Den richtigen Umgang mit der
Sprache, ihr zielgerichteter Einsatz, verschiedene
Manipulationstrategien und die zielgerichtete Anbiederung an den
„Verbraucher“ sind oft Gegenstand von Seminaren zum Journalismus
und zur PR. Oft wird darin die Effektivität beschworen, mit der man
den „Konsumenten“ erreichen wolle. Eine „bildhafte Sprache“
sei dabei förderlich, die gleichzeitig emotional sein solle und „gut
durchdacht“, „pfiffig“ und „knitz“. Sie solle sich
möglichst kurzer Sätze bedienen und keineswegs Schachtelsätze
verwenden. Außerdem solle sie anschaulich und in Form von
Geschichten daher kommen. Geschichten bedeutet in diesem Zusammenhang
eine Dramaturgie, die Spannung auf- und abbaut, die Höhepunkte
anstrebt und Pointierungen, die im Rahmen des Ganzen „einen Sinn“
haben sollen. In jedem Falle solle und wolle man „gut verständlich“
sein. Natürlich ist dies alles nicht gerade verboten, dient aber einem einzigen Mittel zum Zweck......
Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
Donnerstag, 28. Februar 2019
Mittwoch, 27. Februar 2019
Es war die Trägheit
Es war auch die Trägheit, die immer gebremst hat.
Natürlich die Trägheit. Das im Sein sein. Das jämmerliche
Vegetieren. Von einem zum andern. Dieses „man wird sehen“. Die
Sphäre unter den Fingernägeln des Alltags, die hat dich nicht nur
interessiert, sie drängte sich dir geradezu auf. Die Basics, die
erkanntest du: Das „sich inszenieren“, egal als was. Wenn nötig als
Intellektueller. Als Bohemian. Als Gutmensch. Als
Durchsetzungsfähiger. Als Winner. Als Wichtig. Alles ist eine Frage
der Menschenführung. Die Basics sind: es gibt Alpha- und Omegas. Du
musst der Boxer sein. Die anderen vor dir her treiben. Bestimmen.
Dominant sein. Ich habe mit der Muttermilch eingesogen, dass es auch
darum ginge, solche von der Natur gesetzten Bedingungen zu
überwinden. Es so weit bringen, dass man sich ihnen gegenüber souverän fühlt. Dabei sind sie, - Oh Irrtum! - das einzig wichtige.
Doch da ist dieses im Halbschlaf Dämmern. Wenn du nur bei dir bist. Wenn der Fernseher nicht läuft und du auch kein Buch zur Hand hast. Keine Ablenkung. Du hast es mit dir aushalten müssen, du musst das ein Leben lang. Hast zu hohe Erwartungen an dich gehabt, implizit. Die Typen entwickeln sich in ihre Richtungen, Möglichkeiten. Taugenichts, Lehrer, Musiker, Programmierer. Familienmensch. New York. Auswanderer, Pionier im Westen. - jetzt sind wir viel weiter und können lachen über alles und über uns: wie naiv wir doch damals waren! Jetzt alles anders....Woher kommen solche „Resets“?
Es ist genau das, was ich zu überwinden suche, diese unharmonische, von außen bestimmte zerissene Persönlichkeit. Ich will eine vorläufige Einheit. Ich will über mich selbst lachen in der Gegenwart. Nicht über meine Vergangenheit.
Doch da ist dieses im Halbschlaf Dämmern. Wenn du nur bei dir bist. Wenn der Fernseher nicht läuft und du auch kein Buch zur Hand hast. Keine Ablenkung. Du hast es mit dir aushalten müssen, du musst das ein Leben lang. Hast zu hohe Erwartungen an dich gehabt, implizit. Die Typen entwickeln sich in ihre Richtungen, Möglichkeiten. Taugenichts, Lehrer, Musiker, Programmierer. Familienmensch. New York. Auswanderer, Pionier im Westen. - jetzt sind wir viel weiter und können lachen über alles und über uns: wie naiv wir doch damals waren! Jetzt alles anders....Woher kommen solche „Resets“?
Es ist genau das, was ich zu überwinden suche, diese unharmonische, von außen bestimmte zerissene Persönlichkeit. Ich will eine vorläufige Einheit. Ich will über mich selbst lachen in der Gegenwart. Nicht über meine Vergangenheit.
Dienstag, 26. Februar 2019
Montag, 25. Februar 2019
Sonntag, 24. Februar 2019
Hinweis 2
Hinweis: Dies hier ist ein radikal pluralistisches Blog. Es gibt Texte, Deutungen, Sichtweisen und Perspektiven wieder, die nicht zwangsläufig langfristig meine eigenen sein müssen. Sie haben mich jedoch nachhaltig beschäftigt.....
Samstag, 23. Februar 2019
Freitag, 22. Februar 2019
Donnerstag, 21. Februar 2019
Engel am Himmel
Gestern noch einmal
anlässlich Brunos Tod den Film „Der Himmel über Berlin“
angeschaut. Ich mochte immer den Klang seiner Stimme. Sie war stets
bei mir. Mit ihr sagt da etwas über die Begegnung zweier Menschen:
„Etwas ist geschehen. Es geschieht immer noch. Es ist verbindlich.
Es war in der Nacht und es ist jetzt am Tag. Jetzt erst recht.“ Und
dann fallen die Sätze, dass „ein gemeinsames Bild“ gezeugt
worden sei. Dass er in dieser Nacht das Staunen gelernt habe. „Sie
hat mich heim geholt“ und er habe heim gefunden. Es war einmal und
also wird es sein. Das Bild das wir gezeugt haben, wird das
Begleitbild meines Sterbens sein. Ich werde darin gelebt haben. Das
Staunen über uns zwei, das Staunen über uns zwei, (…) hat mich
zum Menschen gemacht. Ich weiss jetzt, was kein Engel weiss“. Er schien aus der Seele zu sprechen. Er schien ein Träumer zu sein von der Art, wie uns das beeinflusste. Und
dann, etwas später, gegen Ende des Films steht da: “Wir sind eingeschifft“.
Mittwoch, 20. Februar 2019
Trophäen
Was mir allmählich auffällt:
Es finden ununterbrochen irgendwelche Preisverleihungen statt. Oft
feiert sich dabei das Showbuziness selbst. Irgendwelche in Abendkleid
oder Frack gekleidete Damen und Herren mit frisch ondulierten Frisuren und dem obligatorischen Lächeln treten dann sichtbar
geschmeichelt nach vorne und bedanken sich brav
bei Gott und der Welt,
vor allem natürlich bei ihren Companys und
dann auch bei den Eltern (dass sie einen auf die Welt gebracht haben...),
für ihren Preis. Sie halten die Trophäe meist neben sich und ihr
Gesicht, so dass sie die ganze Welt sehen sollte. Doch diese
Welt ist längst
gelangweilt und kann diese nach dem Vorbild der
„Oscar“-Preisverleihung ausgetragenen
Zeremonien kaum noch aushalten. Sie
sind einfach zu viele geworden und
gleichen sich alle.
Dabei scheint es mir, dass selbst diese als Laudatoren eingesetzten
„Stars“
langsam knapp werden.
Sie lesen meist von einem mitgebrachten und theatralisch entrollten
Dokument ab: „...the winner is…..“. Dann
folgt ein bedeutungsschwer aufgeladener Moment….. dann die laute
Nennung eines Namens. Oft
stecken dahinter Verkaufszahlen und wirtschaftliche Erfolge, die
gerne mal als „Beliebtheit“ und Bedarf ausgelegt werden. Nun
ja, der Begriff von „Künstler“
oder „Kunst“ mag sich von Kultur zu Kultur doch
etwas unterscheiden,
auch wenn sich das
alles im Rahmen einer „Globalisierung“ angleicht. …..Diese
Zeremonien sind zwar im
Sinne des Wirtschaftssystems, sagen
womöglich aber
so gut wie nichts über Gehalt oder Substanz aus (aber
darum geht es in der „Globalisierung“ nicht….).
Hinweis
hier noch einmal ein Hinweis auf meine Seite ubpage.de, mit einem Blog, der sich vorallem mit der (Pop)Musik beschäftigt.....
Dienstag, 19. Februar 2019
Zeit und Geld
Die Erfindung der Zeit
durch Mönche im 13. Jahrhundert (selbstverständlich damals zur Einhaltung des Gottesdienstes...) hat den Kapitalismus erst möglich
gemacht. Heute soll alles schneller und schneller und effizienter
gehen. „Time is money“. Die Globalisierung samt dem ihr innewohnenden Kapitalismus erscheint dies nahezu heilig, unantastbar, Naturgesetz. Wie schnell kann man eigentlich noch
werden? Ob es da Grenzen gibt? Ob uns da die Technologie den Takt
vorgeben soll? Ob sie einen neuen Menschen schaffen will, der beim immer höheren Tempo mitkommen kann? Wer nicht dabei ist, - geht pleite (so das scheinbare Naturgesetz). Beschleunigung ist
Pflicht. Die Börsen machen ja heute Geschäfte im
Nano-Sekunden-Bereich. Hochfrequenzhandel. Augenbrauen gehen da hoch.
Ach! Schneller sein als andere. Kaufen und verkaufen. Auf den Haufen damit!. Aber möglichst
schneller als der „Mitbewerber“ sein. Wettbewerb. Frei, sehr frei.
Nahezu unkontrolliert. Vernetzung um jeden Preis. Profitieren in
einem Augenzwinkern. Nano ist ein Milliardstel. Komplexität rules.
Der Mensch macht alles, wenn es ihm nützt, - behauptet die
Betriebswirtschaftslehre. Egoismus rules.
Montag, 18. Februar 2019
"Neidgesellschaft"?
Ob wir uns immer mehr und
immer totaler auf eine 2/3-Gesellschaft zubewegen, in der 2/3 der
Leute behaupten „Uns geht es gut“ und das mit ihren
(oft manipulierten)
Zahlen belegen? Es
scheint doch eher so, dass es rund einem Drittel unserer Gesellschaft
gar nicht gut geht, dass der Niedriglohnanteil in Deutschland höher
als in vergleichbaren Ländern liegt, dass die Klassen der ersten
beiden Drittel den Ton auch in den öffentlichen Medien angeben, dass
ihr Weltbild ausstrahlen soll auf das Allgemeine und dass dies mit
allen Mitteln bewerkstelligt werden soll. Dass
diejenigen, die dies sehen wollen, sich dem stellen und es benennen
wollen, meist mit dem Wort „Neid“ belegt werden, dass sie damit
angeben und sich hervortun, dass sie die bundesdeutsche Gesellschaft
als „Neidgesellschaft“ bezeichnen und dies bei jeder Gelegenheit
propagieren, gehört zu den Reflexen, die wir nicht mehr ernst nehmen
sollten (auch wenn sie ein Ablenkungsmanöver mit einem schon in der
Bibel vorkommenden menschlichen Grundgefühl missbrauchen).
Sonntag, 17. Februar 2019
Samstag, 16. Februar 2019
Freitag, 15. Februar 2019
Tierische Welt
Was mich schon immer
fasziniert hat: ein Sichhineinversetzen in Tiere. Ein
Sichhineinversetzen in andere Welten, andere Blickweisen, andere
Notwendigkeiten, andere Bestrebungen usw. … einen anderen Kosmos.
Das hatte womöglich einen Auswuchs, als mir einst eine Rennmaus
geschenkt wurde und ich mein ganzes damaliges Zimmer zu einer Art
Rennmausbau zu machen versuchte, indem ich Drainageröhren zu Bau-
oder Nestbehausungen legte, in denen dann bevorzugt nachts die
Rennmaus rannte. Ich glaube, ich wollte mit Amadäus, - so ihr Name –
zusammenleben. Ich wollte sehen und erfahren, was sie bewegte, was
sie beeindruckte, was sie prägte. Das Bemühen, eine
Geschlechtsgenossin beizuschaffen, ging fürchterlich daneben. Man
behakte sich und verbiss sich auf das Grässlichste. Eine Trennung
musste unbedingt sein. Später kamen Probleme mit dem Zahnwuchs
hinzu, die Maus hatte wohl nicht oft genug die Gelegenheit, ihre
Zähne abzunutzen. Ich versuchte auch hier einen Ausweg. Allein, es
half nichts. Der Gang zum Tierarzt war vorprogrammiert.
