Reise durch Wirklichkeiten

Dienstag, 5. Mai 2020

Grinsende Lächler zur Unterhaltung

Grinsende Lächler überall in den Medien. Wenn die Kamera ein wenig zu lange drauf bleibt, wird die Maske jedoch sichtbar, die das bedeutet. Überall scheint der Schein zu herrschen. Die Maske. Das sich gegenseitig etwas vormachen. Die Wahrheit und die Wahrhaftigkeit haben es schwer. Die Gesichtsoperationen, derer, die es sich leisten können, beherrschen das Feld. Die Ganzkörperoperationen und die kleinen Mäuschen aus dem Solarium, die sich besser fühlen, wenn sie ihr ganzes und auch noch letztes Geld  selbst unter erschwerten Krisenbedingungen dafür ausgeben. Die dadurch, wie sie lächelnd erklären, „einfach mehr Selbstbewusstsein“ haben. Die beim Schein mit dabei sind, zum Schein. Die gute Laune der beautiful people als Maskerade, als "Role model" und als sowohl bewusstes als auch unbewusstes Vorbild. Das absurde Spiel der elektronischen Medien und das ,was sie den Menschen antun. "Alles, was wir wissen, wissen wir aus den Medien", sagte der Soziologe Niklas Luhmann. Doch was transportieren diese Medien? Unterhaltung kommt zunehmend als Verdummungsmaschine rüber. Als Suchtmittel für die Doofen. Als Verwirrung. Als Überhöhung und gleichzeitig Verkehrung der Realität. Erpressung durch die Globalisierung. Ob das am Ende gar zu einer neuen Fremdenfeindlichkeit führt?


Montag, 4. Mai 2020

Das Blau

(Aus einem unveröffentlichten Roman)

Das Blau, dieses Blau. Es berührt dich. Es packt dich und zieht dich an. Du hattest lange nach einer solchen Unmittelbarkeit gesucht. Du hast es in deiner Kindheit gesehen und es war immer wieder in deinen Träumen aufgetaucht. Du hattest sogar versucht, es zu kaufen, in Form von Schalen, von Glas, von lauter seltsamen Gegenständen, die bei dir zuhause nutzlos herumstanden. Kaufen? Nun ja, du wolltest es um dich herum haben, möglichst nah bei dir. Nun ist es da. Dieses Blau mit der magischen Anziehungskraft. Jetzt ist es Christus am Himmel dieser Kirche, gehüllt in dieses Blau, gemalt von einem Maler mit dem Namen Martin Koller. Jetzt ist es Maria. Nach 250 Jahren strahlt es immer noch, dieses geheimnisvolle Blau, das den Menschen einst etwas Konkretes bedeuten sollte und uns nun so geheimnisvoll herab leuchtet. Dieses Blau, das tief in dir etwas anzusprechen schien, etwas, das dich früher einmal vorwärts getrieben hatte. Eine Kraft, von der die Romantiker aller Zeiten geradezu magisch angezogen waren. Von Novalis bis Neil Young.

Samstag, 2. Mai 2020

Warnung vor journalistischen und wissenschaftlichen Unzulänglichkeiten in diesem Blog

Es geht bei vielen Postings in diesem Blog womöglich um Perspektiven, denen jeder unterliegen kann.  Die ihm "zufliegen", ohne das er das explizit so will oder dass er das Mitgeteilte überprüfen könnte. Dabei spielt meine Person keine oder eine sehr geringe Rolle. Ich sehe mich selbst da nur als eine Art "Medium", dass stellvertretend für die Masse der Vielen steht. 
Dies hier ist aber auch kein intimes Tagebuch! Das Subjektive mag an vielen Stellen in Richtung des Objektiven gehen, - und umgekehrt! Das zu beachten ist bei der Lektüre sehr wichtig. Ich fühle mich in der Rolle des Schreiberlings eher als Beobachter und stelle ja von der Seitenauslinie auch viele Fragen, auf die ich selbst keine Antwort weiß. Auch sie könnten sich jedem stellen. Es hat mit meiner Person nichts zu tun, ohne dass ich die bequeme Position jener Politiker einnehme, die erklären, dass die Entscheidung zwischen richtig und falsch nicht von ihrer Person abhänge. 1.) werde ich nicht von der öffentlichen Hand bezahlt 2.) habe ich keine „wichtigen“ Entscheidungen zu treffen. Nein, ich fühle mich als Teil von etwas Anderem, - was auch mit meinem Studium der Soziologie zu tun haben könnte.
Ich zeichne ein Bild, das - und das ist die Pointe! - nicht zutreffend sein muss! Ich nehme einfach nur Informationen, Anstöße, Fragmente rund um mich herum auf und gebe sie wieder. Nein, da ist kein journalistisches Überprüfen und die Verantwortung vor der Veröffentlichung! Viele der "Konsumenten" haben schlicht nicht die Zeit dafür. Der alltägliche Journalismus geht auch kaum so vor.... Es geht hier vielmehr um ein Stochern im Nebel anhand gewisser Fakten, - so, wie es vielen anderen Personen geht. Übrigens: Interviews werden nicht gewährt. 
Es erhebt die Information in meinen Posts keinen Anspruch auf absolute Gültigkeit. Sie ist vielmehr die Wahrnehmung einer Möglichkeit, einer Perspektive und Ansicht auf eine Gegebenheit, der wir ausgesetzt sind. Ich versuche aufzunehmen, dass es nicht mehr so einfach ist, zu entscheiden, was richtig und falsch sei. Einst und in der Aufklärung, - bis jetzt!, nahm diese Rolle die Wissenschaft wahr. Doch sie scheint inzwischen von vielen Seiten her korrumpierbar und interessengeleitet. Grund zur naiven Wissenschaftsgläubigkeit bietet sie in letzter Zeit jedenfalls relativ wenig. Politische Entscheidungsträger sollten sich auf die Wissenschaft stützen, heißt es oft. Doch unter diesen Bedingungen könnte dies ein schwieriger Job sein, zumal auch die Politik selbst (z.b. EU) Einflussnahmen unter bestimmten Interessen ausgesetzt ist. Dass sich diese als wissenschaftlich kaschiert haben, ist inzwischen bekannt. Untersuchungen werden nahezu beliebig gekauft, wissenschaftliche Titel haben (nur) ihren Preis. Der Publikationszwang unter Wissenschaftlern und die Praxis wissenschaftlicher Fake-Verlage andererseits, scheinen hier zudem ungünstige Einflüsse auszuüben oder versuchen offenbar mit einigem Erfolg, sich dies eitle Bestreben zunutze zu machen.
Andere meiner Postings in diesem Blog sind hingegen sehr subjektiv, zeichnen ein Bild aus meinen Augen, sind von mir, meinen Erfahrungen und Person gefärbt und getränkt. Sie kommen aus dem Subjektiven, könnten genau darin jedoch etwas Allgemeingültiges haben, etwas, was sich verlängern ließe ins Gesellschaftliche. Privates könnte etwas mit Öffentlichem zu tun haben (s.o.)  - und umgekehrt. Ich wechsle also die Perspektiven, fühle mich tatsächlich auf einer „Reise durch die Wirklichkeit“, die gewisse Politiker in den letzten Tagen unbedingt regulieren wollten.....

Freitag, 1. Mai 2020

Alter


Es wird jetzt viel über „Die Alten“ geredet. Es kommen neuerdings dabei auch einige unverblümt sozialdarwinistische Positionen zur Sprache. Mich wundert darüber hinaus, wie etwa manche junge Leute so gar keine Vorstellung „vom Alter“ haben. Als würde es sie nie und nicht betreffen. Sie fühlen sich von Vornhinein im recht (für alles!), weil sie im ökonomischen Sinne produktiv sind. Sie würden „Die Alten“ am liebsten radikal wegsperren. Oder sie kontrolliert umbringen. Leider hat eine solche Denkweise schon viel zu lange Auswirkungen auf unsere Politik. Das allgemeine Verhältnis zum Tod, das sich an vielen Dingen und Mechanismen illustrieren ließe, zeigt dies überdeutlich. Auch die Gesundheitspolitik, die teilweise von älteren Männern gemacht wurde, scheint mir dies zu veranschaulichen, trotz aller Pflegeversicherungen und der allzu oft gehörten und total abgegriffenen Floskeln „Wer soll das bezahlen?….wir müssen auch an die….und den…..“ denken. Ob dadurch die eine gegen die andere Gruppe ausgespielt werden soll? Die Einsparpolitik vergangener Tage scheint mir jedenfalls der Wegsperrpolitik unserer Tage zu entsprechen. Scheinbarer „Effizienz“ scheint mir jegliche Empathie und jegliches Bewusstsein vom Menschsein geopfert zu werden. Der durch verfehlte Gesundheitspolitik bedingte und auch jetzt herrschende Mangel an Personal und Material macht mich wütend. „In den Ofen stecken“ scheint die Politik zukünftiger Tage. Radikale Umsetzung des Ökonomischen. Jaja, klar müssen wir an die Wirtschaft denken. Im derzeitigen System hat sie ja gravierende Auswirkungen: Nur, wer arbeitet, hat eine Daseinsberechtigung. Zumindest offiziell. Wobei der Begriff „Arbeit“ auch neu überdacht werden müsste. Und der Begriff „Wachstum“, von dem jetzt eine ganze Gesellschaft lebt. Ob es zumindest verschiedene Begriffe von „Wachstum“ gibt? Und ob der von der Politik oft gebrauchte Begriff des „nachhaltigen Wachstums“ etwas von einer Beruhigungspille hat?

