Reise durch Wirklichkeiten

Montag, 30. Mai 2016

Fürst der Kelten (Foto)

Fürst der Kelten

Sonntag, 29. Mai 2016

Kommunikation und Zeitgeist

Es gilt die Ökonomisierung aller Lebensbereiche bei den Partnerbörsen und dem „Onlinedating“ mit der ständig damit einhergehenden Vermutung: man könnte ja noch was besseres finden, da ist menschliche Beziehung als Konsum mal hier und dort, da ein Austausch von Gütern, was hast du mir zu bieten? Angebot und Nachfrage gelten durchweg, wer etwas will, ist im Nachteil. Damen geben sich erst hochmütig und werden dann selbst zu Sklaven, die sich schlagen lassen und Schlimmeres. Menschen verdinglichen sich, machen sich selbst zu Wegwerfartikel, es heißt, man sei „chronisch untervögelt“ und brauche deshalb dringend einen Artikel..... man selbst ist dann der Artikel, den man meistbietend anbietet auf einem Markt der Möglichkeiten, von denen Provisionen abgezogen werden. Da ist meist ein Bildchen als Aushängeschild, ein Vergleich von Preis und Angebot, eine kurze Beschreibung und Typisierung, dann der Kontakt und der Austausch von Körperflüssigkeiten, es ist ein Geben und Nehmen, wobei der Partner egal ist, er ist der Lieferant seiner Gegebenheiten, Hauptsache der Preis stimmt, es ist ein knallhartes Austauschverhältnis. Subjekt wird zu Objekt, es werden Waren gemacht, die sich selbst dazu machen. Und der Mensch? Er hat keine Zeit, ist zu alt oder zu jung, - Gleiche suchen Gleiche und machen sich gerne zum Wegwerfartikel, finden nichts dabei, da ist „Verdinglichung“ anhand eines Bildchens, da ist ein sozialer Rahmen, den bestimmte Portale durch Eingrenzung von vornherein zu unterlaufen versuchen...ein Code des sachlichen Austauschs, dabei würde unter Menschen der Code etwas Komplexes sein, das berichtet von anderen Sphären, anderen Person, anderen Möglichkeiten und Horizonten. Dafür haben wir keine Zeit, Energie und Bereitschaft. Es herrscht die Verdichtung, hin auf etwas Dingliches, auf eine Funktion. 

Samstag, 28. Mai 2016

Tod und das Danach

Wo es mich einst hin verschlagen wird? Ich habe noch keine Meinung dazu. Fegefeuer, Jüngstes Gericht? Sünden? Hölle? Das Kollektive hat wohl keine Moral. Gut und Böse ist eine menschliche Vorstellung. Schon Tiere kennen sie nicht. Sie kennen nur das Überleben in der Evolution. Also glaube ich nicht an eine Instanz, einen Ort, an dem Gut und Böse geschieden wird. Mein Körper, meine Individualität hat dies „verbrochen“, was ich mit mir herum trage. Mein Ich, meine Seele wird aber wohl in etwas Kollektives übergehen. In eine Art Pool aller Seelen. Woran soll denn meine Individualität hängen? Am jungen oder am alten Körper? Es müsste etwas Unabhängiges davon sein. Sein Ratschluss? Gott könnte eine Art Instanz sein, kann auch Person sein, kann alles. Eine Instanz über uns. Die Bilder an den Kirchenwänden waren berechtigt, zeigten einfachen Menschen etwas, regten vielleicht zu einem Bewusstsein an. Sie hatten eine Funktion. Erst später kam das Moment der Kunst dazu, die absichtslos und „frei“ sein soll. Nun ja, politische Idiologien haben sich ihrer gerne mal bemächtigt und dann war es wieder ein Mittel zum Zweck. Ich habe Angst vor dem Tod. Will mein Ich nicht verlieren, an dem ich ein Leben lang gefeilt habe, - auch wenn andere Menschen dies Ich nicht zu brauchen schienen, wenn sie es auch abgelehnt und abgestoßen haben.

Freitag, 27. Mai 2016

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wer hat meinen Schlüssel gesehen?
er ist offenbar unrasiert und hat einen Bart
Ich wende das Blatt und lese verkehrt
nimm's nicht persönlich, sieh's positiv!


Wer hat meine Gedanken gesehen
sie sprießen manchmal wild und ich kann sie kaum fassen
Mixed Pickel,s sie jucken so undefiniert

und wachsen nach, kaum sind sie wegoperiert

Mittwoch, 25. Mai 2016

Flüchtlingsrealitäten

Das „Elendscamp“ in Idomeni würde „geräumt“, so hieß es seit gestern unaufhörlich. Die Flüchtlinge würden in „staatliche Lager übergesiedelt“, so hieß es. Erstaunlich nur, dass diese „staatlichen Lager“ in Griechenland nie gezeigt wurden. Zu sehen waren nur abfahrende Busse und von Bulldozern bearbeitete Zeltlager, die in einen anderen Zustand versetzt wurden. Jetzt wird bekannt, dass in den „Aufnahmelagern“ katastrophale Zustände herrschen sollen. Grundstandards der Hygiene seien nicht gewahrt, das Essen schlecht und ärztliche Versorgung sehr schlecht. Was ist nun wahr? Ob die Feststellung dessen auch so gehandhabt wird, wie beim Absturz des Flugzeugs der Egypt Air? Hier scheint das öffentliche Interesse völlig erlahmt zu sein, nachdem bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht Eindeutiges bei den Untersuchungen herausgekommen scheint. Die Öffentlichkeit will ein „Ja“ oder „Nein“, „Schwarz“ oder „weiß“, ihre Aufmerksamkeit reicht in zeitlicher Hinsicht meist wenig über ein paar Tage hinaus. Und die „Flüchtlinge“? Aus den Augen, aus dem Sinn? Europa will sich des Problems irgendwie entledigen, das Bemühen ist schon erkennbar. Am liebsten hätte man das mit Geld geregelt, so wie alles in diesen Breitengraden. Doch scheint dies nun auch nicht richtig zu klappen, weil die Menschenrechte dazwischen kommen und Europa an bewiesenen Grundwerten nicht eben viel zu bieten hat. Also was zeigen, was besprechen? Was kommunizieren? Jedenfalls nicht das, was in der Schwebe ist. Jedenfalls nicht die Mechanismen „dahinter“. Jedenfalls nicht die unspektakulären Bilder, die ungut schleichende Emotionen auslösen. Lieber das Eintreffen "der Mannschaft" am Lago Maggiore. Da braut sich was vermeintlich "Positives" zusammen. Was für eine Wahrnehmung ist das?

Dienstag, 24. Mai 2016

Älterwerden und Macht

Ich beobachte, wie sie alle vor dem Älterwerden fliehen. Betreiben nahezu manisch Sport, sind dauernd am Umziehen vom verschwitzten und also unbrauchbaren ins richtige Outfit. Ich beobachte, wie die Gesichter faltiger werden, verletzlicher auch, wie sie sich wehren und auf dieser Strecke immer mehr zum Verlierer werden. Körperliche Gebrechen kommen hinzu, machen sie schwächer, liefern sie denen aus, denen sie nie ausgeliefert sein wollten. Sie dachten stets: „Das sind die, und das sind wir“. Doch jetzt sind sie die, gehören zu denen, ohne dass sie gefragt wurden. Die sind reich, können sich Hilfe leisten, lassen kommen und geben Anweisungen. Und doch: sie lassen nach. Die Jungen verschwenden noch keinen Gedanken daran, leben nicht in dieser Welt. Das heißt: sie glauben nicht daran. In Silicon Valley tüfteln auch Firmen wie Carlico an der Idee der Unsterblichkeit, oder doch zumindest an der Lebensverlängerung. 120 Jahre alt könne man werden, so heißt das. Wenn es denn so wäre, so wäre es wieder einmal typisch amerikanisch, dieser Idee mit technologischen Mitteln nachzugehen. Die sogenannten „Reichen“ könnten es sich leisten, der Trash nicht. Die Idee des allgemeinen Gesundheitssystems ist hierzulande nur noch eine Idee, in den USA wird sie mitunter als Mischung aus Faschismus und Kommunismus bekämpft. Sie glauben immer noch das Glück, den Verdienst der Tüchtigen. Auch von daher lassen sich – beileibe nicht erschöpfend! - die Erfolge von jemand wie Donald Trumop erklären. Da ist einer, der es weiß, der sich aus seinem Wissen zu den Armen hinabbeugen und es ihnen zeigen wird, so in etwa der naive Glaube. Übrigens: die Europäer sollten sich nicht gar so erhaben über so etwas fühlen. Berlusconi machte es in Italien einst vor. Mag wohl ganz ähnlich funktioniert haben.

Montag, 23. Mai 2016

Toleranz als Wert

Oh ja. Wir halten die Toleranz als Wert hoch! Wir wollen in einem Gemeinwesen leben, in dem jede Weltanschauung, jede Meinungsäußerung alleine schon dadurch eine Berechtigung hat, dass sie von Menschen kommt. Jaja, die Machtansprüche! Wir nehmen sie zur Kenntnis und verständigen uns, so gut das geht, über sie. Toleranz ist manchmal ein schwieriges Geschäft. Wir lassen etwas unter uns zu, wenn es einer Gruppe von Menschen wichtig ist. Wir sind stark genug, um das auszuhalten. Ökonomische Folgen? Nun ja, darin ist die Welt ja tief gespalten. Wer durch Zufall in den Staaten des Nordens geboren ist, hat gut abzulästern über die Anderen. Überhaupt, "die Anderen": wir wollen möglichst viel von ihnen und ihrer Welt  aufnehmen, ja, wir wollen auch mit ihnen Handel treiben, so, dass niemand anderes davon ausgeschlossen ist. Wir wollen uns im Lächeln begegnen, und den Gegnern eingestehen, das wir schöne Träume haben dürfen. Wir wollen die Folgen bedenken und die Wahrheit aushalten. Wir wollen auf gleicher Augenhöhe sein, ohne die Formulierung für unseren eigenen Vorteil zu missbrauchen. Mit der Zeit wollen wir zu einem Miteinander kommen, das nicht nur darauf beruht, das andere sich zu integrieren haben. Sie sollen anders sein dürfen. Ja, es ist eine Bereicherung für alle. Eigenheiten, Identitäten auszubilden, an die jeweiligen Gegebenheiten möglichst gut angepasst. Eigen. Das wollen wir niemals mit dem Begriff der „Rasse“ verwechseln. Wir alle sind eine einzige „Rasse“: Menschen.

Sonntag, 22. Mai 2016

Krankheit, Mensch, Normalität

Es ist doch eine vollkommen unsymmetrische Kommunikationssituation: Der sogenannte Patient ist unter Umständen ganz plötzlich aus allen Selbstverständlichkeiten und seiner alltäglichen Normalität heraus gerissen. Die Schwestern und Pfleger hingegen erleben eine solche Situation jeden Tag, für sie ist der Patient einer unter vielen, er symbolisiert den „ganz normalen“ Alltag. Sozusagen eine Durchlaufposition. Im Bewusstsein. Im Empfinden. Das Gesicht des Patienten wechselt zwar, aber er scheint doch immer der gleiche zu sein. Von diesem Patienten aus gesehen ist alles hingegen einmalig. Auch die Gesichter seiner Pfleger sind das. Er ist vielleicht in eine absolute Ausweglosigkeit gestoßen, in eine Einmaligkeit, die sogar, wenn's schlecht läuft, in den Tod führen kann, - die gröbste und elementarste Einmaligkeit, die einem passieren kann.... Schwestern und Pfleger treten im Krankenhaus ihm gegenüber aber als Vertreter der „Normalität“, des „Lebens draußen“ auf. Sie sind jenseits der Mauer, die sich plötzlich zwischen einem selbst und „den anderen“ (den sogenannten Gesunden) auftut. Und tatsächlich, sie, die Schwestern und Pfleger schalten nach Dienstschluss sehr schnell ab und sind wieder ganz draußen aus dieser abgeschlossenen Welt des Krankenhauses, in dem ganz andere Bezüglichkeiten und auch Abhängigkeiten gelten. Sie sind ja sowieso überlastet und sollten sehen, wie sie alles aushalten. Jawohl, der Patient ist in vielem sehr abhängig von seinen Schwestern und Pflegern. Er ist ihnen ausgeliefert. Es entsteht möglicherweise dadurch eine Vertrautheit, die aber keine ist, sobald eine andere Situation eintritt. Es ist ein sehr seltsames Gefühl. Mit Entlassung aus dem Krankenhaus ist man dann ein anderer, es sind diejenigen, die einen gepflegt haben, andere.... als würde ein Schalter umgelegt. Ob man das als Schwester und Pfleger empfindet? Diese Situation? Gibt es eine Art Mitgefühl? Gibt es Mitleid? Oder gibt es - viel besser - eine Art „Mitleiden“. Sich in jemand hinein versetzen. Im Englischen gibt es das Wort „Compassion“, das auch in anderen Kulturkreisen eine wichtige Rolle spielt und ein sich in jemanden anderes hineinversetzendes Mitleiden meint. Ich habe schon einmal mit einer Schwester darüber gesprochen. Sie meinte, man könne sich so etwas nur sehr eingeschränkt oder gar nicht erlauben. Sonst ginge man kaputt. Die Distanz zum Schicksal des Patienten sei eine Art Selbstschutz. Das Abschalten. Das Sich Distanzieren. Das ist völlig nachvollziehbar. Vom Verstand her. Aber es sehen einen doch Augen an!! Kann man sich emotional auch in dieser Situation distanzieren? 