Erst viel später gelangte
ich zur Kenntnis, dass ich bei meinen Bestrebungen etliche namhafte
Vorläufer hatte, auf die man aus guten Gründen neugierig sein
konnte. Manche Tiere scheinen beispielsweise so etwas wie eine
vieldeutige „Sprache“ zu haben. Die vieldeutige Mitteilung und
Entäußerung, nicht die exakte Informationsübermittlung scheint bei
ihnen oft im Vordergrund zu stehen. Was sagen sie? Was denken sie? Ob
bereits diese Überlegung eine Art „Vermenschlichung“ ist, die
uns keinen Schritt auf unserem Weg in die Welt der Tiere voranbringen
kann? Wenn etwa kleine Hunde Pullöverchen tragen (müssen) und mit dem
Frauchen in den Hundesalon gehen, um sich dort eine mondäne Frisur
verpassen zu lassen, mag dies ein solcher Ausdruck der
„Vermenschlichung“ zu sein. Dass der Mensch über dem Tier stehe
und deshalb berechtigt sei, nahezu alles an ihm vollziehen, bis hin
zur Auslöschung des Lebens dieses Tieres, ist eine alte Weisheit, in
deren Richtung bereits die Bibel ausgelegt werden kann.
Doch nicht erst in den letzten Jahrzehnten sind daran Zweifel aufgekommen. Eigentlich fing es bei Montaigne schon an. Es wurde klar, dass Tiere oft etwas können, was wir Menschen nicht können. Und doch sind die Menschen die „erfolgreichste“ Spezies auf dieser Welt. Sie verbreiten sich immer rasanter auf dieser Welt. Aber was geht im Kosmos, in den Bezüglichkeiten und Sinnwelten gewisser Tiere vor? Diese Frage hat mich abseits aller Evolutionsweisheiten geradezu gequält. Natürlich wird auch hier der Bezug zur Grundfrage dieses Blogs spürbar. Besser verstehen zu können, mehr Empathie aufzubringen, mehr Spiritualität und Sichineinversetzenkönnen mögen ein Lebensziel markiert haben.
Doch nicht erst in den letzten Jahrzehnten sind daran Zweifel aufgekommen. Eigentlich fing es bei Montaigne schon an. Es wurde klar, dass Tiere oft etwas können, was wir Menschen nicht können. Und doch sind die Menschen die „erfolgreichste“ Spezies auf dieser Welt. Sie verbreiten sich immer rasanter auf dieser Welt. Aber was geht im Kosmos, in den Bezüglichkeiten und Sinnwelten gewisser Tiere vor? Diese Frage hat mich abseits aller Evolutionsweisheiten geradezu gequält. Natürlich wird auch hier der Bezug zur Grundfrage dieses Blogs spürbar. Besser verstehen zu können, mehr Empathie aufzubringen, mehr Spiritualität und Sichineinversetzenkönnen mögen ein Lebensziel markiert haben.
Donnerstag, 14. Februar 2019
Wirklichkeiten aus Perspektiven
Ich
erfahre zunehmend, dass ich „Unwesentliches“ äußere, auf das es
nicht lohnt, einzugehen. Eigentlich
wollte ich auch genau dieses „Unwesentliche“
aufsuchen, was
zwischendurch fällt, was niemand als wesentlich (oder
auch oft so bezeichnet: „relevant“) wahrnimmt,
das Dreckige unter den
Fingernägeln, was niemand beachtet und
doch Gesamtsituationen auf verschiedene Weise beeinflusst, ja sogar
prägt. Es
wäre eine Ehrenbezeichnung für mich, wenn es so wäre, dass
ich Unwesentliches zur Sprache bringen würde.
Doch jetzt befinde ich
mich in einem Konflikt, denn wegen der genannten Gründe will sich
auch so gut wie niemand damit auseinander
setzen, was ich zu äußern habe. Es gelingt mir immerhin, das mit
Humor zu sehen, mich selbst in diesem kleinen Stück nicht gar so
ernst zu nehmen - die anderen allerdings auch nicht. Vieles
scheint mir eine Frage der Perspektive zu sein, etwas, mit dem sich
besonders der Journalismus etwas mehr auseinander setzen sollte.
Mittwoch, 13. Februar 2019
Abenddämmerung (Charles Baudelaire aus "Die Blumen des Bösen")
Abenddämmerung
Sieh, des Verbrechers Freund, der holde Abend, naht
Mit leisem Raubtierschritt, der Helfer bei der Tat;
Der Himmel schliesst nun sacht des schweren Vorhangs Falten,
Zu Tieren wandeln sich die menschlichen Gestalten.
O Abend lieb und hold, wie heiss wirst du ersehnt
Von einem, der mit Lust die müden Arme dehnt
Und ohne Lügen spricht: Der Tag war voller Lasten! –
Du bist's, der Schmerzen stillt und Ruhe gibt und Rasten
Dem Denker, der voll Trotz die müde Stirne hält
Dem Arbeitsmann, der dumpf hin auf sein Lager fällt.
Indes erhebt sich schwer der bösen Geister Meute,
Sie flattern durch die Luft wie vielgeschäftige Leute,
Sie poltern an die Tür, sie stossen an das Dach.
Und wo ein Lichtschein wird im Windstoss flackernd wach,
Da lebt die Unzucht auf in dumpfer Gassen Enge;
Gleich dem Ameisenhauf öffnet sie Gäng' um Gänge;
Sie bahnt geheimen Weg allüberall und gleicht
Dem Feind im Hinterhalt, der tückisch uns umschleicht;
Im Schoss der Stadt rührt sie den Unrat, der sie mehrt,
Ein Wurm, der von der Kraft des Menschen lebt und zehrt.
Jetzt hört man's da und dort in Küchen leise zischen,
Theater kreischen auf, Orchester brummt dazwischen;
Die Säle, drin das Spiel Rausch gibt den schlaffen Hirnen,
Sie füllen sich nun rasch mit Gaunern und mit Dirnen;
Die Diebe, denen nie das Handwerk Ruhe lässt,
Beginnen ihr Geschäft, bezwingen sanft und fest
Die Türen und den Schrein um ein paar Tage Leben
Und, um der Freundin Gold und seidnen Tand zu geben.
Jetzt sammle dich, mein Sinn, und richte dich empor,
In diesem Augenblick verschliess dem Lärm dein Ohr.
Die Stunde ist's, da Gram und Schmerzen sich verschlimmern,
Da uns die finstre Nacht die Kehle würgt, und Wimmern
Die Hospitale füllt, da still der Kranken Heer
Zum grossen Abgrund wallt. – Ja, mancher kommt nie mehr
Und isst die Suppe still und träumt und blickt ins Feuer
Ganz nah beim Herd und nah der Seele, die ihm teuer.
Und viele kannten nie die Süssigkeit, die schwebt
Um einen Platz am Herd, und haben nie gelebt!
Mit leisem Raubtierschritt, der Helfer bei der Tat;
Der Himmel schliesst nun sacht des schweren Vorhangs Falten,
Zu Tieren wandeln sich die menschlichen Gestalten.
O Abend lieb und hold, wie heiss wirst du ersehnt
Von einem, der mit Lust die müden Arme dehnt
Und ohne Lügen spricht: Der Tag war voller Lasten! –
Du bist's, der Schmerzen stillt und Ruhe gibt und Rasten
Dem Denker, der voll Trotz die müde Stirne hält
Dem Arbeitsmann, der dumpf hin auf sein Lager fällt.
Indes erhebt sich schwer der bösen Geister Meute,
Sie flattern durch die Luft wie vielgeschäftige Leute,
Sie poltern an die Tür, sie stossen an das Dach.
Und wo ein Lichtschein wird im Windstoss flackernd wach,
Da lebt die Unzucht auf in dumpfer Gassen Enge;
Gleich dem Ameisenhauf öffnet sie Gäng' um Gänge;
Sie bahnt geheimen Weg allüberall und gleicht
Dem Feind im Hinterhalt, der tückisch uns umschleicht;
Im Schoss der Stadt rührt sie den Unrat, der sie mehrt,
Ein Wurm, der von der Kraft des Menschen lebt und zehrt.
Jetzt hört man's da und dort in Küchen leise zischen,
Theater kreischen auf, Orchester brummt dazwischen;
Die Säle, drin das Spiel Rausch gibt den schlaffen Hirnen,
Sie füllen sich nun rasch mit Gaunern und mit Dirnen;
Die Diebe, denen nie das Handwerk Ruhe lässt,
Beginnen ihr Geschäft, bezwingen sanft und fest
Die Türen und den Schrein um ein paar Tage Leben
Und, um der Freundin Gold und seidnen Tand zu geben.
Jetzt sammle dich, mein Sinn, und richte dich empor,
In diesem Augenblick verschliess dem Lärm dein Ohr.
Die Stunde ist's, da Gram und Schmerzen sich verschlimmern,
Da uns die finstre Nacht die Kehle würgt, und Wimmern
Die Hospitale füllt, da still der Kranken Heer
Zum grossen Abgrund wallt. – Ja, mancher kommt nie mehr
Und isst die Suppe still und träumt und blickt ins Feuer
Ganz nah beim Herd und nah der Seele, die ihm teuer.
Und viele kannten nie die Süssigkeit, die schwebt
Um einen Platz am Herd, und haben nie gelebt!
Charles Baudelaire
Dienstag, 12. Februar 2019
Montag, 11. Februar 2019
Wohnungs(neu)bau (2)
Es gibt keine Zinsen. Also
fließt Kapital in den Wohnungsbau, - und zwar in jenen, der „Rendite
abwirft“. Das kann der soziale Wohnungsbau in keinem Falle sein.
Der Staat hat eine Zeit lang Wohnungen im großen Stil verkauft,
jetzt versucht er händeringend, sie zurück zu kaufen. Richtig
beschrieben? Ob man („Wir“) einen Wohnungsbestand braucht, der
gerade nicht „dem Markt“ und den darin wirkenden Kräften
ausgeliefert ist? Ob „der Markt“ sich als unfähig erwiesen hat,
Wohnungsbauprobleme zu lösen? Ob Boden ein allgemeines Gut ist? Und
Wohnung? Es wird darüber diskutiert, so heißt es. Muss da ein
System in eine andere Richtung gedreht werden? Oder müssen die
richtigen Anreize für „den Markt“ geschaffen werden? Ob Wohnung“
nicht einen anderen Wert darstellt als Maschine, Auto, Konsum? Eine
Ware. Wer etwas neues versuchen will, wird schnell mit dem Wort
„Sozialismus“ oder Staat abgetan. Standardidiologie, das. Reflex.
Preise am Immobilienmarkt politisch rgelementieren? Igitt. Eigentum
erwerben sei die Lösung, so manche Politiker. Doch viele Millionen
Deutsche können das nicht. Es scheint dies den Vermögenden mit
ihren „Steuervermeidungsstrategien“ vorbehalten zu sein. Am Ende,
denkt man dies weiter, werden sowieso nur noch Vermögende unter sich
sein, sozialer Austausch ist nicht mehr gewährleistet und
Filterblasen der Wahrnehmung und der Lebenswelt werden gefördert.
Nicht Vermögende werden über den Preis heraus gedrängt. Als
„Einzelbeispiele“ wird sowas von der offiziellen Politik noch
abgetan. Aber gibt es idealtypisch diese Vermögenden (Spekulanten)?
Sind es oft nicht auch kleine Leute, die etwas geerbt haben und die
„modernisieren“ müssen, weil „der Staat es ihnen vorschreibt?
Es muss oft ein Kredit aufgenommen werden, der dann irgendwie wieder
erwirtschaftet werden soll. Ob das besonders „auf dem Land“ der
Fall ist? Wie kommt es eigentlich, dass alle in die Städte ziehen
wollen. Ob das mit Politik zu beeinflussen wäre? Der Trend zum
Ausbluten des Landes, ob der etwas mit Politik zu tun hat? Ob es
hierfür den Ausdruck/das Wort „Strukturpolitik“ gibt? Dass es
keine Ärzte, Busse (Verkehrsmöglichkeiten allgemein) Schulen,
Kindergärten gibt?