Mittwoch, 29. April 2020

Wissenschaft und Öffentlichkeit

Ich staune, wie anpassungsbereit und zahm sich Leute bei TV-Talkrunden geben, während sie sich zuvor als agressive Vertreter einer ganz bestimmten restriktiven Linie profiliert hatten. Besonders Virologen scheinen sich jetzt dabei hervor zu tun. Scheinen. Sie erklären das bei verschiedenen Gelegenheiten gerne mit ihrem Bonus eines Wissenschaftlers, dessen Erkenntnis sich halt in Widersprüchen vollziehen könne. Klaro. Bescheidweisser attestieren ihnen das gerne. Ob dabei aber weniger die Dynamik der Erkenntnis, als vielmehr ein Trick dahinter steht? Gleich danach sind sie, die gebenedeiten Virologen, jedoch leider viel zu oft dabei, steile Thesen in „wichtigen“ PKs vorzutragen, die sie dann aber nicht öffentlichkeitsverständlich erklären. Sie sollten begreifen, dass es bei solchen Talkshows nicht um einen Kongress von „Wichtigs“ und Experten, sondern um öffentliche Kommunikation geht.
Fußballbosse treten damit nach vorne, dass sie für ihre gehätschelte Millionärsbande ganz besondere Bedingungen fordern und sie für ein dringend benötigtes Entertainment der Marke „Brot und Spiele“ eintreten. Alle anderen müssen zurück treten, sie alleine haben das richtige „Konzept“. Fordern, ja fordern, nachdem sie sich zuvor allzu gerne als „demütig“ gegeben haben. Ob das mit der Demut ein PR-Trick zum Erreichen bestimmter Ziele war? „Ethik-Experten“ könnten nach meinem Geschmack etwas entschiedener und klarer sein. Sie ziehen sich allzu gerne in Allgemeinplätze und nebulöse Behauptungen oder Empfehlungen zurück. Ihre Ansichten fahren aus Gremien hernieder, die, wie man nachträglich erfährt, zu einem ganz besonders tragenden Anteil aus privilegierten Männern besteht und die Familie als vom Subsidiaritätsprinzip gehätschelte Einheit nicht allzu sehr im Blick hat. Während im medizinischen Bereich immer noch die Masken und Testmöglichkeiten zu fehlen scheinen, staune ich darüber, dass mir das jetzt sogar per Mail angeboten wird und ich erfahre, dass diverse Testmöglichkeiten gar nicht genutzt würden. Dass dieser Bereich gar nicht ausgelastet sei. Alles scheint mittlerweile in Medien-Inszenierungen zu zerfasern. 

Dienstag, 28. April 2020

Was geht (Text)

Was geht

Du gehst nach draußen
und spürst den Boden unter Dir,
Du merkst wie Du gehst
Was geht da?
Was geht?
Wer ist das?
Du gehst weiter....
stellst Dir lauter Fragen
die sich langsam verwischen in Dir
die einsickern in Deine Gedanken
Dein Empfinden
Du bist jetzt hemmungslos bei Dir selbst
und legst doch auf Selbsterfahrung keinen Wert
kannst das alles nicht mehr leiden
bist müde dieser elenden Finten
du willst dich nur kurz begreifen
an diesem Tag
in diesem Moment
du willst die Zeit nicht vergessen
die du heute anderen wieder verkauft hast
gerade so als sei's eine Notwendigkeit
als Rechtfertigung deiner Existenz
Du spürst ein Auge in Dir
wie es dich anschaut
Dich, - wer bist du
tausende gehen jeden Tag
du bleibst
hast dich an das Bleiben gewöhnt
so ist das
eines Tages wirst auch du gehen
ganz alleine
und alles um dich herum wird alles dasselbe sein
es geht weiter mit Dir.....

(etwa 2009 von mir)

Montag, 27. April 2020

Wirtschaft und Krise

Was mir derzeit aufstößt? Besonders im Bereich der veröffentlichten Meinung erscheint mir das Wort „moralisch“ blitzschnell diskreditiert zu sein… Dass etwas ethisch vertretbar sein könnte, scheint so weit außerhalb jeglicher wirtschaftlicher Betrachtung zu sein, dass es nur abfällige Missachtung verdient und gerne mal als „Sozialromantik“ oder „Geschwätz" abgetan wird. Der „Wohlstand“ ist uns heilig, so erscheint mir ein Glaubenssatz dieser Gesellschaft, der natürlich „alternativlos“ scheint. „Natürlich wird‘s Leute geben, die durch‘s Raster fallen“ so höre ich auch immer wieder. Im multilateralen Bereich könnte es ja wohl auch so sein, dass ein ganzer Kontinent wie Afrika „durch‘s Raster“ fällt. Ob die, die „durch‘s Raster“ fallen, immer dieselben sein müssen, kommt mir dann aber doch wie eine ethische Frage vor, die von Wirtschaftsleuten zugelassen sein müsste und dringend erörtert werden müsste. Auch der Verdacht, das mit denen, die „durch‘s Raster fallen“, auch hierzulande mal wieder die „Kleinen Leute“ wie etwa Pfleger, LKW-Fahrer und Supermarktbedienstete gemeint sein könnten, erscheint im Lichte rein wirtschaftlicher Betrachtung nicht gar so abwegig. Auch scheint mir klar zu sein, dass Europa nach der Krise zerschlagen sein wird, nachdem es sich in lauter nationale Ego-Trips hat zurück fallen lassen und mit Solidarität wohl nicht allzuviel am Hut hatte. Dass aber der „Wohlstand“ mit einer internationalen Verzahnung, besonders im Bereich der EU, zu tun hat, scheint außerhalb dieser Betrachtung zu liegen. Geld mag in der EU gut angelegt erscheinen. Dass hier aber unter anderem alte Klischees ihre Urständ‘ feiern, mag nicht nur an der derzeit grassierenden populistischen Offensive liegen, die doch alle Rechtgläubigen der demokratischen Kultur so intensiv und gerne mit Missachtung belegen.

Donnerstag, 23. April 2020

Valerie (3)

(Fortsetzung des unvollendeten Romans von 28.2.)

Die Kellnerin entschuldigte sich umständlich, mit der Erklärung, sie habe Schichtwechsel und wolle deshalb abkassieren. Beim Blick in seinen Geldbeutel erschrak er und beschloss wieder einmal, aus dieser Phase der Unproduktivität heraus zu kommen, - koste es, was es wolle. Er wollte wieder anfangen, ernst zu machen und nicht nur Leben zu erzählen, weil das in gewissem Sinne für ihn doch das Erleben voraussetzte und für seine Clownerien relativ wenig Freiraum ließ (so jedenfalls kam es ihm bisweilen vor). Es gab auch andere Momente, in denen er auf seine Phantasie und sein Wissen setzen wollte – oder seine Intuition, die ihn dann aber allzu oft im Stich gelassen hatte, um ihn schließlich in Zweifel oder gar in Verzweiflung zurück gelassen hatte. Er machte die Türe mit dem großen „M“ darauf hinter sich zu und dachte dabei an die Krankheiten, die in Form von Bakterien an dieser Klinke klebten, die er gerade in die Hand genommen hatte. Aus dieser primär hygienischen Überlegung heraus versuchte er, seinen Hosenladen mit der rechten Hand zu öffnen und seinen Penis nur mit der linken Hand zu berühren. Für ein Autobahnklo war es eigentlich ganz sauber. Es roch auch nicht diesen typischen Latrinengeruch öffentlicher Bedürfnisanstalten. Über die Zigarettenstummel und Schamhaare in den Pissbecken konnte man hinweg gehen, - es gehörte hier zum Inventar. Beim Blick in den Spiegel erschrak er zum zweiten Mal heute: er fand sich abgespannt, aufgeschwemmt und gleichzeitig leer, aufgedunsen von dem Vakuum, mit dem er lange gekämpft hatte, von der Monotonie, die seine Gedanken immer wieder behämmert hatte und die dazu neigte, sich in Hektik hinüber zu verwandeln, in Übelkeit, Hautunreinheiten und jene Magenschleimhautentzündungen, die ihm nun ins Gesicht sahen….

Mittwoch, 22. April 2020

Stars und Prominente


Hierzulande scheint man sich angesichts der krisenbedingten Ereignislosigkeit und den diesbezüglichen News vor allem mit dem Befinden der „Stars und Prominenten“ zu befassen. Ein kleiner Blick nur in das „Unterschichtenfernsehen“ scheint mir da recht aufschkussreich. Namen, die ich nie gehört habe, die aber an anderer Stelle als sehr vermögend (zum Teil mit aufschlussreichen Zahlen) vorgestellt werden, prägen die Lage. Ob so etwas nicht nur zu Corona-Zeiten eine bestimmte Funktion hat, haben könnte? Ob es die Mär' befördern soll, dass du es in dieser Gesellschaft schaffen kannst, wenn du nur willst? Den Leistungsantrieb befördern? Der alte amerikanische Traum? Nun ja, mittlerweile scheint er selbst in den USA selbst nicht mehr so recht zu funktionieren. Die Reichen scheinen immer reicher zu werden, die Armen immer ärmer. Globales Phänomen. Die diesbezüglichen Zahlen scheinen mir erschreckend zu sein. Ob dieser als „Erfolg“ ausgegebene „Traum“ vor allem die als Erfolgsorientiertheit ausgegebene Rücksichtslosigkeit und den Egoismus transportieren soll? Ob Dynamik“ da das richtige Stichwort ist? Ob diese Leute, die „es geschafft haben“, vor allem mit ihren Ellenbogen voran gekommen sind? Ob sie einen bestimmten Typus des Menschen verkörpern? Ob sie sich aufgespielt haben auf der gesellschaftlichen Bühne und dafür die notwendige Verächtlichkeit aufgebracht haben? Ob so etwas wirklich ein Modell für uns sein kann?

Dienstag, 21. April 2020

USA und Europa (2)

Natürlich gibt es unzählige Stories, die den „amerikanischen Traum“ vorführen sollen. Stories über die, die es „vom Tellerwäscher zum Millionär“ gebracht haben sollen. Doch unterschlagen wird oft, wie viele gerade dies nicht geschafft haben von etwa 300 Millionen Amerikanern. Wie viele es in den Abgrund der Armut geschafft haben. Und ob der gegenwärtige amerikanische Präsident eine Werbung für dieses System darstellt? Wenn es solche Leute in einem solchen System „schaffen“, dann lässt das ja wohl Rückschlüsse zu. Unter anderem scheint die viel beschworene Dynamik und der alles beherrschende Wettbewerbsgedanke da bestimmte Charaktereigenschaften zu fördern, die von diesem obersten Häuptling nahezu täglich vorgeführt werden. Eigentlich sehe ich mich als großen Freund der USA als Land. Das darin herrschende System freilich sehe ich zunehmend kritisch. Schon früh befasste ich mich auch auf akademischem Wege damit und bereiste das Land ausführlich. Dass besonders im Nachkriegsdeutschland in Deutschland das Kopieren amerikanischer Vorgaben einschließlich dem der Demokratie eingeübt wurde, war okay. Es ging auch auf bewundernswerte Werte und ihre Realisierung zurück, von denen tatsächlich gelernt werden konnte. Dass dies aber bis heute hinein ins Ungünstigste durchgehalten wird (u.a. scheint auch die SUV-Mode davon zu kommen, in den USA hatte sie ihren Sinn....hier nicht) - bewusst oder unbewusst, - würde ich durchaus als unglücklich sehen. Der französische Weg imponiert mir da deutlich mehr.

