Reise durch Wirklichkeiten

Sonntag, 14. Januar 2018

Auf der richtigen Seite sein

Da läuft ein Nachwuchspolititiker der CDU herum und dröhnt überall, wie toll doch Deutschland sei, - und überhaupt: Die Kritiker sollten das nicht immer schlecht reden. Der Polit-Emporkömmling hat es gut, der ist durch eine Parteikarriere abgesichert und in hohe Staatsämter gelangt: Pensionen in nicht unbeträchtlicher Höhe sind da zu erwarten. Zahlungen, Status usw. Ob er die Realität außerhalb (manipulierter) Zahlen etwas kennt? (Na klar, so wird er antworten. In seiner Bürgersprechstunde glaubt er sie dauernd kennenzulernen...). 
Praktiziert wird hierzulande Steuervermeidung in ganz großen Stil, an der (wie zuletzt die „Paradise Papers“ belegten), oft genug auch seine Kaste beteiligt ist. Das Rentensystem ist im europäischen Vergleich unterirdisch, es droht massive Altersarmut. Das Gesundheitssystem beklagt massive Probleme im Bereich der Pfleger. Bessergestellten scheint es da, ganz im Sinne einer neoliberalen Logik, besser zu gehen: kein Wunder, sie haben ja auch eine wirksame Lobbyvertretung. Die soziale Spreizung, ohnehin weit fortgeschritten in diesem Land, verschärft sich immer weiter. Der ländliche Raum verkommt massiv, weil eine „lebendige Urbanisierung“ betrieben wird, in der die weniger Betuchten keine Chance haben. Der soziale Wohnungsbau hinkt weit hinter dem Bedarf zurück (er wurde ja auch über Jahre hinweg vernachlässigt...), - was nicht zuletzt denjenigen Recht zu geben scheint, die sich nicht unbedingt im Zitat „Wir schaffen das“ aufgehoben fühlten (wer ist eigentlich "Wir"?) und ahnten, dass eine gewisse Bevölkerungsschicht die Folgen der ungezügelten Menschlichkeit im Opportunimus zu tragen haben würde. Die Infrastruktur in diesem Land zerbröckelt. Dass Brücken und Straßen saniert werden müssten, scheint sich inzwischen herum gesprochen zu haben. Ein Konzept für die Digitalisierung der Arbeitswelt, das über die Bereitstellung von Laptops in Schulen und eine bessere Breitbandverkabelung hinaus geht, wird schmerzlich vermisst. Auch hier könnten sich im hoch gelobten Land noch massive Probleme auftun. Ja klar, es geht auch schlechter: Wir leben zumindest nicht im Krieg. Korruption scheint eingedämmt. Hungern muss - nach "offiziellen" Aussagen - niemand. Ob das alles ein Grund zur Selbstzufriedenheit ist?    

Samstag, 13. Januar 2018

Geradeaus (Foto)

Geradeaus

Dienstag, 9. Januar 2018

Zweifel (Lyrik)

ZWEIFEL


EINMALIG bin ICH auf dieser Welt, gewiss
dasselbe denkt im Moment ein ANDERER
einer, der morgens den Kaffee genießt,
der immer irgendeine Melodie im Kopf hat
der sich manchmal fragt, warum er ist (isst?),
der hin und wieder versucht, den Verstand zu gebrauchen
und gleichzeitig nicht zu missbrauchen,
der Pete Townsend mag und Marylin Monroe, und.......
der faul ist und auch schon mal die Welt retten wollte....


ZWEIFEL?


Du hast dich zuviel schon vergeudet
und fragst dich: hab' ich nur schlecht geträumt?
Wachst manchmal auf, nur um dich gleich wieder umzudrehen,
gibst dich manchmal hart
aber es gelingt dir, nicht, zu überzeugen


ZWEIFEL?




Ein Kuss, Gewehre, Hast und Motoren
falsche Rosen, Pillen gegen hohlköpfige Lügen
eine Suche dazwischen
Hass und Friedhofsruhe
Lächeln für einen Moment
nach uns



ZWEIFEL?

Sonntag, 7. Januar 2018

Was wäre Wirklichkeit?

Schon Teenager lassen sich Nase und Lippen richten, üben sich im Tarnen und Täuschen, wollen sich verstellen zu anderen Identitäten. Heraus zu finden, wer man selbst ist und gar auf den warten, der das akzeptiert, könnte zu lästig sein. Man kann ja nachhelfen, es kann schneller und besser gehen. In Richtung auf vorgegebene Ideale. Und man hat mächtige Freunde. Maschinen als „Freunde“. Roboterfreunde. Ob Roboter nicht schon bald schlauer als wir selbst sind? Programmierte Einheiten? Erst mal gilt es, abzudriften in bessere Welten.
Die Virtual Reality-Brillen scheinen ja bis jetzt nicht gerade der große Schlager zu sein. Aber sie holen auf. Sie werden eines Tages mit ihren genussvollen Angeboten voll da sein. Erschwinglich. Für jeden. Brillen für alle, die die Augen vor der Wirklichkeit verschließen wollen und sich lieber in Realitäten herumtreiben, die andere für sie ausgedacht haben. Naja, die Gamingindustrie hat sich dies schon längst zum Vorteil gemacht und nutzt das nach allen Regeln aus. Illusionen zu verkaufen ist ohnehin ein altes Gewerbe. Menschen scheinen ja leicht zu manipulieren sein. Die Art, wie wir unsere Umwelt wahrnehmen, scheint dabei eine wichtige Rolle zu spielen. Wir unterscheiden und differenzieren das, was uns als wichtig erscheint. Berühmt ist in diesem Zusammenhang das Beispiel mit den Hopi-Indianern, die andere Zeitbegriffe als wir haben und die Zeit auch anders wahrnehmen. Aber auch an anderen „Naturvölkern“ sind solche sprachlichen Mechanismen nachzuweisen. Über die Augen und Sinne empfangen wir immer dieselben Reize. In der anschließenden Verarbeitung könnte allerdings die Sprache und die Art unserer Wahrnehmung der entscheidende Faktor sein. Die Realität könnte im Auge des Betrachters liegen.
Viele Beispiele aus dem Bereich der optischen Täuschungen sind uns diesbezüglich ja bekannt. Unser Gehirn ist programmiert durch immer wiederkehrende Prozesse. Es rechnet sie sich mit der Zeit mehr aus, als dass es sie wahrnimmt. Es hat eine bestimmte Art der Realität „gelernt“ und sie sinnvoll strukturiert. Unser Gehirn versucht, aus allem, was wir sehen, Sinn zu konstruieren. So können die Grenzen zwischen Wirklichkeiten auf einfachste Weise verschwimmen. Das menschliche Gehirn hat ja die besten Voraussetzungen dafür, sich täuschen zu lassen. So kann auch eine Virtual-Reality-Brille die Kontrolle über die Realität übernehmen. Diese Teile ziehen uns in ihre Bilderwelten. Man ist erstaunt, hat Angst, ist erschrocken oder erfreut - man erlebt etwas.

VRBrillen sprechen Sinne an, die älter als unser Großhirn sind. Das heißt, sie gehen am Verstand vorbei. Es gilt, Erfahrungen zu machen, ohne sie wirklich zu machen. Wirklich? Was ist Wirklichkeit? Sie scheint auf solche Weisen beliebig manipulierbar zu sein, schöngefärbt, gebogen, verbogen, in bestimmte Richtungen geführt. Der neueste Trend? Avatare. Also künstliche Doppelgänger, Identitäten, in die wir uns hinein- und hinaus geträumt haben. Irgendwann glauben wir tatsächlich an die Realität, die solche Avatare umgibt, egal, wie das Erlebnis zustande gekommen sein mag. Unser Stellvertreter macht Erfahrungen, mit denen wir uns identifizieren. Die Vermischung von Realität und Vorstellung davon wird perfekt sein. In sozialen Medien könnte das bald gängige Praxis sein: man schickt einen Avatar zu abenteuerlustigsten Verabredungen mit anderen Avataren. Sich in einen solchen Stellvertreter hinein zu versetzen, wird erstaunlich gut funktionieren und uns mit allen Mitteln (vor allem der Werbung mit allen Mitteln....wir kennen das ja) schmackhaft gemacht. Nachdenken oder Grübeln? Wird verschwinden. Wir sind auf dem Weg. Weg aus der analogen Welt. Hinein in eine Schöne Neue Welt.... 

Samstag, 6. Januar 2018

Künstliche Intelligenz (8)

Ich lese, dass der Silicon-Valley-Star Anthony Levandowski eine Kirche zur Anbetung von Künstlicher Intelligenz gegründet hat. Lewandowsy soll entscheidend an der Entwicklung von selbstfahrenden Autos beteiligt gewesen sein. Aber klar, es geht hier um die Anbetung eines neuen überirdische Wesens, das unsere Möglichkeiten (weit) übersteigen soll. Es geht nicht mehr um das Dienen, um das Ausführen. Es geht um Imitation des menschlichen Geistes, mit all seinen bisher dem physischen Leben vorbehaltenen Resonanz- und Rückkopplungseffekten. Es geht hier um Macht und Unterwerfung. Da der Mann, der sich selbst auch gleich mal als „Dekan“ der neuen Kirche ausruft, im Silicon Valley in den USA wirkt, war der Schritt zum Pseudoreligiösen ja überfällig. In den USA gibt es aus grundsätzlichen Gründen der Verfassung (sie verspricht totale Freiheit!) und der Historie (die einstigen Auswanderer waren oft Flüchtlinge vor europäischer religiöser Engstirnigkeit) viele Sekten. Und es sollen Roboter gebaut worden sein, die in der Lage sein sollen, ohne Einwirkung des Menschen Roboter-Babys zu züchten, die ihren Eltern intellektuell über den Kopf wachsen - und vielleicht bald die Herrschaft über unsere Wirklichkeit übernehmen könnten? Es soll sich, wie ich mir notiert habe, um ein vorläufig in der Objekterkennung eingesetztes Programm namens AutoML handeln, das durch bestärkendes Lernen in der Lage ist, autonome Formen von KI zu erschaffen. Es mischt sich Angst, das Gefühl von Bedrohung und Entmächtigung, das Gefühl eines Ausgeliefertseins.... Das alles scheint sehr dunkel und ganz offensichtlich dazu geeignet zu sein, uns zu überrumpeln, stärker und klüger zu sein, - aus sich selbst heraus. Das strebt über den Punkt hinaus, ab dem die Menschheit in ihrer geistigen Leistungsfähigkeit gegenüber Algorithmen unwiderruflich ins Hintertreffen gerät. Sie verkauft es als etwas Erstrebens- und Anbetungswürdiges.

