten dem gemeinsamen Vergnügen nachzugehen,
das ist das kommende Konzept. Sich nicht mit den Realitäten der
jeweiligen Länder auseinandersetzen, sondern im Rahmen einer
Stippvisite mal kurz die einen umgebende Tapete austauschen, „Ach
so“ sagen, um dann wieder seines Weges zu gehen, der ja im Falle
von Deutschland so erfolgreich exportorientiert zu sein scheint. Dies
ist auf dieser Welt scheinbar das Recht des Erfolgreichen.
Wir sind allen anderen überlegen, wir müssen uns um sie mit Geld kümmern, das ist das neue Credo Deutschlands. Noch nicht lange vorbei ist die Zeit, da die anderen diese größer gewordene deutsche Republik in eine europäische Identität einzubetten versuchten. Der Euro war als Währungsidee solchen Absichten entsprungen. Noch kürzer ist die Zeit , als Deutschland als „der Fußkranke“ innerhalb Europas galt. Doch nun sind sie wieder groß und wollen unter anderem ihre biologische Einmaligkeit wieder herstellen, sie wollen zurück zu anderen Zeiten, als man hier scheinbar unter sich war. Germanen, Germans, Deutsche. Mit diesem Bewusstsein geht es als Kreuzfahrer hinaus in die weite Welt. Ein Blick auf den Freizeitpark links oder rechts genügt: wir wissen von den anderen, wir werden sie mit unseren Waren überschwemmen.
Allzu gerne wird dabei vergessen, dass derzeit noch die weitaus meisten der „Luxusliner“ mit Schweröl angetrieben werden, einem Abfallprodukt der Mineralölindustrie, das billig zu haben ist. Dies ist schwer umweltschädlich und bürdet der Umwelt Lasten auf, die alle Menschen (und nicht nur Deutschland) zu tragen haben: Gift in allen Formen, dicker schwarzer Rauch, Schwefel- und Stickoxide, krebserregende Feinstaubpartikel und Schwermetalle. Ob dies nicht eine ungünstige Parallele zu der Autoindustrie bedeutet, von der ein wichtiger Vertreter/Unternehmen für die Verbreitung von Drecksschleudern jüngst sanktioniert worden ist und gegen ein anderes "ermittelt" wird? Ob hier auch die weltweite Allgemeinheit die Folgen solchen Tuns zu tragen hat und ob dies „Exporterfolg“ bedeutet?
Wir sind allen anderen überlegen, wir müssen uns um sie mit Geld kümmern, das ist das neue Credo Deutschlands. Noch nicht lange vorbei ist die Zeit, da die anderen diese größer gewordene deutsche Republik in eine europäische Identität einzubetten versuchten. Der Euro war als Währungsidee solchen Absichten entsprungen. Noch kürzer ist die Zeit , als Deutschland als „der Fußkranke“ innerhalb Europas galt. Doch nun sind sie wieder groß und wollen unter anderem ihre biologische Einmaligkeit wieder herstellen, sie wollen zurück zu anderen Zeiten, als man hier scheinbar unter sich war. Germanen, Germans, Deutsche. Mit diesem Bewusstsein geht es als Kreuzfahrer hinaus in die weite Welt. Ein Blick auf den Freizeitpark links oder rechts genügt: wir wissen von den anderen, wir werden sie mit unseren Waren überschwemmen.
Allzu gerne wird dabei vergessen, dass derzeit noch die weitaus meisten der „Luxusliner“ mit Schweröl angetrieben werden, einem Abfallprodukt der Mineralölindustrie, das billig zu haben ist. Dies ist schwer umweltschädlich und bürdet der Umwelt Lasten auf, die alle Menschen (und nicht nur Deutschland) zu tragen haben: Gift in allen Formen, dicker schwarzer Rauch, Schwefel- und Stickoxide, krebserregende Feinstaubpartikel und Schwermetalle. Ob dies nicht eine ungünstige Parallele zu der Autoindustrie bedeutet, von der ein wichtiger Vertreter/Unternehmen für die Verbreitung von Drecksschleudern jüngst sanktioniert worden ist und gegen ein anderes "ermittelt" wird? Ob hier auch die weltweite Allgemeinheit die Folgen solchen Tuns zu tragen hat und ob dies „Exporterfolg“ bedeutet?
Samstag, 3. Juni 2017
Menschen(ver)führung (3)
Welche
Charaktereigenschaften sollten fähige Manager haben? Sollten sie auf
gewisse Weise „verrückt“ sein? Es sollte ihnen beispielsweise
nichts ausmachen, Kinder in Indien arbeiten lassen, um den Gewinn zu
steigern. Sie sollten im Kopf schnell sein, ausgesprochen egoistisch,
charming und bezaubernd, ohne Moral und gute Redner. Sie sollten bei
aggressiven zwischenmenschlichen Begegnungen überlegen wirken, sich
und ihr Pläne gut verkaufen können und sie sollten - sehr
überzeugende Lügner sein. Sie sind oft Leute, denen man sich und
wichtige Entscheidungen anvertraut, gleichzeitig sollten sie
Skrupellosigkeit ausstrahlen.
Da ist zum Beispiel Richard
Fuld, Spitzname „Gorilla Fool“, der einstige Bankenchef von
Lehmann Brothers. Er galt als ein Mensch, wie wir ihn mit seinen
Merkmalen oft bei Mitgliedern der dunklen Triade finden. Dazu gehören
die Persönlichkeitsmerkmale Narzissmus, Machiavellismus und
Psychopathie. Das Modell wurde von den kanadischen Psychologen Delroy
L. Paulhus und Kevin M Williams im Jahr 2002 entwickelt. Diese
Menschen zeichnet oft ein gefühllos-manipulativer Stil aus.
Besonders Führungskräfte scheinen sich eines solchen Stils oft zu
befleißigen. Dieser ist offiziell in unserer Gesellschaft nicht
erwünscht, gleichzeitig scheint er aber zu großem Berfufserfolg zu
führen. Richard Fuld predigte die grenzenlose Gier und
hatte einen ausgestopften Silberrücken in
seinem Büro in voller Größe. Das machte den Leuten, die mit ihm zu
tun hatten, Angst - und strahlte Bedrohung aus. Sein Gebaren
entsprach dieser Anmutung voll und ganz. Seine Wutausbrüche waren
legendär. Nicht nur dies ließ viele Menschen, die mit ihm zu tun
hatten, zu dem Schluss kommen: „Der ist verrückt“.
Freitag, 2. Juni 2017
Talkshowfloskeln
Dinge sollen „durchsetzbar“ gegenüber den
„Abgehängten“ und „Verlierern“ sein. Nicht wie bei den ach
so gehassten Populisten, die etwas vom heiteren Himmel herunter
versprechen. Ob man da nicht schon ein bisschen die Denke des
Neoliberalen übernimmt? Ob's nicht schon etwas Totalitäres hat?
Alle sind dumme Verlierer, die nicht der eigenen Meinung sind?
Alles ist ein Spiel, in dem es eben Gewinner und Verlierer gibt? Es gibt viel zu viele "Kümmerer" und welche, die uns "schlechtreden" wollen? "Schlechtreden"? Viele Leute sagen, dies oder jenes Land mache „seine Hausaufgaben“
nicht richtig. Damit sind dann meist „Reformen“ gemeint.
„Reformen“ wiederum ist ein Wort, das für Lohnsenkungen und
Senkungen der Sozialausgaben steht. Wachstum wird bei wachsender
Weltbevölkerung ohnehin als unabdingbar betrachtet, darin sind sich
die meisten einig. Dass es dabei aber verschiedene Qualitäten des
Wachstums gäbe, dass es verschiedene Arten gäbe, Ressourcen
einzusetzen, das fällt dabei meist unter den Tisch. Aber man "muss Abstriche machen", man muss "auf eine schnelle Einigung pochen", man muss "deutlich machen", "dass man aufs Schärfste verurteilt", natürlich "im Dialog mit dem Bürger". Und zudem "die eigene Anhängerschaft mobilisieren", - wenigstens "ein Stück weit". Das sollte man schon "deutlich machen". Floskeln, Phrasen, Politikersprech? Aber „Was will man
machen?“: „So ist das Leben!“.
