Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
Dienstag, 30. August 2016
Besserwisser
Mir fallen sie immer mehr auf, ja, sie stoßen mir
sogar herb auf: die in den Medien auftretenden Stars der engagiert
vertretenen Meinung, die professionellen Besserwisser, Klugscheißer,
akademisch wohlbestallten Vorleser und die Bestsellerautoren, die uns
wortreich und akademisch gesiegelt erzählen, was alles falsch sei
und was die Gesellschaft samt ihrer Industrie mit uns treibe. Dabei
sind dies die smarten jungen Jungs, die kampfkostümtragenden Damen und
die alten Rauschebärte, die uns etwas von Konsumverzicht,
Klimawandel etc. erzählen und es sich anschließend im 8Zylinder
bequem machen, wo sie das Mobiltelefon der Luxusmarke sich ans Ohr
halten, um den nächsten Termin etwas nach hinten zu verlegen und das
Gourmetessen in der sternbewehrt feinen Fresskaschemme schon mal
vorbestellen. Gewiss, es ist eine Spielart der Trennung von Sach- und
Personenebene. Sie mögen in so mancher Sache durchweg recht haben.
Und ich bin auf der von ihnen vertretenen Seite. Das ist die
Sachebene. Doch persönlich habe ich keinerlei Respekt vor solchen
Personen, deren Theorien nicht mal dazu gut sind, der eigenen Person
etwas für die Existenz an die Hand zu geben. Ihre Bücher sind für
die, denen es etwas bringen würde, in dieser gescholtenen
Gesellschaft keinen Cent günstiger als die gescholtene Konsumware.
Sie werfen sie auch in unübersichtlicher Anzahl auf den Markt, um ja
im Gespräch zu bleiben und den sich daran knüpfenden Umsatz zu
machen. Darin sind sie den von ihnen so hingebungsvoll kritisierten
Politikern oft nicht ganz nicht unähnlich, die ja so gerne Wasser predigt, um umso unverhohlener Wein zu trinken, den sie mit bei der einschlägigen Industrie bestellten Luxusschreibstiften bestellt hat.
Montag, 29. August 2016
Handlungsvorhersage (2)
In meinem Blog „Handlungsvorhersage“ vom 12.7.2016
hatte ich es thematisiert. Jetzt scheint die neueste und gestern
gesendete Folge des ARD-Tatorts es auch aufgenommen zu haben (ich
habe das nicht gesehen...). Es gibt Programme der Künstlichen
Intelligenz, die sich bisher vor allem die Polizei zu eigen gemacht
hat. Mit ihnen scheint es möglich zu sein, Verbrechen vorauszusagen.
Mir war zum Zeitpunkt der Niederschrift dieses Blogs schon bekannt,
dass die amerikanische Polizei dieses System bereits anwendet. Nun
scheint es endgültig in den Mainstream eingewandert zu sein. Die
Entwickler des intelligenten Computerprogramms im Tatort taufen
ihre Schöpfung auf den Namen "Bluesky". Was zum
Dreh-Zeitpunkt des Films „Minority Report“ mit Tom Cruise im
Jahre 2002 noch so etwas wie Science Fiction war, scheint inzwischen
Wirklichkeit geworden zu sein. Das amerikanische System funktioniert
so: Die Software errechnet die Wahrscheinlichkeit, mit der sich
Verbrechen in verschiedenen Gebieten wiederholen. Dazu wertet das
System unter anderem die Polizeiberichte des Vortages aus.
Jahresstatistiken über Stadt- und Bevölkerungsentwicklung helfen
dabei, besondere Risikogebiete zu identifizieren. Wurden innerhalb
von 72 Stunden zwei Einbrüche in
demselben Wohngebiet registriert, liegt ein Ausnahmefall vor –
liegt die Anzahl dieser Fälle deutlich über dem Durchschnitt,
schlägt die Software Alarm und kann selbständig dazulernen, in dem sie ihre Datenbasis verbreitert. Die Polizei kann dementsprechend mehr
Einsatzkräfte in dem Risikogebiet auf Streife schicken. Die Pülizei der mir
nicht gerade fern liegende Stadt Stuttgart vermeldete nach dem
Einsatz dieses Systems 30 Prozent weniger Einbrüche im Jahr 2015. Natürlich sind auch andere Einsatzgebiete dieses ständig erweiterten Systems denkbar.
Sonntag, 28. August 2016
Reisen als Tourist
Warum bleiben wir nicht zuhause? Warum fahren wir -
und mit uns Milliarden von Menschen - in fremde Länder, wo wir außer
dem Motiv „Ferien machen“ genaugenommen nichts verloren haben?
Ungeklärt sind daneben viele Probleme des Fremdenverkehrs: wie wirkt
sich das auf die Reisegebiete aus? Wie gestaltet sich das Verhältnis
von Besuchern und Einheimischen? Wie ist die Umweltbilanz des
Tourismus? Bringt er wirtschaftlichen Aufschwung oder neue Formen des
Kolonialismus? Was ist von den „künstlichen Ferienwelten“ zu
halten, die sich immer mehr zu den meistbesuchten Reisezielen der
Welt entwickeln? Was eigentlich treibt uns in die Ferne? Gibt es
dabei eine Nähe zu Fest, Ritual und Spiel? Denn die Bewegung, die
Reisen grundlegend charakterisiert, ist universell verbreitet und in allen Kulturen nachweisbar: Der Impuls, die Ordnungsstruktur des
Alltags zu verlassen und in andere Wirklichkeiten einzutreten. Das
Reisen stellt insofern eines der wirksamsten Mittel dar, der
eingespielten sozialen Ordnung vorübergehend zu entkommen - nicht
in blinder Flucht, sondern als produktive, menschliche Leistung, die
neue Erfahrungen ermöglicht.
Samstag, 27. August 2016
Beschleunigt in Richtung Ruhe
Rechts und links schwirrt und flirrt an uns die
Realität vorbei. Nichts scheint mehr zu begreifen zu sein. Der
Mensch wird nervös, er steht unter Strom. Da sind tausend
Informationen über kleine und große Notstände, Kriege,
Umweltkatastrophen usw. Und wir haben es uns angesichts dessen
geleistet, uns in der Komfortzone einzurichten, können scheinbar ja
sowieso nichts machen. Doch die Welt und die Gesellschaft rückt
zusammen, sich abzuschotten wird schwieriger, Dinge werden
transparenter - aber nur für diejenigen, die sich darum bemühen:
Die Gelegenheit dazu haben, zu bedenken, umzudenken, sich zu
korrigieren. Gleichwohl sind wir dauernd online, erreichbar,
verfügbar, einsetzbar. Zerissenheit macht sich breit. Auch zwischen
denen, die haben, und denen, die nichts haben. Als Gleichmacherei
wird alleine schon das Bewusstsein dafür beschimpft von denen, die
in einem gewissen Interesse sprechen und handeln. Auch im Interesse
dessen, das die Macht des Faktischen für sich hat. Alles war
scheinbar so und wird so immer sein. Die Grundordnung ist
unumstößlich, weil der gierige Mensch anscheinend die Konstante
ist. Ein Neuentwurf, ein Aufbruch wirkt angesichts solch behaupteter
Verhältnisse leicht lächerlich. Jeder will den Moment festhalten,
nicht die Vergangenheit oder gar planen. Eine Frage wird geradezu
diktatorisch: Wie fühlt sich das Jetzt an, der Moment?
Müssen wir ständig aktiv sein? Auch durch das Internet verliert sich das Gefühl für den Abstand von der Vergangenheit zur Zukunft. Wir können alle Informationen dauernd haben, wir können alles nachschlagen und die Zukunft planen. Es zerfließt. Möglicherweise verliert sich darin auch so etwas wie Empathie. Von allen Seiten kommt das, schlägt das in uns ein. Es prägt unsere Art zu sprechen, weil wir möglichst viele und gute Informationen damit transportieren wollen, weil wir nichts Falsches sagen sollten, weil wir ständig getrieben sind und uns gut darstellen wollen. Wir sind in einer Art Dauerhysterie und Dauerpanik, Nervosität und Unruhe erhebt sich. Damit erhebt sich auch die Frage: Wie gehe ich damit um? Entweder lasse ich mich in meiner Unruhe treiben, oder ich lerne darüber, versuche zu sortieren, Abstand zu gewinnen, andere Perspektiven einzunehmen - und werde dadurch ruhiger.
Müssen wir ständig aktiv sein? Auch durch das Internet verliert sich das Gefühl für den Abstand von der Vergangenheit zur Zukunft. Wir können alle Informationen dauernd haben, wir können alles nachschlagen und die Zukunft planen. Es zerfließt. Möglicherweise verliert sich darin auch so etwas wie Empathie. Von allen Seiten kommt das, schlägt das in uns ein. Es prägt unsere Art zu sprechen, weil wir möglichst viele und gute Informationen damit transportieren wollen, weil wir nichts Falsches sagen sollten, weil wir ständig getrieben sind und uns gut darstellen wollen. Wir sind in einer Art Dauerhysterie und Dauerpanik, Nervosität und Unruhe erhebt sich. Damit erhebt sich auch die Frage: Wie gehe ich damit um? Entweder lasse ich mich in meiner Unruhe treiben, oder ich lerne darüber, versuche zu sortieren, Abstand zu gewinnen, andere Perspektiven einzunehmen - und werde dadurch ruhiger.
Freitag, 26. August 2016
Donnerstag, 25. August 2016
Kotdurft
KOTDURFT (Im stillen
Ozean)
In die Stille eines Ozeans eingelaufen
doch er kann toben
er kann dich umbringen, dieser Ozean
sie beobachten dich dabei
und manchmal grinsen sie
du versuchst, dich über Wasser zu halten
du taumelst, du schwankst, du hast nicht
das Gleichgewicht, die Balance ihrer
ach so coolen Gleichgültigkeit
In die Stille eines Ozeans eingelaufen
scheinbar ausgeglichen so moderat
du fängst an zu frieren, zu schaudern
zu frösteln, war'n früher bessere Tage
du fällst und torkelst, kommst in Bewegung
dem Abgrund entgegen, der vor dir starrt
dunkel, kalt, feindlich abweisend
scharf verletzend, widerlich stinkend
ein Tor zur Hölle, hinaus ins Nichts
In die Stille eines Ozeans eingelaufen
scheinbar beiläufig alltäglich abgeklärt
sie können dich überraschen, diese Idioten
beim granteln, beeim überlegenen Denken
du frierst, du kotzt, du fühlst dich abgegraben
von ein paar dyanmischen Edelspezialisten,
agressiv, smart, nett, lächelnd in die Enge getrieben,
zum Niederknien und „Hilfe“ schrein
zum Wiederkäu'n und Gebete brüllen
In die Stille eines Ozeans eingelaufen
doch er kann toben
er kann dich umbringen, dieser Ozean
sie beobachten dich dabei
und manchmal grinsen sie
du versuchst, dich über Wasser zu halten
du taumelst, du schwankst, du hast nicht
das Gleichgewicht, die Balance ihrer
ach so coolen Gleichgültigkeit
In die Stille eines Ozeans eingelaufen
scheinbar ausgeglichen so moderat
du fängst an zu frieren, zu schaudern
zu frösteln, war'n früher bessere Tage
du fällst und torkelst, kommst in Bewegung
dem Abgrund entgegen, der vor dir starrt
dunkel, kalt, feindlich abweisend
scharf verletzend, widerlich stinkend
ein Tor zur Hölle, hinaus ins Nichts
In die Stille eines Ozeans eingelaufen
scheinbar beiläufig alltäglich abgeklärt
sie können dich überraschen, diese Idioten
beim granteln, beeim überlegenen Denken
du frierst, du kotzt, du fühlst dich abgegraben
von ein paar dyanmischen Edelspezialisten,
agressiv, smart, nett, lächelnd in die Enge getrieben,
zum Niederknien und „Hilfe“ schrein
zum Wiederkäu'n und Gebete brüllen
Dienstag, 23. August 2016
Künstliche Intelligenz (4)
Künstliche Intelligenz, die per App das
Funktionieren des Heims besorgt, die Krankheiten rechtzeitig erkennt,
die Arbeiten besorgt, wo „Facharbeiter“ fehlen werden, die Bilder
und Gesichter kennen, die viel klügere Entscheidungen treffen, als
wir das würden. Ob sie noch viel mehr besser als wir selbst können?
Ob sie eines Tages die Weltherrschaft übernehmen werden und ob wir
Menschen dann nur noch in Form von Cyborgs auftauchen, als durch
allerlei technisch hergestellte Erweiterungs-Gadgets „aufgewertete“
Wesen? Sie werden alles und jeden kennen (Datenbrillen sind da nur
ein Übergang...), sie werden unter anderem sprechen können (der
Datenaustausch ist auch anders möglich), sie werden Kriege führen
und sie werden zielsicher mit der Zukunft umgehen. Sie werden auch
beliebig reproduzierbar sein (Klone könnten zur
Selbstverständlichkeit werden). Sie werden einfach „erfolgreicher“
sein als die andern, sie werden sie auf viele Arten verdrängen. So
jedenfalls geht eine Vision im Silicon Valley, in dem (derzeit noch
von Menschen) die Technik der Zukunft erdacht wird. Künstliche
Intelligenz soll uns Routine-Aufgaben abnehmen, die uns bisher zu
sehr belasten. Es geht um gesteigerte Effizienz. Auch in Bezug auf
die Umwelt. Das Ausplündern wird sich als nicht besonders klug
erweisen. Öko wird angesagt sein,. Und das Mitgefühl? Compassion?
Kunst? Werden das diese Maschinen auch können, wird das von ihnen
ausgehen können?
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Montag, 22. August 2016
Andere Welten
Wir driften in tausend
Paralellwelten auseinander, zum Teil geistig und ökonomisch völlig
unterschiedlich ausgestattet. Die Bedingungen dafür werden von
Leuten gestaltet, die "professionelle Machtausüber" sind, die
teilweise dafür ausgebildet sind, die in ihrer eigenen Lebenswelt
leben und die mit denen, die sie vertreten sollen, herzlich wenig zu tun
haben, - auch wenn sie immer wieder (bevorzugt in Wahlkämpfen) sich
unters Volk mischen, von ihnen selbst definierte „Bürgerdialoge“
oder „Bürgersprechstunden“ führen und sich recht volkstümlich
geben. Das allzu Populistische freilich soll tabu sein, auch wenn
keiner von ihnen auf Anhieb halbwegs sauber definieren könnte, was
denn „populistisch“ sein solle. Es geistert auch gerne das
Stichwort „basisdemokratisch“ herum. Einzige Bedingung für die
meisten Politiker aber ist für ihre „Basisdemokratie“, dass die
Entscheidungen dann in dem von ihnen selbst definierten Sinne fallen,
möglichst „humanistisch“ und sonstwie moralisch seien. Blöd
nur, dass so etwas wie die Todesstrafe leider sehr populär sein
kann. Zeitweise. Phasenweise. Im nächsten Moment wieder ganz anders.
