Die deutschen „Verbraucher“ werden betrogen und
lassen sich offenbar gerne betrügen: Die Dieseltricks sprechen ja
wohl für sich. Das Industrieinteresse scheint hier klar den Vorrang
vor der Gesundheit der Bürger zu haben. Der kommende Gipfel zwischen Politik und Industrie wird das wieder beweisen. Dabei ist damit nicht zu
spaßen, es geht um Leben und Tod: Viele sterben einfach weg, ich als
Lungenkranker leide heftig darunter. Die EU prüft, ob sie Autos mit
Dieselmotoren stilllegen lässt und ob sich die deutschen
Autoproduzenten ohnehin lange Zeit untereinander abgesprochen haben. Sie prüft. Sie
prüft auch, ob sich Polen vom Status des Rechtsstaats und einer
Demokratie entfernt. Ob das Konsequenzen hat, erscheint einem
Unbedarften eher fraglich. Währenddessen werden von der Industrie kostenlose
Software-Updates durchgeführt, freilich mit fraglichem Erfolg, wie
Abgas-Messungen nach einer solchen Updateaktualisierung nahe legen.
Mit Bio- und zweifelhaften Gesundheitsversprechen lassen sie sich
allerlei Lebensmittel andrehen, vom mittlerweile arg überstrapazierten
Quinoa, über allerlei „Vollkornprodukte“ bis hin zu der arg
mystifizierten Quia-Beere, die über lange Wege importiert werden
muss, ehe sie von ökologisch bewussten Geistern verzehrt werden
kann. Natürlich zum völlig überdrehten Preis, denn es gilt ja
auch, seine Zugehörigkeit zur Gesundheitskaste zu demonstrieren, die
jeden Preis wie selbstverständlich zahlen kann. Dabei enthalten
viele heimische Pflanzen dieselben Nahr- und Wirkstoffe. Doch das
ist offenbar nicht sexy genug.
Nach der „Health Claims Verordnung“ der EU darf
der Hersteller nur noch auf die Verpackung schreiben, was
wissenschaftlich bewiesen ist. Die Industrie hat reagiert: Mit
allerlei schwammigen Formulierungen, die rechtlich geschickt zwischen
den Regeln und hart an den Grenzen pendeln, wird für
Gesundheitsversprechen geworben. Dabei halten sich manche Hersteller noch nicht mal an diese „Health Care Verordnung“ und werben offenbar mit
regelrecht falschen Aussagen. Wenn Lebensmittel damit werben, was
nicht in ihrem Produkt enthalten sei, spricht man von „clean Labels“. Es gibt dann
spezielle Etiketten, die das Produkt oft mit ohnehin in Gesetzen
hinterlegten Beschränkungen und Selbstverständlichkeiten
hochwertiger erscheinen lassen sollen. Oft sind das Sprüche und
Schlupflöcher, Täuschungen und Mogelpackungen. Dabei sind solche Lebensmittel trotz ihrer
Vitalitäts- und Gesundheitsversprechen oft genug nicht besser als
die Produkte ohne eine solche Bewerbung.
Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
Freitag, 21. Juli 2017
Donnerstag, 20. Juli 2017
Mittwoch, 19. Juli 2017
Dienstag, 18. Juli 2017
Montag, 17. Juli 2017
Die Wirklichkeit des Grafen Stössel zu Stösselsfelde
Ich gehe davon aus, dass es auf dieser Welt sehr
verschiedene Lebenswelten gibt. Teilweise in sie zu blicken, sie zu
bereisen, sie ein Stück weit sogar sich anzueignen und wieder
loslassen zu können, mag dabei für jeden sehr aufschlussreich sein.
Wir können uns dabei gewahr werden, wie sehr wir geprägt sind, wie
sehr wir und unsere Erkenntnis in verschiedenartig geprägte Rollen hinein usw. beeinflusst ist. Ich will hierzu erst mal einen Charakter aus der
deutschen „Wirklichkeit“ heraus greifen, wie ich ihn vielfach
erlebt und beobachtet habe, obwohl gerade diese hier geschilderten
Leute sehr viel Wert auf ihre Einmaligkeit legen. Es handelt sich
hierbei um den Grafen Stössel zu Stösselsfelde, aufgewachsen in
einem Eliteinternat Trudpert in Sankt Trudpert und per Erbe
ausgestattet mit zahlreichen Ländereien, etwa 200 Firmen, mit
Chauffeur, Vermögensberater und einer großen Entourage, die Herr
Graf „Personal“ zu betiteln pflegt. Studienaufenthalte führten
ihn in die USA und nach England, die er deswegen „gut zu kennen“
glaubt. Er sitzt im Verwaltungsrat und in dem Aufsichtsrat sehr
vieler Firmen, wobei ihm besonders die Gestaltung der Zukunft und
ihre ständige technische Wandlungsfähigkeit im Rahmen einer global
ausgerichteten Wirtschaft wichtig ist. Selbstverständlich steht
seinem Chauffeur und damit ihm selbst ein riesiger Fuhrpark zur
Verfügung, wobei der nette fette Tesla mit seinem E-Motor und
seinen anderen fortschrittlichen Features in letzter Zeit bevorzugt
wurde. Man will ja schließlich politisch korrekt sein, denn man ist
ja erst 45 Jahre alt und will noch eine Weile leben. Er fühlt sich
als eine Art „Auserwählter“, wobei ihm das, wie er sagt,
durchaus bewusst ist. Als Alphatier freilich glaubt er durch Bildung
und Ausbildung trotzdem den vielen anderen, für die er eine Art
Verantwortung spürt, die Richtung vorgeben zu können und zu müssen.
Selbstverwirklichung ist ihm als Wert sehr wichtig und er glaubt an
die Innovation als eine bestimmende Kraft des Menschen.
Ob so jemand in einer anderen Welt lebt als wir? Wieso, aufgrund welcher Legitimation? Schleppen wir nicht alle ein Skelett durch diese Welt, das sich nicht gar so entscheidend von anderen unterscheidet? Ob so jemand durch das Erben eine andere Startposition hatte als andere? Ob in so jemand das Selbstverständnis eines souveränen Überblickers entstanden ist, im Gegensatz zu uns, die wir eher die Unübersichtlichkeit der Wirklichkeit wahrnehmen und nicht mit ihr zurecht kommen? Ob so jemand täglich Prospekte wälzt, auf der Suche nach dem günstigsten Sonderangebot und ob ihn die Strompreise zwicken? Was hält er wohl vom Thema „Altersversorgung“? Ob es ihm wichtig ist, seine Meinung in jedem Gremium „durchzusetzen“, eben weil sie von ihm selbst stammt? Das tut ihm gut. Wenn ihn irgendwelche Probleme bedrängen, so hat er jederzeit jede Hilfe zur Seite, - dafür sorgt nicht zuletzt sein persönlicher Assistent.
Ob so jemand in einer anderen Welt lebt als wir? Wieso, aufgrund welcher Legitimation? Schleppen wir nicht alle ein Skelett durch diese Welt, das sich nicht gar so entscheidend von anderen unterscheidet? Ob so jemand durch das Erben eine andere Startposition hatte als andere? Ob in so jemand das Selbstverständnis eines souveränen Überblickers entstanden ist, im Gegensatz zu uns, die wir eher die Unübersichtlichkeit der Wirklichkeit wahrnehmen und nicht mit ihr zurecht kommen? Ob so jemand täglich Prospekte wälzt, auf der Suche nach dem günstigsten Sonderangebot und ob ihn die Strompreise zwicken? Was hält er wohl vom Thema „Altersversorgung“? Ob es ihm wichtig ist, seine Meinung in jedem Gremium „durchzusetzen“, eben weil sie von ihm selbst stammt? Das tut ihm gut. Wenn ihn irgendwelche Probleme bedrängen, so hat er jederzeit jede Hilfe zur Seite, - dafür sorgt nicht zuletzt sein persönlicher Assistent.
Labels:
Bewusstsein,
Compassion,
Eliten,
Gesellschaft,
Global,
Inszenierung,
Lebenswelt,
Macht,
Ökonomie,
Person,
Reichtum,
Verantwortung,
Welt,
Wirtschaft
Samstag, 15. Juli 2017
Bildung
Mich regt der Popanz auf, der um das Wort „Bildung“
herum veranstaltet wird. Ich habe einen akademischen Abschluss und
habe keinen Job, von dem ich leben könnte. Bezeichnend dafür
scheint mir der Tweet zu sein, den CDU-Generalsekretär Peter Tauber
neulich laut verschiedener Pressmeldungen so absetzte: „Nur mit einer guten Ausbildung verdient man
genug damit man nicht drei Mini-Jobs braucht, um über die Runden zu
kommen“. Einer entgegnete in seinem Tweet darauf: “Heißt das jetzt 3 Mini-Jobs
für mich?“. Tauber konterte offenbar so: „Wenn Sie etwas ordentliches
gelernt haben, dann brauchen sie keine drei Mini-Jobs“. Tauber ruderte später zurück, quasselte etwas von "blöd formuliert..." und bereute seinen Spruch. er hatte aber etwas Wichtiges und dem
Wachstums-Credo/bzw. der Vollbeschäftigungssprüche seiner Partei entsprechend formuliert, das vor allem auf ausgebildete Ingenieure zu setzen
scheint.
Nur, wer ins Raster dieser Herren (Frauen?) von den Parteien passt, hat eine Chance. Ob darin etwas Totalitäres liegt? Das Totalitäre des Marktes? Die Demokratien hierzulande bezeichnen sich gerne als liberal und freiheitlich, sie sind derzeit weltweit in der Defensive, - bloß: beim Geld hört auch in ihnen offenbar der Spass auf. Geld ist sakrosankt. Wie wer dazu gekommen ist, sei egal, - so sagt der Markt. Dieser Markt diktiert unbarmherzig. Immer noch besser, als ein Diktator oder eine Partei diktiert unbarmherzig, so mag da mancher kontern. Wir sind eine Demokratie und keine „sportlich frisierte Autokratie“, - wie ich das neulich gehört habe. Doch genau eine solche Demokratie könnte es auszeichnen, gemeinsam in einem demokratischen Prozess, der auch sehr verschiedene Meinungen einschließt, darüber nachzudenken, wie man Verhältnisse verbessern könnte, wie man insgesamt zu einer besseren Welt kommen könnte. Daraus könnte so etwas wie Wettbewerb entstehen, aber einer, der den anderen achtet und sich nicht im Besitz der allein selig machenden Wahrheit wähnt. Das alles hat nichts mit dem „Schlechtreden“ zu tun, wie man es jetzt von politischer Seite so oft ekelhaft unterstellend hört.
Nur, wer ins Raster dieser Herren (Frauen?) von den Parteien passt, hat eine Chance. Ob darin etwas Totalitäres liegt? Das Totalitäre des Marktes? Die Demokratien hierzulande bezeichnen sich gerne als liberal und freiheitlich, sie sind derzeit weltweit in der Defensive, - bloß: beim Geld hört auch in ihnen offenbar der Spass auf. Geld ist sakrosankt. Wie wer dazu gekommen ist, sei egal, - so sagt der Markt. Dieser Markt diktiert unbarmherzig. Immer noch besser, als ein Diktator oder eine Partei diktiert unbarmherzig, so mag da mancher kontern. Wir sind eine Demokratie und keine „sportlich frisierte Autokratie“, - wie ich das neulich gehört habe. Doch genau eine solche Demokratie könnte es auszeichnen, gemeinsam in einem demokratischen Prozess, der auch sehr verschiedene Meinungen einschließt, darüber nachzudenken, wie man Verhältnisse verbessern könnte, wie man insgesamt zu einer besseren Welt kommen könnte. Daraus könnte so etwas wie Wettbewerb entstehen, aber einer, der den anderen achtet und sich nicht im Besitz der allein selig machenden Wahrheit wähnt. Das alles hat nichts mit dem „Schlechtreden“ zu tun, wie man es jetzt von politischer Seite so oft ekelhaft unterstellend hört.
Freitag, 14. Juli 2017
Schopi und der Tod (4)
Schopenhauer schreibt: „Daraus ist zu schließen,
daß das gänzliche Aufhören des Lebensprocesses für die treibende
Kraft desselben eine wundersame Erleichterung seyn muß: vielleicht
hat diese Antheil an dem Ausdruck süßer Zufriedenheit auf dem
Gesichte der meisten Todten. Ueberhaupt mag der Augenblick des
Sterbens dem des Erwachens aus einem schweren, alpgedrückten Traum
ähnlich seyn.
Bis hierher hat sich uns ergeben, daß der Tod, so sehr er auch gefürchtet wird, doch eigentlich kein Uebel seyn könne., Oft aber erscheint er sogar als ein Gut, ein Erwünschtes, als Freund Hain. Alles, was auf unüberwindliche Hindernisse seines Dasyns, oder seiner Bestrebungen gestoßen ist, was an unheilbaren Krankheiten, oder an untröstlichem Grame leidet, - hat zur letzten, meistens sich von ihm selbst öffnenden Zuflucht die Rückkehr in den Schooß der Natur, aus welchem es, wie alles Andere auch, auf eine kurze Zeit heraufgetaucht war, verlockt durch die Hoffnung auf günstigere Bedingungen des Dasyens, als ihm geworden, und von wo aus ihm der selbe Weg stets offen bleibt. Jene Rückkehr ist die cessio bonorum (die Abtretung des gesamten Vermögens) des Lebenden. Jedoch wird sie auch hier erst nach einem physischen, oder moralischen Kampfe angetreten: so sehr sträubt sich Jedes sich, dahin zurückzugehen, von wo es so leicht und bereitwillig hervorkam, zu einem Daseyn, welches so viele Leiden und so wenige Freuden zu bieten hat.“ (Parerga und Paralipomena) Wie sich damit wohl der von Silicon Valley herbei gewünschte und geforschte Sieg über den Tod verträgt?
Bis hierher hat sich uns ergeben, daß der Tod, so sehr er auch gefürchtet wird, doch eigentlich kein Uebel seyn könne., Oft aber erscheint er sogar als ein Gut, ein Erwünschtes, als Freund Hain. Alles, was auf unüberwindliche Hindernisse seines Dasyns, oder seiner Bestrebungen gestoßen ist, was an unheilbaren Krankheiten, oder an untröstlichem Grame leidet, - hat zur letzten, meistens sich von ihm selbst öffnenden Zuflucht die Rückkehr in den Schooß der Natur, aus welchem es, wie alles Andere auch, auf eine kurze Zeit heraufgetaucht war, verlockt durch die Hoffnung auf günstigere Bedingungen des Dasyens, als ihm geworden, und von wo aus ihm der selbe Weg stets offen bleibt. Jene Rückkehr ist die cessio bonorum (die Abtretung des gesamten Vermögens) des Lebenden. Jedoch wird sie auch hier erst nach einem physischen, oder moralischen Kampfe angetreten: so sehr sträubt sich Jedes sich, dahin zurückzugehen, von wo es so leicht und bereitwillig hervorkam, zu einem Daseyn, welches so viele Leiden und so wenige Freuden zu bieten hat.“ (Parerga und Paralipomena) Wie sich damit wohl der von Silicon Valley herbei gewünschte und geforschte Sieg über den Tod verträgt?
