Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
Mittwoch, 31. Mai 2017
Sterblichkeit, Tod und soziale Differenzierung
Im Silicon Valley wird sehr robust an der
Unsterblichkeit geforscht. Nun ja, das Sterblichkeitsalter erst mal
hinauszögern, so dass der Mensch etwa 1000 Jahre alt werden könnte,
wäre ja auch mal ein erstes Ziel. Ein uralter Menschheitstraum würde
dann wahr werden. Die Essenz des Jungbrunnens per Altersforschung
finden, Altersforschung als Avantgarde, den Code des Lebens
knacken,eine Arznei gegen den Tod finden, Heilsversprechen
wiedererfunden reloaded (in den USA ein gerne gepflegter Sport), Verjüngung neu, - Tests scheinen
erfolgsversprechend und würden neue Perspektiven eröffnen. Ob aber
die Erde dafür gerüstet wäre, 1000jährige und ältere Menschen zu
ertragen? Ob die Ressourcen ausreichen würden oder ob diejenigen,
die es sich leisten könnten, sich in ferne Welträume absetzen würden? Überhaupt: wäre das Aufhalten des Alterungsprozesses nicht etwas
für „wertvolle“ Menschen? Wonach bemisst sich dieser Wert in
unseren Gesellschaften? Stimmt, nach der Kohle...... Ob's also ein
Instrument der sozialen Differenzierung wäre und ärmere Menschen
ausgegrenzt wären? Ob sie zunehmend abgedrängt würden in eine Art
„Green Soil“, wie es ein berühmter Film der sechziger Jahre
dargestellt hat? Eine „Masse Mensch“, wie sie der Expressionist
Ernst Toller in seinem Buch gleichen Titels einst beschrieben hat? Zarte Hinweise darauf eröffnen
sich schon jetzt, indem nämlich Milliardäre sich für solche
Möglichkeiten heftig zu interessieren scheinen. Milliardäre.
Dienstag, 30. Mai 2017
Entscheidungsprozesse
Wir erfahren, dass Hunderte von Lobbyisten im
Bundestag ein- und auszugehen scheinen und wir merken, dass wir davon
kaum mehr überrascht sind. Diese Leute beeinflussen Entscheidungen
und Entscheider, Gesetzgebungen und Vorlagen in ihrem Sinne. Sie
bringen sich recht aktiv ein und zeigen sich meist materiell Abgeordneten gegenüber für
solche Möglichkeiten erkenntlich. Zuwendungen aller Art sind ihre
Spezialitäten. Subtile Beeinflussungen gehören dazu. Der reinen
Lehre entspricht so etwas natürlich nicht. Aber wir seien damit
lange gut gefahren und im Übrigen: „Uns geht es gut“. Anspruch
und Wirklichkeit klaffen hier trotzdem weit auseinander. Tatsache
ist: Es könnte uns noch viel besser gehen. Es könnte uns auch so
gehen, dass andere Länder nicht dafür leiden müssten. Wir könnten
auf Ausgleich bedacht sein, besonders dort, wohin im Augenblick noch
von uns Waffen geliefert werden. Wir erfahren davon, dass es
anscheinend genügte, nur den Namen des entsprechenden
Interessenverbandes in das Antragsformular des Bundestags
einzutragen, - und schon würde Zugang gewährt. Ob so etwas
Verdrossenheit erzeugt? Die jüngsten Teilnahmequoten bei Wahlen scheinen dies
zu widerlegen, - aber halt nur kurzfristig. Es scheint eine eher
langfristige Unzufriedenheit zu geben, einen Bodensatz der
Verdrossenheit, der versucht, sich mit den Dingen zu arrangieren, der
sie aber nicht akzeptieren kann. Die Grenzbereiche zur Korruption
sind fließend, - auch wenn in anderen Ländern die offene Korruption
herrscht und jeden Tag hämisch darüber berichtet wird. Was nutzt es
da, wachsam zu sein? Nun ja, wir wollen doch besser sein als andere,
wir wollen (auch aus schlimmen historischen Erfahrungen heraus...)
doch voran gehen, was Demokratie und Rechtsstaat betrifft. Wir wollen doch keine
Doppelbödigkeit zulassen, sondern einheitlich „auf dem Boden des
Grundgesetzes“ stehen, - oder?
Montag, 29. Mai 2017
Ernährung, Welt, Insekten
Eines scheint klar: Die
Erde kann den rapide gestiegenen Fleischbedarf nicht für die ganze
Bevölkerung decken. Der erhöhte Fleischbedarf Asiens zieht immer
mehr Verbrauch an Weidefläche nach sich. In Deutschland werden pro
Tag ca. 90 Hektar an Grünland und Ackerland durch
Überbauung verbraucht. Lösung? Invitrofleisch? Burger aus dem
wissenschaftlichen Labor? Die Fleischzellen vermehren sich hier in
einem wissenschaftlich kontrollierten Nährmedium. Darin sind
Antibiotika enthalten, damit Bakterien die Kulturen nicht
verunreinigen. Das Verfahren soll in einigen Jahren massentauglich
werden. Statt vielen Rindern bräuchte man dann nur ein einziges
Tier, um mehrere Tonnen Fleisch zu produzieren. Der erste Laborburger
hat etwa 330 000 Euro gekostet. Derzeit ist man bei etwa 100 Euro.
Bis zur Massenproduktion ist es möglicherweise aber trotzdem noch ein weiter Weg.
Kekse mit speziellen tierischen Proteinen gibt es aber heute schon kostengünstig. Eine Backzutat ist dabei ganz besonders: sie stammt von Würmern. Die Tiere werden unter streng kontrollierten Bedingungen gezüchtet. Sie bekommen nur Biokost, bis sie schließlich durch Kochen getötet, getrocknet und zu einem Mehl zermahlen werden. Obwohl in anderen Ländern Insekten schon lange gegessen werden, besteht bei uns noch eine traditionelle Hemmschwelle. Doch erste Restaurants haben diese Tierchen auch in Europa jetzt schon auf die Speisekarte gesetzt.
Kekse mit speziellen tierischen Proteinen gibt es aber heute schon kostengünstig. Eine Backzutat ist dabei ganz besonders: sie stammt von Würmern. Die Tiere werden unter streng kontrollierten Bedingungen gezüchtet. Sie bekommen nur Biokost, bis sie schließlich durch Kochen getötet, getrocknet und zu einem Mehl zermahlen werden. Obwohl in anderen Ländern Insekten schon lange gegessen werden, besteht bei uns noch eine traditionelle Hemmschwelle. Doch erste Restaurants haben diese Tierchen auch in Europa jetzt schon auf die Speisekarte gesetzt.
Sonntag, 28. Mai 2017
Verdinglichung, Legitimation, Idiologie
Wieder in alten Soziologie-Unterlagen gefunden (Grundbegriffe, Definition):
Verdinglichung bedeutet, menschliche Phänomene aufzufassen, als ob sie Dinge wären, das heißt, als außer- oder übermenschlich. Verdinglichung ist die Auffassung von menschlichen Produkten, als wäre sie etwas anderes als menschliche Produkte: auch Naturgegebenheiten, Folgen kosmischer Gesetze und Offenbarungen eines göttlichen Willens. Legitimation "erklärt" die institutionale Ordnung dadurch, dass sie ihrem objektivierten Sinn kognitive Gültigkeit zuschreibt. Sie rechtfertigt die institutionale Ordnung dadurch, dass sie ihren pragmatischen Imperativen die Würde des Normativen verleiht. Wenn eine Wirklichkeitsbestimmung so weit ist, dass sich ein konkretes Machtinteresse mit ihr verbindet, so kann sie "Idiologie" genannt werden.
Verdinglichung bedeutet, menschliche Phänomene aufzufassen, als ob sie Dinge wären, das heißt, als außer- oder übermenschlich. Verdinglichung ist die Auffassung von menschlichen Produkten, als wäre sie etwas anderes als menschliche Produkte: auch Naturgegebenheiten, Folgen kosmischer Gesetze und Offenbarungen eines göttlichen Willens. Legitimation "erklärt" die institutionale Ordnung dadurch, dass sie ihrem objektivierten Sinn kognitive Gültigkeit zuschreibt. Sie rechtfertigt die institutionale Ordnung dadurch, dass sie ihren pragmatischen Imperativen die Würde des Normativen verleiht. Wenn eine Wirklichkeitsbestimmung so weit ist, dass sich ein konkretes Machtinteresse mit ihr verbindet, so kann sie "Idiologie" genannt werden.
Samstag, 27. Mai 2017
Zukunft oder Gegenwart?
Ob das Individuum gänzlich anders geworden ist in
einer immer schneller sich wandelnden Welt? Zeitungen erklären uns,
dass nicht alles anders wird, sondern dass es bereits anders geworden
ist. Avatare als künstliche Platzhalter, Cyborgs, Künstliche Intelligenz, Virtual
Reality, Deep Learning......der gemeine Mensch denkt da nur: da kommt was auf uns
zu! Zuckerberg will uns nur über Gedanken kommunizieren lassen,
telephonieren und Sprache wird überflüssig. Die Industrie 4.0
macht uns sowieso alle arbeitslos..... Dann freilich, und spätestens
dann, beginnt das große Um- und Nachdenken. Wozu sind wir überhaupt
da? Was soll das Rackern und Tun, führt es zu etwas? Ist das nur
eine Art Therapie um vom eigentlichen Existieren abzulenken? Um den
vielen eine Art vorläufigen Sinn zu verschaffen (was ja auch Jahrtausende lang funktioniert hat.....) Ist die „Arbeit“ (eine
von der jeweiligen historischen und materiellen Konstellation
diktierte Größe) das, was Sinn verschafft? Sinn? Wo verbirgt sich
derzeit diese Größe? Wer ist überhaupt der Bezugspunkt? Der
Mensch? Oder irgendeine Größe, die noch entstehen soll? Gibt es
dabei Übergangsschwierigkeiten? Wird sich der Mensch als trotziges
widerspenstiges Übergangswesen erweisen? Ob wir die gegenwärtig
grassierende Hinwendung zu populistischen Tendenzen so verstehen
wollen? Ob wir die Lüge als neue Realität akzeptieren und wie weit
sie trägt? All das sind Fragen, die aufschimmern, aufscheinen und
wieder zu verschwinden scheinen. Die sich diffamieren lassen müssen,
als typisch „europäisch“, als zu skeptisch, als die von Bremsern
und Bedenkenträgern. Wo solche menschlichen Größen wie Mitgefühl,
Empathie oder Nächstenliebe da ihren Platz haben werden? Es ist eine
Denkbar der Moderne und des alles verschlingenden Zeitgeists, an der
wir uns etwas bestellen, das wir nicht kennen.
Freitag, 26. Mai 2017
Lama (MP3)
Lama
https://www.dropbox.com/s/9r38etjk1dkmor2/Lama%20192.MP3?dl=0
https://www.dropbox.com/s/9r38etjk1dkmor2/Lama%20192.MP3?dl=0
oder abspielen
Lama
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oder abspielen
Lama
Donnerstag, 25. Mai 2017
Polittechnokraten
Es gibt eine zunehmende Distanz zwischen Entscheidern
und Volk, trotz des Trends zu den „Volksparteien“. Es herrscht
Sprachlosigkeit. Da sind die Macher und Selbstverwirklicher, zu denen
sich besonders in der Politik die Verbreiter von öffentlichen
Meinungen als Legitimationsstützen und allerlei gut bestallte
Hofclowns gesellen. Sie würden ja nur um Zustimmung werben, hörte
ich neulich einen Minister sagen. Das sei in einer Demokratie
legitim. Hierarchen der Politikwissenschaft und anderer Disziplinen
assistieren hier sehr willfährig. Die Käseglocke Berlin ist
abgeschottet von der Realität, ahnungslos und freigehalten von jedem
Dreck des Alltags. Gepanzerte Limousinen befördern Politiker aller
Coleur in ihren Zellen von hier nach da. Chauffeure machen Diener. Es
gibt die Isolierung einer Klasse der Polittechnokraten, Karrieristen
und Emporkömmlinge, die das Parlament bildet und das Stück
„Parlamentarische Demokratie“ spielt. Weltweit ist das in den
meisten Industriestaaten so. In den anderen Ländern herrschen oft
Potentaten, Despoten und Diktatoren. Die Eliten (besonders die aus
der Wirtschaft) rekrutieren sich immer wieder aus derselben
gesellschaftlichen Schicht, die ihre Vorteile jeweils an die eigene
Brut weiter gibt und sie Privatschulen besuchen lässt. Dabei werden gerne auch einmal Doktor- oder
Professorentitel mitgenommen, selbst wenn sie oft unrechtmäßig
erworben sind. Die Methoden zur Partizipation für die große und
namenlose Masse der Menschen könnten viel weiter entwickelt sein,
werden aber als Herrschaftsinstrument eingefroren. Ein milder
Konsensschaum legt sich (noch) über die ganze Szenerie, auch im
„Wahlkampf“. Doch die Verteilungskämpfe werden härter, die
gesellschaftliche Polarisierung schreitet immer weiter voran.
Mittwoch, 24. Mai 2017
Soziale Ungleichheit (4)
Der zeitgenössische Philosoph John Rawles postulierte einst:
Ungleichheiten sind dann gerechtfertigt, wenn sie die Schwächsten
„hochziehen“. Er ging mit der Konstruktion „Schleier des
Nichtwissens“ um, bzw. führte ihn ein: unter diesem Schleier habe
ich keine Ahnung, in welchen gesellschaftlichen Verhältnissen ich
aufwachse. Ich bin in einer Art Urzustand. Ziel: Den am schlechtesten
Gestellten soll es gut gehen. Der CEO darf sich einen großen Lohn
ausbezahlen, solange er den Angestellten gut bezahlt. Die Gesellschaft ist ein Unternehmen zur Förderung des
gegenseitigen Vorteils, aber nicht von
Interessenharmonie, sondern auch von Konflikt geprägt. Eine
Interessenharmonie ergibt sich daraus, dass die gesellschaftliche
Zusammenarbeit allen ein besseres Leben ermöglicht, als wenn sie nur
auf ihre eigenen Anstrengungen angewiesen wären. Die reichsten
Mitteleuropäer (weniger als 1 %) haben knapp die Hälfte des
Vermögens. Wer hat welche Rechte? Der Gesellschaft als Ganzes soll
etwas zu gute kommen. Anreize, Freier Markt. Was macht Qualität aus?
Solche Verdienste passen nicht in den Markt. Leistet dieser Mensch so
viel, dass dieser Verdienst gerechtfertigt sein würde? Märkte sind
kein Naturprodukt, sondern sie finden in einer Gemeinschaft statt,
die Regeln setzt. Rahmen setzen. Bisher: wir lassen den freien Markt
spielen, dann gibt es einen Kuchen, von dem verteilt werden kann.
Solche Gehälter sind nicht Ausdruck von fairen Verhältnissen. Wir
hängen voneinander ab. Wir müssten uns in einem Zusammenhang sehen,
in dem wir uns ergänzen. Ungleichheiten schaffen ungleiche Chancen.
Schlüsselfaktor Bildung, Erhebung von Größenverhältnissen: wer
einen Akademiker als Vater hat, hat doppelt so hohe Chancen, an der
Universität zu studieren. Es kommt wohl zudem darauf an, wen man
kennt. Wie man sich in bestimmten Kreisen bewegen kann. Wie kann
jemand aus einer Familie, deren Mitglieder nie bei den Medien
gearbeitet haben, Erfahrungen darüber machen, was es heißt, bei den
Medien zu arbeiten? Es könnte z.b. bei Menschen mit migrantischem
Hintergrund heißen, Sprachfähigkeit auszubilden. Das alles zusammen
muss nicht zwingend heißen, die Familie abzuschaffen (sondern
darüber nachzudenken...).