Dann wird von den selbsternannten „Basisdemokraten“ auf das blöde Volk herb
eingeprügelt. Rassisten, Rechtsausleger, Faschisten sind da noch
harmlose Vorwürfe und Unterstellungen. Wie kommen die nur dazu,
diese Unwissenden, diese bedauernswerten Opfer? Sie sollen gefälligst unsere Meinung
haben, basta.
Sonntag, 21. August 2016
Samstag, 20. August 2016
Urlaub
Gegenüber
steht der riesige Van bereit zur Abfahrt, die Kinder müssen nur noch
zusteigen. Weiter vorne parkiert ein Wohnmobil, offensichtlich fertig
zur Abfahrt. Weiter vorne wartet ein Wohnwagen, aufmunitioniert zur
großen Urlaubsschlacht. Baden - Württemberg geht in Ferien, auch
wenn es damit spät dran ist: die ersten Bundesländer beenden die
lange Sommerpause schon wieder. Automobilfabriken sind teilweise
davon abgekommen, den Sommer generell zur Ferienzeit zu erklären und
verzichten auf "Betriebsferien". Die vielen, die aus finanziellen
Gründen nicht verreisen können, bleiben ja ohnehin unsichtbar. Es
gilt ja da Credo, das es „uns“ so gut wie noch nie gehe. Was sollen da die wenigen Armen..... Als
Beleg werden dann immer Statistiken hervorgekramt, deren
Zweifelhaftigkeit sich doch langsam herumgesprochen haben dürfte.
Der Rest tut so als ob: als sei er weg. Seit langen Jahren ist das schon so. Die Straßen sind erfreulich
befahrbar, in den Geschäften sind die Schlangen deutlich geringer
(ein Effekt, dem die Discounter dadurch entgegen steuern, dass sie
die Kassen schlechter mit „Personal“ belegen. Die Kundenschlangen sind also mindestens gleich lang. Das ist ihre Art
der Einsparung). Die Schlangen bilden sich bald als Stau auf den
Autobahnen, was jedes Jahr auch dasselbe ist. Aber die Klimaanlage brummt,
die Smartphones ist gezückt, die Games ziehen von den Rücksitzen in sich hinein. Das Ziel
ist ein Resort, in dem es möglichst wie in Deutschland zu essen
geben soll. Wer es nicht leisten kann, hat halt Durchfall oder
keinen Platz am Pool.
Freitag, 19. August 2016
Mit Sokrates sich selbst auf der Spur (1)
„Ich weiß, dass ich nichts weiß“ sagte einst
Sokrates, der große griechische Philosoph des Nichtwissens und
Zweifels. Der Satz steht sogar draußen auf dem großen Poster in
meinem Zimmer. Er war und ist einer meiner Orientierungsmarken. Durch
die Praxis der Selbsterkenntnis entwickelt Sokrates eine Bewusstheit,
die auch ihr Nichtwissen annimmt. Er war ein Sucher des Selbst und
ein Liebhaber der Weisheit. Sich spüren, wie die Ego-Sucher heute so
gerne sagen, war sein alltäglicher Versuch. Sich erkennen. Dem
möglichst nahe kommen. Sich annähern und das dann auch spüren,
merken. Dabei brauchte er keine Bungee-Sprünge, Wasserturmsprünge
oder sonstige Fallschirmverrenkungen. Er war auf der Spur seiner
selbst und nahm dafür in Kauf, anders zu sein. Er war bereit, einen
Preis dafür zu bezahlen, was ihn letztlich wohl auch das Leben
gekostet hat. Denn die Umwelt will Angleichung, will uns in den
Algorithmus zwingen, in das Typische und Vorhersagbare. Aber
beispielsweise die Kunst kann einen Weg weisen, einen Fingerzeig
geben, zum Beispiel sie selbst suchen und sich dabei ausdrücken. Das
ureigene Selbst, das gerade nicht geklont werden kann, das sehr eigen
ist. Aber auch anderen Menschen dadurch neu begegnen. Den Austausch
dadurch anregen. Diese Ebene zu beschreiten lernen, sich hinein geben
in die Zeichen, die Bedeutungen und ihre Schönheiten. Das Abenteuer
wagen. Die Bereitschaft freundlich mit einem Lächeln aufbringen.
Jawohl, das könnte möglich sein – und nicht nur eine verbal nett
esoterisch klingende Vision. Ich selbst glaube das in der Realität
erlebt zu haben. Aber man kann diesen Vogel nicht festhalten. Er
fliegt womöglich davon und ist weg. Er ist womöglich selbst etwas
Vorübergehendes, Flüchtiges. Rede, Gegenrede, Dialog und Fragen:
das war Sokrates' Methode. Das Offene. Das manchmal auch Gefährliche
und Radikale. Nicht das festgefügte Dogma, nicht das absolute
Wissen. Nicht die Anmaßung, die leider zu oft von Religionen
ausgeht, deren fundamentalistische Form schon mal von göttlicher
Offenbarung ausgeht und sich dadurch jeden Diskurses entzieht. Etwas
ist richtig, weil es richtig ist! Wie weit ist das von Sokrates'
Sicht auf die Welt entfernt!
Donnerstag, 18. August 2016
Competition
Das Ego, ist das einzige, was du wirklich hast auf
dieser Welt
deshalb scheint es dir das Wichtigste
aber du stehst in einem Zusammenhang
der dir Leben erlaubt
du lebst mit anderen auf dieser Welt
schauen in Bauchnabel, haben keine Ahnung, nach was sie suchen
vergöttern das Ego, wie die Mächtigen das gerne hätten
immer glücklich und sonnig sein
egal, ob sie um dich herum verrecken
die anderen sind nur Mittel zum Zweck – Warenwelt
Mittel zur Bedürfnisbefriedigung
und bist du nicht willig
so brauch ich Gewalt
subtil und ganz offen
stehlen
Gedankensplitter, die herumliegen:
die Hölle, das sind immer die anderen
sich eins fühlen mit allem, Empathie
das wäre etwas anderes als Raffgier
große Autos und große Häuser
den Streitwagen, wer hat den schnelleren, besseren?
Wer hat mehr unter der Haube?
Competition, Wettbewerb und Krieg
mit anderen Mitteln – muss das sein?
Wichtigtuer, verliebt nur in ihr Selbst
pflegen hingebungsvoll ihre Selbstsuche
und scheren sich dabei einen Dreck um die andern
die andern haben's ihnen gesagt
sie sollen sich nicht bloß nicht kümmern
und immer treu bei sich selbst bleiben
die Zwiebel immer weiter schälen
immer weiter......aber da kommt kein richtiger Kern
(Notizen 2013)
deshalb scheint es dir das Wichtigste
aber du stehst in einem Zusammenhang
der dir Leben erlaubt
du lebst mit anderen auf dieser Welt
schauen in Bauchnabel, haben keine Ahnung, nach was sie suchen
vergöttern das Ego, wie die Mächtigen das gerne hätten
immer glücklich und sonnig sein
egal, ob sie um dich herum verrecken
die anderen sind nur Mittel zum Zweck – Warenwelt
Mittel zur Bedürfnisbefriedigung
und bist du nicht willig
so brauch ich Gewalt
subtil und ganz offen
stehlen
Gedankensplitter, die herumliegen:
die Hölle, das sind immer die anderen
sich eins fühlen mit allem, Empathie
das wäre etwas anderes als Raffgier
große Autos und große Häuser
den Streitwagen, wer hat den schnelleren, besseren?
Wer hat mehr unter der Haube?
Competition, Wettbewerb und Krieg
mit anderen Mitteln – muss das sein?
Wichtigtuer, verliebt nur in ihr Selbst
pflegen hingebungsvoll ihre Selbstsuche
und scheren sich dabei einen Dreck um die andern
die andern haben's ihnen gesagt
sie sollen sich nicht bloß nicht kümmern
und immer treu bei sich selbst bleiben
die Zwiebel immer weiter schälen
immer weiter......aber da kommt kein richtiger Kern
(Notizen 2013)
Mittwoch, 17. August 2016
Polyperspektivität (2)
Das „Außer-sich-sein“, das ich einmal in einem
Trip erfahren durfte, dieses „Neben-sich-stehen“ scheint mich
verändert zu haben. Genauso ging's mir mit der Natur, die in Form
der Evolution ständig etwas Neues probiert. Nicht nur der Grand
Canyon war für mich eine tiefe spirituelle Erfahrung. Demut legte
sich mir nahe. Respekt. Staunen. Es hat mich nüchternen Schlock
ergriffen. Dies schloss stets die Tiere ein. Nicht nur Säugetiere.
Es trat ein Empfinden für andere Zeiträume hinzu. Ihren Bezug zu
mir, zu meiner Person, die mir in diesem Zusammenhang doch so
unbestimmt zu sein schien, wurde wichtiger. Zeit. Zeitspannen. Was
ist das? Bloß deshalb selbstverständlich, weil wir diese Sicht
eingeübt haben? Wieso etwa habe ich solch unterschiedliche Musik
gemacht, obwohl andere Gemüter ihren „Stil“ längst gefunden zu
haben schienen? Ich habe immer versucht, die Realität von
verschiedenen Seiten her zu umkreisen, ihr aus unterschiedlichen
Perspektiven näher zu kommen. Dies bedeutete für mich
„Polyperspektivität“. „Impressionistische Dialektik“ auch.
Dass man Dinge stets aus mindestens zwei Perspektiven betrachten
kann. Wenn etwas nicht geht, wenn etwas anderes die bessere
Perspektive eröffnet, dann habe ich eher sie versucht. Ich war
Besucher, Spieler, Probant, habe das Kaleidoskop zur Hand genommen,
das meiner Meinung nach die Wirklichkeit ist. Habe Theorien
ausprobiert, ausformulierte Sichtweisen genauso wie dumpfe und
implizite Perspektiven. Habe abgewogen.Vergleichend betrachtet. Mich
nicht festgelegt, sondern versucht, Sichtweisen zusammen zu bringen,
eine Fusion zu versuchen. Dadurch bin ich aber in eine Situation des
ständig Optionalen gekommen, dessen, der sich scheinbar nie
festlegen kann, wo es gefordert ist. Die Realität lässt das nicht
zu. Sie verlangt diese Festlegung. Ich habe hingegen habe wechselnde
Farben benutzt und doch versucht, eine Konstanz zu halten. Bin einer
gewissen Ernsthaftigkeit nach gegangen. Habe mich spielerisch
festgelegt, im klaren Bewusstsein um dessen Vorläufigkeit. Den meisten
Menschen, so weiß ich jetzt erst, kommt dabei ihr Ego in die Quere.
Sie knüpfen ihre Identität an bestimmte Positionen, vertreten
Meinungen, stehen für etwas ...usw. Mir war mein Ego dafür nicht
wichtig genug, denn ich besetzte ja wechselnde Positionen, ohne in
belanglose Beliebigkeiten abzugleiten.
Dienstag, 16. August 2016
Blue Sequence (MP3)
Blue Sequence
https://www.dropbox.com/s/bazqhn15chvwdbf/Blue%20Sequence%20192.MP3?dl=0
https://www.dropbox.com/s/bazqhn15chvwdbf/Blue%20Sequence%20192.MP3?dl=0
Blue Sequence
Montag, 15. August 2016
Künstliche Intelligenz (AI) (3)
Die Geräte, die uns noch umgeben, sind smart, aber
dumm. Wirklich smarte Vertreter ihrer Art müssten noch weit mehr
lernen, selbständig zu werden und autark handeln. Also läuft die
Idee von smart living am Ende darauf hinaus, dass wir eine Künstliche
Intelligenz erschaffen, die fähig ist, selbständig zu lernen. Selbstfahrende Autos haben die ersten Unfälle gebaut, sogar tödliche. Oh je! Mal
angenommen, unsere Bundeswehrkampfdrohnen und selbstfahrenden Autos
werden immer schlauer und besser, landen wir dann am Ende nicht als
die Dümmeren auf dem Abstellgleis der Evolution? Tricksen uns die
Maschinen eines Tages aus, wenn sie in allen Belangen besser als wir
selbst sind? Algoritmen und Roboter haben längst an Fähigkeiten
zugelegt und könnten eines Tages zu unseren Rivalen werden. Können
die Kinder unseres Geistes uns am Ende langfristig überholen und
abschaffen? Ob's eine reale Gefahr ist, die der Fortschrittsglaube
heraufbeschwört?
Roboter geraten in Mode, nicht nur als Rasenmäher, Daten aufnehmende Uhren oder in Fernsehprogrammen voller naiver Technikbegeisterung vorgestellter selbstfahrender Automobile. Oder in Form smarter Haussysteme, die die Rolläden rauf und runter lassen, die Waschmaschine, den Kaffeeautomaten und den Kühlschrank steuern. Aber es müssen wohl noch mehr und bessere selbstlernende Systeme her, die das Lernen lernen können.
Ob da das Militär mal wieder eine Schrittmacherfunktion einnehmen könnte? Werden auf diesem Wege auch Kampfsysteme ersonnen, die über Drohnen weit hinaus gehen? Mit diesen Systemen könnten ja die Militärs im reichen Norden in Zukunft ihre Stellvertreterkriege im armen Süden führen, da auf ihrem eigenen Gebiete sowieso nur noch im Bereich das Internets agiert wird, in dem das Ausschalten generischer Führungs-, Leit- und Kampfsysteme ein mögliches Ziel ist. Es gilt, Überlegenheit zu demonstrieren, Dominanz ausüben, Ideale „abkaufen“, Geld gegen Ziele bieten. Ob alles eine Frage des Geldes ist? Noch weit radikaler als bisher schon? Die „zivilen“ Forschungseinrichtungen, die staatlichen Universitäten und wissenschaftlichen Einrichtungen, sind den privaten Interessen und, wie es heißt: Anwendungsorientierungen, ohnehin brav zu Diensten. Die Zusammenarbeit mit dem Militär ist ohnehin längst Selbstverständlichkeit. Die USA haben in dieser Hinsicht mit Stanford, ihrem Silicon Valley sowie der engen Vernetzung von Militär und Wissenschaft nach dem Zweiten Weltkrieg Maßstäbe gesetzt. Zum Militär sind hier längst fette Investoren der reichen Klasse und riesige Konzerne getreten, die den Fortschrittsglauben gekauft haben und ihn für sich einsetzen. Zum Beispiel für das Sammeln von Daten.