Donnerstag, 13. Juli 2017
Wirklichkeiten in unserem Kopf
Ich würde gerne die
Sichtweisen aus einem anderen Kulturkreis heraus annehmen, mit ihnen
umgehen, etwa nach einer Reise, und darüber auch hier schreiben. Ich
merke, wie ich neugierig bin und weiß, dass die Welt viel zu bieten
hätte. Viel anderes. An verschiedener Alltagserfahrung. Aber ich
neige aus guten Gründen dazu, nur meine eigenen Erfahrungen, meine
persönlichen Lesefrüchte und Aufschriebe zu berücksichtigen. Sie
sollen eine Art Tagebuch meines Bewusstseins der Gegenwart sein. In
die anderen Menschen versuche ich mich einzufühlen. Ich erfahre
etwas über sie, der Möglichkeiten sind viele, viel mehr als in der
Vergangenheit. Fremde Berichte will ich nicht noch einmal
wiedergeben, wiederkäuen als meine eigenen Bewusstseinsreisen.
Anders sehe ich „historische Reisen“, den Blick in andere
historische Welten und ihre Umgangsformen. Hierbei sind wir alle
Gegenwartsmenschen auf derselben Höhe. Uns unterscheidet nur der
Umgang mit Quellen, zu denen wir im Zeitalter des Internets und
fortgeschrittener Informationstechnologie. Wir alle spekulieren
rückwärts. So komme ich immer wieder bei den Zeugnissen der Mayas,
Azteken und Inkas vorbei, versuche, mir ihr damaliges Weltbild
vorzustellen, ihren von den Gegebenheiten geprägten Blick auf die
Realität. Auch die Römer, die Ägypter und viele andere haben es
mir angetan. Ihre Welt ist in uns aufgehoben. Sie offenbart eine
Möglichkeit, die stark von unseren heutigen Gegebenheiten (die ja so
viele Leute als „gottgegeben“ oder "unveränderlich" einschätzen) abweicht. Die
damaligen Menschen glaubten das auch von ihrer Realität, die
freilich noch viel weniger gestaltbar war, als die heutige. Gerade
darin könnte eine Art Fortschritt liegen. Oder ob es so ist, dass
wir heutzutage solche Veränderbarkeit mehr wahrnehmen? Ob die
ständig sich beschleunigende Beschleunigung auch eine Rolle spielt?
Und schon sind wir wieder auf einer der Ebenen, der ich hier im Blog
nachgehen will, die mich beschäftigt.
Mittwoch, 12. Juli 2017
Leiharbeit
Eine Lebenswelt öffnete sich mir neu, als ich durch
direkte Anschauung und Miterleben erfuhr, dass selbst ein voller
körperlicher Einsatz auch über einen langen Zeitraum hinweg (12
Monate und mehr...) nur für ein sehr schmales Gehalt gut zu sein
schien. Man sei „Sklave“, so wurde mir beschieden (völlig ohne
die gerade jetzt so gescholtenen „linken“ Absichten, von der Politik
gleich welcher Richtung wurde sowieso nichts mehr erwartet.....)
Leiharbeit und prekäres Arbeiten sind Teil unserer deutschen
Realität, Lohndumping scheint noch immer Schmierstoff dieser
Wirtschaft zu sein. Inzwischen durchgeführte Reformen scheinen
zumindest in gewissen Regionen ein fragwürdiges Ergebnis zu
zeitigen. Ich erfuhr, dass auch Schichteinsätze des nachts und zu
unmöglichen Zeiten nichts finanziell Zählbares über das hinaus
bringen sollten, als das Übliche des Tages (den Rest schöpfte wohl
die Agentur ab...), dass fortwährend Entlassung drohte, dass man
jederzeit abrufbar sein musste, dass keinerlei rechtliche Grenzen
beachtet wurden, dass sexuelle Nötigung tägliche Praxis war und
insofern ein krasses Gefühl von Ausgeliefertsein zu verkraften
war....
Ich riet damals, sich mit der Gewerkschaft in Verbindung zu setzen: „Die setzen sich für Leiharbeiter ein....!“. Man berichtete mir Unglaubliches, so dass ich mich angeregt fühlte, selbst einmal anzurufen. Die zuständige Dame eröffnete mir kalt lächelnd, dass man überhaupt nichts unternehmen würde, solange man nicht Mitglied der Gewerkschaft sei. Ein Leiharbeiter hat aber selten genug Geld, um Mitgliedsbeiträge zahlen zu können. Schon gar nicht auf Verdacht. Er scheint also auch hier ausgegrenzt zu werden, Prekäre scheinen außen vor zu bleiben. Das Thema erledigte sich in diesem Fall von selbst.
Ich riet damals, sich mit der Gewerkschaft in Verbindung zu setzen: „Die setzen sich für Leiharbeiter ein....!“. Man berichtete mir Unglaubliches, so dass ich mich angeregt fühlte, selbst einmal anzurufen. Die zuständige Dame eröffnete mir kalt lächelnd, dass man überhaupt nichts unternehmen würde, solange man nicht Mitglied der Gewerkschaft sei. Ein Leiharbeiter hat aber selten genug Geld, um Mitgliedsbeiträge zahlen zu können. Schon gar nicht auf Verdacht. Er scheint also auch hier ausgegrenzt zu werden, Prekäre scheinen außen vor zu bleiben. Das Thema erledigte sich in diesem Fall von selbst.
Dienstag, 11. Juli 2017
Parteiengezänk
Ich habe sie so satt, diese Parteisoldaten. Eben von
der SPD gelesen: Schäfer-Gümpel findet, es sei kein Problem vom
Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz..... Rücktrittsforderungen
bezeichnet er als „Frechheit“. In mir drängt sich ein Eindruck
auf: Es sind (Partei-)Rituale, in denen sich unsere Demokratie
vollzieht. Es stellt sich dadurch ein Gefühl von Kulissenschieberei
und Inszenierung ein. Von falschem Spiel. Es sind eben mal ein paar Hundert Millionen
Euro für ein fragwürdiges Klassenbild ausgegeben worden und jetzt
gibt es angesichts des „Wahlkampfes“ ein Parteiengezänk, in dem
es darum geht, wer härter bestrafen will, wer Entschädigungen
ausspuckt oder nicht und wer verantwortlich ist. Dass es darum geht, ist okay.
Doch das „Wie“ kann einem Sorgen machen. Von der CDU und der FDP
soll eine „falsche Liberalität“ gegenüber „solchen Milieus“
beklagt worden sein, - und wird jetzt dauernd wiederholt. Es gehe um das Problem von Gewalt (das "Linksextremen" zugeschrieben wird). Ist was dran. Deshalb treten jetzt überall "Experten" auf und erklären uns in ihrem Sinne diese Gewalt. Es müsste eigentlich ausgewogen und vorsichtig diskutiert werden, denn es gibt auch Gewalt von anderer Seite. Aber wie das hier und welchem Kontext serviert wird, ist das ziemlich eindeutig. Ob in den so freudig akzeptierten gesellschaftlichen Verhältnissen, die von G 20 ausgegangen sind und ausgehen, auch
etwas von Gewalt aufgehoben ist? Natürlich nicht von der dreckigen
Sorte, die für jeden in den Medien per Sondersendungen sichtbar ist. Sondern schleichend, sich aus Entwicklungen ergebend, vom jeweiligen Staat "beschützt". Und in den
verschiedenen Kriegen oder Konflikten, in denen Teilnehmer von G 20 verwickelt sind,
soll es auch ganz schön schäbig gewaltsam hergehen..... Herren mit wichtigen
Gesichtern drehen das so richtig wahlkampfmäßig gegenseitig auf
sich zu....benutzen und instrumentalisieren und kochen ein Parteiensüppchen. Bei „Anne Will“ geht
derweil Bild und Ton weg, um auch nicht so schnell wieder zu
kommen.... ein Schelm, wer sich Böses dabei denkt.
Montag, 10. Juli 2017
Hermanns Jugend
Hermann Hesse wuchs in Calw auf, der Marktplatz und
die steilen Gassen, das war die Welt seiner Kindheit. Er kannte alle
und jeden. Seine Eltern standen im Dienste der evangelischen Basler
Mission. Der Vater kam aus Estland und hatte als Missionar in Indien
gearbeitet.Die Welt der Mission war in Hesses Kindheit dadurch
allgegenwärtig. Seine Mutter war in Südwestindien aufgewachsen,
Bilder und Lieder aus Indien waren ihm von klein auf vertraut. So hat
der junge Hesse von Anfang an zwei Welten kennen gelernt. Es gab die
schwäbische Kleinstadt mit ihrer überlieferten Ordnung und Ihren
Traditionen. Und es gab die ferne indische Kultur mit ihren eigenen
Lebensformen, Sprachen und Rhythmen.
Wie ein geheimnisvolles Reich kam ihm die Bibliothek des Großvaters Hermann Gundert vor, in der es nach Pfeifenrauch und alten Büchern roch. Als Schriftsteller, Übersetzer und Herausgeber von Missionsliteratur leitete Gundert den Calwer Verlagsverein. Er war einer der Pioniere der evangelischen Mission in Indien gewesen, ein schwäbischer Theologe, der auch ein bedeutender Indologe und Sprachgelehrter war. Er konnte seine Predigten in so manchem indischen Dialekt abhalten und übertrug indische Versepen ins Deutsche. Seine Wertschätzung anderer Kulturen faszinierte den jungen Enkel Hermann Hesse. „in anderen Schränken des Großvaters stand und lag noch viel anderes Wesen und Geräte. Ketten aus Holzperlen wie Rosenkränze, Palmblätterne Rollen, mit eingeritzter alter indischer Schrift beschrieben. Kleine Götterbilder, aus Holz,aus Glas, aus Quarz aus Ton, messingne Ceylonbecher und Schalen. Und alles kam aus Indien und Ceylon, aus Siam und aus Birma. ...Er war auch ein Magier ein Weiser und Wissender- Er konnte Pali und Sanskrit schreiben und sprechen. Er konnte unter anderem bengalische, indostanische und sineglesische Lieder singen. Er kannte die Gebetsübungen der Mohammedaner und der Buddhisten, obwohl er Christ war und an den dreieinigen Gott glaubte. Niemand wusste so wie er bescheid darum, dass unsere Stadt und unser Land nur ein sehr kleiner Teil der Erde war.
Wie ein geheimnisvolles Reich kam ihm die Bibliothek des Großvaters Hermann Gundert vor, in der es nach Pfeifenrauch und alten Büchern roch. Als Schriftsteller, Übersetzer und Herausgeber von Missionsliteratur leitete Gundert den Calwer Verlagsverein. Er war einer der Pioniere der evangelischen Mission in Indien gewesen, ein schwäbischer Theologe, der auch ein bedeutender Indologe und Sprachgelehrter war. Er konnte seine Predigten in so manchem indischen Dialekt abhalten und übertrug indische Versepen ins Deutsche. Seine Wertschätzung anderer Kulturen faszinierte den jungen Enkel Hermann Hesse. „in anderen Schränken des Großvaters stand und lag noch viel anderes Wesen und Geräte. Ketten aus Holzperlen wie Rosenkränze, Palmblätterne Rollen, mit eingeritzter alter indischer Schrift beschrieben. Kleine Götterbilder, aus Holz,aus Glas, aus Quarz aus Ton, messingne Ceylonbecher und Schalen. Und alles kam aus Indien und Ceylon, aus Siam und aus Birma. ...Er war auch ein Magier ein Weiser und Wissender- Er konnte Pali und Sanskrit schreiben und sprechen. Er konnte unter anderem bengalische, indostanische und sineglesische Lieder singen. Er kannte die Gebetsübungen der Mohammedaner und der Buddhisten, obwohl er Christ war und an den dreieinigen Gott glaubte. Niemand wusste so wie er bescheid darum, dass unsere Stadt und unser Land nur ein sehr kleiner Teil der Erde war.
Sonntag, 9. Juli 2017
Sherpa
Zuerst hörte ich das Wort aus dem Munde eines
Medienmenschen und musste grinsen: „Sherpa“. Nun ja, halt wieder
so ein Modewort, das ein bisschen verräterisch ist, so denke ich
mir. Dann hörte ich es aus dem Munde eines Politikers der höchsten
Hierarchiestufe: „Sherpa“. Ob das dieses Politikergipfels G 20 angemessen ist? Die Sherpas hätten die ganze Nacht gearbeitet, damit
man nun am anderen Morgen das strahlende Ergebnis verkünden könne
„Sherpa“. Ich schalte in die Tour de France und kann verfolgen,
wie die jeweiligen Chefdamen- und Herren ein ganzes Heer von Sherpas unter sich
haben. Klar, wer das meiste Geld hat, hat die besten Sherpas/Helfer.
Ich wundere mich abermals und komme mal wieder ins Grübeln, wieso
der Mensch eigentlich immer solche Hierarchien zu brauchen scheint.
Was ist ein Sherpa? Ein anonymer Zuträger der einheimischen Kräfte.
Einer, der fürs Grobe zuständig ist. Fürs Feine sorgen dann die
Hierarchiemenschen. Zunehmend und immer schamloser wird die Welt
offenbar in solche Tonangeber und ihre Diener eingeteilt.,
Hilfskräfte, Nachtarbeiter. Das Wort kommt ja aus dem alpinen
Bereich, Abteilung Mount Everest. Dort schleppen Sherpas das Material
den Gipfel hoch. Die Damen und Herren von der Befehlsebene kommen
tapfer mit ihren Sauerstoffgeräten nach und können dann behaupten,
den höchsten Gipfel der Erde erklommen zu haben. So war's von Anfang
an. Den Damen/Herren der Welt ist ein Wunsch erfüllt und die Sherpas
haben einen Job. Entwicklungshilfe nannte man das früher. Oder auch
noch heute.
Samstag, 8. Juli 2017
Freitag, 7. Juli 2017
Digitale Wirklichkeiten
Es war befürchtet und beschworen worden. Nicht
zuletzt George Orwell unter anderem in seinem Roman „1984“ hatte
massiv vor einer Welt gewarnt, in der die Überwachung die Rolle
eines sich immer totalitärer gebärdenden Staates entscheidend
stützen würde. Klar war immer, dass der Terrorismus und seine
Bekämpfung das Einfallstor dafür sein würden. Sie würden das
Argument dafür liefern. Die „innere Sicherheit“ glaubt der Staat
nur auf einem von ihm definierten Weg erreichen zu können, der nach seiner Meinung immer weiter verschärft werden muss.
Nun scheint dies erst unmerklich, dann immer unverblümter, Wirklichkeit geworden zu sein. Eine gewisse Notwendigkeit und Zwangsläufigkeit scheint nicht nur in Mitteleuropa gerade in jüngsten Zeiten zusätzliche Wege zu ebnen. Die Schlinge scheint mit guten Argumenten immer enger gezogen zu werden, die digitale Überwachung totaler. „Big Brother is watching you“ scheint von der Bedrohung zum Schutz mutiert. Jedenfalls wollen uns das Meinungsführer aus allen politischen Ecken lernen lassen. Dass dabei auch gewisse freiheitliche Grundwerte, um der Verteidigung es nicht zuletzt gehen könnte, aufgegeben werden könnten, scheint nicht im Blickfeld dieser Leute aufzutauchen. Nun dringt die Kunde zu uns, dass es in China ja besonders toll damit zugehen würde. Des Bürgers Wohlverhalten soll dort bis in möglichst alle Einzelheiten hinein digital erfasst, reguliert und bearbeitet werden, so heißt es. Es scheint, dass auf diese Weise die Begriffe „gut“ und „schlecht“ neu definiert werden sollen. Schon vor dem Hochhaus erwarten den Bürger Videokameras, die sein Verhalten in mannigfachen Parametern weitergeben an Behörden, die mit einem Punktesystem der in Daten aufbereiteten Angepasstheit aufwarten. Stromrechnung bezahlt? Impfung rechtzeitig absolviert? Steuern bezahlt? Blutspende? Geld gespendet für "guten Zweck"? Ein Kind zuviel in die Welt gesetzt? Per Gesichtserkennung identifiziert dich die staatliche App. Alles bequem und einfach. Selbstverständlich werden auch Preise für Wohlverhalten ausgelobt: Boni in öffentlichen Bibliotheken etwa. Noch scheint alles freiwillig. So fängt immer alles an. Überall. Doch schon bald stellt sich sozialer Druck ein, „es wird erwartet“, es wird obligatorisch, wer nicht mitmacht, macht sich verdächtig, der Staat kann ohnehin böse werden oder er sanktioniert das „Nicht mitmachen“ durch Druck, durch Strafen. „Erziehen“ lautet die Zauberformel. „Zivilisieren“. Marktgängigkeit erzeugen. So funktioniert das überall, nicht nur in China.