Sonntag, 10. Februar 2019
Samstag, 9. Februar 2019
Wohnungs(neu)bau (1)
Das Folgende scheint in einem seltsamen Kontrast dazu zu stehen, über was wir uns gestern unter Überschrift "Neubau" hier gewundert hatten. Ob wir zudem schon manchmal
daran gedacht hatten, dass (und wie) die amtierende Kanzlerin ihr Wort „Wir schaffen
das“ gesagt hatte, damals 2015? Wir hatten uns schon damals
gefragt, wer das sein solle, dieses „Wir“? Doch in der Art dieses
jetzigen Deutschland wurde die Frage abgebügelt, verdrängt,
geregelt, weggedrückt. Spätestens mit dem extremen
Wohnungsnotstand, der derzeit herrscht, kam die Frage neu auf. Ob es
etwa diejenigen sind, die unter dem Wohnungsnotstand leiden, die auf
kostengünstiges Wohnen angewiesen sind? Die im Wettbewerb mit jenen
stehen, die als „Mitbewerber“ neu hinzu gekommen sind? Natürlich
wurde von seiten der Regierung herumgetrickst, wurde abgelenkt mit
kleinen kosmetischen Maßnahmen (etwa dem „Baukindergeld“), die
nichts am Notstand ändern und genau davon ablenken sollen, dass der
Staat Sozialwohnungen im großen Maßstab an „Privatinvestoren“
verhökert hat, die inzwischen oft an der Börse notiert und darauf
angewiesen sind, eine möglichst große Rendite zu erwirtschaften.
Auch haben sich gewisse städtebauliche Trends umgekehrt (was
freilich zu erwarten war): Der Trend zur Schrumpfung der Städte hat
sich umgekehrt, Massenwohnungsbau wurde unattraktiv. Eine Menge an
Einzelwohnungen wurde gebaut, dem neoliberalen Trend folgend. Diese
Wohnungen wurden „vermarktet“ nach allen Regeln der Kunst. In der
Regel kamen dabei Vermögende zum Zug. Mittlerweile ist dieser Trend
dahingehend gekippt, dass Spekulanten aus dem Ausland sich der Reste
dieser Wohnungen „angenommen“ haben und mächtig am
Immobilienmarkt mitmischen. Der soziale Wohnungsbau scheint
eingeschlafen zu sein, Städte zeigen sich des von mächtigen
Immobilieninteressen gelenkten Marktes weitgehend ohnmächtig. Der
„freie Markt“ solle es richten, fordern gewisse Parteien im
Reichstag. Doch Tatsache scheint doch so zu sein, dass der „freie
Markt“ unfähig zu sein scheint, dass er im Gegenteil, die
Wohnungsnot noch forciert. Irgendwelchen Bestrebungen, dem zu
begegnen, wird regelmäßig mit dem Gespenst „Sozialismus“
gedroht. Der „Freie Markt“ folgt Profitinteressen, was auch nicht
verwerflich ist. Man sollte sich bloß in keine Lüge dergestalt
hinein flüchten, dass es finanziell attraktiv werden solle,
Sozialwohnungen. Das ist nicht der Fall, solange anderswo deutlich
bessere Renditen zu erzielen sind. Erst ein Marktüberschuss lasse
die Preise fallen, so verheißen neoliberale Geister seit vielen
Jahren und bauen fidel an ihren 150 Quadratmeter-Wohnungen weiter,
mit denen auch ein beträchtliches Umweltproblem geschaffen wird.
Bisher scheint die neoliberale Rechnung jedenfalls nicht aufgegangen
zu sein. Im Gegenteil, die Preise steigen immer schneller in
astronomische Höhen.
Freitag, 8. Februar 2019
Neubau
Unter großem Pomp und mit
einer Rede der Bundeskanzlerin wird heute die neue Zentrale des
Bundesnachrichtendiensts in Berlin eröffnet. Täterä....! Blöd
nur, dass der Bau in 12 Jahren durch eine enge Abfolge an Pannen den
Steuerzahler deutlich mehr gekostet hat, als ursprünglich geplant.
So etwas scheint allmählich einzureißen in Deutschland (Beispiele
dafür gibt es genug!...), dem es nach Worten verantwortlicher
Politiker soooo gut geht. Dass es ihm sooo gut geht, das mögen den
Entscheidern in wirtschaftlich guten Zeiten (auch diese sollte/darf
man hinterfragen!) die Profiteure solcher Entwicklungen gerne und in
großer Zahl bescheinigen. Doch was ist, wenn die Entwicklung kippt,
wenn das Selbstverständnis bröckelt? Nun ja, „aus den
Augenwinkeln“ habe ich das „Tagesereignis“ (das keineswegs auf
den Tag beschränkt ist, sondern fast ein wenig symptomatisch
erscheint..) mitgekriegt und dann zum BND-Neubau ein wenig
nachrecherchiert: Baupläne sind geklaut worden, eine Klimaanlage
wurde installiert unnd dann wegen Sicherheitsmängeln wieder
entfernt, 2015 montieren Unbekannte Wasserhähne ab und manches mehr,
Am Ende kostet das Projekt statt der ursprünglich geplanten 730
Millionen nun mehr als 1 Milliarde Euro. Nun ja, ein paar Millionen
mehr, - was soll's? Wir können uns das leisten. Eine Palme vor dem
Bau soll Kunst sein und angesichts solcher Vorgänge offenbar ein
wenig Trost spenden.
Donnerstag, 7. Februar 2019
Wortspiele
Ich wundere mich, wenn ich
beobachte, dass Partner (Paare) sich miteinander in ihrer Haltung zur
Welt synchronisieren. Da sind plötzlich nicht nur Meinungen und
Einstellungen gleich, sondern auch Verhaltensweisen (was bis hin zu
Bewegungsabläufen geht...). Ich beobachte dies mit ein bisschen
Amüsement, lösen doch die jeweiligen Personen ihre
übereinstimmenden Meinungen wieder auf, kaum, dass sie sich getrennt
haben. Das heißt doch, dass Meinungen und Einstellungen Mittel zum
Zweck sind, dass sie Gemeinsamkeit (möglichst nach außen)
beschwören sollen, dass es sehr selten um Inhalte geht. Nahezu
lächerlich finde ich diese Mechanismen, wenn kurz zuvor noch etwas
heftig kritisiert wurde, was nach Eintreten eines Partners plötzlich
gegenteilig vertreten wird. Man reibt sich die Augen und denkt wieder
einmal: Das kann doch nicht sein! Sollen wir das ernst nehmen? Oder
nur den symbolischen Akt dahinter sehen?
Mittwoch, 6. Februar 2019
Gottlob, dass ich auf Erden bin (Novalis, Lyrik)
Gottlob! daß ich auf Erden bin...
(Novalis)
Gottlob! daß ich auf Erden bin
Und Leib und Seele habe;
Ich danke Gott in meinem Sinn
Für diese große Gabe.
Gottlob! daß ich auf Erden bin
Und Leib und Seele habe;
Ich danke Gott in meinem Sinn
Für diese große Gabe.
Der Leib
ist mir doch herzlich lieb
Trotz seiner Fehl und Mängel
Ich nehme gern mit ihm vorlieb
Und neide keinen Engel.
Trotz seiner Fehl und Mängel
Ich nehme gern mit ihm vorlieb
Und neide keinen Engel.
Ich küsse
gern mein braunes Weib
Und meine lieben Kinder,
Und das tut wahrlich doch mein Leib,
Und mir ist es gesünder,
Und meine lieben Kinder,
Und das tut wahrlich doch mein Leib,
Und mir ist es gesünder,
Als wenn
ich mit Philosophie
Die Seele mir verdürbe,
Denn ein klein wenig Not macht sie,
Die liebe Weisheit, mürbe.
Die Seele mir verdürbe,
Denn ein klein wenig Not macht sie,
Die liebe Weisheit, mürbe.
Dienstag, 5. Februar 2019
Plastik jetzt weg!
Ob es notwendig ist, dass
ein Gegenstand 100 mal verpackt sein muss, ehe er einen Käufer
anmacht? Die Verpackung ist dann auch meist aus Kunststoff, darunter
jenes Plastik, das Forscher jetzt schon per winzigen Teilchen in
unseren Körpern nachgewiesen haben. Ob es da eine
Verpackungsindustrie gibt, die daran verdient? Ob sie sich etliche
Fragen gefallen lassen muss und ob die große Zeit ihrer
Umweltverschmutzung längst vorbei ist? Ob die Probleme, die damit
zusammen hängen, nicht allzu vielen Menschen längst bewusst sind und
ob diese Menschen bei dazu passenden Rahmenbedingungen bereit wäre,
auf solche „Lockstoffe“ zu verzichten? Natürlich werden
hygienische Vorbehalte gerne genannt, wenn es um Verteidigung der
Verpackungen geht. Doch an anderen Stellen wird doch fortwährend und
ziemlich aufdringlich die „Innovationskraft“ unserer (wer ist
„uns“?) gepriesen......ob der Staat oder die Regierung nicht auch
an dieser Stelle etwas zutrauen müsste? Ob es in früheren Zeiten
ohne Plastik nicht auch ging? Sehr wohl, aber nicht so gut und
verbunden mit einer hohen Lebenserwartung? Okay, ein Grund mehr, sich
jetzt an Substitutionsstoffen zu versuchen, die sich selbst
zersetzen! Nein, nicht übermorgen, sondern jetzt!
Montag, 4. Februar 2019
Feinstaub mal konkret
Der durchschnittliche Feinstaubabrieb pro Jahr und Auto beträgt für einen einzigen Reifen 1 kg. Bei vier Reifen und 40 Millionen Autos lässt dann leicht die Feinstaubbelastung pro Jahr ausrechnen. Damit mag auch zusammen hängen, dass es in der Bundesrepublik kein einziges Gewässer mehr gibt, in dem nicht winzige Kunststoffteilchen nachgewiesen werden können. Und das gleichzeitig dazu, dass es nahezu keinerlei Forschung und Studien zu diesen Nanoteilchen und ihren Auswirkungen auf unsere Körper gibt. Ob hier jemand Rahmenbedingungen anders gestalten könnte? Ob das eine Aufgabe der Politik wäre? Ob das politische System vielleicht etwas zu abhängig von sich mächtig gebenden Lobbygruppen ist? Ob eine größere Ausstrahlung der parlamentarischen Demokratie gerade jetzt, in diesem Augenblick, gut anstehen würde, ja, ob dies nicht geradezu ein Gebot der Stunde wäre?
Sonntag, 3. Februar 2019
Lügen haben lange Beine
Ich habe die Wortfolge "kurze
Beine" gehört und mir ist durch den Sinn gegangen, dass Lügen
leider manchmal auch lange Beine haben: Da ist der Einfluss der
Pharmaindustrie auf das Menschsein als aktuelles Beispiel. Sie nehmen
Einfluss, sie finden und erfinden, sie kaufen auf, sie reden schön, sie lenken Informationen, sie geben
"die richtigen" Untersuchungen in Auftrag, sie betreiben
Lobby-Arbeit, sie setzen unter Druck, sie lassen aus, sie
dramatisieren, sie verschweigen, sie blockieren... usw.... es ist eine
lange Folge von.... Lügen,.... die leider sehr lange Beine haben, indem
sie sich als gelenkte "Wahrheit" in unser Dasein mischen.
"Sind wir nicht alle ein bisschen korrupt?" fragte neulich
ein ehemaliger Kollege, der sich jetzt der Öffentlichkeit neu verkauft und dazu "geglättete" Interviews gibt...... wow, diese Grauzonen! Diese retouchierten
Wirklichkeiten! Wo steht man da? Man sieht sich selbst zu....nimmt
Maßstäbe wahr, die sich später als etwas ganz anderes
darstellen......
