Reise durch Wirklichkeiten

Samstag, 31. Juli 2021

Körpergefühle - reloaded

Was ist mein Körper? Ein Organ des Gesamten? Mein Alter Ego. Mein Ich. Welche Inhalte und Rechte soll ich ihm einräumen? Woher kommt es, dass ich so faul bin? Ist der Körper ein Teil von mir und bin ich ein Teil von ihm? Ist er Natur? Wie sehr darf ich ihn dann „bearbeiten“, manipulieren? Diese Fragen stellen sich mir pro Lebensabschnitt neu. Wie erlebe ich überhaupt Lebensabschnitte? Kann es sein, dass ich mit zunehmendem Alter meinen Körper intensiver erlebe? Fest steht, dass ich ihm nicht entkommen kann, die alte christliche Mär‘, dass ich mich von ihm lösen könnte, stimmt nicht. Jedenfalls nicht für mich. Es scheint bei mir ohnehin alles viel chaotischer zu sein als bei anderen Leuten. Ich war z.b. nie gut darin, unbefriedigende Zustände zu beenden und entschlossen, etwas Neues anzufangen. Ich bin nicht entscheidungsfreudig. Aber hatte ich mit meiner Phantasie nicht viel zu viel schon durchschritten, was mir selbst als „neu“ gelten könnte? Ob daraus zu viel Unzufriedenheit entstand? Im Vergleich zu anderen Leuten freilich habe ich dagegen eine gewisse Resilienz entwickelt…..

Freitag, 30. Juli 2021

Spiele

Diese trotz aller Katastrophen gut gelaunte und von seiten der „Moderatoren“ stets lächelnde Show geht immer weiter: Olympia in Tokio scheint mir auf dieselbe Weise vonstatten zu gehen wie die Art, in der die Provinz Fukushima „saniert“ wird. Als ein Meer voller Lügen, deren Summe vor allem große wirtschaftliche Interessen bedienen und eine heile Welt suggerieren soll. Ins Bild passt da, dass ein Hauptsponsor die vorbereiteten Clips rund um Olympia nicht mehr senden will, ja, manche Quellen schreiben sogar, dass er als Hauptsponsor aussteige. Geradezu beschämend finde ich da, wie die Journalisten dieses Spiel der Spiele mitgestalten und sich gut gelaunt zum Komplizen dieser Spiele machen, die ja wohl durch Dopingvergehen, Sperren ganzer Verbände und rassistische Ausfälle gekennzeichnet sind. So lässt man sich etwa in den Schwimm- und Leichtathletikdiszipinen zu jener naiven Begeisterung hinreißen, die unreflektiert und peinlich wirkt. Es steht nämlich bei nahezu jeder Leistung die Vermutung des Doping im Raum zu stehen, des so herbei geführten unlauteren Wettbewerbs, was von rechtlich undurchsichtigen Institutionen und „nachsichtigen“ Funktionären dann jeweils mit Jahresstrafen geahndet und die betreffenden Athleten dann nach „Verbüßung“ ihrer Strafe des Ausschlusses wieder fröhlich ihren Wettkämpfen nachgehen lässt. Das Gros der Journalisten, das sich im besten Falle noch in einem Dilemma wähnt, scheint das alles mitzuspielen, ja, es scheint sogar zur showmäßigen Ausgestaltung solcher unlauterer Wettbewerbe einiges beizutragen. Als Rechtfertigung gilt dann bei ihnen plötzlich der Rechtsstaat und seine Unschuldsvermutung.

Donnerstag, 29. Juli 2021

Dämonen

Eine Sportlerin mit großen Siegesaussichten und ganz klar an der Spitze der Leistungspyramide hat bei den Olympischen Spielen mitten in der Darbietung ihrer Großartigkeit den Wettbewerb aufgegeben, weil sie den mentalen Druck der, wie sie es anscheinend bezeichnete, „Dämonen“, nicht mehr aushielt. Auch dies scheint mir wieder einmal ein Beispiel dafür zu sein, wie Masken verrutschen und öffentliches Auftreten mit persönlichen Dispositionen kollidieren. Die Inszenierung fällt für einen kurzen Moment aus dem Rahmen, die Fassade schöner Leistung zeigt Risse und bröckelt, der Schein verdeckt die Realität nur ungenügend. Nachdem Funktionäre seit Jahren offenbar mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln beweisen wollen, wie bestechlich sie sind, zeigt nun auch die Ebene der Sportler erste Risse, die im allgemeinen Gebot „The Show must go on“ wohl untergehen werden. Hauptsache, die Einschaltquoten stimmen, denkt wohl die olympische Journalisten-Entourage. Doch scheinen mir auch diese Vorgänge mal wieder ein Spiegel der Gesellschaft zu sein: einzelne Menschen kommen nicht mehr mit mit den Anforderungen, die an sie gestellt werden. Ihr Nervenkostüm blockiert angesichts der Erwartungen, denen sie sich gegenüber sehen. Ob sich hinter gewissen „Dämonen“ die Interessen großer Konzerne verbergen? Im Falle der hier besprochenen tapferen Sportlerin könnte es so gewesen sein. Wer weiß? Es bleibt ein seltsamer Vorgang, der nicht so recht in die Olympische Realität passt, die durch Corona sowieso angeschlagen ist.

