Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
Freitag, 20. Oktober 2017
"Jamaika"? Pah........
Sie werden öffentlich stöhnen und ächzen und am
Ende werden sie wohl jene vielbeschworene „Jamaika“-Koalition
doch zustande bringen. Der Wille zur Macht und die Begierde auf die gut dotierten
Posten wird wohl größer sein, als alle Bedenken und man will
öffentlich nachweisen, dass man selbst Politik machen kann –
neudeutsch „gestalten“, - was so viel wie Macht ausüben heißt. Dafür dürften dann 709 Abgeordnete kaum reichen...... Ach was sind schon Grundsatzpositionen, in der Demokratie muss man
halt Kompromisse machen! Ich aber werde auf Feldern wie Rente
(Altersarmut), Arbeitsmarkt (Arbeitswelt 4.0) Gesundheitspolitik
(Pflegenotstand usw.), Verkehrspolitik (Dieselskandal usw.),
Infrastrukturpolitik (marode Verkehrswege, Breitbandausbau,
Digitalisierung) und Steuerpolitik (wie werden riesige Überschüsse
„verwendet"?) ganz besonders auf Ergebnisse achten, die nicht solche
– nach meiner Einschätzung! - wachsweichen und nichtssagende
Kompromisse wie unlängst zur Flüchtlingspolitik vorgetragen! enthalten sollten. Dann lieber Neuwahlen! Die CDU wird gleich
einverstanden sein, denn sie ist sich ja sowieso keiner Mängel oder Defizite
bewusst. Sie würde alles noch einmal genau so machen. Weiter so! Wie und wo
aber die kleineren Parteien über ihren Schatten springen werden, das wird
zumindest interessant sein. Entweder sie verraten sich selbst oder die
„Spielregeln der Demokratie“! Nun macht mal!
Donnerstag, 19. Oktober 2017
Mittwoch, 18. Oktober 2017
Zeit für uns
Dass Zeit ein höchst
wertvolles Gut sei, mag sich herumgesprochen haben. Diese Erkenntnis
legt sich auch angesichts der permanenten Beschleunigung,
Erreichbarkeit und Verfügbarkeit nahe. Alles wird immer mehr
verdichtet und unserer Verfügung als Mensch entzogen. Dass es dabei
in erster Linie um Zeit geht, wird immer klarer. Zeit ist Lebenszeit.
Dass diese unwiederbringlich ist, wird dem Menschen erst im
fortgeschrittenen Alter so richtig klar. Oder bei oder nach einer
lebensbedrohlichen Krankheit. Dies zieht oft eine Veränderung des
Blicks oder – insgesamt - der Perspektive auf die Zeit nach sich.
Es gilt, die Zeit sinnvoll zu nutzen und sie auch mal im Müßiggang,
im schönen Nichtstun, zu verbringen. Manch einer behauptet, dies sei
sogar die Voraussetzung für Kreativität überhaupt. Mal auf andere
Gedanken kommen, in sich gären, Kraft aus sich schöpfen, Kraft zum
Tun und sich Entäußern, nach außen bringen. Zeit nicht nur
„nutzen“ für fragwürdige Zwecke, sondern sie in sich wirken
lassen. Es gilt, „Prioritäten“ zu setzen, Reihenfolgen
festzulegen. Sich „Zeit nehmen“ für etwas, könnte dies
bedeuten. Für sich selbst etwa. Zeit hat keinen unmittelbaren
ökonomischen Wert, auch wenn wir uns oft gezwungen sehen, unsere
Zeit zu verkaufen, um zu überleben.
Dienstag, 17. Oktober 2017
Was sein könnte
Wir könnten anstreben, unsere Gesellschaft auch in
Zukunft weitgehend egalitär zu halten, was heißt, ökonomisch und
anders bedingte Statusunterschiede möglichst gering zu halten und
die derzeit von allen Seiten auf uns einströmende
Polarisierungstendenzen gering zu halten („Die Schere zwischen Arm
und Reich...“ u.a.). Wir könnten versuchen, in jeder Hinsicht eine
Vielfalt zu bewahren und deren Wert gegenüber dem Einseitigen,
Eintönigen, Einheitlichen klar zu sehen. Es gilt vielleicht, noch
viele Dinge kennen zu lernen, mit den jeweils zur Verfügung
stehenden Mitteln auch den Kosmos und den größeren Zusammenhang zu
erkunden, damit auf Tuchfühlung zu bleiben. Angesichts der vielen
digitalen Verblödungsmechanismen könnten wir versuchen, uns Wissen
anzueignen, um mit Wissen/Fakten besser umgehen zu können, es in
einen Zusammenhang bringen zu können. Es gilt auch zu verschieden
motivierten Führerfiguren auf Distanz zu bleiben, sich niemals
auszuliefern, sondern sich selbst und die Möglichkeiten des eigenen
Selbst dagegen zu setzen...., dies mag auch eine mögliche Haltung zu Verdinglichung und
Entfremdung sein, die uns in mannigfacher Gestalt begegnen und uns samt
unserem Umgang schleichend aufzufressen drohen. Es gilt, Spannungen
und das Nichtwissen auszuhalten, Widersprüche zu ertragen und sie
nicht in eine falsche Einheit auflösen zu wollen. Wir sollten auch
eine Distanz zu kollektiven Zusammenhängen wagen und keinesfalls
eine fremdgeleitete Identität daraus ableiten. Uns nicht bestimmen
zu lassen, sondern uns selbst zu bestimmen, könnte ein Ziel sein.
Montag, 16. Oktober 2017
Statistik, Cholesterin, Geld
Cholesterin? Die Furcht vor den Stoffen, die einen
Herzinfarkt mit sich bringen: Die Ernährungsmedizin bringt hier
viele Beispiele. Ein amerikanischer Arzt untersuchte in den 50er
Jahren den Zusammenhang des Verzehrs von tirischen Fetten und
auftretenden Herzkreislauferkrankungen. Cholesterin im Essen sei
schuld am Herzinfarkt, so die einigermaßen steile These. Belegt
wurde diese These mit statistischen Tricks. Der Arzt sammelte Daten
aus 21 Ländern, die die These stützen sollten. Doch die Daten
belegten wenig. Was nicht zu seiner Erkenntnis passte, ließ der
flotte Arzt, der bezahlter Berater der amerikanischen
Margarineindustrie war, einfach weg. Zusammen mit einer
Interpretation, die gewisse Fakten ebenfalls wegließ, schien sich
ein schlüssiges Bild zu ergeben, das viele Ärzte täuschte und die
Öffentlichkeit manipulierte. Natürlich ist Cholesterin ein Stoff,
der im Blut festgestellt, etwas aussagt. Aber halt nicht über die
Ernährung und nicht zwingend über den Gesundheitszustand einer
Person. Die einschlägige Industrie benutzt aber solche
„Erkenntnisse“ immer noch gerne. Die Grenzwerte bei Cholesterin
wurden nach und nach immer weiter gesenkt. Das schuf neue Kunden für
die Pharmaindustrie. Medizinische Studien ließen sich dafür leicht
„frisieren“. Die Tricks sind unter anderem dabei: Eine Studie
wird nicht veröffentlicht, wenn das Ergebnis dem Auftraggeber nicht
gefällt. Man vergleicht ein neues Medikament mit einem bisherigen,
relativ wirkungslosen und erzielt glänzende Ergebnisse. Wenn ein
Medikament im Laufe der Zeit unerwünschte Nebenwirkungen erzielt,
wird die Studie halt vorzeitig beendet. Oder umgekehrt: wenn sich die
positiven Ergebnisse nicht einstellen, wird der Studienzeitraum
einfach verlängert. Krebsvorsorge. Prostatauntersuchungen, die nicht
von der Krankenkasse bezahlt werden. Es scheint als hätte die Masse
der Menschen keinen Nutzen aus solchen medizinisch unnützen
Untersuchungen, ja ihr drohen vielleicht sogar Schäden. Wegen
falschen Diagnosen zum Beispiel, oder Schäden wie beispielsweise
Überdiagnosen. Beim sogenannten PSA-Wert zur Früherkennung von
Prostatakrebs, ist dies besonders augenfällig. Hier wird offenbar
von vielen Patienten ein fragwürdiger Nutzen in Kauf genommen
zugunsten eines heftigen Risikos. Dass der Nutzen solcher
„Leistungen“ (zu denen auch die berüchtigen „IGEL“-Leistungen
gehören, die die Krankenkassen zu Recht nicht bezahlen...) auch in
einem geldwerten Vorteil bestehen kann, den sich gewisse Ärzte und
die Pharmaindustrie teilen, wird auch gerne verschwiegen.
Sonntag, 15. Oktober 2017
Samstag, 14. Oktober 2017
Statistik forever, TTIP adieu!
Statistik und Politik? Da ist TTIP zum Beispiel, das
vorerst gestorbene „Freihandelsabkommen“ mit den USA, das die
große Wirtschaft und die Europäische Union unbedingt wollten, weil
sie sich große Vorteile davon versprachen. Großartige Zahlen
sollten das Ansinnen stützen. 110 000 Jobs, allein in Deutschland
waren versprochen. Jeder Haushalt in der EU sollte dann 545 Euro pro
Jahr mehr haben. Die Zahlen hatte ein der EU nahe stehendes
Forschunsinstitut erhoben. Die Lobbyisten sorgten mit aller
finanziellen Macht für die Verbreitung dieser Zahl, die Initiative
Soziale Marktwirtschaft (INSM) sollte sie hierzulande zusätzlich
auch per Internet in die Bevölkerung hämmern. Der Trick daran: Das
Forschungsinstitut hatte die positivste der Szenarien heraus genommen
und alle anderen verschwiegen. Und bei den 545 Euro ging es nicht um
ein einziges Jahr, sondern um zehn Jahre. Man habe Prognosen und
Schätzungen von „seriösen“ Wissenschaftlern und Instituten
verwendet, hieß es nach Entdeckung dieser Manipulation unter anderem
von seiten der INSM. Es sei „in der Quelle“ (also der
Untersuchung) missverständlich dargestellt gewesen.
„Missverständlich“? Nun ja. So kann man es auch nicht unbedingt
bezeichnen. Ein bisschen schrägt wirkt das schon....., besonders
weil die Verhandlungen unter strengster Geheimhaltung abliefen und
mit Zahlen intern gewerkelt wurde. Ob da ein paar Wenige so richtig
profitieren sollten und die Allgemeinheit mehr oder weniger
draufzahlen sollte? Die Politiker würden unter gütiger Nachhilfe
schon die „richtige“ Statistik heraus greifen, die ins Konzept
passt, so möglicherweise die Überlegung der Industrielobbyisten.
Freitag, 13. Oktober 2017
Masse
Ich stöberte und notierte in meinem Tagebuch:
Sich treiben lassen durch Menschenmengen. Gesichter um sich herum. Lachen. Glucksen. Soziale Geräusche. Blicke. Was haben sich diese Leute zu sagen? Dumpfes, träges Sich-treiben-lassen im Strom. Nicht fragen, nicht vor- oder nachdeuten. Nur einer in der Menge sein. Ist es das? Stumpfheit. Aufreißen. Geschlechtsmarkt. Vorzeigen. Reizen. Aufreizen. Gelegenheiten wahrnehmen. Nichts verpassen. Motorik. Reflexe. Du schaust zu, bist der Beobachter. Fremd. Ein Stein im Wasser. Du bist das Gewicht in der unerträglichen Leichtigkeit des Seins. Unerheblich. Von keiner Bedeutung in dieser Menge. Bedeutung ist sich zu verschaffen. Aufmerksamkeit muss erregt werden.
Sich treiben lassen durch Menschenmengen. Gesichter um sich herum. Lachen. Glucksen. Soziale Geräusche. Blicke. Was haben sich diese Leute zu sagen? Dumpfes, träges Sich-treiben-lassen im Strom. Nicht fragen, nicht vor- oder nachdeuten. Nur einer in der Menge sein. Ist es das? Stumpfheit. Aufreißen. Geschlechtsmarkt. Vorzeigen. Reizen. Aufreizen. Gelegenheiten wahrnehmen. Nichts verpassen. Motorik. Reflexe. Du schaust zu, bist der Beobachter. Fremd. Ein Stein im Wasser. Du bist das Gewicht in der unerträglichen Leichtigkeit des Seins. Unerheblich. Von keiner Bedeutung in dieser Menge. Bedeutung ist sich zu verschaffen. Aufmerksamkeit muss erregt werden.
Donnerstag, 12. Oktober 2017
Rationalität des Gesamten
Um es einmal ganz klar zu formulieren: besonders in
den Bereichen Altersvorsorge (Rentenpolitik), Gesundheitspolitik
(Pflegenotstand), Infrastrukturpolitik (Internet, Breitbandausbau)
und Bildungspolitik hat die herrschende Politik der vergangenen Jahre
vor allem denen genutzt, die in Deutschland „gut und gerne leben“:
also Polititikern und Vermögenden. Dass es aber auch andere
Bevölkerungsschichten gibt, das eine gewisse Unzufriedenheit bis
weit hinein in den sogenannten „Mittelstand“ reicht, das versucht
diese Politik allenfalls am Rande zu managen. Sicher, es gab so etwas
wie den Mindestlohn, den sich aber die jetzt in die Opposition
gehende SPD auf die Fahnen schreiben kann und den es in diversen
Ländern schon lange gibt (auf die doch diese Politiker so gerne
herab schauen...). Auch dürfte ein Billiglohnsektor von etwa 20 %
nicht gerade zum Land passen, in dem wir gut und gerne leben. Ja, nie
waren so viele Menschen in Arbeit wie heute (oft gehörte
Erfolgsformel der Herrschenden). Doch noch nie war auch der
Billiglohnsektor so groß wie heute, noch nie waren so viele Menschen
am Existenzminimum, noch nie drohte derart intensiv die Altersarmut
großer Schichten, die neben den Leuten herleben müssen, die hier
„gut und gerne“ sind. Die gesellschaftliche Polarisierung
schreitet immer wieter voran und ich frage mich, wo denn die
Reationalität eines ziemlich raffinierten Systems liegt, das bald
umzukippen droht. Es scheint jetzt die Zeit gekommen, in der sich
die herrschende Politik nahezu alles erlauben kann. Doch ob sie sich
darin nicht doch etwas täuscht?
Mittwoch, 11. Oktober 2017
Mensch und Tier (5)
Ich hatte einst mein ganzes Zimmer zu einer Art
Mäusehöhle umgebaut, um meiner Rennmaus (die ich geschenkt bekommen
hatte...) Platz zu verschaffen. Überall gelbe Drainagerohre und eine
ganze Anzahl von verschiedenen Bauten/Aquarien, in denen die Maus
übernachten konnte. Ich nannte die Maus, mit der ich auch oft zum
Tierarzt musste, „Hector“ - und notierte damals in meinem
Tagebuch:
„Hector verzaubert mich. Seine Äuglein, was sagen sie? Sie schauen aufgeweckt und mäuseklug. Unheimliche Mäusewelt, von mir zu betreten, wie bist du?, welche Farben, welche Gefühle kennst du?