Freitag, 5. Januar 2018

Vorsätze

Die guten Vorsätze zu Neujahr werden doch nicht heute schon überflüssig geworden sein? Nichtdoch! Stress vermeiden, besserer Umgang mit den Ressourcen, mit der Umwelt, mehr Zeit für sich selbst, mehr Zeit für Familie und Freunde, weniger fressen, mehr Bio, mehr Bewegung und Sport, sich mehr um andere Menschen kümmern....? Ach ja, dann aber mal ran! Oder jetzt schon erlahmt? Müde geworden?
Oder bringt es auch Genuss und Spass, das Richtige zu tun? Ob es mehr gilt, den eigenen Weg zu finden? Den Mittelweg zwischen den Extremen? Das Maß? Muss dazu Verzicht geleistet werden?  Es kommt wohl darauf an, von welchem Niveau aus und mit welcher Einstellung. Dürfen wir uns unsere Fehler eingestehen? Ist alles nur eine Sache des Willens? „Nur“? Oder der „Haltung“? Ist das alles politisch überhaupt umsetzbar und zu verallgemeinern, oder gilt nur das, was jeder in seiner kleinen Umwelt kann? Ob man mit seiner Einstellung unbedingt andere Leute missionieren sollte, oder man ihnen damit mehr auf die Nerven geht? Fragen über Fragen, die wir uns zuerst zu beantworten versuchen sollten, ehe wir Vorsätze fassen.

Donnerstag, 4. Januar 2018

Werbung für die Demokratie

Komm lass uns voran gehen und Werbung für die Demokratie machen! Nicht, indem wir den Lobbyisten und Interessenverbänden Einfluss gewähren, nicht, indem wir den Banken freien Lauf lassen und nicht, indem wir dauernd Bürgerrechte einschränken im offiziellen Interesse der Terrorismusbekämpfung. Lass uns stolz sein und solche Aktionen nicht nötig haben! Wir entscheiden! Lass uns die Demokratie weiterentwickeln und sie in mehr und Bereiche hinein tragen! Transparenz wäre wichtig, wissen, wer was in welchem Interesse entscheidet. Jämmerlich, diese Autokraten überall, die ihr Volk überrennen und es maltraitieren, die sich dafür anbeten lassen und dem Führerkult huldigen, indem sie ihre persönlichen Eitelkeiten und ihre Gier nach Geld befriedigen! Was für elende Wichte! Die Freiheit des Einzelnen wäre von uns dagegensetzen, die Freiheit, sich selbst zu bestimmen und zu verwirklichen, auch gegen den Staat und seine Bürokratie! Das Böse im Menschen erkennen, aber versuchen, damit umzugehen...., das könnten wir auf diese Art relativ easy. In dem Wissen, dass es ein Rechtssystem gibt, dem wir alle gleichermaßen ausgesetzt sind und das versucht, alle gleich zu behandeln. Das im Zweifelsfalle auch durchgesetzt wird. Um das Ungenügen wissen, von uns, von den anderen, vom Staate. Kompromisse eingehen, als Methode, mit anderen und anderen Meinungen umzugehen. Wir brauchen keine künstlichen Identitäten, haben an uns selbst schon genug zu tun! 

Dienstag, 2. Januar 2018

Flöte (Ludwig Tieck, Lyrik)

Flöte

Unser Geist ist himmelblau,
Führt dich in die blaue Ferne,
Zarte Klänge locken dich
Im Gemisch von andern Tönen.
Lieblich sprechen wir hinein,
Wenn die andern munter singen;
Deuten blaue Berge, Wolken,
Lieben Himmel sänftlich an,
Wie der letzte leise Grund

Hinter grünen frischen Bäumen.

Ludwig Tieck

Montag, 1. Januar 2018

Küken schreddern

Männliche Küken legen keine Eier. Pech gehabt! Müssen geschreddert werden. Laut hiesiger Jurisprudenz verstößt das Töten von 45 Millionen männlichen Küken nicht gegen den Tierschutz, weil die Aufzucht dieser Küken einen unverhältnismäßig großen Aufwand bedeuten würde und nicht rentabel sei. Die männlichen Küken sind sowieso auch noch teurer in der Aufzucht, weil sie mehr fressen. Ausgewachsene Hähne der Legehennenrassen seien nur Produkte für eine kleine Absatznische. Die Tötung der Küken seien also Teil der Verfahren zur Versorgung der Bevölkerung mit Eiern und Fleisch. Und das möglichst billig und in Massen. Ob das ethische Aspekte hat? Ob uns das ankotzen würde, wenn wir an der Fleischtheke stehen? Allein schon der Gedanke an Schlachthöfe und Massentierställe.....Igitt! Ob wir uns alle daran gewöhnt haben, wenn Skandale aus der Massentierhaltung bekannt geworden sind? Wenn das alles in einer massenhaften Abschlachtung geendet hat? Wenn der „Normalzustand“ zu einer Qual für die Tiere würde? 

Sonntag, 31. Dezember 2017

Für ein Land.....

Ich wundere mich, dass hier alles so gut zu gehen scheint, angesichts all dieser gescheiterten Großprojekte wie etwa der „Großflughafen“ BER (ein „Running Gaga“ in allen Kabarettprogrammen...), wie etwa der Bahnhof Stuttgart 2, der es mit seinen ökologischen Risiken und ständigen finanziellen Kostensteigerungen ja auch zu mindestens europaweiter Bekanntheit geschafft hat, dazu dieser Dieselskandal, der samt seinen kartellrechtlichen und rechtlichen Auswirkungen die Industriepolitik dieses Landes äußerst ungünstig überstrahlt, die kostenexplodierte Elbphilharmonie samt dem Radikalversagen beim als eine Art Kindergeburtstag abgehaltenen „Gipfeltreffen“ G20, denen vollmundige Versprechungen eines Oberbürgermeisters vorausgegangen waren, dem eine Zukunft nachgesagt wurde, nach all den Vernebelungen im Falle eines Anis Amri, die sehr peinlich von fehlenden Empathiebezeigungen der Mächtigen begleitet wurde, die katastrophale Inbetriebnahme der „neuen“ ICE-Strecke von Berlin nach München, deren Züge bis heute oft verspätet sind, die Feststellung der OECD, dass Deutschland in seine Bildung im Vergleich der Industriestaaten „unterdurchschnittlich“ investiere, die Tatsache, dass sich die wichtigsten Potentaten dieses Landes von einem türkischen Staatschef nach Belieben mit Nazi-Vergleichen beleidigen lassen...usw. Oberwichtige Leute aus der Politik aber wollen sich das Land „nicht schlechtreden lassen“ und gehen gerne in die nächste, monatelange Sondierung. Mit all den Mächtigen teilen sie den von der Merkel-CDU im Wahlkrampf eingesetzten Wahlspruch „für ein Land, in dem wir gut und gerne leben.......“  

Samstag, 30. Dezember 2017

Wahrnehmungsroutinen

Ja klar ist der Mensch ein Gewohnheitstier. Er nimmt sich Vorsätze vor, aber ganz sicher und bestimmt...und handelt dann wieder ganz anders...aus Gewohnheiten heraus. Aber vielleicht können wir uns einen Moment heraus reißen aus gewohnten Betrachtungsweisen, können wahrnehmen, dass es ein Glück ist, die Verhältnisse um einen herum einigermaßen wach wahrzunehmen. Frei von größeren akuten Schmerzen sein, das deutet auf ein gewisses Maß an Gesundheit hin. Auch das erscheint einem über einen gewissen Zeitraum selbstverständlich, - solange man nichts anderes wahrgenommen hat, mit nichts anderem konfrontiert war. Wer aber jemals Schmerzen hatte, sich einem Verdacht auf eine gravierende Krankheit ausgesetzt sah und dadurch sich separiert sah, von der „Normalität“ und den mit ihr verbundenen Selbstverständlichkeiten. Wer das an engen Angehörigen und Freunden miterlebt, mitgemacht hat, wird Dankbarkeit empfinden, egal, welcher Schuh einen aktuell drückt. Die Wahrnehmung ist es, die Ablenkung durch Gegebenheiten, die die meisten hindert. Unser Glück mit anderen teilen, sein Echo in uns selbst zu empfinden, mag die Wirkung verstärken. Daraus Kraft zu beziehen, auch gegenüber Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit, dazu sollten wir uns durchringen, sofern das geht..... 