Mittwoch, 28. Juli 2021

Valerie (29)

Da war die persönliche und gleichzeitig höchst erotische Ausstrahlung, was ja wohl etwas Kollektives hat und was durch die Stilisierung des Posters auf die Spitze getrieben schien. Vielleicht zielte das auf ein Bedürfnis vieler Männer, - und er fühlte sich als einer von vielen. In seinem Falle aber ging das über diesen kleinsten gemeinsamen Nenner aller Männer hinaus und wirkte auf alle Sinne anregend, war nicht wie jene Titelbilder gewisser Illustrierten oder die Girls gewisser Fernsehserien eine Spekulation auf den Unterleib, klar und einfach. Es war vielmehr ein Geheimnis, das ihn reizte, ein funkelnder Edelstein jener Träume, die ihn manchmal tagsüber, manchmal aber auch nachts überfielen. Immer, wenn er bei Frauen war, hatte er dies gesucht, was ihm nun schlaagartig klar wurde. Er kam sich vor wie eine Figur aus einem billigen Trivialroman. Die Häuser wurden nun immer nobler – und schließlich bat sie ihn, vor einer dieser Villen zu anhalten. „Wohnen da deine Eltern?“ fragte ich. „Nein, eigentlich nicht, aber steig’ doch aus, wir sind da“ meinte Valerie und kramte in ihrer Tasche, wahrscheinlich einen Schlüssel suchend. Ohne weiteren Kommentar ging sie schließlich auf das schmiedeiserne Gartentor zu, das etwas von einer kunsthandwerklichen Protzigkeit, von gestaltetem Geltungsbedürfnis hatte, was in ihm leistes Unbehagen auslöste. Dies besonders, nachdem er auf die in einiger Entfernung liegende Villa starrte, die dasselbe Flair ausstrahlte. „Das also ist deine Studentenbehausung“ stellte er fest und spielte ein bisschen Verwunderung. „Ach Quatsch“ meinte sie. „Diese Wohnung hat mir ein Freund für ein paar Wochen überlassen. Ich hätte auch in ein Hotel gehen können, aber ich wollte meine Ruhe und hab’s deswegen so eingerichtet“

Montag, 26. Juli 2021

Verlorenheit (Songtext)

VERLORENHEIT Sie sitzt vor Dir und ist nicht mehr da da war einer zuviel, das siehst Du jetzt klar Ich spüre plötzlich: ich bin alleine ich brauch' zu viel Worte dafür, was ich meine Die kleine Nabelschau, sie ist zu Ende was bleibt, sind ein paar ausgestreckte Hände es ist jetzt spät, da war nichts in schwebenden Gedanken, aus Worten spricht's: bin arg versackt und habe versagt als Brückenbauer die Antwort wurde leise und immer lauer sie war im Zuspätkommen sehr zufrieden da ist einer zuviel, Du spürst das plötzlich es ist zu spät und du bist alleine hast Dich schließlich zu sehr angedient

Sonntag, 25. Juli 2021

Wo wir stehen

Ein paar grundlegende Gedanken sind uns durch den Kopf gegangen: Die Kapitalisten und ihre modernen Vertreter, die Manager und Geschäftsführer, sind nur die Rücksichtslosesten, die Brutalsten, Gerissensten, die Tückischsten und Gierigsten, die es innerhalb des als legal definierten Parketts (was in Wirklichkeit die Kür des Könnens ist, - und nicht das Kriminelle) gibt, die sich in diesem Sinne immer mehr entwickeln und ganz nach vorne an die Spitze zur Elite kommen (ohne Rücksicht auf Verluste). Sie sind Menschenführer, die im Wettbewerb stehen, die "competetive“ sind. Nach einer Phase der Leistungsgesellschft bekommen die Manager derzeit ihr maßlos überhöhtes Gehalt dafür, das sie rücksichtslos sind und mit anderen Menschen wie mit Zahlen und Dingen umgehen, sie ins Elend stürzen, sie entlassen und als Kostenfaktor behandeln. So müsste man sie sehen. Da sie aber die Wirklichkeit und die Deutung der Wirklichkeit durch die Medien kaufen (!), werden sie überall als die Helden dieser Wirklichkeit abgebildet, verherrlicht und interpretiert. Sie werden verherrlicht und als Bestimmer alles Seienden gefeiert. Wo da die Bestimmerinnen bleiben? Ob sie etwas speziell Weibliches beizutragen haben oder ob sie sich in ihren Kostümen nur besonders gut an den Betrieb anpassen konnten?