Ungeheures Mitleid mit Hector in seinem kleinen Loch, ganz allein, ein paar Quadratzentimeter Auslauf und ich als der Vergewaltiger, der Quäler. - Ich will es ihm so annehmlich wie möglich machen, dem kleinen Hector. Ein Leben, ein kleines Mäuseleben; es liegt mir am Herzen, im eigentlichen Sinn. Ich werde laufen und rennen für ihn. Ich sehe ihm zu und er verzaubert mich, Faszination Natur und Existenz. Was ist ein solches Säugetier? Verwandt der Natur des Menschen. Dazwischen. Was sagen mir seine Augen? Nichts Logisches, Begriffliches, aber ein Gefühl der Verbundenheit, der Bedeutung. Unbegreiflich, nicht zu greifen, mir entzogen, doch gleichzeitig mich anziehend. Ein Schicksal. Ein Spiel der Natur und der Evolution, - wie ich selbst. Mein Ebenbild. Natürliche Identität.“
„Hector verzaubert mich. Seine Äuglein, was sagen sie? Sie schauen aufgeweckt und mäuseklug. Unheimliche Mäusewelt, von mir zu betreten, wie bist du?, welche Farben, welche Gefühle kennst du?
Ungeheures Mitleid mit Hector in seinem kleinen Loch, ganz allein, ein paar Quadratzentimeter Auslauf und ich als der Vergewaltiger, der Quäler. - Ich will es ihm so annehmlich wie möglich machen, dem kleinen Hector. Ein Leben, ein kleines Mäuseleben; es liegt mir am Herzen, im eigentlichen Sinn. Ich werde laufen und rennen für ihn. Ich sehe ihm zu und er verzaubert mich, Faszination Natur und Existenz. Was ist ein solches Säugetier? Verwandt der Natur des Menschen. Dazwischen. Was sagen mir seine Augen? Nichts Logisches, Begriffliches, aber ein Gefühl der Verbundenheit, der Bedeutung. Unbegreiflich, nicht zu greifen, mir entzogen, doch gleichzeitig mich anziehend. Ein Schicksal. Ein Spiel der Natur und der Evolution, - wie ich selbst. Mein Ebenbild. Natürliche Identität.“
Dienstag, 10. Oktober 2017
Mensch und Tier (4)
Ein vernünftiger Grund,
aus dem man Tieren Schäden zufügen darf, wird im Tierschutzgesetz,
das vielmehr ein Tiernutzungsgesetz ist, ökonomisch als sinnvoll
erklärt. Vernünftig ist hier gleichbedeutend mit „ökonomisch
sinnvoll“. Die Würde des Tieres als „Mitgeschöpf“, wie es das
Tierschutzgesetz stolz aklamiert, bedeutet aber in Wirklichkeit:
Menschen tragen gerne Pelzmäntel, also ist es nach dieser Logik
legitim, Nerze zu vergasen. Hühner dürfen unter den jämmerlichsten
Bedingungen gehalten werden, weil sie ja – naja, - kaum Würde
ausstrahlen. Es geht um das richtige und gesetzlich konforme Töten
und kaum um die Würde eines Tieres. Natürlich bilkdete der Mensch
Gesellschaften, für die die Haltung von Tieren und also auch ihre
Tötung, aus Überlebensgründen unabdingbar war. Doch dabei ging es
nicht um Massentierhaltung. Und ums Überleben geht es auch selten.
Montag, 9. Oktober 2017
Statistik, Wissenschaft, Mensch (2)
Es gibt wohl viele Anbieter und Ineressengruppen im
Gesundheitswesen, die ganz offensichtlich davon profitieren, wenn ein
Volk scheinbar immer kränker wird. Ein beliebter Trick der
Gesundheitsindustrie ist es dabei, die Grenzwerte herauf oder (meist)
herab zu setzen. Auf diese Weise werden auf einen Schlag massenhaft
Neu-Kranke geschaffen, die es nun mit möglichst hochpreisigen
Medikamenten zu behandeln gilt, - naturgemäß. Diabetes scheint
dafür ein gutes Beispiel zu sein, aber auch erhöhter Blutdruck usw.
Sogenannte „Volkskrankheiten“ sind hierbei besonders ergiebig und
beliebt, da sie hohe Umsätze generieren. Um die „richtigen“ und
dafür passenden Medikamente in den Markt zu drücken, werden
manchmal recht gerne „medizinische Fortbildungen“ organisiert,
die in Wirklichkeit „verkaufsfördernde Maßnahmen“ sind und bei
denen Marketingprofis Verkaufsstrategien vortragen. Auch scheint es
gängige Praxis zu sein, grafische Tabellen durch bestimmte
Einteilungen zu manipulieren. Bestimmte Auschnitte auszuwählen und
sie entsprechend darzustellen ist beliebt. Dies kann beispielsweise
auch in der Finanzindustrie bei Verkaufsstrategien für Fonds
beobachtet werden. Es scheint dabei halt alles eine Frage der Optik
und der dahinter stehenden Absicht zu sein: den anderen möglichst
übers Ohr zu hauen. Was das mit uns macht, ist ein nahezu
unmerklicher Prozess und bleibt ausgeblendet. Die Medien fabrizieren
gerne verkaufsträchtige Schlagzeilen aus solchen „wissenschaftlichen
Ergebnissen“. Sie vergessen dabei aber meist, die dazugehörigen
Fragen und die Auftraggeber gewisser „Studien“ zu erwähnen.
Sonntag, 8. Oktober 2017
Samstag, 7. Oktober 2017
Statistik, Wissenschaft, Mensch (1)
Was mich als ausgebildeten
Statistiker immer wieder stört, ist die Verwendung und „Benutzung“
gewisser Zahlden in einem eindeutig definierten Interesse oder in dem
stumpfen Vorsatz, gewisse Vorurteile im eigenen Interesse zu stützen.
Berühmt ist ja das Beispiel, dass sich ohne Probleme ein
Zusammenhang zwischen der Zahl der Geburten und der Häufigkeit der
in einem bestimmten Gebiet auftretenden Störche herstellen ließ und
lässt. Aber genauso gibt es Beispiele dafür, wie ein Zusammenhang
zwischen Tierliebe und Arbeitnehmerfreundlichkeit hergestellt wurde. Statistische Zusammenhänge herzustellen ist nicht schwer. Es kommt aber darauf an, welcher Art diese Zusammenhänge sind. Entscheidend ist auch, in welcher Situation gewisse Fragen in
Umfragen gestellt werden. Wenn ich beispielsweise vor einem Parkplatz
frage, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich dort Autobesitzer
befrage, ziemlich hoch und ich kann meine Ergebnisse nicht unbedingt
verallgemeinern. Dies wird in einem bestimmten Segment des
Journalismus aber oft getan, indem reißerische Überschriften
produziert werden. Meist wird in einer solchen Journaille ein Beleg
aus irgendeiner amerikanischen oder englischen Studie dafür
herangezogen. Ein ganz wesentlicher Punkt bei solchen Manövern ist
es, ob es einen kausalen (also einen in der Sache begründeten) oder
einen rein statistischen Zusammenhang (zwei Phänomene in einen
statistischen Zusammenhang zu bringen, den es nicht gibt, ist oft
keine große Schwierigkeit) zwischen zwei Phänomenen gibt. Dies
sollte auch jeder Laie berücksichtigen, wenn er sich mir
reißerischen Schlagzeilen in den Medien konfrontiert sieht.
Vielleicht sollte er in seine Erkenntnis auch einfließen lassen,
dass viele „Wissenschaftler“ sich durch die Mechanismen des
Wissenschaftsbetriebs gezwungen sehen, etwas zu veröffentlichen,
egal was. Daraus resultieren oft scheinbare „Beweise“, die aus
einem Randphänomen das Wichtigste machen oder Zufallsergebnisse als
das Relevanteste „verkaufen“.
Besonders beliebt sind
derartige Verbiegungen und „Formungen“ statistischer Ergebnisse
in der Politik und im Gesundheitswesen. Das Beispiel der vielfach
beeinflussten Arbeitsstatistiken ist ja bekannt, muss aber wegen
fehlender Alternativen immer wieder akzeptiert werden. Eine wichtige
Faustregel: es kommt immer darauf an, wie etwas definiert wird, wie
es für eine Untersuchung „passend gemacht“ wird. Wie es gefasst
wird. Danach richten sich dann auch Ergebnisse, die als „seriös“
verkauft werden können, um nahezu jedem Ergebnis ein
wisenschaftliches Mäntelchen umzulegen. Die sogenannte Schere
zwischen „Arm und Reich“ ist ein gutes Beispiel dafür. Wähle
ich die „richtigen“ Untersuchungsparameter und definiere ich
Phänomene in einem bestimmten Interesse, so lässt sich auf diesem
Gebiet nahezu alles beweisen, auch gegen die offenkundige
Überzeugungskraft des Augenscheins, den die Wissenschaft gerne als
„empirisch“ definiert, den sie aber ohne Probleme wegdefinieren
kann, weil er auf einer zu geringen „Stichprobe“ resultiert und
keinerlei Beweiswert habe. Erst die Menge der so erhobenen Daten
schaffe so etwas wie „Beweiskraft“. Weil aber Alltgagserfahrung
selten darauf aufbaut, dass wissenschaftlich einwandfreie Daten (u.a.
auchsauber dokumentiert) erhoben werden, ist sie noch nicht unbedingt
wertlos. (in unregelmäßig folgenden Blogs werden weitere Beispiele
und Phänomene erwähnt....)
Freitag, 6. Oktober 2017
Steuergerechtigkeit
Der Steuerzahlerbund hat mal wieder sein
„Schwarzbuch“ vorgelegt, in dem er aufzählt, wo überall in
diesem Staat Kohle flott versenkt wird. Da dies alles rund um das "Schwarzbuch" schon ein alljährliches Ritual zu sein scheint, liegt der Verdacht nicht ferne, dass die
Parteien solches Gebaren und seine Veröffentlichung gerne als eine
Art Kollateralschaden der Demokratie verkaufen wollen. So ist's halt!, hört man schon tausendfach seufzen. Da wird schon
mal eine Umgehungsstraße durch ein Vogelschutzgebiet gebaut, die obwohl neu erstellt sofort wieder gesperrt werden muss und den Steuerzahler 8 Millionen
Euro gekostet hat. Satiremagazine bringen das ja auch schon als Schenkelklopfer. Da sie jetzt wieder vernichtet werden muss, diese Straße, kostet
das auch wohl 2 Millionen Euro. Macht nichts? Nun ja, auch das
erzeugt Zustände, die zu massivem Unmut und gewissen Wahlergebnissen
führen. Kunstprojekte sind ja auch sehr beliebt in diesem
Zusammenhang. Da werden schon mal sechsstellige Summen für völlig
unsinnige Projekte ausgegeben. Besonders die politischen
Verantwortlichen verstehen in diesem Zusammenhang oft gar nichts und
halten sich bei der feierlichen „Eröffnung“ lieber an ein
vorbereitetes Manuskript, dass sie dem anwesenden Bildungsbürgertum
vorlesen. Macht nichts? Nun ja, man gibt halt vor, sich getäuscht zu
haben. Irgendwie. Saprati! Bei Kosten von Projekten, besonders bei
Großprojekten!, scheint man sich sowieso dauernd zu verschätzen. Ein paar Milliarden hin oder her, was soll's? Ob
es da um „politische Durchsetzbarkeiten“ und manchmal um gewisse
Profite geht? Das Verschätzen geht meist auf Kosten des
Steuerzahlers, ganz überwiegend sogar. Der Trick ist ja inzwischen
bekannt geworden, Elbphilharmonie und Stuttgart 21 waren dann doch ein
bisschen zu viel..... Tunnelbauten, die sich endlos verzögern und
natürlich viel mehr kosten als veranschlagt, falsch eingeschätzter
Toilettenbau und viele andere „Projekte“ komplettieren die
Falschserie. Nun ja, macht nichts! Der Staat hat's ja gegenwärtig,
so glaubt man schon die Verantwortlichen schon grinsen zu sehen. Ob da irgendjemand verantwortlich ist? Ob Verantwortung da überhaupt eine spielentscheidende eine Kategorie ist? Dass
die passenden Lügen hinterher geschoben werden, dafür sorgen dann
schon die gut bezahlten Pressereferenten.
Donnerstag, 5. Oktober 2017
Es gibt so bange Zeiten (Lyrik, Novalis)
Es gibt so bange Zeiten
Es gibt so bange Zeiten,
es gibt so trüben Mut,
wo alles sich von weitem
gespenstisch zeigen tut.
Es schleichen wilde Schrecken
so ängstlich leise her;
und tiefe Nächte decken
die Seele zentnerschwer.
Die sichern Stützen schwanken,
kein Halt der Zuversicht;
der Wirbel der Gedanken
gehorchen dem Willen nicht.
Der Wahnsinn naht und locket
unwiderstehlich hin.
Der Puls des Lebens stocket,
und stumpf ist jeder Sinn.
Wer hat das Kreuz erhoben
zum Schutz für jedes Herz?
Wer wohnt im Himmel droben
und hilft in Angst und Schmerz?
Geh zu dem Wunderstamme,
gib stiller Sehnsucht Raum,
aus ihm geht eine Flamme
und zehrt den schweren Traum.
Ein Engel zieht dich wieder
gerettet auf den Strand,
du schaust voll Freuden nieder
in das gelobte Land.
Novalis
Es gibt so bange Zeiten,
es gibt so trüben Mut,
wo alles sich von weitem
gespenstisch zeigen tut.
Es schleichen wilde Schrecken
so ängstlich leise her;
und tiefe Nächte decken
die Seele zentnerschwer.
Die sichern Stützen schwanken,
kein Halt der Zuversicht;
der Wirbel der Gedanken
gehorchen dem Willen nicht.
Der Wahnsinn naht und locket
unwiderstehlich hin.
Der Puls des Lebens stocket,
und stumpf ist jeder Sinn.
Wer hat das Kreuz erhoben
zum Schutz für jedes Herz?
Wer wohnt im Himmel droben
und hilft in Angst und Schmerz?
Geh zu dem Wunderstamme,
gib stiller Sehnsucht Raum,
aus ihm geht eine Flamme
und zehrt den schweren Traum.
Ein Engel zieht dich wieder
gerettet auf den Strand,
du schaust voll Freuden nieder
in das gelobte Land.
Novalis
Mittwoch, 4. Oktober 2017
Oben sitzen
Eine Weile war ich wieder dazu verurteilt, auf der
Autobahn zu fahren. Leider alternativlos. Hui, wie mich da die fetten
Kisten links und rechts überholten! Manche zeigten mir auch noch den
Vogel, obwohl ich mich an die Geschwindigkeitsbeschränkungen hielt.