Dienstag, 23. Mai 2017
Montag, 22. Mai 2017
Schriftstellereliten
Wir lesen und wir sehen Interviews oder Porträts zu
großen weisen Schriftstellern, die sich immer schon als Chef- und
Vordenker zu inszenieren wussten und nun irgendeinen runden
Geburtstag feiern. Sie formulieren so geschliffen, dass es für den
Normalleser geradezu umwerfend ist, fast schon niederschmetternd: Da
kann ich nicht mithalten! Dieser Mann hat etwas zu sagen! Der ist
klug und weise! Der spricht gut aus langer Erfahrung, der hat das
Leben vollkommen in sich. Dieser weise Mann mag sich auch im hohen Alter
damit rühmen, welche und wie viele Frauen er niedergebracht und umgelegt hat, er
mag seine Vitalität auf mannigfache Weise herausstreichen, er mag
Rätselhaftes anmerken und eben mal einen Aphorismus zuspitzen. Er
mag elegant zitieren und dabei dem Gesagten seine eigene Note geben.
Alles riecht nach einem stilisierten Ego.
Ob es diese Leute sind, die gewisse andere Leute als „elitär“ ablehnen? Als Mitglieder eines Kulturestablishments, das sich sowieso einig ist oder sich in Talkshows gegenseitig ob ihrer scheinbar gegensätzlichen Meinungen feiert? Als typische Vertreter einer gesellschaftlichen Schicht, die der alte Marx als "Überbau" bezeichnet hat? Die beispielsweise die Libertinage favorisiert, die sich ständig in einem gewissen Milieu bewegt und Zustimmung möglichst in Umsatzzahlen und Lohnabrechnungen abgreift? Gibt es „Echokammern“ der Kultureliten oder ist es eher so, dass es sie schon immer gab? Ob es Zusammenhänge mit der so oft gepriesenen Globalisierung (von deren einseitigem ökonomistischen Verständnis diese Leute natürlich sofort abrücken..."political correct") gibt? Pah...... Kulturfürsten? Wieso gibt es eigentlich kaum Kulturfürstinnen? Wie verhalten sich hier Anspruch und Wirklichkeit? Ist das alles nur ein (gut honoriertes) Spiel?
Ob es diese Leute sind, die gewisse andere Leute als „elitär“ ablehnen? Als Mitglieder eines Kulturestablishments, das sich sowieso einig ist oder sich in Talkshows gegenseitig ob ihrer scheinbar gegensätzlichen Meinungen feiert? Als typische Vertreter einer gesellschaftlichen Schicht, die der alte Marx als "Überbau" bezeichnet hat? Die beispielsweise die Libertinage favorisiert, die sich ständig in einem gewissen Milieu bewegt und Zustimmung möglichst in Umsatzzahlen und Lohnabrechnungen abgreift? Gibt es „Echokammern“ der Kultureliten oder ist es eher so, dass es sie schon immer gab? Ob es Zusammenhänge mit der so oft gepriesenen Globalisierung (von deren einseitigem ökonomistischen Verständnis diese Leute natürlich sofort abrücken..."political correct") gibt? Pah...... Kulturfürsten? Wieso gibt es eigentlich kaum Kulturfürstinnen? Wie verhalten sich hier Anspruch und Wirklichkeit? Ist das alles nur ein (gut honoriertes) Spiel?
Sonntag, 21. Mai 2017
Mensch und Tier
Bei den alten Ägyptern waren Tiere ein Teil der
Mitwelt. Was wir heute noch davon sehen können: Götter hatten
Tierköpfe, gewisse Tiere waren heilig, wurden verehrt, als solche in
alten Abbildungen zu sehen (z.b. Bastet - Katzengöttin). Es
herrschte Respekt zwischen Mensch und Tier. Gemeinsam waren wir der
Natur und den himmlischen Mächten ausgeliefert. Mit der Tierzucht
und dem Ackerbau hat sich das jedoch krass geändert. Heute hängt
sehr viel Elend in der Dritten Welt mit der Tierhaltung zusammen.
Viel zu viel Boden wird für die Erzeugung von Tierfutter genutzt,
Land, das ansonsten etwa für Getreide- oder Gemüseanbau verwendet
werden könnte. Trotz des Abbaus ländlich genutzter Flächen in der
EU wird zum Beispiel in Nordrheinwestfalen 50 % aller Flächen für
die Erzeugung von Nahrungsmitteln für die Massentierhaltung benutzt.
Diese kommt nur den Menschen (die ja als "Art" offenbar heiliggesprochen sind...), dabei vor allem gewissen
Menschen, zugute. Ein paar Zahlen? Für 1 kg Rindfleisch werden global
durchschnittlich 50 Quadratmeter Regenwald vernichtet, 16 kg Getreide
und Soja verfüttert, mehr Treibhausgase erzeugt als bei 250 km
Autofahrt und 20 000 Liter Trinkwasser verbraucht. Die Tierhaltung
ist der schlimmste Killer überhaupt. Die Massentierhaltung ganz
besonders...!
Die Welt der Technik verspricht mit weiteren speziellen Züchtungen Abhilfe. Doch das Problem könnte vielmehr grundsätzlicher Natur sein und müsste unseren künftigen Lebensstil prägen. Riesige Wachstumsmärkte wie etwa China oder Indien werden das Problem ohnehin verschärfen. Fleisch essen könnte in solchen Staaten zum Statussymbol werden, besonders für die Leute, die in die Städte drängen, um sich dort als Wander- und Industriearbeiter zu verdingen.
Die Welt der Technik verspricht mit weiteren speziellen Züchtungen Abhilfe. Doch das Problem könnte vielmehr grundsätzlicher Natur sein und müsste unseren künftigen Lebensstil prägen. Riesige Wachstumsmärkte wie etwa China oder Indien werden das Problem ohnehin verschärfen. Fleisch essen könnte in solchen Staaten zum Statussymbol werden, besonders für die Leute, die in die Städte drängen, um sich dort als Wander- und Industriearbeiter zu verdingen.
Samstag, 20. Mai 2017
Sozialneid (2)
In einer Diskussion glaube ich, etwas konkreter
erfahren zu haben, was bestimmte Personen meinen, wenn sie von
„Sozialneid“ sprechen. Überhaupt empfiehlt sich ja wohl immer
das Gespräch mit anderen, um sich selbst gewisser Dinge bewusster zu
werden. „Sozialneid“ wurde insofern verstanden als der Neid
gegenüber Einzelnen, der natürlich verwerflich erscheint. Ich
selbst habe viel zu wenig daran gedacht, denn mir ging es immer nur
um die Strukturen, die dahinter stehen und die etwas ermöglichen.
Der Einzelne interessierte mich in diesem Zusammenhang so gut wie
überhaupt nicht. Der Einzelne wäre vielmehr Gegenstand von
Empathie, denn er ist ja allzu willfährig zu einem Teil eines
Gesamtsystems geworden. Allmählich, in einem Prozess, der möglicherweise für ihn selbst gar nicht wahrzunehmen war, den er vielleicht in seiner Lebenswelt als "Normalität" und Selbstverständlichkeit für sich übernommen hat.
Mit einem undefinierten Seitenblick scheint für manche Personen allerdings auch jener auf gesellschaftliche Strukturen zielende Gedanke relevant zu sein. Das aber erscheint für manche Leute so gut wie verboten und wird sofort mit dem Begriff „Sozialneid“ abgestraft. Ob ein Interessenkonflikt dahinter steckt? Ob „Sozialneid“ hier als eine Art "Kampfbegriff“ eingesetzt erscheint? Ein Standardnachschlagewerk behauptet nach meinen Recherchen in diesem Zusammenhang den „sozialen Neid einer bestimmten Gruppe gegenüber einer anderen“. Ein anderes großes Nachschlagewerk sieht den „Sozialneid“ gar als „polemischen Kampfbegriff“. Es scheint aber überall darum zu gehen, einen „sozialen Status“ zu neiden. Das scheint verboten zu sein. Denn Neid in all seinen Ausprägungen gilt in der Bibel als Sünde.
Mit einem undefinierten Seitenblick scheint für manche Personen allerdings auch jener auf gesellschaftliche Strukturen zielende Gedanke relevant zu sein. Das aber erscheint für manche Leute so gut wie verboten und wird sofort mit dem Begriff „Sozialneid“ abgestraft. Ob ein Interessenkonflikt dahinter steckt? Ob „Sozialneid“ hier als eine Art "Kampfbegriff“ eingesetzt erscheint? Ein Standardnachschlagewerk behauptet nach meinen Recherchen in diesem Zusammenhang den „sozialen Neid einer bestimmten Gruppe gegenüber einer anderen“. Ein anderes großes Nachschlagewerk sieht den „Sozialneid“ gar als „polemischen Kampfbegriff“. Es scheint aber überall darum zu gehen, einen „sozialen Status“ zu neiden. Das scheint verboten zu sein. Denn Neid in all seinen Ausprägungen gilt in der Bibel als Sünde.
Freitag, 19. Mai 2017
Gerechtes Deutschland?
Deutschland sei doch längst gerecht, so scheint die
Mehrheit der Leute nach eifrig gestreuten Umfrageergebnissen hier zu glauben. Doch heute gilt: Mindestens
jeder siebte Rentner als armutsgefährdet, Rund eine halbe Million
erhält schon heute Grundsicherung. Wer nicht von seiner Rente leben
kann, sucht einen Nebenjob. Doch die Arbeitsplätze für Ältere sind
rar gesät, viele Jobs gehen auf die Knochen.
Waren
es 2010 nur 18,8 Prozent sind nun 20,8 Prozent der älteren Menschen
betroffen. Somit mehr als jeder Fünfte. Schon 2010 warnte die
damalige Sozialministerin von der Leyen, dass alle, die unter 2500
Euro verdienten, "mit dem Tag des Renteneintritts den Gang zum
Sozialamt antreten" müssten. Und: „Es steht nicht mehr und
nicht weniger als die Legitimität des Rentensystems für die junge
Generation auf dem Spiel.“ Grund für das steigende
Altersarmutsrisiko seien die beschlossenen Rentenreformen, nach denen
das Rentenniveau bis 2030 von derzeit 51 Prozent auf 43 Prozent des
durchschnittlichen Nettolohns vor Steuern sinkt Bei 40 Jahren
Beitragszahlung müsse der Arbeitnehmer konstant mindestens 2200 Euro
im Monat verdienen, um auf einen Rentenanspruch in Höhe der
Grundsicherung zu kommen. Die
Arbeitsverträge sind kurz, der Verdienst ist gering – für die
Rente kommt da nur wenig zusammen.
Zahlenspiele? Mag sein. Eine Gewähr wird nicht übernommen. Doch die Tendenz
kann nicht wirklich belegen, dass es hier in Bezug auf die
Altersarmut gerecht zugeht. Da braucht niemand Deutschland
„schlechtreden“.
Mittwoch, 17. Mai 2017
Empathie
Was
ich weiterhin aus meiner Soziologie-Zeit in Aufschrieben an
Notizen gefunden habe (ich studiere auf diese Weise ja meine
Vergangenheit, meine Einflüsse, meine Bewusstseinsstufen – und was
davon ich mit Anderen geteilt habe):
„Empathie ist die Eigenschaft eines Individuums, bruchlos und aufgeschlossen neue Rollen zu übernehmen und internalisieren zu können, persönliche mit fremden Wertvorstellungen kompromisshaft zu integrieren. Es bedeutet ein Einfühlungsvermögen in andere Menschen und Situationen. Die Rollenüberschreitung, dieses sich „hineinfühlen“ in andere liegt nicht gerade auf der Spur des Neoliberalismus, der ja – klischeehaft gesprochen – möglichst rücksichtslosen Egoismus predigt und den „Homo oeconomicus“ zu seinem Gott erhebt. Also den Menschen, der so handelt, das es stets seinen Interessen entspricht und sie mit allen Mitteln voran bringt, - auch auf Kosten von Anderen. Sich in jemand hinein zu versetzen, kann da nur bremsen. Zu personifizieren scheinen dies derzeit unter anderem der US-Präsident Trump, der wohl als ein Muster der Durchsetzungsfähigkeit gilt und stets seine eigenen Interessen („America first“? - Oder "First me, myself and I“?, -->Narzissmus) im Auge hat. Sehr viele autoritäre Charakter und „Führer“, die in der internationalen Gesellschaft und Politik aufgetaucht sind, scheinen Repliken eines solchen Modells.
„Empathie ist die Eigenschaft eines Individuums, bruchlos und aufgeschlossen neue Rollen zu übernehmen und internalisieren zu können, persönliche mit fremden Wertvorstellungen kompromisshaft zu integrieren. Es bedeutet ein Einfühlungsvermögen in andere Menschen und Situationen. Die Rollenüberschreitung, dieses sich „hineinfühlen“ in andere liegt nicht gerade auf der Spur des Neoliberalismus, der ja – klischeehaft gesprochen – möglichst rücksichtslosen Egoismus predigt und den „Homo oeconomicus“ zu seinem Gott erhebt. Also den Menschen, der so handelt, das es stets seinen Interessen entspricht und sie mit allen Mitteln voran bringt, - auch auf Kosten von Anderen. Sich in jemand hinein zu versetzen, kann da nur bremsen. Zu personifizieren scheinen dies derzeit unter anderem der US-Präsident Trump, der wohl als ein Muster der Durchsetzungsfähigkeit gilt und stets seine eigenen Interessen („America first“? - Oder "First me, myself and I“?, -->Narzissmus) im Auge hat. Sehr viele autoritäre Charakter und „Führer“, die in der internationalen Gesellschaft und Politik aufgetaucht sind, scheinen Repliken eines solchen Modells.
Dienstag, 16. Mai 2017
Rolle
Was ich aus meiner Soziologie-Zeit in Aufschreiben an Notizen über
den Begriff „Rolle“ gefunden habe (ich studiere auf diese Weise
meine Vergangenheit, meine Einflüsse, meine Bewusstseinsstufen –
und was davon ich mit Anderen geteilt habe):
„Die Rolle ist ein „Komplex von Erwartungen“ an eine Person, die eine bestimmte Position in einem sozialen System einnimmt. ….Die Rolle ist die Grundeinheit eines Systems sozialer Beziehungen. Man unterscheidet zwischen angeborenen Rollen (z.b. Alter, Geschlecht, Hautfarbe, Schichtzugehörigkeit....) und erworbenen Rollen (z.b.Bildung, Religion, Lebensstil...) und Rollenattribute (z.b. Aussehen, Kleidung).
Rollenkonflikte: Bei der Interaktion zwischen dem Einzelnen und dem sozialen System treffen immer mindestens zwei Erwartungen aufeinander. Diese müssen wahrgenommen, interpretiert, abgewogen und im Sinne des tatsächlichen Verhaltens entscheiden werden. Wenn die Erwartungen nicht zusammen passen, kommt es zum Rollenkonflikt. Dabei unterscheidet man zwei Arten: der Intrarollenkonflikt. Dabei liegen verinnerlichte Erwartungen, Erwartungen von außen und eigene Bedürfnisse im Konflikt. Beim Interrollenkonflikt zwischen dem Einzelnen und der jeweiligen Bezugsgruppe besteht Uneinigkeit über das tatsächliche Rollenverhalten. Beispiel? Die Rolle „Lehrer“ ist möglicherweise nicht klar definiert. Daraus ergeben sich Widersprüche. Aber auch: Rollen sind klar definiert, widersprechen sich aber teilweise.