Donnerstag, 1. Juni 2017
Kotdurft (Text)
KOTDURFT (Im stillen
Ozean)
In die Stille eines Ozeans eingelaufen
doch er kann toben
er kann dich umbringen, dieser Ozean
sie beobachten dich dabei
und manchmal grinsen sie
du versuchst, dich über Wasser zu halten
du taumelst, du schwankst, du hast nicht
das Gleichgewicht, die Balance ihrer
ach so coolen Gleichgültigkeit
In die Stille eines Ozeans eingelaufen
scheinbar ausgeglichen so moderat
du fängst an zu frieren, zu schaudern
zu frösteln, war'n früher bessere Tage
du fällst und torkelst, kommst in Bewegung
dem Abgrund entgegen, der vor dir starrt
dunkel, kalt, feindlich abweisend
scharf verletzend, widerlich stinkend
ein Tor zur Hölle, hinaus ins Nichts
In die Stille eines Ozeans eingelaufen
scheinbar beiläufig alltäglich abgeklärt
sie können dich überraschen, diese Idioten
beim granteln, beim überlegenen Denken
du frierst, du kotzt, du fühlst dich abgegraben
von ein paar dyamischen Edelspezialisten,
agressiv, smart, nett, lächelnd in die Enge getrieben,
zum Niederknien und „Hilfe“ schrein
zum Wiederkäu'n und Gebete brüllen
In die Stille eines Ozeans eingelaufen
doch er kann toben
er kann dich umbringen, dieser Ozean
sie beobachten dich dabei
und manchmal grinsen sie
du versuchst, dich über Wasser zu halten
du taumelst, du schwankst, du hast nicht
das Gleichgewicht, die Balance ihrer
ach so coolen Gleichgültigkeit
In die Stille eines Ozeans eingelaufen
scheinbar ausgeglichen so moderat
du fängst an zu frieren, zu schaudern
zu frösteln, war'n früher bessere Tage
du fällst und torkelst, kommst in Bewegung
dem Abgrund entgegen, der vor dir starrt
dunkel, kalt, feindlich abweisend
scharf verletzend, widerlich stinkend
ein Tor zur Hölle, hinaus ins Nichts
In die Stille eines Ozeans eingelaufen
scheinbar beiläufig alltäglich abgeklärt
sie können dich überraschen, diese Idioten
beim granteln, beim überlegenen Denken
du frierst, du kotzt, du fühlst dich abgegraben
von ein paar dyamischen Edelspezialisten,
agressiv, smart, nett, lächelnd in die Enge getrieben,
zum Niederknien und „Hilfe“ schrein
zum Wiederkäu'n und Gebete brüllen
Mittwoch, 31. Mai 2017
Sterblichkeit, Tod und soziale Differenzierung
Im Silicon Valley wird sehr robust an der
Unsterblichkeit geforscht. Nun ja, das Sterblichkeitsalter erst mal
hinauszögern, so dass der Mensch etwa 1000 Jahre alt werden könnte,
wäre ja auch mal ein erstes Ziel. Ein uralter Menschheitstraum würde
dann wahr werden. Die Essenz des Jungbrunnens per Altersforschung
finden, Altersforschung als Avantgarde, den Code des Lebens
knacken,eine Arznei gegen den Tod finden, Heilsversprechen
wiedererfunden reloaded (in den USA ein gerne gepflegter Sport), Verjüngung neu, - Tests scheinen
erfolgsversprechend und würden neue Perspektiven eröffnen. Ob aber
die Erde dafür gerüstet wäre, 1000jährige und ältere Menschen zu
ertragen? Ob die Ressourcen ausreichen würden oder ob diejenigen,
die es sich leisten könnten, sich in ferne Welträume absetzen würden? Überhaupt: wäre das Aufhalten des Alterungsprozesses nicht etwas
für „wertvolle“ Menschen? Wonach bemisst sich dieser Wert in
unseren Gesellschaften? Stimmt, nach der Kohle...... Ob's also ein
Instrument der sozialen Differenzierung wäre und ärmere Menschen
ausgegrenzt wären? Ob sie zunehmend abgedrängt würden in eine Art
„Green Soil“, wie es ein berühmter Film der sechziger Jahre
dargestellt hat? Eine „Masse Mensch“, wie sie der Expressionist
Ernst Toller in seinem Buch gleichen Titels einst beschrieben hat? Zarte Hinweise darauf eröffnen
sich schon jetzt, indem nämlich Milliardäre sich für solche
Möglichkeiten heftig zu interessieren scheinen. Milliardäre.
Dienstag, 30. Mai 2017
Entscheidungsprozesse
Wir erfahren, dass Hunderte von Lobbyisten im
Bundestag ein- und auszugehen scheinen und wir merken, dass wir davon
kaum mehr überrascht sind. Diese Leute beeinflussen Entscheidungen
und Entscheider, Gesetzgebungen und Vorlagen in ihrem Sinne. Sie
bringen sich recht aktiv ein und zeigen sich meist materiell Abgeordneten gegenüber für
solche Möglichkeiten erkenntlich. Zuwendungen aller Art sind ihre
Spezialitäten. Subtile Beeinflussungen gehören dazu. Der reinen
Lehre entspricht so etwas natürlich nicht. Aber wir seien damit
lange gut gefahren und im Übrigen: „Uns geht es gut“. Anspruch
und Wirklichkeit klaffen hier trotzdem weit auseinander. Tatsache
ist: Es könnte uns noch viel besser gehen. Es könnte uns auch so
gehen, dass andere Länder nicht dafür leiden müssten. Wir könnten
auf Ausgleich bedacht sein, besonders dort, wohin im Augenblick noch
von uns Waffen geliefert werden. Wir erfahren davon, dass es
anscheinend genügte, nur den Namen des entsprechenden
Interessenverbandes in das Antragsformular des Bundestags
einzutragen, - und schon würde Zugang gewährt. Ob so etwas
Verdrossenheit erzeugt? Die jüngsten Teilnahmequoten bei Wahlen scheinen dies
zu widerlegen, - aber halt nur kurzfristig. Es scheint eine eher
langfristige Unzufriedenheit zu geben, einen Bodensatz der
Verdrossenheit, der versucht, sich mit den Dingen zu arrangieren, der
sie aber nicht akzeptieren kann. Die Grenzbereiche zur Korruption
sind fließend, - auch wenn in anderen Ländern die offene Korruption
herrscht und jeden Tag hämisch darüber berichtet wird. Was nutzt es
da, wachsam zu sein? Nun ja, wir wollen doch besser sein als andere,
wir wollen (auch aus schlimmen historischen Erfahrungen heraus...)
doch voran gehen, was Demokratie und Rechtsstaat betrifft. Wir wollen doch keine
Doppelbödigkeit zulassen, sondern einheitlich „auf dem Boden des
Grundgesetzes“ stehen, - oder?
Montag, 29. Mai 2017
Ernährung, Welt, Insekten
Eines scheint klar: Die
Erde kann den rapide gestiegenen Fleischbedarf nicht für die ganze
Bevölkerung decken. Der erhöhte Fleischbedarf Asiens zieht immer
mehr Verbrauch an Weidefläche nach sich. In Deutschland werden pro
Tag ca. 90 Hektar an Grünland und Ackerland durch
Überbauung verbraucht. Lösung? Invitrofleisch? Burger aus dem
wissenschaftlichen Labor? Die Fleischzellen vermehren sich hier in
einem wissenschaftlich kontrollierten Nährmedium. Darin sind
Antibiotika enthalten, damit Bakterien die Kulturen nicht
verunreinigen. Das Verfahren soll in einigen Jahren massentauglich
werden. Statt vielen Rindern bräuchte man dann nur ein einziges
Tier, um mehrere Tonnen Fleisch zu produzieren. Der erste Laborburger
hat etwa 330 000 Euro gekostet. Derzeit ist man bei etwa 100 Euro.
Bis zur Massenproduktion ist es möglicherweise aber trotzdem noch ein weiter Weg.
Kekse mit speziellen tierischen Proteinen gibt es aber heute schon kostengünstig. Eine Backzutat ist dabei ganz besonders: sie stammt von Würmern. Die Tiere werden unter streng kontrollierten Bedingungen gezüchtet. Sie bekommen nur Biokost, bis sie schließlich durch Kochen getötet, getrocknet und zu einem Mehl zermahlen werden. Obwohl in anderen Ländern Insekten schon lange gegessen werden, besteht bei uns noch eine traditionelle Hemmschwelle. Doch erste Restaurants haben diese Tierchen auch in Europa jetzt schon auf die Speisekarte gesetzt.
Kekse mit speziellen tierischen Proteinen gibt es aber heute schon kostengünstig. Eine Backzutat ist dabei ganz besonders: sie stammt von Würmern. Die Tiere werden unter streng kontrollierten Bedingungen gezüchtet. Sie bekommen nur Biokost, bis sie schließlich durch Kochen getötet, getrocknet und zu einem Mehl zermahlen werden. Obwohl in anderen Ländern Insekten schon lange gegessen werden, besteht bei uns noch eine traditionelle Hemmschwelle. Doch erste Restaurants haben diese Tierchen auch in Europa jetzt schon auf die Speisekarte gesetzt.
Sonntag, 28. Mai 2017
Verdinglichung, Legitimation, Idiologie
Wieder in alten Soziologie-Unterlagen gefunden (Grundbegriffe, Definition):
Verdinglichung bedeutet, menschliche Phänomene aufzufassen, als ob sie Dinge wären, das heißt, als außer- oder übermenschlich. Verdinglichung ist die Auffassung von menschlichen Produkten, als wäre sie etwas anderes als menschliche Produkte: auch Naturgegebenheiten, Folgen kosmischer Gesetze und Offenbarungen eines göttlichen Willens. Legitimation "erklärt" die institutionale Ordnung dadurch, dass sie ihrem objektivierten Sinn kognitive Gültigkeit zuschreibt. Sie rechtfertigt die institutionale Ordnung dadurch, dass sie ihren pragmatischen Imperativen die Würde des Normativen verleiht. Wenn eine Wirklichkeitsbestimmung so weit ist, dass sich ein konkretes Machtinteresse mit ihr verbindet, so kann sie "Idiologie" genannt werden.
Verdinglichung bedeutet, menschliche Phänomene aufzufassen, als ob sie Dinge wären, das heißt, als außer- oder übermenschlich. Verdinglichung ist die Auffassung von menschlichen Produkten, als wäre sie etwas anderes als menschliche Produkte: auch Naturgegebenheiten, Folgen kosmischer Gesetze und Offenbarungen eines göttlichen Willens. Legitimation "erklärt" die institutionale Ordnung dadurch, dass sie ihrem objektivierten Sinn kognitive Gültigkeit zuschreibt. Sie rechtfertigt die institutionale Ordnung dadurch, dass sie ihren pragmatischen Imperativen die Würde des Normativen verleiht. Wenn eine Wirklichkeitsbestimmung so weit ist, dass sich ein konkretes Machtinteresse mit ihr verbindet, so kann sie "Idiologie" genannt werden.