Diese flotten Überholer scheinen mir sich jede Übertretung keisten
zu können. „Man darf sich halt nicht erwischen lassen...“
scheint das Motto zu sein. Rechts überholen? Kein Problem! Das ist
es aber dann doch, wenn alles unberechenbar wird. Ich wagte kaum
noch, mich nach rechts zu den Langsamen Folgsamen zu orientieren.
Denn da drohte Ungemach. Lichthupen. Geballte Fäuste. Und dann die
Kreisverkehre! Es scheint mittlerweile höchstens noch die Hälfte
aller Autofahrer zu sein, der da noch Lichtzeichen gibt. Empathie
Fehlanzeige. Denn es würde nicht nur dem Andern, sondern beim
nächsten Kreisverkehr (davon gibt es viele!) mir nützen, zu wissen,
was der andere will....Nützen!. Aber nein, der augenblickliche
Vorteil, bzw. die Bequemlichkeit und Gleichgültigkeit scheint die
Situation zu diktieren. Und dann: die vielen SUVs! Ob das eine Mode
ist, die hier im Großraum Stuttgart besonders ausgeprägt ist? Je
knapper der Raum, desto größer werden Kisten! Dazu kam eine Studie
in den letzten Tagen, dass ein kleineren Wagen gegen diese Bolliden
bei einem Unfall keine Chance hat! Es gilt das Recht des Stärkeren.
Dominanz. Wer oben sitzt, gewinnt.
Dienstag, 3. Oktober 2017
"Politische" Wirklichkeit
Diese Leute machen sich
etwas vor. Sie leben in ihrer eigenen Wirklichkeit dort, wo sie sich
als Politiker einen etwas weiteren Blick auf soziale Realitäten eröffnen sollten. Das habe
ich auch an dieser Stelle oft dargelegt, wenn es um die Politik in
Berlin ging. Ich habe das schon lange als eine Art Käseglocke
empfunden, die sich nach außen immunisiert und die nur noch auf die
Einflüsterungen von Lobbyisten reagiert. Sehr offensichtlich wurde
das nicht zuletzt beim sogenannten „Diesel-Gipfel“, der nach
meiner Ansicht eine riesige und peinliche Blamage der Regierung war.
Auch dass Frau Merkel bei ihren Kanzlerkundgebungen im eigenen
Wahlkreis über die lauten und unflätigen Proteste so sichtbar
fassungslos war, war einer der Belege, die sich jüngst eröffneten
und die das Wahlergebnis herbeigeführt haben. Dass der Protest gegen
eine solche Wirklichkeitsverweigerung ein Ventil suchen würde, war klar. Dass die „Abgehängten“ und Benachteiligten politischen
Ausdruck suchen würden, war ja auch klar. Und dass die konsequente
Verweigerung und Ausgrenzung von politischen Haltungen nichts Gutes
herbeiführen würde, wurde deutlich und ist meiner Meinung nach auch
wenig demokratisch. Dass solche Haltung auch nach einer
parlamentarischen Repräsentanz suchen, sollte nicht verteufelt
werden, auch nicht bei Nazi-affinen Haltungen. Dass sich die
politischen Entscheidungsträger im Wahlkampf um all die Themen
verbal zu kümmern schienen, die sie ansonsten liegen ließen, war
auch offensichtlich. Dass darin eine gewisse Unglaubwürdigkeit des
politischen Systems liegt, war sichtbar. Demokratie
müsste nämlich eine permanenter Prozess sein und nicht eine
Inszenierung, die das politische Personal im sogenannten Wahlkampf
seinem Wahlvolk vorspielt. Auch ist es nicht besonders toll, wenn eine
sehr entscheidende Person in diesem System auch nach 8 % Wahlverlust
locker meint, sie wisse nicht was sie falsch gemacht habe und sie
würde alles noch einmal tun.
Montag, 2. Oktober 2017
Alt und jung (4), Tod und Transhumanismus
Die Menschen haben Angst vorm Sterben. Sie wollen den
Tod rückgängig machen. Jeder will solange unsterblich sein, so
lange es Spass macht. Aber
auch wenn mit dem Alterungsprozess viele körperliche und geistige
Funktionen abnehmen – mit dem Altern steigt auch die
Lebenserfahrung: Nicht umsonst werden viele ältere Menschen auch als
"weise" bezeichnet. Diese
Weisheit mit dem Elan der Jugend zu verbinden: das wäre es doch!
Doch schon äußerlich ist alten Menschen ihr Alter oft anzusehen. Es
scheint wie ein Spiegel des "Inneren“, des seelischen Alterns zu sein.
Wenn wir nun aber das innere Altern aufhalten, wird auch das Äußere
so sein, als „Spiegel“ - so die Annahme der Technologiebegeisterten. Dazu gilt es nur, die
Maschine Mensch etwas perfekter zu unserem Selbst zu machen. Die
Fehler, die sich im Genom mit dem Altern häufen, müssen repariert
werden, die Stoffwechselprodukte in und außerhalb der Zellen
entfernt werden.... und so weiter, ein paar dieser technischen
Eingriffe - und das Altern wäre gestoppt, Dazu braucht es aber eine
Änderung unseres Menschenbildes: Der Mensch ist in diesem
Zusammenhang eine Maschine, das heißt, eine Ansammlung von
Informationen.
Es gilt nun, eine Identität auf einem Apparat zu speichern. Mit diesem Apparat würden wir uns austauschen, so, dass er uns immer ähnlicher wird. Eines Tages würde dieser Apparat (der selbstverständlich auch viel von Künstlicher Intelligenz beinhaltet) ein Bewusstsein haben, das auch Emotionen umfasst. Emotionen wären genauso simuliert wie Intelligenz, die ja auch eine emotionale Intelligenz sein kann. Wir könnten mit uns körperlos (und beliebig speicherbar, kopierbar...) durch die Ewigkeiten zu treiben, das Universum erkunden. Wir würden den Kosmos erkunden, auf einem Laserstrahl reisen. Dies könnte eine Zukunft ohne Tod bedeuten: Unsterblichkeit. Unsere Identität würde auf einem Computer weiter leben, glauben Transhumanisten. Indem sie ganz auf Roboter und Computerprogramme setzen.
Es gilt nun, eine Identität auf einem Apparat zu speichern. Mit diesem Apparat würden wir uns austauschen, so, dass er uns immer ähnlicher wird. Eines Tages würde dieser Apparat (der selbstverständlich auch viel von Künstlicher Intelligenz beinhaltet) ein Bewusstsein haben, das auch Emotionen umfasst. Emotionen wären genauso simuliert wie Intelligenz, die ja auch eine emotionale Intelligenz sein kann. Wir könnten mit uns körperlos (und beliebig speicherbar, kopierbar...) durch die Ewigkeiten zu treiben, das Universum erkunden. Wir würden den Kosmos erkunden, auf einem Laserstrahl reisen. Dies könnte eine Zukunft ohne Tod bedeuten: Unsterblichkeit. Unsere Identität würde auf einem Computer weiter leben, glauben Transhumanisten. Indem sie ganz auf Roboter und Computerprogramme setzen.
Sonntag, 1. Oktober 2017
Postengeschacher
Ob so etwas auch das Gefühl einer politischen
Inszenierung noch weiter bestärken kann? Da nehmen Parteien eben
noch Positionen ein, die nahezu unvereinbar sind, da wird schon über
Koalitionen spekuliert und werden Ministerlisten veröffentlicht.
Jetzt. Après-Wahl. Wer welchen Posten beansprucht und wer welchen kriegt.
Komplette Kabinettslisten geistern durch die Medien. In Deutschland, der hochgelobten repräsentativen Demokratie. Zuerst wurden
die „Sachfragen“ betont. Doch jetzt werden sie sich im Konsens
der Demokraten, dass alles irgendwie durch Verhandlungskompromisse
geht, doch einig. Es scheint nunmehr ausschließlich um Posten zu
gehen. Das mit den Sachfragen werden wir schon regeln, Obergrenzen
hin oder her......scheint der Tenor zu sein. Verhandlungen. Aussitzen. Irgendwie geht das. Man wundert sich und
denkt über diese Sinnwelt nach...im besten Falle....
Samstag, 30. September 2017
Freitag, 29. September 2017
Donnerstag, 28. September 2017
Mittwoch, 27. September 2017
Arbeit und Mangel
Eines begreife ich ganz und gar nicht: einerseits, so
verlautet es von seiten der „Wirtschaft“, herrscht
Facharbeitermangel, der sich noch gewaltig verstärken wird.
Andererseits raubt die Arbeitswelt 4.0, so dieselben Leute, in
Zukunft der Gesellschaft großflächig die Arbeit. Viele Jobs werden
verloren gehen (und nicht nur die minderbemittelten... schlecht ausgebildeten), eine Neubewertung der Arbeit scheint das Gebot der kommenden Zeit. Ja was nun? Zu viel oder zu wenig Arbeit? Was kommt? Rentenalter weiter wegen dem sich dramatisch durch Alte erweiterten Arbeitsmarkt absenken und gleichzeitig die Produktivität
gewaltig hochschrauben? Ob so etwas überhaupt so weit in die Zukunft hinein prognostiziert werden kann? Mir scheint, da herrscht noch etwas
Unklarheit. Ob es nicht ein anzustrebendes Ziel wäre, wenn wir
weniger Arbeit verrichten müssten? (Ein alter Traum der Linken,
schon Charly Marx träumte ihn...) Gleichzeitig aber, scheint diese
Arbeit, (und sei sie noch so entfremdet...) sehr vielen Leuten Sinn
zu verschaffen, sie scheint wichtig zur Konstitution eines Egos.
Fällt sie weg, so drohen wohl größere soziale Unruhen. Also
scheint es durchaus wichtig zu sein, sich Gedanken darüber zu
machen, was uns ausmacht. Arbeit bedeutet sozialen Zusammenhang und
finanzgestützte Wertschätzung, gewiss. Ob es aber in Zukunft gilt,
auch durch ehrenamtliche oder nicht durch Finanzen gestützte Arbeit
Sinn zu beziehen? Ob sie am Ende nicht sogar besser dafür geeignet
sein könnte?
Dienstag, 26. September 2017
Literaturbetrieb, Kulturbetrieb
Ich machte mir
Notizen zu Sendungen mit Literaturkritiker(Innen) im Fernsehen und
gewann dadurch weitere Einblicke in das Kritikerwesen: Mir fiel auf,
dass es sich dabei meist um intellektuelle, sich um eine
gewisse Attraktivität bemühende und/oder sehr seriös mediengewandt
wirkende Personen handelte, die sich mit großer
Selbstverständlichkeit kapriziös ausdrückten und auf ihrem Gebiet
sehr informiert, gebildet und aufgeklärt zu sein schienen. Sie
schienen von einem Milieu getragen, das den eigenen Erfolg spiegelte
(also Chefs und Willi Wichtigs, mit regelmäßigen Sendungen, egal
wo, Autoren mit großen Namen, die Preise gewonnen haben, die man
kennen musste, zumindest unter den Bescheidwissern, den Insidern), Personen, die mit dezenten Erwartungen an die Gesellschaft hantierten, verdeckt
mit den eigenen, offen mit denen der von ihnen besprochenen Romanfiguren, mit Erwartungen an das Leben im allgemeinen, sie
hantierten mit spitzen Händen und Mündern („ ….das hat man
schon besser gelesen...“), sich ihrer multiplizierenden Wirkung
wohl bewusst. Man fragt sich, wie diese Leute das machen, all das
Zeugs zu lesen und sich danach abfällig darüber zu äußern, man
selbst hätte gar nicht die Zeit dazu. Ob sie delegieren und "outsourcen"? Es schien sich um Leute zu
handeln, die scheinbar alles wissen, mit Urteilen, die anderen
Orientierung bieten können und die geschmäcklerisch bis ins Letzte
sind, - wobei subjektive „Ausrutscher“ jederzeit gestattet zu
sein scheinen und als Ausdruck von Eitelkeiten mit viel
Understatement und Verständnis gehandelt werden. Die
Auseinandersetzung scheint ohnehin eher formalen und unverbindlichen
Charakter zu haben, auch wenn die Stirn gerunzelt wird und nachhaltig
behauptet wird - in Wirklichkeit ist wohl alles erlaubt (wer wäre
man denn, Grenzen zu setzen oder einzufordern!). Sie teilt die Welt
in Auskenner und blutige Idioten ein, die keine Ahnung haben. Insofern entspricht sie dem Bedürfnis des Publikums nach Orientierung. Wir müssen inzwischen nur noch die richtigen Vermittler und "Experten" kennen, um uns "auszukennen", um mitreden zu können, um dabei zu sein.
Montag, 25. September 2017
Mondnacht (J v Eichendorff) (Lyrik)
Mondnacht
Es war, als hätt der Himmel
die Erde still geküsst,
dass sie im Blütenschimmer
von ihm nun träumen müsst!
Die Luft ging durch die Felder, die Ähren wogten sacht,
es rauschten leis die Wälder,
so sternklar war die Nacht.
Und meine Seele spannte
weit ihre Flügel aus,
flog durch die stillen Lande,
als flöge sie nach Haus.
Joseph von Eichendorff
Es war, als hätt der Himmel
die Erde still geküsst,
dass sie im Blütenschimmer
von ihm nun träumen müsst!
Die Luft ging durch die Felder, die Ähren wogten sacht,
es rauschten leis die Wälder,
so sternklar war die Nacht.
Und meine Seele spannte
weit ihre Flügel aus,
flog durch die stillen Lande,
als flöge sie nach Haus.
Joseph von Eichendorff
Sonntag, 24. September 2017
Menschenführung, Führer
Derzeit scheint ja Trump so eine Art Anschaungsfigur
dafür abzugeben, was als menschenführendes Alphatier „in der
Wirtschaft“ wichtig zu sein scheint. Dieser Typ scheint es über
Jahre hinweg geschafft zu haben, sich als wichtig in Szene zu setzen.
Er hat riesige Kredite aufgenommen, die ihn für Banken wichtig
erscheinen ließen. Er hat sich offenbar keiner noch zweifelhaften
Verbindung verweigert, er scheint alle und jeden benutzt zu haben,
wenn nur etwas für ihn herauszuholen war. Er hat das alles auch als
eine Show aufgefasst, die er sogar im frei empfangbaren Volksfernsehen für alle
zelebriert hat. Er hat sich als Macho geriert, indem er den Frauen
ungeniert zwischen den Beine gefasst hat und sich die „schönen“
Frauen reihenweise gekauft hat, als Trophäe, wie ein Auto. Er hat
das Prinzip Rücksichtslosigkeit auf egoistische Weise strapaziert,
so, dass sich gewisse Angehörige der Unterschicht das als Ideal zu
verstehen scheinen: fähig sein, meinen Mitmenschen übers Ohr zu
hauen, und das „Ich Ich Ich“ dabei so zu zelebrieren, dass es mit
einem „America first“ zusammen zu fallen scheint. Ob das
amerikanisch ist? Es liegt mir fern, so etwas definieren zu wollen.