„Die Rolle ist ein „Komplex von Erwartungen“ an eine Person, die eine bestimmte Position in einem sozialen System einnimmt. ….Die Rolle ist die Grundeinheit eines Systems sozialer Beziehungen. Man unterscheidet zwischen angeborenen Rollen (z.b. Alter, Geschlecht, Hautfarbe, Schichtzugehörigkeit....) und erworbenen Rollen (z.b.Bildung, Religion, Lebensstil...) und Rollenattribute (z.b. Aussehen, Kleidung).
Rollenkonflikte: Bei der Interaktion zwischen dem Einzelnen und dem sozialen System treffen immer mindestens zwei Erwartungen aufeinander. Diese müssen wahrgenommen, interpretiert, abgewogen und im Sinne des tatsächlichen Verhaltens entscheiden werden. Wenn die Erwartungen nicht zusammen passen, kommt es zum Rollenkonflikt. Dabei unterscheidet man zwei Arten: der Intrarollenkonflikt. Dabei liegen verinnerlichte Erwartungen, Erwartungen von außen und eigene Bedürfnisse im Konflikt. Beim Interrollenkonflikt zwischen dem Einzelnen und der jeweiligen Bezugsgruppe besteht Uneinigkeit über das tatsächliche Rollenverhalten. Beispiel? Die Rolle „Lehrer“ ist möglicherweise nicht klar definiert. Daraus ergeben sich Widersprüche. Aber auch: Rollen sind klar definiert, widersprechen sich aber teilweise.
Montag, 15. Mai 2017
Menschen(ver)führung (2)
Im Spagat sein zwischen Gewinn und Gewissen? Man wird
als „Führungskraft“ wohl hoch dafür bezahlt, dass man reichlich
unsoziale Sauereien durchführt. Welche Rolle bei der Jagd nach der
Profitmaximierung wohl die Ethik spielt? Gibt es abseits der
vielzitierten und oft als PR-Geschütz eingesetzten
„Compliance“-Regeln noch einen Verhaltenscodex? Oder haben sich
die betreffenden Leute komplett in ihre eigenen Bezüglichkeiten
verabschiedet, aus dem heraus man vor lauter Bäumen den Wald nicht
mehr sieht? Welche Rolle spielt die Rolle des Chefs in der digitalen
Arbeitswelt? Gibt es neue, der Zeit entsprechende Modelle dafür? Wie
wird man eine „Führungskraft“? Sich durchsetzen, sich über
etwas hinweg setzen, Selbstbewusstsein haben bis hin zum Narzissmus?
Etwas teuer machen für gewisse Leute, etwas erschwinglich machen für
andere, seinen Willen multiplizieren und ihn hinausschleudern in die
Welt? Muss es jemand geben, der am Ende entscheidet? Wann ist man ein
guter Entscheider? Wie bemisst sich das? Wer will das beurteilen?
Organisationen sind unübersichtlich. Eine Möglichkeit, sie
einfacher zu machen, ist, sie zu personifizieren. Möglichst in einem
starken Individuum, das oben ist, sehr viel Geld verdient und das
keine eigenen Probleme haben darf. Eine Organisation zu führen, mag
Menschen mit psychopathischen Zügen nach sich ziehen. Sie in einem
sozialen Zusammenhang, einem Unternehmen oder einer staatlichen
Einheit zur Geltung zu bringen, mag die Aufgabenstellung
charakterisieren. Machiavellismus (hierarchische Strukturen für sich
benutzen) - Narzissmus (Selbstliebe) – Psychopathie, - das sind
Voraussetzungen, also problematische Verhaltensweisen, die sich auch
noch untereinander kombinieren. Es geht dabei weniger um Menschen,
als vielmehr um Ziele, die mit allen Mitteln zu erreichen sind
(„instrumentelle Aggression“). Egoistisch, charmant, schnell von
Begriff, egoistisch, ohne Moralvorstellungen, angstlos, gute Redner,
ohne Skrupel, andere aus dem Weg zu räumen.....sich und seine Pläne
gut verkaufen können, - auch durch Lügen. Das macht Leute aus,
denen man sich anvertraut.
Sonntag, 14. Mai 2017
Der Ex-Landesvater
Vielleicht hat mich dieser Typ, der einst
Ministerpräsident des Landes war, in dem ich lebe, schon viel zu oft
geärgert. Der Mann ist ein offensichtlicher Karrierist unseres
Politikbetriebs, einer mit einem gewissen Geltungsdrang, der es
verstanden hat, Netze immer so auszuwerfen, dass einflussreiches
Personal hängen blieb. Berüchtigt ist noch die Connection, der
einst der einstige Bundespräsident Wulff und der einstige
Landesministerpräsident Koch angehörte. Während jedoch viele
seiner einstigen Kumpane in der Versenkung verschwunden sind, hat der
Mann selbst weiter Karriere gemacht. Günther Oettinger wurde
Kommissar in Brüssel, stellte „unseren Mann“ in der EU dar, und
warf sich wohl weiterhin einflussreichen „Freunden“ an den Hals. Dass
dabei auch die Industrielobby in Brüssel eine große Rolle gespielt
haben soll, wird gerne unterstellt, pfeifen aber die Spatzen von den
Dächern. Berühmt berüchtigt wurde etwa seine Glühbirnenverordnung,
die sicher stellte, dass sich möglichst viele Leute
„Energiesparlampen“ mit hohem Quecksilberanteil anschaffen
mussten. Erst neulich ist mir wieder so ein Ding runtergefallen. Bis
heute weiß ich nicht, was ich dann tun soll. Wie „entsorgen“.
Die Handelsunternehmen sollten es zurücknehmen, hieß es. Aber in
diesem Falle? Ich atme das Zeug wohl ein und kann mich nicht wirksam
wehren. Ich habe den Scheis auch gekauft, weil versprochen wurde,
dass die Dinger weniger Energie verbrauchen sollten als herkömmliche
Glühbirnen. Doch was ist mit dem Scheis-Quecksilber?
Oettinger machte also in der EU Brüssels als „Mann der CDU“ Karriere, wurde vom Energie- zum Digitalkommissar und jetzt zum Haushaltskommissar. Stets jedoch war seine Kompetenz umstritten. Er fiel darüber hinaus international durch sein putziges, schwäbisch gefärbtes Englisch auf, das unter anderem einen großen Teil der Youtube-Gemeinde amüsierte. Doch zuletzt hatte er Chinesen als „Schlitzaugen“ bezeichnet, was einen natürlich sofort in den Geruch des Rassismus bringt. Nicht gut für den Ruf. Außerdem kam heraus, dass er allzu gerne mal die Privatflieger von „ausgewählten“ Industriefreunden für seine Zwecke nutzte, was in Baden-Württemberg sowieso eine gewisse Tradition hat, obwohl es gleichzeitig ein „Gschmäckle“ hat. Aber solche Nähe wird dort gerne als „Industriefreundlichkeit“ und Industrieförderung gedeutet. Es sollte nach diesem Verständnis dem Land zu größerer Prosperität helfen, - was gewisse Ministerpräsidenten dazu eingeladen hat, darin ein bisschen über die Stränge zu schlagen. Dass aber solche Einflussnahmen in der EU gang und gäbe sind, darf vielleicht gefolgert werden. Jetzt aber soll er, der Oettinger-Komiker, vorerst mal nicht, wie allgemein erwartet, zum Vizepräsidenten der Kommission befördert werden. Welch von Lobbyisten unterfüttertes Ränkespiel das wohl ist? (Ausdrücklich sei noch einmal darauf hingewiesen, dass hier nichts behauptet wird, sondern dass nur über etwas nachgedacht wird)
Oettinger machte also in der EU Brüssels als „Mann der CDU“ Karriere, wurde vom Energie- zum Digitalkommissar und jetzt zum Haushaltskommissar. Stets jedoch war seine Kompetenz umstritten. Er fiel darüber hinaus international durch sein putziges, schwäbisch gefärbtes Englisch auf, das unter anderem einen großen Teil der Youtube-Gemeinde amüsierte. Doch zuletzt hatte er Chinesen als „Schlitzaugen“ bezeichnet, was einen natürlich sofort in den Geruch des Rassismus bringt. Nicht gut für den Ruf. Außerdem kam heraus, dass er allzu gerne mal die Privatflieger von „ausgewählten“ Industriefreunden für seine Zwecke nutzte, was in Baden-Württemberg sowieso eine gewisse Tradition hat, obwohl es gleichzeitig ein „Gschmäckle“ hat. Aber solche Nähe wird dort gerne als „Industriefreundlichkeit“ und Industrieförderung gedeutet. Es sollte nach diesem Verständnis dem Land zu größerer Prosperität helfen, - was gewisse Ministerpräsidenten dazu eingeladen hat, darin ein bisschen über die Stränge zu schlagen. Dass aber solche Einflussnahmen in der EU gang und gäbe sind, darf vielleicht gefolgert werden. Jetzt aber soll er, der Oettinger-Komiker, vorerst mal nicht, wie allgemein erwartet, zum Vizepräsidenten der Kommission befördert werden. Welch von Lobbyisten unterfüttertes Ränkespiel das wohl ist? (Ausdrücklich sei noch einmal darauf hingewiesen, dass hier nichts behauptet wird, sondern dass nur über etwas nachgedacht wird)
Samstag, 13. Mai 2017
Menschen(ver)führung (1)
Welche Charaktereigenschaften wohl Wirtschaftsführer,
also Manager auszeichnen? Abgefahrene Verrücktheit? Ein bisschen "far beyond"? Um an die Spitze zu kommen,
braucht es das Maß an Besonderheit, das die Vielen nicht haben. Woraus diese "Besonderheit" wohl besteht? Vielleicht sind es heutzutage aber eher „spezielle Typen“, die
ein Team um sich haben, das seine Fähigkeiten einbringt. „Bei
einem solchen Spitzenmann, wie dem unseren, muss das so sein, dass er
verrückt ist“ - so eine gängige Einstellung von „Untergebenen“.
Muss er das wirklich? Muss er nicht vielmehr gewisse Dinge nüchtern
einschätzen können und sich mit Situationen konstruktiv auseinandersetzen
können? Man muss in jedem Falle ziemlich rücksichtslos sein, so
eine weitere Einschätzung, denn man müsse als Führungskraft die
Ziele einer Organisation verwirklichen. Um jeden Preis. Man müsse Menschen „führen“,
was alleine schon viele unangenehme Assoziationen erwecken kann.....
Doch der Mensch brauche Führung, ihm müsse gesagt werden, „wo es
lang geht“. Deshalb brauchte es auch einmal einen "Führer". Widerlich.
Dass da ein „Manager“ sei, habe etwas Beruhigendes, so eine Aussage. Denn es vermittle das Gefühl, dass eine Einzelperson für alles verantwortlich sei. Finde man für diese Position die Richtige oder den Richtigen, sei das Problem der Vorgabe, Führung und Orientierung gelöst. Ob sich nicht dahinter mehr eine Systemfrage befindet, das etwas mit „Verrücktheit“ zu tun hat? Ob es noch zeitgemäß ist, eine Organisationseinheit streng hierarchisch als eine Art Diktator zu führen? Ob dies die Kreativität eines Mitarbeiters zu befeuern vermag? Ob es ihn motiviert? Ob es bei Führung um die Figur des Guten gegen die Figur des Bösen geht? Wie etwa im Märchen? In der Sage? Da sind ja die vielen Geschichten um große Frauen (weniger...) und Männer und ihre sensationellen Taten.
Dass da ein „Manager“ sei, habe etwas Beruhigendes, so eine Aussage. Denn es vermittle das Gefühl, dass eine Einzelperson für alles verantwortlich sei. Finde man für diese Position die Richtige oder den Richtigen, sei das Problem der Vorgabe, Führung und Orientierung gelöst. Ob sich nicht dahinter mehr eine Systemfrage befindet, das etwas mit „Verrücktheit“ zu tun hat? Ob es noch zeitgemäß ist, eine Organisationseinheit streng hierarchisch als eine Art Diktator zu führen? Ob dies die Kreativität eines Mitarbeiters zu befeuern vermag? Ob es ihn motiviert? Ob es bei Führung um die Figur des Guten gegen die Figur des Bösen geht? Wie etwa im Märchen? In der Sage? Da sind ja die vielen Geschichten um große Frauen (weniger...) und Männer und ihre sensationellen Taten.
Freitag, 12. Mai 2017
Post Kommunikation
Die Dichter versichern sich
gegenseitig ihrer verlorenen Wichtigkeit indem sie sich gegenseitig
Preise verleihen und manchmal das Elend der Politik beklagen, wozu
sie ein schönes Gesicht machen und die Augenbraue hoch ziehen.
Ansonsten spielen sie Murmeln, die auch schon mal schöner waren. Sie
siechen, denn sie haben ihre Funktion längst verloren, Buchdruck ist
veraltet. Internet angesagt auf allen Kanälen. Internet der Dinge.
Gewiss, Reflexionen müssen sich ihren Weg ins Bewusstsein bahnen,
der manchmal lang, windig und mühevoll ist. Nur, wer will das schon
in einer Welt der schnellen Kicks und Kitzel? Ist ohnehin nur
Übergang zu einer Zeit, in der jedes Gehirn gespeichert sein wird.
Zwischen Stop und go, Standup Comedy. Ausgefranst in den Medien,
zerstäubt im Internet….die ruhige Überlegung fällt auf sich
selbst zurück. Im sachten Smartphonedruck. Es treibt das Wachstum
die Beschleunigung um jeden Preis und das Echo verhallt im Nichts.
Identität, Kultur. Zerrieben und pulverisiert zu Erbhöfen und
Besitzständen. Kontoständen. Wanken, Umfallen, Stürzen? Alles
egal, solange es richtig gemanagt wird. Umsatzrückgänge, aber
Bailout rettet die Großen. Der Staat in Gestalt seiner Elite-Kretins
schaufelt Milliarden in dieses Grab. Die Städte sind überwuchert
von unterhaltsamen Bedeutungslosigkeiten. Die Hohlheit füllt uns
aus. Wird eingefüllt und die meisten merken es gar nicht.
Schnell, schnell, Inhalt egal. Legal, den vorgeschrieben Wegen
entlang abgeschöpft werden. Gemolken. Von Bürokratien, von gut
bestallten Sesselfurzern und Aasgeiern in der
Sechszylinder-Limousine. Immer unterwegs auf der Überholspur der
Autobahn. Hauptsache wir sind sicher. S-U-V. Die anderen werden wir
schon zermalmen! Alle müssen sparen und haben das verinnerlicht.
Verdichtung allenthalben, aber keine Intensität, sondern
fortwährende Lüge. Alltäglich etwas sein durch das Auto. Elektro,
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Donnerstag, 11. Mai 2017
Mittwoch, 10. Mai 2017
Lächeln als Zustand
Was mir beim Fernsehen aufgefallen ist: Dieses
Dauerlächeln. In der Politik oft in Verbindung mit Handshakes
geradezu zwanghaft. Im Showgeschäft scheint's zum Handwerk zu
gehören. Kaum jemand zeigt da authentische Gefühle. Alles ist
gespielt und aufgesetzt. Cheese als Maske. Eine sehr offensichtliche
Lüge (die wohl den sozialen Umgang erleichtern soll, in Wirklichkeit
erschwert sie ihn manchmal...). Alles gut? Wir regeln das. In unserem
Sinne. Wir lächeln alles weg (und heben im Amerikanischen dazu den
Daumen...). Strahlemann bringt Optimismus in düsterste Umgebung.