Roboter geraten in Mode, nicht nur als Rasenmäher, Daten aufnehmende Uhren oder in Fernsehprogrammen voller naiver Technikbegeisterung vorgestellter selbstfahrender Automobile. Oder in Form smarter Haussysteme, die die Rolläden rauf und runter lassen, die Waschmaschine, den Kaffeeautomaten und den Kühlschrank steuern. Aber es müssen wohl noch mehr und bessere selbstlernende Systeme her, die das Lernen lernen können.
Ob da das Militär mal wieder eine Schrittmacherfunktion einnehmen könnte? Werden auf diesem Wege auch Kampfsysteme ersonnen, die über Drohnen weit hinaus gehen? Mit diesen Systemen könnten ja die Militärs im reichen Norden in Zukunft ihre Stellvertreterkriege im armen Süden führen, da auf ihrem eigenen Gebiete sowieso nur noch im Bereich das Internets agiert wird, in dem das Ausschalten generischer Führungs-, Leit- und Kampfsysteme ein mögliches Ziel ist. Es gilt, Überlegenheit zu demonstrieren, Dominanz ausüben, Ideale „abkaufen“, Geld gegen Ziele bieten. Ob alles eine Frage des Geldes ist? Noch weit radikaler als bisher schon? Die „zivilen“ Forschungseinrichtungen, die staatlichen Universitäten und wissenschaftlichen Einrichtungen, sind den privaten Interessen und, wie es heißt: Anwendungsorientierungen, ohnehin brav zu Diensten. Die Zusammenarbeit mit dem Militär ist ohnehin längst Selbstverständlichkeit. Die USA haben in dieser Hinsicht mit Stanford, ihrem Silicon Valley sowie der engen Vernetzung von Militär und Wissenschaft nach dem Zweiten Weltkrieg Maßstäbe gesetzt. Zum Militär sind hier längst fette Investoren der reichen Klasse und riesige Konzerne getreten, die den Fortschrittsglauben gekauft haben und ihn für sich einsetzen. Zum Beispiel für das Sammeln von Daten.
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Sonntag, 14. August 2016
Feuersbrünste (Songtext)
Feuersbrünste, die
niemand sieht
Zu wenig definiert, zu wenig formatiert, nichts Genaues nicht
mit dem ist (kann man) nichts anzufangen
cool, distanziert, kann man, muss man aber nicht
da ist zu viel Tod und Vergehen, viel zu viel
da ist ein Schlund, der dauernd hinab zieht
da sind Feuersbrünste, die niemand sieht
eingekocht, abgewatscht, zu miserablem Stampfmus verarbeitet
zu lange zugehört, sich eingelassen auf zu vieles, sich zu billig verkauft
in Liegestützen gegangen, gehechelt und geschoben
später am Nichts geschnuppert und bloß älter geworden,
Schatten eines stinkenden Schattens, in lahmem Selbstmitleid geschmort, - aufgebohrt, getunt, verfault, vertan, eingegangen,
Du bist nie weit gekommen, bei ihrem Penetrieren
warst dabei und doch daneben, als Beobachter zugesehen
sie sind Vermögensverwalter, sie machen's, egal was
hast's versucht und bist dabei zum Verlierer geworden
da ist zu viel Tod und Vergehen, viel zu viel
da ist ein Schlund, der dauernd hinab zieht
da sind Feuersbrünste, die niemand sieht
Zu wenig definiert, zu wenig formatiert, nichts Genaues nicht
mit dem ist (kann man) nichts anzufangen
cool, distanziert, kann man, muss man aber nicht
da ist zu viel Tod und Vergehen, viel zu viel
da ist ein Schlund, der dauernd hinab zieht
da sind Feuersbrünste, die niemand sieht
eingekocht, abgewatscht, zu miserablem Stampfmus verarbeitet
zu lange zugehört, sich eingelassen auf zu vieles, sich zu billig verkauft
in Liegestützen gegangen, gehechelt und geschoben
später am Nichts geschnuppert und bloß älter geworden,
Schatten eines stinkenden Schattens, in lahmem Selbstmitleid geschmort, - aufgebohrt, getunt, verfault, vertan, eingegangen,
Du bist nie weit gekommen, bei ihrem Penetrieren
warst dabei und doch daneben, als Beobachter zugesehen
sie sind Vermögensverwalter, sie machen's, egal was
hast's versucht und bist dabei zum Verlierer geworden
da ist zu viel Tod und Vergehen, viel zu viel
da ist ein Schlund, der dauernd hinab zieht
da sind Feuersbrünste, die niemand sieht
Samstag, 13. August 2016
Freitag, 12. August 2016
Nullen
Ein Vereins- und Fußballpräsident, der der
Steuerhinterziehung bezichtigt, überführt und verurteilt
wurde, feiert ein großes Comeback an genau dieser Stelle, kehrt
zurück mit hochrotem Kopf und dem Ausruf „das kann es nicht
gewesen sein!“. Ein Firmenlenker, dessen Firma durch
Schummelsoftware die Allgemeinheit mit Luftverschmutzung betrogen hat,
bezieht gigantische Pensionen und gibt die graue Eminenz „der
Wirtschaft“. Als obererfolgreicher Firmenlenker hat er fetteste
Gehälter und Honorare bezogen und hat sich dafür von der Presse feiern lassen. Minister hauen eben mal ein paar hundert Millionen raus, die
vollkommen vergeblich und umsonst ausgegeben sind. Dafür werden sie
aber nicht zur Rechenschaft gezogen, weil sie klug tricksen.
Managmentfehler. Kommt vor. Genauso, wie jetzt die Einsatzfähigkeit von ein
paar Hubschrauber als großer Erfolg gefeiert wird (dabei sind
etliche noch nicht "einsatzfähig"....). Die Infrastruktur verfällt
und wird einer „schwarzen Null“ geopfert. Nullen prägen das Bild. Gehört alles
dazu, - scheinbar. Die Allgemeinheit für dumm verkaufen oder sie in
seinem Sinne beeinflussen, das ist das Ding. Um die Diskussion um
Grundwerte kann es nicht gar so prächtig stehen. Werte bemessen sich
hierzulande ja meist in Euro und Cent. Und nicht nur da sieht's …..aus.......
nun ja.....
Donnerstag, 11. August 2016
Wettbewerb als Spiel
Nach dem „historischen Fehlstart“ scheint es ja
gerade noch einmal gut gegangen zu sein. Der Medaillenspiegel zeigt
das, was er für „uns“ soll. Mindestens. „Wir“ haben endlich
gewonnen, sogar eine Goldmedaille in einer Sportart, die wir nie,
sofern sie überhaupt von irgendeinem Sender überhaupt übertragen
sein sollte, uns ansehen würden. Aber das hier ist ein digitales
Sportfest der ganzen Welt: Die Olympischen Spiele. Die Stadien sind
leer, die Fernsehstudios brummen rund um die Uhr. Nach der
Fußballeuropameisterschaft dürfen „wir“ anfangs wenigstens noch
einmal verschämt „wir“ sagen. Uns alle als Deutsche fühlen.
Komisch, an den ersten Tagen war's damit nicht so weit her angesichts
ausbleibender Erfolge. Dabei könnte gerade dieses, das Ausblieben,
angesichts der ganzen unsäglichen Doping-Geschichten als so etwas
wie ein Ritterschlag empfunden werden. Es könnte bedeuten: „Seht
her, diese Gruppe macht da ganz offensichtlich nicht mit!“.
„Wir“, das soll ganz offensichtlich eine Nation repräsentieren, in der es ganz bestimmten Gruppen glänzend geht und gegangen ist. Andere Gruppen wurden hingegen in den Niedriglohn getrieben und sacken, was ihren Status angeht, immer weiter ab. Die Polarisierung schreitet in diesem Land kräftig voran, trotz aller offensiv verbreiteten Parolen, „uns“ ginge es noch nie so gut wie heute......Das Wort „Wir“ soll ein Ganzes, den Staat repräsentieren, Strukturen, die hier für alle gelten. Leider macht die EU nahezu alles falsch und sieht sich selbst als Selbstbedienungsladen. Ansonsten könnten wir uns endlich als Europäer fühlen, die angesichts der sogenannten „Globalsierung“ zu einer neuen Einheit gefunden haben. Doch die „Eliten“ treiben nationalistische Tendenzen, die angesichts der Katastrophenpolitik der Brüsseler Lobbyisten fast schon unausweichbar scheinen, deuten auf das Gegenteil: die Nation, die als Begrigff und Größe im 19. Jahrhundert große Verdienste hatte, als lauter Kleinstaaten endlich als ein einziger Staat auftraten, mit allen Mitteln voran und geschichtlich gesehen zurück.
„Wir“, das soll ganz offensichtlich eine Nation repräsentieren, in der es ganz bestimmten Gruppen glänzend geht und gegangen ist. Andere Gruppen wurden hingegen in den Niedriglohn getrieben und sacken, was ihren Status angeht, immer weiter ab. Die Polarisierung schreitet in diesem Land kräftig voran, trotz aller offensiv verbreiteten Parolen, „uns“ ginge es noch nie so gut wie heute......Das Wort „Wir“ soll ein Ganzes, den Staat repräsentieren, Strukturen, die hier für alle gelten. Leider macht die EU nahezu alles falsch und sieht sich selbst als Selbstbedienungsladen. Ansonsten könnten wir uns endlich als Europäer fühlen, die angesichts der sogenannten „Globalsierung“ zu einer neuen Einheit gefunden haben. Doch die „Eliten“ treiben nationalistische Tendenzen, die angesichts der Katastrophenpolitik der Brüsseler Lobbyisten fast schon unausweichbar scheinen, deuten auf das Gegenteil: die Nation, die als Begrigff und Größe im 19. Jahrhundert große Verdienste hatte, als lauter Kleinstaaten endlich als ein einziger Staat auftraten, mit allen Mitteln voran und geschichtlich gesehen zurück.
Mittwoch, 10. August 2016
Ressourcen
Eine Idee, über die wir früher viel diskutiert
hatten und über die man in der Welt damals auch halbwegs einig zu
sein schien: es gibt ja wohl volkswirtschaftliche Ressourcen, die
allen gehören. Luft, Wasser, öffentlicher Boden, - sind ein
Gemeineigentum, dessen unerlaubte Verunreinigung gewisse Unternehmen eigentlich viel Geld kosten müsste, weil sie sich an einem öffentlichen
Eigentum ungünstig zum Zwecke des Profits bedient haben. Die
Einsicht war freiwillig, ihr Vollzug nicht bindend. Unternehmen
„entwickelten“ danach bestimmte Gebiete zum Zwecke der Gewinnung
von Bodenschätzen, zur genetischen Beeinflussung von Erbinformationen und sich daran knüpfender "Patente", zum Aufbau neuer Fabrik- oder Wohnanlagen und
vieler anderer Absichten zum Zwecke der Erzielung eines Profits für
Wenige. Die Kosten dafür hatte die Allgemeinheit zu tragen, die am
Zuwachs von Arbeitsplätzen zu gewinnen schien. Natürliche
Ressourcen schienen keine Rolle zu spielen. Der Neoliberalismus fing
an, das Feld zu beherrschen.
Dass das Gegenteil einer freiwilligen Einsicht in die Notwendigkeiten der Ökologie der Fall ist, zeigt hierzulande der Abgasskandal ganz klar: Gewisse Firmen haben durch den Einsatz unerlaubter Software und unter Umgehung der ohnehin laxen Kontrollmethoden hochgiftige Nano-Teile in die Umwelt hinaus geblasen. Da sie Arbeitgeber für viele sind, scheint ihnen das erlaubt zu sein. Arbeitsplätze, egal ob qualifiziert oder nicht. Wachstum um jeden Preis. Jedenfalls scheinen die staatlichen Behörden sehr lange Zeit mindestens ein Auge zugedrückt zu haben und sich gemäß einer stillschweigenden Kumpanei verhalten zu haben. Dasselbe bei den Verbrauchswerten. Jeder weiß, dass die von den Autofirmen angegeben Verbrauchswerte nicht stimmen. Vor ein paar Jahren habe ich es nicht gewusst und habe mich beim Händler dazu beschwert. Sofort wurde ich mitleidig begrinst und die Verkäufer haben sich wissend angeschaut. „Hm, dass sie das nicht wissen!“. Meine Verbrauchswerte hatten zum Teil deutlich über den angegebenen Werten gelegen. Man ging darüber hinweg, nach dem Motto „Selbst schuld, wenn Sie das nicht wissen!“.
Dass das Gegenteil einer freiwilligen Einsicht in die Notwendigkeiten der Ökologie der Fall ist, zeigt hierzulande der Abgasskandal ganz klar: Gewisse Firmen haben durch den Einsatz unerlaubter Software und unter Umgehung der ohnehin laxen Kontrollmethoden hochgiftige Nano-Teile in die Umwelt hinaus geblasen. Da sie Arbeitgeber für viele sind, scheint ihnen das erlaubt zu sein. Arbeitsplätze, egal ob qualifiziert oder nicht. Wachstum um jeden Preis. Jedenfalls scheinen die staatlichen Behörden sehr lange Zeit mindestens ein Auge zugedrückt zu haben und sich gemäß einer stillschweigenden Kumpanei verhalten zu haben. Dasselbe bei den Verbrauchswerten. Jeder weiß, dass die von den Autofirmen angegeben Verbrauchswerte nicht stimmen. Vor ein paar Jahren habe ich es nicht gewusst und habe mich beim Händler dazu beschwert. Sofort wurde ich mitleidig begrinst und die Verkäufer haben sich wissend angeschaut. „Hm, dass sie das nicht wissen!“. Meine Verbrauchswerte hatten zum Teil deutlich über den angegebenen Werten gelegen. Man ging darüber hinweg, nach dem Motto „Selbst schuld, wenn Sie das nicht wissen!“.