Samstag, 21. Mai 2016

Drei Klafter tief

Drei Klafter tief


Raus aus dem Eis
raus auf die Straße
Geister haben uns begrüßt
sie schlagen eine lange Nase
das ist Routine
das ist der blaue Panzer


wir haben geatmet
wir waren präsent
waren bei uns selbst für Momente
und haben uns verlor'n
fang' endlich an und fang' die Tangente
die sich in der Unendlichkeit trifft
Supernova in Gedanken


Sag alles ab
die Nacht schluckt dich auf
denke schräg, schließ die Augen
die Zeit ist ein Fluchtpunkt
farbige Linie
im Sand (ein) vergessen


der Zeiger drückt
(und) die Uhr tickt lauter
hab meine Person verzettelt
hab etwas verloren in der Enge
Acht Meilen hoch

und drei Klafter tief

Freitag, 20. Mai 2016

Jugend und Alter (1)

Das Alter und seine Gesundheit schieben viele gerne von sich, verdrängen es. Jemand, der schon mit einem ernsten Gebrechen im Krankenhaus lag, kennt das aus seiner Sicht. Viele Besucher machen dann die Tür hinter sich zu und sind froh, dass es sie selbst nicht getroffen hat. Genauso sagt der junge Mensch: Das Alter ist noch weit weg! Es betrifft mich nicht. Pointe: Es wird soooo schnell kommen und ist schon so nah! Zeit verdödeln und verdaddeln glaubt sich jemand in einer bestimmten Lebensphase leisten zu können. Später nicht mehr. Diese „Jungen“ sind in einer Ersten Welt aufgewachsen, die sich zum Zwecke des Profits und der optimalen Ausbeutung an den Rest des Globus hängt. Wer etwas am „Wohlstand“ teilhaben will und dorthin flüchtet, wird schlichtweg als unerwünscht erklärt und abgeschoben. „Wirtschaftsflüchtling“ nennt man hierzulande so etwas abschätzig. Dabei ist diese Welt samt ihren eigenen Bezügen inzwischen wenige Flugstunden von Frankfurt entfernt, die Gegensätze haben sich bei einer solchen Nähe erheblich verschärft. Wer kann damit etwas anfangen, was nicht zynisch wäre? Was ist das für eine Welt? „What a wonderful world“? Der Jugendwahn greift in allen Lebensgebieten um sich, die Verklärung und Idolisierung dieser Jugend dominiert. Wieso? Weil sie zahlenmäßig immer weniger wird. Weil der Mensch anfangs so aussieht, wie er aussieht. Weil er vermeintlich leistungsfähiger ist (ohne den Faktor "Erfahrung"). Weil junge Menschen form- und programmierbar sind, weil sie schneller lernen. Ökonomie, Sozialversicherungssystem, Familienpolitik, - alles versucht, darauf mit einer zusätzlichen Vergötterung der Jugend zu reagieren. Es gilt das Gesetz von Angebot und Nachfrage. Hinzu kommt dass der Mensch ein „Relativrezeptor“ ist, wie manche Kreise in der Ernährungswissenschaft behaupten: d.h. Er ist auch geschmacksmäßig sozialisiert und geprägt auf das, was er in der Jugend erfährt: Das künstliche Aroma eines Joghurts zum Beispiel, das er nie anders hat kennen lernen können (Besonders, wenn ihm das finanziell nie nie möglich war). Naturjoghurts kommen ihm im Vergleich dazu roh und zu kräftig vor.

Donnerstag, 19. Mai 2016

Traum und Wirklichkeit in der Klosterkirche

Ich blicke in Neresheim zur plastischen Deckenbemalung Martin Knollers hoch und entdecke diesen typischen Übergang von Illusion und Realität: von unten ist kaum zu beurteilen, was plastische Engelsskulptur und was Malerei ist. Es ist dies ein typisches Spiel jener Zeit. Traum und Wirklichkeit. Welche Realität gilt? Die Romantik hat das später genauer illustriert, aber auch heutzutage spielen Filme und Werke aller Art mit diesem Effekt. Das Interesse damals war ein erzieherisches moralisches und vor allem - religiöses. Veranschaulichung. Kirche und Staat. Kollektive Spiritualität. Analphabetentum. Heute ist das etwas anders. Bloß gut, dass denen damals das Geld ausgegangen ist. So markierte das alles eine Art Übergang vom Barock zum Klassizismus. Etwas sparsamer und nicht so beladen wie vieles im Barock. Heute nehmen wir das als wohltuend wahr. Da ist viel Spiel mit den Illusionen von Raum und Zeit und Licht. Wunderbares Wissen um solche Dinge. Architektonische Umsetzung. In der Tatsächlichkeit, nicht nur in der Virtualität, für die man seltsame Brillen aufsetzen muss. Die Wirkung von Farben auf die Psyche. Martin Knoller bekam damals trotzdem ein Spitzenhonorar. Schwäbisch sparsam war man nicht. D.h. die Benediktiner, denen wir diese herrliche Raumkomposition verdanken, gaben das Geld. Heute also suchen wir in Filmen und anderen Virtualitäten. Es gilt ein Abtauchen in andere Welten. Woody Allen hat das einmal in eher romantischer Absicht mit seinem Film „Purple Rose of Cairo“ realisiert. Aber unsere heutigen, im Computer animierten Fantasy-Welten sind natürlich auch nichts anderes. Das Unmögliche wird wahr, Traum und Realität gehen ineinander über  - was für ein alter Menschheitstraum! 

Mittwoch, 18. Mai 2016

Akademikerarbeitslosigkeit

Immer wieder lässt man sich völlig unwidersprochen die einfache Formel bieten, besonders in Talkshows: „Bildung, Bildung, Bildung...“. Mantramäßig wird sie vor allem von Politikern unters Volk gestreut, also von denjenigen, die in Deutschland am wenigsten Geld dafür einzusetzen bereit sind. Bildung würde, so ihr Mantra, für einen stabilen Arbeitsplatz garantieren, sie würde für ein gutes Einkommen stehen. Es kann damit wohl nur die sogenannte „technische“ Bildung gemeint sein. Also Ingenieure, die genau wissen, wie ein Rädchen ins andere passt und wie man alles anstellt, dass es passt. Die ansonsten aber von der Welt keine Ahnung haben. Die hochspezialisiert auf ihr Räderwerk sind. Gemeint sind aber auch Juristen, aus deren Kreisen sich die meisten sehr gut durch Pensionen und Diäten abgestützten Politiker rekrutieren und die ansonsten als Selbständige dazu legitimiert sind, fette Gebühren für ihre „Beratungsdienste“ zu verlangen. Sie verkaufen im Falle der Richter ihre Sprüche sogar „im Namen des Volkes“, - gemeint soll damit der Gesamtzusammenhang des Rechtsstaats sein. Gemeint sind auch Steuerberater, die ihre Güte der Steueroptimierung daran bemessen, wie „optimal“ sie Steuerlücken und Steueroasen nicht nur anhand von dicken Wälzern erkunden, wie gut sie auch über die Reaktionsweisen der staatlichen Kontrollbehörden Bescheid wissen und wie effektiv sie jene einschätzen können.
Gemeint sind aber keinesfalls die „Geisteswissenschaftler“, die sich nicht vom akademischen Apparat korrumpieren lassen oder deren Dienste sich nicht oberschlaue Marktforschungsinstitute gesichert haben und die auch keine tantiementrächtigen „Bestseller“ schreiben. Die nach wie vor hohe Akademikerarbeitslosigkeit in diesem Bereich speist sich ja hauptsächlich aus den Sektoren jener, die über ein nicht zu vermarktendes oder zu kaufendes Wissen verfügen. Die kritische Einwände haben, die motzen, die etwas durchdenken und nach den Zielen fragen, die einer Technokratie natürlich völlig fremd sind. Die nicht reiche Eltern haben, von denen sie demnächst einen erklecklichen Betrag samt den damit zusammenhängenden "Beziehungen" erwarten dürfen. Ich selbst stehe wohl auch dafür, denn trotz eines akademischen Abschlusses (in den "brotlosen" Geisteswissenschaften!) habe ich keinerlei stabiles Einkommen, von einem guten Einkommen ganz zu schweigen. Jawohl! Und ich taumle dem von den arroganten Wirtschaftsbossen im Verein mit ihrem Assistenten damals geschaffenen „Hartz 4“ entgegen und werde dann Bestandteil dieser von gänzlich anderen und vollkommen entfremdeten Bezügen bestimmten Schicht sein. Ich werde mit akademischem Abschluss  in diese ganz andere Welt eingehen. Bildung wird sich nicht gelohnt haben. Jedenfalsl eine solche Bildung.  

Dienstag, 17. Mai 2016

Produktivfortschrritt

Ich wundere mich wieder einmal, dass jetzt bei Tarifverhandlungen und sonstigen Gehaltsverhandlungen von Seiten der „Arbeitgeber“ ständig damit argumentiert wird, dass die Produktivität keinesfalls in dem Maße gestiegen sei, in dem Erhöhungen geforedert würden. Im Gegenteil, die Zahl der prekär Beschäftigten ist so hoch, wie in keinem europäischen Staat. Und die Lohnfortschritte sind mäßig wie eh und je. Gleichzeitig wird aber schon mit der sogenannten Digitalisierung „4.0“ gedroht, die zu revolutionären Veränderungen der Arbeitswelt führen würde, dergestalt natürlich, dass sehr viel Arbeitsplätze eingespart werden würden. Maschinen, die durch elektrronische Abläufe gesteuert werden, tun dann die Arbeit, die jetzt noch von Hand verrichtet werden muss. Ob dies kein Produktivfortschritt ist? Ob nicht schon in den vergangenen 20 Jahren die Digitalisierung solche Effekte hervorgerufen hat? Ob es nicht, wie im öffentlichen Raum nie diskutiert wird, eine große Menge an überflüssiger Arbeit gibt, die hauptsächlich im unteren und mittleren Managment angesiedelt ist? Ob in diesem Bereich auch über „Synergien“ nachgedacht wird? Ob die „Selbstoptimierung“ des Menschen nicht lauter willfährige kleine Rädchen im Gedtriebe gezüchtet hat, die im Wirtschaftskreislauf ohne jeden individuellen Störfaktor (wie etwa eigene Meinung, Krankheit etc.) Verwendung finden? Ob diese Schicht an Menschen nicht schon lange das öffentliche Klima prägt?  

Montag, 16. Mai 2016

Vergütungen, Managergehälter, Autowelten

Und wieder einmal dringen Informationen über das weitgehend unanständige Gebaren der VW-Managerriege in Bezug auf ihre Bezüge nach außen. Dass hierbei Arbeit und Entlohnung in keinerlei Verhältnis stehen, haben die vergangenen Monate zur Genüge gezeigt. Verantwortliche lassen sich fett belohnen dafür, dass sie den größten Murks gebaut haben, den VW jemals zustande gebracht hat. Dafür werden dann Arbeitsplätze unsicher, besonders natürlich die „prekären“, die Werksverträge und die der Leiharbeiter. Die Ausgelieferten. Die der Schwachen. Die zweite Schichte der fest engagierten „Arbeiter“ und der Belegschaft  kann, wie zuletzt den Pressemeldungen zu entnehmen war, immerhin mit einer „Erfolgsvergütung“ rechnen, die die traditionell fest bei VW verankerten Gewerkschaften für sie ausgehandelt haben. Ansonsten sit wsie, wie den Beiträgen der einschlägigen "Experten" und der Börsenspezialisten zu entnehmen war, ohnehin viel zu unproduktiv und muss endlich einmal rasiert werden. Doch welche Welt entsteht, wenn jemand mit einer monatlichen Rente von 60 000 Euro aus dem Betrieb ausscheidet? Einer der alles in allem etwa Jahre gearbeitet hat und zudem noch Ansprüche von seinem vorhergehenden Arbeitgeber hat, der ihm die eine oder andere warem Mahlzeit garantieren dürfte. Wie immer, wird in solchen Fällen von „Verträgen“ und den clever ausgehandelten Bedingungen geschwafelt. Auch sind Labereien über Ansprüche und Leistungen in solchen Fällen beliebt. Die Verlautbarer in den Presseabteilungen streuen solche Dinge dann beschwichtigend übers Volk, dass dann auch prompt sehr schnell vergisst. Ob der Käufer eines VWs nicht auch Anspruch darauf hatten, dass die mitgelieferten Werte wenigstens einigermaßen stimmen? dass die EU schon viel zu lange mehrere Augen zugedrückt hat und das Kraftfahrtbundesamt samt dem seltsamen "Verkehrsminister" darin sogar seine eigentliche, von der Lobby stark geprägte Bestimmung, gefunden hat, wurde ja oft kolportiert. Ob nicht das Auto, die Marke auch für etwas steht? Ob hier nicht Paralellwelten entstehen, die mit der gesellschaftlichen Realität gar nichts zu tun haben? Aushandeln? Mit wem? Mit den Tonangebern, die ohnehin für jeden von ihnen vorgegebenen Murks verantwortlich sind und die dafür horrend fette Erfolgsvergütungen kassieren? 