Montag, 20. April 2020

Hindurch gleiten

Man legt Metheny und sich selbst auf, man liest Camus („Die Pest“) und Zeitung, man versucht, am Tagwerk zu arbeiten (Schreiben, korrigieren, Musik machen, Essen zubereiten, Staub saugen usw.), im Fernsehen scheint viel von "Lieferketten" die Rede zu sein, nebenbei wird die Normalität als eine "Neue Normalität" definiert, man selbst versucht, sich zu sammeln, den roten Faden weiterzuspinnen, man stolpert und taumelt durch die Tage und Wochen, man telefoniert und schaut auf verschiedene Weisen nach außen, man kauft ein und hofft nachträglich, grübelt darüber, ob und wie einem das schaden könnte, wie man sich angesteckt haben könnte, man freut sich an der Sonne, weiß aber auch, welch verheerende Auswirkungen zu viel Sonne im vergangenen Jahr hatte, man freut sich über die Auszeit, die Teile der Natur jetzt haben, erinnert sich aber auch sehr genau an das Szenario der Klimakatastrophe, an die manche Kreise möglichst schnell wieder anzuschließen versuchen, man denkt daran, wie einem die kleinen Auszeiten des Lachens gut getan haben, es wird einem bewusst, wie alt man (geworden) ist und man wird genau darüber älter, man freut sich über eine bestimmte Phrasierung, eine musikalische Wendung, die das Unendliche zu berühren scheint, die Ahnung beschert und eine Verbindung schafft..., Sie verklingt, schon ist sie weg, man hat Schlimmes erlebt und wird noch viel Schlimmeres erleben, man lebt jetzt in einer Art Zwischenzeit und versucht, mit Verstorbenen Kontakt aufzunehmen (wobei man sich mit seinen „Gesprächen“ gleichzeitig selbst sonderbar findet…), im Internet die Nachricht, dass man viele unglaubliche Preise gewonnen hat und das man sich melden soll, - der Betrug ist allzu offensichtlich.

Sonntag, 19. April 2020

Gesundheit!

Unser Gesundheitssystem scheint inzwischen, was gerade in Zeiten von Krisen ganz besonders zum Tragen kommt und für "die Vielen draußen" spürbar wird, eine Veranstaltung zur Erzielung von möglichst hohen Profiten zu sein. Dabei scheint es vor allem um Kosteneinsparungen, in der Sprache der Manager sind das Personaleinsparungen, zu gehen. Das scheinen unter anderem meine letztjährigen Erfahrungen im Krankenhaus und im Altenheim meines Vaters zu bedeuten. Es scheint in den letzten Jahren auf Teufel komm raus privatisiert worden zu sein, wobei immer dieselben Argumente zu hören waren. Ohne private Hände sei die Aufgabe sowieso nicht zu bewältigen, war über Altenheime und die sie umtreibenden Verhältnisse zu hören (Demografie war auch ein beliebtes Argument). Die Privatwirtschaft könne das besser (in der Sprache der Technokraten heißt das „effizienter“) als der Staat, so war dann stets zu hören. (Von den Zahlungen an die auf diesem Wege hinausgesparten Arbeitnehmer war nie die Rede…).
Die Schlüsselfrage, die solche neu geschaffenen Konstellationen anzutreiben scheint, ist doch „Wie kann man möglichst hohe Gewinne machen?“ und viel weniger „Was brauchen Patienten?“. Es wird dann an unzähligen kleinen Parametern gedreht, das Essen wird schlecht, die Zahl der (sinnvollen) Veranstaltungen sinkt, Geselliges Beisammensein wird zu einer formelhaften Veranstaltung, die stetes gleich abläuft und bei der es vor allem darum zu gehen scheint, möglichst wenig zu investieren. Auch werden gerne Personalkosten eingespart, indem keine Vertretungen für länger- und kurzfristige "Ausfälle" besorgt werden. Bewohner werden bewusst in Agonie gehalten (es gibt dafür auch chemische Möglichkeiten....), weil man sie auf diesem Wege besser „verwalten“ und mit ihnen umgehen kann. Weil sie auf diesem Wege gefügiger sind. Krankenhäuser waren bis 1985 nicht verpflichtet, Gewinn zu machen, sondern, - was ich aus heutiger Sicht nahezu unglaublich fand , - es war ihnen verboten (!), Gewinne zu machen. Inzwischen scheint jedes 3. Krankenhaus in privater Hand zu sein, was natürlich die Erzielung von Gewinnen nahe legt.

Samstag, 18. April 2020

USA und Europa

Gerade jetzt, in der Krise, werden große Unterschiede zwischen dem europäischen und dem amerikanischen Gesellschaftssystem deutlich. Die Zahlen sprechen hier deutlich für sich. Doch noch bis vor kurzem lobten Wirtschaftsprofessoren das amerikanische System in den Himmel und stellten es uns als leuchtendes Vorbild hin. Das europäische System sei viel zu sehr auf Umverteilung und Unterstützung vom Staat ausgelegt, hieß es. Nun scheint es auch darum zu gehen, diejenigen, die nicht so viel Geld haben, gebührend zu unterstützen. Da sind z.b. „die Jungen“ oder die Rentner. Die USA sind da viel kapitalistischer, es wird viel mehr privat gemacht. Wer sich etwas nicht leisten kann, bleibt dabei außen vor. Dies wird auch dadurch unterstützt, dass die Steuern in den USA niedriger als beispielsweise in Deutschland sind. Es gibt Aussagen, die dahin deuten, dass, wer sich in den USA einen Steuerberater leistet, nahezu keine Steuern zahlt. Doch hierzulande bekommt man für seine Steuern ein wesentlich besseres Sozialsystem und – last but not least – Gesundheitssystem. Dies kommt auch den weniger gut betuchten Menschen zugute. Die Armutsrate gebe da zusätzlichen Aufschluss, quaken Wirtschaftler. Die sei nämlich vor dem Staatseingriff nahezu gleich. Nach etlichen Umverteilungsmaßnahmen freilich reduziere sich der Anteil der Armen im europäischen System deutlich, im amerikanischen jedoch deutlich weniger. Im Ergebnis ist der Anteil der Armen in den USA etwa doppelt so hoch. In den USA sei die Gesellschaft offener und durchlässiger zwischen Arm und Reich. Es sei einfacher, Vermögen aufzubauen. Einfacher sei es jedoch auch, Vermögen zu verlieren. Vermögen aufzubauen sei dadurch ein Ansporn zur eigenen Leistung und weniger als Merkmal eines Klassenunterschieds, lassen die Wirtschaftskenner dazu verlauten. Dadurch seien die Leute motivierter. Vom Tellerwäscher zum Millionär, so lautet der „amerikanische Traum“. Ob er wohl im Laufe der Zeit etwas gebrochen ist, ob es eine Lotterie und Glücksache geworden ist, in einem solchen System Erfolg zu haben? Ob die heutigen, in den Medien oft vorgeführten Zahlen, da einen Hinweis geben? Ob, wie es das „amerikanische System“ ja propagiert, da ein Preis zu zahlen ist? Klar war das amerikanische System in der Vergangenheit dynamischer und leistungsfähiger. Doch ob dies in den letzten beiden Dekaden mit seinen Entwicklungen der wirtschaftlichen Konzentration weitgehend verspielt wurde? Ob dieser Preis und der Umstand, von wem er zu bezahlen ist, jetzt in der Krise nicht ganz klar offensichtlich wird?

Freitag, 17. April 2020

Prioritäten


Kaum sind neue Maßnahmen verkündigt, so geht das Mäkeln und Meckern los. Der Wirtschaft geht es natürlich zu langsam und die 800 qm findet sie überwiegend abwegig, in der Frage der Bildungspolitik samt den anstehenden Prüfungen scheinen die Meinungen auch weit auseinander zu gehen und die Verantwortlichen eiern wegen Maskenschutz herum, meinen in Wirklichkeit ja doch, dass einfach zu wenig Masken vorhanden sind und deswegen Hausfrauenratsschläge der Frau Kanzlerin beherzigt werden sollen. Von den Altenheimen ist wenig die Rede, vom Bundesligafußball schon. Bemerkenswert. Die Opposition muss Opposition spielen, so wie ihr das zuzustehen scheint und sie sorgt sich im Übrigen meiner Meinung nach berechtigt um die Grundrechte. Oder um Wirtschaft. Hm. Geschwätz kommt wieder in Gang, so dass am Ende niemand mehr Bescheid weiß. Jeder Wichtig und Lobbyist hat seine Meinung dazu. Das Problem aber scheint doch das Virus selbst zu sein und weniger die, die darüber entscheiden sollen. Die Überbringer von Nachrichten werden gegeiselt, doch die garstigen Fakten (Fakten, Fakten, Fakten...) bleiben.  

Donnerstag, 16. April 2020

Ja (Text)

JA

Momente,
in denen du mit allem einverstanden bist,
dir zuschaust
zufrieden
wie ein Tropfen im Ozean
ein Staubkorn in der Wüste
einfach so – einfach da
nur sein
einmal
alles in dir
du in allem
dankbar
Liebe
JA
JA......

Dienstag, 14. April 2020

Sprachgebrauch (2)

Man ist ja schon etwas befremdet, wenn gewisse Politiker im Fernsehen immer wieder die Formulierung gebrauchen, sie wollten etwas oder eine bestimmte Maßnahme „ausrollen“. Klar, das kommt aus dem Englischen. Ob das aber der jetzt ein bisschen in Verruf gekommenen und sogenannten Globalisierung geschuldet ist, die es ja aus den verschiedensten Gründen sich mittlerweile einigermaßen schwer hat und nicht mehr so „alternativlos“, wie einst dargestellt, präsentiert? Auch hat sich immer mehr eingebürgert, man wolle etwas „handlen“. Klar, Sprache ist im Wandel. Ob sie sich aber beständig in eine bestimmte Richtung entwickeln sollte? Ob das etwas mit Selbstbewusstsein zu tun hat und Selbstbewusstsein wieder mit Identität? Dass man mit etwas „am Start“ sei, kommt wohl auch aus dem Englischen, das im Gegensatz zum Deutschen „Amtssprache“ in der Europäischen Union ist. Amüsiert nehme ich auch immer wieder zur Kenntnis, wenn Sportler verkünden, man müsse jetzt wirklich „alles reinhauen“, um zum Erfolg zu kommen. "Man muss jetzt liefern".  "Darin zumindest haben wir commited". 