Freitag, 29. Dezember 2017

Im Krankenhaus

Ja, als ich damals von jetzt auf nachher krank war. Als das erkannt wurde und die Operation schon für den Morgen des nächsten Tages angesetzt war. Als sie alle versuchten, dir Mut zuzusprechen: "Wird schon wieder....". Plötzlich warst du Opfer, sahst dich einer Macht gegenüber, die ihre Pranken nach dir ausgestreckt hatte. Nichts davon gewusst. Und jetzt lagst du plötzlich in einem typischen Krankenhauszimmer. Hilfe, wie bin ich hierher gekommen? Plötzlich ein Ausgestoßener sein, in dieser Gesellschaft der Sorglosen: wie funktioniert das? Immerhin waren die Ärzte auf meiner Seite und die Pfleger auch. Der Notstand war noch nicht so ausgeprägt wie heute.
Ich war ja froh gewesen über den Besuch, den so viele mir abstatteten. Aber da war immer wieder diese Erfahrung: die Anderen und Du. Diese Trennlinie. Sie kamen, um dich zu bedauern, sie kamen von außen, sie verstärkten dein Gefühl, in dir selbst gefangen, alleine zu sein….. Sie schlossen die Türe von außen und du warst sehr alleine mit dem Blick aus dem Fenster… dabei schienen sie keine Ahnung zu haben, wie zerbrechlich diese Trennlinie zwischen den "Normalen" und "Unnormalen", zwischen den Gesunden und Kranken ist. 
Verdammt, wer hat mich hier angenagelt? Die Pfleger schenkten dir tatsächlich ein bisschen Menschlichkeit, wir sprachen miteinander und du denkst gerne an sie zurück … Sie machten ihre Sache mehr als gut. Du hattest diese Krankheit, die die meisten nicht einmal auszusprechen wagten und die damals noch als unheilbar galt. Igitt! Du warst einerseits aufgehoben in den vielen Besuchen, die freilich letztlich alle unverbindlich waren. Sie waren alle froh, wenn sie die Türe von außen zumachen konnten und sie zu „den Anderen“ gehörten… Du warst damals noch recht gut „vernetzt“…. Die Freundesclique hatte sich noch nicht aufgelöst.... Du hattest auch noch nicht die Brüchigkeit solcher Freundesbünde erfahren.  

Mittwoch, 27. Dezember 2017

Daily Verpackungswahn

Ich muss natürlich, wie so oft, den Müll wegbringen. Diesmal habe ich selbst sehr viel zu seiner riesigen Masse beigetragen, d.h. Vieles in dem Mülleimer ging zuvor durch meine Hände. Jetzt steckt wahnsinnig viel Verpackungsmaterial darin, was mich ärgert. Muss so etwas sein? Könnte man nicht eine gewisse Kreativität darauf richten, so etwas zu vermeiden? Oder dient es in erster Linie gewissen Logistik- und Profitinteressen? Wie bei so vielem, muss ich sagen: ich weiß es nicht. 
Was ich aber weiß: Ich werde von hinten angefressen, und zwar am Geldbeutel. Das geht wohl knapp am Gangstertum vorbei und man nennt es „Freie Marktwirtschaft“. Eine heilige Kuh in Deutschland. "Wettbewerb". Da muss man mitmachen. Es nützt nichts, Dinge beim Namen zu nennen. Bewehrt sind solche Verpackungsmethoden mit kompletten Lehrstühlen, die Rechtfertigungen und Argumente liefern, die also als Thinktank für solche Methoden agieren. Es sei notwendig, - und zwar aus diesem...und jenem Grunde. Doch wo geht diese ganze Masse hin, nachdem sie von den Abfallentsorgern möglichst billig und - wie die FDP sagen würde - effizient abgeholt worden ist? Ob in dieser Verpackung auch Energie steckt, die einfach wegzuwerfen oder zu vernichten falsch ist? Wieder sprudeln Argumente aus dem Thinktank....... Es sind ganz einfache Fragen, die sich einem stellen und für die man – wenn überhaupt! Und nur auf dringendes Verlangen! - mit komplexen Aussagen beworfen wird. 

Freitag, 22. Dezember 2017

Blume bei uns (Foto)

Blume bei uns

Gestolperte Lügen

Lachhaft, völlig lachhaft, diese „Schwalbe“ von diesem „Trainer“ vorgestern (geht mir die ganze Zeit durch den Kopf...!). Es hat ihn hingehauen. Weil der Abwehrspieler der gegnerischen Mannschaft ihn umgerannt hat. So sollen wir glauben. Er hat das noch aus seiner aktiven Zeit als Spieler verinnerlicht. Es ist seine zweite Natur geworden. Es ist ein Automatismus, dieses Betrügen, dieses „So-tun-als-ob“. Vorspielen, dass man zu Falle gebracht würde. Den anderen etwas vorspielen. Etwas dafür kriegen. Einen Freistoß oder sowas. Jämmerlich, sich so zum Affen zu machen! In diesem Moment hat sich das Zeige-Geschäft selbst enttarnt! Es wurde etwas plötzlich offensichtlich! Die Pose des Lügens. Dieses „Man kann's ja mal versuchen...“, das gerade bei Fußballern so beliebt zu sein scheint. Ehrlichkeit? Was für ein altmodisches Wort! Eher ein Etikett, das nicht so gemeint ist. Verantwortung? Dafür gilt wohl dasselbe. 

Donnerstag, 21. Dezember 2017

Schopi über den Tod (9)

In der Tat ist die Todesfurcht von aller Erkenntniß unabhängig: denn das Thier hat sie, obwohl es den Tod nicht kennt. Alles, was geboren wird, bringt sie schon mit auf die Welt. Diese Todesfurcht a priori ist aber eben nur die Kehrseite des Willens zum Leben, welcher wir alle ja sind. Daher ist jedem Thiere, wie die Sorge für seine Erhaltung, so die Furcht vor seiner Zerstörung angeboren. : diese also, und nicht das bloße Vermeiden des Schmerzes, ist es, was sich in der ängstlichen Behutsamkeit zeigt, mit der das Thier sich und noch mehr seine Brut vor jedem, der gefährlich werden könnte, sicher zu stellen versucht. Warum flieht das Thier, zittert und sucht sich zu verbergen? Weil es lauter Wille zum Leben, als solcher aber dem Tode verfallen ist und Zeit gewinnen möchte. Eben so ist, von Natur, der Mensch. Das größte der Uebel, das schlimmste, was überall gedroht werden kann, ist der Tod, die größte Angst Todesangst.

Mittwoch, 20. Dezember 2017

Tomorrow you will be XXL (MP3)

Tomorrow you will be XXL

Empathie on the Rocks

Ich schäme mich für meine Regierung. Leute, die eben mal mit einem Federstrich ein paar Milliarden vergeben, lassen für jedes Todesopfer auf dem Berliner Breitscheidplatz 10 000 Euro auszahlen. Und das, nachdem klar geworden ist, dass der Staat und seine Institutionen eklatant versagt haben in dieser Sache. Eklatant!, - was keinerlei personelle Konsequenzen nach sich gezogen hat. Die Regierungschefin kondoliert über ein ganzes Jahr hin nicht mal, machte aber unmittelbar danach ein betroffenes Gesicht (und jetzt auch wieder...), wie sie es immer bei solchen Gelegenheiten macht. Sehr routiniert und professionell, das! Und die Berliner Behörden fordern passend dazu jetzt die Angehörigen der Todesopfer auf, nur ja die billigsten Verkehrsmittel zur Fahrt zur Trauerfeier zu benutzen, Taxis beispielsweise würden nicht bezahlt. Man will im Boden versinken angesichts solcher „Bescheide“. Empathie ist ein Basisthema hier in diesem Blog. Dies ist ein Beispiel für radikales Versagen. Die Aufmerksamkeit aller scheint sich immer mehr auf wirtschaftlichen Erfolg zu zentrieren, unabhängig davon, ob sich andere Menschen dafür aufopfern müssen. Wenigstens wirtschaftlichen Erfolg, so höre ich schon diejenigen seufzen, die davon profitieren. Aber es ist ja alles so gut hier, wir lassen uns nichts schlecht reden. Auch nicht eine gesichts- und empathielose Gesellschaft, in der die Häuptlinge etwas nicht mal gut vorzuspielen vermögen. 

Montag, 18. Dezember 2017

Auf dem Weg ins Nichts (Lyrik)

Du tippst das Nichts an
gehst mit ihm um
fühlst dich ihm fern und nah
Du erschrickst und weißt nicht
weißt, dass Du nichts weißt
und bist darüber nicht erfreut


es greift dich herb an
und du kommst ihm näher
im Vergehen liegt die Welt
Du kennst all diese Sprüche
Vermutungen, Meinungen
Weißes Rauschen allüberall


Du schreibst Worte
die es nicht umfassen
Du gebierst Bilder
die es nicht treffen
Du findest Vergleiche
die nicht stimmen


Ich stecke den Finger ins Dasein
und es riecht nach Nichts
Nichts ist mehr sicher,
kein Gesang, kein gar nichts,

es ist alles nur noch - „Rauschen”. 