Samstag, 2. Februar 2019
Heimat (5)
Seltsam, es scheint eine regelrechte Modediskussion zu sein, ohne dass jemand von der Teilnehmenden in den Diskurs auf der Ebene
der Tatsächlichkeit verwickelt zu sein scheint. Man könnte auch behaupten: so gut wie niemand hat ernsthafte Ahnung davon. Scheinbar. Es geht um den
Begriff „Heimat“. Ich habe mir eine Zettelsammlung dazu angelegt
und stelle fest, dass es nahezu überall um den Begriff „Identität“
zu gehen scheint. Zudem bedeutet zunehmende Globalisierung wohl auch
zunehmende Lokalität. Auch scheint mir der Begriff „Heimat“ eine
Art Antwort auf allerlei Überfremdungsängste zu sein. Gleichwohl
widersetzt sich der Begriff, denkt man etwas tiefer darüber nach,
jeglicher Politisierung und jeder Instrumentalisierung. Auch geht es
wohl nicht darum, eine Gemeinschaft zu bilden, indem man Fremdes
ausgrenzt.
Noch
ist es so, dass die Mehrheit der Leute auf dem Land lebt, teilweise
wohl auch, weil die Mieten im städtischen Raum ins Unerträgliche
gewachsen sind. Städte sind extrem globalisiert, auf dem Land ist
das anders, auch wenn große Teile der Öffentlichkeit das anders zu
sehen scheinen. Es wird einem mit allen Mitteln verkauft, dass man
unbedingt z.b. das Fahrrad benutzen solle. Auf dem Land freilich
bleibt dies ein frommer Wunsch, da die öffentlichen Verkehrsmittel
kaum so ausgebaut sind, das sie eine ernsthafte Konkurrenz zu dem
Individualverkehr sein könnten. Man müsste neu über Mobilität nachdenken. Man müsste neu über die Verschränkung von Stadt und Land nachdenken.
Freitag, 1. Februar 2019
Abkunft (Text ub)
ABKUNFT
All die begrab'nen Tage
auf der Hundehütte
treiben Stehversuche,
verlieren sich in Staub
Wann
führt mein Schritt
mich fort von hier
ahnt kalten Morgentau
und neue Wege?...
(aus den 80ern)
Donnerstag, 31. Januar 2019
Mittwoch, 30. Januar 2019
Kinder als Fortsetzungsgeschichten
Der Club of Rome, ein
Mythos. Schon früh warnte er unter anderem vor der Überbevölkerung
der Erde. Bevölkerungsexplosion. Stimmt ja gar nicht!, so der
Einwand wichtiger Stimmen. Es gehe vielmehr um die Verteilung.
Schließlich sei genug für alle da. In der Folge aber wurde der
Triumph der Kleinfamilie mit ihren beiden Kindern gefeiert. Dabei
würden gewisse Argumente durchaus dafür sprechen, dass ökologisch
denkende Menschen nicht unbedingt Kinder in die Welt setzen sollten.
Umweltschützer mit Kindern könnten sogar fragwürdig sein. Es macht
jedenfalls keinen Sinn, diesen zig mal überbevölkerten Planeten mit
noch mehr Kinder zu belasten. Außerdem sollte sich ein Elternpaar
der Aufgabe gewachsen sehen, Kinder zu ernähren und für sie
verantwortlich zu sein. Doch einem kritischen Nachdenken über solche
Fragen steht die mit allen Mitteln durchgedrückte Maxime entgegen,
dass Paare unbedingt Kinder haben sollten, - was durchaus fragwürdige
Folgen zeitigt. Dazu wird es dann Kinderwunsch- und
Fertilitätskliniken geben, die von der Politik auf viele Arten
Unterstützung erfahren werden. Wenn alle aufhören würden; Kinder
zu produzieren, würde unser Gesellschaftssystem explodieren, denn es
würden Rentenzahler fehlen, - was gerne als Argument dafür genannt
wird, Kinder in die Welt zu setzen. Ob es wirklich diese ökonomischen
Argumente sind, die hier ausschlaggebend sind? In relativ überschaubarer Zeit würde die Menschheit
aussterben. Ob es aber für diese Erde ein so großer Verlust wäre?
Ob eine Erde ohne Menschen nicht auch wünschbare Aspekte hätte.
Es gibt eigentlich wohl
ganz wenig Paare, die ungewollt kinderlos sind. Die Gesellschaft gibt
oft vor, diesen Menschen helfen zu wollen. Doch das wird gerne mal
zum Geschäft. Wie in Vielem, sind auch hier die USA Vorreiter. Man
kauft sich hier Samen (Eizellenspenden sind relativ gut honoriert)
oder greift auf eigenen eingefrorenen zurück. Man lässt gekaufte
Leihmütter damit schwanger werden und lässt diese Kinder
anschließend von speziellen Hilfskräften erziehen. Solche
Dienstleistungen“ werden selbstverständlich nach Marktkriterien honoriert. Es entsteht
auf diese typisch neoliberale Weise ein Markt für Kinder. Mütter in
der klassischen Form werden auf diese Weise ersetzbar. Damit die
Bevölkerung trotz manchen Schrumpfungsprozessen auf einem
vergleichsweise stabilen Niveau bleibt, bedarf es der Migranten.
Familienpolitik und Familienförderung stützen, teilweise auch aus
idiologischen Gründen der „Heiligsprechung“ der Familie, zudem
eine solche Stabilisierung.
Dienstag, 29. Januar 2019
Am Morgen ohne Sorgen
Allmählich gehen mir die ewig
lachenden und lächelnden Figuren in den Frühstücksfernsehprogrammen
auf die Nerven. „Ja klar haben die keine Sorgen“ sagt man sich
und staunt über so viel professionelle Ignoranz. Die zur Schau
getragene gute Laune hat wohl Methode: sie will dem „Konsumenten“ als
Inszenierung Mut machen und Kraft geben, seinen eigenen Alltag zu
bewältigen. Blöd nur, dass das oft sehr aufgesetzt und künstlich
wirkt, wie eine Verpflichtungserklärung zur Unehrlichkeit dem
Publikum gegenüber. Die Absicht erscheint offensichtlich: Der schöne
Schein soll alles überstrahlen, die Lüge soll dem Einzelnen eine
Stütze abgeben, seine Schwierigkeiten zu bewältigen. Was ist mit
dem Arbeitslosen, dem erfolglosen Selbständigen vor seiner Pleite?
Man muss Zeit haben für Doppeldeutigkeiten, man muss „die Ebene
dahinter“ erkennen. Ein bisschen Problemchen in gut vertraglichen Portionen, ein bisschen Boulevard. Nach der tausendsten Produktempfehlung für den
deutschen Nobelsportwagen, kommt Neid auf auf diejenigen, die über
die Anschaffung eines solchen Wagens nachdenken und dabei alle
Abgasprobleme ignorieren können. Die dem Imponiergehabe aufsitzen,
was davon ausgeht. Die nicht die tatsächlichen Vorzüge eines
solchen Wagens schätzen, sondern seine Symbolik bezüglich des
sozialen Status. Man nimmt verwundert zur Kenntnis, wie „Prominente“
angehimmelt werden, die – ach Wunder! - auch nur Menschen sind und
die sich mit ihrer sozialen Rolle verbunden haben. Die Größe
„Erfolg“ wird danach in der Abteilung Sport angebetet, obwohl
Dopingaffären da so manche Zweifel streuen könnten. Der "Konsument" wähnt sich damit immer auf der Höhe der Zeit, glaubt sich informiert, kann auch nichts machen und versinkt in seinem deutschen Ego.......
Montag, 28. Januar 2019
Sonntag, 27. Januar 2019
Schritte
Es mag wohl in den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts gewesen sein, als ich Folgendes schrieb, das immer noch aktuell zu sein scheint:
SCHRITTE
Er
geht weiter, federnden Schrittes, unter grauen Himmeln, den
alltäglichen Vorzeichen seines Daseins. Aus der Ferne tönt eine
Sirene, die vielleicht irgendeinen Ernstfall simuliert, und hinter
ihm liegt eine Strecke, an deren Ausgangspunkt er sich nur manchmal
in den Augenblicken der Dämmerung erinnern kann. Die weißen
Markierungsstriche auf der Straße hatten einmal die Aufgabe,
Orientierung zu bieten. Sie sind nun aber verblasst und schwer zu
erkennen. Er gönnt sich den bescheidenen Spass, sie im Slalom immer
wieder zu umgehen und dabei nicht auf sie zu treten, was ihm
Zerstreuung und Ablenkung von der Tatsache bietet, dass er alleine
ist. Seine gleichförmigen Bewegungen werden immer wieder
unterbrochen von kleinen Unregelmäßigkeiten, bedingt durch
Unebenheiten der Straße, durch Nervositäten, Unaufmerksamkeiten.
Rechts und links der Straße erstrecken sich weite Felder,
flurbereinigte, kultivierte, chemisch gedüngte Anbauflächen,
Nutzungsgebiete, die, so will es ihm scheinen, für ihn gerade in
ihrer geometrischen Anonymität wirklich sind.
Die
Zwecklosigkeit seines Wegs entspannt ihn innerlich, er gibt sich der
Bewegung hin – und nur ihr. Er versucht, sich innerlich zu leeren.
Fetzen einer vielleicht vorgestern gehörten Melodie vermischen sich
mit Eigenem, aus dem Moment Entstandenen. Ansonsten will er sich
nicht erinnern, er baut geradezu Mauern auf gegen alles, was aus der
Vergangenheit einbrechen will in sein augenblickliches Idyll.
Stattdessen versucht er , sich sein Gesicht
vorzustellen...jetzt,...gerade jetzt...und nun wieder....eine
Konzentrationsübung mit Selbsterfahrungswert! Seine Schritte
durchschreiten fünf Minuten, als wären sie Sekundenzeiger einer
Quartzuhr. Es geht leicht bergauf und seine Beine lösen die
gestellte Aufgabe ohne ihrem Benutzer auch nur ihre Existenz ins
Bewusstsein treten zu lassen, sie funktionieren.
Es
ist Rhythmus zu erkennen in dem, was er tut. Eine Struktur, die ihm
etwas bedeutet, über der er gleichwohl bescheiden geworden ist.
Diese wiederkehrenden Regelmäßigkeiten geben Sicherheit, betäuben
Angst. Die Luft ist zu
spüren, die rohe Erde zu riechen, es fängt langsam an zu regnen.
In einiger Entfernung ist ein verwilderter Hain zu erkennen und er
ist erstaunt darüber, dass sich Derartiges hier noch halten konnte.
Erinnerung trifft ihn: an andere Zeiten, andere Orte, Gegenden, von
denen er gehört hat.
Der
Hain ist belebt, bildet hier eine Enklave in seiner Wildheit und
Unberührtheit, was ihn fast wie einen Magneten anzieht. Eine Ganze
Welt verspricht sich hier an diesem Stückchen Erde, bewachsen mit
seltenen, nie gesehenen Pflanzen. Dazwischen glaubt er Kristalle zu
erkennen, funkelnd in allen Farben. Plötzlich erstrahlt der Hain, er
wird zusehends durchsichtiger, gläsern, illuminiert von
Mannigfaltigen Lichtkaskaden...aber auch Gerüche gehen von diesem
Hain aus, wie betäubend!...Musik dringt aus dem Gesträuch,
Harmonien, die Töne auf solche wunderbare Weise zueinander führen
und miteinander versöhnen, dass alles bisher Gehörte nur ein
Entwurf zu dieser Harmonie gewesen ist: sie hat alles in sich
aufgenommen! Alles! Kleine Tiere kriechen, sich fortwährend
verwandelnd, durch das Gezweig, ohne jemals eine feste Gestalt
anzunehmen. Zuweilen sehen sie Menschenähnlich aus, zwergenähnlich,
gnomenhaft, jedoch werden sie niemals vollkommen menschengleich.
Untereinander brauchen sie scheinbar keine Sprache, um sich zu
verständigen, denn über der ganzen Szene liegt nur der Schleier
dieser wunderbaren Harmonie.
Er
glaubt zu träumen: das ist nicht wahr!,...und schon hat er das Bild,
die Szene gelöscht! Der Hain ist nun wieder ein Streifen
unkultivierten Bodens, der mittlerweile etwas nähergerückt ist,
denn er ist weitergegangen. Für den Bruchteil einer Sekunde streift
ihn die Ahnung, dass er alleine ist, - aber auch das ist nicht wahr.
Die
Zeit übergeht diesen Einbruch wie selbstverständlich mit ihrem
Kokon. Sicher ist, dass auf die blasse Markierung in einem gewissen
vorhersehbaren Abstand die nächste folgt. Er ist nicht alleine.
