Reise durch Wirklichkeiten

Donnerstag, 1. März 2018

Autohausgebaren


Erfahrungen im Autohaus: Autofahrer warten geduldig, wenn's sein muss, auch mehrere Stunden ohne genauere Zeitangabe, auf die Fertigstellung ihrer Karosse. Währenddessen schauen sie dann süffisant auf diejenigen, die sich über gewisse Abläufe (beispielsweise die aufgewandte Zeit...) beschweren. Dies muss mit dem Wert zusammenhängen, die die brav am Tresen erscheinenden Autobesitzer (komisch, im Autohaus sehe ich selten eine Frau, ob die kein Auto besitzen/halten, ob das etwas mit Alltagssexismus zu tun hat?) ihrem Gefährt zuschreiben. Die gesellschaftliche Diskussion scheinen diese Leute gleich in mehrfacher Hinsicht (z.b. Sexismus, Diesel, Mobilität) gar nicht mitbekommen zu haben. Denn spätestens nach den jüngsten Ereignissen und Enthüllungen wäre ich da vorsichtig als einer, der Autos verkaufen will. Diesel mögen inzwischen ohnehin nahezu unverkäuflich sein, die Autokonzerne investieren heftig in Car Sharing - letztenendes wird ohnehin Mobilität verkauft. Doch wer motzt und sich keinen Ton „von oben herunter“ gefallen lässt, wird schief angeschaut. Die Burschen (!, am Empfang sitzen nahezu ausschließlich junge Damen, die deutlich höher stehenden "Serviceberater" sind Männer) von der „Serviceberatung“ machen sich lustig, wenn du ein älteres Modell fährst und nehmen dich deshalb demonstrativ nicht ernst. Sie betrachten sich selbst so, als würden sie selbst auf dem hohen Ross sitzen und du würdest einen Bittgang unternehmen. Du bist ja „nur“ Kunde. Termine werden einem diktiert, auch wenn's einem total unpassend ist oder per Zwangsmaßnahme (Drohung: „andernfalls müssen wir das Fahrzeug abmelden“) ein Airbag gewechselt werden muss. Wenn man sich beschwert, ist niemand zuständig. Alle grinsen einen entwaffnend an.

Mittwoch, 28. Februar 2018

Interessen und Schönsprech


Das war ja mal wieder ein Lehrstück! Gestern Gerichtsurteil, danach bis jetzt ein einziges Stimmengewirr, abgesondert von Köpfen, die sich jeweils als superkompetent aufspielten! Da wurde verlangt, gefordert, erklärt, interpretiert, behauptet, gemeint...... am Ende war man ganz verwirrt, was denn nun gelten solle. Klar, es handelt sich hier um etwas extrem Wichtiges. Die Medien haben richtig gehandelt. Doch es scheint des Guten zuviel. Den „Konsumenten“ überschütten mit gelenkten Informationen, das kann vielleicht nicht förderlich sein. Dabei könnte so manches durchaus nachvollziehbar sein, - wenn nicht diese Vernebelungsstratgien in irgendeinem Interesse wären. Es entsteht auf diese Weise ein Gemisch, in dem so mancher zu einfachen Ansichten und Lösungen neigt, weil offenbar niemand die Wirklichkeit richtig einschätzen kann. Fake News, sie gedeihen in diesem Klima blndend! Folge: Jeder behauptet irgendetwas, da mache ich mir meinen eigenen Reim. Auch wenn der abweicht von anderen, die sich als „offiziell“ und „wissenschaftlich“ gerieren! Währenddessen verrecken unzählige Menschen in einem völlig unübersichtlich gewordenen Krieg, in dem diplomatische Rücksichtnahmen und strategische Vorteile genauso wie scheinbar grundsätzliche Einstellungen eine große Rolle zu spielen scheinen. Es raucht an allen Fronten, die Lage scheint dramatisch zu sein.

Montag, 26. Februar 2018

Partizipation (2)

Wir haben leider das Gefühl, zu oft ausgetrickst zu werden. Unsere Daten werden hinter unserem Rücken aggregiert, werden zusammengeführt, solange, bis jemand Bescheid weiß. Doch wer ist dieser Jemand? Leute, Algorithmen, Muster, Gesetzmäßigkeiten, "die Polizei"? Er oder "Es"? Es verfolgt auch kommerzielle Ziele, gewiss, aber manchmal ist es auch als „Geheimdienst“ legitimiert. Ja klar, Terrorismus ist eine schlimme Plage. Oder die organisierte Kriminalität. Mit dessen Abwehr lässt sich leider alles begründen. Gerade "vom Staat". Es geht aber auch um Teilhabe und den Schönsprech rund darum herum. Beteiligung. Das könnte vielleicht noch etwas offener praktiziert werden hierzulande, trotz all der Gegenmodelle, die uns als Abschreckung entgegen gehalten werden. Mitdenken und mitmachen, ob das erwünscht ist? Bürgerbeteiligung. Ob das im aktuellen Koalitionsvertrag vorkommt? Und wenn ja, ob das dann identisch mit der Passage im vorigen Koalitionsvertrag ist? Ob uns etwas vorgemacht werden soll? Eine Träumerei entworfen werden...? Ob das auch als Lebensqulität gilt, oder ob sich das auf Brot und Spiele reduziert? Es wird von öffentlichen Stellen und Ministerien behauptet. Das Gegenteil davon ist oft wahr. Aber die Fake News beklagen und sie dem amerikanischen Präsidenten zuschreiben...... Der Staat organisiert Beteiligungsformate und spielt sie uns vor, - mostly zum Schein. Ob so etwas Verschörungstheorien erzeugt, sie befördert? Wir wollen doch wissen: was ist hinter den Kulissen? Auch das wird uns dann vorgespielt. Hm. Die Mächtigen geben Gas, meist aus dem Verbrennungsmotor. Den sollen wir nicht verteufeln, so heißt es von Regierungsseite. Doch dieser Teufel bohrt längst in unsrer Brust Asthma und anderes hervor, das kundige Ärzte uns verschweigen oder als Preis der modernen Gesellschaft „verkaufen“. . Scheinlösungen von Problemen sollen uns sowieso überall „verkauft“ werden, so wie offenbar alles käuflich ist hier. Eine Partei lässt die „Basis“ abstimmen, die andere hat das offenbar nicht nötig. Sie erledigt das mit „Beteiligungsformaten“. Ob uns das allmählich langweilt? 

Sonntag, 25. Februar 2018

Olympia, Sport, Nationalismus, Pathos


Eines begreife ich gar nicht: wieso wird in der Olympischen Welt krampfhaft eine Art heile Welt zelebriert? Doping ist doch ein riesiges Problem, das über die aktuell beiden gesperrten Atlethen weit hinaus geht und auch den „sauberen“ Athleten schwer schadet. Wenn ich in meiner Umgebung das Wort „Olympische Spiele“ fallen lasse, wird sofort mit Häme und dem Wort „Dopingspiele“ reagiert. Was sollen die Feiern des Nationalismus mit Pathos bei den Medaillenübergaben und dem Medaillenspiegel? Ich hörte oft das Wort „Wir“. „Wir“ haben gewonnen. Wir waren vorne, „wir“ sind Zweiter beim Medaillenspiegel. Haha, ein klein bisschen könnte auch die Kohle und wirtschaftliche Kraft eines Landes beachtet werden: Natürlich sind Norwegen und Deutschland beim Medaillenspiegel vorne, die haben ja auch die höchste Wirtschaftskraft und können ihren Sport fördern, um "Wettbewerbsfähigkeit" zu zeigen. Das mag bei der DDR noch funktioniert haben, mittlerweile ist der Mechanismus wohl ein bisschen ausgeleiert. Und blicken die Athleten gar nicht auf die zerstörte Umwelt, auf die langsam verrottenden Sportstätten nach Olympia, auf hohlen Gigantismus, der spätestens 8 Tage danach erledigt sein wird? Hm, ich sehe und merke schon, wie sie auf ihren Wettkampf und nichts anderes „fokussiert“ sind. Sie reisen ja auch an und ab vor und nach Eröffnungs- und Abschlussfeiern. Sie geben das Idealbild des Fachidioten in unserer und der globalen Gesellschaft. Die Überblicker, die Zusammenhänge Denkenden und „über den Tellerrand-hinaus-Blicker“ sind da verpönt, klar. Es zählen nur die Medaillen - sonst nix. Alles andere wird "geführt" - von Vorstandsvorsitzenden, von Funktionären. Da scheint sich eine Parallele zwischen der Schummelsoftware eines Autokonzerns und Doping aufzutun. „Die Lüge leben – weiter so!“ scheint ein Motto, das über einem Land liegt, dem es wirtschaftlich noch blendend („Für ein Land, in dem wir gut und gerne leben“) zu gehen scheint (Zumindest den Meinungsführern..., die Nachrichten von "Der Tafel" dieses Wochenende scheinen eine andere Sprache zu sprechen).

Samstag, 24. Februar 2018

In Florida

In einem Tagebuch habe ich über meinen Besuch in Florida (ich war damals 39 Jahre alt) Folgendes gefunden, das möglicherweise naiv wirken mag, aber vor allem auf Gefühle und Befindlichkeiten fußt: „Am liebsten würde ich auswandern... Nur so ein Gefühl. Die Menschen waren warm angenehm und freundlich in Florida. Es herrschte ein anderes Klima in jeder Hinsicht. Die blühende Pflanzenwelt, die im Saft stehenden Tropen, das Leben, das überall großzügig sprießt, haben mir sehr gut getan in Florida. Der andere Rhythmus zwischen Großstadt und Natur, das ruhige, stressfreie Dahingleiten, locker und gelassen. Nur in der Nähe der Elendsviertel (Miami) bekam ich zwiespältige Beklemmungen, es gibt da ein krasses Nebeneinander von Bettelarm und Steinreich, es gibt dort andere Einteilungen, Teilungen, Grenzen. Der Wagen tuckert automatisch immer weiter: „Young men go West“. Das Meer, ein Ozean der Tröstlichkeit, warm und anschmiegsam, dann wieder wild und peitschend. Es hat mich so angezogen wie mich Verhältnisse/Lebenswelten schon seit Jahren nicht mehr angezogen haben. Natur hat direkte und indirekte Auswirkungen auf mich ausgeübt... hat mich verändert, meinen Blick auf die Welt, vielmehr dessen Bezüglichkeiten“.