Dienstag, 9. August 2016
An meine Mutter (von Eduard Mörike)
| An meine Mutter Siehe, von allen den Liedern nicht eines gilt dir, o Mutter! Dich zu preisen, o glaub's, bin ich zu arm und zu reich. Ein noch ungesungenes Lied ruhst du mir im Busen, Keinem vernehmbar sonst, mich nur zu trösten bestimmt, Wenn sich das Herz unmutig der Welt abwendet und einsam Seines himmlischen Teils bleibende |
| An dieselbe Ach wie liebreich warst du der Welt und dienetest allen! Und wie klein doch, wie plump hat sie dich endlich verkannt, Da entsagtest du ihr; doch lächelnd wehren die Deinen Heute wie gestern der Hand, die sich in Liebe vergißt. |
Montag, 8. August 2016
Vom Wesen des Menschen
Das Gefühl der Vermitteltheit, der Indirektheit,
des Gelenktseins, der Medienwelt – es durchdringt dich manchmal....
du fühlst dich dann als eine Art „Menschmaschine“, da ist
Interaktion + Steuerung, verbunden, vernetzt, das Leben live als als
Bühne oder riesiges Theaterstück, da ist das Gefühl des draußen
Stehens, des außerhalb seins, auf der Suche nach dem Selbst und dem
Eigentlichen, Gesellschaft fungiert als Showbusiness, als
Unterhaltungsgeschäft, als eine Art Talkshow, in der sich jeder mit
Floskeln und Phrasen ins günstige Licht zu setzen weiß – dies
bedeutet Selbstdarstellung. Es bedeutet auch das gezielte Vertauschen
von Realität mit Sein, das Verwechseln, das Rollenspiel, die Frage
lautet: live oder life? Der Mensch wird sich selbst entschärfen,
sich seiner Natürlichkeit berauben mit digitalen Mitteln, Man wird
dumpf dazu dümpeln und das für völlig normal halten. Der Mensch
wird sich selbst in den Griff bekommen wollen und sich dadurch
verlieren. Totale Vereinzelung und Vermassung gehen Hand in Hand. Das
Ganze, seine Interessen und seine Funktionsdfähigkeit wird eine
übermächtige Eigengesetzlichkeit erlangen. Für das Unbewusste und
Irrationale werden gesellschaftlich frei gehaltene Spiel- und
Tummelplätze geschaffen, die zur Sublimation taugen.
Selbstzerstörung wird der Triumph der „neuen Menschlichkeit“
werden. Es wird auf dem Weg zu diesem Ziel noch manche
Schwierigkeiten zu überwinden gelten. Gibt es das Wesen des Menschen
überhaupt? Dies wird langsam aber sicher und immer schneller
überwachsen von den Mechanismen der Vergesellschaftung, der
Vermassung, der digitalen Erfassung, der Manipulation, der
Technokratie, die sich „ihren“ Menschen macht: einer, der
funktioniert, der perfekt angepasst und dabei glücklich sein wird.
(Aus meinem Tagebuch des Jahres 1985, mit minimalen Ergänzungen...)
(Aus meinem Tagebuch des Jahres 1985, mit minimalen Ergänzungen...)
Sonntag, 7. August 2016
Unverbindlichkeiten
Diesen Text habe ich mal in den achtziger Jahren geschrieben:
UNVERBINDLICHKEITEN
Unverbindlichkeiten/geschickt
verbinden/ein chicer Gag jagt den andern/den andern ändern kann
sowieso keiner/also:frech in's eigene Grab gescheffelt
Und
immer recht positiv
alles
Andere („Bitte recht freundlich!")
ausgeblendet/abgeblendet/noch besser:gar nicht belichtet!
Wieso
eigentlich nicht?"
"Bin
ich daran schuld?" (Reflexe)
Gartenlauben
werden modern/Inseln für besondere Dinge/auch wird wieder Wert auf
Etikette gelegt/Etikettenschwindel verblümt/ebenso Seifenschaum
(nur. vom Besten!)
Motzer
und Ketzer sind abgesagt, werden totgesagt und dann wird wieder
geschwiegen, totgeschwiegen
Makler
statt Mäkler und dazu "Träume im Sonderangebot/von der
Stange/Kollektionen/Erektionen für den Geschmack: den guten,
schlechten, abgeschmackten, gefriergetrocknet, klinisch clean
getestet
Unverbindlichkeiten
verbinden kaufen - verkaufen von höchster Stelle: Platitüden und
draußen im weiten Lande
Applaus!!!!
Samstag, 6. August 2016
Schönheitsoperationen heute, Korrekturen nur, ein bisschen lügen halt, so tun als ob
In den meisten Fällen können Lügen wohl auch
vernünftige Gründe haben.Wie sieht es beispielsweise mit einer
Schönheitsoperation aus? Ob's in diese aufgezogene Schublade fällt? Steht da jemand nicht zu seiner Identität,
zur Wahrheit? Was ist in diesem Falle die Wahrheit? Heute, wo alles
manipulierbar erscheint, in einem bestimmten Sinne beeinflussbar,
relativ? Den Chancen möglichst optimal nachkommen, auch vor
sich selbst, kann das ein Fehler sein? Welche Maßstäbe habe ich aus
welchem Grund übernommen, von etwas Kollektivem um mich herum, von
der Gesellschaft, die mir durch diese Aktion vielleicht andere
Chancen eröffnet? Muss man sich ein Beharren leisten können? Sich
und sein Ding durchsetzen können? Ist das in Wirklichkeit ein
Privileg? Die bittere Wahrheit in Botox ersäufen, eine Alternative?
In einer Korrektur des Physischen, mit der ich mich vielleicht besser
fühle, weil ich die Ansprüche der Gesellschaft vielleicht gar nicht
mehr empfinde, weil ich sie verinnerlicht habe? Ob das alles auch
fürs Psychische gilt? Fürs Seelische? Für eine innere Identität?
Woher diese wohl kommt? Ob wir sie uns erarbeiten müssen? Aber
aufgrund welcher Maßstäbe? Ob sie mir angeboren ist? Oder ob ich
sie mir im Lauf der Zeit erwerbe? Auch gegen die Ansprüche der
Gesellschaft auf dem Eigenen beharren. Das will gelernt und
angestrebt sein. Im Wertesystem unserer Gesellschaft kommt dieser
„Eigensinn“ wohl gar nicht mehr vor. Das Ich hat zugunsten eines
„wir“ verloren. Das „Wir“ kontrollieren Konzerne, lang-,
mittel- und kurzfristige kommerzielle Interessen. Wie sieht's da mit
der „Schönheitsindustrie“ aus? Manches scheint nicht so zu
funktionieren, wie versprochen. Macht nichts, Hauptsache man benutzt
es. Schließlich ist es ein Instrument der Darstellung des Status.
Genau wie das Manipulieren des scheinbar Äußeren, das doch mit dem
Inneren viel zu tun haben kann. Vernunft ist halt ein zwiespältig
Ding, - das haben schon die Vertreter der Kritischen Theorie gezeigt.
Freitag, 5. August 2016
Donnerstag, 4. August 2016
Fußballwelten
Möglicherweise sollten wir happy sein, dass
Brasilien diese Olympischen Spiele noch so hingekriegt hat! Ein Land,
das in einer tiefen Krise steckt, hat der teilweise reichen
Sportgemeinde alles samt aufwendiger Großstadien bereitet, damit
sich ja möglichst viele wohlfühlen und allen alles wohlbereitet
ist. Und kein Zweifel, Rio de Janeiro ist einfach eine der schönsten
Städte dieser Welt! Umso schlimmer, dass die Agenten der
Wohlstandswelt so korrupt sind, dass sie alles Empathische vergessen,
nur um sich zu bereichern. Und das jetzt beim vorgezogenen
Fußballspiel sich ein paar Spielerinnen darüber mokiert haben, dass
die im Stadion Anwesenden die Spielerinnen aus Zimbabwe angefeuert
haben, obwohl diese ja offenbar einen so „unansehlichen“ Fußball
gespielt haben, das hat mich schon gestört. Diese Spielerinnen aus Zimbabwe treten
unter den schwierigsten Bedingungen an, haben nicht die
wohlausgestatteten Leistungs- und Trainingszentren der Spielerinnen
aus den wohlhabenden Ländern. Sie haben auch nicht die täglich
trainierte Geschmeidigkeit ihrer Wettbewerberinnen, sondern tun das,
was sie können. Sie nehmen das olympische Motto ernst: Dabei sein
ist alles“. Sie wehren sich. Sie foulen. Sie sind die Underdogs und
haben natürlich verloren gegen die hochgezüchtete Frauschaft aus
Deutschland. Sie haben böse reingehauen. Was sollten sie anders tun? Sie haben das getan, was Unterlegene manchmal tun. Die Brasilier im Publikum hätten das Trauma von der Fußball-WM-Niederlage immer
noch nicht verwunden, hieß es. Nun ja, wer's glaubt.....
Mittwoch, 3. August 2016
Funktionen, Führer, Lichtgestalten
Nun ja, vielleicht haben sie es ja dieses Mal zu weit
getrieben: das feiste und anmaßende Funktionärswesen, das viele
Geld, die versprochenen und selten eingehaltenen Infrastrukturfortschritte, das in kriminellen Nepotismus übergehende
Kumpelwesen, die Verstrickungen großer Konzerne, die Missachtung der
Menschenrechte, die Schamlosigkeit und Selbstbedienung der sich
selbst so definierenden Eliten, das Problem des Doping, das nicht nur
der Sport hat, und last but not least: Die Vernichtung der Umwelt.
All diesem und noch manchem mehr könnte man in Rio de Janeiro
nachgehen. Doch das Spektakuläre an der Berichterstattung wird wohl
auch dieses Mal überwiegen. Journalisten machen sich zu Handlangern
gewisser Verhältnisse und müssen sich hinterfragen lassen. Die
Widersprüchlichkeiten, die Verbrechen sind ja dieses Mal so
offensichtlich, dass nicht einmal angesichts inszenierter Showfeiern
und lange eingeübter Rituale Begeisterung aufkommen mag. Die
künstlich erzeugte heile Welt kann sich nicht mehr glaubhaft
darstellen. Es wäre die Frage, inwieweit der Sport und ähnlichen
gelagerte Massenveranstaltungen die Bereitschaft zum Populismus
fördern, zum Annehmen und Nachäffen simpler Parolen. Die politische
Landschaft samt ihrer gelegentlich fragwürdiger Wahlen strotzt nur so
vor Paradebeispielen. Da wird beleidigt und angeschuldigt, bloß weil
der Volkswille ein Ziel zu brauchen scheint. Die Demokratie soll
mancherorts verteidigt werden, - leider mit diktatorisch totalitären
Mitteln und dem Verlangen nach einem allwissenden Führer und einer
Ordnung, die brutal eingehalten werden soll. Gerade hier in
Deutschland hat man damit sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Ob
diese Führerfiguren im Funktionärswesen etwas damit zu tun haben? Ob es „Lichtgestalten“ gibt, denen es nichts ausmacht, dass ihr
Licht durch allerlei Skandale verschmutzt ist? Was sind überhaupt
Skandale? Das Empfinden dafür mag, - je nach Sozialisation –
unterschiedlich ausgeprägt sein.
Dienstag, 2. August 2016
Bussi-Bussi-Networking
Die Bussi-Bussi-Wellness-Gesellschaft der
Wichtigtuer: Sie
produzieren ihre Einsamkeit selbst, dadurch, dass sie
Oberflächlichkeiten pflegen, ihre Bussi-Bussi-Kultur mit denjenigen
pflegen, denen sie jeweils eine Funktion/Nutzwert für sich selbst
zugesprochen haben. Etwas Demut täte
diesen Leuten gut, die die Anmaßung und den Anspruch haben, auf
dieser Welt ein Luxuswesen zu sein, dem deshalb das gute Leben
zustünde. Sie haben keine Ahnung von der Welt um sie herum, nicht
mal in kultureller Hinsicht, obwohl sie sich global geben (womöglich
nur in okkupativer Hinsicht). Sie kennen nur ihr Ego, es ist ihr
einziger Ausgangspunkt. Andere Menschen sind für sie Austausch- und
Ersatzspieler, Kostenfaktoren. Sie brauchen Menschen, gebrauchen sie,
missbrauchen sie, als Ersatzspieler, als Sklave. Dies geht bis ins
Zwischenmenschliche hinein. Sie gehen einem gerne um den Bart: in
Wirklichkeit spielen sich aber ganz andere Prozesse der Berechnung
ab. Was gebe ich dir und was kann ich dafür nehmen. Was kriege ich
für meinen Einsatz? Wie gestaltet sich das Kosten-Nutzen-Verhältnis? Dazu gehören gerade auch Blindheiten, Leidenschaften, die so eine
andere Person vielleicht nicht „verkaufen“ und „anbieten“
kann. Von dem, was sie sagen, ist immer auch das Gegenteil wahr. Es
ist formbare Masse. „Flexibel“ und „anpassungsfähig“ würden
das manche smarten Geister finden.
Montag, 1. August 2016
Ja
JA
Momente,
in denen du mit allem einverstanden bist,
dir zuschaust
zufrieden
wie ein Tropfen im Ozean
ein Staubkorn in der Wüste
einfach so – einfach da
nur sein
einmal
alles in dir
du in allem
dankbar
Liebe
JA
JA......
(eine Art Gedicht von mir aus den 70er Jahren)
Momente,
in denen du mit allem einverstanden bist,
dir zuschaust
zufrieden
wie ein Tropfen im Ozean
ein Staubkorn in der Wüste
einfach so – einfach da
nur sein
einmal
alles in dir
du in allem
dankbar
Liebe
JA
JA......
(eine Art Gedicht von mir aus den 70er Jahren)
Sonntag, 31. Juli 2016
Samstag, 30. Juli 2016
Schönheitsoperation
Zwei beispielhafte Aussagen: Frau, 31: „Ich hatte
kaum Brust, Körbchengröße A. Po habe ich auch nicht, habe einen
flachen Arsch gehabt. War halt schon ziemlich unzufrieden. Habe mir
dann die Brust machen lassen und zuletzt habe ich mir den Po
aufpumpen lassen. Ich habe halt so meine Wunschvorstellungen von der
Frau. Ich war einfach nicht zufrieden mit mir, wobei das weniger von
den Männern abhing. Es hat mir selbst viel ausgemacht. Danach ist
man schon auch mehr in sich selbst verliebt. Du veränderst dich,
auch beim Sex. Du wirst viel lockerer und präsentierst dich mehr,
weil du stolz bist auf diese Brust. Es ist so, dass du mehr
Stellungen machst, bei denen du deinen Hintern präsentierst und noch
mehr rausstreckst, als gewöhnlich. Ob man damit Erwartungen bedient?