Lächeln ist Verkaufen. Sich. Seine Sache. Einer Sache ein lächelndes
Gesicht geben. Ein
Lächeln
kann nahe legen, dass man sich vertraut und bereit ist, etwas zu
teilen. Außerdem scheint die allgemeine Erwartung nahe zu liegen,
man würde mit den eigenen Emotionen nicht hinter dem Berg halten.
Vor allem nicht mit den positiven. Zu den unausgesprochenen Regeln
gehört es dann auch, selbst Unbekannten ein Lächeln zu schenken. Es
gilt unausgesprochen und unbewusst als ein Ausweis der
Vertrauenswürdigkeit und der Menschlichkeit. Ob so etwas auch zum allzu offensichtlichen Gebrauch von "Fake News" und "alternative facts" beigetragen hat?
Dienstag, 9. Mai 2017
Rentenversprechen, Rentenfinanzierer
Wenn ich meinen
Rentenbescheid sehe, überkommt mich das kalte Grausen und die nackte
Angst. Da empört es mich immer wieder, wenn die Kanzlerin und die
ihr nahe stehenden Kreise behaupten: „Uns geht es gut!“. Das ist
die selbe Lüge wie ihr „Wir schaffen das!“. Es erhebt sich
zuallererst immer die dringende Frage: Wer ist mit „uns“ gemeint?
Und wer ist mit „Wir“ gemeint? Ob es vor allem die
Besserverdienenden und Geldsäcke in Deutschland sind? Ob die
scheinbar guten Statistiken mit einem gnadenlosen Lohndumping und
einer beginnenden und dann alles zermalmenden Altersarmut erkauft
sind? Wem das zugute kommt? Man braucht nicht lange fragen. In nahezu
allen Staaten um uns herum in Europa gibt es so etwas wie eine
garantierte Grundrente, die über 1000 Euro liegt. Österreich, die
Schweiz und die Niederlande mögen da als erster Beleg genügen. Es
zahlen dort alle Bürger, also auch Abgeordnete, Selbständige,
Ärzte, Rechtsanwälte und dergleichen in eine solche solidarische
Rentenversicherung ein. Diese Länder verfügen über ein
Solidaritätsprinzip, das reichere Mitbürger mehr in die Rentenkasse
einzahlen lässt als ärmere. Dies ist in diesen Gesellschaften auch
weitgehend akzeptiert. Ein fester Betrag. Grundrente. Für alle.
Hierzulande gibt es steigende Beiträge bis zu einer gewissen
„Bemessungsgrenze“ von derzeit 6500 Euro pro Monat. Jenseits
dieser Grenze braucht nichts mehr bezahlt zu werden. Einkommen, die
also über 6500 Euro betragen, sind nicht
rentenversicherungspflichtig. Er muss sich damit also nicht mehr an
der Solidargemeinschaft beteiligen. Wem dies alles zugute kommt? Ob
gewisse Politiker da nahe genug dran sind? Sozial- und
Rentenpolitiker der Parteien insbesonders?
Einst war es die oft
geäußerte Sorge der Politik, dass es immer höhere Beiträge
benötige, um die Renten zu bezahlen. Also wurden die Rentenbeiträge
für die Arbeitgeber gedeckelt. Und das Rentenalter wurde
hochgesetzt. Nun sollten alle bis 65 arbeiten. Vergünstigungen
wurden abgeschafft, Renten sollten nicht mehr im Gleichklang mit den
Löhnen steigen. Der Motor für „die Wirtschaft“ sollte unter
Schröder angeworfen werden. „Die Wirtschaft“, wer das wohl ist?
Die Arbeitgeber/Kapitaleigner oder die Wirtschaft insgesamt (zu der
ntürlich auch steigende Löhne gehören würden)? Eventuell
auftretende Lücken sollten über die sogenannte „Riester-Rente“
abgedeckt werden, eine private Rentenversicherung, durch deren
Abschluss, wie sich später heraus stellte, vor allem
Versicherungsgesellschaften profitierten, äußerst selten jedoch
diejenigen, an die sich diese Versicherung zu wenden schien.
Außerdem wurden ihre „Zuschüsse“ mit Steuern finanziert, also
durch das von allen entrichtete Geld. Das alles hat zur Folge, dass
zahlreiche Mitbürger nach einem Leben voller Arbeit zum Sozialamt
gehen müssten. Das Kernversprchen eines Sozialstaates aber war es,
dass man nach einem Leben voller Arbeit von seiner Rente leben können
muss. Wenn das Niveau aber wie auf einer Rutschbahn nach unten geht,
kann diese Versprechen nicht, oder nur für sehr gut verdienende
Bürger, gehalten werden. Die jetzt so groß mit dem
Gerechtigkeitsversprechen auftrumpfende SPD, die unter anderem
Mitglieder wie Gerhard Schröder, Wolfgang Clement oder Peer
Steinbrück hat oder hatte, hat diese direkt in die Altersarmut führende Politik entscheidend mit zu
verantworten.
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Montag, 8. Mai 2017
Landwirtschaft, Tierhaltung
Wer eigentlich kann mit
ansehen, wie ein Tier geschlachtet wird? Wir fressen Tiere und leiden
womöglich alleine schon unter dem Gedanken an ihre Tötung. Wer kann
sich den Geruch des Todes vorstellen, wer will das? Wie riecht Blut?
Ob uns das verstört? Oder sind manche Leute schon dermaßen
abgestumpft und erklären sich selbst so zur Krone der Schöpfung,
dass ihnen das nichts mehr anhaben kann? Fleisch essen? Manche tun
das trotzdem. Ob es in der Auseinandersetzung um dieses Thema um
Massentierhaltung geht? Ob es ein großer Unterschied ist, ob ein
Massai-Krieger ein Beutetier zubereitet und isst oder ob ein Mensch
aus unserer Umgebung ein Schnitzel aus dem Supermarkt brutzelt?
Womöglich ist die Verdauung und der Stoffwechsel eines modernen
Menschen für den Genuss von Fleisch ausgelegt, das aber nicht
zwingend aus der Massentierhaltung stammen muss.....Ob Tiere nicht
auch eine Würde haben, eine Leidensfähigkeit, die uns nicht
zwingend in die Stellung versetzt, sie nach ökonomischen Kriterien
umzubringen? Ob die Tiere das mitkriegen, wenn sie getötet werden?
Ob ihnen so etwas wie Respekt zusteht? Bolzenschuss und Elektrozange?
Sind sie die richtigen Instrumente oder Methoden dafür, sind sie
angemessen? Schlachthäuser als die Orte des Todes. Wer kann das,
will das rechtfertigen, was in Agrarfabriken auf der ganzen Welt
passiert? Zu welchen Begründungen will er sich versteigen? Die
Weltbevölkerung ernähren? Es wurde bereits an anderer Stelle dieses
Blogs angeführt, dass, um Fleisch zu „erzeugen“, der
Energieaufwand viel zu groß wäre. 60 % der Böden werden zur
Erzeugung von Tierfutter gebraucht/verbraucht. Für 1 kg Rindfleisch
werden durchschnittlich 20 000 Liter Trinkwasser verbraucht und 16 kg
Getreide und Soja verfüttert. Dabei werden mehr Treibhausgase
erzeugt als bei 250 Km Autofahrt und 50 Quadratmeter Regenwald
vernichtet. Ob diese Zahlen nun ganz genau stimmen oder nicht,
erscheint mir nicht so wichtig als vielemehr die Tendenz, die dadurch
angezeigt wird. Diese Umstände der Nahrungsmittelerzeugung kommen
vor allem bestimmten Menschen auf dieser Welt zugute. Ist das noch
ein Streitthema? Ob wir das alles am liebsten verdrängen? Möglichst
nicht wahrnehmen, gar nicht erst darüber nachdenken. Es scheint
festzustehen: Sehr viel Elend für die Menschheit hängt mit dieser
Form der Tierhaltung zusammen.
Sonntag, 7. Mai 2017
Fußballmachtspiele
Ob es mir urkomisch kommt, wenn jetzt mächtige
Geschäftsführer von Fußballbundesligatraditionsclubs im Clinch mit Trainern
liegen, die mehr auf der Seite von Spielern stehen und wagen, eine
eigene Meinung zu äußern? Ob das mehr Ausdruck eines
Hierarchieverhältnisses ist, das sich vor allem auf Geld gründet
und mit dem Vertreten von Fans gar nichts zu tun hat? Diese „Fans“
scheinen ja immer noch an die alte Mär' der "11 Freunde" zu glauben und
schenken ihrem Verein alles, vor allem ihre Kaufkraft.... Es soll bald
entschieden werden und es geht ja ausschließlich um „Strategie,
Kommunikation und Vertrauen“. Klaro, um was denn sonst? Persönliche
Animositäten und ökonomische Interessen (z.b. Aktien einer
Aktiengesellschaft) spielen da naturgemäß überhaupt keine Rolle. Wer
lässt sich eigentlich solche Inszenierungen vorspielen und hält sie
für die Realität? Ob dies etwas sehr Globales hat und ob man eine solche Kritik äußern darf? Ob es eine gewisse Ähnlichkeit zu den antiken
„Brot und Spiele“-Strategien der Antike gibt? Sklaven und "Elite", ein delikates Verhältniss. Ob es im alten Rom
gelegentlich auch um Macht ging? Lauter Fragen, bei denen ich an der
Seitenauslinie stehe und staune.......
Samstag, 6. Mai 2017
An meine Mutter (Eduard Mörike)
An meine Mutter
Siehe, von mailen den Liedern nicht eines gilt dir, o Mutter!
Dich zu preisen, o glaub's, bin ich zu arm und zu reich.
Ein noch ungesungenes Lied ruhst du mir im Busen,
Keinem vernehmbar sonst, mich nur zu trösten bestimmt,
Wenn sich das Herz unmutig der Welt abwendet und einsam
Seines himmlischen Teils bleibenden Frieden bedenkt
An dieselbe
Ach wie liebreich warst du der Welt und dienetest allen!
Und wie klein doch, wie plump hat sie dich endlich verkannt,
Da entsagtest du ihr; doch lächelnd wehren die Deinen
Heute wie gestern der Hand, die sich in Liebe vergißt.
(Eduard Mörike)
Siehe, von mailen den Liedern nicht eines gilt dir, o Mutter!
Dich zu preisen, o glaub's, bin ich zu arm und zu reich.
Ein noch ungesungenes Lied ruhst du mir im Busen,
Keinem vernehmbar sonst, mich nur zu trösten bestimmt,
Wenn sich das Herz unmutig der Welt abwendet und einsam
Seines himmlischen Teils bleibenden Frieden bedenkt
An dieselbe
Ach wie liebreich warst du der Welt und dienetest allen!
Und wie klein doch, wie plump hat sie dich endlich verkannt,
Da entsagtest du ihr; doch lächelnd wehren die Deinen
Heute wie gestern der Hand, die sich in Liebe vergißt.
(Eduard Mörike)
Freitag, 5. Mai 2017
Verhaltensmodelle
Notizen (Namen sind unkenntlich gemacht, vertauscht und bewusst ins Neblige gerückt): "Der
Tod wird kommen. Das immerhin ist sicher. Mein Vater ist dafür mein Modell,
nach dem sich mein Handeln ausgerichtet hat. Ein sanfter Mann, der
immer in sich hinein gefressen, toleriert hat (und sich nicht einmal
das hat anmerken lassen). Er hat sich mit den großen Geistern
beschäftigt und sie ernst genommen. Er hat ihre Zweifel abgewogen.
In sich selbst ausgetragen. Und ist letztlich doch gläubig geblieben
auf eine Art, die sich nicht offensiv und missionarisch nach außen
hat mitteilen müssen. Ob er seine Schüler geschlagen hat, nachdem er sich dazu verurteilt sah, den Lehrer zu spielen? Ist er
in solchen Konventionen, Bezüglichkeiten aufgewachsen? Er tat es
wohl (wenn er es überhaupt tat...), so dachte er, im Interesse der Sache. Es musste sein. Ob ihn je eine
Person interessiert hat?
Zum Beispiel diese Person. Auch sie gegen die Wand gefahren. Vor vielen Jahren schon. Ihre Schönheit kam mir unwirklich vor. Das ist sie auch, denn sie steht fest im Leben, würde nie mit sowas rechnen, bzw. hat es zu oft erlebt. Sie denkt an ihrer Kumpelhaftigkeit mit der eigenen Berufsrolle. Seit zwei Jahren ist da völlig Funkstille. Da gab es noch jemanden, die plötzlich hat abprallen lassen. Mit schärfsten Agressionen, wieso? Was hatte ich ihr getan? Ich weiß es bis heute nicht. Die einzige Person, zu der Nähe da ist, ist XXX. Auch so eine Looserin, die es in eine Berufsrolle hinein geschafft hat und manchmal daran verzweifelt. Es ist nicht der einzige Berührungspunkt mit ihr. War ich völlig verrückt, als ich sie einst aufgeben wollte? Ging darüber hinein in eine Einsamkeit, die mich ganz alleine in Richtung auf den Tod führt."
Zum Beispiel diese Person. Auch sie gegen die Wand gefahren. Vor vielen Jahren schon. Ihre Schönheit kam mir unwirklich vor. Das ist sie auch, denn sie steht fest im Leben, würde nie mit sowas rechnen, bzw. hat es zu oft erlebt. Sie denkt an ihrer Kumpelhaftigkeit mit der eigenen Berufsrolle. Seit zwei Jahren ist da völlig Funkstille. Da gab es noch jemanden, die plötzlich hat abprallen lassen. Mit schärfsten Agressionen, wieso? Was hatte ich ihr getan? Ich weiß es bis heute nicht. Die einzige Person, zu der Nähe da ist, ist XXX. Auch so eine Looserin, die es in eine Berufsrolle hinein geschafft hat und manchmal daran verzweifelt. Es ist nicht der einzige Berührungspunkt mit ihr. War ich völlig verrückt, als ich sie einst aufgeben wollte? Ging darüber hinein in eine Einsamkeit, die mich ganz alleine in Richtung auf den Tod führt."
Donnerstag, 4. Mai 2017
Mittwoch, 3. Mai 2017
Fußballstartup
Ich bin froh darüber,
dass es ein Verein aus den Neuen Bundesländern geschafft hat! Einer,
der den typischen Emporkömmling im Turbokapitalismus verkörpert und
die sogenannten Traditionsvereine neidisch gemacht hat! Ja, er mag
nur zum Zwecke der Promotion einer Brausedose gegründet worden sein!