Donnerstag, 22. Februar 2018

Partizipation (1)

Beim flüchtigen Verfolgen der sogenannten "Regierungserklärung" geht mir Folgendes durch den Kopf. Ein Verdacht beschleicht uns schon lange: Dass das Parlament uns vorgeschoben wird, um Teilhabe zu simulieren. Waren in früheren Zeiten die Parlamentsdebatten eine wichtige Sache, über die am nächsten Tag überall diskutiert wird, so sind heutige Debatten geprägt von Bedeutungslosigkeit und Abwesenheit. Die wichtigen Entscheidungen wurden ja schon in Ausschüssen gefällt, deren Zusammensetzung so manchem nicht gerade demokratisch erscheinen mag. Jedenfalls scheint auch sie längst in Hinterzimmern ausgeküngelt und von wackeren Parteisoldaten so organisiert, dass den Mächtigen in der Regierung nichts passieren kann. Gesetzesvorhaben werden im Vorbeigehen in Kraft gesetzt, Gemeinverbindliches in Hinterzimmern abgesprochen. 
Wohl deshalb mag auch in letzter Zeit oft geäußerte die Scheu vor Minderheitsregierungen kommen, denen von allzu willfährigen Vasallen allerlei andere Argumente vorgeschoben wurden. Das Parlament hätte ja wieder mehr Macht und Entscheidungsfreiheit erlangen können. Welch ein Graus für die Mächtigen, die ihre scheinbar „alternativlosen“ Entscheidungen nicht mehr so einfach hätten vor dem Volk durchbringen können. Die marktkonforme Demokratie wäre nach deren Einschätzung gefährdet gewesen. Auch im Hinblick auf das Thema „Partizipation“ hat sich das Gemeinwesen weiterentwickelt und es stellen sich Fragen..... Es scheint, dass das sich lange genug als ein Haufen von Jasagern und Machterhaltern profiliert hat. Erneuerung tut not!

Mittwoch, 21. Februar 2018

So geht das halt

Ich lese bei netzpolitik.org einen Artikel, den die DPA zusammengebracht hat: Darin heißt es, dass in Geschäften, Flughäfen und Innenstädten mehr und mehr Unternehmen das Bewegungs- und Einkaufsverhalten ihrer Kunden überwachen. Das heißt, dass das analoge Gebaren von Menschen in die digitale Welt per Datensatz überführt wird. „Offline-Tracking“ ist offenbar der beschönigend technokratische Ausdruck dafür. „Eine Möglichkeit ist das Tracking per WLAN. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Mobiltelefon des Kunden im WLAN des Geschäftes eingeloggt ist oder nicht“, so heißt es da. Mit Hilfe der Datenanalyse soll der Betreiber des Geschäftes Kundenströme besser verstehen und beispielsweise Sortiment, Öffnungszeiten, Ladengestaltung, Personaleinsatz oder Marketing nach den Bedürfnissen der Kunden anpassen können, geht es weiter. „Supermärkte und Geschäfte werden so gerade zu einem großen Experimentierfeld für kommerzielle Überwachungstechnologie.“. Aufpassen! Ob das etwas bringt? Wir werden auseinander genommen und merken es nicht einmal. Daten werden aggregiert, zusammengefügt, gematcht, geclustert, es werden kommerzielle Erkenntnisse daraus gezogen und Konsum angeregt. Es wird kanalisiert und zusammengefügt, alles hinter dem Rücken derer, um die es geht und die längst ihr Einverständnis erklärt haben, ohne zu wissen, um was es geht. Amazon hat es mal wieder im digitalen Bereich vorgemacht. Und alle anderen scheinen jetzt zu folgen. Klar bescheist hier jeder jeden. So geht das halt, erklären diejenigen, die davon profitieren wollen. 

Montag, 19. Februar 2018

Franz und meine Vögel

Wie oft habe ich früher das Vogelhaus beobachtet, wenn die Vögel kamen und für Betrieb sorgten. Ich amüsierte mich, es war unterhaltend, es tat mir gut. Doch jetzt ist Stille, Leere. Kein Vogel, den ganzen Tag über. Das beunruhigt mich sehr. Zuerst dachten wir, es läge an den Verhältnissen, die wir für die Vögel schaffen. Wir versuchten vieles, schalteten Geräte aus, die gewisse Tiere vertreiben sollten. Wir sahen uns das Futter genauer an, wo und wie wir das den Vögeln anboten. Alleine das Variieren solcher Faktoren brachte keinerlei Erfolg. Ich hörte, dass das Problem auch anderswo beobachtet werde. Ich versuchte mich umzuhören. Aber die Trägheit und Gleichgültigkeit der Leute machte mich fertig. Ich denke an Franz von Assisi: egal ob Pflanze, Tier oder Mensch, alle gehören sie für ihn zu einer Einheit.
An und für sich, - und nicht nur als Wirtschaftseinheit. Alle Lebewesen sind für ihn Geschöpfe Gottes. Eines, der aus anderer Perspektive auf uns blickt. Der unsere Beschränktheiten nicht hat, die wir eben als Cyborgs zu überwinden hinein in neue Erweiterungen suchen. Haha. Aber dieser Franz von Assisi predigte den Vögeln. Explizit: den Vögeln. Franz und Franziskus. Jorge Mario Bergolio, dieser Mensch als Papst, will sich auch an ihm orientieren, wobei seine Kirche wohl immer schon ihre Probleme mit dem heiligen Franz hatte. Denn nach einem jugendlichen Leben in Saus und Braus, geriet er in Krieg und Krankheit. Er kam ins Nachdenken über sein Leben und fing an, einen Sinn zu suchen. In der Kapelle von Assisi soll ihm Jesus erschienen sein. Das Erbe vom wohlhabenden Herrn Papa lehnte er ab, verschenkte lieber Teile davon an die Armen. „Er ist für mich der Mann der Armut, der Mann, der die Schöpfung liebte und bewahrte“. Sagte dieser Papst. Armut, Frieden, Schöpfung. Sein Loblied auf die Schöpfung wird bis heute in Gottesdiensten gesungen. „Gelobt seist du, mit allen deinen Geschöpfen, besonders dem Herrn Bruder Sonne, der uns den Tag schenkt und durch den du uns leuchtest .....“ heißt es in diesem Sonnengesang des Franz: es ist ein einprägsames Gebet und Gedicht an seinem Lebensende, vermutlich Ende 1224 oder Anfang 1225, als er schwerkrank in in San Damiano bei Assisi lag. Er war wohl ein Mann, der etwas von der Tiefe des Lebens erfahren hatte. Der Mensch steht für Franziskus nicht über der Schöpfung, sondern er ist Teil von ihr. Ein gewisser Konflikt mit diesem Bibelzitat „Machet euch die Erde untertan...“, das ja besonders in den USA, aber auch sonst in der westlichen Welt so auführlich befolgt wurde, dass die Natur nach ihrer Plünderung nicht mehr da ist. Und die Vögel auch nicht mehr. Wachstum geht dieser Gesellschaft (und seit neuestem auch großen Teilen Asiens) über alles andere. Den Tanz um das Goldene Kalb pflegt besonders hingebungsvoll die Wirtschaft, samt all den so „erfolgreich“ und gnadenlos wirtschaftlich effizient denkenden Menschen. Den großen Menschen Franz zu bedenken, täte uns da gut, - so denke ich und blicke auf ein leeres Vogelhaus.  

Sonntag, 18. Februar 2018

Digitale Wirklichkeiten und ihre Diktatur

Ob das nicht etwas über die digitale Lebenswirklichkeit aussagt? Die Reporter, Moderatoren und Berichterstatter der Medien machen bei Olympia einfach weiter (Handicaps, zweite Durchgänge, Konkurrenten...), business as usual, sind begeistert und flippen aus, während „Experten“ ihre „Expertisen“ abgeben.... dabei hat ein Kollege von ihnen (von dem man freilich jetzt gerade nichts hört..., ob da eine Regie die Hand im Spiel hat?) bedenkliche Doping-Praktiken aufgedeckt. Gibt es da eine Wahrheit hinter dem offiziell Kund Getanen? Ist das ein eitler geltungssüchtiger Fatzke, der sich als Autor von Features jeweils vor Olympischen Spielen profilieren will? Mein Eindruck ist das nicht. Doch ich kann nicht hinter die Kulissen blicken, - und mit mir Millionen von Zuschauern, ein Quantum und eine Durchschnittsmasse, die von den Fernsehgewaltigen und ihren medialen Machern oder Umsetzern in Quoten gemessen wird. Wenn aber nur ein Bruchteil von dem wahr ist, was er aufgedeckt hat (oder uns so präsentiert wird), dann kann das eigentlich gar nicht sein, was da gerade abläuft. So tun, als sei nichts. Einfach ignorieren. Fake News und Wahrheiten. Was ist da los? 

Samstag, 17. Februar 2018

Olympic Dreams


Du wachst nachts auf, kannst nicht schlafen. Der Fernseher steht gegenüber, du schaltest ein und bist mittendrin im Olympiawahnsinn. Live-Berichterstattung, du bist im Tran, in einer Trance zwischen Müdigkeit und Wachsamkeit. Da wird, wie du mitkriegst, Slopestyle gefahren. Wilde Sprünge und Skating auf Eis. Der Griff an die Stirn, gekonnt gestürzt, gepatzt... und gestrahlt. Dann Super-Ski, du musst eingeschlafen sein, wachst aber jetzt schon wieder. Vonn sei Single und bittet darum, dass einer vorbei komme und sie für ein paar Stunden tröste.... Nun ja, PR- und Amigeschwäsch. Sozialisation halt. Das Leben als Show. Es gibt einen kurzen Blick auf die Totale des Skigebiets, die Berge zerfurcht und übel durchgepflügt. Ringe auf der Brust, auf die – ist es ein neues Ritual? - ständig geschlagen wird. Gerade auch von den Damen. Es gehen einem unkorrekte Gedanken durch den Kopf. Vonn macht einen Fehler. Die sind aber nicht erlaubt. Gut macht das ordentlich (nicht gut genug...). Es geht um Hunderstel. Es gibt Tränen, es gibt, wie es vom Reporter heißt, eine „extrem ehrgeizige Athletin“. Es wird heftig geweint. „Was für ein Fight von Veith“ dröhnt der Reporter etwas grenzwertig. Da kommt der IOC-Bach und tröstet die Veith tätschelnd. Für was eigentlich? Sie ist doch die Siegerin, - oder nicht? Der Reporter verliert freilich die Stimme, sie überschlägt sich, als die endgültige Siegerin Ledecka heran rauscht. „Eine riesengroße Sensation“. Ich schlafe mitten in der Sensation offenbar wieder ein......der Fernseher läuft weiter....