Sonntag, 15. Mai 2016

Nachdenken über Annäherung

Intellektuelle aus dem akademischen Elfenbeinturm machen sich gerne in ihrer nun auch nicht mehr im vollen ökonomischen Sinne geschützten Zone (Im Wettbewerb um vom Staat geschützte und ökonomisch bedachte „Stellen“ machen sie sich gerne mit einer Flut von Veröffentlichungen und Arschkriechereien ihren akademischen Betreuern gegenüber gegenseitig übereinander her.... der Wettbewerb heißt wie überall: wer ist die/der Beste? (in Wirklichkeit: wer kann sich am besten anpassen?)) lustig über die Nichtdenker, über diejenigen, die denjenigen blind anhängen, die ihnen die Richtung zu weisen scheinen. Sie nennen dieses Phänomen gerne Populismus. Erklärungsmuster: Sich negativ abgrenzen gegenüber allem, was Populisten als fremd und unpassend empfinden, schafft Popularität. Es läuft auf das Gegenteil von Empathie hinaus. Am meisten verhasst ist ihnen in diesem Zusammenhang der Begriff der „Leitkultur“, der doch gewisse Werte aufstellt, die ins Raster dieser Diskussionsintellektuellen nicht so recht zu passen scheinen. Gewisse Eigenheiten sollen sich bei (ihrer) genaueren Betrachtung auflösen in ein unreflektiertes Geschwafel, der alles gleich und für gleich erklärt. Menschen halt. Globale Menschen. Schön könnten aber gerade die Unterschiede sein, über die wir ins Gespräch kommen könnten, die uns gegenseitig bereichern könnten, die uns neue Sichten auf die Welt ermöglichen könnten. Es könnte sein, dass nicht die Gleichmacherei uns ein Stück weiter auf dem Weg einer wohlverstandenen Globalisierung bringen könnte. Es könnte sein, dass das Staunen über andere Möglichkeiten des Erlebens und Begreifens uns gegenseitig bereichern könnte. „Das Fremde“ besser kennen zu lernen, könnte geradezu das Ziel für uns sein. Es anderen Menschen (auch der intoleranten halsabschneiderischen Art) zu vermitteln, könnte ein Ziel sein. Den Dialog erlernen. Das Diskutieren darüber. Das „Sich-Zurücklehnen“ und dann die Gemeinsamkeit finden, - nicht im Sinne eines faulen Kompromisses, sondern im Sinne eines „Gegenseitig-auf-sich-Zugehens“. Dass dies auch über fragile Übergangszustände passieren könnte, müsste natürlich Konsens sein. 

Freitag, 13. Mai 2016

Be positive!

Die Dinge positiver sehen? Sie nicht so stark an sich heran lassen? Schon ein paarmal gehört. Es scheint das dem vor allem dem amerikanischen „Be positive!“ zu entsprechen. Alles ist eine Show, in der wir uns vorspielen, wie gut doch alles ist. Ob sich dadurch etwas ändert? Ob es nicht vielmehr darum geht, die Realität, so wie sie nun einmal ist, auszuhalten? Eine eigene Stärke dafür zu entwickeln, die sich nichts einredet? Der Placebo-Effekt? In der Medizin ist das ein alter Hut. Klappt manchmal. Selbstüberlistung? Bei wem es klappt: okay, auch Lügen sind eine Wahrheit. Religiöse Gegebenheiten wie Lourdes usw. sprechen ihre Sprache. Spontanheilungen und all das. Wenn jemand glaubt, dass etwas oder ein Mittel ihm hilft, dann ist das okay. Er wird entspannt sein. Er wird eine Phantasie entwickeln, dass ihm das helfen wird. Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als wir uns das vorstellen können. Alles okay, geschenkt! Längst gefressen und sogar in das eigene Bild der Wirklichkeit teilweise mit einbezogen. Ständig einen positiven Satz wiederholen und ihn auf sich wirken lassen. Das Unterbewusste wird damit programmiert. Mal probieren, sich einzureden, das es einem jeden Tag immer besser und besser gehe. Mal sehe n, ob es dann alles besser wird. Das Unterbewusstsein wird sozusagen beauftragt, alles besser zu machen. Positives Denken. Unsere Denkmuster beeinflussen nicht nur unsere Gesundheit, sondern alle Lebensbereiche. Ohne es zu merken, führen wir ständig Zwiegespräche mit uns selbst. Durch unsere Denkmuster programmieren wir unseren Alltag. Der Geist ist in vielerlei Hinsicht der Architekt unseres Lebens. Hypnose und Selbstsuggestion sind da schlagende Argumente dafür. Es geht darum, Wahrnehmung zu verändern. Die Kraft unseres Unterbewusstseins steuert viele Lebenssituationen, unter anderem auch die Einschätzung, die wir von uns selbst haben. Und trotzdem gibt es auch viel Negatives, ist die Welt nicht nur deshalb schön, weil wir alles Hässliche ausblenden. Vielleicht gilt es, sich eingedenk all der erwähnten Dinge sich ein Bild von der Wirklichkeit zu machen, sich ihr möglichst bewusst zu werde, sich um sie zu bemühen, in all dem, wie sie ist.....Wir müssen vielleicht ihre Eigenheit in uns hereinholen, aber auch die Eigenheiten unserer Mitmenschen, ihre Brutalität und ihren Hass. Wir müssen uns vielleicht dessen besser gewahr werden. Es ist ein Bemühen.

Donnerstag, 12. Mai 2016

Dienstwagen

Ob das nicht auch eine gewisse Abgehobenheit signalisiert? Ob das eigentlich der Glaubwürdigkeit förderlich ist? Es gab wieder einmal Überblicke und es war bei etlichen Anlässen im TV zu sehen, welche Dienstwagen Ministerinnen und Minister fahren (lassen). Das am meisten genannte und offensichtlich am meisten genutzte Modell war ein AUDI Quattro 3.0 8-Zylinder TDI (also Turbodiesel). Ob das nicht für sich spricht? Diesel? (8-Zylinder). Gerade jetzt? Etwa beim Elektroautogipfel wurde es gerne vorgeführt. Ob das nicht ein Symbol dafür ist, wie weit diese Angehörigen der Politikelite von der Wirklichkeit ihres Wahlvolkes entfernt sind und in welcher Welt sie leben? Er habe keinen Bock auf die Holzbänke eines VW Golf, gab einst Peer Steinbrück zu Protokoll. Frau Hendricks als Ministerin des Ressorts Umwelt lässt offenbar auch eine solche 8-Zylinder Diesel-Kiste fahren, die nicht gerade als ober-umweltfreundlich gelten kann. Verkehrsminister Mister Dobrindt hingegen lässt naturgemäß einen BMW 730 fahren. Dass diese Diesel, besonders diejenigen mit hohem Hubraum, die Umwelt besonders verpesten sollen, ist ja derzeit Gegenstand der Diskussion. Luft verpesten heißt ja auch: Dieselmotoren greifen mit ihren ausgestoßenen Nano-Partikeln massiv die Gesundheit der Bevölkerung an. „Sondergeschützte“ Limousinen großen Hubraums, wie sie Oberwichtigs wie etwa Gabriel, Schäuble, von der Leyen usw. fahren lassen, tun dies im Übrigen noch viel mehr. Das politische Personal scheint solche Statussymbole unbedingt zu brauchen und begründet diesen Umstand gerne mit langen Dienstfahrten, dringend zu verrichtender Büroarbeit und der Notwendigkeit, als Angehöriger der Bundesregierung in einer entsprechenden Limousine vorfahren zu wollen. Wenn man davon ausgeht, dass in Deutschland das Automobil noch immer ein Statussymbol ist, dann drückt sich wohl in dieser Uniformität, die sich übrigens bis auf die Ebene der Landräte hinabzieht, auch so etwas wie eine Geisteshaltung aus, die unter anderem wohl ein starkes Protest- und Politikverdrossenheitspotential befördert. Dies wiederum fördert letztlich einen Populismus schlimmster und verlogenster Sorte.   

Dienstag, 10. Mai 2016

Chaos und ökonomische Ordnung

Der Mensch lebt auch (!!!) aus dem Chaos, aus dem Ungeordneten heraus. Das Nichtwissen, das Staunen, könnte ein Bestandteil seiner Existenz sein. Vielleicht sogar ein wesentlicher. Das ist unter Umständen weit entfernt von der Industrie 4.0, die uns jetzt angekündigt ist und die die Wirtschaft total umkrempeln will, indem sie Arbeitsplätze abschafft und die Produktivität massiv erhöht. Die Wirtschaft umkrempeln! Mit dem Menschen ist das einstweilen noch etwas schwieriger. Da ist das Problem der Akzeptanz. Aber da sind ja jetzt schon die Armbänder, die ein Feedback geben und einem beibringen, was es bedeutet, sich gesund zu bewegen im Alltag und seine Gewohnheiten dadurch zu optimieren. Alles ist ja nur ein technologisches Problem. Und die Menschen machen ja jetzt schon vieles freiwillig: Sie messen über Armbanduhren, die sie dann gerne „Wearables“ nennen, ihren Puls und ihren Kalorienverbrauch. Ob das nur ganz bestimmte Leute sind? Wohin die Daten gehen? Und was passiert, wenn jemand, eine Institution oder ein Unternehmen, Zwang dahinter setzt und gestützt durch seine red- und schreibseligen PR-Arbeiter ein unbedingtes Muss einfordert? Wenn es erst um geldwerte Vorteile und dann um die Nachteile dessen geht, der nicht mitmacht? 

Montag, 9. Mai 2016

Erkenntnismuster light, kommerziell und politisch getönt

Das Muster ist doch immer dasselbe. Da beschreibt einer, wie beschissen doch alles in einer bestimmten Hinsicht ist. Alle sind falsch, nur ich habe recht, so die Ausgangsposition. Es ist halt ein Labyrinth der Ahnungslosen, der Unwissenden und falsch Handelnden. Er als Wissender (oder Besserwissender) freilich kenne die wahre Erklärung und den damit verbundenen Ausweg. Er erkläre glaubhaft die Welt. Damit das möglichst einfach erscheint, führt der darüber stehende Guru, Weltblicker und wahrhaft Wissende nun alles und jedes auf ein einziges ein dahinter stehendes Gesetz zurück, auf ein Erklärungsmuster, das auf viele Situationen passt. Wer dies (vom Wissenden als Lösung Gepriesenes) weiß, frisst oder trinkt, wird bei den Geheiligten sein, bei denjenigen, die gerettet sein werden vor aller Unbill, die dem Jammertal ihrer Existenz entfliehen werden. An einem oder mehreren Beispielen erklärt er seinen Schlüssel zur Welt, der als einziger erst ein optimales (oder zumindest: ein „besseres“) Erkennen und Handeln ermöglicht. Er geht dabei vom Allgemeinen (das heißt, sein Muster steht in einem größeren Zusammenhang) zum Besonderen. Seine Welterklärungstheorie bricht er herunter auf einen bestimmten Einzelfall, der sein Muster besonders gut darlegen soll. Das soll seine Sicht anschaulicher werden lassen. Es geht nun darum, dem Rezipienten (dem Zuhörer, Leser, Zuschauer) die eigene Lösung als den neuen und über einige Anstrengungen zu erwerbenden (Kursteilnahme, Buchkauf, Statuserwerb, oft mit finanziellem Aufwand verbunden) Schlüssel zu „verkaufen“, eine Anhängerschaft zu gewinnen, die oft genug bereit, solch messianische Selbstsicht mit finanziellem Gegengewicht zu kompensieren. 