Montag, 13. April 2020

Natur und Mensch

Morgens, wenn ich aufwache, höre ich nicht mehr den Gesang der Vögel. Es herrscht eine alles beherrschende Stille. Und das, obwohl die Entfernung von hier zum Wald nicht allzu groß erscheint. Meinen Vater, mit dem ich mich am Telefon darüber unterhalte, scheint es sehr geprägt zu haben, dass er bei einer Wanderung mit jemand zu tun hatte, demgegenüber er den Verlust von Vogelarten beklagte. Alles, was er daraufhin hörte, war: „Das macht doch nichts aus! Dann gibt es halt einen Vogel weniger...“ Die kurzfristige Nutzung erscheint hier als bestimmendes Element. Was sich kurzfristig dem nicht unterordnet, wird ausgeschieden aus der Erkenntnis und „genutzt“ (womit allzu oft die vollkommene Vernichtung einher geht). Stichwort: Artensterben. Utilitarismus.
Das Bewusstsein, dass alles mit allem zusammen hänge, dass in einem solchen System auch ein Vogel dazu beiträgt, dass auch ökonomische Leistungen von Gesellschaften ohne Vögel möglicherweise nicht möglich seien, scheint einem solchen Bewusstsein noch immer, auch in der größten Krise, fremd zu sein. Dagegen gibt man als Mensch gerne vor, den Lauf der Natur souverän zu überblicken (woher stammt die Information eigentlich? Naturbeherrschung war im 19. Jahrhundert ein Dogma, - aber heute?), Aussagen dazu zu machen und sie dem ökonomischen Wohlbefinden, - in unser Gesellschaft gerne „Wohlstand“ genannt, - unterzuordnen. Es könnte sein, dass dadurch unser Zeitalter als „Antropozän“ gekennzeichnet sein könnte, d.h. als Zeitalter des Menschen, der sich alles, auch die Natur der Erde, glaubt, rücksichtslos durchsetzen zu dürfen. In Zeiten der Globalisierung kommt noch das Moment des Geld verdienens hinzu, wozu sich der Mensch mit seinen institutionellen Möglichkeiten auch der verschiedenen Institutionen (z.b. die EU) bedient. Es wird etwas legalisiert, was man unter anderer Sicht auch als „schwerer Raub“ bezeichnen könnte, was aber durch ein Rechtssystem abgesichert erscheint, das solche Praktiken für „normal“ und „legal“ erklärt.

Sonntag, 12. April 2020

Wiederholungen des Nichts

Es ist mir viel zu viel davon die Rede, was WIR jetzt machen sollen oder wollen. Mit diesem WIR scheint mir ausschließlich Deutschland gemeint zu sein. Über Europa scheint mir niemand mehr zu diskutieren. Europa scheint mir eine gute Idee für gute Tage zu sein. An schlechten Tagen schließen alle sofort die Grenzen und machen auf Nationalstaat. Meiner Meinung nach geht das aus vielen Gründen gar nicht. Ich befürchte, dass sich solch ein Verhalten auch noch gewaltig rächen wird. Und überhaupt, was macht Afrika?: Ich würde gerne darüber informiert werden. Es fehlt mir auch eine seriöse Auseinandersetzung mit dem Tod. Mit der Idiologie des Neoliberalismus und ihren Konsequenzen für den Alltag. 
Außerdem halte ich den nicht abreißenden Druck der Medien nicht mehr aus: Mir kommt es so vor, als gäbe es nur noch ein Thema unter bestimmten Aspekten und als sei es schlicht zu viel für mich. Auf der einen Seite die fröhlichen Werbespots, die so tun, als sei alles nicht so schlimm und als ginge bald alles weiter wie bisher. Ihre „kolateralen“ Wirkungen will ich gar nicht weiter erwähnen: Ich finde sie peinlich. Die albernen Rateshows tragen bei mir auch nicht viel zur Ablenkung bei. An die "Verantwortlichen": Ob man sein TV-Programm hätte besser überdenken sollen? Wenigstens das? 
In den Expertenrunden des TV sitzen Virologen (nichts gegen diese Leute….! Wir brauchen sie....) Doch für mich erheben sich Fragen, die nirgendwo beantwortet werden: Wir müssen offenbar alle infiziert werden, damit die Herdenimmunität gewährleistet ist. Gilt das auch für die alten Leute? Auch ich möchte nicht unbedingt infiziert werden... muss ich unweigerlich in diesen Test (Infiziert/nicht infiziert) gehen, ob ich sterben muss oder - immun werde? Werde ich der Depp sein, wenn ich zu lange damit warte? Weil ja die Intensivbetten wohl immer knapper werden und die Lage sich verschärfen wird? 
Masken und Schutzkleidung. Gibt es da nicht erhebliche Versäumnisse und hat es dazu nicht frühzeitig Studien gegeben, die das jetzige Szenario samt den Mangelsituation exakt voraus gesagt haben? Wieso halten sich die Verantwortlichen da schadlos und machen sich mit PR-Aktionen beliebt? Welchen Einfluss haben Figuren wie der amerikanische Präsident auf das Infektionsgeschehen? Kann man das einigermaßen klar benennen? Überhaupt: wie hängt Populismus damit zusammen?) Da sitzen meist bestimmte (überwiegend dieselben) Finanzleute, die darüber sprechen, wie man an Zuschüsse kommt und wie man mit Börsenverlusten umgehen solle. Über Masken und gewisse Zahlen weiß man aber zu wenig (z.b. die von Merkel dauernd gebrauchte Zahlen..). Alles neu, noch nicht da gewesen - und deshalb können auch Experten dazu nichts sagen? Scheint ein Totschlagargument und eine immer passende Ausrede zu sein. Digital und Home Office: schon okay. Aber die dauernden Wiederholungen, müssen die sein?

Samstag, 11. April 2020

"Marktbereinigung"

Es scheint jetzt viel von „Marktbereinigung“ die Rede zu sein. Die Wirtschaft strebt einer Daseinsweise wie in der Vergangenheit entgegen…. Competition um jeden Preis! Sie beteuert zwar, dass nichts so sein werde, wie in der Vergangenheit. Ihr Handeln und ihre Verlautbarungen freilich zeigen anderes an. Jetzt soll unbedingt und je schneller, desto besser ein Ausstieg aus dem Ausstieg sein! „Exit-Strategie“! Klar, wenn es keine Wirtschaft mehr gibt, wird es zu spät sein. Das versteht jeder. Kosten-Nutzen. Es geht um ein Abwägen derer, die sich Entscheidungen zuschreiben. Die sich als Herren über Leben und Tod geben und das gerne als Gemeinwohl verkaufen. „Alternativlos“. Die den Staat repräsentieren, die sich als Anführer fühlen und im Auslassen von Informationen ihre Versäumnisse kaschieren. Die in diesem Moment "ein schweres Amt" haben. Die Manches müssen.... Die sich demokratisch legitimiert fühlen. Die sich offenbar den Virulogen und Epidemologen ausgeliefert haben (das ist zwar wissenschaftlich, aber nur "eine" Wissenschaft unter anderen...). Die „das Sinnvolle“ für sich und ihre Entscheidungen beanspruchen. Womöglich geht es aber darum, unabhängig von Status und Befugnissen, sich voran zu tasten, auszuprobieren, was geht und was nicht geht...

Donnerstag, 9. April 2020

Empfindlichkeiten

Ich merke, bewusst und unbewusst, wie mich die von vielen TV-Sendern eingestreuten Werbespots stören. Gewiss, sie sind jetzt wichtig im Sinne der Ankurbelung der Wirtschaft! Doch scheinen sie mir überwiegend und in vieler Hinsicht aus einer alten Welt zu stammen, die wohl so nach Corona nicht ohne weiteres weiter gehen wird, so, als sei gerade mal eben ein Gewitter vorbei gezogen. Die Schamlosigkeit dieser Spots stört mich, ihre Gier, das Mieseste im Menschen anzusprechen, ihre Grellheiten, die ungebrochene Verherrlichung des Konsums, - all dies wirkt geradezu surreal auf mich. Ob sich andere Bedürfnisse gebildet haben? Ob Entschleunigung ein Stichwort ist, das auf die meisten Bürger in einer unerwarteten Weise gekommen ist? Ob sich die Wertehaltung dahinter etwas verschoben hat zugunsten dessen, was man als „wirklich wichtig“ in diesem Leben erkannt hat? Ob die Wichtigkeit sozialer Kontakte jetzt einen anderen Rang einnimmt als zuvor? Ob das Konkurrenzdenken mit samt seinen Folgen ein wenig eingedämmt ist? „Aufeinander aufpassen“, könnte das auf einen neuen Wert zeigen?

Mittwoch, 8. April 2020

Geld und die Welt

Geld? Für viele, ja die meisten Menschen, scheint das alles zu bedeuten. Ach ja? Zu ethisch aufgefasst? Wirtschaft über alles. Ohne sie könnte man sich auch keine Menschlichkeit leisten? Mit dem Greta-Furor? Fakt ist, es scheint regelrecht religiös aufgeladen. Doch da scheint es in den westlichen Industriegesellschaften zwei Typen von Menschen zu geben: diejenigen, die geerbt haben, und diejenigen, die „es sich erarbeitet“ haben (egal, wie...). Wer nie Geld hatte, wer miese Einstiegsbedingungen in dieses System hatte, wird seinen Reichtum später sehr offensiv zur Schau stellen und mit allerlei Statussymbolen untermauern, - vor sich und „den anderen“, die ihm neidische Blicke schicken. Er muss zeigen und sich bestätigen lassen, dass er es "geschafft" hat. Kein Mangel, kein Hunger, keine Sorgen mehr, das kann ein Motiv für finanziellen Aufstieg sein. Auffällig ist, dass in diesem Falle das Geld für die betreffenden Personen ein klarer Gradmesser für den Wert einer Person ist, nach dem Motto „wer viel verdient, ist viel wert für diese Gesellschaft“. Der Gradmesser, das Thermometer ist nach deren Meinung überall vorhanden und gilt überall. Wer der Gesellschaft viel Wert liefert, wer das Leben einfacher, schöner oder schneller macht, hat sein Geld verdient. Basta. 
Reichtum aber ist für solche Personen oft eine relative Größe. Ihnen scheint oft bewusst zu sein, dass sie im Vergleich zur Weltbevölkerung unsagbar reich sind, im Vergleich zu dennoch immer noch reicheren Personen aber „kleine Würstchen“. D.h., eine reiche Personen betrachtet sich selbst nie als „reich“, sondern bemisst das an “den anderen“.