Automatisches Gehen, unter Zwang, - und doch jederzeit aufhören
können? Weiter....!
Ein
leichtes Hungergefühl schleicht sich in seine Gegenwart. Aber es ist
ja alles da, man braucht nur zuzugreifen! Das Wasser läuft einem im
Munde zusammen...aber er kann sich beherrschen. Gelernt ist gelernt!
Nachher. Morgen. Bald.
Aus
dem Hain scheint nun Lebendiges zu dringen. Zuerst ganz leise, dann
immer lauter: Vokale, Stimmen, Lachen... Das Lachen wird immer
lauter, kommt auf ihn zu, schwillt an, bläht sich zu einem Orkan des
Lachens: es ist nur noch Lachen! Siehe da: Stille! Eine Fläche der
Lautlosigkeit., Ozean der Ruhe!
Er
spürt sich selbst kaum mehr. Doch plötzlich ein Stolpern und er
wäre beinahe gestürzt: eine Minute liegt im Weg! Bedächtig und
vorsichtig wird sie aufgehoben und von allen Seiten betrachtet.
(Minu8ten liegen ja nicht alle Tage auf der Straße herum!) Die
Minute ist ein seltenes Exemplar, sie hat eine wunderbare Maserung,
geheimnisvoll wie die Ziffern einer nie gezählten Zahl, Buchstaben
einer gesprochenen Sprache. Er steckt sie in seine Tasche. Aber kaum
ist dies geschehen, löst sie sich einfach auf! Sie ist weg! (Aber
das ist nicht weiter beunruhigend, denn er hat sie ohnehin schon fast
vergessen!)
Die
Straße beschreibt einen Bogen und er wird nun immer langsamer, kommt
kaum noch voran. Es durchdringt ihn eine Überlegung, ob er auf dem
richtigen Weg sei, - aber der Weg führt ja doch nicht zum Ziel.
Dumpfheit breitet sich aus, Konturen verschwimmen seltsam. Er fühlt
jeden Herzschlag wie etwas Fremdes, ihm nicht Gehörendes. Erhört
ihm zu, ungläubig und gespannt auf den nächsten, der wie ein
Gongschlag durch sein Bewusstsein dröhnt. Schließlich – er weiß
nun wirklich nicht mehr, wie lange er schon unterwegs ist, ist es ihm
nur noch möglich, langsam und bedächtig einen Fuß vor den anderen
zu setzen, winzige Schritte nur noch zu machen. Er konzentriert sich
darauf und wagt gleichzeitig noch einmal, aufzublicken. Da sieht er
neben sich, vor sich und hinter sich unendlich viele Doppelgänger
seiner selbst, die wie Spiegelfiguren seiner eigenen Person just im
Moment gerade aufblicken. Er sieht ihnen in die Augen und merkt
gleichzeitig, dass er sich selbst in die Augen sieht. In diesem
Moment versagen seine Beine und die aller Kopien seiner selbst und
sie bleiben alle stehen. Er kann sich nicht mehr von der Stelle
rühren und ist wie gelähmt. Vor ihm tut sich ein schwarzer Graben
auf, unendlich tief. Es gibt nun kein Vor und Zurück mehr: er starrt
abwechselnd in das Loch vor sich und in sein eigenes Auge, das ihm
milliardenfach anblickt. Wen? Ihn? Wer? Er?"
Samstag, 26. Januar 2019
Die Töne (Lyrik Ludwig Tieck)
Die Töne (Ludwig Tieck)
Siehst du nicht in Tönen Funken glimmen?
Ja,
es sind die süßen Engelstimmen;
In
Form, Gestalt, wohin dein Auge sah,
In
Farbenglanz ist dir der Ew'ge nah,
Doch
wie ein Räthsel steht er vor dir da.
Er
ist so nah' und wieder weit zurück,
Du
siehst und fühlst, dann flieht er deinem Blick,
Dem
körperschweren Blick kann's nicht gelingen
Sich
an den Unsichtbaren hinzudringen;
Entfernter
noch, um mehr gesucht zu sein,
Verbarg
er in die Töne sich hinein;
Doch
freut es ihn, sich freyer dort zu regen,
Die
Liebe heller kömmt dir dort entgegen. –
Das
war ich ehmals, ach! ich fühl' es tief,
Eh'
noch mein Geist in diesem Körper schlief.
Freitag, 25. Januar 2019
Alle Macht dem Staate
Dass der Staat die einzig
legitimierte Institution und deswegen zu nahezu allem berechtigt sei,
daran scheinen Teile des linken Spektrums der Politiklandschaft zu
glauben. Zweifel kommen einem da immer wieder, wenn man wahrnehmen
muss, mit welcher Ignoranz und Brutalität die Behörden per Erlasse, Verfügungen und Bescheiden mit einem umgehen. Sie glauben sich tatsächlich zu
allem berechtigt und befähigt. Ja klar, wir haben einen Rechtsstaat.
Man kann sich wehren. Doch das erscheint im Alltag nur ein
theoretisches Recht, denn Konzerne und große Institutionen fahren
Rechtsanwälte gegen einen auf, die einen mit Auftreten, Attitüden und Drohungen beeindrucken wollen. Das Blöde: Man weiß als gemeiner Bürger nie,
wie weit man gehen kann. Man kann die Lage schwer einschätzen. Dies
führt dann meist zu Rückziehern gegenüber jenen, denen der Staat,
- wie jetzt bekannt wurde - sowieso große Steuervorteile
einzuräumen bereit ist und dies mit dem scheinbar geheiligten
„Wettbewerb“ begründet. Es lohnt sich sehr, zu diesem Thema die Werke Franz Kafkas zu lesen, obwohl dieser Schriftsteller schon 100 Jahre tot ist. Seine Bilder sind aktueller denn je... Ich habe heute die Aufforderung zur
Zahlung einer nicht unerheblichen Summe zugeschickt bekommen. Im
Bescheid waren nur Abkürzungen verwendet worden, die ich nicht
verstehen oder deuten kann. Also will ich unter der angegebenen
Telefonnummer Auskunft dazu, komme aber auch nach mehrmaligen
Versuchen nie durch: „Belegt“, so das Tüt-Zeichen des Telefons.
Mittwoch, 23. Januar 2019
Träger der Zeit
Ich habe die Band Steely Dan gleich am Morgen aufgelegt. Ich merke, wie mich das emotional auflädt. Wie mich das „scharf stellt“. Ich versuche, mich Jahrzehnte zurück zu dehnen: Da war kein Handy-Druck, die Welt stand einem noch so offen, dass diese Klänge, die da aus einer neuen Welt herüber wehten, krass dazu passten. Wie sie das so filigran damals schon zusammen gebracht haben!....ich staune noch heute. Nicht die schnelle Lösung, sondern die gehärtete, sie suchten die tausendfach geprüfte Version. Sie suchten und fanden. Ich suchte und fand nichts. Bei ihnen gab es keine Notwendigkeit zu solieren, - und wenn doch, dann auf allerhöchstem Niveau! Diese scheinbar geraden Rhythmen, die schon auf „Do it again“ angedeutet waren, die waren wohlausgedacht, kreativ gefunden und boten dann doch (Live-Aufnahmen aus dieser Zeit!!!) Platz für das Chaos. Dieses überall vorhandene Understatement, das es nicht nötig hat, zu imponieren! Wie hat mir das imponiert!
Walter ist unlängst gestorben und ich hoffe, dass Donald das Projekt weiterführt. Er selbst hat auch sehr beachtliche Soloalben zustande gebracht, er war Teil des Rezepts und des Konzepts. Die Band ist ja als Steely Dan sehr in Schuss und verkörpert souverän die Krone der Rockmusik. Dieser Sound! Er ist gehärtet nach allen Regeln der Kunst und gleichzeitig von Ironie und Surrealismen durchstochen! Sie haben damals das musikalische Paradoxon geschafft. „Hey Nineteen, that's Aretha Franklin....“: Die Zeile klingt in meinen Ohren und umschmiegt aus heutiger Sicht mehrfache Zeitverschachtelungen, deren Signaturen auch Namen sein könnten. Lakonisch auf den Punkt gebracht. Da sind diese sehr durchdachten und toll gemachten Gitarrensoli, stechend dazwischen. Wie schön! Diese Stimme, die nicht gerade in der Art eines Rock-Buffo (anfangs überließ Donald den Job gelegentlich noch externen Sängern...) immer mehr hinein wuchs in dieses Projekt. Die Kühle, die sie später alle „Coolness“ nannten, sie war nicht Attitüde, sondern notwendige Folge ihres Ansatzes. In ihrem Studiosound gab es keine scheinbar hitzigen Rockschlachten, die emotionale Energie der Hörer abführen sollten. Sie zeigten nur ganz klar auf sich in ihrer Musik, die Emotion war durch den Fleischwolf gedreht, in musikalische Strukturen überführt und gestaltet. Sie zeigte auf das Objektive, auf das Absurde. Die Eitelkeiten hatten darin wenig Platz. Gary Katz gab den Produzenten, Roger Nichols den Toningenieur. Was für ein Glück, das sie so gut zusammen passten! Ob sie die Art prägten, wie Donald seine Stimme durch Chorarrangements auflud? Ich höre die Zeile „Satisfy my Soul....“ Ob das heute noch ein Wert ist? Befriedigung der Seele? (mehr auf "ubpage.de")
Dienstag, 22. Januar 2019
Montag, 21. Januar 2019
Warnung! (vor journalistischen Unzulänglichkeiten...)
Es
geht bei vielen Postings in diesem Blog womöglich um Perspektiven,
denen jeder unterliegen kann. Dabei spielt meine Person keine oder
eine sehr geringe Rolle. Dies hier ist kein intimes Tagebuch! Das
zu beachten bei der Lektüre
ist sehr wichtig. Ich fühle mich auch als Schreiberling eher als
Beobachter und stelle ja von der Seitenauslinie auch viele Fragen,
auf die ich selbst keine Antwort weiß. Auch sie könnten sich jedem
stellen. Es hat mit meiner Person nichts zu tun, ohne dass ich die
bequeme Position jener Politiker einnehme, die er klären, dass die
Entscheidung zwischen richtig und falsch nicht von ihrer Person
abhänge. 1.) werde ich nicht von der öffentlichen Hand bezahlt 2.)
habe ich keine „wichtigen“ Entscheidungen zu treffen. Nein, ich
fühle mich als Teil von etwas Anderem, - was auch mit meinem Studium
der Soziologie zu tun haben könnte.
Ich
zeichne ein Bild, das - und das ist die Pointe! - nicht zutreffend
sein muss. Ich nehme einfach nur Informationen, Anstöße, Fragmente
auf und gebe sie wider. Es geht um ein Stochern im Nebel anhand
gewisser Fakten, - so, wie es vielen anderen Personen geht. Es erhebt
die Information in meinen Posts keinen Anspruch auf absolute
Gültigkeit. Sie ist vielmehr die Wahrnehmung einer Möglichkeit,
einer Perspektive und Ansicht auf eine Gegebenheit, der wir
ausgesetzt sind. Ich versuche aufzunehmen, dass es nicht mehr so
einfach ist, zu entscheiden, was richtig und falsch sei. Einst und in
der Aufklärung, - bis jetzt! Einst nahm diese Rolle die
Wissenschaft wahr. Doch sie scheint inzwischen von vielen Seiten her
korrumpierbar und interessengeleitet. Grund zur naiven
Wissenschaftsgläubigkeit bietet sie in letzter Zeit jedenfalls
relativ wenig. Politische Entscheidungsträger sollten sich auf die
Wissenschaft stützen, heißt es oft. Doch unter diesen Bedingungen
könnte dies ein schwieriger Job sein, zumal auch die Politik selbst
(z.b. EU) Einflussnahmen unter bestimmten Interessen ausgesetzt ist.
Dass sich diese als wissenschaftlich kaschiert hat, ist inzwischen
bekannt. Untersuchungen werden nahezu beliebig gekauft,
wissenschaftliche Titel haben (nur) ihren Preis. Der
Publikationszwang unter Wissenschaftlern und die Praxis
wissenschaftlicher Fake-Verlage andererseits, scheinen hier zudem
ungünstige Einflüsse auszuüben oder versuchen offenbar mit einigem
Erfolg sich dies zunutze zu machen.