Aber Fragen zu stellen, dürfte noch erlaubt sein, zumal mir die USA
doch sehr am Herzen liegen. Es hat in der Vergangenheit eine große
Dynamik entfaltet, die nicht nur auf Reichtum und Erfolg fixiert war.
Für die ersten Siedler und Pioniere war es zuerst wichtig, überhaupt
ein Ziel im weiteren Westen zu erreichen und es sodann zu besiedeln.
Ein großer wunderbarer Idealismus ist auch sehr amerikanisch. Noch
heute kann man im Westen viele „Volonteers“ treffen, die sich
selbstlos in den Dienst des Ganzen stellen. Ob das Trump gefällt?
Ist er ein Narziss? Diejenigen, die in dieser Gesellschaft verloren
haben, scheinen sein Beispiel als Modell anzusehen, mit dem sie wieder nach
oben kommen könnten.
Samstag, 23. September 2017
String Theory und dunkle Materie
Wem es wichtig ist, bei gewissen Gesprächen mitreden
zu können, der wird schon etwas von der inzwischen 40 Jahre alten
„String Theory“ gehört haben. Nun, wir wollen uns an einer
halbwegs verständlichen Herleitung dieser seltsamen Theorie
versuchen. Es ist nämlich zunehmend deutlich geworden, dass es an
Materie im Universum fehlt. Wir beobachten Schwerkraft, doch es gibt
keine Quelle dafür. Ob das etwas mit „dunkler Materie“ zu tun
hat? Schätzungsweise gibt es bis zu 5 mal so viel dunkle Materie,
wie sichtbare. Blöd nur, dass wir nicht wissen, was dunkle Materie
wirklich ist. Aber es gibt begründete Annahmen: die dunkle Materie
könnte aus massenlosen Teilchen (etwa Licht) bestehen, die den
Eindruck von Masse erwecken, indem sie in der vierten Dimension
Kreise ziehen. Kreise, die so klein sind, dass wir sie nicht
wahrnehmen können. Es gibt Wissenschaftler, die in der Existenz
solcher „schwarzen Materie“ den Beweis für die vierte Dimension
sehen.
Der String Theory zufolge besteht alles im Weltraum aus „Strings“. Ein String ist so etwas wie eine Saite, die vibriert. Und zwar nicht in „unseren“ drei Dimensionen, sondern in neun.Wenn die String Theory stimmt, dann gibt es jeden Punkt im Raum noch in sechs weiteren Extra-Dimensionen.
Aber die String Theory hat eine große Schwierigkeit: es gibt für sie noch keinerlei Beweis. Unter anderem wursteln zahlreiche Wissenschaftler am CERN, dem großen Protonenspeicherring in Genf, daran. Das CERN hat eine Länge von 27,6 Kilometern und ist als höchst ehrgeiziges Wissenschaftsprojekt der größte Teilchenbeschleuniger der Welt. In ihm vollziehen sich ständig Zusammenstöße subatomarer Teilchen. Dabei entsteht eine gigantische Datenflut, die auszuwerten alleine schon eine Herkulesarbeit ist. Doch auf Strings, die laut Theorie so etwas wie die Bausteine der Bausteine sein sollen, sind sie bisher nie gestoßen. Die String Theory nimmt an, dass ein String eine Billiarde mal kleiner ist, als ein Atom. Hätte man also ein Atom mit der Größe des Sonnensystems, dann wäre ein String so groß wie eine Glühbirne. Je kleiner aber das Objekt, um so mehr Energie braucht man, um es sichtbar zu machen. Das CERN hat bisher einfach nicht ausgereicht, um ein String und die darin verborgenen sechs Dimensionen sichtbar zu machen. Eigentlich bräuchte man einen Teilchenbeschleuniger mit dem Umfang unserer ganzen Milchstraße, um das halbwegs mühelos zu erreichen.
Der String Theory zufolge besteht alles im Weltraum aus „Strings“. Ein String ist so etwas wie eine Saite, die vibriert. Und zwar nicht in „unseren“ drei Dimensionen, sondern in neun.Wenn die String Theory stimmt, dann gibt es jeden Punkt im Raum noch in sechs weiteren Extra-Dimensionen.
Aber die String Theory hat eine große Schwierigkeit: es gibt für sie noch keinerlei Beweis. Unter anderem wursteln zahlreiche Wissenschaftler am CERN, dem großen Protonenspeicherring in Genf, daran. Das CERN hat eine Länge von 27,6 Kilometern und ist als höchst ehrgeiziges Wissenschaftsprojekt der größte Teilchenbeschleuniger der Welt. In ihm vollziehen sich ständig Zusammenstöße subatomarer Teilchen. Dabei entsteht eine gigantische Datenflut, die auszuwerten alleine schon eine Herkulesarbeit ist. Doch auf Strings, die laut Theorie so etwas wie die Bausteine der Bausteine sein sollen, sind sie bisher nie gestoßen. Die String Theory nimmt an, dass ein String eine Billiarde mal kleiner ist, als ein Atom. Hätte man also ein Atom mit der Größe des Sonnensystems, dann wäre ein String so groß wie eine Glühbirne. Je kleiner aber das Objekt, um so mehr Energie braucht man, um es sichtbar zu machen. Das CERN hat bisher einfach nicht ausgereicht, um ein String und die darin verborgenen sechs Dimensionen sichtbar zu machen. Eigentlich bräuchte man einen Teilchenbeschleuniger mit dem Umfang unserer ganzen Milchstraße, um das halbwegs mühelos zu erreichen.
Freitag, 22. September 2017
Pessimismus reloaded
Und da soll man nicht pessimistisch werden? Es
breitet sich doch im Alltag immer mehr eine Kultur der
Rücksichtslosigkeit aus, die sich theoretisch auch gerne als
„marktkonforme“ Demokratie geriert und eine Umverteilung von
unten nach oben zu präferieren scheint... Da ist der drohende
Zerfall Europas, eines Kontinents, dessen sich die Europäische Union
in Brüssel mit ihren wohlfeilen Handelsstrukturen bemächtigt hat.
Ob es eine Reaktion darauf ist? Da ist nämlich die Rückkehr des
Nationalismus, die neue Salonfähigkeit des Rassismus, des Populismus
und des Protektionismus. Da sind die demokratisch gewählten
Despoten, die ihre Länder mit Einverständnis ihrer Wähler mit den
immergleichen Tricks („XXX“ zuerst!“ XXX ist ein Platzhalter
eine jeweilige Nation, hinzu kommt der vom jeweiligen Despoten
gehämmerte Glaubenssatz „Ich bin der Einzige und Wahre, ich bin
das Volk“, Egoismus und Narzissmus scheint für solche sich als
Leader verkaufende Figuren ohnehin eine reiche Quelle ihres
Selbstverständnisses) zu Diktaturen transformieren. Doch
„postheroische“ Regierungssysteme machen da gerne mit, solange
sie wirtschaftlich davon zu profitieren scheinen. Da ist der um sich
greifende Anti-Intellektualismus (auch der „Body Kult“ mit seinen
Erscheinungsformen), den die Intelektuellen selbst zu verantworten
haben mit einhergehender Legitimation der Ignoranz. Dass der
Siegeszug einer „political correctness“ mit unsäglichen
Denkverboten und Intoleranz zusammen geht, die offen geäußerte
Sehnsucht nach dem starken Führer, die grassierende Demagogie, der
moralische Bankrott der Wirtschaftseliten („die „Dieselkrise“
samt ihren Begleiterscheinungen ist da ein sehr anschauliches
Beispiel dafür), die sich benehmen wie die letzten
Gebrauchtwagenhändler (der sogenannte „Dieselgipfel“ war da ein
gutes Beispiel). Da werden beispielsweise „Sparpakete“ mit dem
Geld derjenigen finanziert, die wenig haben, zugunsten derjenigen,
die viel haben, da werden Steuerhinterzieher in tausend „Deals“
und „Scheindeals“ bevorteilt, da wird vorgegeben, „Steueroasen“
auszutrockenen, doch es werden immer mehr dieser „Länder“
bekannt: gerade auch in der EU sind ja wohl die Niederlande,
Luxemburg und Irland auch gut dabei!). Da ist die drohende nächste
Wirtschaftskrise, der die Zentralbanken nichts mehr entgegen zu
setzen haben, weil sie das Geld nicht mehr billiger als jetzt machen
können. Da wird es dann bald wieder ein „Bail out“ kommen, weil
gewisse Banken als „systemrelevant“ gelten, was automatisch zu
heißen scheint, dass der Steuerzahler für ihre Risiken finanziell
aufkommt: gegenwärtig scheint Italien mit seinem Bankensystem da ein
gutes Beispiel).
Da ist die sogenannte Freihandelspolitik, kombiniert mit einem protektionistischen Subventionssystem, das die Millionen Armen des Südens in den Norden treibt und diejenigen Staaten, die einst als „Dritte Welt“ bezeichnet wurden, krass benachteiligt. Da ist die Stagnation des Wirtschaftswachstums trotz digitaler Revolution („Arbeitswelt 4.0“, der nächste Streich, einerseits unmittelbar bevor stehend, andererseits diskutiert niemand darüber... ), die unüberlegte Gebrauch des Begriffs „Wachstum“ überhaupt, wobei es ja wohl anerkanntermaßen unterschiedliches Wachstum gibt. Da ist die Alternativlosigkeit des Kapitalismus („marktkonforme Demokratie“), obwohl dieser zu einem immer steiler werdenden Gefälle zwischen Arm und Reich führt, welches dem System selbst in naher Zukunft sehr schaden wird. Da sind die vielen Leute ohne jegliche Hoffnung auf eine Zukunft, - ein Problem, das man am elegantesten wohl mit einem großen Angriffskrieg löst... Dieser könnte ja jetzt trotz aller Abschwächungen bevor stehen, wenn sich zwei widerliche Fettwänste gegenüber blutrünstig drohen und ihr jeweiliges Volk samz Ablegern ohne Zögern verrecken lassen, - um ihm genau das als Entschlossenheit und Härte zu verkaufen. Wie peinlich! Die andere Seite einer solchen Haltung ergeht sich in Apeacemet oder Diplomatie und glaubt, durch Geschwätz und Geld (wird auch gerne als „wirtschaftlichen Druck“ bezeichnet) jemanden anderen von irgendetwas abhalten zu können. Ob einen das alles pessimistisch stimmen könnte? Ja klar, solche Erkenntnisse helfen auch niemandem. Doch es hilft, die Realität so zu erkennen, wie sie womöglich ist.
Da ist die sogenannte Freihandelspolitik, kombiniert mit einem protektionistischen Subventionssystem, das die Millionen Armen des Südens in den Norden treibt und diejenigen Staaten, die einst als „Dritte Welt“ bezeichnet wurden, krass benachteiligt. Da ist die Stagnation des Wirtschaftswachstums trotz digitaler Revolution („Arbeitswelt 4.0“, der nächste Streich, einerseits unmittelbar bevor stehend, andererseits diskutiert niemand darüber... ), die unüberlegte Gebrauch des Begriffs „Wachstum“ überhaupt, wobei es ja wohl anerkanntermaßen unterschiedliches Wachstum gibt. Da ist die Alternativlosigkeit des Kapitalismus („marktkonforme Demokratie“), obwohl dieser zu einem immer steiler werdenden Gefälle zwischen Arm und Reich führt, welches dem System selbst in naher Zukunft sehr schaden wird. Da sind die vielen Leute ohne jegliche Hoffnung auf eine Zukunft, - ein Problem, das man am elegantesten wohl mit einem großen Angriffskrieg löst... Dieser könnte ja jetzt trotz aller Abschwächungen bevor stehen, wenn sich zwei widerliche Fettwänste gegenüber blutrünstig drohen und ihr jeweiliges Volk samz Ablegern ohne Zögern verrecken lassen, - um ihm genau das als Entschlossenheit und Härte zu verkaufen. Wie peinlich! Die andere Seite einer solchen Haltung ergeht sich in Apeacemet oder Diplomatie und glaubt, durch Geschwätz und Geld (wird auch gerne als „wirtschaftlichen Druck“ bezeichnet) jemanden anderen von irgendetwas abhalten zu können. Ob einen das alles pessimistisch stimmen könnte? Ja klar, solche Erkenntnisse helfen auch niemandem. Doch es hilft, die Realität so zu erkennen, wie sie womöglich ist.
Donnerstag, 21. September 2017
Gehalt
Ich habe gelesen, was ich mir herausgeschrieben und herauskopiert habe und was zumindest mir Aufschluss über unsere Wirklichkeit zu geben scheint:
Das Vermögen in Deutschland ist nicht sehr gleichmäßig verteilt. Laut Armuts- und Reichtumsbericht der Regierung hat das eine Prozent der Bevölkerung mit dem größten Vermögen bis zu 26 Prozent des Gesamtvermögens. Die einkommensreichsten 10 Prozent der Haushalte verfügen über mehr als 35 Prozent des Vermögens.
Während die obersten 60 Prozent der Beschäftigten seit Mitte der 90er Jahre ihren Bruttolohn im Schnitt steigern konnten, ging er bei den unteren 40 Prozent real nach unten. Bei den Einkommensunterschieden liegt Deutschland im OECD-Vergleich im Mittelfeld der Industrienationen.
WDR-Intendant Tom Buhrow, 58, hat jetzt sein Jahresgehalt von 399.000 Euro verteidigt. "Man kann das immer weiter treiben mit dem Neid", erklärte der ehemalige "Tagesthemen"-Moderator am Mittwoch in Köln bei einer Pressekonferenz nach der ARD-Hauptversammlung. "Ich kann absolut zu den Gehältern stehen. Man kann immer sagen "weniger, weniger, weniger".
Das Vermögen in Deutschland ist nicht sehr gleichmäßig verteilt. Laut Armuts- und Reichtumsbericht der Regierung hat das eine Prozent der Bevölkerung mit dem größten Vermögen bis zu 26 Prozent des Gesamtvermögens. Die einkommensreichsten 10 Prozent der Haushalte verfügen über mehr als 35 Prozent des Vermögens.
Während die obersten 60 Prozent der Beschäftigten seit Mitte der 90er Jahre ihren Bruttolohn im Schnitt steigern konnten, ging er bei den unteren 40 Prozent real nach unten. Bei den Einkommensunterschieden liegt Deutschland im OECD-Vergleich im Mittelfeld der Industrienationen.
WDR-Intendant Tom Buhrow, 58, hat jetzt sein Jahresgehalt von 399.000 Euro verteidigt. "Man kann das immer weiter treiben mit dem Neid", erklärte der ehemalige "Tagesthemen"-Moderator am Mittwoch in Köln bei einer Pressekonferenz nach der ARD-Hauptversammlung. "Ich kann absolut zu den Gehältern stehen. Man kann immer sagen "weniger, weniger, weniger".