Aber ist das Gebaren der „alten“ Vereine dagegen nicht etwas
verlogen und war das nicht die einzige Chance eines Vereins dieser
Herkunft? Sind nicht etliche Fußballmannschaften der deutschen
Bundesliga als „Werkself“ angekündigt? Teil ihrer Funktion mag
immerhin die eines Aushängeschildes und Werbeträgers eines Konzerns sein. Oder der
Ruhm eines reichen Mäzenen!Dass dabei niemand nach den moralischen
Dimensionen solchen Tuns fragt, nennen Altvordere des Gewerbes gerne
„professionell“. Sie haben ja einen Vertrag abgeschlossen und
werden niemals nach dem Warum und Wieso fragen, sondern nur nach dem
Geld bzw. Profit. Für Geld machen sie alles. Das ist dem System
extrem angepasst, - wurde aber jetzt überholt von einem frechen
Startup. Er macht alle anderen neidisch, indem er noch ein bisschen
konsequenter in Richtung Kommerzialität drängt, indem er sein Tun
von vornherein verkauft hat und nicht darauf angewiesen ist, tausend
aufdringliche Sponsoren zu finden, die nicht nur Spieler und
Werbeflächen, sondern sogar Namensrechte an altehrwürdigen Stadien
aufkaufen. Es ist doch so, das diese Fußballbundesliga eine ziemlich
festgefügte Gesellschaft ist: die kapitalstärksten Vereine kaufen
den anderen regelmäßig die besten Spieler ab, um auf hohem Niveau
möglichst international mitzuhalten. Diese „Lieferanten“-Vereine
dürfen sich dafür dann „Ausbildungsvereine“ nennen. Wer kein
Geld hat, der hat keine Chance. Jüngst wurde sogar öffentlich und wohl etwas zu offensichtlich vorgeführt, dass Profitinteressen alle ethischen Bedenken gnadenlos zu überwölben scheinen, gerade was Terminsetzungen angeht. Gelegentlich steigen per Statut ein
paar Newcomer-Vereine auf und später wieder ab. Im Wesentlichen
aber bleibt die Struktur erhalten, ja, sie hat sich in den
vergangenen Jahren deutlich verfestigt. Nun werden öffentliche
Krokodilstränen vergossen, dass sich punktuell etwas geändert hat.
Vereinsvorsitzende und Geschäftsführer lassen sich zu allzu starken
Tönen hinreißen. Es werden sogar neue „Feinde“ ausgerufen. Doch
das ist nicht der wesentliche Punkt. Wesentlich ist vielmehr, dass
dies, - falls es allzu erfolgreich“ sein würde, - ein Modell
abgeben könnte für andere. Dass es dem voll
durchkommerzialisierten Bundesliga-Fußball die Maske vom Gesicht
ziehen könnte.
Dienstag, 2. Mai 2017
Montag, 1. Mai 2017
Sonntag, 30. April 2017
Abgaswerte reloaded
Etwas geht mir nach, beschäftigt mich immer weiter:
In der SZ las ich diese Woche die Überschrift „Berlin blockiert
strengere Abgastests“ mit der Unterüberschrift „Als Konsequenz
aus dem VW-Skandal sollen neue Fahrzeugmodelle auch in Deutschland
künftig von europäischen Kontrolleuren überprüft werden. Doch die
Bundesregierung lehnt Brüssels Pläne ab“. Das hätte ich nicht
für möglich gehalten: ganz offen und völlig unverblümt scheint
die Regierung Lobbypolitik für eine Autoindustrie zu betreiben, die
natürlich nicht kontrolliert werden will. So hat offenbar der
Verkehrsminister Dobrindt außer VW auch andere Automodelle darauf
überprüfen lassen, ob sie Abgaswerte überschreiten. Die Ergebnisse
freilich hält er vorläufig geheim, sie gelangen offenbar bis jetzt
nicht in die Öffentlichkeit. Immerhin wurde bekannt, dass von 53
überprüften Fahrzeugen 50 die Grenzwerte teilweise deutlich
überstiegen haben. Es wurden sodann drei Zonen geschaffen: Zone 1:
Fahrzeuge, die die Grenzwerte um das 2,1-fache überschreiten. Zone
2: Fahrzeuge, die die Grenzwerte um das 3-fache überschreiten. Zone
3: Fahrzeuge, die mit ihren gemessenen Werten auch deutlich noch
darüber liegen. Anschließend werden Zone 1 und Zone 2
zusammengeführt und erklärt, dass deren Abgaswerte „unauffällig“
seien (Konformitätsfaktor“ angewandt). Fast gleichzeitig gelangt
die Meldung in die Öffentlichkeit, dass eine große deutsche
Waffenschmiede eine Panzerschmiede in der Türkei aufbauen will, um
von dort aus gewisse Märkte besser, d.h. unter Umgehung deutscher
und sowieso lax gehandhabter Vorschriften, bedienen zu können. Dass
das alles so offen passieren kann, schockiert mich. Die verschiedenen
Schummeleien bezüglich Abgaswerte und Verbrauchswerte sind doch alle
bekannt – und scheinen doch von der deutschen Öffentlichkeit
geschluckt zu werden, weil von Lobbyisten dicht hinter den
Politikern sofort das Argument der Arbeitsplätze aufgebaut wird.
Unsere Gesundheit wird dabei offenbar gegen das Argument
„Arbeitsplatz“ ausgespielt. Als es in der jüngsten Zeit in
Brüssel um das Ziel von wünschenswerten Abgaswerte ging, scheint
die Kanzlerin auch blockiert zu haben und erst jüngst war sie sich
nicht zu schade, den Dieselmotor, dessen Umweltverträglichkeit ja
nicht erst in jüngster Zeit herbe Dellen davon getragen hat, zu
loben. Und dann der Trick mit dem „Konformitätsfaktor“, den sich
die EU-Komission hat aufschwätzen lassen: Er geht davon aus, dass
Straßentests aussagekräftiger sind, als Labortests. Leider kommen
bei Straßentests regelmäßig sehr viel höhere Werte zutage, als
bei Labortests. Hier kommt der „Konformitätsfaktor ins Spiel, der
offiziell ab 2019 gelten soll. Er ist ein Faktor, um den die
gemessenen Werte die Grenzwerte überschreiten dürfen. All das kommt
mir samt der Reaktion der Öffentlichkeit völlig unsäglich vor.
Wenn unser „Wohlstand“ denn auf dem mit einem Verbrennungsmotor
betriebenen Auto beruht (was gar nicht sicher ist), dann scheint man
für dessen Erreichung buchstäblich über Leichen zu gehen, - sogar
über die der eigenen Bevölkerung. Aber das hier Geschilderte ist ja
ohnehin alles anders, wie clevere Lobbyisten nach bewährter Art auch
durch Klagen richtig stellen lassen wollen. Und die Waffenindustrie
scheint für den deutschen „Wohlstand“ auch unverzichtbar. Wow,
das darf nicht wahr sein!
Samstag, 29. April 2017
Ich ist ein Anderer (Text)
Sie
haben sich zu oft gruppiert, Zu Lug, zu Trug, haben um deine
Kaufkraft geworben
um Deine Wertschätzung, um deine Aufmerksamkeit, haben die Bedeutung in Hülsen gesperrt
in Bilder, die missbraucht und vergewaltigt, zu fetten Gemeinplätzen wuchsen
es ist ein nettes Hopping, über der unsichtbaren Hoheit, verkaufter Luftschlösser
aber dich plagt eine Sehnsucht nach Text, nach eigenen Worten, sie zieht dich weiter
in andere Formationen, viele Körper reden und sagen nichts, es ist genauso, wie dieser Satz,
eine vorbereiteter Gemeinplatz, eine automatisierte Deutung, eine hübsch geformte Lüge
der Sinn geht im universalen Geräusch unter, in weißem Rauschen, das sich gegenseitig auslöscht
und du bist ein Pirat der Patterns.....
Ich ist ein Anderer, mit den anderen vernetzt sein, ein Docking wagen, abseits der Kommunikation
sich in andere Positionen begeben, wagen, sie in Frage zu stellen
das willst Du vielleicht, Ich zu sagen ist eine Reaktion auf ständig wachsende Unsicherheit
dabei könnte alles so anders sein. in Unbekanntem unbekannt bleiben, unerkannt, wir treiben knapp unter der Oberfläche dahin und strecken den Hals gelegentlich müde in die Höhe, der Papierweg ist verstopft
Schwächen offen zu zeigen, könnte sich als Stärke erweisen, Lüge, eitel Selbstinszenierung
schöne Fassaden sind auch schön - als Fassade, ein Paravant, flüchtig aufgestellt
rund um bittere Erbärmlichkeit, will verschwinden hinter Tönen, und mich einhüllen, will mich kleiden in sie, Du wagst, Dich im Verborgenen zu zeigen, als ein Spiel, wenn der Sinn untergegangen ist, will ich dem Klang nachlauschen, der sich selbst mitteilt, die brauchen Dich nicht, die nehmen sich nur, was sie brauchen
die hassen die Wahrheit, weil sie so negativ ist, was ist das Original, wenn alles eine Vervielfältigung ist
unwillkürlich, als Reflex, tausend Nichtigkeiten als Schwarm, als Wolke des Geschwafels
eine Kopie, eines großen Etwas, das wir alle sind?
um Deine Wertschätzung, um deine Aufmerksamkeit, haben die Bedeutung in Hülsen gesperrt
in Bilder, die missbraucht und vergewaltigt, zu fetten Gemeinplätzen wuchsen
es ist ein nettes Hopping, über der unsichtbaren Hoheit, verkaufter Luftschlösser
aber dich plagt eine Sehnsucht nach Text, nach eigenen Worten, sie zieht dich weiter
in andere Formationen, viele Körper reden und sagen nichts, es ist genauso, wie dieser Satz,
eine vorbereiteter Gemeinplatz, eine automatisierte Deutung, eine hübsch geformte Lüge
der Sinn geht im universalen Geräusch unter, in weißem Rauschen, das sich gegenseitig auslöscht
und du bist ein Pirat der Patterns.....
Ich ist ein Anderer, mit den anderen vernetzt sein, ein Docking wagen, abseits der Kommunikation
sich in andere Positionen begeben, wagen, sie in Frage zu stellen
das willst Du vielleicht, Ich zu sagen ist eine Reaktion auf ständig wachsende Unsicherheit
dabei könnte alles so anders sein. in Unbekanntem unbekannt bleiben, unerkannt, wir treiben knapp unter der Oberfläche dahin und strecken den Hals gelegentlich müde in die Höhe, der Papierweg ist verstopft
Schwächen offen zu zeigen, könnte sich als Stärke erweisen, Lüge, eitel Selbstinszenierung
schöne Fassaden sind auch schön - als Fassade, ein Paravant, flüchtig aufgestellt
rund um bittere Erbärmlichkeit, will verschwinden hinter Tönen, und mich einhüllen, will mich kleiden in sie, Du wagst, Dich im Verborgenen zu zeigen, als ein Spiel, wenn der Sinn untergegangen ist, will ich dem Klang nachlauschen, der sich selbst mitteilt, die brauchen Dich nicht, die nehmen sich nur, was sie brauchen
die hassen die Wahrheit, weil sie so negativ ist, was ist das Original, wenn alles eine Vervielfältigung ist
unwillkürlich, als Reflex, tausend Nichtigkeiten als Schwarm, als Wolke des Geschwafels
eine Kopie, eines großen Etwas, das wir alle sind?
Freitag, 28. April 2017
Natur und Mensch (2)
Hinaus
in die Natur zu gehen, könnte bedeuten, Körper und Geist wieder
zusammenzubringen. Es könnte insofern ein nobles und durch
ganzheitliche Absichten geadeltes Ziel sein, in die Natur zu gehen.
Zu wandern. Es auf sich wirken lassen. Stress abbauen
(wissenschaftlich durch Studien unterfüttert). Die innere Natur
mit der äußeren in Verbindung bringen. Klarer werden. Im Kopf und
im Körper. Viele Muskeln entschleunigt einsetzen, den Stoffwechsel
auf eine natürliche Weise ändern. Körperliche und geistige
Auffrischung ohne Überwindung eines inneren Schweinehundes, um sich
daraus heraus wieder frank und frei ins Getriebe zu stürzen? Fett
abbauen. Nicht so schnell müde werden. Energie ausstrahlen. Ohne
Medikament. Nicht der deutschen Romantik nachhängen, iwo! Das tun
sowieso nur die Bildungsbürger.
Donnerstag, 27. April 2017
Künstliche Intelligenz (7)
Künstliche Intelligenz ist eine, die sich selbst
fortwährend selbständig fortschreibt und uns somit aus der
Kontrolle geraten kann. Künstliche Intelligenz lernt zu lernen, -
und zwar von selbst, aus sich selbst. Künstliche Intelligenz
entscheidet selbst, und zwar automatisch. „Deep Learning“ ist
dabei einer der Schlüsselbegriffe. Es geht zudem um Kontrolle der
Gefahren, die dadurch entstehen. Z.b. das Hacking. Der Mensch, der
sich selbst abschafft. Wo bleibt die Ethik dabei? „Big Data“ ist
auch so ein Schlüsselwort. Der IBM-Rechner Watson verdaut 200 Millionen
Seiten in 3 Sekunden. Er arbeitet inzwischen als Arzt oder als
Rechtsanwalt, indem er möglichst alle Daten dieser Welt aufnimmt:
„Big Data“. Die NSA & Co. haben es vorgemacht und haben damit
in unsere Gegenwart hinein gereicht. An der Börse handeln Computer
mit KI in Millisekunden Milliardenvermögen. Mit Künstlicher
Intelligenz ausgestattete Drohnen werden sich in wenigen Jahren
vervielfachen. Wann überholt uns Künstliche Intelligenz?
Womöglich hat sie uns schon überholt, Verantwortung ist längst abgegeben. Smarthome ist dabei auch so ein Stichwort: Der Kühlschrank bestellt automatisch das, was fehlt. Die Heizung legt schon vor der Ankunft los, die Jalousien senken sich wie von Geisterhand. Technologie passiert rasend schnell, die Entwicklungen sind am Anfang und werden zügig weitergehen. Der Stecker kann längst nicht mehr gezogen werden, alles ist dezentral delegiert an viele Stellen auf dieser Welt. Erpressung ist damit auch möglich. Alles mögliche über alle Menschen wissen ist das Ziel. Roboter werden uns begleiten auf allen Wegen, bis hin zum letzten Gang: Altersheimroboter sind ja bereits im Einsatz. Viele andere werden folgen. Stephen Hawking hat gewarnt vor dem Verlust von Arbeitsplätzen: 9 von 10 Arbeiter werden überflüssig sein. Maschinen werden vieles besser können. Den Niedriglohnsektor werden weiterhin Maschinen/Roboter übernehmen. Arbeitswelt 4.0 ist dabei das Stichwort. Bei Waffensystemen und selbständigen Drohnen ist Künstliche Intelligenz ohnehin besonders relevant. Doch all das heißt: der einst hoch gehandelte Wert „Bildung“ ist spätestens nach zwei oder drei Jahren überholt, gewisse ethische Maßstäbe gewinnen eine neue Bedeutung,Werte müssen neu definiert werden. Was ist der Mensch? Wo stehen wir dabei?