Freitag, 16. Februar 2018

Narziss und Goldmund

„Du bist Künstler, ich bin Denker. Du schläfst an der Brust der Mutter, ich wache in der Wüste. Mir scheint die Sonne, dir scheinen Mond und Sterne. Deine Träume sind von Mädchen, meine von Knaben“: Vielleicht konnte ich einmal in den jungen Mönch Narziss und den jungen Klosterschüler Goldmund diejenigen Gegensätzlichkeiten hineinprojezieren, die mich damals beschäftigten, die mich auseinander zu reißen schienen. Kitsch. Seelenbilder. Archetypen. Hermann Hesse und die Pubertät. Goldmund wird von Narziss zur Erkenntnis seines eigenen Wesens angeregt. Nichts war’s mit dem Mönchsleben für Goldmund, hinaus ging’s in die Welt, in eine Wanderschaft, hinein in Abenteuer, in das Dunkle, in das Unbewusste. Und dann doch wieder zurück ins Kloster. Aber in ein Dasein auf einer höheren Ebene. Es musste zuvor alles gelebt und erfahren werden, bevor Goldmund diese Stufe des Daseins erklimmen konnte.
(aus dem Entwurf eines in den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts geschriebenen Romans von HH, kombiniert mit eigenen Überlegungen....)

Mittwoch, 14. Februar 2018

Werbung im Olympia-TV


Die dauernde Werbung bei der öffentlich-rechtlichen Berichterstattung der Olympischen Spiele ist penetrant. Manchmal scheint es mir, als sei sie sogar ausgeprägter als diejenige der „Privaten“. Da zahlt man nicht gerade gering am GEZ-Beitrag und muss doch eine solche permanente Werbeoffensive über sich ergehen lassen. Wie das? Damit müssen die Berichterstattung finanziert und die Rechte bezahlt werden, heißt es. Vielleicht sollen auch die exklusiven Ansprüche von Funktionären bezahlt werden. Muss das sein? Nach allem, was heraus gekommen ist? Ich schalte jedenfalls oft um und muss dann im privaten Kanal weniger Werbespotstörung registrieren. 
Komisch, über Produktionskosten erfährt man auffällig wenig. Wie die Strukturen bei den Öffentlich-Rechtlichen da wohl sind? Immerhin sind die Intendanten beim wohlverdienten Gehalt da ziemlich ungeniert und mit einem Lächeln öffentlich voran gegangen. Nach dem Empfinden einiger Leute greifen sie nicht gerade wenig „Aufwandsentschädigung“ ab. Doch mögliche Kritiker sind da sehr schnell als Störenfriede abgetan.

Montag, 12. Februar 2018

The Show must go on

Es wundern mich verschiedene Dinge bei diesen Olympischen Spielen. Da werden Pathos und Chauvinismus mit Fahnen und Medaillenspiegel beschworen, völlig ungebrochen, und, wie mir scheint, noch intensiver als zuvor. Wieso ungebrochen? Nun ja, es sind doch ziemlich begründete Dopingvorwürfe (auch im Hinblick auf „Schland“) aufgekommen, dazu die Fragwürdigkeiten der Entscheider rund um das Thema „Korruption“ und andere seltsame Machenschaften. Ob davon Fragen ausgehen? Hinzu kommt die Zerstörung der Umwelt, die spätestens nach den Spielen von Sootchi und Rio ein großes Thema geworden ist. Die Sportstätten vergangener Spiele scheinen ja nicht unbedingt durchweg gesattelt zu sein. Nachhaltigkeit scheint für die Maßgeblichen ein Fremdwort zu sein. Was bleibt, sind Ruinen. Es scheint um nationale Identitäten zu gehen, um die Effizienz von Sportförderung und verdrängte Trostlosigkeiten.
Doch hier und jetzt geht es wohl ziemlich klar um Geld und Unterhaltungswert, um „Goldene“ und Trophäen fürs ganze Leben. Die Reporter vom selben Sender, der ziemlich investigativ Dopingvorwürfe nach vorne gebracht hat, der den Blick hinter die Kulissen gewagt und dabei Merkwürdigkeiten entdeckt hat, berichten in naiver Begeisterung von nationalen Erfolgen, von Medaillenehrungen mit Hymnen, wo doch auch individuelle Disposition, Talent und die möglichst intensive Ausnutzung von Chancen im Vordergrund stehen könnten. Das Dauerlächeln im Gesicht der medial Begleitenden (es sind nicht durchweg Journalisten) ist wie eingefroren und festgezurrt, es hält über viele Stunden hinweg, die Begeisterung kennt keine Grenzen. Gute Laune um jeden Preis, was aus anderen gesellschaftlichen Bereichen durchaus bekannt ist. Bei Reportern dominieren die Zipfelmützen, das aus Datenbanken gewonnene und dahergelaberte Wissen. Kombiniert mit der Hofberichterestattung über die Sieger(innen), bei den interviewten Siegern der bayerische Akzent und der Stolz (zu Recht). Es werden Nervenstärken gelobt und die Überlegenheit von technischem Können. Das Durchhaltevermögen und die „Fokussierung“ scheinen ganz besonders wichtig zu sein. Nie wurde das (US-amerikanische geprägte) Motto „The Winner takes ist all“ intensiver zelebriert.

Sonntag, 11. Februar 2018

Melancholia

Wieder ist ein Asteroid relativ nahe an der Erde vorbei gerast. Wenn er sie getroffen hätte, hätten wir schlecht ausgesehen. Ja klar, es geht darum, die Dinger relativ früh zu erkennen. Aber im Falle der mittlerweile drei innerhalb einer Woche an der Erde vorbei gedüsten Himmelskörper wäre alles zu spät gekommen. Vielleicht wurden sie ja erkannt, aber nicht entschärft. Das macht uns mal wieder klar, dass wir kosmischen Einflüssen ausgesetzt sind. Es wird ausgegeben und gelaubt, dass es nur darauf ankäme, die Dinger rechtzeitig zu entdecken. Die Ereignisse dieser Woche lassen einen daran zweifeln. Wer unternimmt was, wenn so ein Ding auf die Erde zurast? Ab wann ist alles zu spät? Mir fallen Bilder und Szenen aus dem Film „Melancholia“ von Lars von Trier ein. Sind das Grüblereien und negatives Denken, dem man sich lieber nicht aussetzen sollte? „Melancholia“ ist in diesem Falle ein riesiger Planet, der sich immer mehr der Erde nähert.

Samstag, 10. Februar 2018

Rückblick auf den Rückblick

In einem alten Tagebuch entdeckt, ein Rückblick:
Was war gefordert 1975? Eine Durchdringung der Verhältnisse? Eine Kritik am Bestehenden? Systemkritik? Alles noch ein bisschen, - aber mit viel Skepsis. Idealismus rules mit schwachem Haupt, ist gerade in der Abdankung begriffen. Bleierne Zeit. Die sich verstärkt fortgesetzt hat. Die flotten Menschen in den Talkshows die sich so gut inszenieren können. Die 68er waren bereits Mythos.Die Vorbilder. Brecht. Der gute Mensch von Sezuan. Die Bohemians, wie lebten sie? Wie finanzierten sie ihr Leben? War da ein Erbe vom Papa zu erwarten? War das alles nicht eine Illusion? Der Zweifel nagte überall. Die Ironie. Wir nahmen die Phrasen nicht mehr ernst, wir bestaunten sie nur noch. Was war das für eine Zeit, in der man nur ein paar Jahre später über diese Weltverbesserungsemphase lachte? In der man das als Karikatur auffasste? In der man sich plötzlich frei aller Utopien wähnte? In der man einen Ballast abzuwerfen schien. Einen Abfall entsorgte? Wir misstrauten schon damals einer stilisierten Wirklichkeit. Letztlich brauchten wir Geld, um ein Instrument zu kaufen, um die Interrailkarte bezahlen zu können, um mal ins Kino gehen zu können und sich ein Bier oder auch zwei leisten zu können. Uns trieb die Jämmerlichkeit um, das Unbedeutende. Wir hatten nicht die ideellen Probleme der Hauptfiguren im Deutschunterricht. Wir respektierten das als Kunst. Doch das Leben war schon damals etwas anderes. Das eine war der bürgerliche Bildungskanon, auf links getrimmt. Das Andere die Jämmerlichkeit des Alltags. An mir zog das Leben vorüber. Rühmkorf-Gedichte. Die einen machen Promotion für den Literaturbetrieb, die anderen für die Tabakindustrie.