Mittwoch, 20. September 2017
Demokratie
Eigentlich müsste so etwas in Deutschland dauernd stattfinden: Dass
sich Abgeordnete (Kandidaten) den Fragen des Publikums stellen, dass
sie in Berührung mit dem Alltag der Leute bleiben, die sie
vertreten sollen. Doch im System der obwaltenden repräsentativen Demokratie ist
das nicht vorgesehen. Da werden Abgeordnete des Bundestags für 4
Jahre gewählt und sind in dieser Zeit nur ihrem Gewissen
verpflichtet, was zumindest für manche dieser „Vertreter“ zu
heißen scheint, dass sie machen können, was sie wollen. Sie sind
kleine absolutistische Fürsten, die für vier Jahre gewählt sind.
Wenn dann noch dazu kommt, dass dieses System von Parteien dominiert
wird, müssten die daraus entstehenden Probleme zumindest gesehen
werden. Klar, dass das im gegenwärtigen System niemand tut.
Dienstag, 19. September 2017
Montag, 18. September 2017
Reisen, andere Welten
Im Tagebuch gestöbert und Folgendes gefunden (minimal ergänzt): Die Reiseprospekte durchklicken: wohin gehen wir?
Nach Australien, oder besser nach Atlantis, nach Arkadien....?
Farbige Bildchen als Versprechen einer besseren schöneren saubereren
Welt? Die Welt ist groß und klein, es gibt so viele verschiedene
Welten und doch ist sie immer wieder die gleiche..., die Ferne und die Nähe liegen so
eng beieinander, du trägst Bilder nachhause und bleibst der gleiche,
was hast du gesehen? Das, was du sehen wolltest? Ist da ein Filter in dir? Das dich vor allzu Fremdem schützen soll? Das sicher stellen soll, dass alles möglichst angenehm bliebt? Wohin zieht es dich
noch, suchst du etwas? Was? Den Weg, nicht das Ziel...., stimmt das? Verändert
dich das in irgendeiner Weise?, Horizont: schaust du hinter diesen
Horizont? Wo warst du wirklich? Was hast du gesehen? Es gilt, das
Fremde zu akzeptieren, das Fremde auch in dir selbst, eine Reise, die
dich in dein Selbst und das führt, was du sein könntest,
wenn.....ja wenn dich nicht der Zufall/das Glück/das Schicksal
hierher gestellt hätte, Unterwegs sein, auf welcher Reise? Es gilt,
„das Andere“ zu verstehen. Die andere Möglichkeit.
Der Dreck, das Elend, die Armut, was denkst du dir dabei? An dich selbst und dein Klischee, - „Erwartungen enttäuscht“? Unterhaltung? Genießen. Sight Seeing? Die Blödheit, die Stumpfheit der Menschen: interessiert dich das Warum? Das Fremde reizt dich. Man spricht deine Sprache. Klar, sie ist global. Sie gilt. Sie ist diktiert und gültig. Es ist die Sprache des Geldes. Auf der Stelle treten in dieser Welt. Heimweh. Wohin gehen wir? Immer nach Hause? Hast du „die Welt“ gesehen? Es scheint eine Frage der Perspektive zu sein.....
Der Dreck, das Elend, die Armut, was denkst du dir dabei? An dich selbst und dein Klischee, - „Erwartungen enttäuscht“? Unterhaltung? Genießen. Sight Seeing? Die Blödheit, die Stumpfheit der Menschen: interessiert dich das Warum? Das Fremde reizt dich. Man spricht deine Sprache. Klar, sie ist global. Sie gilt. Sie ist diktiert und gültig. Es ist die Sprache des Geldes. Auf der Stelle treten in dieser Welt. Heimweh. Wohin gehen wir? Immer nach Hause? Hast du „die Welt“ gesehen? Es scheint eine Frage der Perspektive zu sein.....
Sonntag, 17. September 2017
Mensch und Tier (3)
60 % der Böden werden für
die „Erzeugung“ von Tierfutter benutzt. So sagen zumindest
gewisse Untersuchungen. Den Hunger in der Welt bekämpfen und auch in
Zukunft für ausreichend Nahrung sorgen, sagen die großen
Nahrungsmittel- und Düngemittelkonzerne.. Dass sie dabei zu
allerhand Tricks greifen und unter dem Mäntelchen der Freien
Marktwirtschaft profitable Monokulturen in sich entwickelnde
Volkswirtschaften hochziehen wollen, das sagen sie nicht. Die Politik
sagt nicht, dass genau das als neue Entwicklungspolitik verkauft
werden soll, weil ja die alte, staatliche, so gar nichts Positives
bewirkt habe. Dass auf diesen 60 % der Böden auch Getreide für
Menschen statt kurzfristig profitablen und genmanipulierten Mais für
die Massentierhaltung angebaut werden könnte, - oder gar Gemüse, -
das sagt die Politik nicht. Massentierhaltung (oder die sogenannte
und selbstbenannte „Intensivtierhaltung“) der Teile der Politik
im Interesse einer so verstandenen „freien Mrktwirtschaft“ so
nachhängen, muss im Interesse unserer Mitgeschöpfe abgeschafft
werden. Nun ja, so hängt alles mit allem zusammen. Das Tierwohl? Wer
mit Tieren umgehe, habe ihren Bedürfnissen Rechnung zu tragen, und,
so weit es der Verwendungszweck zulasse, für ihr Wohlergehen zu
sorgen. Niemand darf ohne einen vernünftigen Grund einem Tier
Schmerzen, Leiden oder Schaden zufügen, es in Angst versetzen oder
in anderer Weise sein Würde missachten“. So sagen die meisten
europäischen Tierschutzgesetze und ergehen sich dabei in wunderliche
altmoralisch dehnbare Formulierungen. Dass einen dabei auch nur in
oberflächlichster Erkenntnis gewisser tierhalterischer Verhältnisse
ein leichtes Grinsen überkommt, wird meiner Ansicht nach zu leicht
akzeptiert. Wer ist angesichts dessen der Fürsprecher von Tieren,
welche Lobby haben sie bei der Politik, wer könnte so etwas
einklagen?
Samstag, 16. September 2017
Wahlkrampf Meridian
Jetzt haben wir alle Wahlkampfargumente im
deutschen Bundestagswahlkampf bis zum Erbrechen verfolgt und nichts
hat uns überzeugt, besonders wenn wir das muntere Texten mit den
Tatsächlichkeiten vergleichen. Die Versprechen? Alles anders und
besser zu machen? Nun ja, würden wir uns auch vornehmen und laut
kund tun. Leute, die aus dem Ausland kommen, beneiden uns wegen der
materiellen Basis und wegen der Struktur von Deutschland. Aber
könnten wir, wollten wir, müssten wir nicht schon weiter sein?
Würde sich gerade uns die Möglichkeit dazu eröffnen, auch gewisse
soziale Lücken zu schließen. Es scheint eine bestimmte Klasse von
Leuten zu dominieren, die von diesem „Ein Land, in dem wir gut und
gerne leben“ profitiert. Nennen wir sie „Mitte“. Weisen aber
nicht nahezu alle Untersuchungen darauf hin, dass diese Mitte kleiner
wird? Muss ein Wahlkasmpf im Kampf um die Mitte ein Wohlfühlkrampf im Schlafwagen sein? Muss sich deshalb auch ein Wahlkampf an einer vermuteten Mitte
orientieren? Traditionell ist sie in Deutschland groß, diese Mitte.
Aber wird sie das auch noch in Zukunft sein? Wohin geht die
Entwicklung? Muss Mitte auch mittelmäßig sein? Geht die soziale
Schere auseinander? Wo stehen wir? Standortbestimmung ist angesagt.
Um sich schauen. Anschauen, nicht verdrängen. Sich verorten,
gesellschaftlich. Wissen, wer man ist und wo man ist und warum. Es
wenigstens versuchen. Sich nicht nur von „Experten“ mit
scheinbarem Spezialwissen überschwallen lassen. Und dann erkennen,
dass es anderen Personen vielleicht ähnlich ergeht. Dass man in
einem Zusammenhang steht, in Strukturen. Ein Deutschland, in dem wir
gut und gerne leben. Wer ist „Wir“? Sind damit Politiker gemeint?
Politische Parteien? Genau darüber könnte abgestimmt werden,
demnächst.
Freitag, 15. September 2017
Entwicklungskolonialismus
Wir betreiben unter dem Label "Entwicklungspolitik" latent einen Neo-Kolonialismus.
(--->seltene Erden, Rohstoffe aller Art etc.). Da gibt es die Vorstellung, wir könnten mit jungen Flüchtlingen unseren Fachkräftemangel beheben. Lächerlich. Das ist Kolonialismus 2.0, denn diese Leute werden dringend in ihren Heimatstaaten gebraucht. Überhaupt, "Flüchtlinge"? Ein Lieblingsthema, nicht nur der linken Leute in unserer Gesellschaft: Es müsste ein Einwanderungsgesetz her, behaupten da viele. Wir würden darin klar formulieren,dass jemand, der nicht Asyl benötigt, zu gewissen Bedingungen „reingelassen wird“. Zu gewissen Bedingungen, wie in den USA, Australien und Kanada. Ärzte aus Syrien: ja. Ungelernte aus Syrien: nein. Das Problem ist nur: Der Arzt aus Syrien wird aber genauso dringend in seinem Heimatland gebraucht. Wenn wir ihn "abkaufen", fehlt er daheim, wo nicht so viel gezahlt werden kann.
(--->seltene Erden, Rohstoffe aller Art etc.). Da gibt es die Vorstellung, wir könnten mit jungen Flüchtlingen unseren Fachkräftemangel beheben. Lächerlich. Das ist Kolonialismus 2.0, denn diese Leute werden dringend in ihren Heimatstaaten gebraucht. Überhaupt, "Flüchtlinge"? Ein Lieblingsthema, nicht nur der linken Leute in unserer Gesellschaft: Es müsste ein Einwanderungsgesetz her, behaupten da viele. Wir würden darin klar formulieren,dass jemand, der nicht Asyl benötigt, zu gewissen Bedingungen „reingelassen wird“. Zu gewissen Bedingungen, wie in den USA, Australien und Kanada. Ärzte aus Syrien: ja. Ungelernte aus Syrien: nein. Das Problem ist nur: Der Arzt aus Syrien wird aber genauso dringend in seinem Heimatland gebraucht. Wenn wir ihn "abkaufen", fehlt er daheim, wo nicht so viel gezahlt werden kann.
Donnerstag, 14. September 2017
Elektro
Es muss ein bisschen Wasser in den Wein geschüttet
werden, wenn es um Elektromotoren geht. In den Batterien der
Elektromotoren sind beispielsweise seltene Erden verarbeitet, die in
Afrika unter katastrophalen Umständen und völliger Missachtung von
Menschenrechten gewonnen werden. Dazu kommt, dass wir Elektromotoren
bis heute nicht recyclen können. Die Herstellung einer Batterie
insgesamt ist wahnsinnig energieintensiv. Zumindest hier in
Deutschland wird der Strom nicht immer umweltfreundlich hergestellt.
Die eigentliche Lösung wäre vielleicht die mit Wasserstoff
angetriebene Brennstoffzelle. Mercedes hatte über eine lange Zeit
eine Forschungsgruppe, die wurde aber vor 10 Jahren eingestellt, weil
die Firma wohl Angst hatte, dass dies ihrem Geschäftsmodell schaden
könnte. Oder Erdgas? Wäre vielleicht auch eine Möglichkeit. Es gilt,
sich ehrlich zu machen.
Mittwoch, 13. September 2017
Bildungspolitik
Warum spielt Bildungspolitik in diesem deutschen Wahlkampf eine so untergeordnete Rolle? Die
Gesellschaft entwickelt sich von einer klassischen
Angestelltengesellschaft weg in Richtung auf etwas, wo es immer mehr
Selbständige geben wird, die ihre Kraft auf einem sehr schwer
überschaubaren Markt verkaufen müssen. Das ist eine andere
Berufswelt. Heute noch herrscht der 9 Uhr bis 5 Uhr Job. Davon werden
viele wegfallen und durch Roboter oder Computer ersetzt werden. Für
eine solche Arbeitswelt müssen Kinder mit sehr viel Vitalität,
Kreativität und Neugier befähigt werden. Da ist niemand mehr da,
der ihnen sagt, was sie tun sollen. Heute ist das so: wenn man eine
bestimmte und klar definierte Pflicht erfüllt, wird man mit viel
Geld oder in der Schule mit guten Noten belohnt. Das ist die Idee der
Leistungsgesellschaft. Das Bildungssystem ist dafür gemacht.
Alles strebt
inzwischen darauf zu, dass mehr „höhere“ Bildungsabschlüsse
erreicht werden. „Wenn jeder Abitur hat, hat irgendwann keiner mehr
Abitur“, sagte neulich ein kritischer Bildungspolitiker. Viele
Bildunspolitiker von Amts wegen und Eltern scheinen zu glauben, dass
der wahre Mensch erst mit dem Abitur beginne. Danach beginne dann
die wahre Auseinandersetzung des Lebens. Die Bildungspolitiker von
Amts wegen sonnen sich allzu gerne in hohen Abiturientenquoten.
Inzwischen haben wir in Deutschland etwa seit 3 Jahren mehr
Studienanfänger als Leute, die eine berufliche Bildung anfangen. Es
können viele Schwerpunkte und Spezialisierungen gewählt werden:
alles für die wirtschaftliche Verwendung. Das große Problem ist,
dass wir, um Quoten zu steigern, Ansprüche herunter gesetzt haben.
Plötzlich haben alle gute Noten oder auf Notenerteilung wurde ganz
verzichtet. Wir haben zwar zusammen mit Österreich und der Schweiz
die niedrigste Quote an arbeitslosen Jugendlichen. Das ist die
Leistung des beruflichen Bildungswesens und nicht der hoher
Abiturientenquoten. Noch gibt es das.