Andere
meiner Postings in diesem Blog sind hingegen sehr subjektiv, zeichnen
ein Bild aus meinen Augen, sind von mir gefärbt und getränkt. Sie
kommen aus dem Subjektiven, könnten genau darin jedoch etwas
Allgemeingültiges haben, etwas, was sich verlängern ließe ins
Gesellschaftliche. Ich wechsle also die Perspektiven, fühle mich
tatsächlich auf einer „Reise durch die Wirklichkeit“.
Sonntag, 20. Januar 2019
Sportübertragungen
Es ist viel die Rede von
“Favoritin“, „Queen of speed“ oder „Leading chair“ bei
den in den vergangenen Wochen grassierenden Sportübertragungen, die stets mit einem falschen Lächeln präsentiert werden (Immer eine Spur zuviel. Ob diese Sportleute nicht ganz so professionell sind?). Die Akteure selbst scheinen
extrem in ihren eigenen Kokon verstrickt, in ihre Filterblase verwickelt, was sie bei den entsprechenden Interviews auch ausgiebig kund tun und dazu die einschlägigen Artikel der Industrie hoch und in die Kamera halten. Diese Sportler (und nur diese!) sollen für einen Manager gut sein und ein Invest solle sich lohnen,
so hörte ich nebenbei. Es geht bei diesem Sport der sich möglichst schnell bewegenden Werbeflächen wohl um Selbstoptimierung und Selbstvermarktung, kein Zweifel,
es geht um Gewinner und die Motivation, das zu werden, - sich zu optimieren. Es gilt "aufs Treppchen" zu kommen, aufs Podium, um sich als Verkörperung von Leistungsfähigkeit anbeten zu lassen. Dass dabei gelegentlich etwas von Doping heraus kommt: Naja. Die Fanclubs
halten dazu auch schon ihre Transparente hoch: Poster der Verehrung.
Was wird hier angebetet? Tatsächlich die Leistung? Sind diese Leute nicht alles
in allem auch Schrittmacher für die Wintersportregionen der Touristikindustrie, die mit diesen Veranstaltungen schon von alters
her ein „Event“ bieten kann? Ich höre auch dauernd
Formulierungen wie „Vollgas geben“ oder „den Turbo zünden“.
Ob das so richtig zeitgemäß ist angesichts von massiven
Abgasproblemen? Ob wir da nicht ein bisschen zu volkstümlich oder
populistisch werden?
Samstag, 19. Januar 2019
Altern
Auch
wenn mit dem Alterungsprozess viele körperliche und geistige
Funktionen abnehmen - mit dem Altern steigt auch die
Lebenserfahrung: Nicht umsonst werden viele ältere Menschen auch als
"weise" bezeichnet. Doch schon
äußerlich ist alten Menschen ihr Alter oft anzusehen (was sich in
naher Zukunft ändern dürfte...) . Es scheint wie ein Spiegel des
„inneren“, seelischen Alterns zu sein. Wenn wir nun aber das
innere Altern aufhalten, wird auch das Äußere so sein, als
„Spiegel“ - so die Annahme. Dazu gilt es nur, die Maschine
Mensch etwas perfekter zu machen. Die Fehler, die sich im Genom mit
dem Altern häufen, müssen repariert werden, die
Stoffwechselprodukte in und außerhalb der Zellen entfernt
werden....und so weiter, ein paar dieser technischen Eingriffe und
das Altern wäre gestoppt, Dazu braucht es aber eine Änderung
unseres Menschenbildes, so die Annahme. Der Mensch ist eine Maschine,
das heißt eine Ansammlung von Informationen. Es gilt nun, meine
Identität auf einem Apparat zu speichern. Mit diesem Apparat werden wir
uns austauschen, so, dass er uns immer ähnlicher wird. Eines Tages
wird dieser Apparat ein Bewusstsein haben. Wir könnten mit ihm
körperlos (und beliebig speicherbar, kopierbar...) durch die
Ewigkeiten zu treiben, das Universum erkunden. Dies könnte eine
Zukunft ohne Tod bedeuten: Unsterblichkeit. Es liegt wohl alles in
Gottes Händen. Sich von der Welt verabschieden und sterben.
Freitag, 18. Januar 2019
Marktrituale
Ja
muss denn die gesellschaftliche Spreizung so groß sein, dass
Spitzenmanager Gehälter im solide zweistelligen Millionenbereich beziehen und
gewählte Volksvertreter da offenbar gerne mit allen Mitteln mithalten würden,
während die untere Einkommensschicht nicht weiß, wie sie den
finanziellen Alltag bewältigen soll? Ob etwa 2 % der Bevölkerung
ungefähr 50 % des verfügbaren Einkommens besitzen müssen? Das diktiert
der Markt, so lautet oft die Argumentation. Ist aber „der Markt“
etwas ungestaltbares Gottgegebenes oder wäre er bei entsprechendem
politischem Willen beeinflussbar? Ja gewiss, ist die „Verantwortung“
ein Kriterium, nach dem sich der Lohn bemessen könnte. Aber
rechtfertigt das solche Gehälter, erst recht, nachdem bei
einschlägigem Misserfolg auch heftige Abfindungssummen und Pensionen bezahlt
werden? Ob das alles „der Markt“ diktiert, das Angebot und die
Nachfrage? Ob es solche Individuen dermaßen wenige gibt, so dass sie
ihren Preis mehr oder weniger selbst bestimmen können? Was ist das
„gewisse Etwas“, was diesen Preis bestimmt? Ist es Gerissenheit,
die in so etwas wie „Durchsetzungsfähigkeit“ mündet? Gehört
Egoismus und Narzissmus dazu? Klar ist, dass Märkte innerhalb von
Regeln stattfinden, die gestalt- und veränderbar sind. Auch durch
Gesetze und steuerliche Regulierungen. Zu behaupten, dass ein Markt
gut funktioniere, scheint nur innerhalb eines gewissen Rahmens
möglich zu sein. Der „freie Markt“ solle es richten, so das
offizielle Credo. Doch dieser „freie Markt“ ist ja auch schon das
Resultat gewisser Überlegungen und Voraussetzungen. . Ob die
gegenwärtigen gigantischen Ungleichheiten und Verzerrungen
angesichts dessen zwangsläufig sind? Ob sich der Kreis der
Topmanager vor allem aus bestimmten gesellschaftlichen Kreisen
rekrutiert. Wem werden solche Jobs angeboten? Ob dabei so etwas wie
Chancengleichheit herrscht?
Donnerstag, 17. Januar 2019
Entwicklung und Überwachung
Der
Entwicklungshilfeminister Gerd Müller von der CSU
sagte jüngst (im September 2018) im
Bundesreichstag: „Wir könnten 50 000 Dorfapotheken in Afrika zum
Preis eines einzigen Militärjets umsetzen. Und mit einem Prozent der
Rüstungsausgaben könnten wir alle humanitären Bedarfe, Krisen,
Katastrophen, Hunger, Not – vom Jemen, Bangla Desh die Rohyngas,
Tschad bis Venezuela lösen.“ Wir wissen weithin solche
Dinge....und schaffen nichts. Die EU hat inzwischen vielen Staaten
Afrikas Freihandelsabkommen angeboten. Wer nicht annimmt, darf mit
Strafzöllen rechnen. Europäische, teilweise subventionierte Waren
überschwemmen auf diese Weise die afrikanischen Märkte und
ruinieren die einheimische Infrastruktur. In Deutschland erscheint
die Entwicklungspolitik einigermaßen unkoordiniert. Beteiligt sind
die Ministerien, des Äußeren, der Finanzen, der Wirtschaft und das
Entwicklungshilfeministerium. Privatinvestition sollen es hier
richten, nach dem Modell der Partnerschaft zwischen privaten
Investoren und dem Staat, was unter anderem zum Finanzdebakel um die
Elbphilharmonie in Hamburg geführt hat. Es soll um die
„Liberalisierung“ der Finanzmärkte gehen, Reduktion der
öffentlichen Ausgaben und um die Privatisierung staatlicher Firmen.
Dies soll afrikanische Märkte für Investoren anziehend machen.
Garantien dafür gibt es allerdings nicht. China hingegen, die wohl
auch nicht gerade die Wohltäter der Entwicklungspolitik sind, wollen
einigermaßen geradlienig den Austausch von Infrastrukturprojekten
und Rohstoffen, wobei es relativ erfolgreich zu sein scheint.
Überwachungstechnologie und technisches Gerät zur Grenzsicherung
will Europa an Afrika verkaufen, womit vor allem Flüchtlingswellen
vermeiden werden sollen. Überhaupt scheint diesem strategischen Ziel
alles andere untergeordnet zu werden, wobei klar ist, dass der
globale Handel auf Menschenrechte wenig Rücksicht nimmt. Menschenrechte sind etwas, was bei Politikern vor allem in Sonntagsreden vorkommt.
Mittwoch, 16. Januar 2019
Creatura (Text ub)
CREATURA
Du bist Ich und ich bin
Du, lass uns miteinander sein
wir sind ihr, und ihr seid
wir, kommt wir probieren's aus
Schwarz und Weiß, Links
und Rechts, gehen über sich hinaus
nah und fern, Tag und
Nacht, vorübergehend eins
Du reibst dir die Augen
und denkst: das kann nicht
sein
das sind nur Seifenblasen
das bildest du dir ein
Wasser liebt Feuer, Himmel
küsst Erde, Herz umarmt Verstand
warm und Kalt, außen und
innen, gehen zusammen nach Haus'
in uns heraus, aus uns
hinein, tauschen wir uns aus
Licht und Dunkel, Seele
und Körper, gehen Hand in Hand
Was kostet das Tauschen,
was ist dir das wert?
Wer kann sich so
vergessen,
was soll das Hin und her?
(ub aus den 80ern)
Dienstag, 15. Januar 2019
Krieg und Drogen
Ob wir uns vorstellen
können, dass es nahezu keine Kriege der Neuzeit gab, in denen nicht
Drogen eine große Rolle spielten? Von den Mayas und ihren
Opferritualen ist das ja bekannt. Präzise Kalender, Schriftzeichen,
Kulte, Astronomie usw. ...aber auch Drogen. Und all die anderen? Ob
es einem Menschen leichter fällt, einen anderen blutig umzubringen,
wenn er Drogen und Aufputschmittel genommen hat? Aus was wohl der
Zaubertrank von Asterix und Obelix genau bestanden hat? Ob die
psychischen Belastungen nach blutigen Auseinandersetzungen mit
Beruhigungsmitteln nicht leichter zu weg zu stecken sind? Nun ja,
schon Alexander der Große soll seine Mannen mit Opium bei Laune
gehalten haben. Auch bei den alten Römern war das Konsumieren von
Drogen womöglich beliebt. Und die Völker des Altertums? Die konnten
mit den Wirkungen der Drogen offenbar so umgehen, dass sie sie
gezeilt für ihre Zwecke einsetzten.
Es scheint so, dass
beispielsweise die Phönizier sich als frühe Dealer gerierten, indem
sie für den Nachschub an Drogen sorgten und sich dafür von jenen
honorieren ließen, die entsprechend zahlen konnten. Die geborenen
Händler, englisch „Dealer“. Auch deuten gewisse Ausgrabungen bei
den alten Ägyptern auf den Einsatz von Drogen hin. Der Schlafmohn
als Produzent des Ausgangsstoffes von Opium und später Heroin
scheinen etwas „under the table“ geradezu vergöttert worden zu
sein. „Trank des Vergessens“ gegen alle Unbill des Krieges:
Opium, in Wein aufgelöst. Beinhartes Zeug. Euphorie. Angsthemmer.
Die Germanen tranken nur Bier, allerdings meist versetzt mit
psychoaktiven Essenzen. Im zweiten Weltkrieg kamen wohl Kokain, Speed
und Pervitin zum Einsatz, wobei das Pervitin unter anderem das
Durchhaltevermögen stark forciert und deshalb wohl in ganz großen
Stil zum Einsatz kam. Drogen machten halt gefügig und zu jeder
Schandtat bereit. Sogar Crystal Meth war offenbar schon unterwegs.