Sonntag, 8. Mai 2016

Durchlässigkeiten, Inkontinenzen

Jawohl, wir sind für Freiheit und Selbstbestimmung. Wir sind für Demokratie, Partizipation und wollen der Welt etwas zeigen. Wir gehen voran und schaffen Hoffnung. Leidenschaftlich. Doch leider gibt es da dunkle Flecken: Es ist jetzt bekannt geworden, dass die frühere EU-Wettbewerbskommissarin Kroes beim umstrittenen Online-Fahrdienst anheuert. Nun ja, so etwas scheinen EU-Wichtigs regelmäßig zu machen: den direkten Schritt von der Politik in die Wirtschaft. Meist labern sie dann auch etwas von der Durchlässigkeit zwischen Wirtschaft und Politik. Viele haben zeitlich auch kaum eine Pause zwischen neuer und alter Tätigkeit gelassen: es könnte einem ja etwas Finanzielles entgehen. In Frankreich gab dieser Online-Fahrdienst vorerst wegen gewaltätiger Proteste der Taxi-Fahrer auf. Was aus der Vergangenheit kolportiert wird: Dieser Fahrdienst scheint dort von zahlreichen Präfekturen verboten worden zu sein, hat aber diese Verbote ignoriert. Es geht um Haftung und staatliche Auflagen aller Art, die nach offizieller Lesart die Kunden schützen sollen. Dass sich nun eine ehemalige EU-Komissarin in den Dienst dieses Fahrdiensts stellt, ist nicht explizit verboten, scheint aber typisch und nährt Zweifel. Doch vom aktuellen EU-Kommissionsboss Juncker ist ja auch Luxleaks überliefert, eine Folge von krasser Bevorteilung großer Unternehmen, die er als Regierungschef ja wohl befördert hat. Irgenwie. Irgendwo. Wohlgefällig. Einer trickst den anderen aus in der EU. Oft mit Steuervorteilen, es geht aber auch anders. Und unsere Bundestagsabgeordneten kassieren in der Privatwirtschaft munter mal sechsstellige Honorare, wenn sie nichtssagende Vorträge halten. Auch gut honorierte Tätigkeiten als Berater sind bei ihnen beliebt. Die einfach Abgeordnetendiäten könnten ja nicht ausreichen, um sich eine warme Mahlzeit zu leisten, sorgen sich da besorgte Geister. Aktuell gibt ja wohl das Glyphosatding zu großen Sorgen Anlass. Die Studien, die Glyphosat-Unbedenklichkeiten bescheinigen sollen, haben ja wohl auf direktem oder indirektem Wege Großkonzerne veranlasst. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Unschöne Vorgänge, nicht zuletzt zunehmende Erfolge von Populisten, lassen zusätzliche Zweifel entstehen. Mir scheint, wir müssen uns jetzt zusammenraufen und Europa aus dem Dreck ziehen.

Freitag, 6. Mai 2016

Erleuchtung

Der buddhistische Mönch und viel gelesene Autor Matthieu Ricard sagte im Fernsehen zur Frage, was es heißt, erleuchtet zu sein: „Erleuchtet - oder erweckt. Es heißt, der Buddha sei aus dem Schlaf der Unwissenheit erwacht.Unwissenheit ist eine Verzerrung der Realität, nämlich zu denken, dass die unbeständigen Erscheinungen beständig seien. Dass sie eine eigentliche Existenz besäßen, zu denken, dass es ein eigenständiges Ich im Fluss des Bewusstseins gäbe. Dies alles ist eine Verzerrung der Realität. Diese Verzerrung kann allmählich zum Leiden führen“.

Mittwoch, 4. Mai 2016

Ersatzkriege als Unterhaltungsspiele

Da befleißigt sich solch ein abgezockter Fußballprofi, wie ich das schon oft auf Pressekonferenzen verfolgt habe, einer martialischen Ausdrucksweise: ein „Krieg“ sei das kommende Spiel und man werde kämpfen bis hin zum Sterben. Nun ja, ist das Berechnung oder meint der das tatsächlich so? Fußballspiele und ähnliche Sportspektakel sind ja längst in Ersatzkriege ausgeartet. So mancher „Fan“ meint ja auch, es gelte ausschließlich die „eigene“ Mannschaft anzufeuern. Alles andere sei langweilig. Es geht also nicht oder sehr wenig um den Fußball, sondern darum, dass die „Eigenen“ siegen. Nur, wer sind „die Eigenen“? Angeheuerte Fußballlegionäre, die als gute Profis für den spielen, der am meisten Geld gibt? Oder Gewächse des Vereins, die tatsächlich ihre Identität daraus beziehen, ihren Lebenssinn sogar, dass sie für einen bestimmten Verein spielen und für keinen anderen? Die Antwort liegt ja wohl nahe. Fußballspieler sind also die modernen Gladiatoren, die dem Publikum auf den Rängen (und vor allem: vor den Fernsehgeräten!) vorführen, wie sie sich in Ersatzkriegen für Vereine zerreißen. Ersatzkriege als tribalistische Unterhaltung. Kräfte messen im Krieg light. Umbringen, töten. Vernichten. Fertig machen. Zerlegen.
Ob es da nicht ein bisschen ein Doppelspiel gibt? Ob der Verein in diesem Zusammenhang nicht scheisegal ist, sondern nur das Geld zählt? Ob das echtes Profitum bedeutet? Ob das die Anhängerschaft rafft? Es gibt in diesem Zusammenhang wohl keine Identitäten, sondern nur ein Anheuern dort, wo es am meisten abzugreifen gibt. Das Professionelle daran mag darin liegen, dass dies das absolut selbe wie in „der Wirtschaft“ bedeutet. Leitende Angestellt heuern dort an, wo sie am meisten Geld verdienen und möglichst gute Boni oder "Benefits" kassieren können. Der Inhalt dessen, was sie tun, ist dabei oft austauschbar. So, wie die Güter, die in Konzernen produziert werden, möglichst aus logistischen Gründen austauschbar und lange lagerbar sein sollten (um die Globalisierung mit ihren Folgen sicherzustellen!). Für Markenidentitäten sorgen dann die Marketingstrategen mit ihren Tricks. 3 D-Drucker werden freilich in Zukunft die Herstellung von Gütern ganz anders und sehr viel „individueller“ gestalten.

Dienstag, 3. Mai 2016

Politischer Alltag

Jetzt kommt heraus, dass der Handelskonzern Edeka nun doch Stellen abbauen will – und vielleicht auch kann. Stimmt das? Dabei hat doch der Wirtschaftsminister vollmundig nach seiner unlängst gegen alle Widerstände verfügten „Ministererlaubnis“ zur Fusion bzw. Aquisition zwischen Edeka und Kaiser's erklärt, dass in den nächsten Jahren die Arbeitsplätze dort sicher seien. Ob er sich dabei ein bisschen hat austricksen lassen? Das Desaster mit TTIP, dessen eifrigster Fürsprecher er ist, ist nach der Offenlegung des Scriptes und dem TTIP-Leak ja wohl sowieso klar (Greenpeace sei dank!). Eine Kampagne hinter der Offenlegung zu vermuten, könnte etwas zu primitiv sein. Die Schiedsgerichte und Sonderklagerechte für Konzerne mal außen vor gelassen: Am besten sollte man die Verhandlungen abbrechen, ist doch klar. Arbeitsplätze und "Wachstum" (nichts ist bewiesen...) hin oder her. Nicht mal eine abgespeckte Version würde sicherstellen, dass man sich nicht hat (bei der EU auch: willentlich) austricksen lassen. Da ändert der charmante Auftritt des US-Präsidenten hierzulande bei der Hannovermesse nichts. Dass in Brüssel bei der EU sowieso nur Lobbyisten sitzen, die heftigen Einfluss auf die Abgeordneten nehmen, ist ein Verdacht, den man wahrscheinlich haben kann. Von dieser Seite ist bei TTIP wohl nichts anderes zu erwarten als globaler multinationaler und durch die EU gefilterter Konzernlobbyismus. Der Verdacht hatte ja bisher schon bestanden, dass TTIP für Europäer nichts taugt. Ein riesiger Konstruktionsfehler ist ja außerdem von vornherein, dass Verhandlungen, die den Alltag Europas massiv beeinflussen, geheim geführt werden müssen. Transparenz? Nö, nicht hier! Hm, ob da etwas schief läuft? Dass der Kauf von Elektroautos einer Branche, die glänzend verdient hat und trotz bei einem ihrer nicht unwesentlichen Mitglieder nachgewiesener betrügerischer Machenschaften noch immer verdient, mit einem stattlichen staatlichen Zuschuss unterstützt wird, während gleichzeitig eine Studie offenlegt, dass die abgesenkte Rente in Zukunft einen Großteil der arbeitenden Bevölkerung in die Altersarmut entlässt, ist ja wohl ein weiterer Skandal. Ob der Wirtschaftsminister seine SPD nach längst gesunkenen Umfragewerten da vollends an die Wand fährt? Ob diese etablierte Politik überhaupt noch etwas mit dem Alltag der Leute zu tun hat?  

Montag, 2. Mai 2016

Zahlungsströme

Das kann doch nicht wahr sein! Das strukturiert unseren Alltag massiv, gibt ein Gefühl dafür, was oben und unten ist, gibt Orientierung und Statuseinschätzung - wenn auch negativ. Da soll der Ex-VW-Top-Manager und Verantwortungsgeneralversager Martin Winterkorn angeblich noch 28 Millionen Pension erhalten, eine Zahl, die ich bereits weit vor dem jetzigen Zeitpunkt hier im Blog genannt hatte. Trotzdem ist sie so unglaublich, dass ich wie viele andere „Konsumenten“ letztlich daran gezweifelt hatte. Etwaige Winkelzüge und rechtliche Einrichtungen hätten die wahre Summe ja reduzieren können, es hätte ja alles anders ausfallen können. Doch jetzt geht die Summe wieder durch die Öffentlichkeit. Welche Einschätzungen da wohl dahinter liegen müssen? Etwa die in den Medien immer wieder genannte Behauptung: Vertrag ist Vertrag? Und wo bleiben bei solchen Deals die vom Skandal Geschädigten? Hat, wer einen VW gekauft hat, nicht auch einen Verkaufsvertrag abgeschlossen, der ihm den Erwerb eines besonders umweltfreundlichen Diesel-Autos garantiert hat? Vertrag ist Vertrag? Kleingedrucktes? Zugunsten der Tonangeber und dominanten Bestimmer?
Die massiven Unterschiede im Umgang mit den Kunden zwischen USA und Europa bleiben auch (Wieso eigentlich TTIP?). Ob das alles dem Image förderlich ist? Und zudem tricksen Besitzende in dieser Gesellschaft, wie jetzt den Panama-Enthüllungen zu entnehmen war, indem sie ihre Kohle in Steueroasen schaffen, wo das Geld dann „sicher“ vor dem Fiskus und vor allen anderen ist. Schäuble wirft jetzt zum wiederholten Mal Nebelkerzen, indem er Deals mit dem Staat Panama macht und auf einen von ihm natürlich nicht genannten Druck hin ein Austrocknen der Oase gelobt. Wobei es ja doch klar ist, dass es viele solcher „Steueroasen“ mit noch mehr solcher seltsamer Anwaltsbüros und Anbahnungseinrichtungen gibt. Die bekannteste dieser Offshore-Paradiese dürfte wohl Cayman-Islands sein, die von Großbritannien verwaltet wird. UK? Großbritannien? Brexit? Cameron? War da was?...... Ob die EU da nicht schon längst hätte etwas aktiver werden müssen? Oder können? Wieso eigentlich nicht? Verträge? Ach! Auffällig dabei ist, dass bisher noch keine Politiker aus den USA und aus Deutschland in diesem Zusammenhang aufgetaucht sind. Was da wohl dahinter steckt? Tatsache ist, dass es im Zeitalter des Internets, der Datenkomprimierung und der Whistleblower schwierig ist, Informationen auf die Dauer zu unterdrücken. Da mögen noch so viele Gesetze in der EU beschlossen werden und großkotzige Rechtsanwälte an die Front geschickt werden. Gibt es eigentlich "legalen Betrug"? Das wäre natürlich nicht rechtsstaatlich. 