Dienstag, 12. September 2017
Montag, 11. September 2017
Schopi über den Tod (6)
„Auf den Menschen, als Erscheinung der Zeit, ist
der Begriff des Aufhörens allerdings anwendbar und die empirische
Erkenntniß legt unverholen den Tod als das Ende unseres zeitlichen
Daseins nahe. Das Ende der Person ist ebenso real, wie es ihr Anfang
war, und in eben dem Sinne, wie wir vor der Geburt nicht waren,
werden wir nach dem Tode nicht mehr seyn. Jedoch kann durch den Tod
nicht mehr aufgehoben werden, als durch die Geburt gesetzt war; also
nicht das, wodurch die Geburt allererst möglich geworden. In diesem
Sinne ist natus et denatus (geboren und gestorben) ein schöner
Ausdruck. Nun aber liefert die gesammte empirische Erkenntnis bloße Erscheinungen: nur diese daher werden von den zeitlichen Hergängen
des Entstehens und Vergehens getroffen, nicht aber das Erscheinende,
das Wesen an sich. Für dieses existirt der durch das Gehirn bedingte
Gegensatz von Entstehen und Vergehen gar nicht, sondern hat hier Sinn
und Bedeutung verloren. Dasselbe bleibt also unangefochten vom
zeitlichen Ende einer zeitlichen Erscheinung und behält stets
dasjenige Daseyn, auf welches die Begriffe von Anfang, Ende und
Fortdauer nicht anwendbar sind. Dasselbe aber ist, so weit wir es
verfolgen können, in jedem erscheinende Wesen der Wille desselben:
so auch im Menschen. Das Bewußtseyn hingegen besteht im Erkennen:
dieses aber gehört, wie genugsam nachgewiesen, als Thätigkeit des
Gehirns, mithin als Funktion des Organismus, der bloßen Erscheinung
an, endigt daher mit dieser: der Wille allein, dessen Werk oder
vielmehr Abbild der Leib war, ist das Unzerstörbare.“
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Sonntag, 10. September 2017
Samstag, 9. September 2017
Entwicklung in Afrika
Es kam zwar vor, in dem "Kandidatenduell" (im TV übertragenen "Duell" der Kanzlerkandidaten, die
ja eigentlich von einem Parlament gewählt werden müssten, aber
nicht nur in diesem „Wahlkampf“ die Funktion von Superstars,
Leithammeln und Häuptlingen ausfüllen, um die es eigentlich geht...), aber auf eine seltsam nichtssagende, ablenkende, smarte und überspielende Weise. Migration ist ein großes, komplexes Thema. Wir
müssten da vieles neu denken. Es braucht vielleicht so etwas wie
einen Marshallplan für Afrika, der es mit sich bringen könnte, dass
Afrika alles beispielsweise zollfrei in die EU exportieren könnte,
und Afrika für jedes Produkt, das aus der EU kommt, den Zoll seiner
Wahl machen könnte. Ein schmerzlicher Einschnitt, fürwahr. In der "Doha-Runde", in der die Mitgliedsstaaten der Welthandelsorganisation (WTO) immer wieder erfolglos verhandeln, waren die Industriestaaten bisher nicht dazu bereit. Bananen aus Tansania usw. sind
nicht mal 1% des europäischen Marktes. Das Problem: Man denkt nicht langfristig daran, was
das alles am Ende kostet, an Menschenleben, an Geld, politischer
Unruhe, usw.
Wir müssten eine ganz andere Entwicklungshilfepolitik machen. Die (nicht erreichte Zielmarke wäre hier 0,7 %, - im Militärbereich wären das die berühmten, von der NATO anvisierten 2% des BSP). Wo ist der große Plan? Die Welt ist doch durch die Globalisierung kleiner geworden! Wenn wir diese Staaten für „unseren Wohlstand nutzen, dann wäre es doch angemessen, denen dafür entgegen zu kommen! Es geht bei den Menschenrechten halt nicht nur um Europäer.
Stattdessen gibt es Überlegungen von Parteistrategen, die behaupten, dass es der AfD helfe, wenn von Migration gesprochen würde. Die AfD hat ganz einfache Antworten.
Solche Kräfte nutzen aus, dass Menschen an die Grenze kommen und behaupten, sie hätten ihren Pass verloren. Das kann so nicht weiter gehen. Es müsste ein Einwanderungsgesetz her, so viele der Diskursteilnehmer. Wir formulieren darin klar,dass jemand, der nicht Asyl benötigt, zu gewissen Bedingungen „reingelassen wird“. Ärzte aus Syrien: ja. Ungelernte aus Syrien: nein. Der Arzt aus Syrien wird aber genauso dringend in seinem Heimatland gebraucht. Es gilt vielmehr, darüber nachzudenken, wie wir „gut und gerne“ mit Migranten zusammen leben können. Zu deren und zu unserem Vorteil.
Das ist ein Problem der Industriestaaten insgesamt, die aber nicht nur darin heillos zerstritten sind (was an der UN gut zu sehen ist!). Es gibt dabei kaum Organisationen wie etwa die EU. Merkel spricht gerne davon, dass wir unsere Handelspolitik in Richtung mehr Globalisierung und mehr Gerechtigkeit verändern sollten. „Wir müssen die Ursachen bekämpfen“ fordern alle Politiker. Die Industriestaaten geben Geld in die Entwicklungshilfe, um gelegentlich mal einen Brunnen oder eine Schule zu bauen. Seinen Kindern muss aber ein erwachsener afrikanischer Fischer für die Schule Uniformen, Hefte und Bleistifte ermöglichen mit einem Geld, das er nicht hat. Auf der anderen Seite wird das Meer von den Industriestaaten leer gefischt. Warum sollen diese Fischer ihren Fisch nicht selbst fischen, um danach mit neu erworbenem Know-How den Thunfisch selbst zu verarbeiten? … Eine der führenden britischen Denkfabriken hat 2016 errechnet, dass, wenn Westafrika seinen Fisch selbst verarbeiten würde, 300 000 Jobs entstehen würden. Stattdessen wissen die Leute nicht mehr, wovon sie leben sollen. Sie sagen: mein Leben ist nichts wert, ob ich hier sterbe oder ob ich vielleicht eine Chance habe zu überleben: der Versuch ist es wert. So entstehen Flucht und Fluchtgedanken.
Langfristig wird es nichts bringen, Zäune hochzuziehen. Die Menschen werden sich davon nicht abhalten lassen. Es bringt nur etwas, die Wirtschaft in diesen Ländern aufzubauen und anfangen zu verstehen, dass unser Wohlstand hier etwas mit der Armut in diesen Ländern zu tun hat. Rohstoffe aus diesen Ländern werden exportiert, damit wir vielleicht noch ein weiteres neueres Telefon haben. Bei ihnen im Dorf gibt es aber noch nicht einmal eine Straße.
Wir müssten eine ganz andere Entwicklungshilfepolitik machen. Die (nicht erreichte Zielmarke wäre hier 0,7 %, - im Militärbereich wären das die berühmten, von der NATO anvisierten 2% des BSP). Wo ist der große Plan? Die Welt ist doch durch die Globalisierung kleiner geworden! Wenn wir diese Staaten für „unseren Wohlstand nutzen, dann wäre es doch angemessen, denen dafür entgegen zu kommen! Es geht bei den Menschenrechten halt nicht nur um Europäer.
Stattdessen gibt es Überlegungen von Parteistrategen, die behaupten, dass es der AfD helfe, wenn von Migration gesprochen würde. Die AfD hat ganz einfache Antworten.
Solche Kräfte nutzen aus, dass Menschen an die Grenze kommen und behaupten, sie hätten ihren Pass verloren. Das kann so nicht weiter gehen. Es müsste ein Einwanderungsgesetz her, so viele der Diskursteilnehmer. Wir formulieren darin klar,dass jemand, der nicht Asyl benötigt, zu gewissen Bedingungen „reingelassen wird“. Ärzte aus Syrien: ja. Ungelernte aus Syrien: nein. Der Arzt aus Syrien wird aber genauso dringend in seinem Heimatland gebraucht. Es gilt vielmehr, darüber nachzudenken, wie wir „gut und gerne“ mit Migranten zusammen leben können. Zu deren und zu unserem Vorteil.
Das ist ein Problem der Industriestaaten insgesamt, die aber nicht nur darin heillos zerstritten sind (was an der UN gut zu sehen ist!). Es gibt dabei kaum Organisationen wie etwa die EU. Merkel spricht gerne davon, dass wir unsere Handelspolitik in Richtung mehr Globalisierung und mehr Gerechtigkeit verändern sollten. „Wir müssen die Ursachen bekämpfen“ fordern alle Politiker. Die Industriestaaten geben Geld in die Entwicklungshilfe, um gelegentlich mal einen Brunnen oder eine Schule zu bauen. Seinen Kindern muss aber ein erwachsener afrikanischer Fischer für die Schule Uniformen, Hefte und Bleistifte ermöglichen mit einem Geld, das er nicht hat. Auf der anderen Seite wird das Meer von den Industriestaaten leer gefischt. Warum sollen diese Fischer ihren Fisch nicht selbst fischen, um danach mit neu erworbenem Know-How den Thunfisch selbst zu verarbeiten? … Eine der führenden britischen Denkfabriken hat 2016 errechnet, dass, wenn Westafrika seinen Fisch selbst verarbeiten würde, 300 000 Jobs entstehen würden. Stattdessen wissen die Leute nicht mehr, wovon sie leben sollen. Sie sagen: mein Leben ist nichts wert, ob ich hier sterbe oder ob ich vielleicht eine Chance habe zu überleben: der Versuch ist es wert. So entstehen Flucht und Fluchtgedanken.
Langfristig wird es nichts bringen, Zäune hochzuziehen. Die Menschen werden sich davon nicht abhalten lassen. Es bringt nur etwas, die Wirtschaft in diesen Ländern aufzubauen und anfangen zu verstehen, dass unser Wohlstand hier etwas mit der Armut in diesen Ländern zu tun hat. Rohstoffe aus diesen Ländern werden exportiert, damit wir vielleicht noch ein weiteres neueres Telefon haben. Bei ihnen im Dorf gibt es aber noch nicht einmal eine Straße.
Freitag, 8. September 2017
Kandidaten und Parteien
Ein Kanzlerkandidat lässt sich von einer PR-Agentur
beraten. Die fragt per Umfrage: was assoziieren sie mit der SPD? Da
wird dann „Mind-mapping“ gemacht: Am häufigsten kommt dann wohl
das Wort „Gerechtigkeit“ vor. Das wird dann zum Wahlkampfthema
gemacht. Das heißt, es entstehen auf diese Weise Formeln, mit denen
man auf Marktforschungsweise versucht, ein Thema zu finden. Damit ist
klar, dass das dann ein ein Gegenwartsthema ist und nie ein
Zukunftsthema. Beispielsweise bei Willy Brandt dürften es keine
Marktforschungsinstitute gewesen sein, die Slogans wie „Mehr
Demokratie wagen“ angeregt haben. Das wurde damals an den
Hochschulen diskutiert, das wollten die Intellektuellen und viele
anderen.
Der Grundgedanke dabei wäre: ich höre in die Gesellschaft rein, erkunde, bin dran und finde das Thema. Damit hängt auch zusammen, dass es auch zu wenige Außenseiter gibt, die einmal die Parteidisziplin hinter sich lassen könnten und der eigenen Überzeugung Raum verschaffen wollen.
Heute ist es doch eher so: Wer abweicht (etwa mit dem Willen zu größeren gesellschaftlichen Veränderungen), dem weht aus seiner Partei und allen Medien ein ganz starker Gegenwind entgegen. Es ist halt der sicherste Weg, immer geradeaus so wie alle zu gehen, sich an den Mainstream halten. Das ist in allen Parteien sehr verbreitet. Z.b. Schmidt und Schröder haben ihre Ideen gegen ihre Partei durchgesetzt, mit der Folge, dass diese Partei danach jeweils 10 % schwächer war als davor. Es war halt nicht, wie von der SPD jetzt auf diese und jene Weise propagiert, früher nicht alles besser, weshalb es gelte, alles wie früher einzurichten. Es war vielmehr auch schon widersprüchlich. Im aktuellen CDU-Wahlprogramm, das 73 Seiten hat, taucht das Thema „Migration“ zum ersten Mal wohl auf Seite 63 auf. Das Thema „Digitalisierung“ gar taucht nur unter dem Aspekt auf, dass die Wirtschaft flott gemacht werden muss, damit sie den Anschluss nicht verpasst. Die Digitalisierung wird womöglich aber millionenweise Arbeitsplätze kosten, es wird zudem ein Fachkräftemangel herrschen, der bis zu 3 Millionen Leute betragen kann. Es werden sehr viele Leute ihre Arbeit verlieren, die anschließend aber nicht in der Pflege arbeiten werden. Man kann das nämlich nicht rein statistisch managen und sagen, so viele Stellen sind vakant und so viele Stellen und so viele fallen weg. Das sind ja ungefähr gleich viel: das geht auf. Nein, so wird das nicht gehen.
Der Grundgedanke dabei wäre: ich höre in die Gesellschaft rein, erkunde, bin dran und finde das Thema. Damit hängt auch zusammen, dass es auch zu wenige Außenseiter gibt, die einmal die Parteidisziplin hinter sich lassen könnten und der eigenen Überzeugung Raum verschaffen wollen.
Heute ist es doch eher so: Wer abweicht (etwa mit dem Willen zu größeren gesellschaftlichen Veränderungen), dem weht aus seiner Partei und allen Medien ein ganz starker Gegenwind entgegen. Es ist halt der sicherste Weg, immer geradeaus so wie alle zu gehen, sich an den Mainstream halten. Das ist in allen Parteien sehr verbreitet. Z.b. Schmidt und Schröder haben ihre Ideen gegen ihre Partei durchgesetzt, mit der Folge, dass diese Partei danach jeweils 10 % schwächer war als davor. Es war halt nicht, wie von der SPD jetzt auf diese und jene Weise propagiert, früher nicht alles besser, weshalb es gelte, alles wie früher einzurichten. Es war vielmehr auch schon widersprüchlich. Im aktuellen CDU-Wahlprogramm, das 73 Seiten hat, taucht das Thema „Migration“ zum ersten Mal wohl auf Seite 63 auf. Das Thema „Digitalisierung“ gar taucht nur unter dem Aspekt auf, dass die Wirtschaft flott gemacht werden muss, damit sie den Anschluss nicht verpasst. Die Digitalisierung wird womöglich aber millionenweise Arbeitsplätze kosten, es wird zudem ein Fachkräftemangel herrschen, der bis zu 3 Millionen Leute betragen kann. Es werden sehr viele Leute ihre Arbeit verlieren, die anschließend aber nicht in der Pflege arbeiten werden. Man kann das nämlich nicht rein statistisch managen und sagen, so viele Stellen sind vakant und so viele Stellen und so viele fallen weg. Das sind ja ungefähr gleich viel: das geht auf. Nein, so wird das nicht gehen.
Donnerstag, 7. September 2017
Alterspflege
Wir begegnen älteren Menschen, die in Pflege sind.
Die hilflos sind. Die leer geworden sind. Können wir uns da hineinversetzen
und uns selbst dahinter erkennen? Ist es so, dass in solchen Personen
ein ganzes Leben „gespeichert“ ist, dass sie gleichzeitig auch
die Person sind, die sie mal waren? Dass sie jetzt halt in einem
anderen Zustand sind, in den sie „das Leben“ befördert hat? Ob
es nicht so ist, dass alle anderen Personen fortwährend älter
werden und einem solchen Zustand entgegenstreben? Was ist der Tod?