Womöglich hat sie uns schon überholt, Verantwortung ist längst abgegeben. Smarthome ist dabei auch so ein Stichwort: Der Kühlschrank bestellt automatisch das, was fehlt. Die Heizung legt schon vor der Ankunft los, die Jalousien senken sich wie von Geisterhand. Technologie passiert rasend schnell, die Entwicklungen sind am Anfang und werden zügig weitergehen. Der Stecker kann längst nicht mehr gezogen werden, alles ist dezentral delegiert an viele Stellen auf dieser Welt. Erpressung ist damit auch möglich. Alles mögliche über alle Menschen wissen ist das Ziel. Roboter werden uns begleiten auf allen Wegen, bis hin zum letzten Gang: Altersheimroboter sind ja bereits im Einsatz. Viele andere werden folgen. Stephen Hawking hat gewarnt vor dem Verlust von Arbeitsplätzen: 9 von 10 Arbeiter werden überflüssig sein. Maschinen werden vieles besser können. Den Niedriglohnsektor werden weiterhin Maschinen/Roboter übernehmen. Arbeitswelt 4.0 ist dabei das Stichwort. Bei Waffensystemen und selbständigen Drohnen ist Künstliche Intelligenz ohnehin besonders relevant. Doch all das heißt: der einst hoch gehandelte Wert „Bildung“ ist spätestens nach zwei oder drei Jahren überholt, gewisse ethische Maßstäbe gewinnen eine neue Bedeutung,Werte müssen neu definiert werden. Was ist der Mensch? Wo stehen wir dabei?
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Mittwoch, 26. April 2017
Nichts (Text)
Du tippst das Nichts an
gehst mit ihm um
fühlst dich ihm fern und nah
Du erschrickst und weißt nicht
weißt, dass Du nicht weißt
und bist darüber nicht erfreut
es greift dich herb an
und du kommst ihm näher
im Vergehen liegt die Welt
Du kennst all diese Sprüche
Vermutungen, Meinungen
Weißes Rauschen allüberall
Du schreibst Worte
die es nicht umfassen
Du gebierst Bilder
die es nicht treffen
Du findest Vergleiche
die nicht stimmen
Ich stecke den Finger ins Dasein
und es riecht nach Nichts
Nichts ist mehr sicher,
kein Gesang, kein gar nichts,
es ist alles nur noch - „Rauschen”.
gehst mit ihm um
fühlst dich ihm fern und nah
Du erschrickst und weißt nicht
weißt, dass Du nicht weißt
und bist darüber nicht erfreut
es greift dich herb an
und du kommst ihm näher
im Vergehen liegt die Welt
Du kennst all diese Sprüche
Vermutungen, Meinungen
Weißes Rauschen allüberall
Du schreibst Worte
die es nicht umfassen
Du gebierst Bilder
die es nicht treffen
Du findest Vergleiche
die nicht stimmen
Ich stecke den Finger ins Dasein
und es riecht nach Nichts
Nichts ist mehr sicher,
kein Gesang, kein gar nichts,
es ist alles nur noch - „Rauschen”.
Dienstag, 25. April 2017
Montag, 24. April 2017
Entscheidungsprozesse
Soll man sich fortwährend daran erinnern, dass es
möglicherweise in dieser Republik ziemlich ungerecht zugeht? Soll
man diesen Nasen, die anbieten, das zu ändern, mit einer
Wählerstimme vertrauen? Soll man ihnen das zutrauen? Zweifel.
Skepsis. Bundestagswahlkampf. Soll man sich mal wieder darüber aufregen, dass Großspenden
die Entscheidungsprozesse in dieser Politik möglicherweise
entscheidend verändern? Überhaupt, der Einfluss der Lobbys und
Interessenvertreter scheint ja recht weit zu gehen und sich unter
anderem in finanziellen Zuwendungen an Parteien auszudrücken, wobei
dafür offenbar auch verschlungene Wege gefunden werden. Dass sich Abgeordnete dazu gerne mit Lobbyisten treffen, gehört wohl zum Recht auf Gewissensfreiheit, das diesen Abgeordneten in jeder Form zusteht. Der
Hintergedanke scheint dabei relativ klar. Nicht nur Diäten und
Fraktionsetats scheinen ziemlich schamlos erhöht zu werden, es gibt ja auch Absprachen zwischen Koalitionen, die schon mal in eine Richtung gebogen werden können. Wer aufbegehrt, gegen den wird oft geklagt, - das Procedere ist ja
schon aus der Industrie bekannt.
Gegen entsprechende Parteispenden werden „Besuche“ bei einflussreichen Politikern gewährt: Diese Praxis sorgte vor einiger Zeit für Aufsehen. Daraufhin wurde Besserung gelobt. Doch die Praxis scheint weiterzugehen, - scheint...irgendwie... Überhaupt lassen sich wohl Parteien und Abgeordnete wohl nicht so gerne in die finanziellen Karten schauen. Ob das oberdemokratisch ist oder ob hier „Expertenwissen“ ein bisschen unkontrolliert in die Entscheidung einfließt? Die Erklärungen vielfältigster Art stehen ja bereit, werden von den Parteien in die Gehirnfestplatten überspielt. Es geht um "Argumentationshilfen" etc.... Scheint, offenbar, vielleicht – im Dunkeln ist gut munkeln, so möchte man meinen. Das Parlament scheint dies zu nutzen. Doch ob es dieser Republik wirklich so gut geht, wie oft behauptet wird? Ob das nicht nur einer gewissen Schicht zugute kommt, die die Deutungshohheit für sich anmahnt? Wie groß diese Schicht wohl ist, wenn es sie gibt? Arbeitslosenzahlen? Armutsannahmen? Ob sie in einem gewissen Sinne erhoben sind? Geformt? "Verstanden"? Ob es nicht ganz allgemein deutlich besser gehen könnte, wenn der politische Wille da wäre? Ob es dabei auch um das „Schlechtreden“ eines Staates geht, der sich noch auf einer Insel der Seligen wähnt, aber die Verteilungsmechanismen schon für andere Zeiten in Stellung bringt? Ein Staat, der sich vor allem auf die Macht des Faktischen stützt und ja ohnehin so viel besser als all die anderen ist? Zweifellos.
Gegen entsprechende Parteispenden werden „Besuche“ bei einflussreichen Politikern gewährt: Diese Praxis sorgte vor einiger Zeit für Aufsehen. Daraufhin wurde Besserung gelobt. Doch die Praxis scheint weiterzugehen, - scheint...irgendwie... Überhaupt lassen sich wohl Parteien und Abgeordnete wohl nicht so gerne in die finanziellen Karten schauen. Ob das oberdemokratisch ist oder ob hier „Expertenwissen“ ein bisschen unkontrolliert in die Entscheidung einfließt? Die Erklärungen vielfältigster Art stehen ja bereit, werden von den Parteien in die Gehirnfestplatten überspielt. Es geht um "Argumentationshilfen" etc.... Scheint, offenbar, vielleicht – im Dunkeln ist gut munkeln, so möchte man meinen. Das Parlament scheint dies zu nutzen. Doch ob es dieser Republik wirklich so gut geht, wie oft behauptet wird? Ob das nicht nur einer gewissen Schicht zugute kommt, die die Deutungshohheit für sich anmahnt? Wie groß diese Schicht wohl ist, wenn es sie gibt? Arbeitslosenzahlen? Armutsannahmen? Ob sie in einem gewissen Sinne erhoben sind? Geformt? "Verstanden"? Ob es nicht ganz allgemein deutlich besser gehen könnte, wenn der politische Wille da wäre? Ob es dabei auch um das „Schlechtreden“ eines Staates geht, der sich noch auf einer Insel der Seligen wähnt, aber die Verteilungsmechanismen schon für andere Zeiten in Stellung bringt? Ein Staat, der sich vor allem auf die Macht des Faktischen stützt und ja ohnehin so viel besser als all die anderen ist? Zweifellos.
Sonntag, 23. April 2017
Narzissmus (1)
Caravaggio malte sein berühmtes Bild „Narziss“
Ende des sechzehnten Jahrhunderts und Ovid hatte lange zuvor schon
die betreffende Geschichte geschaffen (hier aus „Wikipedia“
zitiert): Narziss wurde von Jünglingen und Mädchen gleichermaßen
umworben, war aber stolz auf seine eigene Schönheit erfüllt und
wies all seine Verehrer und Verehrerinnen herzlos zurück. Diese
Kränkung widerfuhr auch der Bergnymphe Echo und dem Bewerber
Ameinios, dem Narziss ein Schwert zukommen ließ. Zwar brachte sich
Ameinios noch auf der Türschwelle mit dem erhaltenen Schwert um,
nicht aber ohne zuvor die Götter anzurufen, seinen Tod zu rächen.
Nemesis (nach anderen Quellen Artemis) hörte die Bitte und strafte
Narziss mit unstillbarer Selbstliebe: Als er sich in der unberührten
Natur bei einer Wasserquelle niederließ, verliebte er sich in sein
eigenes Spiegelbild. Narziss erkannte die Unerfüllbarkeit seiner
Liebe, ohne dass es ihm etwas nützte: Er verzehrte sich und
verschmachtete vor seinem Ebenbild bis zum Tod. Seine letzten Worte
wiederholte Echo: „Ach, du hoffnungslos geliebter Knabe, lebe
wohl!“ Statt seines Leichnams fanden die Dryaden eine Narzisse“.
Heutzutage gilt aber auch und dürfte sich auf narzisstische Impulse stützen: die gernzenlose Entblößung in den Medien, insbesondere in den sozialen Medien samt die Vorführung aufgeblasener Wichtigkeit in den Talksshows und vieler anderer Phänomene: Das „Ich“ und seine Optimierung scheint eine „Herausforderung“ der Zeit. Die Stufe der schmerzhaften Bewusstwerdung und der langen Suche wird dabei gerne mal übersprungen. Es gilt Egozentrismus, Eigensucht, fehlende Empathie, Überheblichkeit und die Entwertung anderer. Sie scheinen im Trend eines gnadenlosen Neoliberalismus zu liegen, der auf allen Ebenen unsere Gesellschaft schon seit langem zu prägen scheint. Doch Finanzkrise und Schuldenfallen der Staaten haben längst zur Verunsicherung beigetragen. Narzissmus galt zwar einst als Sünde oder als Privileg der Mächtigen, hat offensichtlich aber von seiner Strahlkraft verloren. Nichtsdestrotz trat in der Politik ein neuer Typ eines Despoten immer mehr zu Tage, der mit seinem eingebildeten oder realen Charisma die Realität zu prägen scheint. Da werden Leute zu Präsidenten oder wollen sich zu solchen machen. (Später mehr)
Heutzutage gilt aber auch und dürfte sich auf narzisstische Impulse stützen: die gernzenlose Entblößung in den Medien, insbesondere in den sozialen Medien samt die Vorführung aufgeblasener Wichtigkeit in den Talksshows und vieler anderer Phänomene: Das „Ich“ und seine Optimierung scheint eine „Herausforderung“ der Zeit. Die Stufe der schmerzhaften Bewusstwerdung und der langen Suche wird dabei gerne mal übersprungen. Es gilt Egozentrismus, Eigensucht, fehlende Empathie, Überheblichkeit und die Entwertung anderer. Sie scheinen im Trend eines gnadenlosen Neoliberalismus zu liegen, der auf allen Ebenen unsere Gesellschaft schon seit langem zu prägen scheint. Doch Finanzkrise und Schuldenfallen der Staaten haben längst zur Verunsicherung beigetragen. Narzissmus galt zwar einst als Sünde oder als Privileg der Mächtigen, hat offensichtlich aber von seiner Strahlkraft verloren. Nichtsdestrotz trat in der Politik ein neuer Typ eines Despoten immer mehr zu Tage, der mit seinem eingebildeten oder realen Charisma die Realität zu prägen scheint. Da werden Leute zu Präsidenten oder wollen sich zu solchen machen. (Später mehr)
Samstag, 22. April 2017
Donnerstag, 20. April 2017
Mittwoch, 19. April 2017
Tierschutz
Was sagen Tierschutzgesetze? Den Bedürfnissen von
Tieren bestmöglich zu entsprechen und für ihr Wohlergehen zu
sorgen, wird dort gefordert. Niemand solle einem Tier ohne
vernünftigen Grund Schmerzen oder Leiden ungerechtfertigt zufügen.
Problem nur: was heißt „bestmöglich“, „Wohlergehen“, was
ist ein „vernünftiger Grund“ und was ist „ungerechtfertigt“?
Lauter wachsweiche Formulierungen, deren Ermessen dem Menschen
anheimgestellt ist. Ob dieses Ermessen sich nicht hauptsächlich aus
ökonomischen Überlegungen speist? Menschen tragen gerne
Pelzmäntel: deshalb ist es legitim, Nerze zu vergasen. Im Sinne des
Gesetzes ist das ein „vernünftiger“ Grund. Ob's mit dem
Tierschutz überhaupt ernst gemeint ist?
Dienstag, 18. April 2017
Über diesen Blog
Hier
noch einmal eine Selbstrechtfertigung unter Einbeziehung dessen, was
ich zu diesem Thema an dieser Stelle bereits geschrieben habe. Mir
geht es hier im Blog um die „Verschnödisierung“ von Inhalten.
Sie einigermaßen verständlich zu machen, so wie sie sich halt in
meinem Bewusstsein abbilden. Insofern ist das sehr subjektiv, - darf
es ja auch in einem Blog, oder? So etwas kann nicht immer exakt nach
den ausgegebenen Regeln sein, aber es kann sich darum bemühen. Es
gleicht einer Art „Herunter-Übersetzung“ in das schnöde
Alltägliche. Ja ja, wir sollen hier Ross und Reiter nennen,
möglichst alle Copyright-Regeln beachten und immer wahrheitsliebend
sein. Klaro, auch im Zeitalter von "Fake News" und "alternativen Fakten". Wir sollen alles so „wasserdicht“ machen, dass sich
niemand angegriffen fühlt. Meinung, Kommentar und Berichterstattung
sollen wir auch nicht vermischen. Bloß nicht. Wir sollen uns ja
gegenüber den mächtigen Rechtsabteilungen der Großkonzerne und der
Prominenten absichern. Bloß, wer kann das? Die professionellen
Nachsteller könnten dafür mit denen, die sie zu untersuchen und
recherchieren vorgeben, zu sehr unter einer Decke stecken. Könnten!
Wissen wir es? Parolen sind da völlig ungeeignet. Aber es ist ein
schönes Feld für jemand, der wissenschaftlich die Struktur von
„Eliten“ untersucht. Er wird wohl (wenn alles gut geht....) einen
Forschungsauftrag dafür an Land ziehen können und damit eine Weile
ruhig gestellt sein. Das Dazwischengequatsche aus den altklugen
Elfenbeintürmen der "Wissenschaft" ist sowieso nicht besonders populär. Also wird
sie/er nicht weiter stören mit etwas abgehoben wirkenden
„Erkenntnissen“... Überlegungen dahinter, Taktik, Strategie,
Manöver mit der öffentlichen Meinung - das zu schreiben wäre auch
interessant. Nur, man soll das nicht, weil es nicht zu beweisen, zu
belegen ist. Es zischt aber rechts und links am Bewusstsein der Leute
vorbei und meist mitten hinein. Wer soll was glauben? Aus welchem
Interesse? Es gilt, sich unkenntlich zu machen, um kenntlich zu
bleiben. Wir können hier in diesem Blog auch nur von dem etwas
einigermaßen wiedergeben, dem der halbwegs Interessierte in dieser
Öffentlichkeit ausgesetzt ist. Und das bedeutet keineswegs
Sympathien gegenüber Rechtspopulisten, Neuen Konservativen (Das Oben
und Unten ist von Gott, dem Schicksal oder „harter Arbeit“
gegeben...“), rechtsradikalen Parteien oder Trampisten. Ich suche
nicht nach endgültigen Wahrheiten, halbwegs gültige würden
vorläufig auch schon reichen.