Samstag, 27. Mai 2017
Zukunft oder Gegenwart?
Ob das Individuum gänzlich anders geworden ist in
einer immer schneller sich wandelnden Welt? Zeitungen erklären uns,
dass nicht alles anders wird, sondern dass es bereits anders geworden
ist. Avatare als künstliche Platzhalter, Cyborgs, Künstliche Intelligenz, Virtual
Reality, Deep Learning......der gemeine Mensch denkt da nur: da kommt was auf uns
zu! Zuckerberg will uns nur über Gedanken kommunizieren lassen,
telephonieren und Sprache wird überflüssig. Die Industrie 4.0
macht uns sowieso alle arbeitslos..... Dann freilich, und spätestens
dann, beginnt das große Um- und Nachdenken. Wozu sind wir überhaupt
da? Was soll das Rackern und Tun, führt es zu etwas? Ist das nur
eine Art Therapie um vom eigentlichen Existieren abzulenken? Um den
vielen eine Art vorläufigen Sinn zu verschaffen (was ja auch Jahrtausende lang funktioniert hat.....) Ist die „Arbeit“ (eine
von der jeweiligen historischen und materiellen Konstellation
diktierte Größe) das, was Sinn verschafft? Sinn? Wo verbirgt sich
derzeit diese Größe? Wer ist überhaupt der Bezugspunkt? Der
Mensch? Oder irgendeine Größe, die noch entstehen soll? Gibt es
dabei Übergangsschwierigkeiten? Wird sich der Mensch als trotziges
widerspenstiges Übergangswesen erweisen? Ob wir die gegenwärtig
grassierende Hinwendung zu populistischen Tendenzen so verstehen
wollen? Ob wir die Lüge als neue Realität akzeptieren und wie weit
sie trägt? All das sind Fragen, die aufschimmern, aufscheinen und
wieder zu verschwinden scheinen. Die sich diffamieren lassen müssen,
als typisch „europäisch“, als zu skeptisch, als die von Bremsern
und Bedenkenträgern. Wo solche menschlichen Größen wie Mitgefühl,
Empathie oder Nächstenliebe da ihren Platz haben werden? Es ist eine
Denkbar der Moderne und des alles verschlingenden Zeitgeists, an der
wir uns etwas bestellen, das wir nicht kennen.
Freitag, 26. Mai 2017
Lama (MP3)
Lama
https://www.dropbox.com/s/9r38etjk1dkmor2/Lama%20192.MP3?dl=0
https://www.dropbox.com/s/9r38etjk1dkmor2/Lama%20192.MP3?dl=0
oder abspielen
Lama
https://www.dropbox.com/s/9r38etjk1dkmor2/Lama%20192.MP3?dl=0
https://www.dropbox.com/s/9r38etjk1dkmor2/Lama%20192.MP3?dl=0
oder abspielen
Lama
Donnerstag, 25. Mai 2017
Polittechnokraten
Es gibt eine zunehmende Distanz zwischen Entscheidern
und Volk, trotz des Trends zu den „Volksparteien“. Es herrscht
Sprachlosigkeit. Da sind die Macher und Selbstverwirklicher, zu denen
sich besonders in der Politik die Verbreiter von öffentlichen
Meinungen als Legitimationsstützen und allerlei gut bestallte
Hofclowns gesellen. Sie würden ja nur um Zustimmung werben, hörte
ich neulich einen Minister sagen. Das sei in einer Demokratie
legitim. Hierarchen der Politikwissenschaft und anderer Disziplinen
assistieren hier sehr willfährig. Die Käseglocke Berlin ist
abgeschottet von der Realität, ahnungslos und freigehalten von jedem
Dreck des Alltags. Gepanzerte Limousinen befördern Politiker aller
Coleur in ihren Zellen von hier nach da. Chauffeure machen Diener. Es
gibt die Isolierung einer Klasse der Polittechnokraten, Karrieristen
und Emporkömmlinge, die das Parlament bildet und das Stück
„Parlamentarische Demokratie“ spielt. Weltweit ist das in den
meisten Industriestaaten so. In den anderen Ländern herrschen oft
Potentaten, Despoten und Diktatoren. Die Eliten (besonders die aus
der Wirtschaft) rekrutieren sich immer wieder aus derselben
gesellschaftlichen Schicht, die ihre Vorteile jeweils an die eigene
Brut weiter gibt und sie Privatschulen besuchen lässt. Dabei werden gerne auch einmal Doktor- oder
Professorentitel mitgenommen, selbst wenn sie oft unrechtmäßig
erworben sind. Die Methoden zur Partizipation für die große und
namenlose Masse der Menschen könnten viel weiter entwickelt sein,
werden aber als Herrschaftsinstrument eingefroren. Ein milder
Konsensschaum legt sich (noch) über die ganze Szenerie, auch im
„Wahlkampf“. Doch die Verteilungskämpfe werden härter, die
gesellschaftliche Polarisierung schreitet immer weiter voran.
Mittwoch, 24. Mai 2017
Soziale Ungleichheit (4)
Der zeitgenössische Philosoph John Rawles postulierte einst:
Ungleichheiten sind dann gerechtfertigt, wenn sie die Schwächsten
„hochziehen“. Er ging mit der Konstruktion „Schleier des
Nichtwissens“ um, bzw. führte ihn ein: unter diesem Schleier habe
ich keine Ahnung, in welchen gesellschaftlichen Verhältnissen ich
aufwachse. Ich bin in einer Art Urzustand. Ziel: Den am schlechtesten
Gestellten soll es gut gehen. Der CEO darf sich einen großen Lohn
ausbezahlen, solange er den Angestellten gut bezahlt. Die Gesellschaft ist ein Unternehmen zur Förderung des
gegenseitigen Vorteils, aber nicht von
Interessenharmonie, sondern auch von Konflikt geprägt. Eine
Interessenharmonie ergibt sich daraus, dass die gesellschaftliche
Zusammenarbeit allen ein besseres Leben ermöglicht, als wenn sie nur
auf ihre eigenen Anstrengungen angewiesen wären. Die reichsten
Mitteleuropäer (weniger als 1 %) haben knapp die Hälfte des
Vermögens. Wer hat welche Rechte? Der Gesellschaft als Ganzes soll
etwas zu gute kommen. Anreize, Freier Markt. Was macht Qualität aus?
Solche Verdienste passen nicht in den Markt. Leistet dieser Mensch so
viel, dass dieser Verdienst gerechtfertigt sein würde? Märkte sind
kein Naturprodukt, sondern sie finden in einer Gemeinschaft statt,
die Regeln setzt. Rahmen setzen. Bisher: wir lassen den freien Markt
spielen, dann gibt es einen Kuchen, von dem verteilt werden kann.
Solche Gehälter sind nicht Ausdruck von fairen Verhältnissen. Wir
hängen voneinander ab. Wir müssten uns in einem Zusammenhang sehen,
in dem wir uns ergänzen. Ungleichheiten schaffen ungleiche Chancen.
Schlüsselfaktor Bildung, Erhebung von Größenverhältnissen: wer
einen Akademiker als Vater hat, hat doppelt so hohe Chancen, an der
Universität zu studieren. Es kommt wohl zudem darauf an, wen man
kennt. Wie man sich in bestimmten Kreisen bewegen kann. Wie kann
jemand aus einer Familie, deren Mitglieder nie bei den Medien
gearbeitet haben, Erfahrungen darüber machen, was es heißt, bei den
Medien zu arbeiten? Es könnte z.b. bei Menschen mit migrantischem
Hintergrund heißen, Sprachfähigkeit auszubilden. Das alles zusammen
muss nicht zwingend heißen, die Familie abzuschaffen (sondern
darüber nachzudenken...).
Dienstag, 23. Mai 2017
Montag, 22. Mai 2017
Schriftstellereliten
Wir lesen und wir sehen Interviews oder Porträts zu
großen weisen Schriftstellern, die sich immer schon als Chef- und
Vordenker zu inszenieren wussten und nun irgendeinen runden
Geburtstag feiern. Sie formulieren so geschliffen, dass es für den
Normalleser geradezu umwerfend ist, fast schon niederschmetternd: Da
kann ich nicht mithalten! Dieser Mann hat etwas zu sagen! Der ist
klug und weise! Der spricht gut aus langer Erfahrung, der hat das
Leben vollkommen in sich. Dieser weise Mann mag sich auch im hohen Alter
damit rühmen, welche und wie viele Frauen er niedergebracht und umgelegt hat, er
mag seine Vitalität auf mannigfache Weise herausstreichen, er mag
Rätselhaftes anmerken und eben mal einen Aphorismus zuspitzen. Er
mag elegant zitieren und dabei dem Gesagten seine eigene Note geben.
Alles riecht nach einem stilisierten Ego.