Ist es das, dem man entgegenstrebt? Noch. Er soll im Schlaf kommen und
möglichst schmerzlos, das ist der oft geäußerte Wunsch. Ob aber
bis dahin irgendwann eine gewisse Bilanz erlaubt ist, in der man
feststellen kann, ob eine Existenz sinnvoll war? Oder ob das alles
unwiderbringlich vergangen ist und nur (wie es jetzt modisch
ist...) "der Augenblick zählt"? Ob's Alzheimer ist oder was anderes?
Eben erst gehört, dass immer weniger an Demenz/Alzheimer erkranken.
Dadurch aber, dass die Bevölkerung älter wird, bleibt der
Demenzanteil weitgehend gleich, es kommt nur später (wenn die
Menschen älter geworden sind...). Sie war eine stolze Frau, sehr
selbständig, hatte eine dezidierte politische Meinung und
diskutierte bei vielen Themen mit. Religiös war sie, hängte das
aber nicht heraus.
Jetzt aber ist es so: Nicht nur wir, sondern viele Angehörige werden mit dem Siechtum der dementen Angehörigen nicht fertig. Die Gesellschaft ist zwar sensibilisiert und sieht die Alzheimer-Epidemie auf sich zurollen, sie kann darüber reden und auch an der nötigen Empathie (siehe Einleitung...) für die Betroffenen hapert es nicht. Aber ganz praktisch gesehen sind die wenigsten Menschen tatsächlich vorbereitet. Jawohl, der Wechsel ins Konkrete kann brutal sein. Es tritt womöglich alles sehr schnell ein und verlangt einem Entscheidungen ab, für die man gar nicht genügend informiert ist. Man stolpert und taumelt in etwas hinein, Beratungsmöglichkeiten sind gut oder schlecht, viele Leute geben „Tipps“, die sich am Ende gegenseitig widersprechen - im schlimmsten Falle bringen sie jedoch gar nichts, gleich gar nicht in dem Tempo, das einem abverlangt wird. Man war außen und ist jetzt plötzlich selbst Handelnder, man ist mittendrin in einer anderen Realität.
Jetzt aber ist es so: Nicht nur wir, sondern viele Angehörige werden mit dem Siechtum der dementen Angehörigen nicht fertig. Die Gesellschaft ist zwar sensibilisiert und sieht die Alzheimer-Epidemie auf sich zurollen, sie kann darüber reden und auch an der nötigen Empathie (siehe Einleitung...) für die Betroffenen hapert es nicht. Aber ganz praktisch gesehen sind die wenigsten Menschen tatsächlich vorbereitet. Jawohl, der Wechsel ins Konkrete kann brutal sein. Es tritt womöglich alles sehr schnell ein und verlangt einem Entscheidungen ab, für die man gar nicht genügend informiert ist. Man stolpert und taumelt in etwas hinein, Beratungsmöglichkeiten sind gut oder schlecht, viele Leute geben „Tipps“, die sich am Ende gegenseitig widersprechen - im schlimmsten Falle bringen sie jedoch gar nichts, gleich gar nicht in dem Tempo, das einem abverlangt wird. Man war außen und ist jetzt plötzlich selbst Handelnder, man ist mittendrin in einer anderen Realität.
Mittwoch, 6. September 2017
Mensch und Tier (2)
Zum Folgenden wurde ich neulich medial angeregt und
habe es seitdem in mir bewegt: Wo bleibt das Prinzip Verantwortung in
der Evolution? Es gibt wohl keine einzige Art, die gegen andere
Spezies so etwas wie Verantwortung spüren könnte -. außer dem
Menschen. Das „Prinzip“ gilt also vor allem für
verantwortungsvolle Menschen, Tiere vor dem zu schützen, was für
sie am schlimmsten ist: vor schwerem Leiden. Der Mensch ist das
einzige Tier der Evolution, das zur Moral fähig wäre und das sich
auch dessen rühmt. Dass ihm seine Vernunftbegabung sogar die
Verpflichtung dazu auferlegt, seinen Vorteil nicht auf Kosten der
übrigen Welt zu suchen, macht diese aus einer bestimmten
Konstellation folgende Verpflichtung noch strenger. Die Vernunft
eignet sich für den Menschen dazu, entweder besser zu sein als die
Tiere, oder schlechter. Der Mensch ist aber ein Allesfresser? Kann
sein, aber das Problem liegt möglicherweise mehr in der
Massentierhaltung, im Quälen von Kreaturen zum Zwecke jener
Profitmaximierung, die ein bestimmtes Regelwerk des Menschen ihm
vorzugeben scheint. Massenvernichtung. Ob Tiere kein Bewusstsein
haben, schon gar nicht von sich selbst? Dies mögen aber neuere
Forschungsergebnisse heftig in Frage zu stellen. Ob es die Klasse
„Tiere“ überhaupt so gibt? Ob nicht ein gewisser Unterschied
zwischen einem Primaten und einem Floh besteht? Ist es
Überheblichkeit, dass wir an dieser Stelle eine solche einheitliche
Einteilung pflegen und uns über alle Erkenntnis hinweg setzen? Gibt
es die Einteilung Menschen und Tiere? Wer kann solches
nachvollziehen, nachdem er einem Menschenaffen in die Augen geblickt
(sie sollen aggressiv werden, wurden es aber in meinem Falle überhaupt
nicht) und mit ihm gemeinsame Zeit zugebracht hat? Ob das Ziel, eine
ständig wachsende Menschheit ernähren zu wollen, alles
rechtfertigt? Ob wir hier in einem Dilemma sind?
Dienstag, 5. September 2017
Freundschaft und Tier
Freundschaften aufzubauen,
ist ein komplexer Vorgang, der auch unter verschiedenen Tierarten,
Spezies stattfinden kann. Das ist zwar selten, aber es passiert
insgesamt vielfach. Es gibt dieses unglaubliche Vertrauen, das dabei sofort entstehen muss und nur zwischen zwei Individuen stattfinden
kann. Tatsache ist: Soziale Beziehungen heben die
Überlebenschance.Womöglich sind wir Menschen nicht die einzigen,
die komplizierte Beziehungen eingehen. Tiere haben Gefühle und sie
denken – freilich nicht in unseren Kategorien, - nicht in unserer Welt,
und doch in ihr. Denn sie müssen sich mit ihrer Umwelt
auseinandersetzen, die auch unsere ist. Sie bilden diese Welt auf
ihre eigene Weise in sich ab und gehen damit um. Es ist etwas
Eigenes. Wir sollten genau das nicht vermenschlichen. Zu sagen, ein
Tier sei eine Art Roboter, die nur Instinkten folgt, ist Unsinn. Das Tier lernt auch an der Situation, nimmt Eindrücke auf und setzt sie in
Verhalten um. Es ist zudem ein gängiges Vorurteil, dass Tiere nur
fressen und sich fortpflanzen... es scheint vielmehr vieles in ihrem
Leben Platz zu haben, von dem wir noch keine Ahnung haben. Ihre Art
der Beziehung kann uns womöglich so manches lehren: Techniken
gemeinsam nutzen, soziale Bindungen herstellen, indem man zusammen
spielt und zusammen Grenzen testet. Viel Zeit miteinander verbringen. Sich auf positive Weise miteinander beschäftigen. Das schafft Vertrauen. Und, was wohl auch für Menschen gilt: In
einer guten Beziehung ist man glücklicher. Der Körper ist gesünder
und man ist psychisch stabiler.
Montag, 4. September 2017
Sonntag, 3. September 2017
Wahlkampf, Zukunft, Bildung
Es ist Wahlkampf in Deutschland. Es geht um
Wahlstimmen und Zustimmungsquoten, um das was jederfrau und jedermann
gefällt, - oder doch zumindest vielen. Dabei werden regelmäßig
Phrasen abgesondert, wie wichtig denn Bildung sei und ernst genommen
müsse das Thema Bildung, und es „wird Sorge getragen“ und
....überhaupt, da müsse mehr reingesteckt werden. Leider werden
dann in der Folge weder neue Ideen noch Geld reingesteckt. Viel
lieber wird gelobt und belobigt, wie gut und gerne wir in diesem
Land des Wohlstands und der Weltmeisterschaften leben: Fußball
sowieso, aber auch Reise und SUV, sowie Kreuzfahrt läuft gut, - wenn
auch auf Kosten der Umwelt mit Schweröl. Dabei wäre Bildung so dringend und drängend wichtig für die soziale Durchlässigkeit dieser Gesellschaft, eine soziale Durchlässigkeit, die
sich in den vergangenen Jahren immer mehr reduziert hat und die
wichtig gerade für das ökonomische Fortkommen ist. Fette
Investitionen wären nötig in Schulen, aber auch in Infrastruktur, wie
beispielsweise in den Ausbau des Breitbandnetzes, das vielen
Betrieben eine Teilnahme am globalen Handel sichern soll. Die
sogenannte Digitalisierung wurde ja sowieso verschlafen und soll
jetzt mit Hochdruck nachgeholt werden. Soll.
Doch was geschieht? Scheinlösungen werden favorisiert, Reförmchen (die natürlich kein Ansatz zur Problemlösung sind, sondern mit Aktionismus nur verschleiern sollen...) werden gestartet und es wird ein Popanz um die „Schwarze Null“ aufgebaut, also einen Sparkurs, der dem Staat als Ganzes, insbesondere den kommenden Generationen, zugute kommen soll. Soll. Wenn wir aber nicht mithalten können mit anderen, die mehr tun, so wird das ganze Sparen auch kommenden Generationen nichts nützen, weil die Voraussetzungen nicht da sind. Wir brauchen mehr Mut zum Experiment, zum Ausprobieren, bei dem nicht von vornherein der Erfolg gesichert sein muss und gesellschaftliche Unterschiede zementiert werden.Wir brauchen Mut zum Aufbruch ins Ungewisse, wie das einst die Siedler hatten, die gen USA zogen und dort eine große gesellschaftliche Dynamik schufen.
Doch was geschieht? Scheinlösungen werden favorisiert, Reförmchen (die natürlich kein Ansatz zur Problemlösung sind, sondern mit Aktionismus nur verschleiern sollen...) werden gestartet und es wird ein Popanz um die „Schwarze Null“ aufgebaut, also einen Sparkurs, der dem Staat als Ganzes, insbesondere den kommenden Generationen, zugute kommen soll. Soll. Wenn wir aber nicht mithalten können mit anderen, die mehr tun, so wird das ganze Sparen auch kommenden Generationen nichts nützen, weil die Voraussetzungen nicht da sind. Wir brauchen mehr Mut zum Experiment, zum Ausprobieren, bei dem nicht von vornherein der Erfolg gesichert sein muss und gesellschaftliche Unterschiede zementiert werden.Wir brauchen Mut zum Aufbruch ins Ungewisse, wie das einst die Siedler hatten, die gen USA zogen und dort eine große gesellschaftliche Dynamik schufen.
Samstag, 2. September 2017
Alter und Jugend (3)
Sich und seine Grenzen kennen zu lernen. Das in ein
Verhältnis bringen. Nicht das Unmögliche von sich verlangen. Nicht
den geträumten Träumen nachrennen. Man hätte sie früher für
möglich halten können. Nun gilt es, das Erreichte zu verwalten.
Eingebunden sein in ein Ganzes, in eine Welt, in eine Gesellschaft,
darum zu wissen. Es geht doch nicht darum, zu verallgemeinern und
„die Jugend von heute“ über einen Kamm zu scheren. Aber man
glaubt, aus seiner eigenen Perspektive etwas wahrgenommen zu haben,
was Altersklassen kennzeichnet. Rentengeneration jetzt. Ob die
Nachfolgenden auch noch solch „traumhafte“ Rentenbedingungen
vorfinden werden, wie die gegenwärtigen Rentner? Welchen Einfluss
wohl die viel besprochene „Arbeitswelt 4.0“ darauf haben wird?
Wird sich nicht unter ihrem Einfluss nahezu alles anders darstellen?
Sogar die Wertewelt? Sich darauf einstellen und sich anpassen, ist
das die Devise? Google, Facebook & Co geben vor und wir folgen
alle nach.... Oder ein Gestalten dieser neu sich abzeichnenden
Sphäre, wäre das etwas? Wo? Wie?
Partykultur? Ist alles eine Wohlfühloase oder geht es in anderen Gegenden dieser Erde ganz anders zu? Welche Beziehung haben wir dazu? Sind uns diese Menschen fern oder bringt es das Zeitalter der Globalisierung mit sich, das sich alle näher kommen? Ist das Cool oder Uncool? (Ich muss grinsen...) Wie steht es mit immerwährendem Spass? Manchmal drängt sich der Eindruck auf, manche Menschen würden dies suchen. Auf Kosten anderer? Ist das Bewusstsein davon lustfeindlich und verkopft? Ob es da Gemeinsamkeiten des Alters gibt, was ja auch Gemeinsamkeiten der Sozialisation heißt? Was man als „normal“ oder „selbstverständlich“ empfindet, ist ja auch durch Bezugspersonen vermittelt. Gilt es in der Jugend nicht, sich davon abzukapseln, sich loszumachen, dagegen zu protestieren und dadurch eine eigene Identität, eine eigene Weltsicht zu gewinnen....?
Partykultur? Ist alles eine Wohlfühloase oder geht es in anderen Gegenden dieser Erde ganz anders zu? Welche Beziehung haben wir dazu? Sind uns diese Menschen fern oder bringt es das Zeitalter der Globalisierung mit sich, das sich alle näher kommen? Ist das Cool oder Uncool? (Ich muss grinsen...) Wie steht es mit immerwährendem Spass? Manchmal drängt sich der Eindruck auf, manche Menschen würden dies suchen. Auf Kosten anderer? Ist das Bewusstsein davon lustfeindlich und verkopft? Ob es da Gemeinsamkeiten des Alters gibt, was ja auch Gemeinsamkeiten der Sozialisation heißt? Was man als „normal“ oder „selbstverständlich“ empfindet, ist ja auch durch Bezugspersonen vermittelt. Gilt es in der Jugend nicht, sich davon abzukapseln, sich loszumachen, dagegen zu protestieren und dadurch eine eigene Identität, eine eigene Weltsicht zu gewinnen....?
Freitag, 1. September 2017
Donnerstag, 31. August 2017
Wirtschaft und Politik
„Man muss eine Rampensau sein“ rät Altkanzler
Schröder seinem SPD-Nachfolger Schulz für den Wahlkampf. Dazu
hampelt er in möglichst volkstümlich-populistischen Posen umher,
wie wir sie von Trump kennen. Ob das heißt, dass man bereit sein
solle, dem Wahlvolk ein X für ein U vorzumachen? Ob er seinem Schulz
damit einen Bärendienst erwiesen hat? Schröder himself will jetzt offenbar dem Verwaltungsrat der russischen Olfirma Rozneft gegen gutes Honorar vorstehen. So etwas
hat Tradition in der SPD: Clement (RWE), sowie der bisher letzte
Kanzlerkandidat, Peer Steinbrück (ING-Berater) scheinen in dieser
Richtung schon mal „voRWEg“ gegangen zu sein. Dabei hat sich doch
in letzter Zeit klar erwiesen, was eine allzu große Nähe zwischen
Wirtschaft und Politik ergibt. Der Dieselskandal und all die
Begleitskandale mögen da Beleg genug sein. Beispiele aus der
Automobilindustrie? Eckart von Klaeden (CDU) war Staatsminister im
Kanzleramt und ging 2013 als als Cheflobbyist zu Daimler, Thomas Steg
war Vize-Regierungssprecher und im Jahr 2009 Wahlkampfberater der
SPD, ehe er 2012 als Cheflobbyist zu Volkswagen wechselte, Martin
Jäger von der CDU war 2004 bis 2005 Referatsleiter im Kanzleramt und
2005 bis 2008 Sprecher des Auswärtigen Amtes, ehe er zu Daimler
wechselte, um dort den Cheflobbyisten von 2008 bis 2013 zu geben.