Montag, 17. April 2017
Schopi und der Tod (3)
Schopi schreibt in „Seniliae“, Gedanken im
Alter“:
„Wie kann man nur, beim Anblick des Todes eines Menschen, oder Thieres, vermeinen, hier werde ein Ding an sich selbst zu nichts? Daß vielmehr nur eine Erscheinung, in der Zeit, dieser Form aller Erscheinungen, ihr Ende finde, ohne daß das Ding an sich selbst dadurch angefochten werde, ist eine unmittelbar, intuitive Erkenntniß jedes Menschen; daher man es zu allen Zeiten, in den verschiedensten Formen und Ausdrücken, die aber alle, der Erscheinung entnommen, in ihrem eigentlichen Sinn, sich nur auf diese beziehn, auszusprechen gewesen ist.
Und an einer anderen Stelle schreibt Schopi: „Das Leben kann, diesem Allem zufolge, allerdings angesehen werden als ein Traum, und der Tod als das Erwachen. Dann aber gehört die Persönlichkeit, das Individuum, dem träumenden und nicht dem wachen Bewußtseyn an.; weshalb denn jenem der Tod sich als Vernichtung darstellt. Jedenfalls jedoch ist er, von diesem Gesichtspunkt aus, nicht zu betrachten als der Uebergang zu einem uns ganz neuen und fremden Zustande, vielmehr nur als der Rücktritt zu dem uns ursprünglich eigenen, als von welchem das Leben nur eine kurze Episode war“.
Was wohl unsere Freunde von Silicon Valley oder bei Google zu solchen tiefschürfenden Ansichten sagen würden? Sie scheinen nicht auf eine Art transzendentaler Einsicht zu bauen, sondern vielmehr auf den geraden direkten Überlebenstrieb jedes Menschen der irdischen Welt. Dafür bringen sie allerlei technisches Gerät in Anschlag, dass sie nach und nach dem Menschen einverleiben möchten.
„Wie kann man nur, beim Anblick des Todes eines Menschen, oder Thieres, vermeinen, hier werde ein Ding an sich selbst zu nichts? Daß vielmehr nur eine Erscheinung, in der Zeit, dieser Form aller Erscheinungen, ihr Ende finde, ohne daß das Ding an sich selbst dadurch angefochten werde, ist eine unmittelbar, intuitive Erkenntniß jedes Menschen; daher man es zu allen Zeiten, in den verschiedensten Formen und Ausdrücken, die aber alle, der Erscheinung entnommen, in ihrem eigentlichen Sinn, sich nur auf diese beziehn, auszusprechen gewesen ist.
Und an einer anderen Stelle schreibt Schopi: „Das Leben kann, diesem Allem zufolge, allerdings angesehen werden als ein Traum, und der Tod als das Erwachen. Dann aber gehört die Persönlichkeit, das Individuum, dem träumenden und nicht dem wachen Bewußtseyn an.; weshalb denn jenem der Tod sich als Vernichtung darstellt. Jedenfalls jedoch ist er, von diesem Gesichtspunkt aus, nicht zu betrachten als der Uebergang zu einem uns ganz neuen und fremden Zustande, vielmehr nur als der Rücktritt zu dem uns ursprünglich eigenen, als von welchem das Leben nur eine kurze Episode war“.
Was wohl unsere Freunde von Silicon Valley oder bei Google zu solchen tiefschürfenden Ansichten sagen würden? Sie scheinen nicht auf eine Art transzendentaler Einsicht zu bauen, sondern vielmehr auf den geraden direkten Überlebenstrieb jedes Menschen der irdischen Welt. Dafür bringen sie allerlei technisches Gerät in Anschlag, dass sie nach und nach dem Menschen einverleiben möchten.
Sonntag, 16. April 2017
Martin und die Stuhlräuber
Was wohl Martin Luther zum
Zustand unserer heutigen Gesellschaft gesagt hätte? Klar, der Mann
hat im sechzehnten Jahrhundert gelebt. Trotzdem durchweht seine
Ansichten ein Geist von Nächstenliebe (ja, auch trotz seines zeitgebundenen Antisemitismus), der so gar nicht zum heute
herrschenden Klima der gegenseitigen Ausbeutung passt. Die Maxime,
dass Unternehmen und Verbraucher ihren Gewinn und Nutzen maximieren
sollen, hätte ihm wohl nicht so recht gefallen, ja, er hätte das
wohl angegriffen. Auch das System von Zins und Zinseszins hätte er
wohl kaum als gottgegeben akzeptiert, wie es heutige Ökonomen zu tun
scheinen. Immer wieder wandte er sich entschieden gegen alle Arten,
die Mitmenschen zu übervorteilen, gegen Habsucht, Profitgier und
Wucher. Mit der Kapitalwirtschaft hat er damals nichts anfangen
können (die Fugger standen geifernd am Horizont). Was er wohl von der heutigen Bankenlandschaft und ihren
Handelnden halten würde? Oder von den beispielslosen Betrugsversuchen
einer Firma wie Volkswagen mit ihrem globalen Abgasskandal? Firmen,
die sich ihren „Erfolg“ durch schönrednende und lügende (Fake
Facts) Werbeagenturen flankieren lassen? Wie er wohl die Doktrin
gefunden hätte, dass diejenigen Produkte die besten sein sollen, die dem
rücksichtslosesten Konzern am meisten Gewinn versprechen? Welche
Rolle wohl bei ihm der sogenannte „Kundennutzen“ gespielt hätte?
Sicher ist wohl, das all diese Annahmen und Thesen überhaupt nicht zu ihm und der von ihm vertretenen individuellen Moral gepasst hätten. Wucherern verweigerte er die Sakramente. Er nannte sie „Stuhlräuber“. Ob es solche „Stuhlräuber“ auch heute noch viel zu viele gibt? Es soll sich jeder nach seinem eigenen Gewissen entscheiden, und nicht nach einem von Institutionen vorgegebenen Rahmen: Das unter anderem ist es ja wohl, was die Essenz von Luthers Weltbild ausmacht. Den Nächsten als reinen Verbraucher, als Faktor des Profits zu sehen, zur Zahl degeneriert, wäre ihm wohl vollkommen fremd. Harmlos und peinlich wirken dagegen die Versuche der heutigen Ökonomen mit ihrem Versuch, den Philosophen Adam Smith und dessen Sicht auf einen sich selbst regulierenden „Freien Markt“ für sich in Stellung zu bringen. Problem ist, dass wir hier schon lange keinen „Freien Markt“ mehr haben.
Sicher ist wohl, das all diese Annahmen und Thesen überhaupt nicht zu ihm und der von ihm vertretenen individuellen Moral gepasst hätten. Wucherern verweigerte er die Sakramente. Er nannte sie „Stuhlräuber“. Ob es solche „Stuhlräuber“ auch heute noch viel zu viele gibt? Es soll sich jeder nach seinem eigenen Gewissen entscheiden, und nicht nach einem von Institutionen vorgegebenen Rahmen: Das unter anderem ist es ja wohl, was die Essenz von Luthers Weltbild ausmacht. Den Nächsten als reinen Verbraucher, als Faktor des Profits zu sehen, zur Zahl degeneriert, wäre ihm wohl vollkommen fremd. Harmlos und peinlich wirken dagegen die Versuche der heutigen Ökonomen mit ihrem Versuch, den Philosophen Adam Smith und dessen Sicht auf einen sich selbst regulierenden „Freien Markt“ für sich in Stellung zu bringen. Problem ist, dass wir hier schon lange keinen „Freien Markt“ mehr haben.
Samstag, 15. April 2017
Gen Ostern
Sie
starren in ihr Smartphone und du wunderst dich, dass inzwischen viele
ältere Leute darunter sind,..... jemand fährt im Hintergrund einen
brandneuen Skoda gegen einen gemein in den Boden gerammten
Begrenzungspfosten, der fast den Eindruck macht, als sei er extra für
einen solchen fatalen Fall aufgestellt. Es ist Einkaufsstress, jeder
will oder muss noch mal, - ich ja auch,- Bettler legen bei den
Einkaufswagen den Dackelblick auf, arrogante ältere Damen rümpfen
darüber die Nase, es stinkt irgendwo nach Urin, aber du bist schon
vorbei, hast nur kurz etwas wahrgenommen, wie ja ohnehin alles nur
kurz wahrgenommen ist.......andere scheinen vor Terrorismus und dem
Abgleiten ins soziale Nichts Angst zu haben, du hingegen schaust beim
Discounter rein: Was du wolltest, findest du nicht, scheint nicht
mehr im Sortiment zu sein, - flugs zurück zum Ausgangspunkt!
Rundumblick (Text)
RUNDUMBLICK
Beziehungen
optimieren
sie
mit Kohle schmieren
im
Horizont untergehen
und
bei weitem nicht der Letzte sein
sie
setzen den Bohrer an
und
summen sich in dich hinein
sie
sind beständig an dir dran
und
machen dich zu ihrem Schwein
sie
selbst lenken sich, wer sonst?
Sie
sind die Gestalter der Welt
was
die Macht mit dir macht
bis
du sie alle enthronst
all
die Schwätzer und Sprücheklopfer
die
Idiologen und Lügner
der
allzu einfachen Wahrheit
doch
wie machst Du's ohne Opfer?
Sie
geben den Ton an, wollen führen
sie
leben ihre Macht aus, unverdrossen
sie
sind die Macher dieser Macht
wollen
sich zu ihrem eigenen Kaiser küren
sie
schmieren und schmieden feine Verse
sie
sind ein Teil dieses sich drehenden Karusells
wem
schwindlig wird, der schon mal springt ab
vertritt
sich dabei seine Achillesverse
Freitag, 14. April 2017
Donnerstag, 13. April 2017
Soziale Gerechtigkeit (3)
Es war gestern nur so eine kleine Meldung zwischen Fußball und Terrorismus, zwischen Trump und NATO: dass das Vermögen in Deutschland sehr ungleich verteilt sei, hieß es da. Die reichsten 10 % der Leute würden mehr als die Hälfte des Gesamtvermögens besitzen. Die untere Hälfte aber gerade mal 1 %. Von Armut bedroht? Iwo, sagt da die Bundeskanzlerin. Deutschland sei es noch nie so gut gegangen. Und im Übrigen seien das alles nur Zahlen von Der Linken. Es gäbe ohnehin viel zu viele Leute, die das schöne Deutschland schlecht reden wollen, meint ein hoffungsvoll bebrillter CDU-Politiker der zweiten Reihe, der eines Tages Merkel beerben will und deshalb bei jeder sich bietenden Gelegenheit in den Medien auftritt. Vor allem Familien mit Kindern hätten es schwer, so der Bericht weiter. Alles nur Schwarzseher!, - scheint da eine gewisse Meinung dazu aufzublitzen. Vertrauen in die Kraft der Innovation sei da nötig, so meint ein anderer Politiker, dessen Partei bei den letzten Wahlen aus dem Bundestag geflogen war. Jetzt wird aber heftig um ihn geworben, er ist en vogue, was so richtig gut zu ihm passt. Damit erhebt eine sich selbst dazu erklärende Politiker-Elite Anspruch auf die Deutungshoheit über die Fakten, über die Wahrheit. Das Grundgefühl vieler Menschen in Deutschland heute ist eines der Angst und Sorge vor der Zukunft und vor Chancenlosigkeit. In Umfragen sagen 70 Prozent der Deutschen, dass sie die soziale Ungleichheit als zu hoch empfinden. Immer mehr Menschen fühlen sich abgehängt. Es stimmt etwas nicht in der Verteilung, auch wenn das nur eine schnell vergessene Meldung unter anderen ist. Viele der Mächtigen leugnen das Problem mit dem mantramäßig wiederholten Hinweis auf die wirtschaftlichen Erfolge der vergangenen zehn Jahre. Die Arbeitslosenquote ist von über 5 Millionen auf heute 2,7 Millionen halbiert worden. Wir sind stolz, Export-Vizeweltmeister zu sein, und auf die vielen deutschen Weltmarktführer. Deutschland ist viel besser durch die globale Finanzkrise und die europäische Wirtschaftskrise gekommen als die meisten unserer Nachbarn. Jawohl, - aber für viele Menschen könnte es besser sein. Viele ignorieren, dass diese Erfolge nicht allen, sondern nur wenigen Menschen zugute gekommen sind.
Mittwoch, 12. April 2017
Etatismus (1)
Etatismus, das ist der Glaube an den Staat. Er ist in
Deutschland traditionell besonders stark ausgeprägt. Verschiedene
Parteien hängen ihm ganz entschieden nach. In der DDR war die SED
das Vollzugsorgan des Staates, handelte mit ihrer sich selbst verordneten Diktatur des
Proletariats immer im Sinne des des Gesamtwohls, - so zumindest die
Selbsteinschätzung, die sehr bald in eine Selbstüberschätzung
gemündet ist und in ihrer Selbsterhöhung viele Opfer gefordert hat.
Der Staat wird hier in Deutschland für nahezu alles verantwortlich
gemacht, er soll gefälligst auch für den ökonomischen Wohlstand
sorgen. Er soll so etwas wie eine Leitkultur vermitteln und jedermann
soll mit seinen Sorgen zu ihm kommen können. Er ist aber auch der
Garant für Rechte, Rechte auf Wohlstand, die nicht vom Wohlwollen
Einzelner abhängig sind, die nicht von oben herab nach Gutdünken
gewährt werden und auch nicht wie ein Almosen sind. Gerade die Linke
scheint dem Staat als einzig demokratisch legitimierter Institution
nachzuhängen. Schutz und Trost verspricht sie gerne gegen die Unbill
des Wandels, der so unkontrollierbar ausgefranst ist nach allen
Seiten. Er hat das Gewaltmonopol und übt es maßvoll in der
Demokratie unter den Vorgaben der Gewaltenteilung aus. Der Staat ist
halt seinen Bürgern verpflichtet. Aber, apropos öffentlicher
Dienst: Im öffentlichen Dienst gibt es die meisten befristeten
Verträge, während Beamte einer großzügigen Altersvorsorge
entgegen sehen.
Dienstag, 11. April 2017
Montag, 10. April 2017
Künstlernähe
Der alte Goethe, der Kafka, der Nietzsche, der Hesse,
der Thomas Mann: nein, das sind nicht nur diese Kulturdenkmäler, als
die sie Schülern jahrzehntelang eingebläut wurden. Und als die sie
für alle anderen allenfalls eine leise Erinnerung sind. Georg
Trakl, dessen Gedichte einst auswendig gelernt werden mussten, war
ein armes Schwein, ein Süchtiger, ein Ekstatiker des Wortes, den wir
als solchen jederzeit neu lesen können, der uns zum Vertrauten
werden kann. Hey Schorsch! Salute! Auch der Dali und der Picasso,
diese Superdenkmäler des Bildungsbürgertums, waren Opfer ihres
eigenen Ruhms, sonnten sich in ihrem Stardasein und nutzten es nach
Belieben aus. Verkauften sich an ihre Rolle. Schwache Menschen, große Künstler - vielleicht. Sie
waren die Popstars ihrer Generation. Auch nicht schlecht. Sie
stellten das Herausragende dar, ließen ihre Einseitigkeiten
zelebrieren - bis auf Goethe, der vielleicht eine Universalbegabung
war und sich auch in einer bürgerlichen Existenz ausleben wollte.
Und, natürlich: Leonardo Da Vinci. Das Großgenie der Renaissance. Außerhalb jeden Zweifels.