Ob es diese Leute sind, die gewisse andere Leute als „elitär“ ablehnen? Als Mitglieder eines Kulturestablishments, das sich sowieso einig ist oder sich in Talkshows gegenseitig ob ihrer scheinbar gegensätzlichen Meinungen feiert? Als typische Vertreter einer gesellschaftlichen Schicht, die der alte Marx als "Überbau" bezeichnet hat? Die beispielsweise die Libertinage favorisiert, die sich ständig in einem gewissen Milieu bewegt und Zustimmung möglichst in Umsatzzahlen und Lohnabrechnungen abgreift? Gibt es „Echokammern“ der Kultureliten oder ist es eher so, dass es sie schon immer gab? Ob es Zusammenhänge mit der so oft gepriesenen Globalisierung (von deren einseitigem ökonomistischen Verständnis diese Leute natürlich sofort abrücken..."political correct") gibt? Pah...... Kulturfürsten? Wieso gibt es eigentlich kaum Kulturfürstinnen? Wie verhalten sich hier Anspruch und Wirklichkeit? Ist das alles nur ein (gut honoriertes) Spiel?
Ob es diese Leute sind, die gewisse andere Leute als „elitär“ ablehnen? Als Mitglieder eines Kulturestablishments, das sich sowieso einig ist oder sich in Talkshows gegenseitig ob ihrer scheinbar gegensätzlichen Meinungen feiert? Als typische Vertreter einer gesellschaftlichen Schicht, die der alte Marx als "Überbau" bezeichnet hat? Die beispielsweise die Libertinage favorisiert, die sich ständig in einem gewissen Milieu bewegt und Zustimmung möglichst in Umsatzzahlen und Lohnabrechnungen abgreift? Gibt es „Echokammern“ der Kultureliten oder ist es eher so, dass es sie schon immer gab? Ob es Zusammenhänge mit der so oft gepriesenen Globalisierung (von deren einseitigem ökonomistischen Verständnis diese Leute natürlich sofort abrücken..."political correct") gibt? Pah...... Kulturfürsten? Wieso gibt es eigentlich kaum Kulturfürstinnen? Wie verhalten sich hier Anspruch und Wirklichkeit? Ist das alles nur ein (gut honoriertes) Spiel?
Sonntag, 21. Mai 2017
Mensch und Tier
Bei den alten Ägyptern waren Tiere ein Teil der
Mitwelt. Was wir heute noch davon sehen können: Götter hatten
Tierköpfe, gewisse Tiere waren heilig, wurden verehrt, als solche in
alten Abbildungen zu sehen (z.b. Bastet - Katzengöttin). Es
herrschte Respekt zwischen Mensch und Tier. Gemeinsam waren wir der
Natur und den himmlischen Mächten ausgeliefert. Mit der Tierzucht
und dem Ackerbau hat sich das jedoch krass geändert. Heute hängt
sehr viel Elend in der Dritten Welt mit der Tierhaltung zusammen.
Viel zu viel Boden wird für die Erzeugung von Tierfutter genutzt,
Land, das ansonsten etwa für Getreide- oder Gemüseanbau verwendet
werden könnte. Trotz des Abbaus ländlich genutzter Flächen in der
EU wird zum Beispiel in Nordrheinwestfalen 50 % aller Flächen für
die Erzeugung von Nahrungsmitteln für die Massentierhaltung benutzt.
Diese kommt nur den Menschen (die ja als "Art" offenbar heiliggesprochen sind...), dabei vor allem gewissen
Menschen, zugute. Ein paar Zahlen? Für 1 kg Rindfleisch werden global
durchschnittlich 50 Quadratmeter Regenwald vernichtet, 16 kg Getreide
und Soja verfüttert, mehr Treibhausgase erzeugt als bei 250 km
Autofahrt und 20 000 Liter Trinkwasser verbraucht. Die Tierhaltung
ist der schlimmste Killer überhaupt. Die Massentierhaltung ganz
besonders...!
Die Welt der Technik verspricht mit weiteren speziellen Züchtungen Abhilfe. Doch das Problem könnte vielmehr grundsätzlicher Natur sein und müsste unseren künftigen Lebensstil prägen. Riesige Wachstumsmärkte wie etwa China oder Indien werden das Problem ohnehin verschärfen. Fleisch essen könnte in solchen Staaten zum Statussymbol werden, besonders für die Leute, die in die Städte drängen, um sich dort als Wander- und Industriearbeiter zu verdingen.
Die Welt der Technik verspricht mit weiteren speziellen Züchtungen Abhilfe. Doch das Problem könnte vielmehr grundsätzlicher Natur sein und müsste unseren künftigen Lebensstil prägen. Riesige Wachstumsmärkte wie etwa China oder Indien werden das Problem ohnehin verschärfen. Fleisch essen könnte in solchen Staaten zum Statussymbol werden, besonders für die Leute, die in die Städte drängen, um sich dort als Wander- und Industriearbeiter zu verdingen.
Samstag, 20. Mai 2017
Sozialneid (2)
In einer Diskussion glaube ich, etwas konkreter
erfahren zu haben, was bestimmte Personen meinen, wenn sie von
„Sozialneid“ sprechen. Überhaupt empfiehlt sich ja wohl immer
das Gespräch mit anderen, um sich selbst gewisser Dinge bewusster zu
werden. „Sozialneid“ wurde insofern verstanden als der Neid
gegenüber Einzelnen, der natürlich verwerflich erscheint. Ich
selbst habe viel zu wenig daran gedacht, denn mir ging es immer nur
um die Strukturen, die dahinter stehen und die etwas ermöglichen.
Der Einzelne interessierte mich in diesem Zusammenhang so gut wie
überhaupt nicht. Der Einzelne wäre vielmehr Gegenstand von
Empathie, denn er ist ja allzu willfährig zu einem Teil eines
Gesamtsystems geworden. Allmählich, in einem Prozess, der möglicherweise für ihn selbst gar nicht wahrzunehmen war, den er vielleicht in seiner Lebenswelt als "Normalität" und Selbstverständlichkeit für sich übernommen hat.
Mit einem undefinierten Seitenblick scheint für manche Personen allerdings auch jener auf gesellschaftliche Strukturen zielende Gedanke relevant zu sein. Das aber erscheint für manche Leute so gut wie verboten und wird sofort mit dem Begriff „Sozialneid“ abgestraft. Ob ein Interessenkonflikt dahinter steckt? Ob „Sozialneid“ hier als eine Art "Kampfbegriff“ eingesetzt erscheint? Ein Standardnachschlagewerk behauptet nach meinen Recherchen in diesem Zusammenhang den „sozialen Neid einer bestimmten Gruppe gegenüber einer anderen“. Ein anderes großes Nachschlagewerk sieht den „Sozialneid“ gar als „polemischen Kampfbegriff“. Es scheint aber überall darum zu gehen, einen „sozialen Status“ zu neiden. Das scheint verboten zu sein. Denn Neid in all seinen Ausprägungen gilt in der Bibel als Sünde.
Mit einem undefinierten Seitenblick scheint für manche Personen allerdings auch jener auf gesellschaftliche Strukturen zielende Gedanke relevant zu sein. Das aber erscheint für manche Leute so gut wie verboten und wird sofort mit dem Begriff „Sozialneid“ abgestraft. Ob ein Interessenkonflikt dahinter steckt? Ob „Sozialneid“ hier als eine Art "Kampfbegriff“ eingesetzt erscheint? Ein Standardnachschlagewerk behauptet nach meinen Recherchen in diesem Zusammenhang den „sozialen Neid einer bestimmten Gruppe gegenüber einer anderen“. Ein anderes großes Nachschlagewerk sieht den „Sozialneid“ gar als „polemischen Kampfbegriff“. Es scheint aber überall darum zu gehen, einen „sozialen Status“ zu neiden. Das scheint verboten zu sein. Denn Neid in all seinen Ausprägungen gilt in der Bibel als Sünde.
Freitag, 19. Mai 2017
Gerechtes Deutschland?
Deutschland sei doch längst gerecht, so scheint die
Mehrheit der Leute nach eifrig gestreuten Umfrageergebnissen hier zu glauben. Doch heute gilt: Mindestens
jeder siebte Rentner als armutsgefährdet, Rund eine halbe Million
erhält schon heute Grundsicherung. Wer nicht von seiner Rente leben
kann, sucht einen Nebenjob. Doch die Arbeitsplätze für Ältere sind
rar gesät, viele Jobs gehen auf die Knochen.
Waren
es 2010 nur 18,8 Prozent sind nun 20,8 Prozent der älteren Menschen
betroffen. Somit mehr als jeder Fünfte. Schon 2010 warnte die
damalige Sozialministerin von der Leyen, dass alle, die unter 2500
Euro verdienten, "mit dem Tag des Renteneintritts den Gang zum
Sozialamt antreten" müssten. Und: „Es steht nicht mehr und
nicht weniger als die Legitimität des Rentensystems für die junge
Generation auf dem Spiel.“ Grund für das steigende
Altersarmutsrisiko seien die beschlossenen Rentenreformen, nach denen
das Rentenniveau bis 2030 von derzeit 51 Prozent auf 43 Prozent des
durchschnittlichen Nettolohns vor Steuern sinkt Bei 40 Jahren
Beitragszahlung müsse der Arbeitnehmer konstant mindestens 2200 Euro
im Monat verdienen, um auf einen Rentenanspruch in Höhe der
Grundsicherung zu kommen. Die
Arbeitsverträge sind kurz, der Verdienst ist gering – für die
Rente kommt da nur wenig zusammen.
Zahlenspiele? Mag sein. Eine Gewähr wird nicht übernommen. Doch die Tendenz
kann nicht wirklich belegen, dass es hier in Bezug auf die
Altersarmut gerecht zugeht. Da braucht niemand Deutschland
„schlechtreden“.