Freitag, 9. Februar 2018

Machtausübung


Im Lichte der Enthüllungen rund um Tier- und Menschenversuche fangen wir plötzlich an, mit der Möglichkeit zu rechnen, dass die Ausüber von Macht tatsächlich an Softwareupdates und ähnlichen Blödsinn glaubten, um eine Verbesserung der Luftqualität zu erreichen. Wir glaubten einst, dass sich die Ausüber der Macht für eine Verantwortungsethik zuungunsten einer Gesinnungsethik entschieden hätten. Doch jetzt ziehen wir in Betracht, dass diese Leute an ihre eigenen Aussagen glaubten und schlichtweg den Sprüchen der Automanager aufgesessen sind. Die Luft wird zusehends wieder schlechter in unseren Städten und die „Softwareupdates“ haben so gut wie nichts genutzt. Leute wie ich leiden heftig gesundheitlich daran, doch die politischen Entscheider setzen sich über all dies durch Nichterwähnung und PR-Tricks hinweg. Das richtige Maß scheint den Sachwaltern der Macht verloren gegangen. Es zeigt sich wieder einmal, dass sich die selbsternannten „Eliten“ in ihrer Trutzburg Berlin eingemauert haben und nicht zur Kenntnis nehmen wollen, was schief läuft in den gemeinen Niederungen des alltäglichen deutschen Daseins. Wer in die Historie blickt, erkennt darin das Gebaren von Herrschenden, denen ihre Untertanen lediglich Mittel zum Zweck waren. Nun aber: Was wird sich in der Pflege ändern? Rechtfertigt der (manipulierte) Aufschwung, der dadurch erreichte „Wohlstand“, alles? Auch gröbste Lügen?

Donnerstag, 8. Februar 2018

Neue Welten, neue Wirklichkeiten

Die „String Theory“ könnte eines Tages so etwas wie die „Weltformel“ abgeben. Sie versucht, Einsteins allgemeine Relativitätstheorie, die Gravitationstheorie und die Quantenmechanik zusammen zu bringen. Die Grundannahme ist, dass tief in jedem Elektron (oder „Quark“) ein winziges Element ist, das vibriert. Die Schwingungsmuster produzieren Partikel. Damit könnte man dann auch die unendlich geheimnisvolle Funktionsweise eines „Schwarzen Loches“ einigermaßen erklären. Der „String Theory“ nach verschlingt ein solches „Schwarzes Loch“ im Weltraum nicht nur Dinge (auch ganze Planeten), sondern es stößt auch etwas aus, nämlich eine schwache Strahlung, die dem Ereignishorizont entspringen (dieser „Ereignishorizont“ ist ja so etwas wie die Grenze eines Schwarzen Loches“, jenseits dessen alles zusammenfällt und sich immer mehr verdichtet. Dabei bleibt sogar die Zeit stehen...). Wenn Schwarze Löcher diese Strahlung abgeben, beginnen sie, zu schrumpfen und sich langsam zu verflüchtigen. Ein solch verdampfendes Schwarzes Loch gibt enorm viel Energie ab, so viel, dass es spielend für die gesamte Menschheit reichen würde. Also gilt es wohl, ein solches „Schwarzes Loch“ auf die Erde zu holen. So etwas geht im Augenblick noch nicht. Aber wer weiß schon, was die Zukunft bringen könnte? 
 Der "String Theory“ entsprechend bergen „Schwarze Löcher“ noch andere Qualitäten, die genau auf diesem Blog „Reise durch Wirklichkeiten“ wichtig sein könnten: sie bergen möglicherweise mehr als unsere bekannten drei Raumdimensionen. Das kann zu einem völlig erweiterten Konzept der Realität führen. Es könnte dadurch nämlich ein komplettes Paralleluniversum geben, oder sogar viele davon. Ob es möglich wäre, durch die Reise in ein „Schwarzes Loch“ in völlig andere Welten zu gelangen? Durch ein „Wurmloch“ (auch so ein astrologisches Wunder...) könnte man dann zurück gelangen in eine Zeit vor der eigenen Existenz. Ein in der Science-Fiction oft erwähnter „Time-Tunnel" wäre gefunden und eine neue kosmologische Wahrnehmung wäre geboren.. 

Mittwoch, 7. Februar 2018

Schnelle Schnecke (Text)

Schnelle Schnecke


Dem Theater der Welt zusehen,
es geschehen lassen
welch seltsame Rolle ich darin wohl spiele!!!!!
Gar keine?
wo bin ich? Wer bin ich?
Ich schreie es hinaus, niemand hört mich,
alles geht immer weiter, die Rollen sind austauschbar
es ist ein Flow, ein Fluß, eine Bewegung


Wir gehen nebeneinander her,
Da ist eine Herrlichkeit und ich staune
ich bin neugierig
ist da noch jemand anderes?
Sich verstellen, dabei sein,
schreib deine Gedanken auf
aber frag dich: sind es wirklich deine?
Hey Alder, was geht?

es ist ein Flow, ein Fluß, eine Bewegung

(Lyrischer Text in den 2000er Jahren...)

Dienstag, 6. Februar 2018

Identität in Europa

Aber klar doch sind wir stolz auf Deutschland heute und gestern! Es ist vieles hier geworden: Musik, Literatur, Buchdruck, Reformation, wissenschaftliche Leistungen etc. Aber dürfen wir uns darauf ausruhen? Dürfen wir uns abschotten? Was heißt überhaupt „wir“? Ein Band verbindet uns in Mitteleuropa, ein Band der gemeinsamen Werte, auch wenn es die Politik nicht immer nahe legt. Wir fühlen eine große Gemeinsamkeit mit dem, was Frankreich und Italien verkörpern, Schweiz und Österreich... niemals mehr wollen wir dabei agressiv sein. Wir haben Erfahrungen gemacht, die wir anderen ersparen wollen. Deshalb müssen wir uns in Mitteleuropa aufgehoben wissen. Deshalb müssen wir voran gehen, gerade jetzt, wo es wenigstens einem Teil der Bevölkerung wirtschaftlich gut geht. Hoffentlich haben wir die Energiewende noch nicht vergeigt und es ist auch nicht jeder damit einverstanden, dass von hier aus Waffen in alle Teile dieser Welt exportiert werden. Wir brauchen keine Setzungen dessen, was deutsch sei und was nicht. Größte intellektuelle Vorsicht und Umsicht soll uns bei der Erörterung solcher Fragen leiten! Dass wir offen für vieles sind, dass Emanzipation nicht nur ein schillerndes Wort war, dass wir die Erfordernisse der Ökologie, der Schöpfung und Umwelt im Auge behalten haben, mögen Vorteile dieses zeitgenössischen Deutschland sein. Dass aktuell nicht immer die soziale Balance bewahrt wird, mag uns bekümmern und nötigt uns allerlei Überlegungen ab. Goethe und Bach: klar, das sind Giganten. Wer sie hier freilich akademisch studiert hat und sich nicht rechtzeitig ums damit verbundene und vorgeformte Fortkommen schert, mag durch das Raster fallen, das das aktuelle Deutschland kennzeichnet. 

Montag, 5. Februar 2018

Digitales und Arbeit

Wie können sich die Verantwortlichen da so frech in Ämtern und Würden halten? Anstatt auf echte Glasfaseranschlüsse zu setzen und Deutschlands Infrastruktur zukunftsfähig zu machen, versenkt das Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur Milliardenbeträge in die kupferbasierte Übergangstechnik Vectoring. Dass man damit einigermaßen hintere Plätze im Ranking der europäischen Länder belegt, ist auch klar. Doch das scheint in Deutschland Infrastrukturpolitik im Bereich „Digitales“ zu bedeuten. Ob so etwas die Politikverdrossenheit fördert? Von „Fach- oder Managementkompetenz“, ohnehin eine fragwürdige Eigenschaft, scheint so etwas jedenfalls nicht zu zeugen. Doch man spielt polittaktische Spiele und kann sich nicht nur halten, sondern baut die Karriere aus. Währenddessen eröffnet sich so ein weiteres Feld, auf dem die Weichen falsch bzw. nicht gestellt sind. Klar ist: Wenn sich Politiker konsequent durch Inkompetenz auszeichnen, aber keinerlei Konsequenzen zu befürchten haben, dann werden sich Teile der Bevölkerung angewidert abwenden. Dass Digitalisierung auch etwas ganz anderes bedeuten könnte, macht eine andere Fraktion im Bundestag klar. Es geht um die Veränderung der Arbeitswelt. Die Digitalisierung könne die Arbeitswelt positiv verändern, so hieß es von dieser Seite. Beschäftigte könnten dort arbeiten, wo sie wollten und über den Zeitpunkt der Arbeit häufig selbst entscheiden. Nicht mehr Ort und Zeit seien entscheidend, sondern Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung. Dies schaffe Freiräume für eine humane und ökologische Arbeitswelt. 

Sonntag, 4. Februar 2018

Armut (1)

Die letzte Zeit hagelt es Aussagen, Deutschland gehe es wirtschaftlich so gut wie nie zuvor und alles sei wirtschaftlich zum Besten bestellt. Dies scheint Konsens zu sein und allgemein akzeptiert. Das Irritierende daran: es stimmt und es stimmt auch wieder nicht, denn es stellt sich in dieser sich immer weiter auseinander entwickelten Gesellschaft (auch das wird von Wissenschaftlern in Frage gestellt...) immer die Frage, für wen es im sozialen Gefüge da so gut läuft. Außerdem irritiert, dass Leute, die ich selbst ernst nehme, solche Aussagen kolportieren, als seien sie die beglaubigte Wahrheit unter den Wahrheiten. Dabei scheint Fakten zu geben, die solche allgemein ausgegebenen Wohlfühlparolen zumindest etwas relativieren könnten: Die Armutsquote in Deutschland soll bei nahezu 16 % liegen. Dabei wird ständig der Begriff „Armut“ in Frage gestellt: was ist Armut? Wie definiere ich sie? „Arm“ oder „armutsgefährdet? ….Und schon ist der Sachverhalt wieder aufgetröselt, diskutabel, in Frage gestellt.....Den Betroffenen werden währenddessen Peinlichkeiten und Arbeitsverhältnisse zugemutet, die gerne so gerechtfertigt werden: „Vor einiger Zeit hatten wir die Wahl, ob „Minderqualifizierte“ in Arbeitslosigkeit leben sollten oder ob sie in Arbeit kommen sollten, indem der Staat zu ihrem Lohn noch etwas drauf gibt und „aufstockt“. Wir haben uns für die zweite Möglichkeit entschieden. Dabei stellt sich die Frage, wer in diesem Fall „wir“ ist und wer sich für was entschieden hat. Diese Frage führt im Falle Deutschlands unweigerlich auf die Agenda 2010 und solche Alphamenschen wie Gerhard Schröder zu. Übrigens: Schröder. Der inzwischen Aufsichtsratsvorsitzender der russischen Firma Rosnjeft ist, ist gleichzeitig Mitglied der SPD.  