Extrembelastungen aushalten. Dinge tun, die man bei klarem Verstand
nie tun würde. Drogen scheinen den Menschen über sich hinaus zu
führen. Das kann, die Suchtgefahren einmal ausgeklammert, in
Richtung von etwas Positivem oder etwas Negativem sein. Die alten
Hippies waren verrückt nach etwas, was man „Bewusstseinserweiterung“
nannte. Die sehr agressiven Gefahren wurden da gerne mal ein bisschen
ausgeklammert oder romantisiert. Jedenfalls scheint der Mensch auch
auf diesem Wege aus sich selbst heraus kommen zu wollen, um sich zu
entgrenzen, sein Bewusstsein zu erweitern und jene „übernatürliche“
Lust zu empfinden, die alles andere überlagern kann. Wie das wohl heute aussieht? Ob es Doping in verschiedenen Formen gibt?
Montag, 14. Januar 2019
Fake News
Fakten? Scheinen gar nicht so leicht als solche erkennbar zu sein. Sicher, sie sollten gut
recherchiert sein. Doch was ist das? Sind die so recherchierten nicht
auch eingebunden in ein bestimmtes Interesse? Ob es am Ende gar um
ein „Mehr oder Weniger“ geht, bei dem ich den Gegebenheiten nur auf
der Spur bleiben kann, indem ich mehreren Medien und deren
Standpunkten auf der Spur bin? Es wird im öffentlichen Raum so gerne
von „Rationalität“ und „Wissenschaft“ geschwafelt. Ob aber
eben diese Bereiche nicht durch ihre Käuflichkeit, durch ihre
Korrumpierbarkeit zu eben diesem Verschwimmen zwischen behaupteter
und tatsächlicher Wirklichkeit beigetragen haben? Hat nicht die
Ökonomisierung alle Lebensbereiche (einschließlich der "Wissenschaft") eben dieses Verschwimmen herbei geführt? Behauptet
nicht jede Werbeagentur etwas, was so nicht stimmt? Handelt sie
deshalb verantwortungslos, schändlich und unredlich?
Ich habe diese Worte in diesem Zusammenhang gehört und muss sie (ob ich das will, steht auf einem anderen Blatt...) als zutiefst moralingetränkt zurückweisen.
Will nicht gerade die Wissenschaft mit diesen Bereichen nichts zu tun haben? Gerade die Politik scheint sich, freundlich formuliert, einer gewissen Unsicherheit auf diesem Bereich bemächtigt zu haben. Ob „Fake News“ nicht eine gewisse Folge dieses Trends zur Beliebigkeit und Interessengeleitetheit sind? Politik handelte lange Zeit mit Wirklichkeitsbeschreibungen, die die meisten Leute für bare Münze nahmen, erst recht, wenn ihnen das Mäntelchen der Wissenschaftlichkeit umgelegt wurde. Doch diese Zeiten scheinen vorbei zu sein. Das selbst gewisse Statistiken in einem gewissen Interesse erst erhoben und dann verbreitet werden, hat sich längst herum gesprochen. Auch "Wissenschaft" scheint längst käuflich geworden zu sein.
Ich habe diese Worte in diesem Zusammenhang gehört und muss sie (ob ich das will, steht auf einem anderen Blatt...) als zutiefst moralingetränkt zurückweisen.
Will nicht gerade die Wissenschaft mit diesen Bereichen nichts zu tun haben? Gerade die Politik scheint sich, freundlich formuliert, einer gewissen Unsicherheit auf diesem Bereich bemächtigt zu haben. Ob „Fake News“ nicht eine gewisse Folge dieses Trends zur Beliebigkeit und Interessengeleitetheit sind? Politik handelte lange Zeit mit Wirklichkeitsbeschreibungen, die die meisten Leute für bare Münze nahmen, erst recht, wenn ihnen das Mäntelchen der Wissenschaftlichkeit umgelegt wurde. Doch diese Zeiten scheinen vorbei zu sein. Das selbst gewisse Statistiken in einem gewissen Interesse erst erhoben und dann verbreitet werden, hat sich längst herum gesprochen. Auch "Wissenschaft" scheint längst käuflich geworden zu sein.
Sonntag, 13. Januar 2019
Samstag, 12. Januar 2019
Freitag, 11. Januar 2019
Talkshow
Nach
dem Ansehen einer Talkshow, die pro forma
von den Schrecken der bevorstehenden Entwicklungen handelte, glaube
ich gewisse Strukturen zu erkennen, die sich durch solche
Veranstaltungen ziehen. Meist scheint es sich dabei um eine Runde
relativ abgehobener Personen (oft
Politiker, diese netten Kerle! Frauen gibt es offenbar relativ
wenige….doch auch relativ fortgeschrittene Plauderstündchen sorgen hier für Ausgleich) zu handeln,
die im Sinne der gerade existierenden Gesellschaft „erfolgreich“
sind. Es sind also Leute, die sich den Blick „von oben herab“
leisten können und die dadurch keinerlei materielle Nöte plagen. Last but
not least sind sie durch die Umsätze ihrer Bücher als „erfolgreich“
legitimiert, die sie als - für mich etwas fragwürdige - „Experten“
ausweisen sollen. Oft formulieren sie in diesen Büchern einigermaßen
steile Thesen, die sie dann in solchen Runden „dem blöden Volk“
glauben erklären müssen. Sie fahren selbstverständlich mit der
Bahn (keineswegs mit dem Auto!...) zu solchen Terminen, wobei man sich fragen könnte, ob eine Bahn
auch von irgendetwas angetrieben sein müsste und ob solches
Antriebsmittel ein ziemlich umweltschädlich gewonnener Strom sein
könnte. Auch „den
Flieger“ zu nehmen dürfte kritische Fragen provozieren.
Falls sie
irgendwelche
Verspätungen betreffen, diese "wichtigen" Personen, so zücken sie ihr Smartphone und sagen Bescheid. Dass in eben diesem
Smartphone Bauteile verbaut sind, für das Arbeiter in
afrikanischen
Staaten für einen
miesen Lohn unter sehr
fragwürdigen Umständen Rohstoffe gewinnen müssen, die dann von den
Mächtigen ihres Staates unter sehr fragwürdigen Umständen
verhökert werden, kommt bei ihnen erst gar nicht ins Blickfeld. Aber
sich telegen für eine bessere Welt einsetzen, in der solche Staaten
nicht mehr ausgebeutet werden!
Donnerstag, 10. Januar 2019
Liebe zum Nichts (Charles Baudelaire)
Liebe
zum Nichts (Charles Baudelaire)
Du
trüber Geist, einst voller Kampfverlangen,
Die Hoffnung spornt nicht mehr den trägen Mut,
Streck' dich nun hin, verbirg die Schamesglut,
Ross, dessen Hufe vor dem Sprunge bangen.
Die Hoffnung spornt nicht mehr den trägen Mut,
Streck' dich nun hin, verbirg die Schamesglut,
Ross, dessen Hufe vor dem Sprunge bangen.
Schweig,
Herz, gib dich in dumpfem Schlaf gefangen!
Geschlagner
Geist, besiegter Tunichtgut,
Die Lust an Streit und Liebe ist vergangen,
Lebt, Flöten, wohl, und Saiten, die verklangen!
Versuch nicht, Lust, dies trotzig trübe Blut!
Die Lust an Streit und Liebe ist vergangen,
Lebt, Flöten, wohl, und Saiten, die verklangen!
Versuch nicht, Lust, dies trotzig trübe Blut!
Für
mich verlor der Frühling Glanz und Glut!
Wie
Eis und Schnee den Leib, den sie umschlangen,
Verzehrt die Zeit mich mit der zähen Flut;
Stumm nun der Erdball mir zu Fassen ruht,
Ich trag nach Schutz und Hütte nicht Verlangen!
Verzehrt die Zeit mich mit der zähen Flut;
Stumm nun der Erdball mir zu Fassen ruht,
Ich trag nach Schutz und Hütte nicht Verlangen!
Lawine
komm, im Sturz mich zu umfangen!
Mittwoch, 9. Januar 2019
Späte Notizen (Text)
Wenn man auf die Kindheit zurück blickt, denkt man: „Wer zum
Teufel war das?“
Es zieht sich etwas durch. Was?
Man will in anderen Welten spielen. Tagträumen. Man hat viele Jobs gemacht, um Geld zu verdienen.
Ob man gescheitert ist? Was ist gelungen?
Was bleibt? Ich war nicht gut genug. Jeder, der etwas erreichen will, muss sich verbessern können. Ich konnte das nicht passend
Glück macht keine gute Geschichten, es ist momenthaft, Pointilistisch würde der Kunstmensch sagen....: erst aus der Entfernung sieht man den größeren Zusammenhang
Momente sind sehr schwer zu beschreiben....
Unglück sind richtige Handlungen
Paris, in dieser großen Stadt kann man sich verlieren
wir spiegeln uns im Menschen, sind soziale Wesen
ob das Bedürfnis nach Nähe und Verschmelzung tatsächlich so stark ist? (Sex)
es braucht einen kalten Blick für einen Schriftsteller
Inszenierung wäre Selbstschutz
„Wir lachen und weinen über dieselben Dinge...“
es gilt, sich selbst nicht so ernst nehmen
Etwas traumhaftes
Gleichgültigkeit an sich heran lassen
Die Sinnlosigkeit des Lebens akzeptieren und trotzdem nicht aufgeben
in einer Welt, in der man aufgegeben hat, den Sinn zu sehen
Es zieht sich etwas durch. Was?
Man will in anderen Welten spielen. Tagträumen. Man hat viele Jobs gemacht, um Geld zu verdienen.
Ob man gescheitert ist? Was ist gelungen?
Was bleibt? Ich war nicht gut genug. Jeder, der etwas erreichen will, muss sich verbessern können. Ich konnte das nicht passend
Glück macht keine gute Geschichten, es ist momenthaft, Pointilistisch würde der Kunstmensch sagen....: erst aus der Entfernung sieht man den größeren Zusammenhang
Momente sind sehr schwer zu beschreiben....
Unglück sind richtige Handlungen
Paris, in dieser großen Stadt kann man sich verlieren
wir spiegeln uns im Menschen, sind soziale Wesen
ob das Bedürfnis nach Nähe und Verschmelzung tatsächlich so stark ist? (Sex)
es braucht einen kalten Blick für einen Schriftsteller
Inszenierung wäre Selbstschutz
„Wir lachen und weinen über dieselben Dinge...“
es gilt, sich selbst nicht so ernst nehmen
Etwas traumhaftes
Gleichgültigkeit an sich heran lassen
Die Sinnlosigkeit des Lebens akzeptieren und trotzdem nicht aufgeben
in einer Welt, in der man aufgegeben hat, den Sinn zu sehen
sich
ergeben darin, sterben zu müssen, - ohne passiv zu werden
Dienstag, 8. Januar 2019
Montag, 7. Januar 2019
Arbeitsmarkt und Alter
Es scheint mir auch eine harte
Trennlinie im Bereich des Alters zwischen den gesellschaftlichen
Schichten zu verlaufen. Wer zu alt für diesen „Arbeitsmarkt“
ist, hat auf diesem „Arbeitsmarkt“ keine Chance, trotz
„Facharbeitermangel“, der ja nur die sogenannte „technische
Intelligenz“ oder „kaufmännische Intelligenz“ zu betreffen
scheint. Er sollte möglichst schnell verrecken und nicht den anderen
(die ja dies Angebot der gegenseitigen Ausspielung so gerne annehmen
und dabei auf einen überall praktizierten Jugendkult zurück greifen
können), „auf der Tasche liegen“, es sei denn, er gehört einer
bestimmten gesellschaftlichen Klasse an, die glaubt, im Einklang mit
einer öffentlich ausgegebenen Idiologie über andere bestimmen zu
sollen. Die aus den Schlachten der Globalisierung hervor gegangenen
Herrenmenschen. Älter werdende Gesellschaft? Drohende Altersarmut?
Iwo…...bis dahin haben wir noch viel verdient. (wer ist überhaupt
„Wir“?) Obdachlosigkeit? Kann man ja noch eine Weile
verdrängen…..Womöglich kann man daran knüpfende Entwicklung
ohnehin nicht so leicht in die Zukunft verlängern. Es könnte ja
noch einiges dazwischen kommen….. auch Klimakatastrophen, die ja
jetzt gerade so in Mode sind. Oder „Künstliche Intelligenzen“,
die ja gerade so gerne gespielt werden. Oder Intelligenzen der jetzt
im Moment existierenden Menschen: Nicht zu unterschätzen…….