Ohne ist okay, aber so richtig gut erst mit Brüsten und Hintern? Ich
ghe ja nicht mit meinen Brüsten und meinem Hintern auf die Gasse und
präsentiere mich dort. Man muss auch nicht dauernd supereng
angezogen sein. Ich merke aber schon, dass wenn ich einen Ausschnitt
anhabe, mir die Männer nicht nur in die Augen schauen. Ich genieße
das ja auch. Ich stehe dazu, dass ich eine OP gemacht habe und dass
ich unzufrieden war. Wenn ich etwas nicht mag und nicht schön finde,
dann tue ich es nicht, ich bin selbstbewusst und ändere es.
Frau, 55: Als was wollen diese operierten Frauen gelten? Als sexy? Es reduziert die Frau automatisch auf den Sex. Busen, Po, Po-Lifting? Für wen machen sie denn das? Nur für die Männer! Sie lassen sich freiwillig reduzieren. Wenn sich Frauen unters Messer legen, um sich „schön machen“ zu lassen, hat es wohl auch mit Minderwertigkeitskomplexen zu tun. Mit fehlendem Selbstbewusstsein. Wenn ich alles verändere an mir, dann bin ich nicht mehr ich. Als ich jung war, habe ich Experimente ohne Ende gemacht, mir die Augenbrauen gezupft, schön mit Kayal nachgezogen. Frisur kann man verändern, den Lidstrich weglassen, angeklebte Wimpern kann man weg lassen, bloß, ich lasse doch nicht an mir herumschnippeln, weil jemand anderes das auch hat.
Frau, 55: Als was wollen diese operierten Frauen gelten? Als sexy? Es reduziert die Frau automatisch auf den Sex. Busen, Po, Po-Lifting? Für wen machen sie denn das? Nur für die Männer! Sie lassen sich freiwillig reduzieren. Wenn sich Frauen unters Messer legen, um sich „schön machen“ zu lassen, hat es wohl auch mit Minderwertigkeitskomplexen zu tun. Mit fehlendem Selbstbewusstsein. Wenn ich alles verändere an mir, dann bin ich nicht mehr ich. Als ich jung war, habe ich Experimente ohne Ende gemacht, mir die Augenbrauen gezupft, schön mit Kayal nachgezogen. Frisur kann man verändern, den Lidstrich weglassen, angeklebte Wimpern kann man weg lassen, bloß, ich lasse doch nicht an mir herumschnippeln, weil jemand anderes das auch hat.
Freitag, 29. Juli 2016
Arm und reich in Rio
Die Welt schaut bald nach Rio, findet es verklärend
schön, diesem klassischen Motto „Schneller höher weiter“ zu
frönen. Das Fernsehen überträgt rund um die Uhr und schürt
kräftig die kurzfristige Event-Begeisterung. Schließlich haben die
Rechte dafür nicht wenig gekostet. Doch wem nützen diese Spiele? Es
gab es monatelange Demonstration, Brasilien und insbesondere Rio de
Janeiro taumelt wirtschaftlich, ist schwer angeschlagen, - was
natürlich die Ärmsten ausbaden müssen. Nicht diejenigen, die sich
nur allzu gerne korrumpieren lassen, weil es an diesem Ort Tradition
hat. Die Armenviertel Favelas wurden - der Ausdruck ist mittlerweile
weltweit bekannt - befriedet, d.h. Die Polizei marschierte ein und
vertrieb die Drogenbanden, drängte die Kriminalität zurück. Doch
es erhebt sich die Frage, ob dies langfristig Lösungen eröffnet
oder ob es nicht ein bisschen kurzfristige Kosmetik für die
Fußballweltmeisterschaft und die Olympischen Speile war/ist. Es
wurde überall gebaut, wofür nahezu alles andere weichen musste und
platt gemacht wurde. Ob das eine zukünftige Infrastruktur schafft? Alleine schon die Erfahrungen nach der Fußballweltmeisterschaft sind
hier niederschmetternd. Natürlich wird es wieder olympische
Segelregattas geben, während das Wasser aus verschiedenen Fehlern
und einer nicht vorhandenen Nachhaltigkeit heraus entweder gar nicht
da oder total verschmutzt ist, - sagte hier jemand „giftig“?
Grassierende Korruption hat solche „Aktivitäten“ befördert, der
halbstaatliche Konzern Petrobras, der in erster Linie mit der
Förderung von Erdöl befasst sein müsste, ist zu einer Art
Selbstbedienungsladen für die Mächtigen und ihre politische Klasse
verkommen. Währenddessen scheinen sich etliche Paralellwelten
entwickelt zu haben, von denen die „entwickelte“ Welt besonders
gerne die Copacabana und ihre schönen Frauen goutiert. Auch die
Christusstatue, die ihre Arme schützend über das unter ihr liegende
Geschehen zu halten scheint, ist ein oft gezeigtes Motiv. Die
Schönheit, die für uns alles überdecken soll. Für uns? Ja, es
gibt etliche deutsche Großfirmen, die sich schadlos halten an
Brasilien, die beispielsweise ungeniert massenhaft Wasser verbrauchen, geliefert von relativ zweifelhaften Firmen, die dafür lange Pipelins quer übers Land
legen lassen: zum kurzfristigen Profit. Hier die Armen, dort die
Reichen.
Donnerstag, 28. Juli 2016
Sportlich nehmen
Ob der Sport nicht nur ein
Spiegel unserer Gesellschaft ist? Erfolg um jeden Preis und „The
winner takes it all“? Gier, Geschäft, Beruf – andere
Bezeichnung für hässliche Dinge? Ob dafür nicht jedes Mittel recht
ist, gerade wenn es um chemische Stimulanzien geht? „Das macht doch
jeder!“, so die bereit stehende Phrase. „Wer da nicht mitmacht,
kommt nicht mit, hat erhebliche Nachteile“!, so die gängige
Einstellung dahinter. So ist das Geschäft nun mal. Die, die
erfolgreich sind, scheren sich recht wenig drum. Hauptsache ganz
vorne, für Ego, Land, Nation. Die Olympischen Spiele beginnen bald
und werden uns solche Fragen stellen, wobei die Entscheidungen
mancher Entscheider an der Funktionärsspitze einem Zweifel
mannigfacher Art nahe legen...... Hinzu kommt, dass die Stadt Rio de
Janeiro in einem Geflecht der Einflussnahme der
Geldgierigen zu sein scheint. Schon zur Fußballweltmeisterschaft gab
es das Bestreben der Polizei, bestimmte Favelas, als Armenviertel zu
„befrieden“, indem man sie von allerlei Ungesetzlichem mit
zweifelhaften Mitteln „säuberte“, um sie den Touristen aus aller Welt zugänglich zu machen, um einen optischen Anschein von Sicherheit zu erzeugen. Ein hoher Aufwand und wieder die Mittel, die
die Zwecke heiligen. Dass aber Schulen, Museen und Wohnungen samt einer ganzen
Regierung beseitigt wurden, erweckt von außen einen recht seltsamen
Eindruck. Hier die Welt der korropten Politik und der Sportlerasse, die um jeden Preis gewinnen
wollen (auch wenn das olympische Motto eher das sportliche Dabeisein
preist....). Dort die Bürger der Stadt, die nahezu jeden Preis zu
zahlen bereit sein müssen, damit sich interessierte Kreise und Komitees
finanziell bedienen können. Hm. Hat einen faden Geschmack. So recht darauf freuen mag sich da
niemand.
Mittwoch, 27. Juli 2016
Postheroismus
Postheroismus? Ein Begriff, ein Schlagwort, eine
Phrase, ein Platzhalter. Ein Imponiergehabe von hippen Akademikern,
speziell Politikwissenschaftlern und Soziologen, die sich auf der Höhe der Zeit fühlen. Nach der Postmoderne
und der postindustriellen Produktion scheinen wir nach ihrer Meinung
über den Postkommunismus und die Postdemokratie direkt in die
postheroische Gesellschaft zu geraten. Wir seien uns zwar
grundsätzlich einig, dass sich das Verhältnis der westlichen
Gesellschaften zum Helden wandelt. Diese Gesellschaften schaffen das
Heroische jedoch nach und nach ab - aus politischen, ökonomischen,
kulturellen und psychologischen Gründen. Helden erscheinen, sagt
man in der Politikwissenschaft, wo die Gefahr am größten ist. Held ist der Mensch, der das
Kind aus den Flammen rettet. Der gegen die ungerechte Herrschaft des
Tyrannen aufsteht (gerade jetzt ein "Topos"). Der in der Schlacht die wankende Linie wieder zum
Angriff führt. Der in einer Welt der Lüge die Wahrheit verkündet. Der sein Leben für alle gibt. Der durch seinen Märtyrertod zum Vorbild und zur Verpflichtung wird.
Symbolische Ordnungen brauchen Helden. Die Nation. Die Religion. Die
Idee. Die Revolution. Die Bewegung. Die Fußball-Europameisterschaft
lieferte dafür genügend Anschauungsmaterial.
Nicht so einig ist man sich bei der Frage, ob das nun etwas Gutes oder etwas Schlechtes ist. Die postheroischen Gesellschaften wie etwa die in Deutschland sind in der Zukunft wohl kaum fähig, militärischen Bedrohungen zu begegnen. Es heißt, dass es an dieser Stelle einer stärkeren Machtentfaltung bedarf durch ein geeintes supranationales Europa, das eine Strategie entwickelt, wie man mit den neuen asymmetrischen Bedrohungen umgehen könnte.
Wir sind postheroische Gesellschaften, weil wir (beispielsweise ) keinen Überschuss an jungen Leuten haben. Und wir sind postheroische Gesellschaften, weil wir religiös kalte Gesellschaften sind, das heißt, dass Opfer nicht mehr emphatisch denken können. Mitfühlend. Und wenn wir in Kategorien des Opfers denken, dann eher im Modell des „Victim“, also des zum Opfer werdens, - verbunden mit der Frage, wo meine Versicherungspolice ist und welche Ansprüche ich geltend machen kann. Es ist dieser Begriff also im Sinne des Geldes und nicht mehr in dem des Heiligen. Wir sind keine Krieger mehr, sondern Händler. Eine Händlergesellschaft ist diejenige, die ein Risiko eingeht, das nie das eines Leib und Lebens ist. Es gibt wohl Restformen des Opfers, aber die sind eher in der Zivil- als in der Marktgesellschaft angesiedelt. Die Vorstellung, dass du dein Leben geben musst, für welche Idee auch immer, ist eine, die einer Händler- und Marktgesellschaft zutiefst fremd ist. Das heißt aber, dass man sich Gedanken darüber machen muss, dass eine solche Gesellschaft nicht ein wehrloses Objekt anderer Akteure ist, sondern dass sie den Herausforderungen einigermaßen gewachsen ist, denen sie ausgesetzt ist. Diese Herausforderungen kann man benennen: das ist der Zerfall der Ordnung im postimperialen Raum. Die großen Reiche und die kolonialen Kunstgebilde sind zerfallen und zerfallen immer weiter. Was jetzt?
Gleichzeitig bedeutet es die Unfähigkeit, den Menschen, die aus diesen Räumen flüchten, aufzunehmen, weil das selbst mit einem großen Herzen und viel Leidenschaft nicht bewältigbar ist. Also müssen wir uns Gedanken darüber machen, wie wir diese Räume stabilisieren. Wir haben die Vorstellung, dass dafür die ökonomische Macht wichtiger und langfristiger ist als militärische Macht. Deswegen neigen wir dazu, den Gewaltakteuren dieser Regionen ihre Gewaltoption abzukaufen. Wir sagen ihnen: Wenn ihr auf die Gewalt verzichtet, werden wir euch Wirtschaftshilfe dieser oder jener Art geben.... und dann werden wir auch dies und jenes tun. Das ist die erste Option, die postheroische Gesellschaften haben (nämlich günstige Kaufangebote zu machen). Man kann das moralisch beschreiben, indem man sagt, dass das eigentlich eine sehr unehrenhafte Form ist, aber das würde schon wieder etwas aus dem Bereich des Heroischen bedeuten.
Nicht so einig ist man sich bei der Frage, ob das nun etwas Gutes oder etwas Schlechtes ist. Die postheroischen Gesellschaften wie etwa die in Deutschland sind in der Zukunft wohl kaum fähig, militärischen Bedrohungen zu begegnen. Es heißt, dass es an dieser Stelle einer stärkeren Machtentfaltung bedarf durch ein geeintes supranationales Europa, das eine Strategie entwickelt, wie man mit den neuen asymmetrischen Bedrohungen umgehen könnte.
Wir sind postheroische Gesellschaften, weil wir (beispielsweise ) keinen Überschuss an jungen Leuten haben. Und wir sind postheroische Gesellschaften, weil wir religiös kalte Gesellschaften sind, das heißt, dass Opfer nicht mehr emphatisch denken können. Mitfühlend. Und wenn wir in Kategorien des Opfers denken, dann eher im Modell des „Victim“, also des zum Opfer werdens, - verbunden mit der Frage, wo meine Versicherungspolice ist und welche Ansprüche ich geltend machen kann. Es ist dieser Begriff also im Sinne des Geldes und nicht mehr in dem des Heiligen. Wir sind keine Krieger mehr, sondern Händler. Eine Händlergesellschaft ist diejenige, die ein Risiko eingeht, das nie das eines Leib und Lebens ist. Es gibt wohl Restformen des Opfers, aber die sind eher in der Zivil- als in der Marktgesellschaft angesiedelt. Die Vorstellung, dass du dein Leben geben musst, für welche Idee auch immer, ist eine, die einer Händler- und Marktgesellschaft zutiefst fremd ist. Das heißt aber, dass man sich Gedanken darüber machen muss, dass eine solche Gesellschaft nicht ein wehrloses Objekt anderer Akteure ist, sondern dass sie den Herausforderungen einigermaßen gewachsen ist, denen sie ausgesetzt ist. Diese Herausforderungen kann man benennen: das ist der Zerfall der Ordnung im postimperialen Raum. Die großen Reiche und die kolonialen Kunstgebilde sind zerfallen und zerfallen immer weiter. Was jetzt?