Nun scheint dies erst unmerklich, dann immer unverblümter, Wirklichkeit geworden zu sein. Eine gewisse Notwendigkeit und Zwangsläufigkeit scheint nicht nur in Mitteleuropa gerade in jüngsten Zeiten zusätzliche Wege zu ebnen. Die Schlinge scheint mit guten Argumenten immer enger gezogen zu werden, die digitale Überwachung totaler. „Big Brother is watching you“ scheint von der Bedrohung zum Schutz mutiert. Jedenfalls wollen uns das Meinungsführer aus allen politischen Ecken lernen lassen. Dass dabei auch gewisse freiheitliche Grundwerte, um der Verteidigung es nicht zuletzt gehen könnte, aufgegeben werden könnten, scheint nicht im Blickfeld dieser Leute aufzutauchen. Nun dringt die Kunde zu uns, dass es in China ja besonders toll damit zugehen würde. Des Bürgers Wohlverhalten soll dort bis in möglichst alle Einzelheiten hinein digital erfasst, reguliert und bearbeitet werden, so heißt es. Es scheint, dass auf diese Weise die Begriffe „gut“ und „schlecht“ neu definiert werden sollen. Schon vor dem Hochhaus erwarten den Bürger Videokameras, die sein Verhalten in mannigfachen Parametern weitergeben an Behörden, die mit einem Punktesystem der in Daten aufbereiteten Angepasstheit aufwarten. Stromrechnung bezahlt? Impfung rechtzeitig absolviert? Steuern bezahlt? Blutspende? Geld gespendet für "guten Zweck"? Ein Kind zuviel in die Welt gesetzt? Per Gesichtserkennung identifiziert dich die staatliche App. Alles bequem und einfach. Selbstverständlich werden auch Preise für Wohlverhalten ausgelobt: Boni in öffentlichen Bibliotheken etwa. Noch scheint alles freiwillig. So fängt immer alles an. Überall. Doch schon bald stellt sich sozialer Druck ein, „es wird erwartet“, es wird obligatorisch, wer nicht mitmacht, macht sich verdächtig, der Staat kann ohnehin böse werden oder er sanktioniert das „Nicht mitmachen“ durch Druck, durch Strafen. „Erziehen“ lautet die Zauberformel. „Zivilisieren“. Marktgängigkeit erzeugen. So funktioniert das überall, nicht nur in China.
Donnerstag, 6. Juli 2017
Globalisierungen
Mir gehen immer noch die Bilder durch den Kopf, als
vor zwei Tagen einige Mächtige der deutschen Industrie Verträge mit
ihren Pendants aus der Volksrepublik China unterzeichneten. Das
mischte sich in meinem Kopf kurzfristig mit den Nachrichten über
neue Wechselabsichten oder Vollzüge von Fußballspielern. In beiden
Fällen scheint sich vieles anonymisiert zu haben. „Profis“
wechseln dorthin, wo es die meiste Kohle gibt, basta. Ein
durchgehendes gesellschaftliches Prinzip. Irgendwelche
Zugehörigkeiten, Identitäten usw. scheinen dabei völlig auf der
Strecke geblieben zu sein. Genauso kamen mir die Namen und
Firmenlogos vor, für die die unterzeichnenden Herren in ihren
Anzügen standen: Schall und Rauch, der nichts mehr wert ist, außer
der durch sie erzeugten Wirtschaftskraft. Menschen und Identitäten
scheinen da außen vor zu sein. Es herrscht das Diktat der
Wirtschaft. Es werden dabei Millionen und Milliarden bewegt, eben mal
so, mit freundlich netten Gesichtern, die für Entwicklungen stehen,
hinter denen sich Einzelschicksale, Altersarmut und viele viele Probleme verbergen. Hätschelkinder des Systems lassen sich indessen
verkaufen und gehen freiwillig in eine Sklaverei, die - getreu dem
heutigen Systemideal - vor allem diesen Hätschelfiguren wohl zu tun
scheint. Gemeinsamkeit? Menschen sind Verfügungsmasse,
Identifikationsflächen sind Kauf und Verkaufsgelegenheiten geworden.
Die Ökonomisierung scheint alle Lebensbereiche durchdrungen zu
haben, alles ist eine Frage von Angebot und Nachfrage. Dabei scheint
mir nicht das Problem zu sein, dass das Angebot und die Nachfrage
gewisse Lebensbereiche durchdringt, sondern dass dies Prinzip immer
mehr alle Lebensbereiche durchdringt, und zwar auf eine raffinierte
sich einschleichende, unmerklich einsickernde Weise. Alle
Lebensbereiche. Es scheint total, ja nahezu totalitär geworden zu
sein. Menschen verfangen sich unwillkürlich darin und kommen nicht
mehr heraus, sind ins Hamsterrad und in die Kopfwaschmaschinen
eingeschlossen. Ja klar, ich bin froh, dass ich in Deutschland lebe.
In anderen Bereichen der Welt scheint dies alles noch viel
unbarmherziger vonstatten zu gehen. Aber würde es nicht zu einer
gewissen Weisheit gehören, wenn die hiesigen Verantwortlichkeiten
der Politik die Gefahren solcher Entwicklungen wenigstens zur
Kenntnis nehmen würden und nicht nur im showträchtigen
Beisammensitzen (wie eigentlich sollen sich 19 Regierungschefs in so
kurzer Zeit unterhalten oder gar „Gespräche“ führen?) ihre
Macht preisen würden? Altersarmut, Arbeitswelt 4.0. und andere
dramatische, aber längerfristige Entwicklungen wie Hunger oder "Klimawandel“: Ist so etwas in einer Showveranstaltung am
Wochenende mal eben „abzuhandeln“?
Mittwoch, 5. Juli 2017
Zukunftsmöglichkeiten
Vielleicht wird man einmal in 100 Jahren zurück
blicken und denken: Was für Leute waren das denn? (Lasst uns
überlegen, wie sich die Erde vor (!) 100 Jahren darstellte...) Dise Leute glaubten, ihre sozialen Gegensätze dermaßen offen gegeneinander austragen zu
müssen und die gesellschaftliche Mitbestimmung, die auch gerne
Partizipation genannt wird, dermaßen vernachlässigen zu können.
Wir haben heute ein neues „Wir“-Gefühl, wir spüren, dass wir
alle im selben Boot sitzen und uns längst nicht mehr gegenseitig
ausspielen lassen. Das Wort "sozial" hat eine neue Bedeutung. Gegensätze werden leise wegmoderiert, werden
entschärft, gemanagt, werden in verträgliche Bahnen geleitet. Der
Wert der Arbeit ist ja sowieso übereinstimmend ein ganz anderer
geworden, nachdem Roboter 4.0 diesbezügllich die Macht übernommen
haben. Wir haben gelernt, dass es auch außerhalb der Arbeitssphäre
Möglichkeiten gibt, sich selbst zu verwirklichen und wir haben
schon auf der Schule gelernt, wie wir uns „Gewinn“bringend mit
uns selbst beschäftigen können, wie wir Potentiale in uns heben
können und uns entwickeln, zu uns selbst kommen. Es hat sich zwar zwischenzeitlich eine
Klasse der Besitzenden und Mächtigen abzusetzen versucht, doch wir
sind ihnen noch rechtzeitig auf die Schliche gekommen, haben ihr
„Bewertungssystem“ der Menschen ohnehin nicht mehr akzeptiert.
Die frühe „Globalisierung“ ist Geschichte, ihre negativen
Auswirkungen der allgemeinen Identitätslosigkeit und Verfügbarkeit
längst überwunden. Wir haben uns der Erde neu angenähert, haben
verstanden, wie sehr sie ein Teil von uns ist und wir von ihr. Der
bedingungslose Raubbau konnte zurück gedrängt werden und stellt
sich im Rückblick als schwerer Irrtum heraus, der durch mannigfache
Abstimmungsprobleme unter den Menschen verursacht worden ist. Leider
waren bis zum Zeitpunkt der Umkehr schon viele Tierarten
ausgestorben, so dass diese unheilvolle Entwicklung samt ihren
egoistischen Impulsen nur teilweise rückgängig gemacht werden
konnte.
Dienstag, 4. Juli 2017
Montag, 3. Juli 2017
Baltisches Bad
„Jeder
Mensch kommt gerne irgendwo an“, so könnte man die Motivation
beschreiben, welche "die Gartenbesucher dazu bewegt, das Hohenheimer
Lavendel-Labyrinth zu begehen“:
So steht es jedenfalls eingangs im PR-Text zum betreffenden Labyrinth
im Stuttgarter Süden. Vom Typ her ist es ein sogenanntes „Baltisches
Bad“. Es besitzt zwei Öffnungen, einen Eingang und einen Ausgang.
Der Weg zur Mitte kann sehr lang werden, in diesem Falle 530 Meter.
Der Weg von der Mitte hingegen, der zum Ausgang führt, ist sehr
kurz, - nämlich 15 Meter. Das Tolle: es kann ein sinnliches Erlebnis
bedeuten.
Es gilt unter anderem, die Wärme der Erde unter nackten Fußsohlen zu spüren, Achtsamkeit zu üben. Die Insekten summen hören und den Zauber des Ortes riechen, ihn aufnehmen, sich von ihm betören lassen. Die Beete sind mit verschiedenen Lavendelsorten bepflanzt, der Boden um die Pflanzen ist mit Juraschotter bedeckt, auf den Wegen liegt Rindenschrot. Nach keltischem Glauben (auf den solche Labyrinthe zurück gehen..) liegt im Westen, wo die Sonne untergeht, die Anderwelt, das Jenseits, von wo aus man das Labyrinth nach Osten zum Sonnenaufgang hin betritt, um nach der Begegnung in der Mitte mit dem allumfassenden Göttlichen, wieder zurück zu kehren. Dazu kommt man in „Baltischen Rädern“, wie etwa hier, mit dem langen Weg rechtsdrehend im Uhrzeigersinn. Denn rechtsdrehend verheißt Glück, linksdrehend eher Unglück. Auch ist für die Wahl des Orts eines Baltischen Rads die Harmonie mit der Umgebung sehr wichtig sowie mit den unsichtbaren Energie- und Strahlenfeldern. Auf was das alles hinaus läuft: auf einen „heiligen Ort“. Und, was wichtig ist: Ein Labyrinth ist kein Irrgarten!
Was uns das alles bringt? Mal ganz praktisch? Hier eine Möglichkeit, - es gibt noch viele andere: Man kann etwa mit einem Problem, einer Frage, das Labyrinth betreten, auf dem gewundenen Weg zum Zentrum alle Aspekte überlegen, die Dinge in sich drehen und wenden, um dann im Zentrum eine neue Richtung einzuschlagen und mit der Lösung ins Freie zu treten. Oder man lässt das unlösbare Problem, unseren Fehlschlag, den Klotz am Bein im Zentrum zurück, schüttelt sich und geht unbeschwert und mit neuer Energie und frischen Plänen zum Ausgang.
Es gilt unter anderem, die Wärme der Erde unter nackten Fußsohlen zu spüren, Achtsamkeit zu üben. Die Insekten summen hören und den Zauber des Ortes riechen, ihn aufnehmen, sich von ihm betören lassen. Die Beete sind mit verschiedenen Lavendelsorten bepflanzt, der Boden um die Pflanzen ist mit Juraschotter bedeckt, auf den Wegen liegt Rindenschrot. Nach keltischem Glauben (auf den solche Labyrinthe zurück gehen..) liegt im Westen, wo die Sonne untergeht, die Anderwelt, das Jenseits, von wo aus man das Labyrinth nach Osten zum Sonnenaufgang hin betritt, um nach der Begegnung in der Mitte mit dem allumfassenden Göttlichen, wieder zurück zu kehren. Dazu kommt man in „Baltischen Rädern“, wie etwa hier, mit dem langen Weg rechtsdrehend im Uhrzeigersinn. Denn rechtsdrehend verheißt Glück, linksdrehend eher Unglück. Auch ist für die Wahl des Orts eines Baltischen Rads die Harmonie mit der Umgebung sehr wichtig sowie mit den unsichtbaren Energie- und Strahlenfeldern. Auf was das alles hinaus läuft: auf einen „heiligen Ort“. Und, was wichtig ist: Ein Labyrinth ist kein Irrgarten!
Was uns das alles bringt? Mal ganz praktisch? Hier eine Möglichkeit, - es gibt noch viele andere: Man kann etwa mit einem Problem, einer Frage, das Labyrinth betreten, auf dem gewundenen Weg zum Zentrum alle Aspekte überlegen, die Dinge in sich drehen und wenden, um dann im Zentrum eine neue Richtung einzuschlagen und mit der Lösung ins Freie zu treten. Oder man lässt das unlösbare Problem, unseren Fehlschlag, den Klotz am Bein im Zentrum zurück, schüttelt sich und geht unbeschwert und mit neuer Energie und frischen Plänen zum Ausgang.
Sonntag, 2. Juli 2017
REIM, UNVERSCHÄMT AUS DEM LEIM - Mettwurst
METTWURST
Oh oh oh… it’s competition
Die Dame ist vom Fach und legt sie alle flach
Im Minutentakt und im Akkord
Testreihe ist bescheid, sofort
Phantasierochade
Kein Mann mit Vernunft findet’s schade
Jeder erst mal dran, die anderen kommen später
Im Akkord da gibt sie Gas
Sie hält den Beat, sie liebt es hart
auf einmal kommt's: kein Problem
Orgasmus beschleunigt, Turbobrenner
Werbung gewohnt, ist der stärk're Reiz
Knospen blühn mitten im Winter
Da ist doch nichts Ernstes dahinter
Corpus delicti,
Rosismund hat sie flugs besucht
sie kommt schnell auf Touren
von 0 auf 100 in 3 Sekunden (klar, das hat und kann sie selbstverständlich...)
da schlägt der Hammer der Erleuchtung zurück
und trifft so viele auf den Kopf
gesagt, gemacht, gedacht
Mettwurst ist da reichlich unangebracht
Oh oh oh… it’s competition
Die Dame ist vom Fach und legt sie alle flach
Im Minutentakt und im Akkord
Testreihe ist bescheid, sofort
Phantasierochade
Kein Mann mit Vernunft findet’s schade
Jeder erst mal dran, die anderen kommen später
Im Akkord da gibt sie Gas
Sie hält den Beat, sie liebt es hart
auf einmal kommt's: kein Problem
Orgasmus beschleunigt, Turbobrenner
Werbung gewohnt, ist der stärk're Reiz
Knospen blühn mitten im Winter
Da ist doch nichts Ernstes dahinter
Corpus delicti,
Rosismund hat sie flugs besucht
sie kommt schnell auf Touren
von 0 auf 100 in 3 Sekunden (klar, das hat und kann sie selbstverständlich...)
da schlägt der Hammer der Erleuchtung zurück
und trifft so viele auf den Kopf
gesagt, gemacht, gedacht
Mettwurst ist da reichlich unangebracht
Samstag, 1. Juli 2017
Größenverhältnisse, Verhältnisse allzumal
Ich begreife, dass ich in diesem Universum lebe –
dies aber nicht besonders bewusst: alleine schon die Größen- und
Zeitverhältnisse sind gewaltig, unvorstellbar. Vor 13,7 Milliarden
Jahren soll der Urknall stattgefunden haben, aus dem Nichts. All das
überfordert unsere Vorstellungskraft bei weitem. Das geht darüber
hinaus, reißt Räume auf, die unwirklich erscheinen, aber blanke
Wirklichkeit sind. Die uns einhüllen in diese Wolke, die uns
bedeuten soll, dass sie wichtig sei. Dabei ist sie wohl im
Weltmaßstab völlig nebensächlich, spielt keine Rolle. Es tun sich
andere Wirklichkeiten auf, andere Bezüglichkeiten....wie könnte ich
alleine schon angesichts dessen glauben, dass der Mensch die Krone
der Schöpfung sei und seine Erkenntniskraft das Maß aller Dinge?