Mittwoch, 17. Mai 2017
Empathie
Was
ich weiterhin aus meiner Soziologie-Zeit in Aufschrieben an
Notizen gefunden habe (ich studiere auf diese Weise ja meine
Vergangenheit, meine Einflüsse, meine Bewusstseinsstufen – und was
davon ich mit Anderen geteilt habe):
„Empathie ist die Eigenschaft eines Individuums, bruchlos und aufgeschlossen neue Rollen zu übernehmen und internalisieren zu können, persönliche mit fremden Wertvorstellungen kompromisshaft zu integrieren. Es bedeutet ein Einfühlungsvermögen in andere Menschen und Situationen. Die Rollenüberschreitung, dieses sich „hineinfühlen“ in andere liegt nicht gerade auf der Spur des Neoliberalismus, der ja – klischeehaft gesprochen – möglichst rücksichtslosen Egoismus predigt und den „Homo oeconomicus“ zu seinem Gott erhebt. Also den Menschen, der so handelt, das es stets seinen Interessen entspricht und sie mit allen Mitteln voran bringt, - auch auf Kosten von Anderen. Sich in jemand hinein zu versetzen, kann da nur bremsen. Zu personifizieren scheinen dies derzeit unter anderem der US-Präsident Trump, der wohl als ein Muster der Durchsetzungsfähigkeit gilt und stets seine eigenen Interessen („America first“? - Oder "First me, myself and I“?, -->Narzissmus) im Auge hat. Sehr viele autoritäre Charakter und „Führer“, die in der internationalen Gesellschaft und Politik aufgetaucht sind, scheinen Repliken eines solchen Modells.
„Empathie ist die Eigenschaft eines Individuums, bruchlos und aufgeschlossen neue Rollen zu übernehmen und internalisieren zu können, persönliche mit fremden Wertvorstellungen kompromisshaft zu integrieren. Es bedeutet ein Einfühlungsvermögen in andere Menschen und Situationen. Die Rollenüberschreitung, dieses sich „hineinfühlen“ in andere liegt nicht gerade auf der Spur des Neoliberalismus, der ja – klischeehaft gesprochen – möglichst rücksichtslosen Egoismus predigt und den „Homo oeconomicus“ zu seinem Gott erhebt. Also den Menschen, der so handelt, das es stets seinen Interessen entspricht und sie mit allen Mitteln voran bringt, - auch auf Kosten von Anderen. Sich in jemand hinein zu versetzen, kann da nur bremsen. Zu personifizieren scheinen dies derzeit unter anderem der US-Präsident Trump, der wohl als ein Muster der Durchsetzungsfähigkeit gilt und stets seine eigenen Interessen („America first“? - Oder "First me, myself and I“?, -->Narzissmus) im Auge hat. Sehr viele autoritäre Charakter und „Führer“, die in der internationalen Gesellschaft und Politik aufgetaucht sind, scheinen Repliken eines solchen Modells.
Dienstag, 16. Mai 2017
Rolle
Was ich aus meiner Soziologie-Zeit in Aufschreiben an Notizen über
den Begriff „Rolle“ gefunden habe (ich studiere auf diese Weise
meine Vergangenheit, meine Einflüsse, meine Bewusstseinsstufen –
und was davon ich mit Anderen geteilt habe):
„Die Rolle ist ein „Komplex von Erwartungen“ an eine Person, die eine bestimmte Position in einem sozialen System einnimmt. ….Die Rolle ist die Grundeinheit eines Systems sozialer Beziehungen. Man unterscheidet zwischen angeborenen Rollen (z.b. Alter, Geschlecht, Hautfarbe, Schichtzugehörigkeit....) und erworbenen Rollen (z.b.Bildung, Religion, Lebensstil...) und Rollenattribute (z.b. Aussehen, Kleidung).
Rollenkonflikte: Bei der Interaktion zwischen dem Einzelnen und dem sozialen System treffen immer mindestens zwei Erwartungen aufeinander. Diese müssen wahrgenommen, interpretiert, abgewogen und im Sinne des tatsächlichen Verhaltens entscheiden werden. Wenn die Erwartungen nicht zusammen passen, kommt es zum Rollenkonflikt. Dabei unterscheidet man zwei Arten: der Intrarollenkonflikt. Dabei liegen verinnerlichte Erwartungen, Erwartungen von außen und eigene Bedürfnisse im Konflikt. Beim Interrollenkonflikt zwischen dem Einzelnen und der jeweiligen Bezugsgruppe besteht Uneinigkeit über das tatsächliche Rollenverhalten. Beispiel? Die Rolle „Lehrer“ ist möglicherweise nicht klar definiert. Daraus ergeben sich Widersprüche. Aber auch: Rollen sind klar definiert, widersprechen sich aber teilweise.
„Die Rolle ist ein „Komplex von Erwartungen“ an eine Person, die eine bestimmte Position in einem sozialen System einnimmt. ….Die Rolle ist die Grundeinheit eines Systems sozialer Beziehungen. Man unterscheidet zwischen angeborenen Rollen (z.b. Alter, Geschlecht, Hautfarbe, Schichtzugehörigkeit....) und erworbenen Rollen (z.b.Bildung, Religion, Lebensstil...) und Rollenattribute (z.b. Aussehen, Kleidung).
Rollenkonflikte: Bei der Interaktion zwischen dem Einzelnen und dem sozialen System treffen immer mindestens zwei Erwartungen aufeinander. Diese müssen wahrgenommen, interpretiert, abgewogen und im Sinne des tatsächlichen Verhaltens entscheiden werden. Wenn die Erwartungen nicht zusammen passen, kommt es zum Rollenkonflikt. Dabei unterscheidet man zwei Arten: der Intrarollenkonflikt. Dabei liegen verinnerlichte Erwartungen, Erwartungen von außen und eigene Bedürfnisse im Konflikt. Beim Interrollenkonflikt zwischen dem Einzelnen und der jeweiligen Bezugsgruppe besteht Uneinigkeit über das tatsächliche Rollenverhalten. Beispiel? Die Rolle „Lehrer“ ist möglicherweise nicht klar definiert. Daraus ergeben sich Widersprüche. Aber auch: Rollen sind klar definiert, widersprechen sich aber teilweise.
Montag, 15. Mai 2017
Menschen(ver)führung (2)
Im Spagat sein zwischen Gewinn und Gewissen? Man wird
als „Führungskraft“ wohl hoch dafür bezahlt, dass man reichlich
unsoziale Sauereien durchführt. Welche Rolle bei der Jagd nach der
Profitmaximierung wohl die Ethik spielt? Gibt es abseits der
vielzitierten und oft als PR-Geschütz eingesetzten
„Compliance“-Regeln noch einen Verhaltenscodex? Oder haben sich
die betreffenden Leute komplett in ihre eigenen Bezüglichkeiten
verabschiedet, aus dem heraus man vor lauter Bäumen den Wald nicht
mehr sieht? Welche Rolle spielt die Rolle des Chefs in der digitalen
Arbeitswelt? Gibt es neue, der Zeit entsprechende Modelle dafür? Wie
wird man eine „Führungskraft“? Sich durchsetzen, sich über
etwas hinweg setzen, Selbstbewusstsein haben bis hin zum Narzissmus?
Etwas teuer machen für gewisse Leute, etwas erschwinglich machen für
andere, seinen Willen multiplizieren und ihn hinausschleudern in die
Welt? Muss es jemand geben, der am Ende entscheidet? Wann ist man ein
guter Entscheider? Wie bemisst sich das? Wer will das beurteilen?
Organisationen sind unübersichtlich. Eine Möglichkeit, sie
einfacher zu machen, ist, sie zu personifizieren. Möglichst in einem
starken Individuum, das oben ist, sehr viel Geld verdient und das
keine eigenen Probleme haben darf. Eine Organisation zu führen, mag
Menschen mit psychopathischen Zügen nach sich ziehen. Sie in einem
sozialen Zusammenhang, einem Unternehmen oder einer staatlichen
Einheit zur Geltung zu bringen, mag die Aufgabenstellung
charakterisieren. Machiavellismus (hierarchische Strukturen für sich
benutzen) - Narzissmus (Selbstliebe) – Psychopathie, - das sind
Voraussetzungen, also problematische Verhaltensweisen, die sich auch
noch untereinander kombinieren. Es geht dabei weniger um Menschen,
als vielmehr um Ziele, die mit allen Mitteln zu erreichen sind
(„instrumentelle Aggression“). Egoistisch, charmant, schnell von
Begriff, egoistisch, ohne Moralvorstellungen, angstlos, gute Redner,
ohne Skrupel, andere aus dem Weg zu räumen.....sich und seine Pläne
gut verkaufen können, - auch durch Lügen. Das macht Leute aus,
denen man sich anvertraut.