Montag, 6. April 2020

Scripted Reality

Unterhaltungsprogramm zu Zeiten von Corona: Es fallen mir neben den allüberall und dauernd gesendeten „Krimis“, die beim Publikum auf so etwas wie gesellschaftliche Grenzüberschreitung zu spekulieren scheinen, auch die zahlreich nach der Methode der „Scripted Reality“ gestrickten TV-Sendungen über gesellschaftlich verelendete Gruppen auf. Es wird scheinbar Wirklichkeit reportiert, freilich nach einem zuvor genau gestalteten Drehbuch. Ob damit bestimmte Gefühle geweckt werden sollen, ob mit ihnen spekuliert werden soll, zur Erzielung eines Werts? Ob ein Gefühl „gottseidank geht es mir nicht so“ geschaffen und geformt werden soll? Tatsache ist, dass hier eine Scheinwirklichkeit reportiert wird, die die „dreckige“ Wirklichkeit draußen, die der langweiligen Bescheinigungen, Ignoranzen, Arroganzen, Gewährungen, Fristsetzungen und Sanktionen nicht kennt, sondern sie möglichst spannend und mit möglichst extremen Gefühlen inszeniert. Ablehnung und Versöhnung, stereotype Darsteller und formatierte Abläufe schaffen eine Dramatik, die sich immer wieder wiederholt und zu einer verzerrten Wirklichkeitswahrnehmung führen kann. Bösartigkeiten werden heraus gekitzelt und in Showformate überführt. Was zählt, ist der Gewinn, im drastisch wörtlichen Sinn. Im Hintergrund werden freilich Kulissen geschoben und es wird alles dafür getan, es den Angehörigen einer Funktionselite so angenehm wie möglich zu machen. So wird Meinung und Einstellung geprägt. Trash! 

Sonntag, 5. April 2020

Augenblicke (Text)

Vor langer Zeit geschrieben: 

AUGENBLICKE

Augenblicke wenn du außer dir und doch so ganz bei dir bist, du suchst sie bisweilen. Aber sie kommen und gehen wann sie wollen. Du ahnst dass du eines Tages in eine andere Welt eingehen wirst, du schaust in die Wolken und wirst plötzlich ein Teil von ihnen, hinaus in den Weltraum, wo du ganz alleine bist, alles eine Frage des Bezugspunktes, entrückt in andere Realität. Ein Lächeln, du versuchst sie festzuhalten, zu sammeln, wesentlich, "eigentlich" sein, magische Momente, was heißt das?: du bist du? weniger als ein Staubkorn im Universum, du wartest auf etwas Wunderbares, eine "Grenzüberschreitung", ein "Abenteuer"?, etwas Anderes, wo findet man das?: die Suche, die Ferne, das Uneingelöste, den Augenblick genießen, das Unendliche, das Nichtmitteilbare, dein Persönliches, deine Welt erweitern in Richtung auf deine Phantasie, aber nicht die trivialen Medienphantasien von der Stange sondern deine ureigenen, deine Reise, wohin bist du noch unterwegs? Dieses "in Bewegung sein" ist dir wertvoll, du willst dich noch eines Tages „verwirklichen“, mit dir selber identisch werden, dieser Drang ist dir angeboren: du hast davon geträumt, solange du denken kannst, lange hast du gedacht, das andere Leute diesen Drang, dieses persönliche Versprechen genauso mit sich herumtragen. Aber da ist nur Dumpfheit, die "normale" Dumpfheit, die allmächtige Alltäglichkeit, der Strom der Selbstverständlichkeiten, der Konventionen. Das macht dich fremd, du fällst dauernd heraus aus deren small-talk-welt. Da ist der unbegreifliche "Andere", - " die Hölle, das sind die Anderen" sagte sinngemäß Sartre, der beispielhafte Erfolgsgeistesmensch. So etwas kann man objektivieren, von sich selbst absehen überhaupt, ist nicht schon die Erkenntnisrichtung völlig subjektiv?, die kulturellen Wertungen bringen uns um unsere persönliche Unmittelbarkeit, (es gilt das „nicht sentimental sein“, Wichtiges aussagen, originell sein, nicht banal, der Intellektuelle ist darauf programmiert, er kennt das Bücherbewusstsein, den sprachlichen Diskurs...usw.......du spürst: das Leben ist anders, ästhetische Probleme sind tatsächlich sekundär, das was du bist, das Tatsächliche ist etwas, das sich damit beist.
Mittels eines Buches hast du sie schon gehabt, diese Augenblicke. Der Schriftsteller schien deine Welt zu teilen, von deinem Persönlichen zu wissen: endlich jemand, der auch davon weiß. Aber dann liest du irgendein Interview von ihm, er sagt furchtbar gescheite Sachen, aber aus dem Ganzen ist überhaupt nichts von dem zu entnehmen was du bei ihm festzustellen geglaubt hast. Der ist dir fremd. Der lebt doch in einer ganz anderen Welt. Die Eitelkeiten, die Pfauenräder verstellen immer wieder den Blick auf das, was dich interessiert. Im Resultat bleibt ein Graben zwischen uns. Ja, dieser alte Traum, sich mit jemandem perfekt zu verstehen, eine Art absolute Gemeinsamkeit herzustellen. Auch eine der Lockungen, die du nie wirst endgültig abhaken können. So oft schon hereingefallen weißt du eigentlich genau um deren prinzipielle Unerfüllbarkeit. Du bist daneben, es gelten andere Spielregeln, du lebst tatsächlich in deiner Nebenwelt und versuchst, diese Augenblicke zu sammeln. Wieso eigentlich das Bedürfnis, das alles Mitzuteilen. Eitelkeiten? Irgendeine Wichtigkeit vermutend, der eigenen Person, oder der Mitteilung? In einer "Informationsgesellschaft", in der kaum noch jemand all diese Reize ordnen, geschweigedenn verarbeiten kann? Wo sollte das Interesse sein? Das Interesse, das Aktionen auslösend kommerziell verwertbar ist?. Du bist umsonst. Wahrlich umsonst.





(von mir, aufgeschrieben in den 90ern)

Freitag, 3. April 2020

Resistente Keime

Ob es erlaubt ist, dass man sich angesichts der aktuellen Probleme noch Fragen zu den Pharmaklitschen stellt? Im Lichte der aktuellen Entwicklungen vielleicht? Verantwortung für die Gesellschaft, Nachhaltigkeit, - ob das Kriterien für die Pharmaindustrie sind? Oder ob es nicht die verschiedenen Parameter der kurzfristigen Renditen sind? Immer mehr Menschen sterben an resistenten Krankenhauskeimen. Ja, auch neben der Corona-Katastrophe her! Die Forschung nach neuen Antibiotika haben große Pharmafirmen längst aufgegeben, aus Kostengründen, wie sie nicht nur auf ihren Hauptversammlungen den von ihnen selbst ausgewählten und gewogenen Pressevertretern sagen. Resistente Keime? Aktuell genauso wie der Klimawandel gegenüber der Corona-Krise etwas in den Hintergrund gerückt. Aber das Problem könnte wiederkommen (hoffentlich nicht in allzu großem Stil...). Schon jetzt gilt es als gigantisches Problem der Menschheit. Dabei scheint die Erkenntnis für die „Pharmaprofis“ einfach: Ohne die Menschen könnten keine Medikamente verkauft werden und keine Profite gemacht werden. Sie werden schon jetzt in großer Zahl durch „Krankenhauskeime“ dahingerafft.
Doch Pharmafirmen scheinen nicht so zu denken. Sie denken nicht an das Wohl der Menschheit und deren Überleben, sondern vielmehr an den kurzfristigen Profit. Gerade idiologisch eingestellte Politiker betonen, dass dies in einer Marktwirtschaft wie der unseren auch nicht verwerflich sei. In diesem Falle scheint es jedoch aus mittel- und langfristiger Sicht sehr kontraproduktiv zu sein. Der Markt löst also auch in diesem Falle nicht die Probleme. Die Privatwirtschaft versagt. Ob da der Staat eingreifen sollte? Wieder greift die Strategie, dass hierzulande politische Institutionen dazu einfach keine Aussage treffen wollen und offenbar allzu gerne auf die „Gesetzmäßigkeiten des Marktes“ verweisen. Und zwar nicht nur in jetzigen Zeiten, in denen andere Probleme vorrangig sind. Zu großes Risiko, erwartbare Verluste mit weniger erfolgreichen Produkten... usw. Die Argumente liegen auf der Hand und sind allzu offenbar. Mögliche Auswirkungen solcher Einstellungen sind aber gerade jetzt zu spüren. Ob es ein Weg ist, für stark gewinnorientierte Pharmaunternehmen Anreize zu schaffen? Dann nur zu...! Der Markt regelt alles? Wirklich? Mal sehen....

Donnerstag, 2. April 2020

Momentaufnahmen aus einer gewissen Perspektive (2)

B- und C-Promis mokieren sich über Hamsterkäufer, die Kackpapier kaufen. Und all das andere Zeugs….. Einen Satz später gestehen sie, mit wie wenig man doch „im Notfall“ auskommen kann: keine Flüge mit dem Privatjet, keine spritintensiven Yachtfahrten über das Meer, keine neuen Häuser und Fahrzeuge….überhaupt: kaum Käufe vom Swimmingpool aus, - und was der Bespassungen sonst noch so sind….. Außer Supermarktkosten fällt bei ihnen derzeit wohl wenig an, so gestehen sie freimütig grinsend. Traurig, dass solche Leute als schrittmachende Gesichter und dekadente Luxuswesen wohl gebraucht werden, um mit gewissen Parolen das Kontaktverbot besser aushalten zu können. Sie transportieren offenbar die Sicherheit, die Viele jetzt wohl brauchen. Und sei sie noch so brüchig….. Die Welt, wenn wir alles überstanden haben („Wir schaffen das!“), soll danach wieder die alte sein. Bitte! Mit geringen Modifikationen vielleicht. Ein paar Sachen müssen wir anders machen. Die Masse der Menschen soll mit speziellen Apps analysiert werden, zu ihrem und unser allen Nutzen. Ihre Bewegungen zumindest. Ihre Kontakte. Klar, das ist jetzt leicht zu begründen. Die Virologen und Epidemologen wird man da schnell auf seiner Seite haben. Die Ärzte weniger……
Währenddessen werden von abgezockten Regierungsvertretern auf PKs Verantwortlichkeiten zurück gewiesen. Es wird überhaupt abgelehnt......"Das kann ich ihnen jetzt nicht sagen....", "Meines Wissens nach"

Mittwoch, 1. April 2020

Momentaufnahme aus gewisser Perspektive

Realität hier in Deutschland, auch durch die Medienbrille gesehen: „Sorge tragen, dass Bürgerinnen und Bürger unseres Landes….“ Politiker sprechen von und über „Wohlstand, Rezession, Bazouka…., Dynamik der Infektionszahlen, Vorerkrankungen, Todesfälle, Mortalität eindämmen, Beatmungsgeräte, „Verdoppelung der Intensivkapazitäten“, die Zeit nutzen, um sich vorzubereiten….usw.“ und überspielen mit ihren Phrasen eine gewisse Hilflosigkeit, -zu sehen auch beim falschen Gebrauch von Schutzmasken, - verbunden mit Versäumnissen (Standard-Generalgegenargument: „Ach ja, später weiß man alles besser...“), der Gesundheitsminister verschwindet weitgehend aus der öffentlichen Wahrnehmung (sein Mininsterium hat offenbar Pandemieempfehlungen des RKI von 2013 vergeigt, u.a. deshalb gibt es jetzt keine Atemschutzmasken, Desinfektionsmittel und Sicherheitskleidung, - nach neoliberalem Credo ist Vorratshaltung und Lager verboten, weil mit Kosten verbunden). Sein Vorgänger war womöglich ein Radikalversager, war und ist aber in der Partei beliebt…., klar ist das eine Ausnahmesituation, aber diese Wichtigs waren in der Regel ja wohl als gewählte Ausnahme gut geschützt und abgesichert...ja klar, Verantwortungen und Interviews werden abgelehnt...
Die Natur schlägt zurück, gegen die, die Artensterben und andere Massaker an der Natur zu verantworten haben….., Grundrechte werden flott und gut begründet außer Kraft gesetzt, Virologen übernehmen zunächst als Politikberater und dann als Entscheider die Macht, Expertenwissen ist nicht nur gefragt, sondern es wird danach gelechzt….