Das ist wohl krasse Überschätzung aus einem beschränkten
Gesichtskreis heraus. Wir hätten nichts anderes, als die
wissenschaftliche Erkenntnis, höre ich einige Agnostiker greinen.
Nun gut, aber vielleicht müssen wir einsehen, dass die
Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass es darüber hinaus viel gibt, -
nicht nur die wissenschaftsgläubigen Geistern so unbeliebte
Gottesvorstellung. Lächerlichkeiten auf zwei Beinen sind wir, auch
wenn wir uns ins All aufmachen würden. Da draußen gibt es noch so
viel mehr, Milliarden von Sternen und Planeten und Asteroiden und
Weltraumschrott. Und wer sagt denn, dass Raum und Zeit die einzigen
Dimensionen sind? Womöglich gibt es auch in dieser Hinsicht deutlich
mehr. Nicht nur der Film „Matrix“ mag da einige populäre und
mehrfach fortgesetzte Hinweise gegeben haben.... Bescheidenheit und
Demut erscheint angezeigt......Und Interesse für das, was in uns
durch verschiedene Techniken der Überlieferung aufgehoben
ist....Ahnungen, Visionen, Bilder, Auslegbares...
Freitag, 30. Juni 2017
Perspektiven
Ich glaube, dass verschiedene Perspektiven auf die
Wirklichkeit die Menschen und ihre Lebenswelt ganz entscheidend
beeinflussen. Also versuche ich Einflüsse auf diese subjektiv
gefärbten Perspektiven offen zu legen, sie zu benennen, sie als
veränderbare Größe abzubilden. Ich mache dies stets aus
Perspektiven, die ich aus meiner eigenen Sicht oder der meiner Umwelt
nachvollziehen kann. Ich muss an solche Sichten „rankommen“.
Selbstverständlich gibt es unzählige weitere Sichten in dieser
Welt, aus geographischen Räumen, aus ethnisch geprägten Räumen,
aus anderen, mir nicht in keiner Weise zugänglichen sozialen Räumen,
usw. Ich würde solche Perspektiven gerne hier berücksichtigen, habe
aber keinen persönlichen Zugang dazu. Ich weiß nur, dass es sehr
viele verschiedene Perspektiven auf diese Wirklichkeit gibt und dass
sie tolerant nebeneinander stehen sollten. Ja, es mag überhaupt
schon ein gewisser Fortschritt sein, von solchen anderen Perspektiven
und den Wechselwirkungen mit der eigenen überhaupt zu wissen.
Gleichzeitig mag eine Art Druck entstehen, sich dafür zu
entscheiden, was einem wichtig sein solle.... Dazu anzuregen, sich
mit solchen Dingen auseinanderzusetzen, mag ein Ziel dieses Blogs
sein.
Donnerstag, 29. Juni 2017
An meine Mutter (Novalis) (Lyrik)
An meine Mutter
Die mich einst mit Schmerz gebar,
Doch mit Mutterfreuden –
Da ich noch ein Knäblein war,
Vieles mußte leiden,
Stets mich doch mit Sorg gepflegt
Und mit Angst und Mühe,
Und mich oft noch huldreich trägt:
Siehe, wie ich blühe.
Und ein Liedchen singe ich
Dir voll Dank und Freude.
Nimm es an und freue dich,
Höre, was ich heute
Wünsche dir voll Dankbarkeit:
Lebe uns zufrieden
Lange noch; was dich erfreut,
Müsse dich hinnieden
Stets beglücken; ohne Rast
Blühen deine Wangen
Von Gesundheit, Sorgenlast
Möge dich nicht fangen.
Und mit froher Munterkeit
Werd des Alters Beute,
Schau der Kinder Seligkeit,
Sieh, dies wünsch ich heute.
(Novalis, 1772 - 1801)
Die mich einst mit Schmerz gebar,
Doch mit Mutterfreuden –
Da ich noch ein Knäblein war,
Vieles mußte leiden,
Stets mich doch mit Sorg gepflegt
Und mit Angst und Mühe,
Und mich oft noch huldreich trägt:
Siehe, wie ich blühe.
Und ein Liedchen singe ich
Dir voll Dank und Freude.
Nimm es an und freue dich,
Höre, was ich heute
Wünsche dir voll Dankbarkeit:
Lebe uns zufrieden
Lange noch; was dich erfreut,
Müsse dich hinnieden
Stets beglücken; ohne Rast
Blühen deine Wangen
Von Gesundheit, Sorgenlast
Möge dich nicht fangen.
Und mit froher Munterkeit
Werd des Alters Beute,
Schau der Kinder Seligkeit,
Sieh, dies wünsch ich heute.
(Novalis, 1772 - 1801)
Mittwoch, 28. Juni 2017
Dienstag, 27. Juni 2017
Beobachtungen zum Heraufdämmern eines neuen Populismus (5)
Es scheint ein neues Schimpfwort zu geben in den
Talkshows, zu denen sowieso immer nur dieselben Nasen eingeladen
werden. Das Schimpfwort heißt „Populismus“. Nach Belieben kann
es mit „Rassismus“ oder „Nazis“ ergänzt werden. Kann man
machen, spricht für sich. Stereotypen. Reflexe. Was mich stört, ist die vollkommene
Ahnungslosigkeit dieser Leute, die etwas von „oben“ zu betrachten
scheinen, was sie aber in der Realität kaum kennen, sondern nur von
ihren Referenten oder Assistenten zugetragen bekommen. Diese Talkshow-Diskutanten
können sich selten in eine andere Realität hinein versetzen, in der
das Geld grundsätzlich eine andere Bedeutung hat, in der Armut
konkret wird und das alltägliche Leben bestimmt. Sie leben in anderen Selbstverständlichkeiten. Ein gewisses Maß
an Populismus pflegen auch die bundesdeutschen Parteien, die doch
alltäglich nach den Umfragen schielen und um das „Ankommen“
sowie ihr „Image“ so stark besorgt sind. Bei Fernsehleuten entspricht dem das Schielen nach "Quoten". Den jeweiligen
Generalsekretären der Parteien einmal zuzuhören, kann hier lehrreich sein. Sie
und die sie umgebenden Lakaien scheinen oft einer selbsternannten
„Elite“ von Anpassern, Karrieristen und öffentlichen
Lautsprechern anzugehören. Sie verkünden von oben herab ihre
„Weisheiten“. Wer sie nicht teilt, wird oft mit den oben
genannten Ausdrücken/Kategorien bedacht. Dem Volk aufs Maul zu
schauen, wie es auch etliche Linksableger fordern, scheint inzwischen
aber eine Art Todsünde zu sein. Man weiß es besser, egal was. Man
ist besser informiert, man sieht sich als „Experte“. Man vertritt gleichzeitig die Mehrheit.
Montag, 26. Juni 2017
Parteitagsrituale
Welch jämmerliche Veranstaltungen doch Parteitage zu
sein scheinen! Da fallen markige Worte in lange Reden, da herrscht
kumpelhafter Umgang und das bewährte Geschwafel von der „hart
arbeitenden Mitte unserer Gesellschaft“. Ob dieser Mitte wohl bald
die Arbeit ausgeht angesichts der „Arbeitswelt 4.0“, die die
Arbeitgeberwelt so laut ausruft und die selbst SPD-Ministerien
„untersuchen“ oder in Gremien bereden lassen? Egal, es werden
Daumen gereckt und Siegerposen eingenommen. Ach, wenn das alles bloß
nicht so einstudiert künstlich und von Werbeagenturen nahe gelegt
wirken würde! Egal, das Parteivolk findet's großartig und gefällt
sich in Klatschorgien. Der Kandidat ist in besseren Zeiten mit 100 %
gewählt worden, was für sich selbst spricht. Jetzt braucht er
Zuspruch, der Bart Schulz. „Zeit für Gerechtigkeit“ heißt das
unterlaufene Motto des Parteitags und Schwarz auf Rot ist gedruckt
„Zeit für Martin“. Kindereien. Werbekram einer Partei. Sprüche.
Ob das Deutschland gut tut? Da wird von der „Arroganz der Macht“
geschwafelt, als sei man daran nicht beteiligt. Groko lässt grüßen.
Es muss sich gegenseitig Mut gemacht werden, man muss sich
gegenseitig auf die Schulter klopfen, - sonst stinkt man – ist zu
befürchten - in der nächsten Wahl ab. Um die Grünen steht es
Umfragen zufolge auch nicht besonders gut. Aber von Umfragen halte
man nichts, so lässt man trotzig verbreiten, nicht ohne den nächsten
Morgen mit seinen neuesten Umfrageergebnissen heftigst herbei zu sehnen. Man
will jetzt endlich den Staat regeln lassen, verbieten und
vorschreiben ist die alte neue Zauberformel. Etatismus ist in
Deutschland sehr beliebt. Der Staat soll's richten, in jeder Lage, auch wenn er bei der
inneren Sicherheit jetzt vielleicht ein bisschen zu viel tut. Nachts
um 2 Uhr werden noch schnell ein paar Gesetze zu dieser inneren Sicherheit
durchgewunken, auch wenn die Augen fast schon zufallen, egal. Klar,
dass solch schwierige Bemühung Diätenerhöhung verlangt. Parteien
und ihre Abgeordneten, die sich öffentlich gerne bekriegen, sind
sich darin mal wieder sehr einig. Ist längst abgesprochen. Eine Woche zuvor schon haben die Grünen
das Ritual des Parteitags vollzogen: unter der Woche erregte ein Video mit
ketzerischen Bemerkungen des Baden-Württembergischen
Grünen-Ministerpräsidenten Aufsehen. Reden und Meinungen bestimmter
Personen wurden niedergemacht. Demokratieverständnis?
Aufgeregtheiten oder gar Wut werden katastrophal schlecht vorgespielt und entlarven sich
selbst. Aber den Delegierten, die sich selbst als wichtig erleben
sollen, gefällt's. Sie nennen's lieber „Auseinandersetzung“ statt
„Streit“. Natürlich geht’s um hehre Ziele. Um „Inhalte“. Es geht um's Mobilisieren, nicht ums Koalieren. Natürlich. Durchzustehen und abzusitzen sind da erst noch lange Reden mit Rednern, die den
Delegierten und sich selbst gefallen wollen. Mit Temperament und
Gefühlsechtheit, noch schlechter vorgespielt. Gar nicht aufgesetzt. Wo denn da das breite Volk
bleibt? Nun ja. Das soll gefälligst zur Wahl gehen.
Sonntag, 25. Juni 2017
Alltags-Kommunikationen
Ich war gestern wieder einmal mit dem Auto beim Discounter
und es glich geradezu einem Horrortrip. Ich hatte schon beobachtet,
wie zwei Autos aufeinander gefahren waren und hatte mich aus der
Ferne gewundert. Doch mittlerweile wundere ich mich gar nicht mehr.
Da werden Autotüren geöffnet, da wird gedankenlos an Autos vorbei
gegangen, da wird in Parklücken hinein- und herausgefahren: ohne
jeden Blick für den anderen, der ja auch nur einkaufen will.
Rücksicht, Abstimmung mit dem anderen scheint völlig abwegig in
dieser Gemengelage. Man selbst ist im Recht, - und das immer. Ich
komme aus dem Verkaufsraum und darf eine Schramme an meinem Auto
besichtigen. Wer das wohl war? Niemand? Hm, sieht nicht so aus. Man
ist vorsichtig, vielleicht schon übervorsichtig und macht gerade
dadurch einen Fehler. Denn man fährt ganz ganz langsam aus der Lücke
und wird gerade dadurch für diejenigen unsichtbar, die mit so viel
Rücksicht gar nicht rechnen. Da wird geradeaus gefahren, weil man ja
im Recht ist, - oder wenigstens das von sich glaubt. Ob von der Seite
jemand mit höchster Vorsicht aus seiner Lücke heraus fahren will,
ist da unerheblich. Man will in eine Lücke fahren und genau in
diesem Moment geht eine Türe auf und versperrt natürlich alles. All
das, was einem vielleicht als Raum fürs Parken hätte dienen sollen.
Man ist gezwungen, rückwärts heraus zu fahren und schaut natürlich
sehr aufmerksam nach rechts und links. Doch das Unheil nähert sich
von hinten. Zack, Schepper! Ausstiege, wütendes
Faustgeballe......Man will zurückstoßen, doch genau in diesem
Moment geht jemand dazwischen, schaut nicht rechts, schaut nicht
links, ist nur im Recht. Ob ihm das etwas nützte, wenn er angefahren
würde? Ok, das Smartphone mit seinen äußerst wichtigen
Nachrichten ist klar wichtiger....im Zweifel tut's der starre Blick
aufs Kommunikationsgerät.....
Samstag, 24. Juni 2017
Oldtimer-Träume von alten Zeiten
Es fahren jetzt ziemlich viele Oldtimer-Cabrios
umher. Aufgemotzte VW-Käfer, überarbeitete Opel Kadett und
aufgehübschte Renault Alpines. Und da! Ein Triumph Spitfire! Gleichzeitig sind TV-Sendungen
Quotenhits, in denen dreckig-speckige Figuren erst Liebhaberkisten günstig listig kaufen und dann mit Kennermiene erklären, wo und wie nachgerüstet werden muss. Was
das wohl bedeutet? Ist es Ausdruck einer Erbengeneration oder eines
nostalgischen Feelings? Oder beides? Gilt es, hinein zu fahren in eine
Vergangenheit, in der Autos noch eine Identität hatten, in der sie charakterstark etwas bedeuteten und nicht nur anonym globalisierte Kisten waren, die
einen möglichst protzig PS-stark und anmaachig verkleidet von einem Punkt zum anderen bringen
sollten? Da ist die Erbengeneration, die mit ihrem Geld etwas
anfangen muss und der die derzeitige Geldanlage in Europa zu
ungünstig erscheint. Also wird in Sachwerte investiert: Immobilien,
aber auch – dies hier! Wow! - alte Autos. Ihre Wertsteigerung sei
so gut wie sicher, heißt es. Da weiß man, was man hat: jedenfalls haben's gewisse Kreise, die nicht wissen, was sie mit ihrem Geld anfangen
sollen. Und: Das Besondere ist dadurch auch gewährleistet. Man
stellt sich dar als der Besitzer von etwas Außergewöhnlichem, als
einer, der Geschmack und Stil hat. Es beschleicht einen beim einen
oder anderen dieser flotten Autolenker mit Datschkapp und heißer
Schnecke neben sich ein Gefühl des Mitleids, wenn etwa der Regen
doch noch einsetzen sollte und die mondänen Fahrer weit und breit
kein Rückzugsgebiet finden. Hm, was dann? Nun ja, hierzulande gibt
es Schlimmeres. Die Fahrzeuge wurden ja rechtzeitig modernisiert und
verfügen über umfangreiche Einrichtungen dafür. Man soll langsam
fahren und es gleiten lassen, ist in der nächsten TV-Sendung zu
erfahren, die vor allem teure Modelle vorstellt und die bekannten
italienischen Marken als zu alltäglich ausspart. Ja sind jetzt alle
Millionäre geworden?