Sonntag, 14. Mai 2017
Der Ex-Landesvater
Vielleicht hat mich dieser Typ, der einst
Ministerpräsident des Landes war, in dem ich lebe, schon viel zu oft
geärgert. Der Mann ist ein offensichtlicher Karrierist unseres
Politikbetriebs, einer mit einem gewissen Geltungsdrang, der es
verstanden hat, Netze immer so auszuwerfen, dass einflussreiches
Personal hängen blieb. Berüchtigt ist noch die Connection, der
einst der einstige Bundespräsident Wulff und der einstige
Landesministerpräsident Koch angehörte. Während jedoch viele
seiner einstigen Kumpane in der Versenkung verschwunden sind, hat der
Mann selbst weiter Karriere gemacht. Günther Oettinger wurde
Kommissar in Brüssel, stellte „unseren Mann“ in der EU dar, und
warf sich wohl weiterhin einflussreichen „Freunden“ an den Hals. Dass
dabei auch die Industrielobby in Brüssel eine große Rolle gespielt
haben soll, wird gerne unterstellt, pfeifen aber die Spatzen von den
Dächern. Berühmt berüchtigt wurde etwa seine Glühbirnenverordnung,
die sicher stellte, dass sich möglichst viele Leute
„Energiesparlampen“ mit hohem Quecksilberanteil anschaffen
mussten. Erst neulich ist mir wieder so ein Ding runtergefallen. Bis
heute weiß ich nicht, was ich dann tun soll. Wie „entsorgen“.
Die Handelsunternehmen sollten es zurücknehmen, hieß es. Aber in
diesem Falle? Ich atme das Zeug wohl ein und kann mich nicht wirksam
wehren. Ich habe den Scheis auch gekauft, weil versprochen wurde,
dass die Dinger weniger Energie verbrauchen sollten als herkömmliche
Glühbirnen. Doch was ist mit dem Scheis-Quecksilber?
Oettinger machte also in der EU Brüssels als „Mann der CDU“ Karriere, wurde vom Energie- zum Digitalkommissar und jetzt zum Haushaltskommissar. Stets jedoch war seine Kompetenz umstritten. Er fiel darüber hinaus international durch sein putziges, schwäbisch gefärbtes Englisch auf, das unter anderem einen großen Teil der Youtube-Gemeinde amüsierte. Doch zuletzt hatte er Chinesen als „Schlitzaugen“ bezeichnet, was einen natürlich sofort in den Geruch des Rassismus bringt. Nicht gut für den Ruf. Außerdem kam heraus, dass er allzu gerne mal die Privatflieger von „ausgewählten“ Industriefreunden für seine Zwecke nutzte, was in Baden-Württemberg sowieso eine gewisse Tradition hat, obwohl es gleichzeitig ein „Gschmäckle“ hat. Aber solche Nähe wird dort gerne als „Industriefreundlichkeit“ und Industrieförderung gedeutet. Es sollte nach diesem Verständnis dem Land zu größerer Prosperität helfen, - was gewisse Ministerpräsidenten dazu eingeladen hat, darin ein bisschen über die Stränge zu schlagen. Dass aber solche Einflussnahmen in der EU gang und gäbe sind, darf vielleicht gefolgert werden. Jetzt aber soll er, der Oettinger-Komiker, vorerst mal nicht, wie allgemein erwartet, zum Vizepräsidenten der Kommission befördert werden. Welch von Lobbyisten unterfüttertes Ränkespiel das wohl ist? (Ausdrücklich sei noch einmal darauf hingewiesen, dass hier nichts behauptet wird, sondern dass nur über etwas nachgedacht wird)
Oettinger machte also in der EU Brüssels als „Mann der CDU“ Karriere, wurde vom Energie- zum Digitalkommissar und jetzt zum Haushaltskommissar. Stets jedoch war seine Kompetenz umstritten. Er fiel darüber hinaus international durch sein putziges, schwäbisch gefärbtes Englisch auf, das unter anderem einen großen Teil der Youtube-Gemeinde amüsierte. Doch zuletzt hatte er Chinesen als „Schlitzaugen“ bezeichnet, was einen natürlich sofort in den Geruch des Rassismus bringt. Nicht gut für den Ruf. Außerdem kam heraus, dass er allzu gerne mal die Privatflieger von „ausgewählten“ Industriefreunden für seine Zwecke nutzte, was in Baden-Württemberg sowieso eine gewisse Tradition hat, obwohl es gleichzeitig ein „Gschmäckle“ hat. Aber solche Nähe wird dort gerne als „Industriefreundlichkeit“ und Industrieförderung gedeutet. Es sollte nach diesem Verständnis dem Land zu größerer Prosperität helfen, - was gewisse Ministerpräsidenten dazu eingeladen hat, darin ein bisschen über die Stränge zu schlagen. Dass aber solche Einflussnahmen in der EU gang und gäbe sind, darf vielleicht gefolgert werden. Jetzt aber soll er, der Oettinger-Komiker, vorerst mal nicht, wie allgemein erwartet, zum Vizepräsidenten der Kommission befördert werden. Welch von Lobbyisten unterfüttertes Ränkespiel das wohl ist? (Ausdrücklich sei noch einmal darauf hingewiesen, dass hier nichts behauptet wird, sondern dass nur über etwas nachgedacht wird)
Samstag, 13. Mai 2017
Menschen(ver)führung (1)
Welche Charaktereigenschaften wohl Wirtschaftsführer,
also Manager auszeichnen? Abgefahrene Verrücktheit? Ein bisschen "far beyond"? Um an die Spitze zu kommen,
braucht es das Maß an Besonderheit, das die Vielen nicht haben. Woraus diese "Besonderheit" wohl besteht? Vielleicht sind es heutzutage aber eher „spezielle Typen“, die
ein Team um sich haben, das seine Fähigkeiten einbringt. „Bei
einem solchen Spitzenmann, wie dem unseren, muss das so sein, dass er
verrückt ist“ - so eine gängige Einstellung von „Untergebenen“.
Muss er das wirklich? Muss er nicht vielmehr gewisse Dinge nüchtern
einschätzen können und sich mit Situationen konstruktiv auseinandersetzen
können? Man muss in jedem Falle ziemlich rücksichtslos sein, so
eine weitere Einschätzung, denn man müsse als Führungskraft die
Ziele einer Organisation verwirklichen. Um jeden Preis. Man müsse Menschen „führen“,
was alleine schon viele unangenehme Assoziationen erwecken kann.....
Doch der Mensch brauche Führung, ihm müsse gesagt werden, „wo es
lang geht“. Deshalb brauchte es auch einmal einen "Führer". Widerlich.
Dass da ein „Manager“ sei, habe etwas Beruhigendes, so eine Aussage. Denn es vermittle das Gefühl, dass eine Einzelperson für alles verantwortlich sei. Finde man für diese Position die Richtige oder den Richtigen, sei das Problem der Vorgabe, Führung und Orientierung gelöst. Ob sich nicht dahinter mehr eine Systemfrage befindet, das etwas mit „Verrücktheit“ zu tun hat? Ob es noch zeitgemäß ist, eine Organisationseinheit streng hierarchisch als eine Art Diktator zu führen? Ob dies die Kreativität eines Mitarbeiters zu befeuern vermag? Ob es ihn motiviert? Ob es bei Führung um die Figur des Guten gegen die Figur des Bösen geht? Wie etwa im Märchen? In der Sage? Da sind ja die vielen Geschichten um große Frauen (weniger...) und Männer und ihre sensationellen Taten.
Dass da ein „Manager“ sei, habe etwas Beruhigendes, so eine Aussage. Denn es vermittle das Gefühl, dass eine Einzelperson für alles verantwortlich sei. Finde man für diese Position die Richtige oder den Richtigen, sei das Problem der Vorgabe, Führung und Orientierung gelöst. Ob sich nicht dahinter mehr eine Systemfrage befindet, das etwas mit „Verrücktheit“ zu tun hat? Ob es noch zeitgemäß ist, eine Organisationseinheit streng hierarchisch als eine Art Diktator zu führen? Ob dies die Kreativität eines Mitarbeiters zu befeuern vermag? Ob es ihn motiviert? Ob es bei Führung um die Figur des Guten gegen die Figur des Bösen geht? Wie etwa im Märchen? In der Sage? Da sind ja die vielen Geschichten um große Frauen (weniger...) und Männer und ihre sensationellen Taten.
Freitag, 12. Mai 2017
Post Kommunikation
Die Dichter versichern sich
gegenseitig ihrer verlorenen Wichtigkeit indem sie sich gegenseitig
Preise verleihen und manchmal das Elend der Politik beklagen, wozu
sie ein schönes Gesicht machen und die Augenbraue hoch ziehen.
Ansonsten spielen sie Murmeln, die auch schon mal schöner waren. Sie
siechen, denn sie haben ihre Funktion längst verloren, Buchdruck ist
veraltet. Internet angesagt auf allen Kanälen. Internet der Dinge.
Gewiss, Reflexionen müssen sich ihren Weg ins Bewusstsein bahnen,
der manchmal lang, windig und mühevoll ist. Nur, wer will das schon
in einer Welt der schnellen Kicks und Kitzel? Ist ohnehin nur
Übergang zu einer Zeit, in der jedes Gehirn gespeichert sein wird.
Zwischen Stop und go, Standup Comedy. Ausgefranst in den Medien,
zerstäubt im Internet….die ruhige Überlegung fällt auf sich
selbst zurück. Im sachten Smartphonedruck. Es treibt das Wachstum
die Beschleunigung um jeden Preis und das Echo verhallt im Nichts.
Identität, Kultur. Zerrieben und pulverisiert zu Erbhöfen und
Besitzständen. Kontoständen. Wanken, Umfallen, Stürzen? Alles
egal, solange es richtig gemanagt wird. Umsatzrückgänge, aber
Bailout rettet die Großen. Der Staat in Gestalt seiner Elite-Kretins
schaufelt Milliarden in dieses Grab. Die Städte sind überwuchert
von unterhaltsamen Bedeutungslosigkeiten. Die Hohlheit füllt uns
aus. Wird eingefüllt und die meisten merken es gar nicht.