Donnerstag, 1. Februar 2018

Digitalisierung und Führung

Die Digitalisierung soll überall hereinbrechen. Das kündigen wichtige Professoren an und mahnen an, dass dies zwar nahezu alle Betriebe betreffen würde, dass sich aber zu wenige damit konstruktiv befassen würden. Woher das wohl kommt, wenn es zutrifft? Es bestehe kein akuter Handlungsdruck, so die amtlich bestallten Schlaumeier. Handlungsdruck könne etwa durch den Eintritt von neuen Wettbewerbern, durch einen Markteinbruch, Insolvenz und Ähnliches entstehen. Dabei sei es Aufgabe gerade der mittleren Führungskräfte Visionen der Innovation zu entwickeln, die über die reine Existenzsicherung hinaus weisen können. Solche Visionen seien eine wichtige Quelle der Inspiration, weil die Mitarbeiter dadurch ein Ziel oder einen Sinn erkennen würden. Das setze jedoch eine Lust an der Veränderung voraus, die nur in Führungskräften angelegt sei. Diese müssten sich darüber bewusst werden, was sie wollten und welche Prioritäten sie anstrebten. Vorhandene Energie werde darüber hinaus zu oft durch zu enge Zielvorgaben, akuten Leistungsdruck oder Regelungen verschüttet. So müssten in diesem Zusammenhang „Volition“ entwickeln, also den Willen, ein ganz bestimmtes Ergebnis zu erreichen und dabei fokussiert zu bleiben. Über solche totalitären „Führungstechniken“ in der sogenannten Wirtschaft sollten wir uns alle bewusst sein. 

Dienstag, 30. Januar 2018

Erstaunen

Jetzt bin ich baff, entgeistert, schockiert: wie geht denn das? Man glaubt zu träumen, einen ziemlich schlechten Traum: Es ist alles bizarr, niemand weiß von etwas, jeder distanziert sich, empört und alteriert sich. Es werden Erklärungen abgegeben und Assistentinnen blättern in Unterlagen. Doch nichts passiert. Nichts. Alles verlogene Reaktionen. Im Hintergrund wird dafür gesorgt, dass Verschwörungstheorien florieren. Träger von seltsamen Versuchen haben sich inzwischen aufgelöst, haben aber trotzdem durchgeführt (und das erst vor kurzem!), Affen wurden "verbraucht", Sponsoren sind betroffen, die Wissenschaft steckt im Dilemma mit von wissenschaftlich aussehenden Damen getätigten Aussagen wie "ohne solche Versuche wird es wohl nicht gehen". Was kostet die Forschung, wer bezahlt?, Experten schauen verständig, es drohen Fahrverbote, Regierungen setzen sich darüber hinweg, missachten rechtliche Vorgaben, sie lassen hängen, machen nichts, verzögern, reden schön, Fragen müssen geklärt werden, es wird verwiesen, in Ausschüsse, ins Ungewisse. Die geschäftsführende Ministerin muss zum Rapport. Aus dem Kreis der Spezialdemokraten werden Karrieren gegen alle Widerstände und Umfrageergebnisse weiter verfolgt, wie oft schon gehabt. Niemand empört sich wirklich. Innovation, auch und gerade vermeintliche - um jeden Preis. 
Ob das alles so toll ist? Ob wir in einem so tollen Land leben? In dem wir "gut und gerne leben"? In dem es allmählich keine Insekten mehr gibt. In dem Hummeln keine Chance mehr haben. Es könnte vielleicht einiges besser sein, darauf wenigstens müsste man sich einigen können. Verbessern. Sehr sichtbar verkörpern einige politische Akteure Selbstsicherheit, wollen keinen Deut nachgeben, gegenüber niemandem, lehnen Kompromisse ab. Ob das demokratisch ist? Währenddessen verrecken Leute, damit es den hier Herrschenden und Beherrschten noch besser geht. Mir fehlen die Worte. 

Montag, 29. Januar 2018

Für Georg Trakl (Lyrik)

FÜR GEORG TRAKL


Wie können wir verstehen,
was du uns zurückließest?
Von einem Größeren singend
Ein Ahnen bleibt uns
vor einem Rätsel, das du auf uns gebracht
Du gingst für uns
voraus
bis über den Abgrund hinaus
und fandest noch Worte
verlassen
lässt du uns
dem Untergang,
für den die Bilder
gefangen
vor Feuerschlünden

fallen



(in den frühen Achtzigern geschrieben)

Sonntag, 28. Januar 2018

Experten

Mir geht das wieder durch den Kopf, was ich in den vergangenen Monaten oft gedacht habe: da hantieren ehemalige „Stars“ und Superstars“ jetzt vor Kameras in Sportdauerdendungen als sogenannte Experten und machen dabei nicht immer eine glückliche Figur. Meist sollen sie Insiderzeugs zum Besten geben und Einschätzungen... reden aber oft totalen Bullshit. Außerdem sind sie oft aufgedunsen und fett, so gar nicht, wie sie ihre Anhänger in Erinnerung haben. Dazu kommt, dass sie ohne Training sowieso etwas zu fett grinsen, dass das Fehlen der entsprechenden Kleidung sie in unsere alltägliche Nähe rückt, sie vom glamourbehafteten Sockel herunter holt und sie zu einem „normalen“ Menschen ohne Nimbus aus Fleisch und Blut macht.
 Ihr Vorteil: Sie konnten alle etwas Engumgrenztes, eine Spezialität, eine Marotte, ein Ehrgeizziel, ziemlich gut. Sie waren so etwas wie eine Leitfigur für die Leistungsgesellschaft. Sie machten ihr Ding immer wieder und versuchten per Training, sich bestimmte „erfolgreiche“ Verhaltens- und Reaktionsmuster samt der damit zusammen hängenden Abläufe einzutrichtern. Dabei half ihnen oft ein ganzer Stab von Leuten, die der jeweils fördernden Nation (welcher Widerspruch im Zeitalter Europas!) verpflichtet waren. Bei Erfolg wurden dann auch meist Flaggen gehisst und Nationalhymnen gesungen, da wurde Chauvinismus eingeübt. Der Vorteil dieser einstmaligen Helden ist es, dass sie oft „was daraus gemacht“ haben, dass sie jemanden besonders Reiches geheiratet haben oder Vermarktungsagenturen gegründet haben, denen sie dann ihr Gesicht als Logo leihen. Es gelingt ihnen dann meist, in einer solchen „Experten“-Rolle bei den Fernsehprogrammen unterzukommen und gutes Geld dafür zu kassieren. Ob ihr geradezu mechanisches Dauerlächeln dabei förderlich ist und superprofessionell wirkt, mag dahingestellt bleiben. 

Samstag, 27. Januar 2018

Cogito, ergo sum

Unser Blick wurde auf den am Kirchenhimmel kämpfenden Satan gelenkt. Darunter die Figur des Cupido, was übersetzt die Begierde heißt, wie wir einst in der Schule gelernt hatten. „Geburt, Fortpflanzung, Tod“, der einfache Dreiklang des Lebens, - draußen, in der Welt vor dem Kloster. Eine Formel, in der die Evolution vonstatten geht. Ohne Moral. Unschuldig. Natürlich. Ob wir als Menschen uns wirklich davon distanzieren konnten? Im Christentum bedeutete dieses kreatürliche Leben die Erbsünde, jawohl. Die Tiefenpsychologie hatte uns zeitweilig gelehrt, dass der Prozess der Menschwerdung eine Bewegung des Sich-Bewusstwerdens aus dem Unbewussten, aus dieser natürlichen Unschuld heraus, auch ein Übernehmen von Verantwortung ist. Die ganze Bibel konnte so verstanden werden. Die ganze Menschheitsgeschichte. Ich bin schuld, ich weiß, was ich tue: „Cogito, ergo sum“, raunte leise die aufklärerische Philosophie im Hintergrund der Geschichte. 
(aus dem in den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts geschriebenem Entwurf eines Romans) 

Freitag, 26. Januar 2018

Im Klo

Im Klo
In der Nebenkabine drückt und furzt es sehr verbissen, bis etwas auf Wasser klopft, hektisch Reinigung, Papier  dann berieben, das Geräusch tut weh, raues Papier klingt roh, man mag sich's nicht vorstellen und tut es doch unwillkürlich....

Geruch und Geräusch vermischen sich auf alltägliche ordinäre Weise, im Geiste kotzt man kurz ab, dann drückt ein Furz, eiserne Disziplin ist angesagt, wer könnte das sein? Wurde man selbst beobachtet, wie man in der Kabine verschwand? Wer so furzt und leicht gebremst stöhnt, der hört sich nicht gut an, das erschüttert und weckt unser Mitgefühl. Ob wir dem Kollegen Trost zuzusprechen versuchen? Es muss ein Kollege sein, das steht schon mal fest, die Bewegungen könnten typisch sein, haben wir ihn reingehen sehen, er war nicht da, als wir uns aufmachten, man macht sich Sorgen, Verdauung kann vieles zeigen, womöglich nicht genügend Abstand zu seiner Existenz, die sich in diesen hektisch herausgedrückten Winden offenbart, Leittiere furzen nicht so gedrückt, das klänge offensiver, selbstbewusster, das klingt nach Ärger hinunter gedrückt, mühsam weggedrückt. 