Freitag, 23. Juni 2017
Donnerstag, 22. Juni 2017
Reformen in der neoliberalen Marktwirtschaft
Vorsicht scheint geboten, wenn Politiker das Wort
„Reformen“ gebrauchen. Gestern hat Königin Elisabeth II. das
Regierungsprogramm ihrer Premierministerin Frau May verlesen. Diese
wollte ja eigentlich „durchregieren“ und einen harten Brexit
vollziehen. Ihr Wahlkampf sollte das mit einem Erdrutschsieg ihrer
Partei unterfüttern. Im Rahmen ihres grottenschlechten Wahlkampfes
soll sie auch eine „Demenzsteuer“ gefordert und dies als „Reform
der Pflegesteuer“ verkauft haben. Dass dadurch viele Alte hätten
ihr Häuschen verkaufen müssen, um ihre Pflege auch nur ansatzweise zu sichern, dass
ihnen auch darüber hinaus Zuschüsse gestrichen worden wären, ist
Frau May in ihrem Wahlkampf wohl nicht so recht wohl bekommen. Dass
auch nach Erhebungen von Meinungsforschungsinstituten der Brexit vor
allem von den Alten gewählt worden ist, beißt sich schon bei
oberflächlichster Betrachtung mit den konservativen Wahlzielen. Aber wahrscheinlich hat Frau
May ein Heer von Beratern gehabt, die dazu keine dezidierte Meinung
geäußert haben. Jedenfalls scheint sie erstmal mit ihrer
„Demenzsteuer“ gescheitert zu sein. Doch schon erheben sich die
Stimmen der neoliberalen und wirtschaftskonformen Geldsäcke, die nach dem Erdrutschsieg von Macrons
Partei/Bewegung von ihm jetzt die oft versprochenen „Reformen des
Arbeitsmarkts“ fordern. Das darunter auch die erhebliche Kürzung
der Sozialausgaben verstanden wird, sowie die Rücknahme der
35-Stunden-Woche zugunsten einer 40-Stunden-Woche, scheint dabei klar zu
sein. Die Vertreter der Wirtschaft fordern solche Dinge schamlos und zeigen
hiermit, wohin eine Abwärtsspirale der Sozialausgaben sowie der
zugehörigen Reformen wie in Deutschland führen kann. Lohndumping, wie hierzulande im Rahmen der Agenda 2010 durchgeführt, soll dann als
„Reform“ verkauft werden. Klingt doch besser als Kürzung. Dass diese Bewegung der neoliberalen "Reformen" immer weiter und weiter gehen soll, dass sie tatsächlich einer nach unten führenden Spirale gleicht, wird dabei gerne verschwiegen. Auch Griechenland scheint dafür ein ziemlich einleuchtendes Anschauungsbeispiel zu sein.
Politikersprech scheint hier den allgemeinen Sprachgebrauch überwölbt zu haben. War „Reform“ einst etwas Hoffnungsvolles und in die Zukunft Gerichtetes gewesen, so steht das Wort heute für eiskalte neoliberale Maßnahmen, denen vor allem die unteren Einkommensschichten ausgeliefert sind. „Wettbewerb“ ist in diesem Zusammenhang auch ein Modewort, das eiskalten Verdrängungs“wettbewerb“ kaschieren soll. "Marktkonforme Demokratie" scheint dabei ein Ziel zu sein, das womöglich erhebliche gesellschaftliche Kosten wird.
Politikersprech scheint hier den allgemeinen Sprachgebrauch überwölbt zu haben. War „Reform“ einst etwas Hoffnungsvolles und in die Zukunft Gerichtetes gewesen, so steht das Wort heute für eiskalte neoliberale Maßnahmen, denen vor allem die unteren Einkommensschichten ausgeliefert sind. „Wettbewerb“ ist in diesem Zusammenhang auch ein Modewort, das eiskalten Verdrängungs“wettbewerb“ kaschieren soll. "Marktkonforme Demokratie" scheint dabei ein Ziel zu sein, das womöglich erhebliche gesellschaftliche Kosten wird.
Mittwoch, 21. Juni 2017
Wer einmal Mutter dich erblickt (Novalis, Lyrik)
Wer einmal, Mutter, dich erblickt... (Novalis)
Wer einmal, Mutter, dich erblickt
wird vom Verderben nie bestrickt,
Trennung von dir muß ihn betrüben,
ewig wird er dich brünstig lieben
Und deiner Huld Erinnerung
bleibt fortan seines Geistes höchster
Schwung
Ich mein' es herzlich gut mit dir,
was mir gebracht, siehst du in mir.
Laß, süße Mutter, dich erweichen,
einmal gieb mir ein frohes Zeichen.
Mein ganzes Daseyn ruht in dir,
Nur einen Augenblick sey du bei mir.
Oft, wenn ich träumte, sah ich dich
So schön, so herzensinniglich,
Der kleine Gott auf deinen Armen,
Wollt' des Gespielen sich erbarmen;
Du aber erhobst den hehren Blick
Und gingst in tiefe Wolkenpracht zurück;
Was hab' ich, Armer, dir gethan?
Noch bet' ich dich voll Sehnsucht an,
Sind deine heiligen Kapellen
Nicht meines Lebens Ruhestellen?
Gebenedeite Königinn
Nimm dieses Herz mit diesem Leben hin.
Du weißt, geliebte Königinn,
wie ich so ganz dein eigen bin.
Hab' ich nicht schon seit langen Jahren
Im Stillen deine Huld erfahren?
Als ich kaum meiner noch bewußt,
Sog ich schon Milch aus deiner selgen Brust.
Unzähligmal standst du bei mir,
Mit Kindeslust sah ich nach dir,
Dein Kindlein gab mir seine Hände,
daß es dereinst mich wieder fände;
Du lächelst voll Zärtlichkeit
Und küßtest mich, o himmelsüße Zeit!
Fern steht nun diese selge Welt,
Gram hat sich klängst zu mir gesellt,
Betrübt bin ich umher gegangen,
Hab' ich mich denn so schwer vergangen?
Kindlich berührt' ich deinen Saum,
erwecke mich aus diesem schweren Traum.
Darf ein Kind dein Antlitz schaun,
Und deinem Beistand fest vertraun,
So löse doch des Alters Binde,
Und mache mich zu deinem Kinde;
die Kindeslieb' und Kindestreu
Wohntz in mir von jener goldnen Zeit noch bei.
(Novalis)
Wer einmal, Mutter, dich erblickt
wird vom Verderben nie bestrickt,
Trennung von dir muß ihn betrüben,
ewig wird er dich brünstig lieben
Und deiner Huld Erinnerung
bleibt fortan seines Geistes höchster
Schwung
Ich mein' es herzlich gut mit dir,
was mir gebracht, siehst du in mir.
Laß, süße Mutter, dich erweichen,
einmal gieb mir ein frohes Zeichen.
Mein ganzes Daseyn ruht in dir,
Nur einen Augenblick sey du bei mir.
Oft, wenn ich träumte, sah ich dich
So schön, so herzensinniglich,
Der kleine Gott auf deinen Armen,
Wollt' des Gespielen sich erbarmen;
Du aber erhobst den hehren Blick
Und gingst in tiefe Wolkenpracht zurück;
Was hab' ich, Armer, dir gethan?
Noch bet' ich dich voll Sehnsucht an,
Sind deine heiligen Kapellen
Nicht meines Lebens Ruhestellen?
Gebenedeite Königinn
Nimm dieses Herz mit diesem Leben hin.
Du weißt, geliebte Königinn,
wie ich so ganz dein eigen bin.
Hab' ich nicht schon seit langen Jahren
Im Stillen deine Huld erfahren?
Als ich kaum meiner noch bewußt,
Sog ich schon Milch aus deiner selgen Brust.
Unzähligmal standst du bei mir,
Mit Kindeslust sah ich nach dir,
Dein Kindlein gab mir seine Hände,
daß es dereinst mich wieder fände;
Du lächelst voll Zärtlichkeit
Und küßtest mich, o himmelsüße Zeit!
Fern steht nun diese selge Welt,
Gram hat sich klängst zu mir gesellt,
Betrübt bin ich umher gegangen,
Hab' ich mich denn so schwer vergangen?
Kindlich berührt' ich deinen Saum,
erwecke mich aus diesem schweren Traum.
Darf ein Kind dein Antlitz schaun,
Und deinem Beistand fest vertraun,
So löse doch des Alters Binde,
Und mache mich zu deinem Kinde;
die Kindeslieb' und Kindestreu
Wohntz in mir von jener goldnen Zeit noch bei.
(Novalis)
Dienstag, 20. Juni 2017
Zitate und Aufnahmen
Wie gerne würde ich hier Hesse zitieren, Kafka,
Trakl, Nietzsche und andere meiner Sterne! Doch ich fühle mich
unsicher angesichts von Urheberrechten und Copyright-Ansprüchen. Ich
greife lieber auf die paar Klassiker zurück, die mir lieb sind und
von denen ich weiß, dass jegliche Urheberrechte längst abgelaufen
sind. Ich nehme sie heraus aus dem Pool, der mich bewegt. Ich
versuche, sie in Beziehung zu setzen mit meiner heutigen Realität,
die keine Besinnung, kein schönes und gleichzeitig intensives Setzen
von Worten zu kennen scheint. Auch ein schönes Unterfangen, erst
recht, nachdem ich sie oft mir mir herumschleppe, mit ihnen umgehe
und mit ihnen in Verbindung trete. Sie sind mir nahe, kein Zweifel,
diese (Schön-)geister. Sie scheinen aus längst vergangenen
Realitäten heraus in Verbindung mit mir zu treten – und doch
teilen sie mit mir mein Mensch sein, egal in welchem Kontext. Ich hole
sie herunter von ihrem Sockel, kommuniziere mit ihnen „auf gleicher
Augenhöhe“. Wir sind Menschen und versuchen, sie nicht zuletzt in
der Wahl unserer Worte zu bleiben. Was ist der Mensch überhaupt?
Auch dazu können uns diese „Klassiker“ noch einiges sagen, das
wir in uns hin und her bewegen sollten. Abwägen. Gesichtspunkte
erwägen. Positionsbestimmungen versuchen, an einem Thema, am Wort
überhaupt. Und ist nicht die Sprache überhaupt ein Merkmal des
Mensch seins? Ja gewiss, all das ist in tausend Sonntagsreden
missbraucht und in Unverbindlichkeiten überführt worden, die
vielleicht sogar der sozialen Abgrenzung gedient haben könnten. Doch
ich versuche mich davon nicht beeindrucken zu lassen. Ich nehme in
mich auf, ich rede mit ihnen, ich mache sie zu Kumpels und
Mitwissern.
Montag, 19. Juni 2017
Das Blatt macht die Blume (Text)
Das
Blatt macht die Blume
Du trinkst jetzt stilles Wasser
suchst das Düstere im Hellen
Der Koffer ist die Reise
Das Blatt macht die Blume
Du trinkst jetzt stilles Wasser
suchst das Düst're im Hellen
zuhause im eignen Körper
suchst in der eignen Seele
Bilder fallen ineinander
türmen sich in sich auf sich
zerbröseln wieder im Hirn
fallen Dir in die Stirn
Pulver rieselt in Dir
durchdringt deine Poren
der Koffer ist die Reise
das Blatt macht die Blume
Du trinkst jetzt stilles Wasser
suchst das Düstere im Hellen
Der Koffer ist die Reise
Das Blatt macht die Blume
Du trinkst jetzt stilles Wasser
suchst das Düst're im Hellen
zuhause im eignen Körper
suchst in der eignen Seele
Bilder fallen ineinander
türmen sich in sich auf sich
zerbröseln wieder im Hirn
fallen Dir in die Stirn
Pulver rieselt in Dir
durchdringt deine Poren
der Koffer ist die Reise
das Blatt macht die Blume
Sonntag, 18. Juni 2017
An meine Mutter (Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832)( Lyrik)
An
meine Mutter
Obgleich
kein Gruß, obgleich kein Brief von mir
So lang dir kömmt, lass keinen Zweifel doch
Ins Herz, als wär’ die Zärtlichkeit des Sohns,
Die ich dir schuldig bin, aus meiner Brust
Entwichen. Nein, so wenig als der Fels,
Der tief im Fluss vor ew'gem Anker liegt,
Aus seiner Stätte weicht, obgleich die Flut
Mit stürm’schen Wellen bald, mit sanften bald
Darüber fließt und ihn dem Aug’ entreißt,
So wenig weicht die Zärtlichkeit für dich
Aus meiner Brust, obgleich des Lebens Strom
Vom Schmerz gepeitscht bald stürmend drüber fließt,
Und von der Freude bald gestreichelt still
Sie deckt und sie verhindert, dass sie nicht
Ihr Haupt der Sonne zeigt und ringsumher
Zurückgeworfne Strahlen trägt und dir
Bei jedem Blicke zeigt, wie dich dein Sohn verehrt.
So lang dir kömmt, lass keinen Zweifel doch
Ins Herz, als wär’ die Zärtlichkeit des Sohns,
Die ich dir schuldig bin, aus meiner Brust
Entwichen. Nein, so wenig als der Fels,
Der tief im Fluss vor ew'gem Anker liegt,
Aus seiner Stätte weicht, obgleich die Flut
Mit stürm’schen Wellen bald, mit sanften bald
Darüber fließt und ihn dem Aug’ entreißt,
So wenig weicht die Zärtlichkeit für dich
Aus meiner Brust, obgleich des Lebens Strom
Vom Schmerz gepeitscht bald stürmend drüber fließt,
Und von der Freude bald gestreichelt still
Sie deckt und sie verhindert, dass sie nicht
Ihr Haupt der Sonne zeigt und ringsumher
Zurückgeworfne Strahlen trägt und dir
Bei jedem Blicke zeigt, wie dich dein Sohn verehrt.
(Johann Wolfgang von Goethe)
Samstag, 17. Juni 2017
Politiker, Machtmenschen und ihr Tod
Herb gestaunt habe ich gestern abend ob dieser
unerträglichen Verherrlichung eines rücksichtslosen Machtmenschen.
Eine solche haltlose Verherrlichung und Anbetung hat wohl auch mit
der gesellschaftlichen Unfähigkeit zu tun, mit dem Tod als Teil des
Lebens umzugehen. Diese Gesellschaft liebt den Kitsch und die gezielte Verdrängung als peinliche
Selbstüberhöhung. Realistisches „Gedenken“ scheint ihr
unmöglich und fehl am Platze, besonders angesichts von Politikern,
die sich als Vollzugsorgane der Geschichte gerieren.