(Buranmann)

Sonntag, 17. Dezember 2017

Das Göttliche, das Suchen (1)

Sich selbst finden. Achtsamkeit in sich entdecken, das klingt jetzt sehr modisch. Zeitgeistig halt. Wer wollte das nicht? Das Göttliche in uns finden. Wenn es schon keinen Gott mehr gibt! In der Ruhe und Entledigung all dieser Scheinvorstellungen. Sich kein Bild mehr davon machen, was größer als wir selbst ist. Das Paradies? Muss das sein? Was ist das Nichts? Nichts tun, was jemand anderes schaden könnte. Hohe Moral, aber es kann das Zusammenleben und das gemeinsame Suchen leichter machen. Vielleicht. Muss das alles sein? Regeln, Verbote? Es scheint etwas sehr Menschliches zu sein und einem Bedürfnis zu entsprechen, dass der Befolgung von außen kommender Vorschriften das Heil zuspricht. Auch das Paradies oder das ewige Leben. Gibt es eine Angst vor dem Tod, die als Motivation für Religionen wirken könnte? Nun ja, die Geschichte ist voll davon.... Ist Meditation das Loslassen der Welt als Befreiung? 
Blöd nur, das es dazu auf dieser Welt noch andere Voraussetzungen geben muss. Die Verhältnisse, die sind leider so. Weltfremdheit wurde mir bewusst, Lächerlichkeit. "Die andere Ebene" rückt für mich dadurch immer mehr in die Ferne. Sich selbst finden? Ja, im besten Falle. Aber wann tritt der beste Fall wirklich ein? Das „Göttliche“ in mir selbst finden. Ja, es ist in mir, möglicherweise. Manche haben es den "göttlichen Funken" genannt. Aber wie kann ich ihm besser näher kommen? Mit meinen bescheidenen Möglichkeiten? Mit meinem „heißen Bemühen“ nur? Hingabe? Es stark wollen, - oder gar nichts wollen? Überhaupt erscheint es mir immer fragwürdiger, sich ein Bild vom Göttlichen zu machen und sich ihm mit irdisch geprägten Vorstellungen nähern zu wollen. Das stimmt nicht mit meinen Vorstellungen darüber überein, dass es etwas Größeres ist, etwas, was über unseren Geist hinaus geht. Welche Anmaßungen, unseren Geist und seine Möglichkeiten, ja, überhaupt den Menschen absolut zu setzen! Vielleicht gibt es ja eine Ahnung davon, was darüber hinaus geht? Nur das. Der Atheismus war für mich nicht nur deswegen auch niemals eine Lösung, ein Ziel. Für mich.

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Zeit, Identität, Suche

Es gilt wohl, ganz im Augenblick zu leben, aber auch gleichzeitig „integrativ“ zu leben: d.h. die Vergangenheit immer wieder herein holen ins eigene Leben, zu einem einzigen zu verschmelzen, das man sich neu (!) erschließt und das (ein Bewusstsein dafür entwickelt, geworden und durch die Verhältnisse, durch die Vergangenheit geformt zu sein...., sich dafür interessieren und es neu für sich erschließen... durch eine veränderte Perspektive es „hereinholen“...) geworden ist. Die Selbstreferenz (unter anderem Besuche an den Orten der Vergangenheit, - aber auch in Tagebuchstudien) ist für mich ein Beleg und Antrieb dafür, mich selbst zu suchen..... Ich „verwende“ dazu Bruch- und Fundstücke, um Unverbundenes zusammenzusetzen, es als Teil eines Selbst begreifen..... eine Linie des Insgesamt finden..... in meiner Person. Es gilt, sie sich mir bewusster zu machen, ihr durch Anregungen und emotionale Antriebe näher zu kommen, dort, wo sie, diese Person, „durch die Zeit geschlittert“ ist...... ich will einen höheren Grad an Identität gewinnen. Auch ein Bewusstsein für das kollektive Moment ist wohl dabei zu gewinnen. Neu begreifen: Das Geworfensein in Rollen, in soziale Muster, in räumliche und andere Determinationen, in die Zeit und ihre eigenen Begriffsmuster. Meine Perspektive als „geworden“ begreifen. Begreifen, dass man Einflüssen ausgesetzt war. Seine eigene Historie berühren. Vergangenheit besser „bewältigen“. 

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Das Leben am Fluss

„Das Leben hat an und für sich nur Nachteile“ soll der Schriftsteller Thomas Bernhard gesagt haben. Klar, der Mann war unverbesserlicher Pessimist. So etwas ist ja heutzutage nahezu verboten, obwohl die Zweifel überall sägen. Jemand stirbt, das Leben aber geht ungerührt weiter, so als sei nichts gewesen. Menschen scheiden aus, gehen ab, die einen gehen, andere kommen, es ist ein Fluss, - den man zumindest erkennen und anschließend wahrhaben sollte. Wohin gehen wir, woher sind wir gekommen? Da ist ein Fluss, der uns scheinbar von solchen Fragen wegreißt. Ablenkungen, Betäubungen, das „wahre Leben“, die Aktivität an sich..... usw. Die Begründungen stehen alle billig bereit. Wir fallen, wir werden weniger, wir.... wen juckt's? Das allgemein gültige Bild der Wirklichkeit suggeriert uns, als habe all das keine Gültigkeit, als gelte nur das unmittelbar geführte Leben..... Die Parolen wurden schon früh ausgegeben: „Sei du selbst, alle anderen sind schon besetzt“, soll Oscar Wilde gesagt haben. Es ist der Satz der Selbstverwirklichung und der Selbstoptimierung, den so viele Menschen derzeit anbeten. Ob wir Angst haben vor der Zukunft? „Die ungeheuerliche Kränkung, die das Leben ist“ hat die Schriffstellerin Ingeborg Bachmann einst fabuliert. Auch sie, der wertvolle und oft zitierte Mensch, musste irgendwann sterben, - wenn auch unter spektakulären Verhältnissen. Lauter Wichtigs........ 

Dienstag, 12. Dezember 2017

Gerechtigkeit, was ist das?

Martin Schulz und sein „Gerechtigkeitswahlkampf“ für die SPD: alles erledigt? Verliererthema? Ob er das jetzt in die GroKo-Verhandlungen einbringt? In welcher Form? Was soll überhaupt „Gerechtigkeit“ sein? Das, was manche Sozen darunter verstehen wollen? Ich höre sie schon, die Meinungen dazu, die durch die Luft schwirren, idiologisch aufgeladen, versteht sich. Und dann noch etwas: Deutschland ist nicht nur im Aufschwung, sondern sogar im Boom. Die Wachstumsraten sind hoch, die Arbeitslosenzahlen (scheinbar) reduziert. Die Stimmung in den Unternehmen ist gut, der Exportwirtschaft floriert, die Konsumausgaben steigen.
Wenn bloß das nicht wäre: 40 % der Leute verdienen nicht mehr als vor 20 Jahren. In Deutschland sind 16 Millionen Menschen von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Das bedeutet: Jeder Fünfte in Deutschland ist von Armut bedroht. Wow! Die durchschnittliche wirtschaftliche Lage sagt womöglich nicht viel darüber aus, wie es einzelnen Menschen geht. Wenn einer 100 verdient und der andere 1, wäre das Mittel 50. Ob das etwas aussagt? Womöglich etwas über „Gerechtigkeit“? Ob das etwas mit der Situation der Alleinerziehenden und der Kinder zu tun hat? Ob es etwas über die Wohnsituation in den Städten und die dramatische Landflucht sagt? Steuern und Abgaben sollen mal wieder entlastet werden, am besten so, dass es den Armen nutzt. Die Begründung des Solidaritätszuschlags ist inzwischen entfallen. Also sollte er abgeschafft werden. So oder so. Aber vielleicht nicht so, dass das nur den Reichen nützt..... wie dann? Sich eine passende Regelung zu überlegen, wäre Aufgabe der Politik. Dass viele Erwerbstätige in Deutschland inzwischen arm sind, liegt wohl auch daran, dass sie vielleicht einen oder mehrere Jobs haben, die aber in Teilzeit oder im Niedriglohnsektor verankert sind. Sie können davon nur schwer leben. Fast 2,7 Millionen Arbeitnehmer gehen in Deutschland offenbar noch einem Mini-Job nach. Das bedeutet, dass mehr Wohlstand nicht zwingend weniger Armut bedeutet. Jamaika ist vorbei. Doch die Fakten bleiben. 

Sonntag, 10. Dezember 2017

Demokratie als Idee und Realität

Demokratie und Mitbestimmung haben mit dem Buchdruck zu tun und den sich daraus ergebenden Kommunikations- und Informationsmöglichkeiten. Lesen und schreiben zu können wurde etwas, was nicht nur auf die Eliten (meist der Klerus) beschränkt war. Es entstand eine Debattenkultur (nicht nur der Kundigen, sondern auch der Informierten) und die Notwendigkeit zur sofortigen Entscheidung bestimmter Dinge rückte mehr in den Hintergrund. Es entstand auch die Möglichkeit zur Reflektion, zum Nachdenken über bestimmte Problemstellungen. Die unmittelbare Anwesenheit, wie etwa in der Antike, beschränkte sich nun immer mehr auf eine eher symbolische, wahrgenommen durch Repräsentanten.
In heutigen System einer repräsentativen Demokratie jedoch steckt die Annahme, dass Parlamentarismus nur etwas für fachkundige Abgeordnete einer repräsentativen Demokratie sei, die angesichts komplexer Problemstellungen meist den Rat von „Experten“ hinzuziehen sollten. Dass diese „Experten“ inzwischen aber meist Lobbyisten und Drahtzieher mächtiger Interessen sind, macht die gegenwärtige Problemlage mit aus. Es scheint die Wirtschaft mit ihren Strippenziehern völlig undemokratisch den Gang der Dinge zu bestimmen (bis hin zu der mittlerweile recht bekannt gewordenen Tatsache, dass solche „Interessenvertreter“ oft Büros in den Ministerien haben und die Gesetzestexte gleich selbst schreiben!) und sehr viel weniger der Souverän, das Volk. Herbei eilen auch sofort riesige Beraterstäbe und Nichtregierungsorganisationen, die mit dem Anspruch größerer Sachkompetenz ausgestattet sind. Wollte „das Volk“ mitbestimmen, sollte es freilich gerade angesichts des immer komplexer werdenden Regelungsbedarfs möglichst informiert und kundig sein. Das kostet Zeit und führt unter Umständen zum Verzicht auf Erwerbschancen. Außerdem sollte es sich nicht durch „Fake-News“, alternative Fakten und ähnliche Phänomene bei der politischen Urteilskraft und Entscheidungsfindung beeinflussen lassen. Ob dies unter den heutigen Bedingungen überhaupt möglich ist, mag Gegenstand einer Auseinandersetzung sein. Die dazu nötigen Zeitopfer vermögen vielleicht auch nur die ökonomisch dazu fähigen Mitglieder einer weitgehend passiven und die Politik nur konsumierenden Gesellschaft aufzubringen. Wo solche Größen wie etwa der Begriff „Verantwortung“ dabei bleiben, in welcher Weise sie etwa einbezogen sind in die Entscheidungsfindung, wo und wie sie greifen, ist eine weitere unbeantwortete Frage.