Mittwoch, 24. Januar 2018

Vulkane

Der Vulkan Mayon auf den Philippinen rumort weiter. Ob er bald ausbricht? Wichtiges über Vulkane in Kürze: Vulkane und das, was von ihnen bleibt, bestehen hauptsächlich aus Basalt. Siliciumdioxid in der Lava verdickt sie. Vulkane fördern in jeder Hinsicht die Entstehung von Leben. Es sind zwei Prozent Kohlenstoffdioxid darin und ein Prozent Schwefelwasserstoff. Alles andere kommt in Spuren vor. Aber viele der darin vorkommenden Gase sind auch in kleinen Dosierungen für Menschen sehr giftig. Da reicht schon wenig.... Größtenteils besteht das austretende Gas jedoch aus Wasserdampf. Wichtig dabei ist!: Vulkane zerstören nicht nur, sondern sie produzieren alle wichtigen Bausteine des Lebens. So sind die frühe Erdatmosphäre und die Ozeane durch Vulkanismus entstanden.
Vulkane haben einst Wasser und Gas in den urzeitlichen Himmel gepumpt. Da die tektonischen Platten der Erde große Mengen von Wasser und Gas wieder ins Erdinnere zurück schafften, entstand eine Atmosphäre, deren Beschaffenheit für die Entstehung von Leben ideal war. So schaffen die Vulkane die Grundbausteine des Lebens. Alles Leben braucht Wärme, Wasser und energiereiche Nährstoffe. Auf der Erde sorgen dafür Vulkane. Wir leben in einer etwa 20 Grad warmen sauerstoffreichen Umgebung und halten alles, was davon abweicht, für extrem. Doch das ist nur so etwas wie Gewohnheit: Wir haben uns nur im Laufe der Jahrmillionen halt an unsere Umwelt angepasst. Schwefel dient bestimmten Bakterien als Nährstoff. Sie sind der Anfang des Lebens. Das gesamte Leben könnte so einem Vulkan entsprungen sein.
Typisch für vulkanische Aktivität sind Geysire. Anstatt Lava zu spucken, wie bei den normalen Vulkanen, entweicht bei Geysiren Grundwasser. Es wird tief unter der Erde durch eine Magmakammer zum Sieden gebracht. Wenn das Wasser heiß genug ist, kann es nicht mehr unter der Erde bleiben. Es strebt dann mit seiner ganzen Energie und sehr heiß zur Oberfläche, wie bei anderen Vulkanen. Kurz vor der Eruption bildet sich eine Wasserblase mit einer glasigen Kuppel.

Vulkane haben eine gewaltige Zerstörungskraft, schaffen aber auch die Voraussetzungen für Leben. Sie sind beides: Lebensspender und - Vernichter. Schlechte Perspektiven: In einer Milliarde Jahre könnte die Plattentektonik auf der Erde zum Stillstand kommen. Das wäre eine Katastrophe für alles Leben auf unserem Planeten. Plattentektonik und Vulkanismus sorgen für die richtige Atmosphäre. Sollte dies erstarren, würde die Erdatmosphäre von den Sonnenwinden mitgerissen und verschwinden. Die andere Möglichkeit: der Vulkanismus geht weiter und die Atmosphäre würde fortbestehen, freilich würde sie immer dichter und heißer. Höhere Lebensformen wie etwa der Mensch sie darstellt, würden unter solchen Bedingungen aussterben. Mikroben nicht. Hm. Das alles passiert aber erst in einer Milliarde Jahre.

Dienstag, 23. Januar 2018

Der letzte Fado (Text)

DER LETZTE FADO
Der letzte Fado schwimmt in Bier
der Wind treibt ein leise verottetes Flugblatt den Strand entlang
ein Hund bellt von Erlösung, Kinder rufen
die Wasser steigen, was soll's?
Die letzte Party hallt in virtuellem Kater/Keller
kurzfristig im Trendchannel bleiben
lieber nicht zu viel riskieren
Du bist ein Produkt
mit einer glanzlosen Verpackung
Du bist ein Produkt
Dich hat mal jemand gemacht
du machst etwas aus dir
Du hast dich gemacht
so wie du bist
eine Botoxspritze

achtlos in den Müll geworfen 

Sonntag, 21. Januar 2018

Shakti und Shiva

Der Vulkan Mayon auf den Philipinen brodelt. Ein Ausbruch könnte bevorstehen. Wann, das weiß man noch nicht. Was bedeutet das? Spätestens damals auf Hawaii bekam ich eine Ahnung von dieser Urgewalt. Wir gerieten in eine Prozession, die die Erdgöttin Pele feierte. Einserseits war uns das alles fremd, andererseits war's ja so konkret, wie etwas nur konkret sein kann. Es fauchte und rauchte im Schlund, in den die Leute Dinge hinunter warfen. Heute ist diese Erinnerung in jeder Hinsicht wertvoll für mich geworden. Es ist auch ein Sinnbild für die Schöpfung und Zerstörung, die hier naturhaft zusammenfällt. Vulkane haben womöglich den Menschen nach der Eiszeit ermöglicht. Vulkanerde ist die fruchtbarste überhaupt. Shakti und Shiva, Yin und Yang, - auch die Religionen haben einiges dazu beigetragen, die grundsätzliche Zwiespätigkeit dieses Phänomens besser zu verstehen. Jaja, wer im unmittelbaren Umfeld eines Vulkans lebt, wird wohl kaum solche grundsätzlichen Betrachtungen lieben. Aber gewisse „Naturvölker“ im pazifischen Feuerring begegnen dem Phänomen durchaus auf dieser Ebene, fühlen sich ein in eine Existenz mit dem Vulkan als Lebensspender und Vernichter. Wir hier neigen dazu, die Wissenschaft dagegen ins Felde zu führen. Bloß keine Unsicherheit! Vielleicht sind wir heute noch nicht an dem Punkt, der dies als tragfähig erscheinen ließe. Denn solche Gewalten sind nicht zu kontrollieren, sind viel zu groß und grundsätzlich dafür. Vielleicht wird man in Zukunft einen Ausbruch genauer vorhersagen können, was zeitnähere Evakuierungen nach sich ziehen könnte. Doch einstweilen müssen wir noch verharren und hoffen. Wir? Ja, wir! Denn wenn in Mitteleuropa der Vesuv ausbricht oder in den USA der Yellowstone, könnte die Lage für die gesamte Menschheit schwierig werden.

Samstag, 20. Januar 2018

Fritz und Johnny

Friedrich Schiller ist nur 46 Jahre alt geworden. 1759 in Marbach a. Neckar geboren, 1805 in Weimar gestorben. Schiller hat Jura studiert, war in der Militärschule, hat dann als Arzt gewirkt, er hat eine unbezahlte Professur für Philosophie in Jena gehabt, darüber hinaus hat er viel geschrieben. Sowohl Goethe als auch Schiller waren viel krank. Seit den späten 80er Jahren scheint Schiller nie mehr richtig gesund geworden zu sein. Er scheint so etwas wie Tuberkolose gehabt zu haben. Ein ganzer Lungenflügel ist irgendwann gar nicht mehr aktiv gewesen. Insofern hat er sich viel abgerungen. Ab 1794 waren Goethe und Schiller im engeren Sinne befreundet, also gerade mal 11 Jahre, in denen sie der deutschen Klassik ihre Form gegeben haben (unter anderem in ihrem Briefwechsel).
Schiller ging von Folgendem aus: Es gibt zwei Grundkräfte im Menschen: 1. der Verstand, die Vernunft. 2. der Stofftrieb, die Natur. Wir wollen alles so angenehm wie möglich, wir wollen fressen, saufen, ficken. Damit kommen wir aber nicht weit, so Schiller. Wir sind gezwungen, uns mit dem Zwang zur Moral auseinander zu setzen. Dieser nötigt uns geradezu dazu, obwohl wir die Freiheit haben, etwas ganz anderes zu tun. Er setzt den Spieltrieb dagegen, der uns zum Menschen werden lässt. Der Mensch muss spielen, dann wird er zum Menschen (ob er heutzutage wohl auf die „Gamescom“ gegangen wäre?). Es gilt, die Ganzheit des Menschen wieder her zu stellen. Der alte Schiller hat die Philosophie nicht um der Philosophie willen betrieben, einen anderen Verdienst als den ideellen (er hat dadurch tatsächlich nichts verdient!!!) hatte er nicht, sondern er war als Künstler auf die Philosophie angewiesen. Er wollte nämlich wissen: wieso empfinde ich überhaupt etwas als schön? Wie schaffe ich Schönes? Da gibt es einiges in der Natur, aber das ist determiniert, festgelegt durch die Naturgesetze. Was ist es, was der Mensch noch „veredelnd“ dazu bringen kann (das „Anmutige“)? Was sind die Maßstäbe, nach denen etwas schön ist?

Freitag, 19. Januar 2018

Auf der Jagd nach dem Selbst

Es scheint das Zeitalter der Selfies, der ständigen Selbstbeobachtung und das relativ verkrampfte Festhalten eines Moments, das für eine besonders designte Seite in sozialen Medien festgehalten werden soll. Es ist das Zeitalter der eigenen Body-Optimierung, des Styling eines selbstverliebten Bewusstseins und des Egotrips. Man will sich als etwas Einzigartiges, etwas ganz Besonderes fühlen und das auch inszenieren. Jedenfalls ist das das Bild, dem wir jeden Tag begegnen. Ob das der einstig propagierten „Selbstverwirklichung“ nahe ist? Ob da Crash-Kurse und Managerkonditionierung heranführen können? Um somit erfolgreicher zu werden? In dem „...er“ scheint mir das Problem zu liegen. Selbstverwirklichung selbst scheint mir als eine Art Steigerungstechnik in einem bestimmten Interesse eingesetzt zu werden. Menschen wollen auf diese Weise erfolgreicher, schneller, fitter, innovativer, kreativer und gesünder werden. Es soll eine Technik (!) in einer Wachstumslogik sein.