Als einer, der sich vom „Herrn K.“ auf diese oder jene Art hat prägen lassen müssen, muss ich zu bedenken geben, dass ich vieles ganz anders als in diesen Sendungen dargestellt erfahren habe. Ich habe es anders erlebt. Dies beschert mir jetzt eine Enttäuschung angesichts dieser Unterwürfigkeitsorgie, die als Porträt oder Nachruf daherkommt. Der Herr K. war ein Machtmensch durch und durch, der all seine potentiellen Widersacher aus dem Weg geräumt hat und uns einen Stillstand in jeder Hinsicht beschert hat. Er war sogar der Verwalter des Stillstands. Dies festzustellen geziemt sich natürlich nicht jetzt, in diesem Moment, in dem das feierliche „Gedenken“ regiert. Wow, die Lügen der Politik und des Politikbetriebs zu analysieren, ihre Techniken und Mechaniken zu studieren, wann gibt es einen besseren Zeitpunkt dafür als dann, wenn ein allgemeines Interesse noch einmal kurz aufflammt? Wenn nicht jetzt, ja wann denn dann? In den früher oder später abgehaltenen Seminaren irgendwelcher Hochschulen? In den Hinterstuben der Politik? In den Kreisen jener „Eliten“, die sich ja ohnehin immer in ihrer politischen Korrektheit einig sind? Der Herr K. war doch beispielhaft einer derer, die sich immer und überall durchgesetzt haben. Er war der personifizierte „Wille zur Macht“, der sich letztenendes in seinem Größenwahnsinn sogar über dem Grundgesetz stehend empfand. Einer, der seine Macht wie selbstverständlich für sich in Anspruch nahm, ein Mann des letzten Jahrhunderts, der die Chancen, die sich ihm boten, im Einklang mit dem Zeitgeist und als Opportunist weidlich für sich ausnutzte. Der „große Europäer“? Nun ja, trotz aller Orden und Ehrentitel: Nicht nur seine „späten Jahre“ dürften hier einiges relativiert haben...
„Jetzt ist nicht der Moment, sich mit dieser - allenfalls - „Fußnote der Geschichte“ zu befassen, so erfahre ich über die Rechtsverletzung, mit der er sein „Außerhalb des Gesetzes stehen“ bräsig und trotzig vertrat. Er war ja nach seinem Selbstverständnis schließlich „ein Beweger der Geschichte“, ein „ganz Großer“, dem das zustand, was er sich selbst zustand.... Dass er offenbar überall „Loyalität“ verlangte und abforderte, dass er die "Einheit" mitzunehmen und geschickt umzusetzen verstand, wird ihm von heute aus in diesen Sendungen als Kennzeichen großer Staatskunst gedeutet. Als „Glücksfall der Geschichte“ und der Menschenführung. Was das bedeuten konnte, wirkt womöglich bis heute nach. Dass er Vertrauensverhältnisse aufbaute, um sie schließlich politisch zu nutzen und auszunutzen, hat dem „Herrn K.“ große Verdienste gebracht, so heißt es. Auf „Augenhöhe der Geschichte“ aber schien mir der Herr K genauso ein Getriebener wie der Herr G., mit dem er sich so gut und von tausend kuscheligen PR-Bildern gestützt verstand (auch der Herr G. wird nicht unbedingt aufgrund seiner Herzensgüte im Machtapparat seiner Partei und seines Landes so weit gekommen sein..... Sie, die beiden Herren, waren wohl auf „einer Augenhöhe“, wie es heutzutage so oft heißt)
Als einer, der sich vom „Herrn K.“ auf diese oder jene Art hat prägen lassen müssen, muss ich zu bedenken geben, dass ich vieles ganz anders als in diesen Sendungen dargestellt erfahren habe. Ich habe es anders erlebt. Dies beschert mir jetzt eine Enttäuschung angesichts dieser Unterwürfigkeitsorgie, die als Porträt oder Nachruf daherkommt. Der Herr K. war ein Machtmensch durch und durch, der all seine potentiellen Widersacher aus dem Weg geräumt hat und uns einen Stillstand in jeder Hinsicht beschert hat. Er war sogar der Verwalter des Stillstands. Dies festzustellen geziemt sich natürlich nicht jetzt, in diesem Moment, in dem das feierliche „Gedenken“ regiert. Wow, die Lügen der Politik und des Politikbetriebs zu analysieren, ihre Techniken und Mechaniken zu studieren, wann gibt es einen besseren Zeitpunkt dafür als dann, wenn ein allgemeines Interesse noch einmal kurz aufflammt? Wenn nicht jetzt, ja wann denn dann? In den früher oder später abgehaltenen Seminaren irgendwelcher Hochschulen? In den Hinterstuben der Politik? In den Kreisen jener „Eliten“, die sich ja ohnehin immer in ihrer politischen Korrektheit einig sind? Der Herr K. war doch beispielhaft einer derer, die sich immer und überall durchgesetzt haben. Er war der personifizierte „Wille zur Macht“, der sich letztenendes in seinem Größenwahnsinn sogar über dem Grundgesetz stehend empfand. Einer, der seine Macht wie selbstverständlich für sich in Anspruch nahm, ein Mann des letzten Jahrhunderts, der die Chancen, die sich ihm boten, im Einklang mit dem Zeitgeist und als Opportunist weidlich für sich ausnutzte. Der „große Europäer“? Nun ja, trotz aller Orden und Ehrentitel: Nicht nur seine „späten Jahre“ dürften hier einiges relativiert haben...
„Jetzt ist nicht der Moment, sich mit dieser - allenfalls - „Fußnote der Geschichte“ zu befassen, so erfahre ich über die Rechtsverletzung, mit der er sein „Außerhalb des Gesetzes stehen“ bräsig und trotzig vertrat. Er war ja nach seinem Selbstverständnis schließlich „ein Beweger der Geschichte“, ein „ganz Großer“, dem das zustand, was er sich selbst zustand.... Dass er offenbar überall „Loyalität“ verlangte und abforderte, dass er die "Einheit" mitzunehmen und geschickt umzusetzen verstand, wird ihm von heute aus in diesen Sendungen als Kennzeichen großer Staatskunst gedeutet. Als „Glücksfall der Geschichte“ und der Menschenführung. Was das bedeuten konnte, wirkt womöglich bis heute nach. Dass er Vertrauensverhältnisse aufbaute, um sie schließlich politisch zu nutzen und auszunutzen, hat dem „Herrn K.“ große Verdienste gebracht, so heißt es. Auf „Augenhöhe der Geschichte“ aber schien mir der Herr K genauso ein Getriebener wie der Herr G., mit dem er sich so gut und von tausend kuscheligen PR-Bildern gestützt verstand (auch der Herr G. wird nicht unbedingt aufgrund seiner Herzensgüte im Machtapparat seiner Partei und seines Landes so weit gekommen sein..... Sie, die beiden Herren, waren wohl auf „einer Augenhöhe“, wie es heutzutage so oft heißt)
Freitag, 16. Juni 2017
Künstliche Intelligenz (8)
Ob bald der Mensch fest mit einer Digitalen Einheit
verdrahtet sein wird? Maschinenmenschen bevölkern ja schon allerlei
Kinofilme, es scheint die menschliche Seele zu faszinieren. Silicon Valleys dicke Lippe. Ist der
Cyborg im Kommen? Die Vorstellung ist, dass Maschinen den Menschen in
allen Bereichen unterstützen sollen. Dadurch soll das Leben dann
leichter und besser für alle werden. Der Mensch soll weniger
arbeiten müssen. Die Angst ist aber, dass Maschinen den Menschen in
allen Bereichen bedrohen. Sie könnten den Menschen sogar überholen,
dann versklaven und verknechten. Alles könnte außer Kontrolle
geraten. Und die Voraussetzung für das alles wäre: Viele Menschen
würden keine Arbeit mehr finden, wären in einem System der
Produktivität überflüssig.
Es geht bei der Künstlichen Intelligenz ja um Maschinen, die selbständig denken und entscheiden können, die lernen und ableiten, ohne Vorgaben von den Menschen, ohne moralische oder gersundheitliche Bedenken. Keine Kreativität im eigentlichen Sinne sollen sie besitzen, aber selbständiges Auto fahren, das müsste trotzdem drin sein. Billigere Spezialbrillen für künstliche Realitäten sind schon am Lager, Avatare anstelle uns selbst treffen sich mit „Freunden“, aber in empfohlene Restaurants sollen wir dann schon noch gehen. Wir? Wer ist wir? Ob „Virtual Reality“ den alten Hippietraum des Träumens in der Realität wahr macht? Zu jeder Zeit überall sein. Sich jederzeit in andere Welten hineinversetzen können. Freude und Vergnügen empfinden, jederzeit herbeiführen können. Ob sich dadurch auch das Drogenproblem erübrigt?
Es geht bei der Künstlichen Intelligenz ja um Maschinen, die selbständig denken und entscheiden können, die lernen und ableiten, ohne Vorgaben von den Menschen, ohne moralische oder gersundheitliche Bedenken. Keine Kreativität im eigentlichen Sinne sollen sie besitzen, aber selbständiges Auto fahren, das müsste trotzdem drin sein. Billigere Spezialbrillen für künstliche Realitäten sind schon am Lager, Avatare anstelle uns selbst treffen sich mit „Freunden“, aber in empfohlene Restaurants sollen wir dann schon noch gehen. Wir? Wer ist wir? Ob „Virtual Reality“ den alten Hippietraum des Träumens in der Realität wahr macht? Zu jeder Zeit überall sein. Sich jederzeit in andere Welten hineinversetzen können. Freude und Vergnügen empfinden, jederzeit herbeiführen können. Ob sich dadurch auch das Drogenproblem erübrigt?
Labels:
Automatisierung,
Digital,
Einfluss,
Elite,
Erkenntnis,
Evolution,
Experten,
Lernen,
Macht,
Manipulation,
Mensch,
Optimierung,
Religion,
Roboter,
Silicon Valley,
Technik
Donnerstag, 15. Juni 2017
Mittwoch, 14. Juni 2017
Dienstag, 13. Juni 2017
Bäume umarmen
Nein, das ist kein Spleen von Esoterikern und
Ökofreaks: einen Baum zu umarmen kann medizinisch helfen. Rinde von
Bäumen enthält sogenannte Terpene, die das menschliche Immunsystem
stärken und vor Krebs schützen können. Wer einen Baum umarmt,
atmet diese Terpene ein und nimmt sie über seine Haut auf. Es kann
aber auch ein einfacher Waldspaziergang dazu führen, ein nahe Sein,
ein Aufnehmen von Energie. Die Nippon Medical School in Tokyo ist dem wissenschaftlich auf der Spur, wenn sie behauptet: „Terpene erhöhen die Zahl und
fördern die Aktivität jener natürlichen Killerzellen im
menschlichen Körper, die Viren entfernen und Krebszellen sowie
potenzielle Krebszellen bekämpfen“. Bäume zu umarmen kann also
helfen, gesund und glücklich zu bleiben. Der Trick:
Man
nimmt durch die Umarmung die heilende Energie der Bäume in sich auf.
Mit der Zeit lernt man vielleicht den einen Baum für sich kennen,
der einem eine nähere Beziehung möglich macht. Das kann auch freier
machen: Vielleicht braucht man sich dann nicht zu schämen oder sich
als Spinner vorkommen, wenn man Bäume umarmt.
Montag, 12. Juni 2017
Rolle (2)
Was
ich weiterhin aus meiner Soziologie-Zeit in Aufschreiben an Notizen
über den Begriff „Rolle“ gefunden habe (ich studiere auf diese
Weise meine Vergangenheit, meine Einflüsse, meine Basis, meine Bewusstseinsstufen
– und was davon ich mit Anderen geteilt habe, ich setze hier ein
vorhergehendes Blog fort. Einen Brief an Schauspielerinnen, die ich
damals als eine Art professioneller Rollenspielerinnen auffasste,
habe ich früher hier auch schon erwähnt):
Rollenambivalenz: Rollendoppelwertigkeit, die Diskrepanz zwischen der Reziprozität der Erwartungen von institutionell aufeinander bezogenen sozialen Rollen und der Grad der Befriedigung bzw. Frsutartion, die die zum Rollenspiel verpflichteten Personen durch entsprechend normiertes gegenseitiges Sichverhalten erreichen bzw. erleiden. Es ist ein Maß der Übereinstimmung von Rollenerwartung und Rollenverhalten.
Rollendistanz: Fähigkeit des Infragestellenkönnens der eigenen Rolle. „.....sich und besonders seine Rolle immer wieder in Frage stellen und stellen lassen, das ist mein Ding", schrieb ich später mal in mein Tagebuch.
Rollenambiguität: liegt vor, wenn die Person ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Rollenanpassung (oft zum Zwecke der Selbstdarstellung und Selbstdurchsetzung) und eigenen Rollenentwürfen nicht finden finden kann. RA liegt oft auch vor bei einer großen Widersprüchlichkeit einer Rolle. Dies wirkt sich oft im Stress aus (z.b. bei der Arbeit, wenn eine große Unklarheit darüber besteht, was zu den Aufgaben gehört und was nicht.
Rollenambivalenz: Rollendoppelwertigkeit, die Diskrepanz zwischen der Reziprozität der Erwartungen von institutionell aufeinander bezogenen sozialen Rollen und der Grad der Befriedigung bzw. Frsutartion, die die zum Rollenspiel verpflichteten Personen durch entsprechend normiertes gegenseitiges Sichverhalten erreichen bzw. erleiden. Es ist ein Maß der Übereinstimmung von Rollenerwartung und Rollenverhalten.
Rollendistanz: Fähigkeit des Infragestellenkönnens der eigenen Rolle. „.....sich und besonders seine Rolle immer wieder in Frage stellen und stellen lassen, das ist mein Ding", schrieb ich später mal in mein Tagebuch.
Rollenambiguität: liegt vor, wenn die Person ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Rollenanpassung (oft zum Zwecke der Selbstdarstellung und Selbstdurchsetzung) und eigenen Rollenentwürfen nicht finden finden kann. RA liegt oft auch vor bei einer großen Widersprüchlichkeit einer Rolle. Dies wirkt sich oft im Stress aus (z.b. bei der Arbeit, wenn eine große Unklarheit darüber besteht, was zu den Aufgaben gehört und was nicht.
Sonntag, 11. Juni 2017
Samstag, 10. Juni 2017
Ablenkungsmanöver
Um eines klarzustellen: ich halte Donald Trump für
einen Clown und Kasper, einen neurotischen Narzissten und widerlichen
Machtmenschen. Die USA hätten Besseres verdient. Doch es beschleicht
mich der Verdacht, dass das anhaltende Trumpbashing hierzulande
ablenken soll davon, dass Arm und Reich immer weiter auseinander
driften in der europäischen Gesellschaft, dass die Sprachlosigkeit
zwischen vermeintlicher Elite und den Leuten auf der Straße immer
ausgeprägter wird, dass die Globalisierung viele, aber halt nicht
alle Probleme lösen kann, insbesondere diejenigen, die mit Identität
zusammenhängen. Denn der Globalisierung wohnt die Tendenz inne,
alles auf seine ökonomische Verwertbarkeit zu reduzieren und jedes
„Individuum“ für ersetzbar zu erklären. Auch die vielen
sozialen Fragen scheinen der Politik hierzulande mehr oder weniger
gleichgültig. Man streut Sand und feuert Nebelkerzen ab, - wie
gehabt. Blöd nur, dass die Spieß- und Kleinbürger in den USA den
falschen „Politiker“ gewählt haben, der ihren eigentlichen
Interessen möglicherweise krass zuwider handelt. Aber das war hier
schon unter Adolf so und charakterisiert die Hilflosigkeit des
gemeinen Volkes politischen Spielchen gegenüber. Dass hier auch von
anderer Seite abgefischt werden soll, ist ja wohl offensichtlich.
Freitag, 9. Juni 2017
Tiere verstehen
Die Nutzung von Tieren
abschaffen? Tierrechtsdenken? (Geht bis in die Aufklärung zurück) Im angelsächsischen Raum wurde aus der puritanischen
Bewegung heraus ein verändertes Verhältnis zum Tier gefordert.