Seit 2016 ist er nun Staatssekretär im Innenministerium
Baden-Württemberg. Wem das wohl genützt hat? Den Konzernen? Ob sie
dadurch bei der Elektrifizierung des Autos vorangekommen sind?
Mittwoch, 30. August 2017
Wahlkampf im Fernsehen
Aufschlußreich war die
Fernsehsendung „Anne Will“ vom vergangenen Sonntag, die 4 Wochen
vor dem Wahltag wohl noch einmal Aufmerksamkeiten mobilisieren
wollte. Es fand dabei der Kanzlerin Einlassung „Für ein
Deutschland in dem wir alle gut und gerne leben“ Erwähnung und
wurde auf einem Wahlplakat der CDU gezeigt. Auch wurde erwähnt, dass
Deutschland mit einer Arbeitslosenquote von 5,6 % Rekordtief habe.
Die Steuereinnahmen sprudelten. Dann kam die Phrase vom
„Schlechtreden“, die inzwischen viele CDU/CSU-Politiker in den
Mund genommen haben. „Wenn man den Anspruch erhebt, Kanzler zu
werden, darf man das Land nicht in der Art und Weise schlecht reden,
wie es Schulz tut“ wurde Wolfgang Schäuble aus der Süddeutschen
Zeitung vom 12.2.2017 zitiert. Nachgeschoben wurde die Behauptung
„Wir haben im Moment so viele Arbeitsplätze, wie in der Geschichte
der Bundesrepublik noch selten da war". Olaf Scholz von der SPD, der
in der Art des Neuen Deutschland auch nach den schlimmsten Desastern nach dem Treffen der der G 20 in Hamburg als OB nicht zurücktreten wollte, gab zu Protokoll: „Im
übrigen glaubt Martin Schulz wie die ganze SPD, dass wir einen
Beitrag dazu geleistet haben“. Oft werden dann der Mindestlohn und die Rente mit 63 Jahren genannt. „Gleichzeitig sei es so“, so
der Scholz-Olaf, „dass es nicht aus der Perspektive jedes Bürgers
gerecht zugeht“. Denn wenn es dem ganzen Land gut gehe, „heißt
das noch lange nicht, dass das für jeden Einzelnen gilt“. Wie
wahr. Eine Entdeckung eines Hochwohlgeborenen der SPD-Hierarchie.
„Wenn also 40 % derjenigen, die im unteren Lohnbereich sind, eher
sinkende Einkommen hatten", wenn beispielsweise die Mieten
explodieren, wenn manch einer entgeistert auf seinen Rentenbescheid
kuckt, wenn die KITA-Gebühren manche Familien sehr belasten, wenn
ein junger Mensch keinen Ausbildungsplatz findet, dann sind das
Fragen, bei denen man an den Bürgern vorbei redet, wenn man behauptet „es
läuft doch gut“. CDU-Laschet, der neue NRW-Landesvater, behauptet
dagegen, dass „Schulz derzeit nicht die Themen trifft, die die
Menschen bewegen“.
Dienstag, 29. August 2017
Rente und Altersarmut
Alles scheint ruhig. Das deutsche Wahlvolk wählt
unter Umständen sogar – drastisch ausgedrückt - seine Schlachter
(anders als in England oder Frankreich, wo Wut öffentlich zum Ausdruck gebracht wird). Doch es ist dies auch die Folge
einer lange anhaltenden Erziehung, die auf Individualisierung und
Vereinzelung zielt - und dabei den Neoliberalismus im Sinn hat,
dessen Vertreter dazu neigen, alle Macht dem Markt übergeben zu
wollen und von ihm das Heil der Welt zu erwarten. Am Markt sollen immer Individuen teilnehmen. Unsinn!, so höre ich schon "Experten" murmeln.
Zum Beispiel Arbeitslosigkeit: heute ist das eine Art persönlicher Makel und nicht die Folge der Politik von Konzernen. Die herrschende Politik versucht, die Armen gegen diejenigen, die noch weniger haben, auszuspielen. Die Altersarmut droht aber überall (die Anzeichen sind eindeutig und sind eine Folge von gewissen Beschäftigungsverhältnissen!), ja sie ist oft sogar schon da (fragt sich nur, ab welcher statistischen Grenze das als solches wahrgenommen wird), - und alle bleiben ruhig. Denn es soll sich lohnen und es soll Spass machen, hier zu leben, wie eine Herrschende vollmundig verkündet. Ist es wirklich so toll, auf etwas wie Altersarmut zuzugehen? Folgendes Zahlenspiel: Ein Standardrentner ist jemand, der 45 Jahre lang ohne Unterbrechung mit dem durchschnittlichen Arbeitseinkommen gearbeitet hat (das liegt z. Zeit bei 3022 Euro pro Monat/Brutto). Dies würde eine Rente von 1300 Euro brutto mit sich bringen, nach Abzügen netto etwa 1100 Euro). Womöglich gibt es auch jetzt schon viele Menschen, die mit ihrer Rente darunter liegen. Ob wir dadurch auf eine große Altersarmut zulaufen? Ob das dem sogenannten „Leistungsgedanken“ förderlich ist? Ob die Schere zwischen Arm und Reich (wohlbestallte Renten oder im Falle von Beamten sind das fette Pensionen) auseinander geht? Ob die daran abzulesende zunehmende Ungleichheit noch zu leugnen ist? Ob sie bei den Wahlen Konsequenzen haben wird?
Zum Beispiel Arbeitslosigkeit: heute ist das eine Art persönlicher Makel und nicht die Folge der Politik von Konzernen. Die herrschende Politik versucht, die Armen gegen diejenigen, die noch weniger haben, auszuspielen. Die Altersarmut droht aber überall (die Anzeichen sind eindeutig und sind eine Folge von gewissen Beschäftigungsverhältnissen!), ja sie ist oft sogar schon da (fragt sich nur, ab welcher statistischen Grenze das als solches wahrgenommen wird), - und alle bleiben ruhig. Denn es soll sich lohnen und es soll Spass machen, hier zu leben, wie eine Herrschende vollmundig verkündet. Ist es wirklich so toll, auf etwas wie Altersarmut zuzugehen? Folgendes Zahlenspiel: Ein Standardrentner ist jemand, der 45 Jahre lang ohne Unterbrechung mit dem durchschnittlichen Arbeitseinkommen gearbeitet hat (das liegt z. Zeit bei 3022 Euro pro Monat/Brutto). Dies würde eine Rente von 1300 Euro brutto mit sich bringen, nach Abzügen netto etwa 1100 Euro). Womöglich gibt es auch jetzt schon viele Menschen, die mit ihrer Rente darunter liegen. Ob wir dadurch auf eine große Altersarmut zulaufen? Ob das dem sogenannten „Leistungsgedanken“ förderlich ist? Ob die Schere zwischen Arm und Reich (wohlbestallte Renten oder im Falle von Beamten sind das fette Pensionen) auseinander geht? Ob die daran abzulesende zunehmende Ungleichheit noch zu leugnen ist? Ob sie bei den Wahlen Konsequenzen haben wird?
Montag, 28. August 2017
Agenda-Politik und politische Eliten
Die
Arbeitslosigkeit hat sich durch die deutschen Hartz-Reformen
halbiert, so behauptet das politische Spitzenpersonal und die
selbsternannte Elite dieser Gesellschaft immer wieder, - gerade jetzt
im Wahlkampf. Es scheint regelrecht zu einer „überall“
akzeptierten Phrase geworden zu sein, die sogar anderen Nationen zur
Nachahmung empfohlen wird. Die
Arbeitslosigkeit sei halbiert, so heißt es gerne. Toller Erfolg
also. Aber
stimmt das überhaupt? In Wirklichkeit scheint das Ergebnis immerhin umstritten zu sein. Es setze nämlich die Wahl der falschen Vergleichsjahre voraus, so hat
jüngst ein TV-Beitrag (in "Monitor") zusammen mit einem „Wirtschaftsweisen“ (Bofinger) argumentiert. Statt 2005 wäre 2001 das richtige Vergleichsjahr. Es
werde allzu gerne ein Rezessionsjahr wie 2005 mit einem Boomjahr wie
2016 verglichen (Man könnte auch die Boomjahr-Parameter heranziehen:
Westdeutschland Arbeitslosigkeit 2001: 2,0 Mio, 2016: 2,0 Mio.,
Ostdeutschland Arbeitslosigkeit 2001: 1,5 Mio, 2016: 0,7 Mio). Das
günstige Ergebnis für Ostdeutschland habe weniger mit den
„Agenda“-Reformen zu tun, als vielmehr damit, dass die negativen
Folgen des „Anschlusses“ allmählich ausgelaufen sind (der
sogenannte „Solidaritätszuschlag" besteht ja immer noch und wird vom Staat unter Zustimmung und sogar dem heftigen Betreiben der an der Regierung beteiligten SPD gerne eingesackt!!!). Zudem
seien die Menschen, so der Beitrag weiter, die als Folge der „Wiedervereinigung“
arbeitslos geworden sind, langsam aber sicher aus dem Erwerbsleben
ausgeschieden.
Die gesellschaftlichen Schäden der Hartz-Reformen hingegen seien enorm: die prekäre Beschäftigung wächst, die Altersarmut steigt. Immer mehr Menschen geraten trotz Arbeit ins gesellschaftliche Abseits. Nicht nur das mit der Altersarmut kann ich am eigenen Beispiel ermessen: trotz akademischem Abschluss droht mir (Klartext) der Strick durch Selbstmord, weil ich mich diesem „Schwitzkasten“ (ca. 610 Euro Rente ab Lebensjahr 67!) nicht aussetzen will. Bilanz: Gewissen Leuten geht es immer besser (es sind diejenigen, die in den Medien auftreten oder wissenschaftlich fragwürdige Begründungen vorführen), anderen geht es immer schlechter (womöglich bis zu 1/3 der Bevölkerung). Sie hangeln sich von Möglichkeiten zu Möglichkeiten, die aber meist befristet und zudem sehr schlecht bezahlt sind. Auf diesem Lohndumping scheint auch der Motor des wirtschaftlichen Booms zu basieren. Insbesondere ältere Menschen fallen oft aus allen Sicherungssystem heraus oder müssen „aufstocken“ (was eine andere Form der Umverteilung ist). Die 2/3-Gesellschaft scheint zu diktieren und alle Macht zu halten. Dass möglicherweise 1/3 der Gesellschaft unter solchen Verhältnissen immer mehr absäuft, scheint von den auch öffentlich wahrnehmbaren "Eliten" in Kauf genommen und sogar als Erfolg verkauft zu werden (kein Wunder, denn diese "Klasse" selbst profitiert am meisten von solchen Entwicklungen...).
Die gesellschaftlichen Schäden der Hartz-Reformen hingegen seien enorm: die prekäre Beschäftigung wächst, die Altersarmut steigt. Immer mehr Menschen geraten trotz Arbeit ins gesellschaftliche Abseits. Nicht nur das mit der Altersarmut kann ich am eigenen Beispiel ermessen: trotz akademischem Abschluss droht mir (Klartext) der Strick durch Selbstmord, weil ich mich diesem „Schwitzkasten“ (ca. 610 Euro Rente ab Lebensjahr 67!) nicht aussetzen will. Bilanz: Gewissen Leuten geht es immer besser (es sind diejenigen, die in den Medien auftreten oder wissenschaftlich fragwürdige Begründungen vorführen), anderen geht es immer schlechter (womöglich bis zu 1/3 der Bevölkerung). Sie hangeln sich von Möglichkeiten zu Möglichkeiten, die aber meist befristet und zudem sehr schlecht bezahlt sind. Auf diesem Lohndumping scheint auch der Motor des wirtschaftlichen Booms zu basieren. Insbesondere ältere Menschen fallen oft aus allen Sicherungssystem heraus oder müssen „aufstocken“ (was eine andere Form der Umverteilung ist). Die 2/3-Gesellschaft scheint zu diktieren und alle Macht zu halten. Dass möglicherweise 1/3 der Gesellschaft unter solchen Verhältnissen immer mehr absäuft, scheint von den auch öffentlich wahrnehmbaren "Eliten" in Kauf genommen und sogar als Erfolg verkauft zu werden (kein Wunder, denn diese "Klasse" selbst profitiert am meisten von solchen Entwicklungen...).
Sonntag, 27. August 2017
Wahlen und Demokratie
Wahlen stehen an. Mannigfache Stimmen bezeichnen das
sozusagen als eine Art „Hochamt der Demokratie“, als heilige
Pflicht, für die die Gewerkschaften und die bürgerliche
Gesellschaft lange gekämpft hätten. Doch wir könnten uns auch
folgende Gedanken durch den Kopf gehen lassen: Ist es wirklich so,
dass eine einzelne Stimme (ausgerechnet meine) den Ausgang von Wahlen mitbestimmen könnte?
Wenn ja, ist das dann nicht ein winziger Teil des Ganzen, das
allenfalls in der Summe eine Rolle spielen könnte (gutmütig wohlmeinend ausgelegt als
der Teil einer Art von „Schwarmintelligenz“). Setzt die
Demokratie nicht den mündigen und informierten Bürger voraus, der
sich für nachhaltige Perspektiven mit seiner Stimme einsetzt? Ist
das in unserem System gewährleistet, oder gibt es nicht eine große
uninformierte Masse der Leute, die sich allenfalls im letzten Moment
für eine emotional bedingte „Bauchentscheidung“ entscheidet? Ob das eine Reaktion auf bestimmte Verhältnisse ist? Eine Masse von Leuten, die sich einen Dreck für Politik interessiert und darunter nur das Ränkespiel von ein paar prominenten Köpfen versteht? Werden wir nicht andauernd darüber in Kenntnis gesetzt, dass eine solche Unentschiedenheit im Wahlverhalten bei
der anstehenden Wahl in Deutschland ganz besonders der Fall sei? War der Brexit
etwas, was UK nützt oder schadet? Wer soll da zur Wahl gegangen sein
und wer nicht? Ob das einen Einfluss auf das Endergebnis hatte?
Samstag, 26. August 2017
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