Freitag, 23. Juli 2021

Sprachachtsamkeit

Ob wir nicht manchmal aus der Haut fahren sollten? Jemanden anbrüllen? Es gibt wohl Argumente dafür. Genauso viel Argumente scheint es für achtsamen Umgang miteinander zu geben, für Rücksicht und Empathie. Ob das eine das andere ausschließt? Vielleicht ist ja die harte Meinung, das klare Benennen von schlechten Zielen an die Adresse derjenigen angezeigt, die vorgeben „gestalten“ zu wollen und damit „Macht ausüben“ meinen. Vielleicht ist hier auch manchmal Zorn angesagt. Denn diese Personen wollen ja letztendlich auch Macht über uns ausüben, wir sind durchaus persönlich betroffen. Zudem soll die Spache „gereinigt“ werden. Per Order de Mufti sollen neben Genderbemühungen und anderem auch Ausdrücke wie „Milchmädchenrechnung“ oder „Not am Mann“ getilgt werden. Dass es bei der Sprache immer um gemeinte Bedeutung geht und nicht nur um die Dominanz, die durch ihren Gebrauch ausgeht, das wird hier im scheinbar pädagogischen Ehrgeiz ignoriert. „Keine generischen Maskulina“ mehr, keine Diskriminierungen mehr, die etwa die Unterschiede zwischen Menschen betonen könnten. Ob es bald eine Sprachpolizei geben wird? Ob sie für jede Situation die Wendung „Das kann ich verstehen“ empfehlen wird?

Donnerstag, 22. Juli 2021

Es wird brüchig

Die Reichen werden reicher, die Armen immer ärmer. Es ist dies ein geflügeltes Wort, scheint mir aber gerade in diesen Post-Corona-Zeiten (?) ziemlich verdrängt zu sein. Nicht da. Zu oft wiederholt. Gemeinplatz. Und was machen die andern? Die Vielen? Die einmal die klare Mehrheit ausgemacht haben, zumindest in diesem Land? Der Lebensstandard vieler Angehöriger der Mittelschicht bewegt sich auf einer Abwärtskurve. Selbst mit einem guten Gehalt kann man sich heute in deutschen Großstädten kein Eigenheim mehr leisten, auch auf dem Land steigen die Lebenshaltungskosten, während traditionell angelegte Ersparnisse (Sparbuch, Bausparvertrag, Lebensversicherung, Betriebsrente) an Wert verlieren. Und dann kommt bei vielen auch noch das Empfinden hinzu, dass sie nicht mehr reden, witzeln, sein dürfen, wie sie wollen, dass allerorten gesellschaftliche Stoppschilder aufgestellt werden. Verbote sollen regieren? Dass über die Sprache reguliert werden soll, scheint da insgeheim Konsens. Gerade die (öffentlich-rechtlichen) Medien tun sich hier als besonders eifrig hervor. Wer nicht in Übereinstimmung damit handelt, wird sanktioniert: Gendersprache wird jetzt durchgesetzt, man will ja nicht rassistisch oder sexistisch sein. Der Boden wird also gleich an zwei Stellen brüchig. Mir schwant: Diese Verbindung von Ökonomie und Kultur facht den Unmut vieler Menschen nach ihrem "Urlaub" erst noch richtig an. Und manchmal genügt ein Sparwitz als Funke, um eine Protestfackel zu entzünden.

Mittwoch, 21. Juli 2021

Inszenierung

Tatsächlich leben gewisse Entscheider in dieser mitteleuropäischen Gesellschaft in einer Wahrnehmungsblase, in der sie unter anderem damit beschäftigt sind, anderen Menschen Betroffenheit vorzuspielen und ihnen ein Gefühl der Zufriedenheit mit den von ihnen verwalteten Verhältnissen zu suggerieren. Hin und wieder verrutscht dieser Gestus, diese Maske, etwas. Die Langsamkeit und bürokratische Bräsigkeit, mit der zb. auf bevorstehende katastrophale Ereignisse hingewiesen wird, mag solch ein Fingerzeig sein. Kurzatmiges Schönreden der meist überhonorierten „Entscheider“ mag da auch nicht durchweg helfen: es ist zu merken, dass der Anzug, die Maske verrutscht ist. Abgehobenheit und Abstand werden dadurch deutlich. Aber nur die wenigsten ihrer „Wähler“ bemerken das und deuten das kritisch. Man muss an das Gute glauben ("Be positive") und alles andere ausblenden, so noch immer ein Glaubenssatz derer, die sich so etwas leisten können. Es ist diese „Wirklichkeit“ komplett eine Inszenierung, an die die Vielen in „Wohlstand“ Lebenden nur zu gerne glauben. Dafür werden dann eigens dafür entwickelte Mechanismen entworfen, wie das „Lieferkettengesetz“, das meiner Meinung nach zur Beruhigung und zum Nutzen „der Wirtschaft“ entworfen wurde. Menschenrechte müsste man sich leisten können: hierzulande scheint man das nur unzureichend zu tun. Alle Abläufe wurden jahrelang auf wirtschaftliche Effizienz und privatwirtschaftlichen Profit getrimmt. Der Nachteil für das Ganze, ob man das Gemeinschaft, Staat oder sonstwie nennt, stellt sich nicht erst jetzt heraus.