Besonders stark ist dies bei den Quäkern der Fall. Sie heben ein
besonders sensibles Verhältnis zum Tier aufgrund einer
theologischen Begründung: Durch die Erbsünde ist das ganze Leben zu
Mühsal und Plackerei geworden. Adams Verfehlung hat das menschliche
Leben schlecht gemacht. Tiere können nichts dafür, dass der
Paradiesgarten auch für Tiere vorbei ist. Sie sind die unschuldig
Mitgefangenen von menschlichen Verfehlungen. Deswegen haben wir
besonders sensibel und vorsichtig mit ihnen umzugehen. In der
klassischen Schöpfungsgeschichte im Alten Testament wird alles, was
kreucht und fleucht, für den Menschen gemacht. Der Mensch steht im
Mittelpunkt allen Tuns. Das alles stammt historisch gesehen aus dem Leben
von Halbwüstenbewohnern, die etwa ein ganz anderes Leben als die
Ägypter damals hatten. Im alten Ägypten sah es aus wie in der
Serengeti: da gab es Nashörner, Löwen, Antilopen und andere. In den
Halbwüsten hingegen gab es ganz wenig Tiere. Jedes Tier stellte
eigentlich nur eine Gefährdung der Herde dar. Das zog ein ganz
anderes Verhältnis zum Tier nach sich. Die Utilitaristen in Gestalt
des Jeremy Bentham hatten auch etwas dazu zu sagen. Er schrieb 1789:
„Die Frage ist nicht, ob die Tiere denken können. Die richtige
Frage wäre: können sie leiden?“. Trotzdem hatte er kein Problem
damit, dass man Tiere gegessen hat. Er meinte wohl, dass es für
die Tiere nicht wirklich schön sei, wenn sie gehalten würden, um
sie zu verspeisen. Aber andererseits sei es ja auch gut, dass die
Leute Fleisch essen. Nach einer Abwägung kam er zu dem Schluss, dass
es gar so viel Leiden es vielleicht nicht sei. Alles in allem sei das
dann in Ordnung.
Donnerstag, 8. Juni 2017
Digitale Arbeitswelt, - wann?
Nur nicht in Panik
verfallen! Es wurden schon oft bahnbrechende Veränderungen
angekündigt, die dann doch nicht so schlimm waren. Sich immer im
Mainstream, im Mittelfeld ruhig halten und abwarten, das dürfte ein
Rezept sein, dass auch in Zukunft angesichts der Herausforderungen der digitalen
Arbeitswelt tragen könnte. So in etwa dürfte die Mehrheit der Bevölkerung
angesichts gewisser Prognosen denken. Und sich als wissenschaftlich
verstehende Kreise springen ihnen bei: noch immer hätten neue
Arbeitsfelder und Neuorganisationen bezahlter Arbeit, die sich auch
als technische Revolutionen gerierten, auch neue Arbeitsplätze
generiert, so heißt es von deren Seite. Es ist dies wohl vielmehr ein Glaube, als eine
auf wissenschaftlicher Erkenntnis basierende Einstellung. Ihre
Grundlage scheint die Annahme zu sein, dass der technische
Fortschritt die Produktivität so sehr gesteigert hat, dass auch
immer mehr Arbeit entstanden ist. Die Voraussetzung wachsender Märkte
haben diese Einstellung hervor gebracht.
Beim digitalen Arbeitsmarkt 4.0 ist dies aber wohl nicht der Fall. Diese steigende Produktivität erobert keine neuen Märkte, sondern sie macht die bestehenden effizienter, was Entlassungen und „Freisetzungen“ in großem Ausmaß zur Folge hat. Es werden sich im Rahmen der sozialen Polarisierung, die jetzt schon zu beobachten ist, zwei gesellschaftliche Gruppen bilden: die eine wird von ihrer Arbeit leben können, die andere nicht. Es entsteht somit wohl eine gigantische Arbeitslosigkeit und eine daraus folgende Instabilität des Ganzen. Alles fällt auseinander. Der Wert der Lohnarbeit wird wohl völlig neu eingeschätzt werden müssen, der Mensch erhält seinen Wert nicht länger aus dem, was er „leistet“. Es wird eine Gesellschaft geben, in der viele Leute nicht für Lohn arbeiten. Dadurch können Freiräume für andere Aktivitäten entstehen. Die sogenannte „Arbeitsgesellschaft“ könnte ein völlig neues Gesicht bekommen. Könnte? Wann? Es gibt ernst zu nehmende Kreise, die meinen, dass das schon sehr bald der Fall sein wird.
Beim digitalen Arbeitsmarkt 4.0 ist dies aber wohl nicht der Fall. Diese steigende Produktivität erobert keine neuen Märkte, sondern sie macht die bestehenden effizienter, was Entlassungen und „Freisetzungen“ in großem Ausmaß zur Folge hat. Es werden sich im Rahmen der sozialen Polarisierung, die jetzt schon zu beobachten ist, zwei gesellschaftliche Gruppen bilden: die eine wird von ihrer Arbeit leben können, die andere nicht. Es entsteht somit wohl eine gigantische Arbeitslosigkeit und eine daraus folgende Instabilität des Ganzen. Alles fällt auseinander. Der Wert der Lohnarbeit wird wohl völlig neu eingeschätzt werden müssen, der Mensch erhält seinen Wert nicht länger aus dem, was er „leistet“. Es wird eine Gesellschaft geben, in der viele Leute nicht für Lohn arbeiten. Dadurch können Freiräume für andere Aktivitäten entstehen. Die sogenannte „Arbeitsgesellschaft“ könnte ein völlig neues Gesicht bekommen. Könnte? Wann? Es gibt ernst zu nehmende Kreise, die meinen, dass das schon sehr bald der Fall sein wird.
Mittwoch, 7. Juni 2017
Der Andere, der Nächste
Und jetzt etwas ganz anderes, eine besondere Klugscheiserei: alle suchen nach sich selbst, dem vermeintlichen Glück. Aber wenn wir davon ausgehen, könnte der Weg auch zum Wir führen, zu den Anderen. Das wäre eine Besinnung auf die Grundwerte. Denn wir existieren niemals ohne die anderen, der Mensch steht in einem gesellschaftlichen Zusammenhang. Natürlich sollte man sich bei der Einschätzung und dem Umgang mit seinen Mitmenschen auf keine Idealisierungen zubewegen. Die können sich meist nur reiche und wohlbestallte Menschen leisten. Selbstverständlich sind die meisten der uns umgebenden Menschen von neoliberalen Mechanismen des Turbokapitalismus versaut. Aber genau darin, im Erkennen von Strukturen, Denk- und Verhaltensmustern und Bewusstseinsstrukturen, könnte der erste Schritt der Hinwendung zum Anderen bestehen. Das zu erkennen, was allen Menschen aufgegeben ist, es in einem humanen Sinne zu verändern versuchen und damit empathisch (!) umzugehen versuchen, das könnte es sein. Wer sich um sich selbst kümmern kann, vermag dasselbe vielleicht mit seinen Mitmenschen.
Dienstag, 6. Juni 2017
Montag, 5. Juni 2017
Diesler
Ich wohne im Großraum Stuttgart und fühle mich
schwer geschädigt durch die dortigen Luftverhältnisse. Viele Jahre
lang litt ich unter chronischer Bronchitis, die von Fach- oder Spezialärzten auch gerne mal als
Asthma diagnostiziert wurde. Ich rannte weiter und immer weiter zu allerlei medizinischer
Spezialisten, ließ Hypersensibilisierung machen und vermutete
Allergie, nahm Medikamente, wendete Sprays an. Bis ich zu einem relativ stringenten Ergebnis kam, dass die
Luftqualität in Stuttgart zumindest stark zu meinen Beschwerden
beigetragen haben mag. Ob das die Ärzte wussten? Dank sei, dass ich keinen
Dieselverbrennungsmotor gekauft hatte. Es gab ihm gegenüber ein eher
grundsätzliches Misstrauen gegenüber, das gar nicht mal so sehr auf
Fakten beruht haben mag. Doch was macht derjenige, der vor nicht
langer Zeit eines wohl zu guten Glaubens der Autoindustrie samt einem
steuernachlassenden Staat war und einen mit ach so cleanen
Dieselmotor der EURO 5-Norm versehenen PKW kaufte? Wie sich jetzt
heraus stellte, muss das wohl ein Irrtum gewesen sein: im Labor unter
kontrollierten Bedingungen mögen die unter dem Einfluss einer speziell dafür geschaffenen Software gemessenen Werte diese
Messungen bestätigt haben. Nur, im Alltag und unter realistischen
Bedingungen im Freien eingesetzt scheinen solche Motoren ein
Vielfaches an giftigen Abgasen auszuspucken. Blöd. Passende
Abgasreinigungssysteme scheinen bereit zu stehen, sind der Industrie
zum Einbau aber wohl zu teuer. Was jetzt? EURO 6 wird nun heiß
empfohlen. Dumm nur, dass die Abgaswerte hier noch höher zu sein
scheinen. Das Ding ist schlecht. Aber von der Kanzlerin wird der Diesel ja nach wie vor
empfohlen. Ja, die Kanzlerin muss es ja wissen. Sie kümmert sich..... Es scheint jedoch, dass der
Dieselfahrer nicht wirklich gut dran ist.
Sonntag, 4. Juni 2017
Kreuzfahrten
Kreuzfahrten sind beliebt. Mal hier, mal dort herein
schauen und sich dann wieder in die behagliche Höhle zurück ziehen,
um sodann mit Gleichgesinnten dem gemeinsamen Vergnügen nachzugehen,
das ist das kommende Konzept. Sich nicht mit den Realitäten der
jeweiligen Länder auseinandersetzen, sondern im Rahmen einer
Stippvisite mal kurz die einen umgebende Tapete austauschen, „Ach
so“ sagen, um dann wieder seines Weges zu gehen, der ja im Falle
von Deutschland so erfolgreich exportorientiert zu sein scheint. Dies
ist auf dieser Welt scheinbar das Recht des Erfolgreichen.
Wir sind allen anderen überlegen, wir müssen uns um sie mit Geld kümmern, das ist das neue Credo Deutschlands. Noch nicht lange vorbei ist die Zeit, da die anderen diese größer gewordene deutsche Republik in eine europäische Identität einzubetten versuchten. Der Euro war als Währungsidee solchen Absichten entsprungen. Noch kürzer ist die Zeit , als Deutschland als „der Fußkranke“ innerhalb Europas galt. Doch nun sind sie wieder groß und wollen unter anderem ihre biologische Einmaligkeit wieder herstellen, sie wollen zurück zu anderen Zeiten, als man hier scheinbar unter sich war. Germanen, Germans, Deutsche. Mit diesem Bewusstsein geht es als Kreuzfahrer hinaus in die weite Welt. Ein Blick auf den Freizeitpark links oder rechts genügt: wir wissen von den anderen, wir werden sie mit unseren Waren überschwemmen.
Allzu gerne wird dabei vergessen, dass derzeit noch die weitaus meisten der „Luxusliner“ mit Schweröl angetrieben werden, einem Abfallprodukt der Mineralölindustrie, das billig zu haben ist. Dies ist schwer umweltschädlich und bürdet der Umwelt Lasten auf, die alle Menschen (und nicht nur Deutschland) zu tragen haben: Gift in allen Formen, dicker schwarzer Rauch, Schwefel- und Stickoxide, krebserregende Feinstaubpartikel und Schwermetalle. Ob dies nicht eine ungünstige Parallele zu der Autoindustrie bedeutet, von der ein wichtiger Vertreter/Unternehmen für die Verbreitung von Drecksschleudern jüngst sanktioniert worden ist und gegen ein anderes "ermittelt" wird? Ob hier auch die weltweite Allgemeinheit die Folgen solchen Tuns zu tragen hat und ob dies „Exporterfolg“ bedeutet?
Wir sind allen anderen überlegen, wir müssen uns um sie mit Geld kümmern, das ist das neue Credo Deutschlands. Noch nicht lange vorbei ist die Zeit, da die anderen diese größer gewordene deutsche Republik in eine europäische Identität einzubetten versuchten. Der Euro war als Währungsidee solchen Absichten entsprungen. Noch kürzer ist die Zeit , als Deutschland als „der Fußkranke“ innerhalb Europas galt. Doch nun sind sie wieder groß und wollen unter anderem ihre biologische Einmaligkeit wieder herstellen, sie wollen zurück zu anderen Zeiten, als man hier scheinbar unter sich war. Germanen, Germans, Deutsche. Mit diesem Bewusstsein geht es als Kreuzfahrer hinaus in die weite Welt. Ein Blick auf den Freizeitpark links oder rechts genügt: wir wissen von den anderen, wir werden sie mit unseren Waren überschwemmen.
Allzu gerne wird dabei vergessen, dass derzeit noch die weitaus meisten der „Luxusliner“ mit Schweröl angetrieben werden, einem Abfallprodukt der Mineralölindustrie, das billig zu haben ist. Dies ist schwer umweltschädlich und bürdet der Umwelt Lasten auf, die alle Menschen (und nicht nur Deutschland) zu tragen haben: Gift in allen Formen, dicker schwarzer Rauch, Schwefel- und Stickoxide, krebserregende Feinstaubpartikel und Schwermetalle. Ob dies nicht eine ungünstige Parallele zu der Autoindustrie bedeutet, von der ein wichtiger Vertreter/Unternehmen für die Verbreitung von Drecksschleudern jüngst sanktioniert worden ist und gegen ein anderes "ermittelt" wird? Ob hier auch die weltweite Allgemeinheit die Folgen solchen Tuns zu tragen hat und ob dies „Exporterfolg“ bedeutet?
Samstag, 3. Juni 2017
Menschen(ver)führung (3)
Welche
Charaktereigenschaften sollten fähige Manager haben? Sollten sie auf
gewisse Weise „verrückt“ sein? Es sollte ihnen beispielsweise
nichts ausmachen, Kinder in Indien arbeiten lassen, um den Gewinn zu
steigern. Sie sollten im Kopf schnell sein, ausgesprochen egoistisch,
charming und bezaubernd, ohne Moral und gute Redner. Sie sollten bei
aggressiven zwischenmenschlichen Begegnungen überlegen wirken, sich
und ihr Pläne gut verkaufen können und sie sollten - sehr
überzeugende Lügner sein. Sie sind oft Leute, denen man sich und
wichtige Entscheidungen anvertraut, gleichzeitig sollten sie
Skrupellosigkeit ausstrahlen.
Da ist zum Beispiel Richard
Fuld, Spitzname „Gorilla Fool“, der einstige Bankenchef von
Lehmann Brothers. Er galt als ein Mensch, wie wir ihn mit seinen
Merkmalen oft bei Mitgliedern der dunklen Triade finden. Dazu gehören
die Persönlichkeitsmerkmale Narzissmus, Machiavellismus und
Psychopathie. Das Modell wurde von den kanadischen Psychologen Delroy
L. Paulhus und Kevin M Williams im Jahr 2002 entwickelt. Diese
Menschen zeichnet oft ein gefühllos-manipulativer Stil aus.
Besonders Führungskräfte scheinen sich eines solchen Stils oft zu
befleißigen. Dieser ist offiziell in unserer Gesellschaft nicht
erwünscht, gleichzeitig scheint er aber zu großem Berfufserfolg zu
führen. Richard Fuld predigte die grenzenlose Gier und
hatte einen ausgestopften Silberrücken in
seinem Büro in voller Größe. Das machte den Leuten, die mit ihm zu
tun hatten, Angst - und strahlte Bedrohung aus. Sein Gebaren
entsprach dieser Anmutung voll und ganz. Seine Wutausbrüche waren
legendär. Nicht nur dies ließ viele Menschen, die mit ihm zu tun
hatten, zu dem Schluss kommen: „Der ist verrückt“.