Gleichzeitig bedeutet es die Unfähigkeit, den Menschen, die aus diesen Räumen flüchten, aufzunehmen, weil das selbst mit einem großen Herzen und viel Leidenschaft nicht bewältigbar ist. Also müssen wir uns Gedanken darüber machen, wie wir diese Räume stabilisieren. Wir haben die Vorstellung, dass dafür die ökonomische Macht wichtiger und langfristiger ist als militärische Macht. Deswegen neigen wir dazu, den Gewaltakteuren dieser Regionen ihre Gewaltoption abzukaufen. Wir sagen ihnen: Wenn ihr auf die Gewalt verzichtet, werden wir euch Wirtschaftshilfe dieser oder jener Art geben.... und dann werden wir auch dies und jenes tun. Das ist die erste Option, die postheroische Gesellschaften haben (nämlich günstige Kaufangebote zu machen). Man kann das moralisch beschreiben, indem man sagt, dass das eigentlich eine sehr unehrenhafte Form ist, aber das würde schon wieder etwas aus dem Bereich des Heroischen bedeuten.
Dienstag, 26. Juli 2016
Urlaub und Verkaufserfolg (1)
Am Strand liegen. Die Seele baumeln lassen. Aber auch so kurz mal den schnellen Erfolg nebenbei mitnehmen.
Einfach ein Startup gründen und erfolgreich sein. Bill Gates, Steve
Jobs, Larry Page usw. haben's ja vorgemacht. Zum Unternehmer seiner
selbst werden. Selbstoptimierung. Eine Online-Partnerbörse vermittelt den richtigen
Partner dazu: Hauptsache, sieht gut aus. Macht was her auf der Skala.
Wer das ist, ist doch egal. Hauptsache, was zum Vorzeigen. Eine
gesellschaftliche Trophäe. Die richtige App, die zielgenaue
Beratung. Den richtigen Klick erwischen. Sich selbst in seinen
Internet-Online-Shop reinsetzen und sich verkaufen: Arbeitszeit,
Kreativität, Möglichkeiten, Profil. Wie? Ist doch egal, ist eh alles
austauschbar. Die freie Marktwirtschaft macht zwar nicht alle gleich,
aber alle gleich austauschbar. Sie alle sind nützliche Funktionen, machen
damit Geld. Sie entfremden sich (welch altmodisches Wort!), ohne es
zu wissen, ohne es auch nur zu ahnen. Sie sind Teil eines Ganzen (zu dem man früher „System“
sagte) und wissen das genauso wenig. Sie können sich nicht
einordnen, ihre Identität nicht erkennen. Sie sind nur Teil einer
Art Schwarmintelligenz der „Erfolgreichen“ und Profiteure des
Ganzen. Haben sich am besten angepasst an ein System, das
Rücksichtslosigkeit rücksichtslos fördert und gleichzeitig das
ausgebauteste Wohlfahrtssystem, das reichste Gesundheitssystem
pflegt. Hier muss niemand hungern, wenigstens offiziell. Dass jemand
die Würde genommen, ein Gefühl des Ausgeliefertseins befördert
wird? Spielt keine Rolle, solange sich die Profiteure dabei gut
fühlen und noch keine Security-Services engagieren müssen. Wir sind
global, exportieren furchtbar gerne unseren Kram, sperren uns aber zunehmend gegen das Fremde. In der Ferne wollen wir leben wie
zuhause. Am Strand liegen, ausruhen. Umsorgt, versorgt, gegen alle Unbill abgesichert. "Unsere" starken Unternehmen sichern das alles ab. Urlaub bedeutet „Wiederherstellen
von Arbeitskraft“. Findige Freaks verkaufen falsche T-Shirts oder
andere Markenartikel zum für sie locker profitablen Preis.Währungsunterschiede, Wohlstandgefälle ausnutzen. Um dann zu verbreiten, dies sei eine „Win-Win“-Situation. Das Win gilt, näher
betrachtet, vor allem für sie selbst. Sie kaufen und verkaufen.
Auch sich selbst. Person. Arbeitskraft. Leben. Auch der Sex hat hier nur seinen Preis. Wie viel soll'*s denn kosten? Geldbeutel auf. Spitz rein. Was kostet die Welt?
Montag, 25. Juli 2016
Samstag, 23. Juli 2016
Freitag, 22. Juli 2016
Sommerpause
Ich wundere mich, wie bestimmte, na, fast alle
regelmäßigen Sendungen im öffentlich-rechtlichen TV, Sommerpause
machen. Meist gleich 5 oder 6 Wochen. Gerade in der Zeit, in der
gewisse Leute diese gewisse Art der Ansprache bräuchten, machen
diese Fernsehgesichter Pause. Und dass nix los sei im Sommerloch, ist
ja ganz offensichtlich eine Ausrede: die vergangen Wochen mögen da
als Gegenbeispiel genug taugen. Am Ende war es eher zu viel. Vor uns
liegen zudem die Olympischen Spiele, um die herum sicher auch einiges
los sein wird. Aber die großflächige „Sommerpause“ wird
eingehalten, egal, was da komme. Vom Fernsehen werden dann gerne alte
Sendungen wiederholt. Diese sollen die Löcher stopfen. Alle sind ja
weg, liegen am Strand u.ä. Ob sich die Freizeitgewohnheiten nicht doch ein
bisschen geändert haben? Ob man darauf reagieren könnte? Ob alle Schulkinder haben? Ob man das zu berücksichtigen überhaupt nötig hat? Oder ob man ohnehin auch in der sendungsfreien Zeit gut
weiter- und durchbezahlt wird?
Donnerstag, 21. Juli 2016
Macht und Ego und Politik
Ich wundere mich immer wieder über die Masse Mensch,
die ich da in den Medien sehe. Sie gehen in der Masse auf, diese in
der Masse auftretenden Leute, sie suchen den Führer, den Häuptling,
der ihnen die Parolen vorgibt, die sie dann in blinder Gefolgschaft
skandieren. Oft gerät das dann außer Kontrolle und es kommt zu
extremen emotionalen Reaktionen, die dann von eben diesen Häuptlingen
für sich ausgenutzt werden. Es scheint eine Energie zu sein, mit der
sich gut herrschen lässt. Sie beten (oft auch gezwungenermaßen)
eine scheinbare Stärke an, diejenige Stärke, die sich überall und
gegen jeden durchsetzt, mit nahezu mailen Mitteln. Man möchte diesen
Leuten, die die eigene Schwäche mit der scheinbaren Stärke anderer
auszugleichen versuchen, zurufen, dass das ganze Business um Macht so
funktioniert, dass sie Machtansprüchen aufsitzen, die oft nicht die
lautersten sind. Immer wieder treten Rattenfänger auf, die das auszunützen und ihren eigenen Ansprüchen die Zustimmung zu ihrer Person abzuschöpfen versuchen.
Ja, auch in Wählerstimmen! Viele Menschen, auch wenn sie
vergleichsweise rau und ungebildet sind, wenn sie in einer überwältigenden Unübersichtlichkeit Orientierung suchen, das Einfache, Gewalttätige, sollten das Potential
entdecken, das in ihnen selbst steckt. Sie sollten nicht resignieren
und sich selbst nachspüren, nicht sofort auf die bequeme Weise
annehmen, dass die es schon richten werden. Wer sind die? Die
ständige Frage danach, das Hinterfragen scheinbarer Entscheider aus
den „Eliten“, macht vielleicht auch eine demokratische
Grundgesinnung aus. Alternativen zu haben, gegensätzliche Ansichten
zu den Problemen, ist das, was ausgetragen werden muss. Austragen
heißt aber nicht, vorgegebene Schwachmaten-Parolen zu skandieren und
einfach mit der Masse mitzulaufen. Einmischen, dabei sein,
nachfragen, bezweifeln, - das macht vielleicht auch das Wesen einer
Demokratie aus, die sich selbst ständig nach ihrer Legitimation
fragt und nie ganz und gar festgelegt ist.
Mittwoch, 20. Juli 2016
Künstliche Intelligenz (AI) (2)
Das angeblich allzu simple menschliche Gehirn muss
nach Meinung von AT-Strategen verbessert werden. Mangelnde
Vorstellungskraft und primitives Nervensystem zeichnen nach Ansicht
Vieler im Silicon Valley den Menschen aus. Aggression und Kriegertum
treten dann auf, wenn Sinnsysteme allzu rückständig werden und
verteidigt werden wollen. Dabei ginge es, nach ihren
menschenfreundlichen Aussagen, um Zusammenarbeit statt Konfrontation.
Wenn der Mensch mit der Technik nicht mehr mitkommt, könnte man ja
die menschlichen Fähigkeiten erweitern, statt die Technik zu
verlangsamen. Man könnte zum Beispiel das menschliche Gehirn
erweitern, seine Gedanken könnten überall verfügbar sein und mit
den zur Verfügung stehenden Fakten (selbstverständlich von Google
u. Co.) abgeglichen werden. Wir könnten unseren Aktionsradius wie
Cyberborgs erweitern, durch künstliche Erweiterungen aller Art:
größere und mehr Arme, besserer Körper usw. Unsere Identität
könnte als digitale Datensammlung gespeichert werden und würde zur
unbegrenzten Replikation zur Verfügung stehen, ein „ewiges Leben“
in wechselnden wäre auf diese Art auch gesichert. Es ist das Denken,
das uns in den USA auf Schritt und Tritt begegnet: die unbedingte
technologische Machbarkeit von allem und jedem steht dahinter, die
Beherrschung der Natur bis ins Letzte. Wer mit offenen Augen in den
USA ist, dem dürfte nicht entgangen sein: die großen Staudämme und
die dazu gehörenden Seen, die Umfriedung, Einfangung und Ausnutzung des Colorado
River alleine schon im Westen, die Unterwerfung und Besiegung der
„Natives“, also der Indianer, - was nahezu einem Genozid
gleichkommt.
Dienstag, 19. Juli 2016
Blick von hinten (2)
Ich versuche dieser Tage öfters, mich in jene Welt
hineinzuversetzen, in der wir damals lebten, in die Haltung, in das,
was uns bewegte, in ihre Rhythmen, in ihre Horizonte. Es galt, zu
einer Identität zu finden. Auch gegen die Gesellschaft. Ein paar
sind dabei herb abgestürzt. Erst verletzt, verwundet, - dann
abgegangen. Club 27: Hendrix, Morrison oder Joplin warteten schon.
Aber was war der Tod? Eine Figur in einem Gedicht. Etwas, was einen seltsam anfasst. Gewalt, Gefühle wie Hass und Wut? Wie war es damit? Oder auch
Humor – bis hin zum Zynismus oder Sarkasmus? Wollte man das
diskutieren? Natürlich. Lieber das, was man sich unter Politik vorstellte. Dann doch heutzutage lieber Kleidung, Stil und Musik, das andre
Geschlecht und der Sex im Schritt - oder? Und wie war's mit dem
Heiligen? Ist ja heute wieder sehr beliebt.... wie mit Ewigkeit und
Unendlichkeit, Natur und Kultur, mit Fressen oder Gefressen werden,
mit Pathos, Ironie und Nüchernheit? Mit Kritik und Poesie? Hatten
wir uns ein bisschen zu viel an der Kritischen Theorie besoffen? Zu
viel Wiesengrund Adorno nachgehechelt? Freizeit? War ein
All-Time-Projekt. Wir definierten uns wohl auch ein bisschen über
Kleidung, Schlampigkeit war da ja immer Absicht..... besonders in der
mittleren gesellschaftlichen Klasse...... Aufbruch um jeden Preis war
angesagt. Wohin...., da war man tolerant. Später die ewigen
Diskussionen, die sich als gruppendyxnamische Versuchsanordnungen
stundenlang im Kreis drehten. Das Gesellschaftliche, gewiss, - so
lange es einen selbst nicht betraf.
Montag, 18. Juli 2016
Vom Hoch auf die Verwaltung (1)
Nur mal so ein paar
Überlegungen, man muss sie ja nicht teilen: Es könnte sein, dass
der Mensch irgendwo neutral oder sogar gut wäre, wenn er anderes
gewohnt wäre, als Repression und Androhung von Gewalt von seiten des
Staates. Ob wir dem Staat sinnvollerweise ein Gewaltmonopol
übertragen haben? Ob er damit vor allem die obwaltenden Ungleichheiten zwischen Reich und Arm schützt? Ob das Instrument der Durchsetzung dieses
staatlichen Gewaltmonopol die Polizei sein muss... Jetzt, da alle
politischen Parteien eine kräftige Aufstockung der Polizei
ankündigen (nachdem sie sie jahrelang kaputt gespart haben)? Die
soziale Schere geht immer weiter auf: Klar, dass da mehr Repression
zur Durchsetzung der Legitimationen sein muss. Da haben sich die
Neoliberalen halt etwas getäuscht. Mit dem Neoliberalismus ist's
seit 2008 ohnehin nicht mehr so weit her. Seine Nachteile offenbaren
sich, werden zu offensichtlich. Da wollen wir doch gegensteuern und das
tun, was die Leute wollen - sagen sich die Politiker, die gewählt
werden.
Hinter den Kulissen freilich handeln sie oft ganz anders, als sie es nach vorne zu verkaufen versuchen. Zumindest die Zahlen bei der Verwaltung und Bürokratie scheinen nicht geschrumpft zu sein: im Gegenteil. Auch wenn's zur neoliberalen Doktrin nicht passt, sagen Statistiken und Erhebungen etwas anderes. Auch die EU ist da ein überzeugendes Gegenargument, besonders wenn man den Einfluss der fest installierten Lobbyisten zu den Beamten hinzu zählt, die ohnehin in Brüssel sitzen und die nach guter alter Les- und Lernart vorgeben, mit der Bürokratie die Gleichbehandlung der Bürger (damit keine Korruption aufkommt!) schützen zu wollen. Alles unkontrolliert, natürlich. Der private Sektor mit seinen Lobbyisten und Interessenvertretern ist ja ohnehin längst in denen der öffentlichen Vertretungen übergegangen. Teilweise werden sogar Gesetzentwürfe von Lobbyisten selbst geschrieben, - oder es werden lange Passagen aus ihren Entwürfen übernommen. Beispiele gibt es viele.