Dienstag, 31. März 2020

Chronos

Jetzt, gerade jetzt, wenn Viele Probleme mit der Langeweile haben:

Chronos ist in der griechischen Mythologie die Zeit. Er ist sie. Er versinnbildlicht den Ablauf der Zeit und auch die Lebenszeit. Die Mythologie behauptet, Chronos selbst sei aus dem Chaos entstanden und erzeugte als Schöpfergott das Welten-Ei. Aus diesem wiederum entstand der von den Orphikern besonders verehrte Lichtgott Phanes, der mit Helios, aber auch mit Eros und Dionysos gleichgesetzt wurde. Chronos ist Kind des Himmelsgottes Uranus und der Erdgöttin Gaja. Chronos, der im modernen Leben den Chronometern und anderen Zeitmessern den Namen gab, drückt sich aus in der Natur vom Aufblühen bis zum Verwelken, in der Lebenszeit der Menschen oder dem Bestehen des Universums seit dem Urknall. Der Gott Chronos war grausam, hart, quälend. Er tötete seinen Vater Uranus, um die alleinige Macht zu haben. Um nicht selbst von seinem eignen Kindern ermordet zu werden, verschlang er all seine Kinder, bis auf eine Ausnahme: Zeus. Zeus galt als Sinnbild dafür, wer die Verantwortung für sein Leben selbst trägt, kann den Fängen von Chronos entkommen. Es heißt, jeder solle die Zeit als seine Zeit definieren und sich seiner eigenen Lebenszeit bewusst werden. Wer dazu neigt, sich treiben zu lassen, Entscheidungen anderen überlässt, Schuld anderen zuweist, wird dann chronisch erschöpft, chronisch überfordert, chronisch krank sein und stirbt.

Sonntag, 29. März 2020

Empfindungen


Es enthüllen sich Lebensmodelle, verknüpft mit Personen. Der eine lebt von seiner Herzallerliebsten, der andere macht für Geld alles und findet das auch für andere Leute selbstverständlich. Es scheint die breit angesagte Umgangsform. Gerade Entwicklungsländer müssen das an einem ganz anderen Ende spüren. Jaja, Moralin! Auf diese und jene Art wird die Kohle von allen angebetet. Sie scheint alles zu strukturieren. Manche machen es künstlerisch und kassieren für Stümpereien Millionen, weil keiner mehr weiß, was für wen was wert sein könnte. Außerdem gilt es, „Beziehungen“ zu haben, sie rechtzeitig zu knüpfen. Networking betreiben. Auswertbar muss alles sein, effizient, der Aufwand muss sich im Verhältnis zum Ergebnis rechnen. Es müsste sich alles rechnen. Haha, ein Kommentar zum Tage müsste länger sein. Output rules. Qualität egal. Es gibt einen Haufen Spezialisten, die einen guten Job machen, vom Ganzen und vom Sinn des Ganzen aber keine Ahnung haben. Ich muss lachen darüber, dass man mich als Miesepeter und Spassbremse versteht. Leute können mit sich nichts anfangen, schlagen ihre Mitmenschen, werden agressiv. Sie müssen und sollen beschäftigt werden, egal mit was….

Samstag, 28. März 2020

Tod und Leben

Tod, Leben? Mensch? Wo stehen wir? Krise? Folgende optimistische Vision habe ich gehört und versuche sie nun wiederzugeben: Wir werden uns nach der Krise zu einem Punkt entwickeln wollen, an dem alles beeinflussbar erscheint. So werden beispielsweise Eltern in der Lage sein, die bestmöglichen Gene für ihr Kind darstellbar zu machen, die gezielte Beeinflussung des Genmaterials mittels Crisp-r ist da heute schon möglich: eine bestimmte Sequenz aus dem Genstrang abzuschneiden, zu entfernen, zu verbinden und möglicherweise nach einer Reparatur wieder einzusetzen. Codeteile austauschen. Bei Embryos, - aber auch bei Erwachsenen. Damit ist das Ende der Evolution als entscheidendes Element angesagt und die Genmanipulation eingesetzt. Wir werden stärkere, schnellere und intelligentere Versionen von uns schaffen. Womöglich werden wir mithilfe der Wissenschaft den Alterungsprozess verlangsamen oder gar ganz aufhalten. Unsterblich werden? 100 Jahre lang wie 25 aussehen? Kein Problem! Wir kommen bisher noch mit einem Verfallsdatum zur Welt. Wieso eigentlich? Keine Probleme werden uns an etwas hindern. Wir werden wunschlos glücklich sein. In der Zukunft wird uns die Genmanipulation viele zusätzliche Lebensjahre schenken. Auch die Medizin wird sich dabei ändern. Ja, sie wird angesichts fehlender Probleme sogar überflüssig. Jedenfalls wird sie exakt auf die jeweilige Person zugeschnitten sein. Man wird vorhersagen können, ob jemand eine Krebserkrankung oder Herzprobleme bekommen wird, was es natürlich möglich macht, dies im Vorfeld zu verhindern.

Freitag, 27. März 2020

Vertraulichkeiten


Aus meinem Tagebuch: 
Der Infotermin des RKI scheint heute morgen auszufallen. Diese Wissenschaftler beraten wohl nur noch die Entscheider. Dass darüber (über das Ausfallen) nicht rechtzeitig informiert wird, scheint mir ein schweres Versäumnis zu sein. Die Allgemeinheit zu unterrichten scheint in dieser Lage kein wichtiges Vorhaben mehr zu sein. Es ist viel von der „Vertraulichkeit“ von gewissen Dokumenten die Rede, aus denen man nichts verraten dürfe. Ob das ein bisschen an De Maizieres berühmte PK von damals erinnert? Stattdessen: Eine PK der Regierung ist für 11.30 Uhr angekündigt, Laschet will 12 Uhr informieren. Nicht nur mentale Beruhigungspillen werden knapp. Um 10.30 Uhr erste Meldungen, dass rki-PK ausfällt. Scheint niemand zu vermissen, was kein gutes Zeichen ist. Oder habe ich etwas nicht mitgekriegt? Jetzt soll die Zahl der Tests hochgefahren werden, um möglichst viele Personen, auch „gesunde“, zu testen. Linnemann von der CDU fordert jetzt, schon nach wenigen Tagen, schrittweises Anfahren der Wirtschaft „nach Ostern“. Man verkauft das als „Exit-Strategie“. Özdemir gibt sich als Politiker, der den Test überstanden hat und wegen seiner Kinder auch Mensch ist. Ach! Die Einstreuung von gewissen Werbespots auf gewissen TV-Sendern empfinde ich als bizarr… Ja klar, es ist superleicht, so etwas als „wirtschaftsnotwendig“ zu bezeichnen..."muss sein" etc., - aber..... In dem Würzburger Altenheim scheinen inzwischen 11 Menschen an der Virusinfektion gestorben zu sein. ….. Wenn wir als Gesellschaft keine Umkehr gefunden haben, so vollzieht sie jetzt wohl die Natur oder das, was inzwischen davon übrig geblieben ist……

Donnerstag, 26. März 2020

Die Karawane der Trottel (Text)

DIE KARAWANE DER TROTTEL

Die Karawane der Trottel
jeder für sich selbstvergessen
keiner kennt den andern
bis man leben gelernt hat,
ist es schon zu spät

die Götter sind gewogen
ich stimme sie mild
der Blick richtet sich nach oben
die Kuppel ist groß und hell

sie ist so weit
weißer Ratschluss der Götter
sie sind im Wissen
sie sehen sie sind die Macht
nach der wir uns richten,

In ihrem Namen führen wir Kriege
in deren Namen entstehen Gemälde
von Einsicht, von Erleuchtung, von Vernunft
ein Lichtstrahl bedeutet euch das Schicksal

einer muss das Opfer sein
dort wo sie Lieder singen
von Rausch und Ekstase
dort wo der Refrain unwiderstehlich wird

(etwa 2013)

Mittwoch, 25. März 2020

Momentaufnahme

Wieder in einen Alptraum hinein aufgewacht. Ich versuche, meine Dinge zu tun und höre nebenher scheinbar Wichtiges aus Bundestag und vorbei flirrende News. Ich lese. Kurz rein: Übertragung aus dem Bundestag, in dem manche Abgeordnete mit Sicherheitsabstand auf ihrem Smartphone herum daddeln. Gelangweilt? Beschäftigt? Was tun diese Leute? Ob Journalisten sich mal hinter diese Fragen machen sollten, die so manchen „draußen“ beschäftigen? Ganz konkret? Menschen in dunklen Anzügen oder in nichtssagenden Business-Kostümen reden in Phrasen, in Durchhalteparolen und danken. Dass in Altenpflege Schutzmaterial fehlt, dass denen, die jetzt durchhalten, auch etwas bezahlt werden müsste, davon ist wenig die Rede. Eigentlich gar nicht. Dafür mehr von Schutzschirmen und Zuschüssen. Sie sollen offenbar denen zufließen, die „gut gewirtschaftet haben“. Nun ja, der Staat rühmt sich ja in einem fort, dass er „gut gewirtschaftet“ habe. Ich sehe Rammdösigkeiten über Parteigrenzen hinweg. Es wird überall und jederzeit mit schwerem Kater aufgewacht werden. „Wohlstandsverlust“. „Strukturen aufrecht erhalten“. Wer sah denn zuletzt überhaupt noch Debatten im TV? Ob das die Sache von „Spezialisten“ war? Ob da nicht auf diese und jene Art das Bewusstsein geschürt wurde, das „die da oben“ samt ihrer Entourage schon ihr Ding machen würden? Ich erfahre, dass Die Tafeln längst geschlossen hätten. Obdachlose kommen kurz zur Sprache. Ihre Lage ist verzweifelt. Ob diese ganzen Gegebenheiten etwas über diese Gesellschaft aussagen? Darüber, wo die Prioritäten liegen? Ob es hier noch viel besser ist als anderswo? Ob wir diese Argumentation in der weiteren Vergangenheit schon mal gehört hatten? Wir sehen Gesichter, die uns als ignorierende Ignorantengesichter vorkommen. Vielleicht ist das ungerecht, klar. Aber wer weiß denn schon etwas? Ich bin useless, das ist gewiss. Rednerpulte werden noch schnell abgewischt, ehe die nächste Rede gehalten wird. Wer wischt mein Rednerpult? Sicherheitsabstand. „Dazu kann man jetzt noch nichts sagen“.