Dienstag, 20. Juli 2021

Valerie (28)

München war ganz Alltag, von Rot auf Grün schaltende Ampeln, in hektischer Wichtigkeit für promenierende Gesichter. Für allerorten ablaufende Geschäfte, - es war Spätnachmittag wie in jeder mitteleuropäischen Großstadt auch. Doch dies erzeugte nicht seine Gleichgültigkeit, wie sonst, sondern weckte Interesse, Offenheit. Valerie dirigierte ihn durch die Stadt, sicher und bestimmt: er fuhr nicht ein einziges Mal fehl. Sie war imstande, ihn immer wieder anschaulich und rechtzeitig darauf vorzubereiten, wenn es irgendwo abzubiegen galt, - und das lässig lächelnd. Sie fuhren eine lange Straße entlang, die auf eine große Werbefläche zuführte, mit mehreren Bildern nebeneinander. Je näher sie kamen, desto mehr glaubte er, auf einer dieser Werbeflächen Valerie erkennen zu können. Es war Werbung für einen Kinofilm. Auf dem Hintergrund eines blauen Himmels war das Gesicht eines Mädchens mit braunen Augen zu sehen, wobei ihr der Wind einige Haarsträhnen ins Gesicht zu wehen schien. Das ganze Poster war auf die Lippen des Mädchens zugeschnitten, es war Mittel- und Ausgangspunkt seiner Werbewirksamkeit und hatte seine Aufmerksamkeit als erstes erregt. Unwillkürlich blickte er sich nach Valerie um, die freilich keinerlei Regung zu zeigen schien. Die Ähnlichkeit mit ihr war höchst frappierend, aber vielleicht waren es auch nur diese Lippen, die ihm diesen Eindruck verschafft hatten. Sie hatten ihm ja auch an Valerie als erstes so gefallen.

Montag, 19. Juli 2021

"Rücksicht" - Reloaded

Rücksicht, besonders im Verbund mit einer gewissen Höflichkeit und Respekt, scheint als Wert nicht mehr zu existieren. Dagegen gesetzt wird allzu oft der Wert „Durchsetzungskraft“, der eine „Freie Marktwirtschaft“ besonders auszuzeichnen scheint. Ist eine solche Betrachtung moralistisch? Moralinsauer etwa? Moral ist natürlich nicht erlaubt. Gezielt zuschlagen ist dagegen erlaubt. Besonders gegen diejenigen, die sozial unterlegen sind. Damit alle davon profitieren, so behauptet manche Stimme. Selbst schuld!, so etwa das turboschneidige Verdikt. Trickle-down-Theorie, ich hör‘ dir trapsen! Neulich auch im Kreisverkehr: wer ausfahren möchte, sollte eigentlich blinken, damit andere merken, dass sie einfahren können. Tun bloß immer weniger Leute: Hauptsache, ich komme durch! Ich, das heilige Ego! Das zeigt den Alltag, der auf Rücksichtslosigkeit ausgerichtet ist. Natürlich nicht „offiziell“, sondern „inoffiziell“, weil die Menschen (und mit ihnen diejenigen, die sich besonders menschenfreundlich geben!) über viele Jahre hin zum Egoismus erzogen worden sind, weil Person und Persönlichkeit zugunsten eines (Kosten-)faktors nicht mehr gilt. Die Macht des Stärkeren gilt in einem Maße, das Charles Darwin damals gleich gar nicht gemeint hat.

Sonntag, 18. Juli 2021

Werden, geworden

Ob man bereits ein "alter weißer Mann" geworden ist und sich dafür verlachen lassen muss? Man könnte davon berichten, wie man mit seinem Kadaver durch die Welt kommt, wie man sich fragt, was Ich ist, was das Ego sein könnte, was man erreicht hat und was nicht, man könnte Zwischen- und Endbilanzen ziehen, das Scheitern beschreiben, auch anhand von Bildern eines hoffnungsvoll in die Welt hinausblickenden Individuums, den Ausgangspunkt umkreisen (das Spiel heißt „Zurück zum Ausgangspunkt"), als man jung war (das ist relativ), man ist GEWORDEN, ohne dass man dauernd Ballast aus der Vergangenheit mit sich herumtragen und verarbeiten müsste, man könnte heute aus größerer Entfernung sehen und erkennen, in welcher Umwelt man aufgewachsen ist, was einem vermittelt wurde, was man wie selbstverständlich als "Normalität" übernommen hat.....

Samstag, 17. Juli 2021

Baustelle (Text)

Baustelle Jeder ist für sich alleine Betäubung ist eine schöne Sache aber du bist austauschbar Nur ein Auswechselspieler deine kleine Seele muss nur Dich interessieren (aber das massiv!) öffentliche Masken Stellvertreter keiner kennt den andern überall nur Fragen wer will da schon genau hinsehen? Das ist obszön Positive Thinking überall dabeisein, mitziehen rechtsüberholen Lichthupe hier komme ich wer hat mehr unter der Haube ich bin der Größte dabei bist Du nur der Größte in Dir. Alles eine Frage der Perspektiven Du bist eine Baustelle eine Aufgabe und unfertig zeitweise stark zeitweise schwach zeitweise schwarz zeitweise weiß