Aber die „Künstler“ der heutigen Zeit? Wer von denen ist überhaupt sichtbar? Wo? Aufgrund welcher Mechanismen? Wer inszeniert sich als Großfürst und klagt jedes Mal wortstark die Legitimation solchen künstlerischen Großfürstentums ein (es hat eine gewisse Lächerlichkeit, wenn ich da an bestimmte Personen denke...)? Wer zieht sich leise zurück in ein „Müssen“ und genießt dennoch in tausend Medienkolportagen die große Aufmerksamkeit? Wer hinterfragt ernsthaft die eigene „Größe“? Wer war Michelangelo? Ein ekstatischer Bohrer. Benn? Ein in Bürgerlichkeit geronnener Former. Und die vielen anderen? Die Zeitgenossen gar...?
Aber die „Künstler“ der heutigen Zeit? Wer von denen ist überhaupt sichtbar? Wo? Aufgrund welcher Mechanismen? Wer inszeniert sich als Großfürst und klagt jedes Mal wortstark die Legitimation solchen künstlerischen Großfürstentums ein (es hat eine gewisse Lächerlichkeit, wenn ich da an bestimmte Personen denke...)? Wer zieht sich leise zurück in ein „Müssen“ und genießt dennoch in tausend Medienkolportagen die große Aufmerksamkeit? Wer hinterfragt ernsthaft die eigene „Größe“? Wer war Michelangelo? Ein ekstatischer Bohrer. Benn? Ein in Bürgerlichkeit geronnener Former. Und die vielen anderen? Die Zeitgenossen gar...?
Sonntag, 9. April 2017
Milchmarkt
Ein Beispiel für
EU-Verhältnisse, Afrika und industrielle Nahrungsmittelproduktion:
Eine durchschnittliche Milchkuh produziert mittlerweile dank
spezieller Züchtungen mehr als vier mal so viel Milch wie noch vor
Jahren. Es wird mit ihnen von den hiesigen Agrarfabriken deutlich
mehr Milch produziert, als vor Jahren von der EU festgelegt. Mit der daraufhin einsetzenden Milchschwemme fielen auch die Preise. Riesige Mengen an Milchpulver
wurden produziert, um sie teuer in Lagerhäusern einzulagern und sie
– so das teure Versprechen – wieder in den Markt zu entlassen, sobald
die Preise höher sein würden. Doch einstweilen wird der Export
wichtiger. Großmolkereien exportieren ihre Produkte sowieso in
zahlreiche Länder auf der ganzen Welt. Also wieso nicht gleich
Milchpulver exportieren? Wieso? Lohnt sich das? Der Milchmarkt wurde
spätestens mit der Reform 2006 „liberalisiert“, d.h.
Einflussnahmen des Staates wurden zugunsten von Marktmechanismen
zurück gedrängt („Neoliberalismus“). Seitdem unterliegt der
Milchmarkt globalen Einflüssen, der „Marktteilnehmer“ muss
versuchen damit zurecht zu kommen. Nicht nur afrikanische Länder wie Ghana, Kamerun oder Kenia müssen darunter leiden, weil nämlich ihre eigenen landwirtschaftlichen Produkte unter solchen Verhältnissen nicht mehr "wettbewerbsfähig" sind. Aus EU-Milchpulver hergestelltes Yogurth beispielweise kostet nämlich deutlich weniger als einheimisch hergestelltes.
Samstag, 8. April 2017
Fahren im Flow
Ich fahre vor mich hin. Es ist entspannend. Wie
außergewöhnlich! Normalerweise bedeutet Straßenverkehr doch
Stress! Aber auf den richtigen Strecken (die hierzulande freilich
selten geworden sind) kann es auch entspannend auflockernd sein,
motorisiert in eine Richtung zu streben. Klar, das schlechte
Gewissen! Umwelt und so!.... Aber es kann schon besonders sein, sich
treiben zu lassen, die Kilometer in Bewegung in sich hinein zu
fressen, sie unter sich hinweg gleiten zu lassen, immer weiter......
Voraussetzung dafür ist aber, auf keinen Termin, am besten auch kein
in einer bestimmten Zeit vorgegebenes Ziel hin zu steuern. Sich gehen
lassen, nur, im Fluss mit der Zeit, im Fluss mit einem Verkehr, der
scheinbar alles Aggressive verloren hat und einen flexibel umspült.
In den USA hatte ich dieses Gefühl einst sehr intensiv kennen
gelernt. Im Westen. Wenig Verkehr. Fast ohne Aggression. Hinein in
gewaltige Landschaften, die sich in der Ferne immer wieder erneuern.
Horizonte zogen einen an und entließen einen wieder wie
selbstverständlich. Ein realer Fantasy-Film. Heute wohl in
Virtual-Reality-Brillen gezwungen. Doch das Gute war: alles real.
Sehr real. Man konnte anhalten und die Hitze spüren. Ein paar
Schritte gehen. Schlangen begegnen (Igitt? Selbst ich Angsthase
wähnte mich in einer Art Gleichklang mit ihnen.... hatte keine
Furcht). Nachlesen, sich informieren, in sich aufnehmen. Dann wieder
ins Auto, das Silberband entlang. Ich konnte auf diese Weise Hunderte
von Meilen fahren, ohne das mich das anstrengte. Es hatte etwas
Meditatives. Es erzeugte eine gelassene Stimmung in mir. Ohne jede Müdigkeit. Dass es
möglich ist, hat mich tief beeindruckt.
Freitag, 7. April 2017
Soziale Gerechtigkeit (2)
Barrack Obama, der einstige Präsident der Vereinigten Staaten, meinte: „Wirtschaftliche Ungleichheit
bedroht die Demokratie“. Er will damit vielleicht darauf hinweisen:
Alle Demokratie könnte – überspitzt ausgedrückt - Inszenierung
sein. Könnte. Sie könnte es erlauben, dass sich eine Schicht von
Mächtigen und Finanzstarken etabliert, um die politischen Geschicke
alleine schon durch ihre lobbygestützte Machtausübung zu bestimmen.
Andere Bevölkerungsschichten wären dann von politischen
Entscheidungen ausgeschlossen, würden sich einem Diktat von sich
selbst dazu erklärten „Eliten“ und durch tausend "Abschlüsse" legitimiert gegenüber sehen. Ob sich etwa im
deutschen Parlament anteilig eben so viele Juristen, Beamten und
Berufspolitiker finden? Ob dies das Volk, seinen Willen oder seine Trägheit widerspiegelt? Welche Wirkung etwa Parteispenden haben, - in den USA
gar? Dort sind sie juristisch unter „Meinungsfreiheit“ geführt.
Dass Trump keine Spenden nehmen musste, weil er so ungeheuer reich
ist, hat ihm wohl bei den Wahlen geholfen. Also hat die vom Geld
herbei geführte Ungleichheit diese Form des Nationalismus und
Populismus zumindest begünstigt. Ob es Paralellen zu Deutschland gibt?
Für das so obertolle, wirtschaftsstarke (wurde schon mal anders ausgerufen...) und obertüchtige Deutschland gilt, dass sich eine tiefe Unsicherheit darüber in die Mittelklasse hinein gefressen hat, den Job zu verlieren, abzurutschen, sich ein „normales“ Leben und eine Teilnahme an Entscheidungen nicht mehr leisten zu können. Die Risken scheinen etwaige Chancen verdrängt zu haben. Dadurch ergeben sich Fragen, die sich darum ranken, wer in dieser Gesellschaft seinen Status einigermaßen absichern kann, wer sich "qualifizieren" kann, wer davon leben kann, wer am gemeinsamen Leben teilnehmen kann. Damit hängt zusammen, welche Arten von Arbeit für welche gesellschaftlichen Gruppen offen sind. Zum Beispiel mag sich in einer Gesellschaft der Eindruck aufdrängen, dass die Absolventen der ENA (Ecole Nationale) in ganz besonderem Maße für oberste Führungsaufgaben qualifiziert seien. Das mag vielleicht stimmen. Doch stellt sich die Frage, ob der Zugang zu dessen Studiengängen auch für Angehörige unterer Gesellschaftsschichten offen stehen und welche Energie, bzw. „Anpassungsleistung“ (gesellschaftliche Bezeichnung: „Emporkömmlinge“) sie zu einem solchen sozialen Aufstieg aufbringen sollten. Die Qualität von Jobs kennzeichnet zudem, ob sie dauerhaft oder befristet sind. Hier erhebt sich auch die Frage, inwiefern die soziale Herkunft solche Qualitätskriterien zu beeinflussen mag.
Für das so obertolle, wirtschaftsstarke (wurde schon mal anders ausgerufen...) und obertüchtige Deutschland gilt, dass sich eine tiefe Unsicherheit darüber in die Mittelklasse hinein gefressen hat, den Job zu verlieren, abzurutschen, sich ein „normales“ Leben und eine Teilnahme an Entscheidungen nicht mehr leisten zu können. Die Risken scheinen etwaige Chancen verdrängt zu haben. Dadurch ergeben sich Fragen, die sich darum ranken, wer in dieser Gesellschaft seinen Status einigermaßen absichern kann, wer sich "qualifizieren" kann, wer davon leben kann, wer am gemeinsamen Leben teilnehmen kann. Damit hängt zusammen, welche Arten von Arbeit für welche gesellschaftlichen Gruppen offen sind. Zum Beispiel mag sich in einer Gesellschaft der Eindruck aufdrängen, dass die Absolventen der ENA (Ecole Nationale) in ganz besonderem Maße für oberste Führungsaufgaben qualifiziert seien. Das mag vielleicht stimmen. Doch stellt sich die Frage, ob der Zugang zu dessen Studiengängen auch für Angehörige unterer Gesellschaftsschichten offen stehen und welche Energie, bzw. „Anpassungsleistung“ (gesellschaftliche Bezeichnung: „Emporkömmlinge“) sie zu einem solchen sozialen Aufstieg aufbringen sollten. Die Qualität von Jobs kennzeichnet zudem, ob sie dauerhaft oder befristet sind. Hier erhebt sich auch die Frage, inwiefern die soziale Herkunft solche Qualitätskriterien zu beeinflussen mag.
Donnerstag, 6. April 2017
Mittwoch, 5. April 2017
Künstliche Intelligenz (6)
Jüngst wurde bekannt, dass der US-Milliardär Elon
Musk, der als Unternehmer unter anderem mit der Firma Tesla
Elektro-Autos baut und mit der Weltraumfirma SpaceX unterwegs ist,
sein neuestes Unternehmen „Neurolink“, an der Vernetzung zwischen
Mensch und Maschine („Computer“) arbeiten lässt. Zuvor hatte der
Tesla-Chef noch gewarnt, dass künstliche Intelligenz die „vermutlich
größte Gefahr für unsere Existenz“ sei. Musk sprach damals von
einem "direkten Interface zur Hirnrinde". Es handelt sich bei seiner Firma jetzt also um eine direkte Vernetzung von Gehirn und Technologie
(Stichwort: „Cyborg“). Dies könne, so Musk,
das menschliche Bewusstsein enorm erweitern.
Es könnte damit in die Lage versetzt werden, mit der Künstlichen
Intelligenz (einigermaßen) mitzuhalten. Der Mann ist ein
„Hans-Dampf-in-allen-Gassen“: So will er demnächst gut
betuchte Menschen zum Mars bringen. Zudem arbeitet er neben anderen
Projekten offenbar am Transport-System Hyperloop - eine Art riesige
magnetbetriebene Rohrpost, die Menschen und Waren mit mehr als 1000
Kilometern pro Stunde befördern soll.
Es scheint so, als gründe die Forschung nach "künstlicher Intelligenz" auf der Annahme, dass das menschliche Hirn eine Art komplizierter Computer sei. Dies stimmt mit gewissen Zügen des amerikanischen Denkens überein, das davon ausgeht, dass die Welt vollkommen deterministisch (festgelegt, nach fixen Regeln wie ein Apparat ablaufend) sei. Doch "Intelligenz" ist im menschlichen Sinne nicht einmal ein klar definiertes Wort. Zudem erhebt sich die Frage, ob etwas "Bewusstloses" als intelligent bezeichnet werden kann. Zum Bewusstsein gehört die einigermaßen komplex zustande gekommen Erkenntnis einer objektiven Welt. Algorithmen hingegen müssen jedes Objekt dieser Welt "lernen", ein Abbild erstellen. Menschen hingegen haben ein Konzept davon und verweisen nur darauf. Das könnten Probleme sein, die schnelle Erfolge auf diesem Gebiet vorerst noch im Wege stehen.
Es scheint so, als gründe die Forschung nach "künstlicher Intelligenz" auf der Annahme, dass das menschliche Hirn eine Art komplizierter Computer sei. Dies stimmt mit gewissen Zügen des amerikanischen Denkens überein, das davon ausgeht, dass die Welt vollkommen deterministisch (festgelegt, nach fixen Regeln wie ein Apparat ablaufend) sei. Doch "Intelligenz" ist im menschlichen Sinne nicht einmal ein klar definiertes Wort. Zudem erhebt sich die Frage, ob etwas "Bewusstloses" als intelligent bezeichnet werden kann. Zum Bewusstsein gehört die einigermaßen komplex zustande gekommen Erkenntnis einer objektiven Welt. Algorithmen hingegen müssen jedes Objekt dieser Welt "lernen", ein Abbild erstellen. Menschen hingegen haben ein Konzept davon und verweisen nur darauf. Das könnten Probleme sein, die schnelle Erfolge auf diesem Gebiet vorerst noch im Wege stehen.
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Dienstag, 4. April 2017
Jugendwahn
Ob der Jugendwahn immer noch regiert? Oder mehr denn
je? Fersehmoderatorengesichter mögen hier Auskunft zeigen. Alte
werden ausgemustert, weg geschickt, meist von Leuten, sie selbst
schon betagt zerknittert sind. Sie entscheiden das, von dem sie
glauben, dass es besonders „jung“ sei. Es ist ihr Bild von der
Jugend, nach dem entschieden wird. Alte Säcke (Frauen sind noch
immer zu wenige darunter) definieren Bilder, formen Images, haben
sich an entscheidender Stelle „durchgesetzt“. Ob so etwas noch
unsere Gesellschaft abbildet? Im Zeitalter einer Internettransparenz? Die wohlbetuchten Damen gehen
währenddessen shoppen und tragen ihr neu unterspritztes
Botox-Gesicht zur Schau. Wie peinlich. Abbild? Inwiefern? Ob gar eine
soziale Polarisierung damit eingeleitet werden soll? Die
„Durchsetzungsfähigen“ formen die Maßstäbe, Macht macht
Stimmung. Die Reichen können sich „Verjüngungen“ samt
Gesundheit (es scheint der „Armutsbericht des Paritätischen
Wohlfahrtsverbandes an dieser Stelle Hinweise zu geben, indem er
vorrechnet, dass „Arme“ im Durchschnitt 10 Jahre vor den „Reichen" sterben. jeder Art leisten). Sie lassen ihre künstlich aufgeblasene
Sphäre meist von privaten Sicherheitsdiensten schützen und werfen
neidische Blicke auf das Jungfleisch. Vagane Opas tanzen im Techno-look (womöglich auch
schon etwas vorbei!!) mit von wohlbestallten Trainern geformten Körpern im
Flughafen und machen verzückte Gesichter. Kein Zweifel, sie sind schon seit längerem auf dem Pfad der Erleuchtung und lassen sich das etwas kosten. Die Villa samt ihrer
Komfort- und Wellnesszone indessen wartet auf Ihresgleichen. Das „Personal“
gibt sich alle Mühe. Cheuffeure, Köche, Gärtner und anderes "Personal" harrt ihrer Anweisungen.
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