Hinter den Kulissen freilich handeln sie oft ganz anders, als sie es nach vorne zu verkaufen versuchen. Zumindest die Zahlen bei der Verwaltung und Bürokratie scheinen nicht geschrumpft zu sein: im Gegenteil. Auch wenn's zur neoliberalen Doktrin nicht passt, sagen Statistiken und Erhebungen etwas anderes. Auch die EU ist da ein überzeugendes Gegenargument, besonders wenn man den Einfluss der fest installierten Lobbyisten zu den Beamten hinzu zählt, die ohnehin in Brüssel sitzen und die nach guter alter Les- und Lernart vorgeben, mit der Bürokratie die Gleichbehandlung der Bürger (damit keine Korruption aufkommt!) schützen zu wollen. Alles unkontrolliert, natürlich. Der private Sektor mit seinen Lobbyisten und Interessenvertretern ist ja ohnehin längst in denen der öffentlichen Vertretungen übergegangen. Teilweise werden sogar Gesetzentwürfe von Lobbyisten selbst geschrieben, - oder es werden lange Passagen aus ihren Entwürfen übernommen. Beispiele gibt es viele.
Sonntag, 17. Juli 2016
Politikerbezüge
Der Abstand zu denen, die sie als Volksvertreter
vertreten sollen, scheint ein bisschen groß zu sein. Letztenendes zeigt sich das
auch am Geld, wobei von den Volksvertretern (und allen anderen "Besserverdienenden") sehr schnell der Vorwurf des Sozialneids oder des Populismus hervorgeholt wird. Dahinter bildet die zweite "Verteidigungslinie" eine Argumentationslinie, die darauf abzielt, dass Abgeordnete durch besonders hohe Vergütungen weniger für Korruption und Einflussnahme von außen empfänglich sein sollen. Ob dies zutrifft, ist eine Frage, die jedem zu beantworten bleibt. Wichtig aber sind hier Fragen, die sich daraus ergeben. Nämlich: Ob sich da Parallelwelten auftun? Eine gewisse Abgehobenheit? Jetzt hat die Zeitung „Die Welt“ mit der
Autorin Hannelore Crolly darüber geschrieben, dass sich im
Baden-Württembergischen Landtag der AfD-Fraktionschef Meuthen über
seine lächerlichen (Grund-)Bezüge von 17 136 Euro im Monat beklage.
(Korrekt heißt es: „Entschädigung“!) Solch ein Schlingel! Es
reicht halt hinten und vorne nicht! Aufschlussreich aber dürfte die
Aufzählung sein, die in dem Artikel folgt (die natürlich so
öffentlich ist, dass sie niemand so genau kennt!):
„Ein baden-württembergischer Landtagsabgeordneter verdient, Pardon, wird entschädigt mit 7616 Euro im Monat. Der Fraktionschef bekommt 125 Prozent - obendrauf! Das heißt, Meuthen wurde bisher entschädigt mit 17.136 Euro im Monat. Plus Dienstwagen. Plus (wie alle Abgeordneten) 1548 Euro fürs Wahlkreisbüro. Plus Reisekosten. Plus pauschal 400 Euro für einen Mitarbeiter, selbst wenn er gar keinen hat. Plus freiem Bahnticket im Ländle. Plus Vorsorgebeitrag für die private Rente (1679 Euro). Plus kostenlosem Telefonieren, Internet und Fax im Landtag.“
„Ein baden-württembergischer Landtagsabgeordneter verdient, Pardon, wird entschädigt mit 7616 Euro im Monat. Der Fraktionschef bekommt 125 Prozent - obendrauf! Das heißt, Meuthen wurde bisher entschädigt mit 17.136 Euro im Monat. Plus Dienstwagen. Plus (wie alle Abgeordneten) 1548 Euro fürs Wahlkreisbüro. Plus Reisekosten. Plus pauschal 400 Euro für einen Mitarbeiter, selbst wenn er gar keinen hat. Plus freiem Bahnticket im Ländle. Plus Vorsorgebeitrag für die private Rente (1679 Euro). Plus kostenlosem Telefonieren, Internet und Fax im Landtag.“
Samstag, 16. Juli 2016
Freitag, 15. Juli 2016
Generation und Sozialisationen
Es ist doch nicht so, dass gestern alles besser war.
Bewahre! Diese altbackene Abschätzigkeit der Jugend gegenüber haben wir doch alle
auch abgekriegt, als wir jung waren. Überheblichkeit.
Selbstgerechtigkeit. Pauschalansichten. Wäre leicht zu entlarven.
Aber wenn man nichts anderes kennt, als den wohlständigen Überfluss,
wenn man durch dauernde Ablenkung programmiert ist, wenn man
ausschließlich in Manuals lebt und die englische Sprache als globale
Verständigungsformel akzeptiert, wenn man aus ökonomischen Gründen
gehätschelt wird und dies erst als Selbstverständlichkeit und dann
als Aufforderung zum Kampf der Generationen auffasst, wenn man
glaubt, Annäherung zwischen zwei Menschen beruhe vor allem auf durch
Partnerbörsen angestifteten Ficksport, wenn man glaubt, vor den
Auswirkungen einer unkontrollierten Globalisierung schon irgendwie
bewahrt zu werden, schon darum herum zu kommen, wenn man glaubt,
immer zu den Gewinnern zu zählen und unbedingt zählen zu müssen,
zu denen, die andere Menschen erniedrigen, wenn man Phänomene wie
die Klimaerwärmung verdrängt und sie glaubt, in lächerlichen
Konferenzen gebändigt zu sehen, wenn Kriege aller Art zum
akzeptierten Alltag („mach das Beste daraus!“) gehören und die
Wirklichkeit etwas Manipuliertes ist, das sich vor allem aus Bildern
zusammensetzt, Wenn Tiere etwas sind, was es zu produzieren und zu
gebrauchen gilt, als kommerzielles Objekt, das im Supermarkt feil
geboten wird, wenn das Sterile das Normale ist, - was für eine Sicht
der Welt entsteht dann? Sollte hier nicht tatsächlich ein behutsamer
Dialog stattfinden, der gerade nicht sein eigenes Zerrbild schafft,
sondern auch aufmerksames Zuhören, ein Eingehen aufeinander, ein
Verstehen als angestrebte Möglichkeit beinhaltet?
Donnerstag, 14. Juli 2016
Frisierte Elitenherrschaft
Die neue britische
Premierministerin, die einen großen Beraterstab haben soll, ernennt
Boris Johnson, den etwas übermütigen ehemaligen Bürgermeister von
London, persönlichen Rivalen von Cameron, Beleidiger von Obama und
Antreiber des Brexit, zum neuen Außenminister von Großbritannien.
Ein Zeichen. Etwas befremdlich. Wohl auch ein Zeichen dafür, dass sie jetzt alles kann. Ein Zeichen
für den Rest der Welt. Ein Zeichen aber auch dafür, dass die Eliten
machen, was sie wollen. Was sie für schlau halten. Wenn's nicht
klappt oder wenn allzu viel Verantwortung droht, schlagen sie sich
seitwärts in die Büsche, - wie zuletzt oft vorgeführt (ach, Namen sind da doch völlig unwichtig, obwohl Journalisten das als "Grundgesetz" pauken. Es geht um die Struktur dahinter, Gesichter sind da austauschbar!). Solche
Eliten benutzen die Öffentlichkeit als Bühne, auf der sie ihre
Eitelkeit präsentieren. Auf der sie paradieren und ihre Macht vorführen. Ob das nicht ein bisschen rückwärts gewandt
ist? Oder ob es genau das ist, was die Leute wollen? Ob das in die Zukunft führt, in der last but not least per
Internet Transparenz möglich wäre? Wäre.... Ob gegen Transparenz ein Bollwerk
errichtet werden soll, vielleicht sogar mithilfe von „Big Data“? Ob der Zugriff
darauf, auf "Big Data", etwas mit Geld und ökonomischer Macht zu tun haben wird?
Schnell geht’s hinaus in große Fragen, wobei der Auslöser doch
nur eine Attitüde der Herrschenden war.
Wenn ich Brite wäre, wüsste ich jetzt nicht so recht.... Aber auch als Europäer stellen sich einem solche Fragen. Der französische Häuptling und Oberstaatsozialist soll sich einen Friseur halten, der den Steuerzahler 10000 Euro im Monat kosten soll und der dem eitlen Präsidenten rund um die Uhr für seine drei Haare zur Verfügung stehen soll. Soll. Eben noch saß er öffentlichkeitswirksam und penibel frisiert bei den Spielen des „Team Tricolore“ bei den Fußball-Europameisterschaften herum. Selbst Fußballer scheinen bei solchem eitlen Gebaren nicht mehr ganz mitzukommen, auch wenn sie die putzigsten Frisuren versuchen und vorführen. Jetzt werden solche Dinge bekannt. Was ich wohl wählen würde, wenn ich in Frankreich leben würde? Oder wäre ich einfach nur anders sozialisiert, wäre gewohnt, das sich bestimmte und klar definierte Kreise öffentliche Ämter und Funktionen unter sich aufteilen? Den eitlen Staatspräsidenten, die blond-dumpfe Rechtsauslegerin oder gar den Gaullisten-Erben Sarkozy, der gewisse sozialen und ethnischen Unterschichten, für deren Integration der französische Staat traditionell wenig tut, „auskärchern“ wollte und der sich sich allerlei andere, nun ja! - Extravaganzen – geleistet hat? Was also soll jemand, der mit den herrschenden Verhältnissen nicht einverstanden ist, demnächst wählen? Ob in Deutschland die Lage besser ist? Nun ja, noch brummt die Wirtschaft und alle sind's zufrieden. Was aber, wenn sie das nicht mehr tut?
Wenn ich Brite wäre, wüsste ich jetzt nicht so recht.... Aber auch als Europäer stellen sich einem solche Fragen. Der französische Häuptling und Oberstaatsozialist soll sich einen Friseur halten, der den Steuerzahler 10000 Euro im Monat kosten soll und der dem eitlen Präsidenten rund um die Uhr für seine drei Haare zur Verfügung stehen soll. Soll. Eben noch saß er öffentlichkeitswirksam und penibel frisiert bei den Spielen des „Team Tricolore“ bei den Fußball-Europameisterschaften herum. Selbst Fußballer scheinen bei solchem eitlen Gebaren nicht mehr ganz mitzukommen, auch wenn sie die putzigsten Frisuren versuchen und vorführen. Jetzt werden solche Dinge bekannt. Was ich wohl wählen würde, wenn ich in Frankreich leben würde? Oder wäre ich einfach nur anders sozialisiert, wäre gewohnt, das sich bestimmte und klar definierte Kreise öffentliche Ämter und Funktionen unter sich aufteilen? Den eitlen Staatspräsidenten, die blond-dumpfe Rechtsauslegerin oder gar den Gaullisten-Erben Sarkozy, der gewisse sozialen und ethnischen Unterschichten, für deren Integration der französische Staat traditionell wenig tut, „auskärchern“ wollte und der sich sich allerlei andere, nun ja! - Extravaganzen – geleistet hat? Was also soll jemand, der mit den herrschenden Verhältnissen nicht einverstanden ist, demnächst wählen? Ob in Deutschland die Lage besser ist? Nun ja, noch brummt die Wirtschaft und alle sind's zufrieden. Was aber, wenn sie das nicht mehr tut?
Mittwoch, 13. Juli 2016
"Steuern und Abgaben"
Gestern wurde an vielen Stellen der Medien mit etwas
zynischem Unterton darüber frohlockt, dass nun jeder Deutsche nicht
nur dem Finanzamt gibt, sondern seinen Verdienst selbst einbehalten
kann. Umgerechnet bedeutet dies eine Staatsquote, die mittlerweile
bei 52 % liegt. Ich nehme solche Schelmenstücke ungläubig wahr und
halte sie den Deutschen und ihrem wohl grenzenlosen Glauben an den
Staat entgegen. Was ist? Schäuble nimmt 100 Milliarden zusätzlich
(!) ein und reklamiert das alles für seine Tüchtigkeit, die sich in
seiner eigenen genialen Person ausdrückt. Diese präsentiert sich
und „dem Staat“ die „schwarze Null“ als ständig vor sich
hergetragene Monstranz. Hinzu kommt, dass er keine Zinsen zahlt. Ob
auch mal eine Steuersenkung drin ist? 20 % der Deutschen zahlen zwar
keine Steuern, weil sie dafür zu wenig verdienen, aber sie zahlen
Sozialabgaben. Wir haben mittlerweile einen Staat, der jeden zweiten
verdienten Euro für sich kassiert. Trotzdem kommt bei den
Bedürftigen kaum etwas an. Wo geht das Geld eigentlich hin? In die
Infrastruktur? Hunderte von Brücken sind marode, das weiß
inzwischen jeder. Eine kleine Summe immerhin scheint dafür
abgezweigt zu werden, was dann in pompösen Pressekonferenzen mit allzu willfährigen Journalisten zusammen abgefeiert wird. Aber ob da wirklich etwas passiert? Etwas Wirksames? Die einzige
Alternative, die sich manche politischen Entscheider vorstellen
können: Steuererhöhung. Hm. Natürlich nicht zweckgebunden. Das heißt: die Kohle kommt in das Staatssäckel, egal was dafür versprochen wird. Dieser
Staat hat halt nicht genug. Womöglich nie. Stuttgart 21? Ein paar
Milliarden hin oder her, das macht doch nichts. Die jetzt bekannt
gewordenen Zahlen sind ja wohl desaströs. BER in Berlin?
Elbphilharmonie in Hamburg? In Rheinlandpfalz verchecken sie einen ganzen Flughafen, - leider an angebliche Hochstapler. Nix Genaues scheint niemand zu wissen. Und das nach dem Debakel am Nürburgring, bei dem zig Millionen Steuergelder in den Sand gesetzt worden sind. Wieso schaffen solche „Großprojekte" andere Nationen, wie beispielsweise die Schweiz, viel besser? Die
haben einen riesigen Tunnel gebaut und bis zur Fertigstellung den
Voranschlag eingehalten. Der Zeitplan wurde sogar unterboten.
Übrigens: Der Solidaritätszuschlag soll nun per Spruch von der
Justiz abgesichert auch bleiben. Er soll bleiben. Ob das mal anders
gedacht und versprochen war? Ob das als vielleicht als befristet
verkauft wurde? Ob so etwas Vertrauen schafft? Ob Zwangsabgaben und
Steuern immer richtig eingesetzt sind? Ob sie jemals abgeschafft
oder wenigstens gesenkt wurden?