Donnerstag, 15. Juli 2021

Expertokratie

Sehe ich mir anlässlich des grassierenden Wahlkampfs die Parteiprogramme an, so drängt sich mir der Eindruck auf: Man hält die eigenen Wähler offensichtlich für ziemlich doof. Selbstverständlich werde ich hier keine Namen oder Adressen nennen! Mir drängt sich nur der Eindruck auf, dass dies eine Folge dessen sein könnte, dass der Hang besteht, alle wichtigen Fragen an sogenannte „Experten“ zu delegieren, die sich freilich untereinander auch nicht einig sind und zum Teil sich radikal widersprechende Meinungen vertreten, woraus dann allgemeine Apathie resultiert. Weil die Welt so unübersichtlich geworden ist, wird wohl vieles an „Experten“ delegiert, die so etwas wie eine „Expertokratie“ schaffen. Ob solche „Experten“ freilich bewusst oder unbewusst in einem bestimmten Interesse handeln, wird ausgeblendet. Es haben sich ja in jüngster Zeit anhend der Pandemie überzeugende Beispiele dafür abgespielt. Gewisse „Experten“ schienen von einem „reinen“ Bild der Wissenschaft auszugehen, das von keinerlei Interessen getrübt ist. Dabei ist es doch inzwischen ein Gemeinplatz, dass nahezu jede Studie, jedes „Gutachten“ in einem bestimmten Interessen „Gekauft“ werden kann, ja, dass es unter Umständen von vornherein von bestimmten Interessenvertretern „angefertigt“ worden ist. Dies nun ihrem Wahlvolk als „wissenschaftlich“ zu verkaufen, dafür strengen sich die meisten Politiker offenbar an. Dabei scheint mir schon vom Ansatz her ein Missverständnis vorzuliegen: Wissenschaft gewinnt keine in Stein gemeißelte und für die Ewigkeit gültige Erkenntnisse, sondern ihre Erkenntnisse können und müssen sich manchmal wandeln. Was heute gilt, kann morgen Unsinn sein.

Mittwoch, 14. Juli 2021

Valerie (27)

Zu seiner Überraschung schien sie auf seinen Vorschlag eingehen zu wollen. Man könne ja noch einen Kaffee zusammen trinken, meinte sie. Er versuchte von nun an, seiner vermeintlichen Vertreterexistenz gerecht zu werden. Es war egal, früher oder später würde er ohnehin seine alberne Maske fallen lassen. Sie hatte bestimmt schon länger ihre Zweifel und würde davon nicht sonderlich schockiert sein, - oder gar amüsiert reagieren, das war ihm klar. Seine Existenz als eine Art Schriftsteller musste einer Studentin ohnehin viel sympathischer erscheinen, als die eines Vertreters für Glühlampen. Es fiel ihm auf, dass sie auch nicht mehr von der Universität und dem Drumherum erzählte. Man kam auf die jeweilige Lieblingslektüre zu sprechen und stellte etliche Gemeinsamkeiten fest. Unter anderem hatte sie viel Lyrik gelesen, wirklich gelesen und er konnte es sich nicht verkneifen, sie zu frage, ob sie Francois Villons „Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund“ kenne. Sie lächelte und hatte ihn verstanden, dessen war er sich sicher. „Klar kenne ich’s. Ich kann mich sogar an einzelne Zeilen erinnern. Die Übersetzung finde ich übrigens gut“. Er dachte weniger an die Übersetzung als vielmehr an die Umsetzung dieses Textes. „Hast nur den Mund noch aufgespart für mich, so tief im Haar verwahrt“. Es fiel ihm auf, dass sie in einem roten Auto saßen, das jetzt gerade viel zu langsam war. Die Kilometer, die unter ihnen hinweg flogen, waren in Wirklichkeit viele Meter, die ihn von etwas tennten, was er sich in den Kopf gesetzt hatte.