Schnell, schnell, Inhalt egal. Legal, den vorgeschrieben Wegen
entlang abgeschöpft werden. Gemolken. Von Bürokratien, von gut
bestallten Sesselfurzern und Aasgeiern in der
Sechszylinder-Limousine. Immer unterwegs auf der Überholspur der
Autobahn. Hauptsache wir sind sicher. S-U-V. Die anderen werden wir
schon zermalmen! Alle müssen sparen und haben das verinnerlicht.
Verdichtung allenthalben, aber keine Intensität, sondern
fortwährende Lüge. Alltäglich etwas sein durch das Auto. Elektro,
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Donnerstag, 11. Mai 2017
Mittwoch, 10. Mai 2017
Lächeln als Zustand
Was mir beim Fernsehen aufgefallen ist: Dieses
Dauerlächeln. In der Politik oft in Verbindung mit Handshakes
geradezu zwanghaft. Im Showgeschäft scheint's zum Handwerk zu
gehören. Kaum jemand zeigt da authentische Gefühle. Alles ist
gespielt und aufgesetzt. Cheese als Maske. Eine sehr offensichtliche
Lüge (die wohl den sozialen Umgang erleichtern soll, in Wirklichkeit
erschwert sie ihn manchmal...). Alles gut? Wir regeln das. In unserem
Sinne. Wir lächeln alles weg (und heben im Amerikanischen dazu den
Daumen...). Strahlemann bringt Optimismus in düsterste Umgebung.
Lächeln ist Verkaufen. Sich. Seine Sache. Einer Sache ein lächelndes
Gesicht geben. Ein
Lächeln
kann nahe legen, dass man sich vertraut und bereit ist, etwas zu
teilen. Außerdem scheint die allgemeine Erwartung nahe zu liegen,
man würde mit den eigenen Emotionen nicht hinter dem Berg halten.
Vor allem nicht mit den positiven. Zu den unausgesprochenen Regeln
gehört es dann auch, selbst Unbekannten ein Lächeln zu schenken. Es
gilt unausgesprochen und unbewusst als ein Ausweis der
Vertrauenswürdigkeit und der Menschlichkeit. Ob so etwas auch zum allzu offensichtlichen Gebrauch von "Fake News" und "alternative facts" beigetragen hat?
Dienstag, 9. Mai 2017
Rentenversprechen, Rentenfinanzierer
Wenn ich meinen
Rentenbescheid sehe, überkommt mich das kalte Grausen und die nackte
Angst. Da empört es mich immer wieder, wenn die Kanzlerin und die
ihr nahe stehenden Kreise behaupten: „Uns geht es gut!“. Das ist
die selbe Lüge wie ihr „Wir schaffen das!“. Es erhebt sich
zuallererst immer die dringende Frage: Wer ist mit „uns“ gemeint?
Und wer ist mit „Wir“ gemeint? Ob es vor allem die
Besserverdienenden und Geldsäcke in Deutschland sind? Ob die
scheinbar guten Statistiken mit einem gnadenlosen Lohndumping und
einer beginnenden und dann alles zermalmenden Altersarmut erkauft
sind? Wem das zugute kommt? Man braucht nicht lange fragen. In nahezu
allen Staaten um uns herum in Europa gibt es so etwas wie eine
garantierte Grundrente, die über 1000 Euro liegt. Österreich, die
Schweiz und die Niederlande mögen da als erster Beleg genügen. Es
zahlen dort alle Bürger, also auch Abgeordnete, Selbständige,
Ärzte, Rechtsanwälte und dergleichen in eine solche solidarische
Rentenversicherung ein. Diese Länder verfügen über ein
Solidaritätsprinzip, das reichere Mitbürger mehr in die Rentenkasse
einzahlen lässt als ärmere. Dies ist in diesen Gesellschaften auch
weitgehend akzeptiert. Ein fester Betrag. Grundrente. Für alle.
Hierzulande gibt es steigende Beiträge bis zu einer gewissen
„Bemessungsgrenze“ von derzeit 6500 Euro pro Monat. Jenseits
dieser Grenze braucht nichts mehr bezahlt zu werden. Einkommen, die
also über 6500 Euro betragen, sind nicht
rentenversicherungspflichtig. Er muss sich damit also nicht mehr an
der Solidargemeinschaft beteiligen. Wem dies alles zugute kommt? Ob
gewisse Politiker da nahe genug dran sind? Sozial- und
Rentenpolitiker der Parteien insbesonders?
Einst war es die oft
geäußerte Sorge der Politik, dass es immer höhere Beiträge
benötige, um die Renten zu bezahlen. Also wurden die Rentenbeiträge
für die Arbeitgeber gedeckelt. Und das Rentenalter wurde
hochgesetzt. Nun sollten alle bis 65 arbeiten. Vergünstigungen
wurden abgeschafft, Renten sollten nicht mehr im Gleichklang mit den
Löhnen steigen. Der Motor für „die Wirtschaft“ sollte unter
Schröder angeworfen werden. „Die Wirtschaft“, wer das wohl ist?
Die Arbeitgeber/Kapitaleigner oder die Wirtschaft insgesamt (zu der
ntürlich auch steigende Löhne gehören würden)? Eventuell
auftretende Lücken sollten über die sogenannte „Riester-Rente“
abgedeckt werden, eine private Rentenversicherung, durch deren
Abschluss, wie sich später heraus stellte, vor allem
Versicherungsgesellschaften profitierten, äußerst selten jedoch
diejenigen, an die sich diese Versicherung zu wenden schien.
Außerdem wurden ihre „Zuschüsse“ mit Steuern finanziert, also
durch das von allen entrichtete Geld. Das alles hat zur Folge, dass
zahlreiche Mitbürger nach einem Leben voller Arbeit zum Sozialamt
gehen müssten. Das Kernversprchen eines Sozialstaates aber war es,
dass man nach einem Leben voller Arbeit von seiner Rente leben können
muss. Wenn das Niveau aber wie auf einer Rutschbahn nach unten geht,
kann diese Versprechen nicht, oder nur für sehr gut verdienende
Bürger, gehalten werden. Die jetzt so groß mit dem
Gerechtigkeitsversprechen auftrumpfende SPD, die unter anderem
Mitglieder wie Gerhard Schröder, Wolfgang Clement oder Peer
Steinbrück hat oder hatte, hat diese direkt in die Altersarmut führende Politik entscheidend mit zu
verantworten.
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Montag, 8. Mai 2017
Landwirtschaft, Tierhaltung
Wer eigentlich kann mit
ansehen, wie ein Tier geschlachtet wird? Wir fressen Tiere und leiden
womöglich alleine schon unter dem Gedanken an ihre Tötung. Wer kann
sich den Geruch des Todes vorstellen, wer will das? Wie riecht Blut?
Ob uns das verstört? Oder sind manche Leute schon dermaßen
abgestumpft und erklären sich selbst so zur Krone der Schöpfung,
dass ihnen das nichts mehr anhaben kann? Fleisch essen? Manche tun
das trotzdem. Ob es in der Auseinandersetzung um dieses Thema um
Massentierhaltung geht? Ob es ein großer Unterschied ist, ob ein
Massai-Krieger ein Beutetier zubereitet und isst oder ob ein Mensch
aus unserer Umgebung ein Schnitzel aus dem Supermarkt brutzelt?
Womöglich ist die Verdauung und der Stoffwechsel eines modernen
Menschen für den Genuss von Fleisch ausgelegt, das aber nicht
zwingend aus der Massentierhaltung stammen muss.....Ob Tiere nicht
auch eine Würde haben, eine Leidensfähigkeit, die uns nicht
zwingend in die Stellung versetzt, sie nach ökonomischen Kriterien
umzubringen? Ob die Tiere das mitkriegen, wenn sie getötet werden?
Ob ihnen so etwas wie Respekt zusteht? Bolzenschuss und Elektrozange?
Sind sie die richtigen Instrumente oder Methoden dafür, sind sie
angemessen? Schlachthäuser als die Orte des Todes. Wer kann das,
will das rechtfertigen, was in Agrarfabriken auf der ganzen Welt
passiert? Zu welchen Begründungen will er sich versteigen? Die
Weltbevölkerung ernähren? Es wurde bereits an anderer Stelle dieses
Blogs angeführt, dass, um Fleisch zu „erzeugen“, der
Energieaufwand viel zu groß wäre. 60 % der Böden werden zur
Erzeugung von Tierfutter gebraucht/verbraucht. Für 1 kg Rindfleisch
werden durchschnittlich 20 000 Liter Trinkwasser verbraucht und 16 kg
Getreide und Soja verfüttert. Dabei werden mehr Treibhausgase
erzeugt als bei 250 Km Autofahrt und 50 Quadratmeter Regenwald
vernichtet. Ob diese Zahlen nun ganz genau stimmen oder nicht,
erscheint mir nicht so wichtig als vielemehr die Tendenz, die dadurch
angezeigt wird. Diese Umstände der Nahrungsmittelerzeugung kommen
vor allem bestimmten Menschen auf dieser Welt zugute. Ist das noch
ein Streitthema? Ob wir das alles am liebsten verdrängen? Möglichst
nicht wahrnehmen, gar nicht erst darüber nachdenken. Es scheint
festzustehen: Sehr viel Elend für die Menschheit hängt mit dieser
Form der Tierhaltung zusammen.