Sonntag, 1. Mai 2016

Ziele und Werte

Parteien sondern Glaubenssätze ab, geben Versprechungen und lösen nichts ein, weil es dann doch wieder nicht passt, weil die Realpolitik wichtiger erscheint und weil andere Notwändigkeiten gegeneinander abgewogen werden. Protest und Abwiegeln. Eliten steigen auf und ab. Das Gute und das Böse, das Falsche und das Richtige erscheint als eine Übereinkunft dieser Machteliten, die sich selbst dazu erklärt haben. Recht hat nichts mit Gerechtigkeit zu tun, sowieso. Es ist alles ein einziges technokratisches "Können". Ingenieure des Konsums. Ingenieure des Kosmos wie Stephen Hawking. Es ist ein einziges Delegieren an "Experten". Outsourcing. Verstehen wird fremder. Permanente Werbung. Gesellschaftliche Durchlässigkeiten und Möglichkeiten verschwinden, ein Ziel ist nicht mehr erkennbar.Wer da nicht mitmacht, ist schnell Außenseiter, sollte schleunigst Umkehr betreiben, sonst droht ihm Abstieg, Ausgrenzung und Verachtung. Was ist das für eine Welt? Wollten wir mal vorangehen? Was ist geblieben? Ein VoRWEg gehen? Wer gibt das Manual, das Handbuch, das Drehbuch dazu? Wo ist die Richtung? Alte Phrasen dreschen, Andere ausnehmen, uns gegenseitig ausnehmen und mehr oder weniger smart ausbeuten: Wer will das organisieren? Die Freie Marktwirtschaft? Der Neoliberalismus? Allerlei daran hängende Dogmen? Wer kann sich leisten, die Augen aufzumachen und etwas zu registrieren? Sich gewahr werden. Sich bewusst werden, was geht? Wer will all die Ausreden akzeptieren? Im Wettbewerb mitkommen, wo siedeln wir das an? Über allem? Sogar Menschenrechten? Was ist uns das noch wert? Was ist überhaupt wert? Ein Wert? 

Freitag, 29. April 2016

Beschleunigung

Dieselgate, Flüchtlinge oder Asylanten, Terror, wieder Dieselgate, Panama Papers, Böhmermann, Dieselgate mit Managerboni...dazwischen ein bisschen Rente bzw. Altersarmut, Auto, Elektro, Zinsen, FIFA, DFB, Fußball und gestorbene Rockstars....: unsere Wahrnehmung kommt da kaum noch mit. Schlagzeilen. Events. Ob sich das alles beschleunigt hat, ob sich da ein Tempo, eine zunehmende Geschwindigkeit unmerklich in unsere Gehirne geschlichen hat? Auf Durchzug gestellt? Hauptsache, die Kohle stimmt! Der Autokonzern ist jetzt überraschend wieder der Größte und die Rente sei sicher, lassen Nachrichtenmoderatoren, Internetseiten, Fernsehgesichter und Wichtigs allüberall verlauten. Alles weiter so? Ob sich da ein Tempo selbständig und immer selbständiger macht? Rechtschreibfehler schleichen sich überall ein, die Grammatik stimmt nicht, Brüche werden kurz sichtbar, Grotesken erstehen unvermittelt: ob's der Profit und die Rentierlichkeit, Personaleinsparung, das Ausmerzen von Menschen als Kostenfaktoren, der Wechsel der "Formate" ist? Was wohl dahinter steckt? Ob wir da noch etwas richtig verstehen, mitkommen, ob die Folge der "Aufreger" oder der "Kick" sein soll? Sein muss? Die kurzfristige Empörung, Betroffenheit? Alles vorbeiziehen lassen, schauen, wo man selbst bleibt: ob das eine Lösung ist, eine Art, damit umzugehen? Ob wir da noch Empathie entwickeln können? In andere Welten kriechen, die mit 15 Mio Euro Wechselprämie ausgestattet sind, in der Parteien Spiele spielen, die sie dann Demokratie nennen? Macht- und Ränkespiele, Kriege, Tod, Mord und allerlei PR-trächtiges Gebaren, Show, falsches Lächeln und hohle Versprechen? Man ist umschwirrt und soll sortieren. Ab wann ist man überfordert? Was ist angesichts dessen Zeit? Wo ist sie? Spüren wir, wie sie durch uns hindurch geht? Wie wir uns darüber verbrauchen? Fragen bleiben, nichts als Fragen. Gedanken über ihre Beantwortung stören da nur.....Gewisse Abschnitte unserer möglichen Antworten würden Teile der Bevölkerung ohnehin nur verunsichern..... 

Donnerstag, 28. April 2016

Vision

Hinausgehen auf eine Lichtung, die noch jenen Tau des Morgens trägt, der überall zu spüren und einzuatmen ist. Alles neu, alles ein Anfang. Alles Licht. Alles eine einzige Empfindung, ein Eindruck, der sich in dir ordnet..... Nichts, was du aus der Vergangenheit oder deiner Umwelt mitnehmen musst. Nichts belastet. Nichts, was bremst. Nur du. Es genügt. Eine Entdeckung. Eine Erfahrung. Offen sein. Ohne Angst. Offen sein dürfen. Kein Hunger. Von allem genügend da. Nicht zu viel. Nur so viel, um es alles zu vergessen. Sich fallen lassen in diesen Moment. Eins mit ihm werden. In Zeitlosigkeit. Unendliche Leichtigkeit. Zuspruch, Zärtlichkeit, Liebe. Schönheit. Bewusstsein. 

Mittwoch, 27. April 2016

Elektro-Autokratie

So so, eine Kaufprämie für Elektroautos wollen sie ausloben, die Dame und die feinen Herren, und steigen danach in die ganz fetten Limousinen mit dem stark ausgeprägten Spritverbrauch, die zudem ein chronisch unterbezahlter Fahrdienst (der des Bundestags...) mit Chauffeuren bestückt. Den Industriestandort wollen sie mit ihrer Prämie aus Steuergeldern und Industriegeldern stärken, denn nur einer, der kräftig genug ist, seine ökologischen und sozialen Aufgaben zu meistern, wird auch imstande sein, diese durchzusetzen, so habe ich jetzt mit einem Ohr die Pressekonferenz der Parteigranden und Politwichtigs verfolgt. Nun, aus den EU-Kreisen ist angesichts des Einflusses der Autoindustrie durchaus anderes zu vernehmen. Da werden von den deutschen Wirtschaftshorsts auch gerne mal ein paar ökologische oder soziale Aufgaben zugunsten eines „Wachstums“ vernachlässigt. Auch erscheinen ein vor allem aus Braunkohlekraftwerken kommender Strom, das mangelhafte Versorgungsnetz und die schlechte Reichweite der Elektrofahrzeuge doch ein wenig zu bremsen. Es geht ja wohl um die Energiebilanz, - oder? Vom Skandal um die Abgasschummeleien mal ganz zu schweigen: ob wohl die europäische und ganz besonders die deutsche Aufsichtsbehörde diese Schummeleien auch mit rechtlichen Konsequenzen aufgedeckt hätte? Hm, diese Zweifel nähren Zweifel an der Parteienlandschaft, die diese Minister stellt. Ein Kanzlerkandidat der Vergangenheit meinte ja wohl auch im Tone der Empörung, ob er denn auf den harten Sitzen eines VW Golf sitzen solle.......Nicht nur solche Überheblichkeiten (die seine Partei gerne als „Ecken und Kanten“ verkauft hätte...) haben ihn und seine Partei wohl abstürzen lassen. Ob das etwas zeigt? 

Dienstag, 26. April 2016

Show und Umgang

Der Obama macht tatsächlich sehr viel mit seinem persönlichen Charme. Das war jetzt wieder bei seinem Deutschlandbesuch zu sehen. Wenn er weg ist, wird man wissen, was da fehlt. Eine Lockerheit, die sogar den Humor gut spielt. Easy. Dabei geht es natürlich auch um Interessen. Aber dafür sind Politiker ja da. Sie vertreten Interessen. Das wäre ihnen kaum vorzuwerfen. Man sollte nur wissen, welche. Es geht darüber hinaus ja wohl auch ein bisschen um das „Wie“. Klar, dass alles Showbusiness sei, hat nicht nur Hollywood erfunden, sondern viele viele Jahre zuvor auch William Shakespeare. Die zahlreichen Einlassungen wichtiger „Experten“ haben ja die entsprechenden Zitate bis zum Abkotzen wiederholt. Der Mensch will getäuscht werden. Wenn er aber weiß, dass er getäuscht wird, dann scheint alles halb so schlimm. Schlimm nur, dass viele Politiker um uns herum meinen, es wirklich ernst zu meinen und das dann ihrem Wahlvolk vorspielen. Womöglich wissen sie selbst nicht ganz genau, was sie wirklich meinen. Das alles macht es manchmal lästig und anstrengend, mit solchen Leuten umzugehen und ihre Sprüche zu hören.

Montag, 25. April 2016

Rente mit 70

Ich gehe noch einmal in Gedanken die Stimmungen und Meldungen der vergangenen Woche durch und stelle fest, dass Rente, bzw. Altersarmut ein Wahlkampfthema werden wird, auch wenn interessierte Kreise es dazu nicht kommen lassen wollen. Der Bundesfinanzminister schlägt offenbar zeitlich gut abgestimmt dazu eine Rente mit 70 vor, während seine Kabinettskollegin eben die Rente mit 63 teilweise eingeführt hat und eine Rente mit 67 für alle "normalen" Beitragsdeppen teilweise Gültigkeit zu haben scheint (jedes "Gesetz" kennt Ausnahmen...). Zudem soll das ganze Rentensystem von Politikern ohnehin in zweckfremder Weise (für politische Maßnahmen anderer Art) missbraucht worden sein, wogegen sich die Politikerkaste natürlich mit allen im Voraus formatierten Begründungen heftig wehren würde. Was ist da los? Wo leben diese Leute? In welcher Welt glauben sie zu agieren? Gerade in krisengeschüttelten Branchen, in denen besonders viel entlassen wurde und wird, stellt leider kein einziger Konzern Personen jenseits des 50. Lebensjahres ein: zu alt, zu wenig leistungsbereit, zu anspruchsvoll, so müssen sich diese Menschen von Profit-Dynamos regelmäßig begrinsen lassen (auch wenn in den Medien gerne gegenteilige „Erfolge“ verkündet werden!). Sie sind jenseits der 50 de facto „altes Eisen“, auch wenn die Politik und ihre wohlausgestatteten Vertreter noch so viele rhetorische Klimmzüge unternimmt (Der Finanzminister selbst ist lebensaltersmäßig natürlich weit jenseits der 50, auch der 60, kann aber eine ziemlich satte Politikerpension erwarten und hat sich auf diese Weise von allen drückenden Sorgen befreit...). Ob solche Seltsamkeiten, solche Kaspereien und teuren Komikereinlagen etwas mit der grassierenden Politikverdrossenheit zu tun? Welche Interessen werden hier eigentlich verfolgt? Die des Wahlvolks? Oder werden gar Positionierungen hinsichtlich des Lebensalters versucht, um die einen gegen die anderen auszuspielen? Ob die gestiegene Wahlbeteiligung angesichts solcher merkwürdiger Vorgänge wohl eher etwas mit dem Auftauchen einer neuen Partei zu tun hat, die Unzufriedenheiten aller Art und Protestpotential (auch wenn immer wieder gerne behauptet wird, sie würde mit Protest und grassierenden sozialen Ungerechtigkeiten nichts zu tun haben) gerne als Wahlstimmen abfischt? Und haben demographische Zahlenspiele, die immer wieder dilettantisch bemüht werden, auch etwas mit bestimmten Interessen zu tun? Ist wohlverstandene Statistik etwas, was genaue Aussagen zu menschlichen Gesellschaften über weite Zeiträume hinweg zulässt?