Dienstag, 13. Juli 2021

Demokratie und Markt reloaded

An das Folgende erinnere ich mich aus Vorlesungen und mische es mit aktuell Gelesenem, mit Notizen oder am Bildschirm Verfolgtem: Als Maxime gilt die Stabilität sozialer Systeme: was sich akademisch anhören mag, hat alltägliche Folgen: Der Bürger solle sich ruhig verhalten, so die Parole. Er dürfe ja alle vier Jahre seine Stimme abgeben und solle ansonsten die Sache der Gemeinschaft „den Profis überlassen“, wie es z.b. Christian Lindner ausdrückte. Wie verhält sich wohl eine solche Einstellung mit der Vorstellung des „mündigen Bürgers“? Die Demokratie beruht ja auf der Voraussetzung, die sie selbst herstellt: den mündigen Bürger. Dem stehen hohe Bestechungsmechanismen (Lobbyismus?), Stbilitätsbestrebungen ("alles so, wie es ist....) und zahlreiche kurzfristige hedonistische Vergnügungen gegenüber ("Zeitvertreibungsmaschinen"). „Es ist bequem, unmündig zu sein“ meinte ein großer deutscher Philosoph dazu. Ob es um die Voraussetzungen einer Mündigkeit geht, ob es um die Kontrolle von Herrschaft und die Unterwerfung der Staatsapparate unter den Willen der BürgerInnen geht? Oder ob das in unserer heutigen Realität weitgehend ausgeblendet erscheint?. Einzele würden die Komplexität der gestellten Aufgaben keinesfalls überblicken, so das heute oft vorgetragene Credo. Die Idee des "mündigen Bürgers" habe sich in vielerlei Hinsicht überlebt. BürgerInnen hätten weder das Wissen noch die Interessen zur Mitbestimmung. Sie seien gekennzeichnet durch Ignoranz, Apathie und Vorurteile. Sie hätten einen eklatanten Mangel an Denk- und Handlungsfähigkeit. Die breite Öffentlichkeit bestehe aus unwissenden und lästigen Außenstehenden, deren Rolle in einer Demokratie die der Zuschauer sein müsse, keineswegs aber die der Mitwirkenden. Der Bürger solle Aufgaben der Mitwirkung und der Selbstbestimmung lieber jenen überlassen, die aus der Verwaltung kommend sich berufsmäßig damit befassen. Ob das Konzept einer „illiberalen Demokratie“, wie es etwa der ungarische Häuptling Orban vertritt, damit etwas zu tun hat und ob es weitgehend solchen Einstellungen entspricht? Ob es darum geht, Eliten aus einem vorgegebenen Elitenspektrum auszuwählen und sich als „Normalo“ darüber hinaus auf die kleine überschaubare Privatwelt zu beschränken? „Think Tanks“ sollten in einem solchen Demokratiemodell wohl eine wichtige Rolle spielen: Experten. Sie sollen vor allem den Standpunkt der Wissenschaft (gibt es den als einen einzigen?) in den Entscheidungsprozess hinein tragen. Beispielhaft kann dies derzeit an der Rolle von Virologen und Epidemologen gezeigt werden. Sie füllen die Rolle der „Berater“ aus, die die gewählten Entscheider (Politiker) zu ihrer Entscheidung befähigen. Der Bürger solle seine Stimme lediglich im Vierjahresturnus jenen verleihen, die „Verantwortung“ ausüben, die durch ihren Werdegang und ihre Ausbildung ihr Wissen um gewisse Zusammenhänge vertiefen konnten und meist aus der akademischen Sphäre stammen. In der Zusammenschau könnte so etwas bedeuten: Demokratie kann nur funktionieren, wenn sie keine ist. Was aber, wenn es darum geht, Machtausübung effizient zu organisieren und sie gleichzeitig wirksam zu kontrollieren? Wer soll das leisten? Ob es, wie im Neoliberalismus oft behauptet, um die effizienteste Lösung geht, die stets ein Markt herbei führt („marktkonforme Demokratie“)?

Sonntag, 11. Juli 2021

Der Herbst des Einsamen (Georg Trakl)

Der Herbst des Einsamen Der dunkle Herbst kehrt ein voll Frucht und Fülle, Vergilbter Glanz von schönen Sommertagen. Ein reines Blau tritt aus verfallener Hülle; Der Flug der Vögel tönt von alten Sagen. Gekeltert ist der Wein, die milde Stille Erfüllt von leiser Antwort dunkler Fragen. Und hier und dort ein Krenz auf ödem Hügel; Im roten Wald verliert sich eine Herde. Die Wolke wandert übern Weiherspiegel; Es ruht des Landmanns rubige Geberde. Sehr leise rührt des Abends blauer Flügel Ein Dach von dürrem Stroh, die schwarze Erde. Bald nisten Sterne in des Müden Brauen; In kühle Stuben kehrt ein still Bescheiden Und Engel treten leise aus den blauen Augen der Liebenden, die sanfter leiden. Es rauscht das Rohr; anfällt ein knöchern Grauen, Wenn schwarz der Tau tropft von den kahlen Weiden. Georg Trakl (* 03.02.1887, † 03.11.1914)

Samstag, 10. Juli 2021

Unterhaltung

Comedians, die man mal ernst nahm, raten im TV regelmäßig die Antworten, die sie auf Fragen nicht wissen. Und wir müssen das zum unterhaltsamen Lächeln des liebsamen Moderators lustig finden. Er könnte ein Schwiegersohn sein, ein Liebling, er stellt die Fragen, er ist die Person und macht unterhaltsame Miene zum miesen Spiel. Er plaudert fesch daher und trägt eins der ewig gleichen sympathischen Gesichter, die einem gerade deswegen so auf den Geist gehen können, die einen mit ihrer ewigen guten Laune nerven können. Daneben sind Schauspieler oder andere Schausteller, die von vornherein deppert sind. SchauspielerInnen? Sind auch Models, InfluencerInnen, Personen aus einer Scheinwelt. Seht her, wir sind auch Menschen, die nichts wissen!, scheint die Message dieses skurrilen aber weithin akzeptierten und sogar bewunderten TV-Geschehens zu sein. Die ersten und letzten, die besten und schlechtesten, die schönsten und die hässlichsten sowie die von der Vergangenheit geprüften Gesichter sitzen in wichtigen Stühlen und raten gut gelaunt um die Wette, lachen über ihre eigenen Witze und zeigen sich von ihrer anderen Seite, die aber in ihrer lächerlichen Gleichartigkeit mittlerweile total abgenutzt erscheint. Dazwischen wandeln ein paar abgegriffene Blondinen mit üppiger Oberweite, die sich als Moderatorinnen oder als verdiente Models gerieren. Sie machen mäßig lustige Bemerkungen, sind aber besonders bei den männlichen Zuschauern beliebt, weil sie sich unwillkürlich vorstellen, sie wollten mit diesen Frauen schlafen, sie träumen sogar davon, ihre Begierden diktieren es ihnen. Das hat die Natur so eingerichtet, scheinbar. Weil aber die Mechanismen überall die gleichen sind, kennt man gerade diese Mechanismen schon allzu gut und greift zum Parfum oder der Unterwäsche, die diese Namen unter ihrem Namen als Markenzeichen in einschlägigen „Shops“ auch anbieten. Sie stellen sich aus, machen für Geld alles, bieten sich und überhaupt alles an. So drängt sich ein Konsumtraum auf, dem man sich unwillkürlich öffnet, von dem man beherrscht wird. Man schnappt nach der Möhre, die sich aber vor einem immer weiter entfernt und nur so tut, als sei sie erreichbar. Ein lächerlicher Vorgang. Man ertappt sich dabei und findet das peinlich. Alles.