Samstag, 9. Dezember 2017

Obdachlose im Winter

Ich erinnere mich an die vielen Obdachlosen, denen ich begegnet bin. Auf der Straße schlafen, seinen Horizont im Alkohol ersäufen, sich langsam damit umbringen, das als letzte Fluchtmöglichkeit begreifen, sich als Abfall wahrnehmen und von anderen dauernd so "bewertet" zu werden, wo doch in dieser Gesellschaft alles einen Wert haben muss. Jetzt ist es Winter. Da tauschen Leute Geschenkideen für Weihnachten aus. Bloß nicht zu viel fressen!, dort, wo andere so gut wie gar nichts zu essen haben...... Tagsüber bin ich wie im Tran durch die Stadt gelaufen. Mal in eine Tagesaufenthaltsstätte. Dann in ein Geschäft. Ohne richtige Wärme und Halt. Abfallkübel durchstöbert (jawohl, auch mal im Klischee sein!). Ich sehe durch ihre Augen und habe etwas gegen die Erbarmungslosigkeit dieser Gesellschaft. Natürlich, Alkohol ist nicht gut. Sagt sich leicht aus der Wärme heraus. Dass es als Fluchtmöglichkeit funktioniert, das machen wohlbestallte Leute auch aus den oberen Gesellschaftsschichten vor und schieben noch etwas teures Pulver nach. Moralisch darf man das nicht sehen, so wird einem beschieden. Aber bei den Obdachlosen, da soll man es sehr wohl moralisch sehen......! Nun ja. Geschichten gehört. Nach den materiell Abgesicherten stimmen sie ja alle nicht. Sie, die den „Fake News“ aus ihrer jeweiligen Filterblase so inbrünstig nachhängen. Sie sind schnell fertig, gehen vorbei, vorüber, lassen hinter sich, ignorieren, wollen nichts wissen davon..... Dabei könnten sie auch in eine solche Lage kommen. Scheise. Diejenigen, die Angst vor sozialem Absturz haben, werden ja immer mehr. Sie haben ja auch Anlass genug dafür. Wie weit kann ein solcher Absturz führen. Auch schon mal unters Hartz4-Niveau? Es gäbe kein Elend in dieser Gesellschaft, behaupten ehrgeizige Politikernasen fortwährend. Ein Blick hinaus in die Wirklichkeit sagt anderes......

Freitag, 8. Dezember 2017

Demokratie, neue Ansätze

Das Gefühl, aus der Ferne und nach kaum nachvollziehbaren Kriterien regiert zu werden, ist ein Grund für die Unzufriedenheit Vieler mit dem politischen System. Es breitet sich ein Gefühl aus, das besagt, dass all die Abgeordneten und Minister, die den Einflüsterungen von Lobbyverbänden ausgesetzt sind, ja, dass die gesamte Exekutive nicht mehr die Bevölkerung repräsentiert. Im aktuellen Bundestag mit seinen 709 Abgeordneten gibt es 22% Juristen und 7% Politologen. In der deutschen Bevölkerung aber gibt es nur 0,6 % Juristen und 0,01 % Politologen. Ob das einer repräsentativen Demokratie entspricht? Unmut erzeugt es in jedem Falle. Beispielsweise in Irland wird in dieser Hinsicht radikal experimentiert. Das neu eingeführte Element heißt „Demokratie per Losverfahren“ und wurde schon in klassischen Staatsform der Demokratie der Griechen praktiziert. Der „Rat der 500“, die Volksversammlung und sogar das oberste Gericht wurden durch Los ermittelt. Noch einmal: im alten Griechenland wurden neben den politischen Entscheidern sogar die juristischen Entscheider per Losverfahren ermittelt, alle Ämter wurden auf Zeit zugelost. Beides galt für eine gewisse Zeit. Danach gab es „Neuwahlen“, in diesem Falle „Neubestimmungen“. Politiker sind nicht länger „die da oben“. Es gilt vielmehr ein Verfahren der Teilnahme. Es gibt dort „Bürgerversammlungen“. In ihr geht es durchaus um wichtige Grundsatzfragen und Fragen, die die Allgemeinheit sehr betreffen. Ihre Teilnehmer sind Laien, keine Spezialisten oder „Experten“. Man tauscht in dieser Versammlung Argumente aus, versucht, den Anderen zu verstehen. Man ändert die Meinung, wenn jemand anderes überzeugend war. 99 Iren aller Bevölkerungsschichten machen ein Jahr lang Politik, alle zufällig ausgewählt per Los. Jeder bekommt den ganzen Entscheidungsprozess mit, kann sich ernst genommen fühlen. Wie Gesetzentwürfe zu Gesetzen werden, - hier soll es transparent werden. Statistiken werden gewälzt, Experten werden gehört. Es gibt keine Hinterzimmergespräche, und es wird live ins Netz übertragen. Es wird abgestimmt und der Regierung eine Handlungsempfehlung gegeben. Die Bürger mehr einbinden in den politischen Entscheidungsprozess, ob das eine schlechte Idee ist? Ob das hierzulande, wo noch nicht einmal ein Lobbyregister existiert, auch mal eine Überlegung wert wäre?

Donnerstag, 7. Dezember 2017

Polititikerwechsel

Ich fürchte, dass ich an der Glaubwürdigkeit jener Politiker zweifele, die kurz nach ihrer Wahlniederlage stracks zu einem Privatkonzern wechseln. Pünktlich zum SPD-Parteitag wurde dazu heute wieder eine Meldung zu zwei ehemaligen und nun abgehalfterten Ministerpräsidenten bekannt. Es ist das, was einst mein Weltbild zusammenbrechen ließ und was mir heute einen gewissen Ekel abnötigt: Diese Nähe und die nun plötzlich nicht mehr vorhandene Scheu, sich für gewisse Interessen einspannen zu lassen, ja, sie sogar aktiv zu betreiben. Die ARD-Sendung „Bimbes“ zur einstigen Praxis von Kohl konnte dazu einiges klar machen, wie das Räderwerk (nicht nur) der bundesdeutschen Politik tickt und tickte. Die ach so gepriesenen Grundüberzeugungen scheinen da nur eine Frage des als Salär ausgewiesenen Geldes zu sein. Es wurde bis in die jüngste Vergangenheit hinein sehr eindringlich angeregt, dabei eine gewisse Schamfrist walten zu lassen. Nun ja, nicht mal diese scheint gerade von denen eingehalten zu werden, die vorgeben, sich in der Sonne ihrer ach so humanen „Grundüberzeugungen“ sonnen zu können. Ob so etwas in die Nähe von Heuchelei gerückt werden kann, ob es womöglich sogar eine gewisse Nähe zur Korruption ausdrückt?

Dienstag, 5. Dezember 2017

Machtspielchen

Ich finde es komisch, sehr spooky, dass sich viele Journalisten jetzt dauernd über Regierungsneubildung in Berlin unterhalten und im Fernsehen tausend Interviews dazu führen. Das gibt doch allen scheinwichtigen Köpfen Gelegenheit, sich als wichtig darzustellen. Ihre Eitelkeiten und Machtgier auszuleben..... das ist doch alles Popanz und Inszenierung und dem Grundgedanken von Demokratie nicht würdig! Deutschland will doch weit vorne sein, jetzt immer noch, da überall die demokratischen Wälle zu brechen scheinen und die USA einen Hampelmann als Präsidenten gewählt haben! Aus den Reihen der Zivilgesellschaft, aus den nicht von Regierungen bestimmten Interessen müssen da die Impulse kommen. Doch das gegenwärtige Interesse macht sich am Persönlichen fest! 
An was denn sonst?, sagen Journalisten, die das alte Spiel dauernd weiter betreiben wollen und in Wirklichkeit auch ein wenig das Spiel der Autokraten zu betreiben scheinen. Im Absolutismus und im ersten Teil des zwanzigsten Jahrhunderts, so scheint es mir, waren Köpfe wichtig. Jetzt. Im Zeitalter omnipräsenter Transparenz, sollte sich die Demokratie weiter entwickelt haben, auch wenn derzeit ein paar besonders lächerliche Autokraten das Gegenteil davon versuchen und das "Volk" ihnen dabei brav zu folgen scheint. Es sollte ein Impuls in diese Richtung gegeben werden. Stattdessen gibt es Formulierungen wie „Das Zeug dazu haben“ usw. Es scheint eine Phase zu sein, die in die falsche Richtung führt.....