Samstag, 23. April 2016

Rosenfragment

EINE ROSE IST EINE ROSE
wenn Du all die Kopien vergessen hast, die du immer versucht hast
um dabei zu sein, egalbei was, nur dabei sein
du hast jetzt keine Angst mehr vor dem Außerhalb#um von dort hinein zu blicken
in das Räderwerk der Begründungen
der gierigen Begattungen und Beschaffungen, der fremden Herrschsüchte, der Verkaufsaktionen
des Imponiergehabes von werdenden Skeletten
der Lächerlichkeiten, der falschen Meldungen über eine Wirklichkeit
von der niemand eine Ahnung hat,
bleib gesund und munter, - wofür?
Für den coolen Fall in die Grube?
Sie werden dich verbrennen, sie werden Platz schaffen für andere
deine Schwäche wird nicht deine Stärke sein, nein
und die Welt ist auch nicht ein Lächeln
oder das Tier in Dir, das automatisch und unschuldig ausschachtet
du entdeckst, dass du für dich verantwortlich warst und geworden bist
Eine Rose ist eine Rose – auch dies ist keine Lösung
du schaffst es ins Endspiel und du verlierst es

wie jeder

Freitag, 22. April 2016

Glauben on the Rocks

Es scheint, als sollte diese Gesellschaft spätestens mit dem Erscheinen von Phänomenen wie dem Internet mehr Transparenz nötig haben. Natürlich wurde in der alten DDR noch alles in Hinterzimmern unter denen ausgekungelt, die sich für wichtig hielten. Natürlich ist das in diktatorischen Gesellschaften noch heute auf allen Kontinenten so. Dort scheint einer die Richtung vorzugeben und alle folgen ihm. Führerprinzip. Schließt auf neuzeitliche aber mittlerweile auch längst überholte Weise an die alten Zeiten der Monarchien an. Damals gab es auch keine Transparenz, keine Kommunikation, dort kamen die großen Veränderungen von oben. Sie schienen einfach zu kommen wie ein Gottesurteil. Gott? Der spielte mit seinen religiösen Statthaltern natürlich auch mit. Den Leuten war ja alles zu verklickern. Sie GLAUBTEN es. Der Glaube bestimmte das Dasein. Kirchenmalereien machten es für jeden begreifbar. „Das Jüngste Gericht“ usw. Heute ist das das jüngste Gerücht geworden. Tolles Wortspiel, nichtwahr? Stimmt aber. Das Ungefähre regiert. Das Glauben. Meinen. Das aus dem Strom der Informationen heraus Leuchtende. Firmen, Unternehmen und ihre Werbeherolds haben das natürlich längst erkannt und hängen sich dran. Es gilt die kommerzielle Botschaft. Sie kommt oft aus der Verdummung und der Beeinflussungstechnologie. Wie bei den Nazis. Sie will verführen. Über dumpfe Reflexe regieren und darüber Aktionen herbei führen.

Donnerstag, 21. April 2016

Beeinflussungsstrategien

Es scheint, als sollte diese Gesellschaft spätestens mit dem Erscheinen von Phänomenen wie dem Internet mehr Transparenz nötig haben. Natürlich wurde auch in der alten DDR noch alles in Hinterzimmern unter denen ausgekungelt, die sich für wichtige Bestimmer hielten. Natürlich ist das in diktatorischen Gesellschaften noch heute auf allen Kontinenten so. Dort scheint einer die Richtung vorzugeben und alle folgen ihm. Führerprinzip. Schließt auf neuzeitliche, aber mittlerweile auch längst überholte Weise, an die alten Zeiten der Monarchien an. Damals gab es auch keine Transparenz, keine Kommunikation, dort kamen die großen Veränderungen nur von oben, wurden nach unten durchgedrückt. Sie schienen einfach zu kommen wie ein Gottesurteil. Gott? Der spielte mit seinen religiösen Statthaltern natürlich auch mit. Den Leuten war ja alles zu verklickern. Sie GLAUBTEN es. Der Glaube bestimmte das Dasein. Kirchenmalereien machten es für jeden begreifbar. „Das Jüngste Gericht“ usw. Heute ist das das jüngste Gerücht geworden. Tolles Wortspiel, nichtwahr? Stimmt aber. Das Ungefähre regiert. Das Glauben. Meinen. Das aus dem Strom der Informationen heraus Leuchtende. Firmen, Unternehmen und ihre Werbeherolds haben das natürlich längst erkannt und hängen sich eifrig dran. Es gilt die kommerzielle oder die politische Botschaft. Sie kommt oft aus der Verdummung und der Beeinflussungstechnologie. Wie bei den Nazis. Sie will verführen. Über dumpfe Reflexe regieren und darüber Aktionen herbei führen.  

Dienstag, 19. April 2016

Neiddebatte

„Neiddebatte“. Es ist ja ein gängiger Reflex, dass alle und jede Diskussion zum Thema Einkommensverteilung und Vermögen schnell unter dem Stichwort „Neidreflex“ oder „Neiddebatte“ abgewürgt wird. Nun sollte an dieser Stelle klar zwischen personenorientierter und strukturenorientierter Debatte unterschieden werden. Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob ich über ganz bestimmte Personen oder über Strukturen diskutiere, die hinter gewissen Entwicklungen stehen, die diese Personen wohl begünstigt oder zumindest beeinflusst haben. Diese Personen selbst sind jemanden wie mir völlig egal. Sie sind nur lächerliche arme Würstchen und als Rädchen in einem Gesamtgetriebe interessant, als dem Ganzen ausgelieferte Personen, die ein gewisses Bild von sich selbst pflegen und sich nach gewissen sozialen Spielregeln verhalten. Diese Regeln sind durchaus veränderbar, im Gegensatz zu anderslautenden Behauptungen. Ob die öffentlichen Haushalte eine angemessene Ausstattung haben, wie der Staat und seine Organe damit umgehen, in welchem Zusammenhang mit dem Thema „Geld“ und Neid mit dem Thema Arbeit, Sinn und persönliche Entfaltung stehen, solche Fragen scheinen da zusehends in den Hintergrund zu treten. Wie wäre es im Austausch mit einer „Neiddebatte“ von einer „Gierdebatte“ zu reden? Dass die Klasse der „Manager“ viel zu viel verdiene, sei Sache der Wirtschaft und keinesfalls eine der Grundansichten von Gesellschaft, schon gar nicht der Politik – so heißt es gerne. Die einzig maßgeblichen Fdaktoren seien dabei Angebot und Nachfrage. Ob eine solche Ansicht von der Vision eines tatsächlich „freien“ Marktes ausgeht? Ob nicht neben dem vielgescholtenen Staat und seinen Möglichkeiten sehr viele Faktoren auf den „Markt“ einwirken, unter anderem auch welche der sozialen Herkunft, der Werteorientierung, der „vertikalen Durchlässigkeit eines Gemeingebildes“ und anderer Faktoren? Nicht nur nach soziologischen Einschätzungen könnte dies ja so etwas wie den Motor einer innovativen Entwicklung ausmachen. Ob die vielbeschworene „Vernetzung“ (also das „Networking“) an dieser Stelle nicht eine gewaltige Rolle spielt? Ob sich da innerhalb einer „Klasse“, einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten, nicht eine Kumpelmentalität breit machen kann? Oder ob gar die Machtfrage ganz generell eine wichtige Rolle spielt? Wird man „freie Marktwirtschaft“ und gerechte Verteilung innerhalb einer Gesellschaft so rigide auseinander dividieren können? 

Sonntag, 17. April 2016

Bio-Hacking

„Bio-Hacking“ war das ganz große Ding auf der diesjährigen CeBit, die ja nun auch schon ein paar Tage her ist. Sich einen kleinen Chip (immerhin auch 1 cm lang) unter die Haut jagen lassen und dann damit angeben, was der alles kann, das war angesagt. Jeder Redakteur irgendeiner angesagten Elektronikklitsche musste so ein Ding haben und dann mit leuchtenden Augen erzählen, wie das Ding die Haustüre aufmachen kann und was es in Zukunft noch so alles können wird. Nun ja, viel interessanter erschien mir der medizinische Einsatz, der unter anderem Gelähmten neue Möglichkeiten eröffnen kann, indem nämlich das Rückenmark auf diese Weise umgangen werden kann. Nur durch die Kraft der Gedanken wird ein „Patient“ nach der Interaktion mit dem Computer seine Gliedmaßen wieder bewegen können. D.h., das ist schon in Gange und der Computer lernt anhand einer Portion künstlicher Intelligenz relativ schnell dazu. Aber auch das Kino, das ja ohnehin unsere kollektive Traummaschine ist, ist schon längst in Richtung „Bio-Hacking“ voraus gegangen. Riesige Monster könnten beliebig zu ersetzende „Verlängerungen“ unserer Körper und seiner gedanklichen Vorstellungen sein, Gehirne könnten in Festplatteninhalte überführt und auf diese Weise beliebig kopiert werden. Das Problem der Unsterblichkeit samt des Klonens scheint sich auf diese Weise auch erledigt zu haben. Begeistert leuchten die Augen des Technikredakteurs, wenn er solche Visionen den „Usern“ mal kurz erklärt. In ein paar Jahren wird es diese Zeit nicht mehr geben. Dann wird eingeführt. Gemacht und getan. Basta. Das bewegt sich aus sich selbst heraus und wird (besonders von den Menschen mit den leuchtenden Augen...) auch "Fortschritt" genannt. 

Samstag, 16. April 2016

Populisten

Das Modell mit „Führer“ läuft einstweilen bei uns noch schlecht. Außer in den Neuen Bundesländern (die haben in der alten DDR das alles nicht so recht aufgearbeitet....glauben auch heute noch den alten Nazi-Scheis und durften anschließend nicht mal in die Fremde). Doch wir haben schlechte Erfahrungen im politischen System gemacht. Volle Fresse die Nachteile mitgekriegt. Bitter und gerecht bestraft worden. Über die Hintertüre des Populismus, der der Bevölkerung klare Vorgaben und Maßstäbe vermitteln will, kommt das alles nun wieder (ohne dass der Schoß noch immer fruchtbar...und dieser ausgeleierte Brecht-Scheis....). Da gibt es plötzlich Figuren, die zwar noch ein bisschen erbärmlich, aber immerhin, mit ihrem Zeigefinger den Anderen etwas zeigen wollen. Mir nach! "We make America great again". Die Sprache hierzulande ist zudem ein Vehikel für solche Aktivitäten: „War ja nicht alles schlecht beim....oder: Ich bin gegen Rassismus, aber..... So schleicht sich das Gedankengut an und materialisiert sich dann, d.h. es wird real. Die „Eliten“, Besserwisser und Elfenbeinturmbewohner sind anfangs dagegen, stemmen sich und ächzen Phrasen, schlagen sich dann aber auf die Seite, wo das Geld, das sie verdienen, herkommt. Die Bundeskanzlerin entschuldigt sich in dieser Phase bei einem Diktator eines grenzwertig sich gerierenden Landes schon mal für ein satirisches Gedicht, das ihm (dem Diktator, der Person der Öffentlichkeit) satirisch ans Bein zu pinkeln versucht hat. Der Mann bläst sich doch tatsächlich dagegen auf. Er will Genugtun über das Rechtssystem. Es klappt. Doch: Erst Empörung darüber, dann Betroffenheit und dann: hat sie recht. Erst sie, dann er. So wird auch das ausgehölt, was uns zu einen schien: das Grundgesetz. Regeln, nach denen sich Gemeinschaft hierzulande richten solle. Wieder steuern populistische Figuren wie Donald Trump gegen, wollen alles erschießen, was nicht ihrer Meinung ist und sich nicht richtig verhält. Andere machen's in anderen Ländern vor. Selbstverständlich bestimmen offiziell gewählte Polit-Komiker der populistischen Sorte selbst, was richtig und falsch ist. Hm, was ist denn das? Träumen wir?  

Freitag, 15. April 2016

Verkehrsdistinktionen

Wie es hier ist: die Leute (in bestimmten Zeiten: vor allem alternative und bebrillt dreinschauende Edel-Hausfrauen samt billigen Damen in engen Klamotten mit prallen Titten) preschen mit riesigen Offroad-SUVs und City-Laster durch die Gassen, ohne jede Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer oder Fußgänger zu nehmen. Fußgänger hingegen wackeln auch noch im dichtesten Verkehr mit starrem Blick auf ihr Smartphone über Zebrastreifen und daddeln dabei ohne jeden Seitenblick auf ihre reale Umwelt immer weiter. Kommunikation de Luxe. Parkplätze zu finden fordert einem zu bestimmten Zeiten auch noch im hintersten Hinterkaff alles ab: die Infrastruktur kommt längst nicht mehr mit. Alle Straßen und Plätze sind ausgebaut, die Autos sind dafür längst viel zu groß geworden, behindern sich gegenseitig und bretzeln viel zu viele Abgase in die Welt.