Donnerstag, 8. Juli 2021

Tonträger von einst

Das Folgende basiert auf einer Glosse, die ich nie vollendet habe: Keine Playlist, kein MP3, kein Streaming: Stattdessen sauber in Plastikfolie verschweißt. Früher gab es wenigstens noch einen schwer aufzufindenden, in Plastik eingeschweißten Plastikfaden, der das Aufreißen von Tonträgern im CDFormat leichter machen konnte. Wenn man ihn fand. Aber jetzt. Am Steuer eines Autos war das praktisch unmöglich. Man fummelte in erwartungsvoller Aufregung herum, kriegte das Ding aber nicht zu fassen, war kurz vor der Verzwiflung. Das darf nicht wahr sein! Das ist doch banal! Lächerlich! Mit dem Schlüssel gab das nur unschöne Kratzer und Frakturen, das Ding ging aber nicht auf und war fest verschweißt. Beobachtung: Ich fahre beinahe auf einen Begrenzungspfosten und bin auch schon meinem Gegenverkehr gefährlich nahe gekommen. So geht das nicht. Die Folie steht zu den Beach Boys. Sie klebt. Sie geht nicht auf, sie gibt nicht frei…. Ich kann machen was ich will. Ich bin geladen und verärgert. Wie oft, wie immer…? Nachdem ich zuhause mit schwerem und anderem gefährlichen Gerät hantiert habe, entdecke ich den Plastikfaden. Der war aber gut verborgen! Was nun? Ich spüre meine Fingernägel kaum noch. Und wieder überwältigen mich herbe Selbstzweifel: ich bin halt technisch total unbegabt! Da gibt es sicher einen Trick! Nur ich habe ihn in 30 Jahren immer noch nicht entdeckt. Ich kann das nicht. Man muss da schon auf dem Kiwive sein. Ein Cleverle. Ein Käpsele…..