Sonntag, 6. Januar 2019
Lebe wohl (Eduard Mörike, 1804-1875)
Lebe
wohl (Eduard Mörike, 1804-1875)
„Lebe
wohl“ - Du fühlest nicht,
Was
es heißt, dies Wort der Schmerzem;
Mit
getrostem Angesicht
Sagtest
du's und leichtem Herzen
Lebe
wohl! - Ach tausendmal
Hab
ich mir es vorgesprochen,
Und
in nimmersatter Qual
Mir
das Herz damit gebrochen!
Samstag, 5. Januar 2019
Daten, Taten, Realitäten
„Datenklau“? „Datenleck“?
„Hacking“. Die Empörung in Deutschlands Winter scheint groß. Die dabei zugrunde liegenden Gesetzesbrüche sind natürlich auf das
Schärfste zu verurteilen. Das geht gar nicht. Das Erheischen von Aufmerksamkeit wurde
bei der Aktion sofort als Motiv unterstellt. Alles muss gedeutet
werden. Klar, so ist‘s in der Mediengesellschaft! Was einen aber
fassungslos macht, ist die vollkommene Ahnungslosigkeit und
Unfähigkeit, die einige fett bestallte Entscheidungsträger in den
Behörden hierbei an den Tag zu legen scheinen und dazu auch noch
öffentlich darüber spekulieren, was wohl die Motive solcher
unverschämten Datentaten sein könnten. Erpressung kann es nicht
gewesen sein, so die Aussage. Das biete zu wenig Potential, so klingt
mir noch eine in den Nachrichten verbreitete Aussage in den Ohren.
Das alles kann so nicht wahr sein!
Es
könnte hinter dem „Datenklau“, der so in vielen Ländern der
sogenannten entwickelten und durchdigitalisierten Welt hätte
stattfinden können und noch stattfinden wird, auch die „Wikileaks“ vermutete Logik stecken: Die scheinbaren „Eliten“ prägen das
Profil dieser Wirklichkeit in dieser historisch so entstandenen Welt.
Sie sollen wohl bloßgelegt werden, ihnen soll offenbar die
Selbstverständlichkeit, der Schein und die „Normalität“
entzogen werden, mit der sie uns in ihrer Rolle begegnen. Eine andere
und stark durch das Internet geprägte „Transparenz“ sollte dabei
wohl demonstriert werden. Es soll wahrscheinlich „eine Ebene
dahinter“ gezeigt werden, die offen legt, dass hier auch nur
Menschen am Werk sind, die mit teilweise alltäglichen, aber auch
niederen Motiven umgehen müssen. Die offenbar von Gier getrieben
sind, auch wenn sie das „offiziell“ nie zugeben würden. Die sich
etwa mit ihrer Familie und vielen damit verbundenen Alltäglichkeiten
auseinander setzen müssen. Die sich fürstlich bezahlen lassen, auch
und gerade wenn sie nach außen soziale Grundsätze vertreten und
„eine gewisse Gleichheit“ predigen. Selbstverständlich sind in
dieser Mediengesellschaft auch „Prominente“ Träger dieser
speziellen Wirklichkeitsversicherung. Sie repräsentieren mutmaßlich
ein System, dass sich in seiner bräsigen Stabilität offenbar einen
ganzen Käfig voller „Hofnarren“ leisten kann. Klar ist:
Demokratie kann nicht ohne Trennung von Privatem und Öffentlichem
bestehen. Bingo. (Die öffentlich praktizierte Politik samt gewisser
Gewohnheiten von Konzernen mögen einem da gewisse Zweifel
auferlegen....) Doch gerade Politiker treten uns oft mit „Homestorys“
und ähnlichen Annäherungsversuchen an ihr Privates entgegen, wollen
der Öffentlichkeit dies als Gewähr für ihre menschlichen
Qualitäten „verkaufen“, für Authentizität. Natürlich wollen
sie selbst bestimmen, wie weit das Interesse der Öffentlichkeit an
ihrer Person gehen darf. Dass das technisch auch an anderer Stelle
nicht immer möglich ist, mag nicht überraschen. Dass in gewissen
Zusammenhängen auch das „Private“ solcher Personen von Interesse
sein könnte, etwa, wenn ganz im konservativen Sinne von gewissen
Politikern eherne „Gesetze“ der Familie gepredigt werden und im
Privaten eben diese „Gesetze“ von genau derselben Person
alltäglich gebrochen werden, dann kann das für eine gewisse
Doppelmoral sprechen und gerade im öffentlichen Sinne durchaus
entlarvend sein.
Freitag, 4. Januar 2019
Identität und Konsum
Die Wirtschaft könnte
laut offiziellen Prognosen im Jahr 2019 in Mitteleuropa, insbesondere
in Deutschland, nicht mehr so toll laufen. Die Ängste vieler
Deutscher könnten sich also bestätigen: sozialer Abstieg und
Verlust an Persönlichkeit? Es könnte weniger gekauft, also
konsumiert werden. Nun ist es aber so, dass viele Menschen wohl in
Mitteleuropa ihre Identität an den Konsum, an das Kaufen, geknüpft
haben. Sie wollen sich darin ausdrücken, was sie gekauft haben, mit
welchen Gegenständen sie sich umgeben. Laut statistischen Angaben
hat jeder Deutsche etwa 10 000 Gegenstände. Mit ihnen umgibt er sich
also ohnehin. Woher wohl all die dafür notwendigen Rohstoffe kommen?
Aus welchen Arbeitsbedingungen sie wohl resultieren? Noch glauben
wir, solche Fragen stellen zu dürfen. Doch auch hier deuten die
Zeichen der Zeit in eine andere Richtung. Rücksichtsloser Egoismus
scheint angesagt. Zuerst ich, dann die Anderen, so scheint deren
Motto. Ganze Staaten verfolgen ihr Interesse, indem sie Menschen
rücksichtslos für ihre Vision ausbeuten. Immer mehr scheint ein
solches Verhalten akzeptiert zu werden. Autokraten und autoritäre
Figuren geben dem Ganzen ein Gesicht, stehen dafür....
Hier in Deutschland war
zuletzt eine zeitliche Phase gegeben, in der so viel konsumiert wurde
wie noch nie. Es scheint so, als würden Konsum und Identität
miteinander stark zusammen hängen. Es wird dadurch unter anderem
gesellschaftlicher Status gezeigt. Eine uralte Erkenntnis, gerade für
diejenigen Menschen, die in einem konsumkritischen Klima aufgewachsen
sind und dadurch auch viel ihrer Identität bezogen haben. Man grenzt
sich durch Konsum voneinander ab, zeigt seine Zugehörigkeit zu einer
Gruppe, Gefühle werden gezeigt, persönliche Eigenheiten
demonstriert, Glück gesucht. Schon un- oder vorbewusst werden wir
„programmiert“, bringen Glücksgefühle und Konsum in Verbindung,
- was besonders die Werbung für ihr Zwecke ausnutzt.
Ob das auch aus unserer
Vorgeschichte kommen könnte? Möglichst viel möglichst schnell zu
raffen, brachte schon früher Erfolg. Zugreifen, so schnell es geht,
war wohl schon unter Urmenschen eine Devise, brachte ein Überleben
in karger Umwelt. Doch das hat sich längst geändert: wir umgeben
uns mit überflüssigen Dingen, die wir scheinbar billig erstanden
haben. Marketingspezialisten versuchen dafür unseren Gefühlen und
unseren Gewohnheiten auf den Grund zu kommen und sie für ihre Zwecke
zu nutzen. Kaufen ist nicht nur um Mittel der Darstellung einer
Identität, sondern auch oft zum Freizeiterlebnis geworden.
Massenkonsum ist angesagt. Auch das Internet hat jüngst wohl zu
beigetragen.
Donnerstag, 3. Januar 2019
Populismus (8)
Das Blöde ist doch, dass
Populisten in manchen Fragen gewisse Schwächen der Demokratie
kritisieren und aufnehmen, die meiner Einschätzung nach tatsächlich
existieren. Sie haben es auch auf diese Weise leicht und kommen zu
einfachen Lösungen, die es so vielleicht gar nicht gibt. Beim
Populismus scheint es mir aber immer darum zu gehen, zu erklären, zu
behaupten, zu definieren: Wer gehört dazu, wer gehört nicht dazu?
Die Soziologie würde vielleicht dazu sagen: In- und Outgroups zu
definieren. Dies führt dann auch geradewegs zur Behauptung einer
kollektiven Identität: Die Deutschen, die Amerikaner, die Ungarn
...usw. Gerade in heutigen Zeiten erscheint dies relativ fragwürdig.
Und: Wer etwas anderes behauptet, hat Unrecht. Populisten
kritisieren, wenn sie in der Opposition sind, immer diejenigen, die
gerade die Macht ausüben. Das wird dann gerne damit verquickt, dass
diese Mächtigen mit den gerade herrschenden Eliten "gemauschelt“
haben und sich auf diese Weise abgesichert haben. Solche
Unterstellungen bewegen sich oft gefährlich in der Nähe von
Verschwörungstheorien. Die Behaupten häufig, dass sie (und nur sie!)
das vertreten, was Populisten gerne als „schweigende Mehrheit“
oder einfach „das Volk“ nennen. Das heißt, das alle anderen
grundsätzlich illegitim seien und unrecht hätten. (Häufige
Behauptung: die seien alle korrupt, arbeiteten nur für sich selbst
etc....) Nur man selbst habe in jedem Falle recht. All diejenigen,
die die Populisten nicht stützen und ihre Meinung nicht teilen, sind
fragwürdig. Ergo könnte es auch sein, dass sie „nicht dazu
gehören“. Nur sie, die Populisten, sprechen „für das Volk“.
Populisten werfen denjenigen vor, die nicht gleicher Meinung sind,
etwa im Falle von Donald Trump, „unamerikanisch“ zu sein, also
nicht dazu zu gehören.
Mittwoch, 2. Januar 2019
Blick in die Vergangenheit
Dienstag, 1. Januar 2019
Wachstum Reloaded?
Ob uns das in Zeiten der Krise
etwas bewusster geworden ist? Der Zwang zur Leistung des immer höher,
schneller, weiter? Das Wachstum um jeden Preis? Ob Entschleunigung da
ein Gegenkonzept ist, das nicht nur aus der Not geboren ist? Der
Zwang zur Steigerung, ob er „eingebaut“ ist in unser System?
Scheller, größer und innovativer werden, ob es da Grenzen gibt? Die
darf es nach der herrschenden Wachstumslogik nicht geben, sonst gibt
es kein Erhalten oder gar Ausbau des „Wohlstands“. Das lernen wir
unter allen Umständen. In allen sozialen Schichten. Das wirkt sich
zwar nicht überall gleich aus: diejenigen, die sich als „Eliten“
begreifen, haben den Zwang schon mal verinnerlicht, die
Rastlosigkeit, das Ziel, besser und noch schneller zu werden, ist bei
ihnen ein inneres Bedürfnis geworden. Für die meisten „normalen“
Arbeitstätigkeiten ist es mehr ein Druck von außen, der ihnen als
Vorgabe vorschreibt, was in welcher Zeit zu bewältigen ist. Dieser
Zwang durchdringt auch alle anderen Lebensbereiche, in der Arbeit, in
der Bildung, in der Pflege, in der Art und Weise, wie wir mit der
Natur und den Tieren umgehen, selbst unser Liebesleben unterliegt
dieser Logik des Mehr und immer schneller, der Steigerung,
Optimierung und Beschleunigung. So herrscht dieser Zwang in nahezu
allen Lebensbereichen, er saugt sie in sich auf und überwältigt die
Menschen, indem er diejenigen, die sich diesbezüglich außerhalb
stellen, sanktioniert und es ihnen in jeder Hinsicht sehr schwer
macht. Das Hamsterrad muss sich immer schneller drehen, damit es
bestehen bleibt. Es gibt kein Entrinnen. Wirklich? Jetzt den
„Reset“-Knopf drücken?
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