Sonntag, 3. Dezember 2017

Mit deinen blauen Augen... (Heinrich Heine, Lyrik)

Mit deinen blauen Augen
siehst du mich lieblich an,
da wird mir so träumend zu Sinne,
daß ich nicht sprechen kann


An deine blauen Augen
gedenk ich allerwärts;- ein Meer von blauen Gedanken
ergießt sich über mein Herz



(Heinrich Heine)

Samstag, 2. Dezember 2017

Robotix, dein Freund und Helfer?

Dass diese Wesen, die unter dem Stichwort „Künstliche Intelligenz“ oder „Roboter“ bald die Welt bevölkern sollen, uns schlichtweg umbringen könnten, weil sie auf vielen Feldern „leistungsfähiger“ sind, erscheint erst ganz ganz langsam am Horizont. Sicher, es wurde in Wissenschaftsmagazin oder entsprechenden Formaten für Neugierige vor einer solchen Gefahr gewarnt. Dass dies aber sehr schnell ziemlich virulent werden könnte, hat so recht noch niemand auf dem Schirm, ganz besonders nicht die Vertreter einer Politik, die im Zeichen des Neoliberalismus oder der Marktwirtschaft nahezu alles denen überantworten will, die „leistungsfähiger“, „effizient“ oder „erfolgreicher“ sind. Das dies alles im großen Stil auf Cyborgs und Roboterwesen zutreffen könnte, deren Quellcode selbst ihre Erfinder nicht mehr nachvollziehen können, weil ja genau dies in der Absicht einer „Künstlichen Intelligenz“ liegt, das bleibt aus vordergründigen Motiven verborgen und könnte eine große Gefahr bergen. Genauso, wie der Umstand, dass durch solche Wesen der Arbeitsmarkt und seine Funktionswesen für viele Menschen schon bald sich sehr stark ändern könnte. Das in viele Gehirne gehämmerte Stichwort dazu lautet „Arbeitsmarkt 4.0“ oder sickert unter dem Stichwort „Digitalisierung“ in uns ein. Wenn dann noch Chefs von „Unsozialen Netzwerken“ diejenigen als Spielverderber und Schwarzseher beschimpfen, die es sich erlauben, auf solche Gefahren hinzuweisen, dann wird es wirklich gefährlich, - amerikanisch gefärbter Optimismus hin oder her.

Freitag, 1. Dezember 2017

Armut revisited

Martin Schulz und sein erster „Gerechtigkeitswahlkampf“ für die SPD: alles erledigt? Verliererthema? Falsch drauf? Es gehe allen gut, so wird gerne behauptet. Deutschland ist nicht nur im Aufschwung, sondern sogar im Boom. Die Wachstumsraten sind hoch, die Arbeitslosenzahlen (scheinbar) reduziert. Die Stimmung in den Unternehmen ist gut, der Exportwirtschaft floriert, die Konsumausgaben steigen.
Wenn bloß das nicht wäre: in Deutschland sind 16 Millionen Menschen von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Das bedeutet: jeder Fünfte in Deutschland ist von Armut bedroht. Wow! Die durchschnittliche wirtschaftliche Lage sagt womöglich nicht viel darüber aus, wie es einzelnen Menschen geht. Wenn einer 100 verdient und der andere 1, wäre das Mittel 50. Ob das etwas aussagt? Über die Situation der Alleinerziehenden, der Kinder? Ob es etwas über die Wohnsituation in den Städten und die dramatische Landflucht? Steuern und Abgaben sollen mal wieder entlastet werden, am besten so, dass es den Armen nutzt. Die Begründung des Solidaritätszuschlags ist entfallen. Also sollte er abgeschafft werden. Aber vielleicht nicht so, dass das nur den Reichen nützt..... wie? Sich eine passende Regelung zu überlegen, wäre Aufgabe der Politik. Dass viele Erwerbstätige in Deutschland inzwischen arm sind, liegt daran, dass sie vielleicht einen oder mehrere Jobs haben, die aber in Teilzeit oder im Niedriglohnsektor verankert sind. Sie können davon nur schwer leben. Fast 2,7 Millionen Arbeitnehmer gehen in Deutchland offenbar noch einem Mini-Job nach. Das bedeutet, dass mehr Armut nicht zwingend weniger Armut bedeutet. Jamaika ist vorbei. Doch die Fakten bleiben. 

Donnerstag, 30. November 2017

Identität und Suche

Ich habe das Folgende in einem alten Tagebuch gefunden. Ich durchforste diese Fundstücke gelegentlich, um Spuren meiner Existenz zu finden, um zu wissen, was mir wichtig war und welche Ziele ich erreichen wollte. Wie mein jetziger „Ist-Zustand“ sich dazu verhält. Wer ich war und wer ich bin......dies könnte durchaus auch Impulse für andere Menschen bieten (Impulse!, nicht Aufforderung zur Kopie!) Obwohl es mir scheint, als hätten sich die gesellschaftlichen Koordinaten stark verändert (In Richtung auf "Selbstoptimierung", Egomanie, Egoismus, Narzissmus...) 

„Für viele Personen in meinem Umkreis ist es eine Aufgabe, ohne dass sie sich dessen bewusst sind, als Person „reif“ und „erwachsen“ zu werden.  Der naive Kinderglaube hat die Anziehungskraft der sentimentalen „Romantik“. Sich entwickeln, emanzipieren ohne diese Möglichkeit zu verlieren, sondern sie zu integrieren, ohne ihr ausgeliefert zu sein, das wäre ein Ziel von Individuation. Ich selbst sehe es wieder mal persönlich, als meine eigene „Unio mystica“ . Wieso ist sie so schwer zu verstehen, teilt sie niemand?

Wie verschieden die Menschen doch sind, und wie wenig Ahnung wir voneinander und „vom Leben“ haben. Ist's nur Flachsinn, mangelndes Interesse? Missverständnis? Was geschieht mit uns? Ist da dumpfes Mitlaufen? Es scheint die bequemste Möglichkeit zu sein, bei irgendwas irgendwie mitzumachen. Doch diese Fragen wollen erarbeitet, erlitten sein.Wer ist im Zeitalter des vordergründigen Hedonismus dazu bereit? Derjenige nur, der aufgrund seiner Veranlagung dazu prädestiniert ist?

Dienstag, 28. November 2017

Microchip und Überwachung

Es wird doch überall dieser Chip propagiert, der direkt in den Körper (unter die Haut) eingesetzt werden soll. Die Leute, die dies tun, verkaufen sich als „ganz vorne“ in der Entwicklung. Die Öffentlich-Rechtlichen scheinen hierbei ganz krass zu sein in der Propagierung. Dabei sollte einem eines ganz klar sein: wem ein solcher Chip eingesetzt wird, der ist „höheren Instanzen“ wie zum Beispiel dem Staat total ausgeliefert. Per Chip kann nämlich ein komplettes Bewegungsprofil und noch viel mehr erstellt werden (per Identifizierung durch elektromagnetische Wellen), der kleinteiligen Überwachung scheinen keine Grenzen gesetzt. In Schweden sei bereits ein solches Pilotprojekt im Einsatz, so wurde in den Öffentlich-Rechtlichen geschwärmt.... (nun ja, Schweden.....“starker“ Staat, offenbar starker Antisemitismus etc. ….ob die überall Avantgarde sind?,... es darf gezweifelt werden)
Dabei scheint es auch keine Rolle zu spielen, ob dies zum gegenwärtigen Zeitpunkt möglich ist oder nicht. Lächerlich. Wenn es irgendwann (vielleicht bald?) möglich ist, wird das möglich gemacht. (Technisch gesehen ist das die kleinste Übung). Und zwar auch der Werbung, großen Firmen und ähnlichen Mächten, denen der „Bürger“ schon jetzt in ungünstiger Weise ausgeliefert ist. Dass sich Moderatoren von Nachrichtensendungen bei transatlantischen Organisationen (oft ein Wort für „einseitig amerikanisch beeinflusst“) ganz und als Mitglied von mächtigen Verbindungen besonders dabei hervortun und unter anderem Werbesendungen für Silicon Valley produzieren, die in herkömmlichen und öffentlich finanzierten Fernsehprogrammen gesendet und mehrmals wiederholt werden, macht die Sache noch offenkundiger. Das Bezahlen per in den Körper implementiertem Chip ist offensichtlich das Ziel der Finanzindustrie („die Zukunft des Zahlungsverkehrs“) und offenkundig auch des datengierigen Staates, der mit dem dauernd vorgebrachten Terrorismus-Verdacht seine Bürger immer perfekter überwachen will. Noch wird das unter „Verschwörungstheorie“ total abgetan. Doch vielleicht droht möglicherweise schon bald eine solche Totalüberwachung.  

Montag, 27. November 2017

Killer aus dem Weltraum

Asteroiden können globale Killer sein. Erst neulich flog wieder einer relativ dicht an unserer Erde vorbei. Noch knobeln Wissenschaftler daran, wie sie solche Asteroiden aufhalten könnten. Das A und O scheint dabei zu sein, dass man deren planetarische Bahnen rechtzeitig erkennt, so dass selbst kleinste Korrekturmaßnahmen ihre Wirkung zeigen. Zu diesem Zweck tonnenschwere Raumsonden zum Einsatz kommen. Kommt ein Asteroid näher, soll gezielt beschossen werden. Wenn ein größerer Asteroid doch näher an die Erde heran kommen sollte, würde beispielsweise ein nuklearer Sprengsatz zum Einsatz kommen. Das freilich könnte eine Art „Schrotflinteneffekt“ haben, d.h., dass sehr viele kleinere Teile auf die Erde regnen könnten, was schlimme Folgen haben könnte. In den nächsten paar hundert Jahren soll aber noch nichts auf uns zukommen, erklären Wissenschaftler. Aber was ist, wenn doch einer mal durchkommt?
„Kleinere“ Objekte von etwa 20 Meter Durchmesser sind etwa alle hundert Jahre zu erwarten. Solch ein Einschlag könnte immerhin ausreichen, um ganze Städte zu vernichten. Die Wissenschaftler beobachten zwar mit Teleskopen den Himmel, doch solch dunkle Objekte sind von der Erde aus schwierig auszumachen. Die Wissenschaftler entdecken trotzdem etwa 4 neue Asteroiden pro Tag. Es sind im Moment etwa 12000 Objekte identifiziert, die der Erde gefährlich werden können. Vor etwa 70 Millionen Jahren kam ein großer Asteroid durch die Atmosphäre, schlug auf der Erde auf und vernichtete die Saurier. Komplett. Das heißt, er vernichtete fast alles, was mit Leben im weiteren Sinne zusammen hing. Aus den paar kleinen Säugetieren, die übrig blieben, sind wir hervor gegangen. 