Sonntag, 7. Mai 2017
Fußballmachtspiele
Ob es mir urkomisch kommt, wenn jetzt mächtige
Geschäftsführer von Fußballbundesligatraditionsclubs im Clinch mit Trainern
liegen, die mehr auf der Seite von Spielern stehen und wagen, eine
eigene Meinung zu äußern? Ob das mehr Ausdruck eines
Hierarchieverhältnisses ist, das sich vor allem auf Geld gründet
und mit dem Vertreten von Fans gar nichts zu tun hat? Diese „Fans“
scheinen ja immer noch an die alte Mär' der "11 Freunde" zu glauben und
schenken ihrem Verein alles, vor allem ihre Kaufkraft.... Es soll bald
entschieden werden und es geht ja ausschließlich um „Strategie,
Kommunikation und Vertrauen“. Klaro, um was denn sonst? Persönliche
Animositäten und ökonomische Interessen (z.b. Aktien einer
Aktiengesellschaft) spielen da naturgemäß überhaupt keine Rolle. Wer
lässt sich eigentlich solche Inszenierungen vorspielen und hält sie
für die Realität? Ob dies etwas sehr Globales hat und ob man eine solche Kritik äußern darf? Ob es eine gewisse Ähnlichkeit zu den antiken
„Brot und Spiele“-Strategien der Antike gibt? Sklaven und "Elite", ein delikates Verhältniss. Ob es im alten Rom
gelegentlich auch um Macht ging? Lauter Fragen, bei denen ich an der
Seitenauslinie stehe und staune.......
Samstag, 6. Mai 2017
An meine Mutter (Eduard Mörike)
An meine Mutter
Siehe, von mailen den Liedern nicht eines gilt dir, o Mutter!
Dich zu preisen, o glaub's, bin ich zu arm und zu reich.
Ein noch ungesungenes Lied ruhst du mir im Busen,
Keinem vernehmbar sonst, mich nur zu trösten bestimmt,
Wenn sich das Herz unmutig der Welt abwendet und einsam
Seines himmlischen Teils bleibenden Frieden bedenkt
An dieselbe
Ach wie liebreich warst du der Welt und dienetest allen!
Und wie klein doch, wie plump hat sie dich endlich verkannt,
Da entsagtest du ihr; doch lächelnd wehren die Deinen
Heute wie gestern der Hand, die sich in Liebe vergißt.
(Eduard Mörike)
Siehe, von mailen den Liedern nicht eines gilt dir, o Mutter!
Dich zu preisen, o glaub's, bin ich zu arm und zu reich.
Ein noch ungesungenes Lied ruhst du mir im Busen,
Keinem vernehmbar sonst, mich nur zu trösten bestimmt,
Wenn sich das Herz unmutig der Welt abwendet und einsam
Seines himmlischen Teils bleibenden Frieden bedenkt
An dieselbe
Ach wie liebreich warst du der Welt und dienetest allen!
Und wie klein doch, wie plump hat sie dich endlich verkannt,
Da entsagtest du ihr; doch lächelnd wehren die Deinen
Heute wie gestern der Hand, die sich in Liebe vergißt.
(Eduard Mörike)
Freitag, 5. Mai 2017
Verhaltensmodelle
Notizen (Namen sind unkenntlich gemacht, vertauscht und bewusst ins Neblige gerückt): "Der
Tod wird kommen. Das immerhin ist sicher. Mein Vater ist dafür mein Modell,
nach dem sich mein Handeln ausgerichtet hat. Ein sanfter Mann, der
immer in sich hinein gefressen, toleriert hat (und sich nicht einmal
das hat anmerken lassen). Er hat sich mit den großen Geistern
beschäftigt und sie ernst genommen. Er hat ihre Zweifel abgewogen.
In sich selbst ausgetragen. Und ist letztlich doch gläubig geblieben
auf eine Art, die sich nicht offensiv und missionarisch nach außen
hat mitteilen müssen. Ob er seine Schüler geschlagen hat, nachdem er sich dazu verurteilt sah, den Lehrer zu spielen? Ist er
in solchen Konventionen, Bezüglichkeiten aufgewachsen? Er tat es
wohl (wenn er es überhaupt tat...), so dachte er, im Interesse der Sache. Es musste sein. Ob ihn je eine
Person interessiert hat?
Zum Beispiel diese Person. Auch sie gegen die Wand gefahren. Vor vielen Jahren schon. Ihre Schönheit kam mir unwirklich vor. Das ist sie auch, denn sie steht fest im Leben, würde nie mit sowas rechnen, bzw. hat es zu oft erlebt. Sie denkt an ihrer Kumpelhaftigkeit mit der eigenen Berufsrolle. Seit zwei Jahren ist da völlig Funkstille. Da gab es noch jemanden, die plötzlich hat abprallen lassen. Mit schärfsten Agressionen, wieso? Was hatte ich ihr getan? Ich weiß es bis heute nicht. Die einzige Person, zu der Nähe da ist, ist XXX. Auch so eine Looserin, die es in eine Berufsrolle hinein geschafft hat und manchmal daran verzweifelt. Es ist nicht der einzige Berührungspunkt mit ihr. War ich völlig verrückt, als ich sie einst aufgeben wollte? Ging darüber hinein in eine Einsamkeit, die mich ganz alleine in Richtung auf den Tod führt."
Zum Beispiel diese Person. Auch sie gegen die Wand gefahren. Vor vielen Jahren schon. Ihre Schönheit kam mir unwirklich vor. Das ist sie auch, denn sie steht fest im Leben, würde nie mit sowas rechnen, bzw. hat es zu oft erlebt. Sie denkt an ihrer Kumpelhaftigkeit mit der eigenen Berufsrolle. Seit zwei Jahren ist da völlig Funkstille. Da gab es noch jemanden, die plötzlich hat abprallen lassen. Mit schärfsten Agressionen, wieso? Was hatte ich ihr getan? Ich weiß es bis heute nicht. Die einzige Person, zu der Nähe da ist, ist XXX. Auch so eine Looserin, die es in eine Berufsrolle hinein geschafft hat und manchmal daran verzweifelt. Es ist nicht der einzige Berührungspunkt mit ihr. War ich völlig verrückt, als ich sie einst aufgeben wollte? Ging darüber hinein in eine Einsamkeit, die mich ganz alleine in Richtung auf den Tod führt."
Donnerstag, 4. Mai 2017
Mittwoch, 3. Mai 2017
Fußballstartup
Ich bin froh darüber,
dass es ein Verein aus den Neuen Bundesländern geschafft hat! Einer,
der den typischen Emporkömmling im Turbokapitalismus verkörpert und
die sogenannten Traditionsvereine neidisch gemacht hat! Ja, er mag
nur zum Zwecke der Promotion einer Brausedose gegründet worden sein!
Aber ist das Gebaren der „alten“ Vereine dagegen nicht etwas
verlogen und war das nicht die einzige Chance eines Vereins dieser
Herkunft? Sind nicht etliche Fußballmannschaften der deutschen
Bundesliga als „Werkself“ angekündigt? Teil ihrer Funktion mag
immerhin die eines Aushängeschildes und Werbeträgers eines Konzerns sein. Oder der
Ruhm eines reichen Mäzenen!Dass dabei niemand nach den moralischen
Dimensionen solchen Tuns fragt, nennen Altvordere des Gewerbes gerne
„professionell“. Sie haben ja einen Vertrag abgeschlossen und
werden niemals nach dem Warum und Wieso fragen, sondern nur nach dem
Geld bzw. Profit. Für Geld machen sie alles. Das ist dem System
extrem angepasst, - wurde aber jetzt überholt von einem frechen
Startup. Er macht alle anderen neidisch, indem er noch ein bisschen
konsequenter in Richtung Kommerzialität drängt, indem er sein Tun
von vornherein verkauft hat und nicht darauf angewiesen ist, tausend
aufdringliche Sponsoren zu finden, die nicht nur Spieler und
Werbeflächen, sondern sogar Namensrechte an altehrwürdigen Stadien
aufkaufen. Es ist doch so, das diese Fußballbundesliga eine ziemlich
festgefügte Gesellschaft ist: die kapitalstärksten Vereine kaufen
den anderen regelmäßig die besten Spieler ab, um auf hohem Niveau
möglichst international mitzuhalten. Diese „Lieferanten“-Vereine
dürfen sich dafür dann „Ausbildungsvereine“ nennen. Wer kein
Geld hat, der hat keine Chance. Jüngst wurde sogar öffentlich und wohl etwas zu offensichtlich vorgeführt, dass Profitinteressen alle ethischen Bedenken gnadenlos zu überwölben scheinen, gerade was Terminsetzungen angeht. Gelegentlich steigen per Statut ein
paar Newcomer-Vereine auf und später wieder ab. Im Wesentlichen
aber bleibt die Struktur erhalten, ja, sie hat sich in den
vergangenen Jahren deutlich verfestigt. Nun werden öffentliche
Krokodilstränen vergossen, dass sich punktuell etwas geändert hat.
Vereinsvorsitzende und Geschäftsführer lassen sich zu allzu starken
Tönen hinreißen. Es werden sogar neue „Feinde“ ausgerufen. Doch
das ist nicht der wesentliche Punkt. Wesentlich ist vielmehr, dass
dies, - falls es allzu erfolgreich“ sein würde, - ein Modell
abgeben könnte für andere. Dass es dem voll
durchkommerzialisierten Bundesliga-Fußball die Maske vom Gesicht
ziehen könnte.
Dienstag, 2. Mai 2017
Montag, 1. Mai 2017
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