Freitag, 2. Juni 2017
Talkshowfloskeln
Dinge sollen „durchsetzbar“ gegenüber den
„Abgehängten“ und „Verlierern“ sein. Nicht wie bei den ach
so gehassten Populisten, die etwas vom heiteren Himmel herunter
versprechen. Ob man da nicht schon ein bisschen die Denke des
Neoliberalen übernimmt? Ob's nicht schon etwas Totalitäres hat?
Alle sind dumme Verlierer, die nicht der eigenen Meinung sind?
Alles ist ein Spiel, in dem es eben Gewinner und Verlierer gibt? Es gibt viel zu viele "Kümmerer" und welche, die uns "schlechtreden" wollen? "Schlechtreden"? Viele Leute sagen, dies oder jenes Land mache „seine Hausaufgaben“
nicht richtig. Damit sind dann meist „Reformen“ gemeint.
„Reformen“ wiederum ist ein Wort, das für Lohnsenkungen und
Senkungen der Sozialausgaben steht. Wachstum wird bei wachsender
Weltbevölkerung ohnehin als unabdingbar betrachtet, darin sind sich
die meisten einig. Dass es dabei aber verschiedene Qualitäten des
Wachstums gäbe, dass es verschiedene Arten gäbe, Ressourcen
einzusetzen, das fällt dabei meist unter den Tisch. Aber man "muss Abstriche machen", man muss "auf eine schnelle Einigung pochen", man muss "deutlich machen", "dass man aufs Schärfste verurteilt", natürlich "im Dialog mit dem Bürger". Und zudem "die eigene Anhängerschaft mobilisieren", - wenigstens "ein Stück weit". Das sollte man schon "deutlich machen". Floskeln, Phrasen, Politikersprech? Aber „Was will man
machen?“: „So ist das Leben!“.
Donnerstag, 1. Juni 2017
Kotdurft (Text)
KOTDURFT (Im stillen
Ozean)
In die Stille eines Ozeans eingelaufen
doch er kann toben
er kann dich umbringen, dieser Ozean
sie beobachten dich dabei
und manchmal grinsen sie
du versuchst, dich über Wasser zu halten
du taumelst, du schwankst, du hast nicht
das Gleichgewicht, die Balance ihrer
ach so coolen Gleichgültigkeit
In die Stille eines Ozeans eingelaufen
scheinbar ausgeglichen so moderat
du fängst an zu frieren, zu schaudern
zu frösteln, war'n früher bessere Tage
du fällst und torkelst, kommst in Bewegung
dem Abgrund entgegen, der vor dir starrt
dunkel, kalt, feindlich abweisend
scharf verletzend, widerlich stinkend
ein Tor zur Hölle, hinaus ins Nichts
In die Stille eines Ozeans eingelaufen
scheinbar beiläufig alltäglich abgeklärt
sie können dich überraschen, diese Idioten
beim granteln, beim überlegenen Denken
du frierst, du kotzt, du fühlst dich abgegraben
von ein paar dyamischen Edelspezialisten,
agressiv, smart, nett, lächelnd in die Enge getrieben,
zum Niederknien und „Hilfe“ schrein
zum Wiederkäu'n und Gebete brüllen
In die Stille eines Ozeans eingelaufen
doch er kann toben
er kann dich umbringen, dieser Ozean
sie beobachten dich dabei
und manchmal grinsen sie
du versuchst, dich über Wasser zu halten
du taumelst, du schwankst, du hast nicht
das Gleichgewicht, die Balance ihrer
ach so coolen Gleichgültigkeit
In die Stille eines Ozeans eingelaufen
scheinbar ausgeglichen so moderat
du fängst an zu frieren, zu schaudern
zu frösteln, war'n früher bessere Tage
du fällst und torkelst, kommst in Bewegung
dem Abgrund entgegen, der vor dir starrt
dunkel, kalt, feindlich abweisend
scharf verletzend, widerlich stinkend
ein Tor zur Hölle, hinaus ins Nichts
In die Stille eines Ozeans eingelaufen
scheinbar beiläufig alltäglich abgeklärt
sie können dich überraschen, diese Idioten
beim granteln, beim überlegenen Denken
du frierst, du kotzt, du fühlst dich abgegraben
von ein paar dyamischen Edelspezialisten,
agressiv, smart, nett, lächelnd in die Enge getrieben,
zum Niederknien und „Hilfe“ schrein
zum Wiederkäu'n und Gebete brüllen
Mittwoch, 31. Mai 2017
Sterblichkeit, Tod und soziale Differenzierung
Im Silicon Valley wird sehr robust an der
Unsterblichkeit geforscht. Nun ja, das Sterblichkeitsalter erst mal
hinauszögern, so dass der Mensch etwa 1000 Jahre alt werden könnte,
wäre ja auch mal ein erstes Ziel. Ein uralter Menschheitstraum würde
dann wahr werden. Die Essenz des Jungbrunnens per Altersforschung
finden, Altersforschung als Avantgarde, den Code des Lebens
knacken,eine Arznei gegen den Tod finden, Heilsversprechen
wiedererfunden reloaded (in den USA ein gerne gepflegter Sport), Verjüngung neu, - Tests scheinen
erfolgsversprechend und würden neue Perspektiven eröffnen. Ob aber
die Erde dafür gerüstet wäre, 1000jährige und ältere Menschen zu
ertragen? Ob die Ressourcen ausreichen würden oder ob diejenigen,
die es sich leisten könnten, sich in ferne Welträume absetzen würden? Überhaupt: wäre das Aufhalten des Alterungsprozesses nicht etwas
für „wertvolle“ Menschen? Wonach bemisst sich dieser Wert in
unseren Gesellschaften? Stimmt, nach der Kohle...... Ob's also ein
Instrument der sozialen Differenzierung wäre und ärmere Menschen
ausgegrenzt wären? Ob sie zunehmend abgedrängt würden in eine Art
„Green Soil“, wie es ein berühmter Film der sechziger Jahre
dargestellt hat? Eine „Masse Mensch“, wie sie der Expressionist
Ernst Toller in seinem Buch gleichen Titels einst beschrieben hat? Zarte Hinweise darauf eröffnen
sich schon jetzt, indem nämlich Milliardäre sich für solche
Möglichkeiten heftig zu interessieren scheinen. Milliardäre.
Dienstag, 30. Mai 2017
Entscheidungsprozesse
Wir erfahren, dass Hunderte von Lobbyisten im
Bundestag ein- und auszugehen scheinen und wir merken, dass wir davon
kaum mehr überrascht sind. Diese Leute beeinflussen Entscheidungen
und Entscheider, Gesetzgebungen und Vorlagen in ihrem Sinne. Sie
bringen sich recht aktiv ein und zeigen sich meist materiell Abgeordneten gegenüber für
solche Möglichkeiten erkenntlich. Zuwendungen aller Art sind ihre
Spezialitäten. Subtile Beeinflussungen gehören dazu. Der reinen
Lehre entspricht so etwas natürlich nicht. Aber wir seien damit
lange gut gefahren und im Übrigen: „Uns geht es gut“. Anspruch
und Wirklichkeit klaffen hier trotzdem weit auseinander. Tatsache
ist: Es könnte uns noch viel besser gehen. Es könnte uns auch so
gehen, dass andere Länder nicht dafür leiden müssten. Wir könnten
auf Ausgleich bedacht sein, besonders dort, wohin im Augenblick noch
von uns Waffen geliefert werden. Wir erfahren davon, dass es
anscheinend genügte, nur den Namen des entsprechenden
Interessenverbandes in das Antragsformular des Bundestags
einzutragen, - und schon würde Zugang gewährt. Ob so etwas
Verdrossenheit erzeugt? Die jüngsten Teilnahmequoten bei Wahlen scheinen dies
zu widerlegen, - aber halt nur kurzfristig. Es scheint eine eher
langfristige Unzufriedenheit zu geben, einen Bodensatz der
Verdrossenheit, der versucht, sich mit den Dingen zu arrangieren, der
sie aber nicht akzeptieren kann. Die Grenzbereiche zur Korruption
sind fließend, - auch wenn in anderen Ländern die offene Korruption
herrscht und jeden Tag hämisch darüber berichtet wird. Was nutzt es
da, wachsam zu sein? Nun ja, wir wollen doch besser sein als andere,
wir wollen (auch aus schlimmen historischen Erfahrungen heraus...)
doch voran gehen, was Demokratie und Rechtsstaat betrifft. Wir wollen doch keine
Doppelbödigkeit zulassen, sondern einheitlich „auf dem Boden des
Grundgesetzes“ stehen, - oder?
Montag, 29. Mai 2017
Ernährung, Welt, Insekten
Eines scheint klar: Die
Erde kann den rapide gestiegenen Fleischbedarf nicht für die ganze
Bevölkerung decken. Der erhöhte Fleischbedarf Asiens zieht immer
mehr Verbrauch an Weidefläche nach sich. In Deutschland werden pro
Tag ca. 90 Hektar an Grünland und Ackerland durch
Überbauung verbraucht. Lösung? Invitrofleisch? Burger aus dem
wissenschaftlichen Labor? Die Fleischzellen vermehren sich hier in
einem wissenschaftlich kontrollierten Nährmedium. Darin sind
Antibiotika enthalten, damit Bakterien die Kulturen nicht
verunreinigen. Das Verfahren soll in einigen Jahren massentauglich
werden. Statt vielen Rindern bräuchte man dann nur ein einziges
Tier, um mehrere Tonnen Fleisch zu produzieren. Der erste Laborburger
hat etwa 330 000 Euro gekostet. Derzeit ist man bei etwa 100 Euro.
Bis zur Massenproduktion ist es möglicherweise aber trotzdem noch ein weiter Weg.
Kekse mit speziellen tierischen Proteinen gibt es aber heute schon kostengünstig. Eine Backzutat ist dabei ganz besonders: sie stammt von Würmern. Die Tiere werden unter streng kontrollierten Bedingungen gezüchtet. Sie bekommen nur Biokost, bis sie schließlich durch Kochen getötet, getrocknet und zu einem Mehl zermahlen werden. Obwohl in anderen Ländern Insekten schon lange gegessen werden, besteht bei uns noch eine traditionelle Hemmschwelle. Doch erste Restaurants haben diese Tierchen auch in Europa jetzt schon auf die Speisekarte gesetzt.
Kekse mit speziellen tierischen Proteinen gibt es aber heute schon kostengünstig. Eine Backzutat ist dabei ganz besonders: sie stammt von Würmern. Die Tiere werden unter streng kontrollierten Bedingungen gezüchtet. Sie bekommen nur Biokost, bis sie schließlich durch Kochen getötet, getrocknet und zu einem Mehl zermahlen werden. Obwohl in anderen Ländern Insekten schon lange gegessen werden, besteht bei uns noch eine traditionelle Hemmschwelle. Doch erste Restaurants haben diese Tierchen auch in Europa jetzt schon auf die Speisekarte gesetzt.
Sonntag, 28. Mai 2017
Verdinglichung, Legitimation, Idiologie
Wieder in alten Soziologie-Unterlagen gefunden (Grundbegriffe, Definition):
Verdinglichung bedeutet, menschliche Phänomene aufzufassen, als ob sie Dinge wären, das heißt, als außer- oder übermenschlich. Verdinglichung ist die Auffassung von menschlichen Produkten, als wäre sie etwas anderes als menschliche Produkte: auch Naturgegebenheiten, Folgen kosmischer Gesetze und Offenbarungen eines göttlichen Willens. Legitimation "erklärt" die institutionale Ordnung dadurch, dass sie ihrem objektivierten Sinn kognitive Gültigkeit zuschreibt. Sie rechtfertigt die institutionale Ordnung dadurch, dass sie ihren pragmatischen Imperativen die Würde des Normativen verleiht. Wenn eine Wirklichkeitsbestimmung so weit ist, dass sich ein konkretes Machtinteresse mit ihr verbindet, so kann sie "Idiologie" genannt werden.
Verdinglichung bedeutet, menschliche Phänomene aufzufassen, als ob sie Dinge wären, das heißt, als außer- oder übermenschlich. Verdinglichung ist die Auffassung von menschlichen Produkten, als wäre sie etwas anderes als menschliche Produkte: auch Naturgegebenheiten, Folgen kosmischer Gesetze und Offenbarungen eines göttlichen Willens. Legitimation "erklärt" die institutionale Ordnung dadurch, dass sie ihrem objektivierten Sinn kognitive Gültigkeit zuschreibt. Sie rechtfertigt die institutionale Ordnung dadurch, dass sie ihren pragmatischen Imperativen die Würde des Normativen verleiht. Wenn eine Wirklichkeitsbestimmung so weit ist, dass sich ein konkretes Machtinteresse mit ihr verbindet, so kann sie "Idiologie" genannt werden.
Samstag, 27. Mai 2017
Zukunft oder Gegenwart?
Ob das Individuum gänzlich anders geworden ist in
einer immer schneller sich wandelnden Welt? Zeitungen erklären uns,
dass nicht alles anders wird, sondern dass es bereits anders geworden
ist. Avatare als künstliche Platzhalter, Cyborgs, Künstliche Intelligenz, Virtual
Reality, Deep Learning......der gemeine Mensch denkt da nur: da kommt was auf uns
zu! Zuckerberg will uns nur über Gedanken kommunizieren lassen,
telephonieren und Sprache wird überflüssig. Die Industrie 4.0
macht uns sowieso alle arbeitslos..... Dann freilich, und spätestens
dann, beginnt das große Um- und Nachdenken. Wozu sind wir überhaupt
da? Was soll das Rackern und Tun, führt es zu etwas? Ist das nur
eine Art Therapie um vom eigentlichen Existieren abzulenken? Um den
vielen eine Art vorläufigen Sinn zu verschaffen (was ja auch Jahrtausende lang funktioniert hat.....) Ist die „Arbeit“ (eine
von der jeweiligen historischen und materiellen Konstellation
diktierte Größe) das, was Sinn verschafft? Sinn? Wo verbirgt sich
derzeit diese Größe? Wer ist überhaupt der Bezugspunkt? Der
Mensch? Oder irgendeine Größe, die noch entstehen soll? Gibt es
dabei Übergangsschwierigkeiten? Wird sich der Mensch als trotziges
widerspenstiges Übergangswesen erweisen? Ob wir die gegenwärtig
grassierende Hinwendung zu populistischen Tendenzen so verstehen
wollen? Ob wir die Lüge als neue Realität akzeptieren und wie weit
sie trägt? All das sind Fragen, die aufschimmern, aufscheinen und
wieder zu verschwinden scheinen. Die sich diffamieren lassen müssen,
als typisch „europäisch“, als zu skeptisch, als die von Bremsern
und Bedenkenträgern. Wo solche menschlichen Größen wie Mitgefühl,
Empathie oder Nächstenliebe da ihren Platz haben werden? Es ist eine
Denkbar der Moderne und des alles verschlingenden Zeitgeists, an der
wir uns etwas bestellen, das wir nicht kennen.
Freitag, 26. Mai 2017
Lama (MP3)
Lama
https://www.dropbox.com/s/9r38etjk1dkmor2/Lama%20192.MP3?dl=0
https://www.dropbox.com/s/9r38etjk1dkmor2/Lama%20192.MP3?dl=0
oder abspielen
Lama
https://www.dropbox.com/s/9r38etjk1dkmor2/Lama%20192.MP3?dl=0
https://www.dropbox.com/s/9r38etjk1dkmor2/Lama%20192.MP3?dl=0
oder abspielen
Lama
Abonnieren
Posts (Atom)