Donnerstag, 14. April 2016

Altersarmut und Manager

Da kommt jetzt heraus, bzw. wird öffentlich, dass wohl jeder zweite Deutsche in die Altersarmut fallen wird, wenn die gegenwärtige „Rente“ beibehalten wird. Es muss jemand ununterbrochen 40 Jahre arbeiten, wenn er nicht bald unter den Hartz4-Mindestsatz fallen will. Ich selbst war ja schon oft beim Blick auf den Rentenbescheid verzweifelt und hatte das Thema verdrängt. Und jetzt? Gleichzeitig weigert sich die Managerriege in Wolfsburg, auch nur einen Teil ihrer „Boni“, also ihrer Erfolgsvergütungen, abzugeben. Nach harten Verhandlungen wurde Entwarnung gegeben, weil diese Leute wohl nun doch auf „einen Teil“ dieser Bezüge verzichtet haben. Wie hoch genau das sein soll, bleibt vorerst noch geheim. Großartig, das! Jaja, beim Automobilkonzern werden diese „Boni“ für einen längeren Zeitraum gezahlt. Es ist alles vertraglich fixiert, natürlich! Auch der ehemalige Vorstandsvorsitzende, so heißt es, soll solche fetten und in die Millionen gehenden Bezüge noch erhalten. Jetzt. Nachdem ein riesiger Konzernbetrug unter seiner Ägide aufgeflogen ist. Ob diese Betrügereien in weniger als einem Jahr, - exakt: dem zurück liegenden, als er nicht mehr dabei war - realisiert worden sind? Ob es nicht eine mangelhafte „Führungsleistung“ war, die dazu geführt hat? Ob dafür eine „Erfolgsvergütung“ angezeigt ist? Für welche „Leistungen“ überhaupt wird so etwas gezahlt, wenn gleichzeitig Entlassungen von Leiharbeitern schon vollzogen und weitere Entlassungen des „Personals“ diskutiert werden? Ein hartes "Sparprogramm" aufgelegt ist? Der vom Posten des Finanzchefs an die Aufsichtsratsspitze gewechselte Mensch soll angeblich 15 Millionen Euro dafür bekommen haben. Wo leben diese Leute? Wohl nicht in derselben Welt, wie viele andere Menschen um sie herum. 

Mittwoch, 13. April 2016

Integrationsleistung

Es ist eine Art Test auf die Integrationsbereitschaft der jungen Türken dem Grundgesetz gegenüber: ich sah zufällig im TV, wie eine Reihe von ihnen (natürlich wie immer: willkürlich vom Sender ausgewählt) interviewt wurden. Was sie wohl von Erdogan halten und wie sie sein Verhalten einschätzen, so die Frage. Alle fanden es ganz okay, dass er dagegen auf seine Art vorgehe. Den zu beleidigen sei, so tönt es mir noch in den Ohren, als ob man die ganze Türkei beleidige. Also Vorgehen. Rechtlich. Mit allem Drum und Dran. Die Lächerlichkeit der Situation schien gar nicht in ihrem Gesichtskreis aufzutauchen. Alles könne man tun, aber nicht jemand persönlich beleidigen, ihn unter der Gürtellinie verletzen usw. Wer so etwas nebenher im Fernsehen sieht, mag entsetzt und verletzt sein. So gut haben diese Personen das Grundgesetz in vielen vielen Jahren in sich aufgenommen und verarbeitet! Oh weh! Ich kenne das „Gedicht“ des ach so öffentlichkeitsumtriebigen und PR-tüchtigen Böhmermann nicht, aber selbstverständlich darf hier alles in Deutschland über einen ausländischen Staatschef gesagt werden. Muss ich ja nicht gut finden. Genau darum geht’s ja! Es geht um das Recht. Und das hiesige treten solche Figuren wie Erdogan samt ihren Advokaten mit Füßen, auch wenn sie einen alten Paragraphen herauskramen, der „Majestätsbeleidigung" unter Strafe stellt! Fehler der Regierenden, dass sie in all den Jahren das nicht ausgemerzt haben! Diese Figuren wie Erdogan selbst beanspruchen ihre Ansicht davon mit Hilfe von windigen Anwälten, - anderen und ausländischen Menschen aber verweigern sie es, strengen Klagen an usw. Meinungs- oder Pressefreiheit scheint ihnen etwas ihrer Willkür Ausgesetztes. Man fragt sich: Was soll das?

Dienstag, 12. April 2016

Auto und Fußball

Neulich habe habe ich mal wieder 2 Stunden lang auf einen Reifenwechsel gewartet. In Aussicht stellte man mir 1 Stunde. So erging es mir fast regelmäßig bei solchen Gelegenheiten. Scheint das Normalste der Welt zu sein. Kunden-, Service- oder Wartedienste wurden zu Diensten des Wohlverhaltens, indem man möglichst klaglos oft mehr als 1 Stunde alleine auf die Entgegennahme eines Auftrags zu warten hatte. Abholzeiten wurden auch recht großzügig getimt: ich erinnere mich an Wartezeiten von 90 Minuten und mehr. Es scheint normal zu sein, der Deutsche wartet durchaus auf sein Liebstes und ist bereit, so manches Opfer der Unterwürfigkeit dafür zu bringen. Zeit? Kein Problem! Insofern:  Auch ein zeitliches. Lieblingsobjekte: Auto und Fußball. Bei manchen Sendern hat es sich inzwischen eingebürgert, ein zu übertragendes Fußballspiel mit teilweise zweistündigem Vorlauf zu inszenieren und die Spannung oder Gier darauf beim Publikum möglichst zu steigern. Meist labern dann irgendwelche „Experten“ dummes Zeugs, grinsen feist dazu und fragen sich gegenseitig zu ihrer Meinung. Als Zuschauer staunt man so manches mal über die Kunst, die von überlangen Werbeblöcken unterbrochene Spannung durch das Nichts zu erzeugen. Sämtliche Hintergründe werden dabei mehr als ausgeleuchtet. Nach diesen zwei Stunden ist so mancher Zuschauer nach verschiedenen Umschaltaktionen meist so gelöchert und geschafft, dass das eigentliche Spiel dann einen seltsamen Stellenwert gewinnt. Es ist so etwas wie Erleichterung, Krone des Geschehens, Objekt der Erwartung und Höhepunkt zugleich, was nicht selten im Zustand der Betrunkenheit erlebt wird. Selbstverständlich würden es die Sender gerne sehen, wenn das mit der in den Spots sehr aufdringlich abgesendeten und propagierten Marke geschehen würde. Folge: Fußball ist längst Showgeschäft geworden, mit allen Folgen. Doch an manchen Stellen erscheint der Bogen überspannt. Auto und Fußball, Objekt der Begierde.

Montag, 11. April 2016

Unpässlichkeiten

Das geht ja gar nicht! Da haben eben wieder die „Panama-Papers“ belegt, dass sich die deutschen Banken beim Thema Steueroasen nicht gerade mit Ruhm bekleckern. Gleichzeitig wird öffentlich, dass der Direktor einer größeren Sparkasse auch mal bis zu einer Million Euro im Jahr verdienen kann. Sparkassen könnten im Idealfall zur Kapitalausstattung von öffentlichen Einrichtungen und deren Belange beitragen. Sie könnten Unternehmen der Region mit Krediten ausstatten. Sie gelten als die Bank der „kleinen Leute“. Wie das wohl alles zusammenpassen mag? Natürlich passt auch nichts zusammen und ist geradezu unsäglich, wie die Bundesregierung mit Anwürfen aus der Türkei nach einer satirischen Attacke umgeht. Flugs ruft da Frau Bundeskanzlerin beim türkischen Staatspräsidenten an und beteuert, dass sie das alles auch nicht so toll fand. Klar ist, dass sie nach ihrem Deal mit der Türkei, diesen etwas arg despotischen Präsidenten unbedingt braucht. Der Anruf dürfte insofern als Entschuldigung und Distanzierung vom Satiriker Böhmermann verstanden werden. So etwas geht gar nicht. Natürlich müssen sich Politiker auf alle möglichen Weisen durch den Kakao ziehen lassen. Natürlich, wer denn sonst? Belege gibt es hierzulande massenhaft. In der Türkei werden indessen Journalisten verhaftet und vorgeführt. Die gerade jetzt immer wieder betonte Diskussion der sog. „Grundwerte“ nimmt natürlich auf diese Weise herben Schaden. Bisher dachte man, dass hier immer und auf jeden Fall die Pressefreiheit und alle damit verbundenen Verhaltensweisen gelte. Klaro. Und jetzt so etwas? Was bedeutet das? 

Sonntag, 10. April 2016

Selbstoptimierung und Rollenverständnis

Es ist es doch so: Frauchen verkaufen ihr Äußeres gerne mal an einen reichen Macker (bei einem verborgenen aber trotzdem tief traditionellen Rollenverständnis, das ein bisschen auf Modern gebügelt ist..., ja, das gibt es tatsächlich massenhaft), am besten per Ehe und den sich daran knüpfenden Kindern. Irgendwann wird den Frauchen das Dahinleben mit verwöhntem Balg, in teuren Villen und Karossen zu langweilig, sie wollen sich nun selbst verwirklichen (angeregt durch die neoliberale Grundstimmung, die befiehlt: Mache etwas aus dir! Hole etwas aus dir heraus! Optimiere dich!). Also schreiben sie ein Buch, verfassen ein Theaterstück, eröffnen eine Boutique, malen farbige Werke und stellen aus. Durch die Beziehungen ihres Gatten (der inzwischen natürlich längst eine jüngere Geliebte hat...) fällt dieser Schritt an die Öffentlichkeit leicht, der Freundeskreis gibt das ja locker her: Ein namhafter Verlag ist leicht zur Hand, eine gegen Entgelt bereit stehende Theaterriege will auch Geld verdienen, Räumlichkeiten anmieten wird bezahlt, eine Bank organisiert gerne die Ausstellung, lädt mit Briefkopf die Willy-Wichtigs und „potenten“ Geldsäcke zur Vernissage ein - und überhaupt: da ist viel soziales Engagement. Dieses sollte heutzutage möglichst kostenlos für den Staat sein (was großzügige Aufwandsentschädigungen nicht unmöglich macht...) und durch ein „Sponsoring“ ermöglicht werden, d.h.: Durch den Werbeetat einer Firma, die sich durch ihre diesbezügliche Aktivität etwas für sich selbst verspricht..... last but not least: Image. Wer solche Zusammenhänge einigermaßen durchblickt und mit ihnen handelt, befindet sich meist in der Werbebranche. Geht - im weitesten Sinne - mit öffentlicher Kommunikation um, (ver-) plant Kampagnen usw. Mit solchen Aktionen meist einher gehendes Gutmenschentum zu transportieren, ist eine „besondere Herausforderung“ für ihn. Er weiß, wie so was geht, auch bei der „Presse“, erkennt ja die tonangebenden Leute dort ...... Also erstrahlt seine Ehefrau meist im Sozio-Ökoglanz, verfügt über ein weithin sichtbares Hochglanz-Ego einer frei schwebenden Kreativität, ist die stets frohsinnige Verkörperung und der Inbegriff des „Chic“...usw. 

Samstag, 9. April 2016

Offshore-Likes

Unglaublich! Der große Aufreger zu den „Panama-Papers“ scheint schon wieder vorbei zu sein! Es ist so, wie es schon so oft war: was man für eine überspitzte Pointe hielt, für eine Übertreibung im Sinne einer Erkennbarkeit, ist platte Realität! Gewöhnungssache. Eine Sau durchs Dorf getrieben – und schon kommt die nächste Sau. Dahinter stehende Strukturen scheinen uninteressant zu sein und in dieses Wahrnehmungsschema nicht zu passen. "Verkopft". Das will ja niemand. Dass der Bundesfinanzminister (wundert sich jemand?) plötzlich "unter Druck" und Verdacht zu stehen scheint, dass Fakten dafür angeschleppt werden, die die Verwicklung seines Ministeriums in solche Geschäfte zu belegen scheinen, erscheint da nur noch als Verlängerung und Randnotiz. Unschuldsbeteuerungen. Nichts ist illegal. Wäre doch gelacht, wenn sowas nicht juristisch niederzuschlagen wäre! Der Steuerzahler steht für so etwas ohne weiteres gerade. Diese "Eliten" sind ja demokratisch legitimiert. Deshalb können sie alles bringen, alles zum Gesetz machen. Was kostet diese Welt? Deutschland ist in dieser Sportart ohnehin gut. Und, by the way: Wie kommt das eigentlich, dass nach einer offiziellen Steueroasen-Statistik der Tax Justice Network Deutschland im Jahr 2013 auf Platz 8 liegt, weit vor Ländern wie Panama? In diesem Falle heißt das aber: Offshore-Anlagen (auf deutsch: Steueroasen) scheinen in großem Ausmaß eine "offizielle" Realität zu sein  (mit der man sich abfinden muss? Wo bleibt denn da die Wertediskussion? was sind überhaupt die Werte "dahinter"?). Geld, Profit, Vorbeischleusen am Gemeinwesen, möglichst wenig Steuern bezahlen? Nichtdoch. Was heißt denn da Realität? Mit der Realität sollte man sich am besten gar nicht belasten. Könnte ja negativ sein! Das schadet einem. Also am besten in der Lüge leben, alles sei durch und durch positiv, auch und gerade man selbst in seiner speckgürteligen Komfortzone. Der große Popanz. Die durch Macht gestützte Behauptung. Und alles schwimmt mit, denn man weiß ja eh nicht, wer dahinter steht. Wer in welchem Interesse..... Überhaupt: Die Reichen machen sowieso, was sie wollen. Ob dieses Wahrnehmungsmuster nicht durch solche Aufdeckungen gestützt wird? 