Montag, 23. März 2020

Trickle-Down-Theory (2)

Was ich im Gespräch erfahren habe: „Steuervermeidung“ scheint ein ganzer Industriezweig geworden zu sein, der kräftig brummt. Gigantische Summen im hohen Milliardenbereich scheint dies die Allgemeinheit zu kosten. Dabei scheinen manche Steuervermeidungsmodelle extrem kompliziert und verwirrend zu sein. Es gibt eine große Anzahl von Steuerberatern, darunter viel ehemalige Mitarbeiter des Finanzamts, die sich mit dieser Materie fortwährend beschäftigen und ihre Dienste verkaufen wollen. Sie scheinen den Umstand zu nutzen, dass Unternehmen und Steuerbehörden schon seit langem auf „Schmusekurs“ gingen und sich und ihr Gebaren gerne hinter öffentlichkeitswirksamen und von kostspieliger PR-Beratung gestützten Aktionen verbargen. „Steuerbeamte wurden mit hohen Zahlungen belohnt, und zwar für den Aufbau einer gelungen „Partnerschaft zwischen Unternehmen und Behörde“. Diese Form der „Kooperation war oft wichtiger, als dem Gemeinwohl zu nützen“, lässt ein unerkannt bleibender Finanzjongleur dazu verlauten. Damit wurde der Versuch unternommen, diejenigen zu belohnen, die ihren Job nicht machen und gewissen Unternehmen zuzuarbeiten. So werden offenbar auch hoch entwickelte Industrieländer zur Steueroase. Dies war offenbar nur möglich, weil verantwortliche Politiker vom Trickle-Down“-Effekt überzeugt waren, also der Auffassung, dass der Reichtum des oberen Prozents der Supperreichen in breitere Bereiche der Gesellschaft einsickern würde, weil es ja letztenendes wieder in die Produktion investiert würde. Auf diese Weise entstand ein Wettbewerb unter den Industrieländern, bei dem es darum ging, den Spitzensteuersatz immer weiter zu senken. Doch ob dies die soziale Schere immer weiter öffnet? „Eine Gesellschaft floriert, wenn Menschen ihre Stärken entfalten können“ sagt in den achtziger Jahren die britische Premierministerin Margret Thatcher dazu. „Reichtum, den sie schaffen, hilft uns allen. Wenn Stärken und Schwächen ungleich verteilt sind, bedeutet die Förderung von Potential mehr Ungleichheit. Gleichzeitig kann man den sozial Schwachen besser helfen, weil die Mittel dazu vorhanden sind.“. Dahinter scheint die Vorstellung zu stehen, dass niedrige Steuern die Konjunktur beleben würden. Die Schaffung von Reichtum müsse dem Markt überlassen werden – und nicht der Regierung. Aus diesem Grunde solle man die Vermögenden möglichst von der Steuerpflicht befreien. Die Reichen zu besteuern, könnte die Gesellschaft insgesamt ärmer machen. Verteilt man die Steuern der Reichen unter den Armen, so sind viel arm und niemand reich. Nun ja, solche Ansichten scheinen den Neoliberalismus und die sich an ihn knüpfende Politik auf den Punkt zu bringen.

Sonntag, 22. März 2020

Trickle-Down-Theory (1)


Trickle-Down-Theorie? Sie scheint noch immer in den Köpfen zu grassieren. Sie besagt unter anderem, dass, wenn es den oberen 1 % einer Gesellschaft gut gehe, das den anderen nütze, weil ja von „den Oberen“ investiert werde und „Wohlstand für alle“ erzeugt werde. So würden die Ausgaben der Reichen uns allen nützen. Doch diese Theorie ist schon seit langem in Frage gestellt. Es ist ein Problem, dass viele der Superreichen ihr Geld für Luxusgüter wie Hubschrauber, Privatjets, Yachten etc. ausgeben. Große Ausgaben dieser Art mögen Superreichen spannend erscheinen und einigen Leuten Arbeit verschaffen, doch sollte dieser „Trickle-Down-Effekt“ wirklich funktionieren, so müssten mit der wachsenden Zahl der Superreichen allesamt reicher werden. Doch das ist ganz offensichtlich nicht so. Während die Spitzenvermögen immer mehr anwachsen, bleibt das Vermögen der restlichen 99 % auf niedrigem Niveau bestehen. Einzelne Demonstrations- und Protestbewegungen waren und sind die Folge, unter anderem fast vergessene Bewegungen wie „occupy-Wallstreet“ oder die „Gelbwesten“ samt der sie umgebenden Bewegungen gegen eine „Reform“ des Sozialsystems in Frankreich. 
Doch solche Bewegungen scheinen für die Vertreter des herrrschenden Systems, also der Macht, leicht unter Kontrolle zu bringen zu sein. Doch eine Zunahme der Ungleichheit scheint auch Probleme zu schaffen: geht die Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinander, so erscheint die Stabilität des Gesamtsystems ernthaft bedroht zu sein. Wer hat uns eigentlich weis gemacht, dass wir vom Reichtum der Superreichen profitieren würden – und warum? Wie geht das? Man bunkert seine Gewinne in den Offshore-Zentren und genießt gleichzeitig sein Leben in den Metropolen“ lässt dazu ein unerkannt bleibender Banker wissen. Nun ist es ja so, dass von der Finanzoberschicht und den sie flankierenden Politikern gerne verbreitet wird, dem sei durch einen internationalen Datenaustausch ein Riegel vorgeschoben. Doch Veröffentlichungen wie die „Panama Papers“ mögen daran so manche Zweifel gestreut haben. Gewisse Banken und Vermögensberater scheinen gerne dabei behilflich zu sein, sein Geld vor dem Fiskus im Ausland zu verstecken. Auch scheint es so, dass es dem Staat ganz recht ist, Tycoons und Superreiche etwa dadurch anzulocken, dass eine Senkung der zu entrichtenden Steuern in Aussicht gestellt wird. So läuft derzeit eine Kampagne, die die Senkung der Unternehmenssteuern zum Ziel hat. „Man hat die Grenzen des Akzeptablen immer weiter ausgereizt, weil von den Finanzbehörden möglicherweise keine wirksame Kontrolle ausgeht“ lässt eben dieser unerkannt bleibende Banker dazu verlauten. „Drohen Sanktionen, so sind sie für die Superreichen locker aus der Portokasse zu bezahlen“.

Samstag, 21. März 2020

Tri Slatna Sina (MP3)

Tri Slatna Sina


Im Duo DAN I NOC (Tag und Nacht)

ihre Söhne sind für sie das Wichtigste überhaupt im Leben, Zuhra hat mir jeweils erzählt, was sie singt (übersetzt), ich weiß dadurch einigermaßen Bescheid...... 

Freitag, 20. März 2020

Fresstester

Es mutet mich schon ein bisschen seltsam an, wenn Geschmäckler (wie sind sie, die "Tester", eigentlich legitimiert, wie viele setzt ein bestimmter Verlag aktuell ein, um damit wie viele Seiten zu "erzeugen"?) Lokale und Gourmet-Essen testen, (tun sie das angesichts der obwaltenden Umstände noch? es gibt von diesen "Testern" tatsächlich zu wenige?, sind die Tester eigentlich (zu) teuer? oder sollen sie demnächst durch KI ersetzt werden, große namhafte Verlage mit Qualitätsruf sparen auch auf der ganzen Linie), - andere Menschen haben gar nichts zu essen… Ob darin eine gewisse Dekadenz zum Ausdruck kommt? Oder sind diese „Tester“ derart spezialisiert, dass sie tatsächlich stellvertretend für die große ahnungslose Masse kosten können? „Ist das durch….?", "das könnte schmackhafter sein...etc.“ Die Art, wie diese Leute sich als bedeutsamen Mittelpunkt der Welt des Geschmacks ausgeben, gefällt mir ganz und gar nicht. Okay, man soll als „Kunde“ nicht betrogen werden. Wird man aber. Auch von diesen „Testern“…! „Fressen, Saufen, Ficken...“ die niederträchtigste aller materialistisch hedonistischen „Religionen“.... eine Weltreligion soll das werden, nach Meinung der fressfesten Globalisierer.....

Mittwoch, 18. März 2020

Erregungen

Aha! Es wird jetzt gerne erregt als „populistisch“ beschimpft, wer auch nur versucht, im Hinblick auf Corona auf Stimmungen in der Bevölkerung einzugehen. Dabei scheint es mir um dahinter liegende Probleme zu gehen: zum Beispiel darum, dass die soziale Schere in dieser Gesellschaft immer weiter aufzugehen scheint und dass dies durch Corona derzeit noch verschärft wird. Jedenfalls von einem bestimmten Teil der Bevölkerung, der bestimmte Pfründe zu sichern versucht und sich dabei nicht nur im Ton, sondern auch in den Methoden vergreift. Ein beliebter Reflex scheint auch sein, alles, was sich halbwegs kritisch gebärdet, als „sozialneidisch“ abzustempeln und ihm abzufordern "einfach mal still" zu sein. 

Sonntag, 15. März 2020

Soli- darität

In diesen schweren Zeiten könnte man auch zu einer neuen/alten Nähe finden. Was ich mir diesbezüglich vorstellen könnte: Dass das Thema der Nachbarschaft zu einer neuen und digital unterstützten Bedeutung kommt. Man könnte etwa Aushänge an Schwarzen Brettern in irgendwelchen Treppenhäusern machen und dort seine Hilfe anbieten (analog). Man könnte etwas aufmerksamer als sonst sein: Ist da etwas Auffälliges, geht das Licht gar nicht mehr aus usw. Daran muss sich nicht knüpfen, dass man sofort ausflippt. Sondern es könnte bedeuten, dass man dies in genauerem Blickfeld haben müsste. Dass man einen Kontrollanruf wagen könnte. Ohne jemandem anderem zu nahe zu treten. Dies würde dem Fingerspitzengefühl jedes Einzelnen überlassen blieben. Ich für meine Person habe solche Kontrollanrufe vereinbart, die nicht einem starren System folgen müssen. Vielmehr ist es so (digital): Wenn ich die betreffende Stimme höre, ist es gut. Wenn ich die betreffende Person auf diesem Wege nicht erreiche, mache ich mir zunehmende Sorgen, d.h.: ich bin wachsam. Man könnte diese Abfragen auch digital durchführen, indem man z.b. eine Mail schreibt, eine SMS oder über Whatsapp/Facebook Kontakt hält. „Ich gehe jetzt ( Uhrzeit angeben) einkaufen. Braucht jemand etwas Bestimmtes?“.