Samstag, 25. November 2017

Arbeit im digitalen Zeitalter

Ich lese, dass der Kardinal Marx sich vehement gegen das bedingungslose Grundeinkommen wehre. Und zwar mit dem Argument, dass die Arbeit zu der „Grundkonstitution des Menschen“ gehöre, der mit einem bedingungslosen Grundeinkommen keineswegs der Unterhaltungsindustrie ausgeliefert werden solle. Wahlweise ist an dieser Stelle bei anderen Diskussionsteilnehmern von der „Würde des Menschen“ die Rede. Aber gerade diese „Arbeit“ ist ja gerade das Problem. Wir fragen uns, in welcher Gesellschaft solche Leute wie der Kardinal leben. In der Realität ist es wohl doch so, das jemand, der 8 Stunden am Fließband arbeitet oder frühmorgens um 4 Uhr Zeitungen austrägt, dies tut, weil er Geld braucht und überleben will, aber keineswegs, weil er sich dadurch als Mensch selbst verwirklichen will oder sich dem Ideal des arbeitenden Menschen annähern will. Die Wirtschaft scheint das gut verstanden zu haben, indem sie die meisten Menschen mit möglichst billigen Löhnen erpresst (weil Löhne ja „Kostenfaktoren sind). Alles, außer Arbeit, stelle den Menschen nur ruhig, so das Credo mancher Gegner des Grundeinkommens. Selbstverständlich ginge es auch darum, das Bildungssystem so zu gestalten, dass es nicht nur willenlose Sklaven für den Arbeitsmarkt produziert, sondern dass es sich wieder mehr dem Ideal des selbstbestimmten Menschen annähert und die Menschen dazu führt. Das würde heißen, dass der Mensch lernen könnte, dass es außer der Arbeit durchaus noch mehr sinnvolle Beschäftigung geben könnte, etwa im Bereich der Familie, die ja von der politisch rechten Seite ja immer als bestimmende Größe gedeutet wird. Ziehen wir den Begriff dessen, was Familie“ bedeuten kann, etwas weiter, dann würde hierbei sogar eine Übereinstimmung herrschen. Darüber hinaus gäbe es aber auch genügend Betätigungen im Bereich des Musischen, des Politischen, des Kreativen und der Bildung, die den Menschen durchaus mehr zu demselben machen könnten, als entfremdete Arbeit. Es könnte zudem sein, dass in digitaler Zukunft der Begriff „Arbeit“ ohnehin ganz anders gefasst werden müsste, in dem nämlich der Kuchen dessen, was heute möglichst billig als Arbeit gekauft und verkauft werden soll, deutlich kleiner geworden ist. Sie wird nämlich genau das nicht mehr sein, was dem Menschen Selbstvergewisserung und Identität verschafft. Auch die spirituelle Betätigung in einem weiteren und der Kirche nicht immer genehmen Sinne, könnte durch eine solche Existenz besser ermöglicht werden.  

Donnerstag, 23. November 2017

Doppelter Boden

Was mich anödet: Die Medien, ansonsten geil auf jede Schlagzeile, berichten nicht (oder kaum) über die Doppelbödigkeit der Politik. Leute die tausende von Euros (auf eigenen Beschluss hin) überwiesen bekommen, beschließen jetzt, dass Hartz4 um 7 Euro erhöht wird. Spricht für sich. Die aktuell neu eingezogenen Bundestagsabgeordneten wollen ihr stolzes Salär keineswegs durch Neuwahlen gleich wieder aufgeben. Also wird frisch gegen Neuwahlen polemisiert. Mit abstrakten und staatstragenden Argumenten. Bei Seehofer kam einst immerhin heraus, dass er, der so gerne das Idealbild der traditionellen Familie propagiert, seiner Freundin im fernen Berlin ein Kind gemacht hatte. Das wurde irgendwie herunter gespielt und wie bei unzähligen Politikern zuvor mit staatstragenden Kommentaren bedacht: „Solange er seinen Job als Politiker macht, hat seine Privatsphäre niemanden zu interessieren“. Im Ausland haben sich hochmögende Politiker als schlimme Finger in dieser Hinsicht hervor getan. Hm. Zurück getreten und wieder gekommen. Hauptsache, gekommen. Verkörperte Doppelmoral, die gerne mit aufgeblasenen Worten schöngeredet wird.
Die Trennung von Privatem und Öffentlichem: okay. Ob es nicht aber Fälle gibt, in denen das obsolet geworden ist und die eine Sphäre durchaus mit der anderen zu tun hatte? Dass sich ganze Politikergruppen ins Puff fahren lassen, dass masochistisch orientierte Domina-Studios von gewissen Politikern wohlbesucht sind, dass Lover und die von ihnen ausgehenden Impulse das Alltagsgeschäft von gewissen Politikern durchaus geprägt haben mögen.... nun ja, das scheint alles hingenommen zu werden unter dem offiziellen Siegel der Trennung von Privat- und Öffentlichkeitsspäre. Ob es da manchmal Überschneidungen gibt, die durchaus kolportiert werden könnten? Und die Medien spielen da in Deutschland gerne mit. Verschwiegenheit um jeden Preis. S' ist so Tradition. Ob dies einem zu denken gibt? Dies alles könnte einem immerhin gerade in der derzeit obwaltenden Lage wieder bewusst werden.  

Mittwoch, 22. November 2017

Vermögensbildung

Es wird doch tatsächlich oft diskutiert, ob es gerecht und ein anstrebenswerter Zustand sei, wenn alle dasselbe verdienen? Natürlich nicht, so mag man da oft einwenden. Kommunismus soll ruhig das abschreckende Unwort bleiben. Gewisse Unterschiede liegen in der Natur der Sache. Oft führt die Diskussion dann auf die Frage zu, wie unter den Bedingungen der Globalisierung eine halbwegs sinnvolle Arbeitsmarktpolitik gemacht werden kann. Es geht dann oft um die Rolle der Gewerkschaften, die Frage nach dem betrieblichen Kündigungsschutz, die Frage danach, in welche Sektoren und zu welchem „Zwecke“ Investitionen oder Steuergelder allgemein ( als „Entschädigung“ für den Atomausstieg z.b. viele Milliarden an die Energiegroßkonzerne...) fließen. Es gab zudem den Vorschlag, Managergehälter ab einer bestimmten Höhe nicht mehr steuerlich absetzbar zu machen und sie in der Höhe ohnehin zu begrenzen. Die Frage ist am Ende, ob es den politischen Willen gibt, solche Dinge anzugehen... so scheinen derzeit nach dem „Jamaika“-Fieber solche Fragen ohnehin wieder in den Hintergrund gerückt zu sein, der Kandidat Martin Schulz scheint mit der Gerechtigkeitsfrage ohnehin Schiffbruch erlitten zu haben. Dabei gibt es auch Möglichkeiten, die keineswegs systemverändernd wirken müssen. Bei der Vermögensbildung gäbe es jedenfalls die Möglichkeit der international abgestimmten Steuerung und Regulierung. Vermögen? Nun ja, eine gewisse ungleiche Verteilung mag da durchgehen. Sie folgt der Logik des kapitalistischen Systems. Doch in Wirklichkeit sind die Verhältnisse extrem. 2% der Bevölkerung besitzen so viel wie 98% der Bevölkerung zusammen. Ob so etwas noch in der Logik des Systems liegt? Wenn in diesem Zusammenhang gestritten wird, dann höchstens über die Höhe dieser Zahlen, die natürlich angezweifelt werden. Es scheint insgesamt aber vielmehr auf die Größenordnungen anzukommen. Ob dabei etwas geändert werden müsste?  

Dienstag, 21. November 2017

Umstrukturierungen

Ich wundere mich über ein Blatt, dessen Artikel mir früher einigermaßen empathisch und zumindest sozial mitfühlend vorgekommen waren. Jetzt lese ich dort einen Artikel, der die von mir in den letzten Jahren wahrgenommene Richtungsänderung aufs Schlimmste zu bestätigen scheint. Gerade hymnisch wird dort ein Firmensanierer als „Retter“ gepriesen, dessen Leistung es zu verdanken sei, dass das in betreff stehende Unternehmen überhaupt noch existiere. Dass er die Belegschaft dabei um die Hälfte reduziert hat, ist nur einer Nebenbemerkung zu entnehmen. Man scheint sich also an dieser Stelle ganz der Logik der neoliberalen Marktwirtschaft ergeben zu haben, die den Menschen ausschließlich als Kostenfaktor sieht, der das Fortkommen eines Unternehmens mindestens verlangsamt, wenn nicht gar unmöglich macht. Ob wenigstens ein oder mehrere relativierende Sätze da angebracht gewesen wären? Ob man hätte wenigstens andeuten können, dass hier eventuell Schicksale von Einzelnen dahinter stehen könnten? Menschen? Durch „schwierige Zeiten“ habe der Rettungsbringer die Firma auf diese Weise hindurch bringen können, so feiert der Artikel weiter. Es sei durch Krisenjahre und Umstrukturierungen hindurch in Richtung auf neue Profitabilität gegangen, dank der unerbittlich führenden Heilsfigur. 