Donnerstag, 18. Januar 2018

Kampf um Anzeige

Ein neues Fieberthermometer, das ist genau, was ich brauche. Sofort gekauft. Immer wenn das „konventionelle“ nicht zur Hand ist, ich es nicht finde und deshalb mal wieder ein ganz neues kaufen muss, denke ich, dass ich unbedingt eins brauche. Also jetzt eins, das speichern kann, an der Stirn und im Ohr spielend leicht abliest. Ablesen soll. Denn erst mal bin ich resigniert an der Aufgabe, das Ding überhaupt aufzupacken. Ich hatte es in das Medikamentenschränkle versenkt, mit der Vorstellung, es dann aufzupacken, wenn ich es brauche. Nun ja, Garantie- oder Rückgabeanspprüche könnten dann längst passé sein: Stimmt. Aber ich will das in Kauf nehmen, das Teil wird schon funktionieren. Aber irgendwann packt es mich doch: ich sollte das Ding vielleicht studieren und es mir zugänglich machen, so lange ich klar bei Geiste bin. Im Fieberwahn werde ich es kaum zusammenbringen. Also mache ich mich dran: erst mal das dicke fette Plastik, das aufzuknacken gar nicht so leicht ist. Schon bei anderen Gelegenheiten musste ich die Erfahrung machen, das das in einem Blutbad enden kann, weil dies Plastik nämlich so massiv ist, dass man es mit normalen Scheren kaum auf bekommt. Gerade solche Hersteller für medizinisches Equipment machen solche Fehler! Es müsste sich eigentlich bis zu denen herumgesprochen haben, dass wir solches Plastik nicht wollen, dass es die Weltmeere versaut und uns dauernd zum Gang zur Mülltonne treibt. Aber nein, wir ärgern uns, haben das Ding aber schon gekauft. Beim Schneiden aber bloß nichts beschädigen! Da ist ein „Manual“, also ein Bedienhandbuch, dessen Lektüre ich besonders hasse und als bloßen Zeitverlust betrachte. Bevor ich mit irgendetwas loslege, also erst das Manual studieren! Tausend allgemeine Vorbemerkungen, die alle ziemlich wichtig sein mögen und den Hersteller gegen tausend rechtliche Gefahren schützen sollen, ärgern mich schon wieder. Ich will kurz und knapp wissen, wie das Ding funktioniert, fühle mich aber hin gehalten in diesem Bestreben. Nun versuche ich, intuitiv das Ding in Gang zu bringen. Klappt nicht. Wird wirres Zeug angezeigt. Also genau nach Bedienungsanleitung. Ich verzweifle, kriege es auf diese Weise auch nicht hin, rufe Youtube auf und will es mir per Video erklären lassen. „Stellen Sie die Uhrzeit wie in der Bedienungsan,leitung beschrieben ein“ heißt es hier. Verdammt! Hilfe, ich scheitere bereits an diesem Schritt. Das Gerät empfiehlt sich auf der Packung mit einer besonders gut verständlichen Bedienungsanleitung...nur bei mir klappt es nicht. Was bleibt, ist Zynismus und Kampf. Ich mache wohl eine Stunde lang herum, zweifle an mir selbst und will mich nicht durch einen Anruf bei der Hotline als Oberdepp offenbaren. Also gebe ich partout nicht auf, versuche alles, immer weiter und habe das Ding schließlich eingestellt, dass es etwas misst. Ob das allerdings das ist, was ich messen will, weiß ich nicht genau. Ich rede es mir ein, gebe auf und lege das Ding beiseite.....ich habe genug davon. Was nun? Das alte suchen? Klare Richtwerte? Nein, ich will nichts mehr davon wissen.....

Mittwoch, 17. Januar 2018

Duft als Werbestrategie

Ob Menschen nur mit der Nase riechen? Rezeptoren gibt es auch an Hoden, - Wow! - Spermien können riechen. Eizellen gehen Geruchsstoffen nach. Inzwischen hat sich ja durchaus die Erkenntnis verbreitet, dass tief verborgene Erinnerungen und Gefühle am mentalen Zentrum vorbei direkt ins Unbewusste gehen. Im limbischen System entstehen auf diese Weise Gefühle wie beispielsweise Erinnerungen, d.h. sie dringen in uns. Aber nur ein geringer Teil davon schafft es ins Bewusstsein. Diese Mechanismen will sich natürlich auch die Werbung zunutze machen. So schaffen Gerüche bestimmte Kaufbereitschaften. Oder allgemeiner: Bestimmte Geruchsstoffe können eine ganz bestimmte Wirkung haben. Dabei können etwa Pheromone eine sehr anziehende Wirkung haben. Pheromone sind Botenstoffe, die nicht nur Menschen aussenden, wenn sie Zuneigung verspüren. Dadurch wiederum soll sich die Empathie und Großzügigkeit erhöhen. Dadurch ergeben sich viele Anwendungen, die in der Geschäftswelt Sinn machen. Viele Branchen versuchen sich dies zunutze zu machen und machen dies zum Bestandteil globaler Vermarktungsstrategien. Dort wo sich Konsumenten konzentrieren, wird mit Düften experimentiert. Viele Unternehmen wollen etwas ansprechen und für sich nutzen, was tief im Menschen steckt. „Positiv beeinflussen“ könnte die Devise dabei lauten, es gilt, das Empfinden für ein bestimmtes Preis/Leistungsverhältnis auf diesem Wege zu verbessern, Krisensituationen lockerer zu bewältigen. Es geht darum, dass sich Menschen in bestimmten Unternehmen wohl fühlen sollen, was die Sympathiewerte erhöht. Dass diese Unternehmen meist große Unternehmen sind, mag nicht sehr überraschen.  

Sonntag, 14. Januar 2018

Auf der richtigen Seite sein

Da läuft ein Nachwuchspolititiker der CDU herum und dröhnt überall, wie toll doch Deutschland sei, - und überhaupt: Die Kritiker sollten das nicht immer schlecht reden. Der Polit-Emporkömmling hat es gut, der ist durch eine Parteikarriere abgesichert und in hohe Staatsämter gelangt: Pensionen in nicht unbeträchtlicher Höhe sind da zu erwarten. Zahlungen, Status usw. Ob er die Realität außerhalb (manipulierter) Zahlen etwas kennt? (Na klar, so wird er antworten. In seiner Bürgersprechstunde glaubt er sie dauernd kennenzulernen...). 
Praktiziert wird hierzulande Steuervermeidung in ganz großen Stil, an der (wie zuletzt die „Paradise Papers“ belegten), oft genug auch seine Kaste beteiligt ist. Das Rentensystem ist im europäischen Vergleich unterirdisch, es droht massive Altersarmut. Das Gesundheitssystem beklagt massive Probleme im Bereich der Pfleger. Bessergestellten scheint es da, ganz im Sinne einer neoliberalen Logik, besser zu gehen: kein Wunder, sie haben ja auch eine wirksame Lobbyvertretung. Die soziale Spreizung, ohnehin weit fortgeschritten in diesem Land, verschärft sich immer weiter. Der ländliche Raum verkommt massiv, weil eine „lebendige Urbanisierung“ betrieben wird, in der die weniger Betuchten keine Chance haben. Der soziale Wohnungsbau hinkt weit hinter dem Bedarf zurück (er wurde ja auch über Jahre hinweg vernachlässigt...), - was nicht zuletzt denjenigen Recht zu geben scheint, die sich nicht unbedingt im Zitat „Wir schaffen das“ aufgehoben fühlten (wer ist eigentlich "Wir"?) und ahnten, dass eine gewisse Bevölkerungsschicht die Folgen der ungezügelten Menschlichkeit im Opportunimus zu tragen haben würde. Die Infrastruktur in diesem Land zerbröckelt. Dass Brücken und Straßen saniert werden müssten, scheint sich inzwischen herum gesprochen zu haben. Ein Konzept für die Digitalisierung der Arbeitswelt, das über die Bereitstellung von Laptops in Schulen und eine bessere Breitbandverkabelung hinaus geht, wird schmerzlich vermisst. Auch hier könnten sich im hoch gelobten Land noch massive Probleme auftun. Ja klar, es geht auch schlechter: Wir leben zumindest nicht im Krieg. Korruption scheint eingedämmt. Hungern muss - nach "offiziellen" Aussagen - niemand. Ob das alles ein Grund zur Selbstzufriedenheit ist?    

Dienstag, 9. Januar 2018

Zweifel (Lyrik)

ZWEIFEL


EINMALIG bin ICH auf dieser Welt, gewiss
dasselbe denkt im Moment ein ANDERER
einer, der morgens den Kaffee genießt,
der immer irgendeine Melodie im Kopf hat
der sich manchmal fragt, warum er ist (isst?),
der hin und wieder versucht, den Verstand zu gebrauchen
und gleichzeitig nicht zu missbrauchen,
der Pete Townsend mag und Marylin Monroe, und.......
der faul ist und auch schon mal die Welt retten wollte....


ZWEIFEL?


Du hast dich zuviel schon vergeudet
und fragst dich: hab' ich nur schlecht geträumt?
Wachst manchmal auf, nur um dich gleich wieder umzudrehen,
gibst dich manchmal hart
aber es gelingt dir, nicht, zu überzeugen


ZWEIFEL?




Ein Kuss, Gewehre, Hast und Motoren
falsche Rosen, Pillen gegen hohlköpfige Lügen
eine Suche dazwischen
Hass und Friedhofsruhe
Lächeln für einen Moment
nach uns



ZWEIFEL?

Sonntag, 7. Januar 2018

Was wäre Wirklichkeit?