Samstag, 14. März 2020

Was jetzt (2)?

„Wir schaffen das nicht mehr“ ist zu hören von Verantwortlichen, - in einer Gesellschaft, die alles zu schaffen glaubt. Währenddessen empfiehlt Merkel, dass man soziale Kontakte reduzieren und sich zulächeln solle….. (als Gruß), ihr berühmtes Zitat lautet ja „Wir schaffen das“, - es gibt Hamsterkäufe, was meiner Meinung nach eine Folge der allgemeinen Unsicherheit ist. Mir scheint, diese Gesellschaft enthülle jetzt ihre barbarischen Seiten und es würden auch solidarische Seiten sichtbar, wenn auch in deutlich geringerem Ausmaß. Es gilt offenbar BEI ALLEM, rücksichtslos der Erste (auch auf Kosten des Anderen) zu sein…. „sich durchsetzen, clever sein“ ist im neoliberalen Sinne offenbar die Maxime. Es heißt, es würde „alles sehr gut laufen“, wie Verantwortliche betonen, staatliche Strukturen sollen unbedingt aufrechterhalten werden, vorläufig hält man noch an gewissen Strukturen des Alltagslebens fest. Politiker fordern, erklären und halten Pressekonferenzen. Die vielen Werbespots mit ihren Kaufbotschaften kommen einem sehr zynisch vor, sie flackern einer nach dem andern ab, als sei nichts passiert, - aber sie stützen ja die Wirtschaft, so wird nachträglich gebenedeit. „Wir stehen zusammen und handeln“, die Lage sei „erst“, so wird mit ernstem Gesicht verbreitet, „es wird getan, was notwendig ist“. Mancherorts wird für Fußballspiele verschämt „volle Hütte“ gefordert und später wieder zurück genommen. Fans harren vor den Stadien aus, um ihre Stars euphorisch mit Fangegröle zu feiern. Es wird gefordert, dass mehr Verantwortung einkehren möge….. auf „Entschleunigung“ immerhin wird als positiver Effekt gehofft. Besinnung tue Not. Immer mehr „Prominente“ entpuppen sich als positiv gestestet und werden, wie ich das empfinde, sodann namentlich an den Pranger gestellt. Insgesamt scheinen mir die schlechten Nachrichten kaum mehr zu bewältigen zu sein….. Ob all diese Dinge gewisse Merkmale unserer Gesellschaft besser sichtbar werden lassen?

Freitag, 13. März 2020

Linde und Linderung

Was wir nicht ahnten: Das Wort „Linde“ hat etwas mit „Linderung“ zu tun und könnte darauf verweisen, dass die Linde als Baum wertvolle Heilmittel liefert. Zum Beispiel im Frühjahr liefern ihre Knospen, wenn man sie pflückt und direkt und gemächlich isst, gewisse Schleimstoffe. Das kann unter anderem bei Erkältungskrankheiten wie etwa Husten ein geeignetes Mittel sein. Offenbar. Schon die alten Germanen verehrten die Linde als Quell des Lebens. Die „Dorflinden“ in ihrer heraus gehobenen Position waren ein Beleg dafür, waren Zeichen und Symbol. Zudem könnte jetzt ein Aufenthalt im Wald gesund sein, alleine schon weil die Waldluft reich an Terpenen ist. Diese Stoffe sind dem Immunsystem förderlich. Schon ein Aufenthalt im Wald in einer Woche kann die Abwehrkräfte des Körpers deutlich steigern.

Donnerstag, 12. März 2020

Was jetzt?

Ich verstehe nicht die Beschwichtigungsversuche von Politikern, die empfehlen, Operationen mal kurz zu verschieben. Ich war leider 2 mal im vergangenen Jahr im Krankenhaus und meine dringend notwendige (akut!) Operation wurde unter solchen Voraussetzungen verschoben (mit erheblichen alltäglichen Auswirkungen! z.b.: man sollte sich den ganzen Tag bereit halten, was alleine schon psychologisch schwierig erscheint, man hätte jederzeit abgeholt werden können....was dann aber nicht geschah.......aber Psychologie oder seelisches Befinden scheint in diesem Zusammenhang des Personalmangels nicht viel zu zählen, der Ablaufmechanismus, das Einordnen in eine scheinbar objektive Reihenfolge (die dem Patienten nicht erläutert wird) scheint wichtiger....). Es scheint oder schien Personal zu fehlen, oder die Planung schien in diesem Krankenhaus ungenügend gewesen zu sein. Außerdem wird jetzt zu oft über Betten geredet, die im „weltbesten Gesundheitssystem“ offenbar zur Verfügung stehen. Dabei mussten diese Betten in der jüngsten Vergangenheit teilweise aufgegeben werden, weil nicht genügend Pflegepersonal zur Verfügung stand. Wenn das aber schon unter „normalen“ und alltäglichen Verhältnissen so ist, so könnten sich wohl diese Bedingungen unter Quarantänemaßnahmen noch deutlich verschärfen…. Gewisse Operationen dürften wohl gar nicht planbar mehr durchgeführt werden. Zudem erheben sich in mir Fragen, vielleicht habe ich die diesbezüglichen Erklärungen nicht ganz verstanden: Schutzmasken sollen, je nachdem, wie gefragt wird, nicht helfen. Offenbar werden sie aber an vielen Stellen gefordert. Man sieht sich maskierten Menschen gegenüber. Nicht zuletzt von einem selbst wird jetzt Maskierung gefordert. In diesem Zusammenhang erheben sich für mich 2 Fragen: Woher sollen sie kommen, diese Schutzmasken? Und: helfen sie nun oder helfen sie nicht?

Mittwoch, 11. März 2020

Realität, Wahn und Virus

Corona-Virus hinten, Corona-Virus vorne. Eigentlich umbenannt, aber unter dem neuen Namen Covid-19 nicht so recht akzeptiert. Man sah Bilder mit Atemschutzmasken auf Wutans Straßen. Dann sah man gar nix mehr. Dann war die Bedrohung hier und nahezu jedermann soll noch infiziert werden, so heißt es. Es ginge lediglich um eine Verlangsamung, sonst käme das beste Gesundheitssystem der Welt nicht nach. Das Beste ist natürlich unseres. Wir sind halt Weltmeister und zeigen's allen andern! Am deutschen Wesen soll die Welt genesen! Na Prost! Sowieso alles übertrieben, sagen die einen. Die andern erwarten das Schlimmste noch. Die „Experten“ werden zu Stars, sind sich aber einigermaßen uneinig, was denn der beste Weg sei. Atemschutzmasken werden teilweise verlangt, man solle sie unbedingt anlegen, um sich zu schützen. Die anderen sagen, dass das Blödsinn sei. Und überhaupt, wo soll man sie her kriegen? Die nächste Pressekonferenz kommt bestimmt und die Kanzlerin wird jetzt langsam auch regsam, um bei PKs zusammen mit ihren demokratisch bestellten Adlaten Platitüden zum besten zu geben. Das beruhige, finden dann einige Kommentatoren mit wichtigem Gesicht. Wir müssen jetzt zusammenstehen, so die Anweisung von oben. Klimakatastrophe.Vergessen? Lehrermangel? Verkehrsdebakel? Breitbandausbau. Urheberrecht. Naturzerstörung und Naturschutz gleichzeitig. Geht das? Ist die Pflegekatstrophe auch vergessen? Man habe doch so viele Intensivstationsbetten, wird dauernd beteuert. Aber hat man auch das dazu gehörende Personal? Soziale Medien. Hater. Sprüche. Fake News. Sich steigernde Beschleunigung bei gleichzeitigem Stillstand. Alles geht ineinander über, wird ununterscheidbar: Arbeit und Freizeit, Realitäten und süße Katzenvideos, Selbstmordattentate und farbige Versprechen der Werbeindustrie. Nachrichten, News flackern auf und ab. Ökonomischer Steigerungszwang, Wachstum und Beschleunigung. Reizüberflutung. Wir kommen nicht mehr mit. Sinn? Den Kontakt zur Realität verloren. Verschwörungstheorien. Erregung. Aufwallung. Wut. Spass. Fernsehserien. Wiederholung. Wahn. Störung des Ich-Erlebens. Digitale Überwachung. Unseren Verstand beschäftigt halten, ihn dauernd kitzeln. Mittendrin: Auf- und abflackernde News....

Pharmatricks

Leider bin ich von einigen Medikamenten abhängig. Ich brauche sie täglich, so wird gesagt. Wie das? Mein Arzt ist der Ansicht, dass ich das Medikament regelmäßig nehmen sollte, ich sei chronisch krank. Was aber sind seine Interessen dahinter? Nimmt er an solchen als „Fortbildungsmaßnahmen“ camouflierten Werbeveranstaltungen teil, die ihm gegen gutes Honorar bestimmte Dinge nahe legen und sich dabei um gekonnte oder weniger gekonnte wissenschaftliche Verbrämung bemühen? Weiß ich das? Nein. Ich kann nur schlimme Dinge vermuten und mich anmachen lassen, wenn sie nicht stimmen. Ich muss mich anmachen lassen, denn ich bin ja abhängig. Und was ist mit den täglich von mir benötigten Medikamenten? Bestimmte Medikamente kriege ich gar nicht mehr. Oder nur nach einigen Tagen. Sie scheinen über Umwege so gerade noch aufzutreiben zu sein. Ob dahinter steckt, dass die Pharma-Konzerne ihre Medikamente dort verkaufen, wo sie am meisten daran verdienen? Wenn das Medikament wenig lieferbar ist, wenn Engpässe entstanden sind, ist diese Strategie sogar umso lukrativer. Ich kann damit vielleicht sogar erreichen, dass ich der einzige Anbieter bin. Ob das ausgerechnet bei uns, im „besten Gesundheitssystem der Welt“ etwa nicht der Fall ist? Oder wie kommt das alles? Produktionsstätten in Asien fallen aus, Produktionsstätten, die völlig unsozial und ökoschweinisch produzieren? Ob nicht doch das eine oder andere Produktionspotential nach Europa zurück verlagert werden sollte?