Montag, 20. November 2017

Bild der Wirklichkeit

Ich habe den „Presseclub“ gesehen. Wieder einmal habe ich den Eindruck, dass da immer dieselben Figuren auftauchen und sich in der Sonne ihrer Wichtigkeit sonnen, indem sie geschwätzige Kommentare abgeben und durcheinander reden. Es wird genau so weiter gehen, so ist zu vermuten, in neuer alter Zusammensetzung. Die Montagsshow diskutiert anlässlich der „Paradise Papers“ über die Steuerung von Steuerverhältnissen, wobei – zu recht oder zu unrecht – mal wieder die Firma Apple als Hauptverdächtiger und Oberschurke ausgemacht wird. Immer „die anderen“, natürlich. Beiläufig verrät dann der Moderator, dass er sein neues Apple Iphone noch nicht ausgepackt hat. Es wird sodann über Verkehr und Abgasvermeidung diskutiert. Es ist nun zu erfahren, dass derselbe Gesprächsleiter ein SUV fährt...... Wer genauer hinschaut, wird ohnehin feststellen dass so manche als „oberwichtig“ eingestufte Person auch in einem gewissen Verdacht steht..... aber es gilt in einem Rechtsstaat ja die Unschuldsvermutung.... Es folgt die Dienstagstalkshow, dann die Mitwochsshow, am Donnerstag...usw. Das Wochenende ist natürlich frei. Bis auf den „Presseclub“ und „Anne Will“. Die Besserverdienenden, Tonangeber und Wichtigs scheinen dabei ein Bild von der Wirklichkeit nach ihrem Geschmack zu formen, wobei „die Presse“ von ein paar oberwichtigen Gesichtern repräsentiert wird, die selbst sehr offensichtlich nicht damit zurecht kommen, wenn „Ungeübte“ nach ihrem Geschmack nicht schnell genug auf den Punkt kommen. Ob wir nicht auch einmal neugierig darauf wären, was ein paar bisher noch nicht dauernd gesehene Gesichter dazu zu sagen hätten? Ob weniger betuchten „Betroffenen“ auch jenseits gewisser Alibifunktionen hier auch einmal Platz eingeräumt werden müsste? Ob das immer oberunterhaltsam sein und in einem gewissen, dafür eingeräumten Zeitraum, geschehen muss? Die Quote, ja die Quote! Ob dies ganze Theater zu einem gewissen Unmut darüber beiträgt, was sogenannte „Eliten“ aufführen und inwiefern sie glauben, für andere sprechen zu sollen? Ob sich ein Gefühl der Inszenierung einstellt, das bei unseren Fernsehspielen, die sowieso immer dieselben Schauspieler in den Vordergrund stellen, schon längst gang und gäbe ist? Es sind ja nur Fragen, die sich einem stellen...... 

Samstag, 18. November 2017

Individuum, Gesellschaft & Bewusstsein

Wir blicken um uns und sind aus dem Moment heraus erstaunt. Später versuchen wir, uns das Schauspiel um uns herum zu erklären. Jetzt habe ich etwas dazu aufgeschnappt, das mich stark angeregt hat, - denn: In der Zivilisation haben wir es allzuoft mit standardisierten Menschen und weniger mit einer Vielfalt zu tun. Es ist nicht korrekt, es ist nicht schön: die Stanze herrscht, die Gleichmachung in den Köpfen. Sozialisation. Dressur. Training. Das sich klar zu machen, mag manchmal schwierig sein, besonders weil wir uns selbst natürlich für ganz etwas ganz Besonderes halten. Aber der Einzelne läuft dauernd Gefahr, sich in einer Funktion oder in einem Status aufzulösen. So kommt die „Persona“, wie es der Psychologe CG Jung vor gefühlt 100 Jahren schon formulierte, oft ins Gehege mit der Entwicklung eines eigenständigen Selbst. Dafür mag auch der bekannte Satz eines Dichters aus vergangenen Jahrhunderten stehen: „Wir werden als Originale geboren und sterben als Kopien“.
Heute jedoch scheint es so: Die Persönlichkeitsentwicklung bei gewissen Naturvölkern gründet sich vor allem auf empathische Zuwendung (Ob wir von ihnen etwas lernen sollten?). Für sie hat diese Persönlichkeitsentwicklung mit Beziehung zu tun, mit dem Versuch, mit anderen oder der Natur in einen Austausch zu treten. In einen nicht competitiven Austausch, also nicht in einen Wettstreit um das größere „Wachstum“! Es könnte gelten: „Gehe völlig nach außen, aber kenne dich selbst und nimm die Folgen deiner Handlungen auf dich“. Das trifft auf die Verbundenheit des Einzelnen und der Gesellschaft zu und führt zu der damit verbundenen Verantwortung für das eigene Sein. Mit einer Geisteshaltung, die sehr selbständig und ungebunden sein kann, bleiben wir also gebunden: empathisch gebunden.
Unsere Zivilisation aber produziert Persönlichkeiten, die sich auf stereotypische Weise gegen empathisches Erleben wehren und dadurch grundsätzlich voneinander isoliert sind. Hier ergeben sich viele Paralellen zu dem modisch gewordenen Begriff "Neoliberalismus", dessen Auswirkungen unsere Wirklichkeit auf vielerlei Art prägen. Da die Rollenspiele in unserer Gesellschaft auch dem öffentlichen Verhalten gelten, produzieren sie ein scheinbar der Gemeinschaft gewidmetes Leben. Aber in Wirklichkeit wird unter dem Deckmantel des gemeinschaftlich Gesinnten der Gesellschaft Gewalt angetan. Das sich öffentlich Geben und Aufspielen ist eine Verdinglichung.
Unser Bewusstsein nimmt dies als eine universale Art des Seins an und die Identifizierung des Ich mit Äußerlichkeiten führt zu einem Verhalten, das dem Besitz von Dingen dem gleichsetzt, wer man ist. Es entfernt den Menschen von der Realität. Es führt unter anderem zu zerstörerischen und gewalttätigen Kriegen. Es führt auch zu einer grundsätzlichen Unverantwortlichkeit dem Menschen gegenüber. 

Freitag, 17. November 2017

Wer und Wo?

Ich frage mich, was für ein soziales Klima das schafft, wenn nicht erst nach den „Paradise Papers“ offensichtlich ist, dass sich allüberall Reiche mit tausend Tricks und Anwälten dumm und dämlich verdienen, indem sie ihren Steuersatz in Richtung 0 % drücken, während der Normalbürger brav seine Steuern zu zahlen hat. Wie redet man sich das etwa in den USA schön? Und hier? Wenn die unteren Lohngruppen vom sogenannten konjunkturellen Aufschwung praktisch gar nicht profitieren, während die oberen überdurchschnittlich abkassieren. Wenn Manager Jahresgehälter im Millionenbereich beziehen, selbst wenn sie offensichtlichen Misserfolg bis hin zur Insolvenz haben, während ihre Facharbeiter mit einem Bruchteil eines solchen Lohns über die Runden kommen sollen. Noch nie war der Billiglohnsektor so groß wie heute, noch nie waren so viele Menschen am Existenzminimum, noch nie drohte derart intensiv die Altersarmut großer Schichten. Was für ein Klima schafft dies? 
Mir scheint, dass da etliche Dinge schief laufen, ob sich nun eine „Jamaika“-Koalition einigt oder nicht. Es scheint mir auch eine Spielart der „Fake News“ zu sein, wenn wir hinaus schauen und überall nur großartige und erfolgreiche Verhältnisse sehen sollen. Ja, gewiss, das Wachstum, die Jobs, die marktkonforme Demokratie, die Industrie, die großen Limousinen und all die wirtschaftlichen Erfolge: Die Schattenseiten freilich werden allzu offensichtlich abgeblendet. Ich verstehe noch nicht die Logik, nach der es die gesellschaftliche Polarisierung auf allen Gebieten geben muss. Ist das eine Art Selbstentfaltung? Soll hier die Gier als eine Art Urtrieb des Menschen und seiner Gesellschaft gedeutet werden? Ist das im Sinne eines Neoliberalismus, wie ihn etwa Hayek und Friedman gepredigt haben? Soll es dadurch in Richtung eines Fortschritts gehen? Fortschritt für wen? Wollen wir uns es leisten, dass nur bestimmte Menschen etwas von diesem Fortschritt haben sollen? Wollen wir es uns leisten, das bestimmte Menschen weitgehend ausgegrenzt sein sollen von Chancen und Teilhabe? Dass eine übergroße Spreizung der Besitzverhältnisse fatale Folgen haben kann, wurde ja inzwischen "wissenschaftlich" untersucht. Soll von dem allem ein Anreiz ausgehen? Welche Auswirkungen könnte so etwas auf das Ganze einer Demokratie haben? Wollen wir solche Probleme auch verschleppen und schönreden, wie etwa das einer Steuergerechtigkeit in breiten Kreisen, - auch der EU? Wo stehen wir? Wer sind wir? Wollen wir zusammen etwas unternehmen? Soll das eine Gesellschaft sein oder werden oder gewesen sein?