Dienstag, 12. Juli 2016
Handlungsvorhersage
Wie spannend war das denn? Man saß damals anders im
Kino. Auf einen Tipp meiner Freundin sah ich 2002 mit ihr
zusammen den Film „Minority Report“ an, mit Tom Cruise. Typischer
Science-Fiction-Kracher, so dachte ich damals! Großartig gespielt,
aber die Handlungshintergünde ein bisschen wirr. Vorhersehbarkeit
von Taten zu proklamieren und sich dann andere Augen einsetzen lassen,
weil das Verhalten an den Augen abzulesen sei, wäre dann doch zu aberwitzig. Hm. Ich dachte gar nicht weiter
darüber nach. Es schien mir dermaßen irreal. Und jetzt lese ich,
dass Tatenvorhersage von der Polizei in den USA schon lange
praktiziert wird. Die haben ein kleines Ding, das an ein Programm
angeschlossen ist, das hohe Wahrscheinlichkeiten über das Verhalten
gewisser Personen(gruppen) ausspuckt. So fahren denn die Polizisten
sehr viel früher zum Tatort, ehe etwas Kriminelles passiert. Und
tatsächlich, es geschieht allzu oft: der Algorithmus hat recht
gehabt, ein Verbrechen wurde begangen. „Predictive policing“,
vorausschauende Polizeiarbeit heißt das. Mittlerweile soll es schon
so weit sein, dass es sich nicht gerade empfiehlt, sich längere Zeit
vor einem Regierungsgebäude aufzuhalten, weil das Programm dann
prognostiziert, dass man unter Umständen Böses im Schilde führt.
Es passt einfach nicht ins Muster. Was scheinbar näher ist: Wer bei
einem Online-Händler ursprünglich amerikanischer Herkunft einkauft,
kriegt postwendend die Empfehlung „Sie könnten auch folgende
Artikel interessieren“. Worauf eine Liste der Dinge auftaucht, die
tatsächlich ins Muster passt. Der Algorithmus lernt mich auch immer
besser kennen und sagt meine Bedürfnisse voraus. Es ist dies also
etwas, was in dieser oder jener Form längst und weitgehend unbemerkt
Einzug in unseren Alltag gehalten hat. Dass anhand von körperlichen
Merkmalen ein Verhalten erschlossen wird, ist auch nichts Abseitiges
mehr. Die Vision hat die Wirklichkeit eingeholt. Es werden von großen Institutionen nund Konzernen Daten
über uns gesammelt („Big Data“), die Kaufentscheidungen mit
steigender Wahrscheinlichkeit voraussagen können. Dementsprechend viel wert sind schon jetzt diese Daten.
Montag, 11. Juli 2016
Sonntag, 10. Juli 2016
Politikverdrossenheit
Ja
geht denn Europa einfach so weiter, als sei nichts passiert? Was
schafft angesichts dessen Politikverdrossenheit? Wenn Politiker sich über sich selbst
auferlegte Regeln hinwegsetzen (in der EU ein gerne praktizierte
Methode) Wenn Minister E-Autos verordnen und anschließend gerne mal
in eine Riesenlimousine steigen. Wenn der Verkehrsminister mit der
Autoindustrie kungelt, die sich ihrer Sache dann so sicher ist, dass
sie ihren Betrug glaubt in den USA verkaufen zu können.
Selbstverständlich wird dieser Verkehrsminister von den deutschen
Lobbyisten erpresst, die ihre regierungstechnisch geadelte Emissärin in der EU vorschicken, um strengere Vorschriften zum Zwecke der allgemeinen Gesundheit verhindern. "Das schadet der Wirtschaft!", so das Credo dahinter (wobei vor allem die eigene gemeint ist...). Wenn ein
Verteidigungsminister mal kurz 500 Millionen ausgibt für Drohnen, die hier
nicht fliegen dürfen. Wenn seine Nachfolgerin Marine-Hubschrauber
anschafft, die viel zu schnell rosten und auch deshalb nie einsatzfähig
sind. Mal abgesehen von all dem anderen Schrott, der nicht
funktioniert und eine Unmenge Geld gekostet hat. Es ist eine Quittung
für Europa, wenn immer nur dieselben Gruppen profitieren, - die
andern zahlen allzu regelmäßig drauf.
Samstag, 9. Juli 2016
Macht und Lebenswelten
Ich denke mir, dass die Häuptlinge in der EU ein
ganz anderes Lebensbild pflegen, als diejenigen, die sie
„beherrschen“ wollen. Die Realitäten liegen einfach zu weit
auseinander. Von diesen indirekt delegierten EU-Kommissaren („die
so gerne von sich behaupten, sie seien gewählt...) geht bei ihren
Auftritten eine manchmal unerträgliche Arroganz aus, die die EU
nicht nur zu einer Veranstaltung der sich selbst so verstehenden
Eliten macht, sondern auch einen Abstand zu dem „Volk“ zeigt. Wie
geht das? Ich staune und versuche, mir diese andere Welt
vorzustellen. Politiker sind Machtmanager. Es wird etwas behauptet
und für sich in Anspruch genommen, das allenfalls sehr indirekt ist
und sich gerne auf das System der repräsentativen Demokratie beruft.
Deren Vertreter fordern für sich in allen Situationen eine Art
absolutistischen Status. Innerhalb ihrer Wahlperiode glauben sie
unter Berufung auf die Gewissensfreiheit alles tun zu können, was
sie wollen. Delegierung auch an Lobby-Vertreter und indirekte Wahl in
„Gremien“ inklusive. Diese Mechanismen in Frage zu stellen gilt
ihnen als Todsünde. Ihnen! Denn sie fühlen sich legitimiert.
Anderswo ist ja alles noch viel schlimmer. Ob es auch eine Sache des
Fingerspitzengefühls ist? Ob ein allzu großer Abstand zu denen die
Europa dem Ganzen förderlich ist? Ob man nicht doch auch eine
Vertreterin, ein Vertreter einer direkten Verbindung zum Wahlvolk
ist? Ob der Einfluss der Parteien nicht doch schon viel zu weit
gegangen ist, auf Kosten des allgemeinen „Wahlvolks“? Ob man all
das noch offen zutage treten lassen kann, wenn Ereignisse wie der
Brexit solche Haltungen in Frage stellen? Ob man sich da im Recht des
Stärkeren fühlt, das seinerseits ein großes Unbehagen in Europa
hervor ruft? Ob sich eine solche sich selbst legitimierende
Lebenswelt positiv für das Ganze auswirkt?
Freitag, 8. Juli 2016
Druck zur Optimierung
Das Internet und
allerlei moderne Technologien vernetzen den Menschen immer mehr,
machen alles schneller und leistungsfähiger (wobei auch die "Künstliche Intelligenz" eine Rolle spielt, ---> siehe Blog). Wie lange und wie weit
können wir das noch mitmachen? Wie weit geht das? Gibt es Grenzen?
Wir müssen wohl wachsen, so lange wir die gegenwärtige
Wirtschaftsform pflegen. So geraten wir immer noch ein bisschen mehr
unter Druck. Die Erwartungen, nicht zuletzt durch uns selbst,
steigen. Wir sollten, wir müssten.... Dadurch hinken wir ständig
unseren Ansprüchen hinterher, genügen nie, geraten im schlimmsten
Fall in Umstände wie Burnout, Depression, vollkommener Stillstand
usw. Alles wird stumm und starr, es bewegt sich nichts mehr, auch in
uns selbst. Das alles scheint ein Zwang. Doch wo kommt er her? Wer
redet denn hier von „System“ oder „Kapitalismus“? Große
Häuptlinge haben das ohnehin verinnerlichte Motto „Wachstum über
alles“ längst vorgegeben, sie lassen es bimsen und immer wieder
neu lernen. Sie drücken es in die Köpfe. Wollen wir dabei bleiben
beim Mainstream, bei der gesellschaftlichen Erfahrung, müssen wir
scheinbar da mitmachen. Der Zwang, der Druck, der Drang zum
Ökonomischen durchdringt inzwischen alle Lebensbereiche. Arbeit,
Bildung, Familie, Liebe, Natur: Die Steigerung, Optimierung,
Beschleunigung bildet die Erwartung. In uns. An uns. Wohin geht das?
Was ist da gut für uns? Wo geht das hin?
Donnerstag, 7. Juli 2016
Mittwoch, 6. Juli 2016
Dienstag, 5. Juli 2016
Kirschen again
Die Gier ist allumfassend und packt dich sofort.
Kirschen, kirschig,... äh! Sie glänzen und machen dich an. Sie
versprechen das Köstliche. Diesen Geschmack. Ihren eigenen. Den nur sie haben, womöglich. Ich beneide nicht
diejenigen, die ihn nur als „naturidentischen“ Stoff kennen. Sie
verpassen etwas. Sie sind Joghurt mit Kirschgeschmack und so was alles gewohnt. Ein
Vorgeschmack, immerhin. Eine Ahnung, so ähnlich wie.... Ich mag selbst das noch. Aber
das hier vor mir ist die Krönung und die Steigerung ins Extreme!.. Diese
prallen Kugeln voller Geschmacksstoffe! Voller Saft. Und Fruchtiges. Rotes. Diese
vorenthaltene und erst nach und nach abgegebene Erfüllung! Jaja,
Tiefenpsychologie. Erklärungen eisgekühlt. Alles egal. Es gilt in diesem Moment nur: Herrliche Frucht. Der Saft rinnt dir zwischen den Fingern hindurch. Ich
bete dich an. Ich mag dich in all deinen Fasern. Es gibt helle und dunkle. Alle roten Farben. Eine leckerer als die andere. Bald ist es wieder
vorbei damit. Und das ist gut.
Montag, 4. Juli 2016
Sonntag, 3. Juli 2016
Fahrermarktwirtschaft
Es pflügen links und rechts die fetten Limousinen
und SUVs vorbei, es geht ziemlich agressiv von ihnen eine einzige
Mentalität aus: "Hoppla, jetzt komm‘ ich!" "Alles beiseite, ich bin
Premium und habe auch ein Premium-Anliegen“. Alle anderen sind
Mist. Beiseite! Haha, Straßenfight! Regeln? Gelten nicht für mich! Wieso glauben diese Raser, diese
Straße für sich gepachtet zu haben? Wieso geht in der deutschen
Realität das „Sich-Durchsetzen“ als Competition, Kräftemessen
und Verdrängen immer weiter? Ob die das alles verinnerlicht haben?
Die „Langsamen“ machen sie wahnsinnig, die haben die dauernde
Beschleunigung (aller Lebensverhältnisse) ungesund
internalisiert…. das Wegscheuchen, die eigene Geschwindigkeit ist
der Maßstab für alle, hat es gefälligst zu sein... mein Ego ist
heilig. Und zwar nur MEIN Ego! Es ist angesagt: Den Größeren,
Schnelleren, Breiteren zu haben, das sich Messen, die Marktwirtschaft
in den Köpfen, nicht der Fluss oder das gemeinsame Fließen, sondern
das Vorwärtskommen auf Kosten der anderen…..(eine Mentalität, die
auch zunehmend in die Musik Einzug gehalten hat, Wettbewerb: wer kann
am meisten zahlen? Top Dogs rasen vorbei, sie streben alle ein
Scheinziel an, das sie nach einer genau bemessenen Zeit wieder
verlassen…zurück ins Getriebe. Sie treiben ihre Allrads vorbei,
mit denen sie zeigen, dass sie mehrmals im Jahr in den Skiurlaub
fahren können und sich zu den Besseren zählen, aufgemotzt, aber
dezent, Überlegenheit dauernd anzuzeigen ist ein schweres
Geschäft…. lächerliche Mitläufer einer Autokratie.......
Samstag, 2. Juli 2016
Samstagseinkauf
Ein
fleckiges Schild, eine beschriebene Fläche, wiest darauf hin:
„Dieses Objekt wird videoüberwacht“. Es ist ein Aufzug, der
gelegentlich funktioniert, gelegentlich auch nicht. Vollmetall. Er
lässt sich herab. Es riecht darin nach Urin
und Schweiß. Man wechselt auf einen Steg-Überweg,
der aus vom Dreck umschlossenen Betonplatten besteht. Überall liegen
Zigarrettenstummel, ein Ohrstäbchen dazwischen, ein zerknautschter Kaugummi. Die Kassiererin des
gegenüber liegenden Discountmarkts sagt nach meinem Einkauf (die
billigsten Würstchen, Cola der billigen Sorte) nachdem sie die Bezahlkarte in den Automaten gesteckt hat: „Sie dürfen.....“,
und „Schönes Wochenende“. Ich bin beglückt. Es kann jetzt alles
kommen, auch das Wochenende.
Ich habe Hunger und geh dem Bedürfnis natürlich sofort nach, obwohl ich die akademische Pflicht zur Aufschiebung einstudiert habe. Doch das ganze akademische Gedöns ist ja sowieso nichts wert, ist eine der Täuschungen, hinter denen ganz anderes steht.... Am Imbissstand (nicht McDonald's) darf ungeniert die „Curry-Wurst Spezial“ geschmatzt werden. Vorbei schlappende Personen können gemustert werden, ein Smartphone klingelt zu aufdringlich und ein Autofahrer ballt mit hochrotem Kopf die Faust. Ich beeile mich. Zuhause verstopfen farbige Prospekte den Briefkasten. Es gilt „Billiger“ in allen Variationen: Man studiert, wann es sich einzukaufen lohnt. Eigentlich würde mich "günstiger" mehr als "billiger" interessieren. Würstchen jagt Würstchen, daheim wird noch einmal am ranzigen Salat gefressen, dessen Kühlkette mehrfach unterbrochen ist. Ich bin wohl im falschen Film.....
Ich habe Hunger und geh dem Bedürfnis natürlich sofort nach, obwohl ich die akademische Pflicht zur Aufschiebung einstudiert habe. Doch das ganze akademische Gedöns ist ja sowieso nichts wert, ist eine der Täuschungen, hinter denen ganz anderes steht.... Am Imbissstand (nicht McDonald's) darf ungeniert die „Curry-Wurst Spezial“ geschmatzt werden. Vorbei schlappende Personen können gemustert werden, ein Smartphone klingelt zu aufdringlich und ein Autofahrer ballt mit hochrotem Kopf die Faust. Ich beeile mich. Zuhause verstopfen farbige Prospekte den Briefkasten. Es gilt „Billiger“ in allen Variationen: Man studiert, wann es sich einzukaufen lohnt. Eigentlich würde mich "günstiger" mehr als "billiger" interessieren. Würstchen jagt Würstchen, daheim wird noch einmal am ranzigen Salat gefressen, dessen Kühlkette mehrfach unterbrochen ist. Ich bin wohl im falschen Film.....
Freitag, 1. Juli 2016
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