Donnerstag, 7. April 2016

Doping und Fußball

Doping soll nichts mit Fußball, mit Profi- und Spitzenfußball zu tun haben. Seit Menschengedenken weisen das „die Profis“ weit von sich. Es würde im Fußball gar nichts bringen, so hieß es stets stereotyp. Doch Tatsache ist auch, dass der Fußball nicht nur in gewissen Leistungsbereichen sehr viel athletischer geworden ist, dass die Physis eine immer größer werdende Rolle spielt. Das technische Können scheint da etwas in den Hintergrund gerückt zu sein: laufen muss der Profi können, die Lunge sich aus dem Leib rennen und eine taktische Marschroute befolgen muss er können, wozu unter Umständen eine große körperliche Fitness vonnöten ist. Das alles ist sehr offensichtlich. Bei der TV-Gesprächsrunde „Markus Lanz“ nun grinste der ehemalige BVB-Fußballprofi Sebastian Kehl meist sehr vielsagend und stillvergnügt ablehnend vor sich hin, als das Thema anlässlich eines in Großbritannien auf den mit verdeckter Kamera beobachteten Aussagen eines Arztes und dem sich daran knüpfenden Verdacht zur Sprache kam. Er selbst, der Borussenprofi, hatte zuvor noch gemeint, dass „der Doc“ alle Medikamente und Mittelchen, die man als Profi unbedenklich finden dürfe, in einen Schrank packe, aus dem man sich dann als Kicker dann bediene. Was das für Mittelchen und Medikamente seien, das blieb ungeklärt und scheint nach wie vor Sache der Ärzte zu sein und gewesen zu sein. Die werden schon wissen...... Und überhaupt, „Generalverdacht“ gegen Kicker sei schlecht, darüber waren sich die Anwesenden schnell einig und verabschiedeten sich schließlich in gewohnter Weise aus der Talkshow. Alles unterhaltsam angerissen, nichts erklärt. Der Journalist Thomas Kister, der bei der Runde auch anwesend war und einschlägige Erwägungen, Wahrscheinlichkeiten samt Beobachtungen in den Raum stellte, war offenbar nicht ganz ernst genommen worden. Mit einem Grinsen war unausgesprochen der Verdacht aufgekommen, dass er nur sein Buch zum Thema "promoten" wolle. Andere Personen in der geschwätzigen Gesprächsrunde scheinen seit Jahr und Tag ja ohnehin nur aus diesem Grund eingeladen worden zu sein. Solch ein Schlingel!, schienen da manche Mienen zu besagen. Seit Jahren interessant scheint immerhin, dass Fußballer nicht ganz so gründlich auf den Gebrauch von Doping untersucht zu werden scheinen. Jetzt nun berichtet das Internetportal „T-Online“ über den schwedischen und inzwischen beim französischen Club St. Germain spielenden Ober- und Überprofi Zlatan Ibrahimovic, dem in seiner von 2004 bis 2006 währenden Zeit bei Juventus Turin offenbar gut sichtbare muskelbewehrte körperliche Merkmale zugewachsen seien. Die Behauptung samt sich daran knüpfenden Erwägungen hat wohl der schwedische Trainer Leichtathletiktrainer Ulf Karlsson aufgestellt. Hm, wer ist denn nun der Strolch? Einer, der sich auskennt, aber seine Behauptungen offenbar nicht sauber beweisen kann. Oder einer, der mit gewissen Entwicklungen seines Körpers zu Spekulationen Anlass gibt? Wer weiß hier was? Natürlich niemand. "Betroffen würden wir den Vorhang zu ziehen..." meinte einst schon der Literaturfex Reich-Ranicki bei solchen Gelegenheiten. Übrigens: So war es mit den sog. „Offshore-Geschäften" aus Ländern wie Panama heraus bis vor kurzem auch noch. Ach, der Boulevard kocht jetzt. Aber ein gründlicheres Nachdenken über das Phänomen und seine Zusammenhänge scheint nicht so recht angesagt zu sein. 

Mittwoch, 6. April 2016

Ob nicht...? Fragen zur Rechtsprechung.....

Dass die Gerichte nicht (mehr) im Sinne der Bevölkerung entscheiden, dürfte nicht erst seit gestern ein Gegenstand genauerer Betrachtung sein. Ob sich da ein relativ selbständiger Stand herausgebildet hat, der sich auf „Volkes Stimme“ beruft, dabei aber um sich selbst in seinem Paralleluniversum kreist? Der sich in Sophistereien und Verfahrensfragen ergeht, während „draußen“ die Welt sehr viel grundsätzlicher brennt? Sicher, der Rechtsstaat ist eine wichtige Errungenschaft der Aufklärung. Ob sich aber die Bevölkerungsklasse der Gesetzesausleger dermaßen schamlos, verdeckt oder offen gierig und von allen akademischen Weihen geweiht daran schadlos halten muss? Bedeutet dies Rechtsstaat? Ob die Justiz nicht in der Hauptsache im Sinne der ohnehin Mächtigen, der "Arbeitsplatzbeschaffer" und Geldsäcke entscheidet, ob die Parlamente nicht für genau diese Klientel ihre Gesetze maßgeschneidert haben, indem sie nämlich schon im Entstehungsprozess durch ihre mächtigen Lobby-Verbände mehr als Einfluss genommen hat? Ob diese Lobbyisten nicht selten sogar die wörtliche Vorlage für solche „Gesetze“ geliefert haben? Ob es nicht genau dafür in der so vertretenen Bevölkerung ein feines Empfinden gibt? Ob nicht die Vielzahl der Gesetze den entgegengesetzten Effekt dessen, was beabsichtigt sei, hat? Ob nämlich dadurch nicht die Differenzierung des Rechtswesens sondern die Beförderung der totalen Unübersichtlichkeit und darüber hinaus ganz eindeutig der Arbeitsbeschaffung auf Auslegung der einschlägigen „Gesetze“ spezialisierter Kreise befördert wird? Ob das alles etwas mit der sogenannten Politikverdrossenheit zu tun hat? Ob die jüngst gestiegenen und von den Altparteien heftigst bejubelten Wahlbeteiligungszahlen in Ländern etwas mit der Suche nach Protest und einer Protestpartei zu tun haben? Ob der Abschied von der „sozialen Marktwirtschaft“ so etwas nicht noch befördert? Fragen über Fragen. 

Dienstag, 5. April 2016

Steuer, Ethik, Moral, Gemeinwesen

Toll! Es sind überall Journalisten in aller Welt damit befasst, diese „Panama-Papers“ aufzubereiten. Teilweise unter großer Gefahr. Weil das natürlich den Mächtigen nicht passt. Sie verfügen sogar über Geheimdienste, da viele Staatschefs unter den „Entdeckten“ sein sollen. In Berlin freut sich der Finanzminister öffentlich über die Entdeckung, während seine Parteifreunde bremsen und vor „Vorverurteilungen“ warnen. Auch daran sind wieder die Machtverhältnisse klar ablesbar: Der eine gibt sich als Vertreter des Staates, der natürlich nie genug kriegen kann. Der andere glaubt vielleicht, die sogenannte „Wirtschaft“ verteidigen zu müssen, auch wenn diese, im Falle von Waffen- und Drogenhändlern, schon mal über Leichen geht. Fette Staatschefs geben Interviews und brechen sie mittendrin ab. Panik kommt auf. Organisierter Steuerbetrug wird plötzlich sichtbar, die Brüchigkeit des Systems - nicht mehr und nicht weniger. Denn darüber solle man sich keine Illusionen machen: es gibt viele solcher Anwaltsbüros und es gibt viele solcher Steueroasen, in die die Besitzenden ihre Kohle verschieben. Insofern dürfte das, was bisher bekannt ist, nur die Spitze eines Eisbergs sein. Aber es gibt Politiker hierzulande, die glauben, solches verteidigen zu müssen, indem sie den Rechtsstaat und seine Gesetzmäßigkeiten dafür in Beschlag nehmen. Es sollen ja auch tausende von Deutschen an dem Spiel beteiligt sein. Und: Es stehen immerhin ein paar viele Euros auf dem Spiel, die dem Gemeinwesen auf diese Weise mit Hilfe gewisser Banken entzogen werden. Ob das dem viel gepriesenen Wachstum dient? Was für eine Art Wachstum das wohl ist? Wie das wohl alles zusammen passt? Welche Rolle wohl die Beteiligten spielen?

Montag, 4. April 2016

Panama ist überall

Putzig, diese Panama-Papers! Noch jemand überrascht? Diese Schein-Eliten verarschen ja alle! Natürlich wird jetzt betont, dass das nicht illegal ist. Doch ist nicht das der wahre Skandal? Dass alle in dieser Klasse der sich als „Elite“ Fühlenden untereinander helfen, wenn es darum geht, den Fiskus um recht erhebliche Summen zu betrügen. Wer ist das,der Fiskus? Der Staat? Also das, was ohnehin ziemlich undemokratisch und immerhin noch demokratischer als anderswo organisiert ist? Oder ist es das, was wir alle, ob wir wollen oder nicht, bezahlen? Diese Organisationseinheit, die Kindergärten, Schulen, Schwimmbäder, Straßen und viele andere öffentliche Einrichtungen organisiert? Die das Internet möglich macht, von dem diese Eliten natürlich gerne profitieren? Die den „Arbeitsmarkt gestaltet, dessen sich diese „Eliten“ natürlich auch gerne bedienen. Und vieles vieles andere.....Wieso macht jemand solche Briefkastenfirmen in Panama? Aus Jux und Dollerei? Wie trollig! Diese Fernsehnasen und Übersportler, die sich keine warme Mahlzeit leisten können und deshalb ihr Geld nach Panama transferieren, um von dort aus Geschäfte aus der Deckung heraus zu tätigen? Geht's eigentlich noch offensichtlicher? Wie krank ist das alles denn? So krank, wie das Ganze hier, dem jetzt mal ein kleiner Aufwasch gut täte? Nichtwahr, Frau Alternativlos und Herr Kassenwart? 

Samstag, 2. April 2016

Musterschüler, Primus und Alphas

Diese Musterschüler, die alles wissen und es laut heraus sagen müssen, die habe ich immer gehasst. Ich erkenne sie auch jetzt wieder, in den Talkrunden, in den Ego-Profilierungsshows, in den Verkaufslächelrunden, in den Seminaren, Konferenzen und Meetings. Wie sie mit ihrem scheinbaren Wissen prahlen! Wie sie kundig dreinblicken und den Eindruck des Verständigen zu erwecken vermögen. Fast scheint es, als seinen sie darauf seit Ewigkeiten spezialisiert, als ei es ihre Methode der Kommunikation. Mir blieb angesichts dessen oft genug der Zweifel und nur der! Meine Trägheit und Schwerfälligkeit, naturgemäß. Meine Gleichgültigkeit. Mein Aushalten. Meine Skepsis. Ich schaute immer nur durch mich selbst hindurch und war mir dieser Perspektive bewusst. Sie hingegen nahmen ein Flair der Allgemeingültigkeit für sich in Anspruch und sonnten sich ganz beiläufig darin, ohne dass es ihnen direkt vorzuwerfen wäre. Denn es war und ist deren Position, so stellen sie sich gegenüber der Welt auf. Sie nennen es manchmal Selbstbewusstsein und wollen es als Ausweis der Alphatiere gedeutet sehen. Ob es freilich eine Art Weltklugheit bedeutet und bedeutete, das mag dahingestellt bleiben. 

Freitag, 1. April 2016

Blog ohne Zukunft

Ich bin nahe dran, hier mit dem Blog aufzuhören. Es scheint kein Publikum dafür zu geben, - für möglichst marktschreierisches Ausrufen von Produktempfehlungen und dem Abfeiern von Skurrilem aber sehr wohl. An was das wohl liegt? Okay, viel falsch gemacht. Marketing und Werbung nicht ausreichend betrieben. Eine Präsenz keinesfalls im Mainstream aller Äußerungen. Mag sein. Aber deswegen überhaupt keine Reaktionen? Radikales Scheitern? Eine Art Seelenprotokoll ein Registrieren von anderen Realitäten, von verschiedenen Wirklichkeiten, die gerade auch vertikalen Gliederung der hiesigen Gesellschaft begründet sein mögen, eine Mischung aus Texten, MP3s und Fotos, die etwas umreißen: all das ist mittlerweile zu exotisch. Auch das sagt etwas aus. Ist ein Zeichen.