Schon Teenager lassen sich Nase und Lippen richten, üben sich im Tarnen und Täuschen, wollen sich verstellen zu anderen Identitäten. Heraus zu finden, wer man selbst ist und gar auf den warten, der das akzeptiert, könnte zu lästig sein. Man kann ja nachhelfen, es kann schneller und besser gehen. In Richtung auf vorgegebene Ideale. Und man hat mächtige Freunde. Maschinen als „Freunde“. Roboterfreunde. Ob Roboter nicht schon bald schlauer als wir selbst sind? Programmierte Einheiten? Erst mal gilt es, abzudriften in bessere Welten.
Die Virtual Reality-Brillen scheinen ja bis jetzt nicht gerade der große Schlager zu sein. Aber sie holen auf. Sie werden eines Tages mit ihren genussvollen Angeboten voll da sein. Erschwinglich. Für jeden. Brillen für alle, die die Augen vor der Wirklichkeit verschließen wollen und sich lieber in Realitäten herumtreiben, die andere für sie ausgedacht haben. Naja, die Gamingindustrie hat sich dies schon längst zum Vorteil gemacht und nutzt das nach allen Regeln aus. Illusionen zu verkaufen ist ohnehin ein altes Gewerbe. Menschen scheinen ja leicht zu manipulieren sein. Die Art, wie wir unsere Umwelt wahrnehmen, scheint dabei eine wichtige Rolle zu spielen. Wir unterscheiden und differenzieren das, was uns als wichtig erscheint. Berühmt ist in diesem Zusammenhang das Beispiel mit den Hopi-Indianern, die andere Zeitbegriffe als wir haben und die Zeit auch anders wahrnehmen. Aber auch an anderen „Naturvölkern“ sind solche sprachlichen Mechanismen nachzuweisen. Über die Augen und Sinne empfangen wir immer dieselben Reize. In der anschließenden Verarbeitung könnte allerdings die Sprache und die Art unserer Wahrnehmung der entscheidende Faktor sein. Die Realität könnte im Auge des Betrachters liegen.
Viele Beispiele aus dem Bereich der optischen Täuschungen sind uns diesbezüglich ja bekannt. Unser Gehirn ist programmiert durch immer wiederkehrende Prozesse. Es rechnet sie sich mit der Zeit mehr aus, als dass es sie wahrnimmt. Es hat eine bestimmte Art der Realität „gelernt“ und sie sinnvoll strukturiert. Unser Gehirn versucht, aus allem, was wir sehen, Sinn zu konstruieren. So können die Grenzen zwischen Wirklichkeiten auf einfachste Weise verschwimmen. Das menschliche Gehirn hat ja die besten Voraussetzungen dafür, sich täuschen zu lassen. So kann auch eine Virtual-Reality-Brille die Kontrolle über die Realität übernehmen. Diese Teile ziehen uns in ihre Bilderwelten. Man ist erstaunt, hat Angst, ist erschrocken oder erfreut - man erlebt etwas.

VRBrillen sprechen Sinne an, die älter als unser Großhirn sind. Das heißt, sie gehen am Verstand vorbei. Es gilt, Erfahrungen zu machen, ohne sie wirklich zu machen. Wirklich? Was ist Wirklichkeit? Sie scheint auf solche Weisen beliebig manipulierbar zu sein, schöngefärbt, gebogen, verbogen, in bestimmte Richtungen geführt. Der neueste Trend? Avatare. Also künstliche Doppelgänger, Identitäten, in die wir uns hinein- und hinaus geträumt haben. Irgendwann glauben wir tatsächlich an die Realität, die solche Avatare umgibt, egal, wie das Erlebnis zustande gekommen sein mag. Unser Stellvertreter macht Erfahrungen, mit denen wir uns identifizieren. Die Vermischung von Realität und Vorstellung davon wird perfekt sein. In sozialen Medien könnte das bald gängige Praxis sein: man schickt einen Avatar zu abenteuerlustigsten Verabredungen mit anderen Avataren. Sich in einen solchen Stellvertreter hinein zu versetzen, wird erstaunlich gut funktionieren und uns mit allen Mitteln (vor allem der Werbung mit allen Mitteln....wir kennen das ja) schmackhaft gemacht. Nachdenken oder Grübeln? Wird verschwinden. Wir sind auf dem Weg. Weg aus der analogen Welt. Hinein in eine Schöne Neue Welt.... 

Samstag, 6. Januar 2018

Künstliche Intelligenz (8)

Ich lese, dass der Silicon-Valley-Star Anthony Levandowski eine Kirche zur Anbetung von Künstlicher Intelligenz gegründet hat. Lewandowsy soll entscheidend an der Entwicklung von selbstfahrenden Autos beteiligt gewesen sein. Aber klar, es geht hier um die Anbetung eines neuen überirdische Wesens, das unsere Möglichkeiten (weit) übersteigen soll. Es geht nicht mehr um das Dienen, um das Ausführen. Es geht um Imitation des menschlichen Geistes, mit all seinen bisher dem physischen Leben vorbehaltenen Resonanz- und Rückkopplungseffekten. Es geht hier um Macht und Unterwerfung. Da der Mann, der sich selbst auch gleich mal als „Dekan“ der neuen Kirche ausruft, im Silicon Valley in den USA wirkt, war der Schritt zum Pseudoreligiösen ja überfällig. In den USA gibt es aus grundsätzlichen Gründen der Verfassung (sie verspricht totale Freiheit!) und der Historie (die einstigen Auswanderer waren oft Flüchtlinge vor europäischer religiöser Engstirnigkeit) viele Sekten. Und es sollen Roboter gebaut worden sein, die in der Lage sein sollen, ohne Einwirkung des Menschen Roboter-Babys zu züchten, die ihren Eltern intellektuell über den Kopf wachsen - und vielleicht bald die Herrschaft über unsere Wirklichkeit übernehmen könnten? Es soll sich, wie ich mir notiert habe, um ein vorläufig in der Objekterkennung eingesetztes Programm namens AutoML handeln, das durch bestärkendes Lernen in der Lage ist, autonome Formen von KI zu erschaffen. Es mischt sich Angst, das Gefühl von Bedrohung und Entmächtigung, das Gefühl eines Ausgeliefertseins.... Das alles scheint sehr dunkel und ganz offensichtlich dazu geeignet zu sein, uns zu überrumpeln, stärker und klüger zu sein, - aus sich selbst heraus. Das strebt über den Punkt hinaus, ab dem die Menschheit in ihrer geistigen Leistungsfähigkeit gegenüber Algorithmen unwiderruflich ins Hintertreffen gerät. Sie verkauft es als etwas Erstrebens- und Anbetungswürdiges.

Freitag, 5. Januar 2018

Vorsätze

Die guten Vorsätze zu Neujahr werden doch nicht heute schon überflüssig geworden sein? Nichtdoch! Stress vermeiden, besserer Umgang mit den Ressourcen, mit der Umwelt, mehr Zeit für sich selbst, mehr Zeit für Familie und Freunde, weniger fressen, mehr Bio, mehr Bewegung und Sport, sich mehr um andere Menschen kümmern....? Ach ja, dann aber mal ran! Oder jetzt schon erlahmt? Müde geworden?
Oder bringt es auch Genuss und Spass, das Richtige zu tun? Ob es mehr gilt, den eigenen Weg zu finden? Den Mittelweg zwischen den Extremen? Das Maß? Muss dazu Verzicht geleistet werden?  Es kommt wohl darauf an, von welchem Niveau aus und mit welcher Einstellung. Dürfen wir uns unsere Fehler eingestehen? Ist alles nur eine Sache des Willens? „Nur“? Oder der „Haltung“? Ist das alles politisch überhaupt umsetzbar und zu verallgemeinern, oder gilt nur das, was jeder in seiner kleinen Umwelt kann? Ob man mit seiner Einstellung unbedingt andere Leute missionieren sollte, oder man ihnen damit mehr auf die Nerven geht? Fragen über Fragen, die wir uns zuerst zu beantworten versuchen sollten, ehe wir Vorsätze fassen.

Donnerstag, 4. Januar 2018

Werbung für die Demokratie

Komm lass uns voran gehen und Werbung für die Demokratie machen! Nicht, indem wir den Lobbyisten und Interessenverbänden Einfluss gewähren, nicht, indem wir den Banken freien Lauf lassen und nicht, indem wir dauernd Bürgerrechte einschränken im offiziellen Interesse der Terrorismusbekämpfung. Lass uns stolz sein und solche Aktionen nicht nötig haben! Wir entscheiden! Lass uns die Demokratie weiterentwickeln und sie in mehr und Bereiche hinein tragen! Transparenz wäre wichtig, wissen, wer was in welchem Interesse entscheidet. Jämmerlich, diese Autokraten überall, die ihr Volk überrennen und es maltraitieren, die sich dafür anbeten lassen und dem Führerkult huldigen, indem sie ihre persönlichen Eitelkeiten und ihre Gier nach Geld befriedigen! Was für elende Wichte! Die Freiheit des Einzelnen wäre von uns dagegensetzen, die Freiheit, sich selbst zu bestimmen und zu verwirklichen, auch gegen den Staat und seine Bürokratie! Das Böse im Menschen erkennen, aber versuchen, damit umzugehen...., das könnten wir auf diese Art relativ easy. In dem Wissen, dass es ein Rechtssystem gibt, dem wir alle gleichermaßen ausgesetzt sind und das versucht, alle gleich zu behandeln. Das im Zweifelsfalle auch durchgesetzt wird. Um das Ungenügen wissen, von uns, von den anderen, vom Staate. Kompromisse eingehen, als Methode, mit anderen und anderen Meinungen umzugehen. Wir brauchen keine künstlichen Identitäten, haben an uns selbst schon genug zu tun! 

Dienstag, 2. Januar 2018

Flöte (Ludwig Tieck, Lyrik)

Flöte

Unser Geist ist himmelblau,
Führt dich in die blaue Ferne,
Zarte Klänge locken dich
Im Gemisch von andern Tönen.
Lieblich sprechen wir hinein,
Wenn die andern munter singen;
Deuten blaue Berge, Wolken,
Lieben Himmel sänftlich an,
Wie der letzte leise Grund

Hinter grünen frischen Bäumen.

Ludwig Tieck

Montag, 1. Januar 2018

Küken schreddern

Männliche Küken legen keine Eier. Pech gehabt! Müssen geschreddert werden. Laut hiesiger Jurisprudenz verstößt das Töten von 45 Millionen männlichen Küken nicht gegen den Tierschutz, weil die Aufzucht dieser Küken einen unverhältnismäßig großen Aufwand bedeuten würde und nicht rentabel sei. Die männlichen Küken sind sowieso auch noch teurer in der Aufzucht, weil sie mehr fressen. Ausgewachsene Hähne der Legehennenrassen seien nur Produkte für eine kleine Absatznische. Die Tötung der Küken seien also Teil der Verfahren zur Versorgung der Bevölkerung mit Eiern und Fleisch. Und das möglichst billig und in Massen. Ob das ethische Aspekte hat? Ob uns das ankotzen würde, wenn wir an der Fleischtheke stehen? Allein schon der Gedanke an Schlachthöfe und Massentierställe.....Igitt! Ob wir uns alle daran gewöhnt haben, wenn Skandale aus der Massentierhaltung bekannt geworden sind? Wenn das alles in einer massenhaften Abschlachtung geendet hat? Wenn der „Normalzustand“ zu einer Qual für die Tiere würde?