Mittwoch, 7. Juli 2021

Besuch in Wirklichkeiten

Ich lag in niedrigem Tümpel neben einem riesigen Kaiman ich hatte Angst und ich zitterte mit mir um die Wette wir wussten nicht mehr ein oder aus, es gab kein Zurück aus dem Sumpf, aus dem Gestrüpp Ich ließ mich umstylen zu einem neuen Typen Ich machte mich richtig ansprechend und war damit auf einer Voodoo-Party Ich war Zaungast bei einer Opferung vor 600 Jahren und das Blut floss in Strömen, um die Götter gewogen zu stimmen wir bestiegen Pyramiden und ließen den Geist an uns ran Ich hetzte durch die gasen der Pest und war ein Gladiator in Rom ein Hieb von oben, und dann im eigenen Blut im Kollosseum nur einer von vielen, ermordet zur allgemeinen Belustigung ich fuhr Schwebebahn in Wuppertal und genoss die Zeit ich fühlte mich frei in den Canyons und in der Wüste ich die Abwasserkanäle von London und riskierte einen Blick in die Tate ich begegnete Leonardo in Florenz und es war alles schön tynzte mit den Yanomani und spürte beim Medizinmann einen Eimer Blut wqir gingen genmeinsam ins Abendrot und es sag aus wie eine Inszenierung ich wage den Mauerblick von außen Außenseiter am Rande ein Taugenichts ich sage Ich und meine auch die andern beides, wollte immer alles zusammen bringen Körper und Geist und Gemüt meine Energie verschenke ich nicht und sie ist auch nicht so leicht übertragbar ivh genoss bei feinen Leuten Paella und fraß ein Stück Pizza als es mitr zuwenig war sie lassen den Dreck hinter sich putzen und schaffen damit Arbeitsplätze sie fressen globales Food mit Bioqualität weil es einfach besser schmeckt sie geben ein Vorbild ab und sie lassen sich gerne beschreiben Das ganze Leben ist ein Spiel Aber nicht nur Geplauder Trinkt nur fair gehandelten Kaffee Alles falsch machen, moralischer Imperativ Das „nicht genügen“ Ich könnte ein anderer sein, ohne Probleme Anderswo geboren, anders geprägt Andere Religion und Weltanschauung, Gewissheit Wer wäre ich, wenn ich ein anderer wäre? Ein Mönch, der die Gebetsmühle schlägt Ein Mörder, ein Metzger und eiskalter Verwerter? Ein Medizinmann, ein Arzt der Raffgier oder ein melancholischer Banker? Du findest dich irgendwo wieder mit/in einem Lebenslauf Aus der zufällig gestaltetn Existenz flüchten, wer bin ich? Ist da ein Kern, ein göttlicher Funke? Was die welt im Innersten zusammenhält, sind Scheingewissheiten Du hast es irgendwann nicht mehr nötig, irgenwem was zu zeigen Du bist der du bist und du musst mit Dir auskommen Du lebst in Dir und hast dich geliebt Du hast keinen anderen Aber du bist nicht der, für den du dich erklärst, denn die anderen müssen es dir bestätigen Du suchst Bestätigung, Selbstvergewisserung Gehst durch ein Spiegellabyrinth Du sollst ganz du selbst werden Und doch wissen, dass du weniger als ein Staubkorn bist Musst begreifen, dass Du in einem Gesamtzusammenhang, in einem Größeren stehst Dieser Zusammenhang heißt Welt und umfasst auch Natur und Tiere Es genügt nicht seines Egos bewusst zu sein, sondern man sollte auch wissen, dass es in einem Zusammenhang steht, vernetzt Sozial auch , der Mensch ist ein soziales Wesen Die Hölle sind immer die anderen, sagt Sartre „So dürstet jeder nach der Hilfe eines der beiden anderen, aber sich diesem nähernd, verletzt er zugleich zutiefst den anderen. Sie können weder voneinander lassen, noch voreinander fliehen, nicht einmal töten können sie sich - sie sind bereits tot! Und so gilt auf ewig: "Die Hölle, das sind die anderen". So unfassbar anziehend und du ohne jede reale Chance Du träumst von jemand von etwas Und wirst es nie erreichen, denn Du bist der Verlierer, du siehst all diese Figuren, diese Rollen und du denkst: nett gespielt! Wie wenn jetzt alles anders wäre Es könnte leicht anders sein, aber die Wahrscheinlichkeiten, die Scheingewissheiten sind viel stärker Du gehst mit dir selbst spazieren, mit wem denn sonst Du hast Begegnungen und fragst dich, wer das war Wer erzählte dir etwas von sich selbst? Du siehst wie sie alle ein wichtig ernstes Gesicht machen Sie fühlen sich wohl in ihrer Haut, oder auch nicht, wenn sie Pech gehabt haben Nicht den Antrieb dazu, den Ehrgeiz, ein Gewinner zu sein Der Neid zerfrisst sie, der Neid auf das Geld, das jemand zugeflogen ist Der dabei auch noch locker blieb Sich ausleben, was ist das für ein Trieb? Spass haben, as you like it Irgendwann ein Zurücksinken Ein nicht gewesen sein Außer ein bisschen Bedürfnisbefriedigung Sie erklären dich für verrückt, für aus der Rolle gefallen Sie empfehlen dir professionelle Hilfe, Leute, die es "richten" Sie können nichts damit anfangen Kommen wir eines Tages als Käfer wieder oder stehen wir vor dem Jüngsten Gericht Oder sind wir im Nichts verschollen? Das Beste draus machen als Programm und Ziel.... (auch schon wieder Jahre her...)

Dienstag, 6. Juli 2021

Maybe

MAYBE Vielleicht stirbt jetzt im Moment ein Kind an Hunger vielleicht wird einer jetzt bekehrt zum neuen Glück vielleicht stöhnt einer seine Schmerzen jetzt weil er gefoltert wird vielleicht läuft einem das Wasser im Munde zusammen vielleicht platzt mir vor Verzweiflung der Schädel maybe.... (Eine frühe "Reise durch Wirklichkeiten")

Montag, 5. Juli 2021

Sportliche Wahrnehmung

Ob das Spiel um seiner selbst willen völlig ausgedient hat? Für Schiller oder Kleist war’s die Basis nahezu aller Menschlichkeit, für die Zöglinge heutiger Sportakademien ist es der Weg zu Ruhm, Status und Geld. Immerhin: Am besten scheint es in dieser Welt zu sein, wenn man an dem, an was man da so hart arbeitet, auch noch seinen Spass hat. Dieses Bild wird uns immerhin vermittelt. War früher der Boxsport der einzig akzeptierte soziale Aufstiegskanal, der neben Ruhm und Status auch zu Geld führen konnte, so bietet die Sportwelt heutzutage mannigfache Möglichkeiten und Arten des sozialen Aufstiegs. Sie bewegt sich oft auch sprachlich in einer eigenen, sozial meist komfortabel abgefederten Welt, sie hat ihre eigenen Wahrnehmungsblasen, verherrlicht direkt oder indirekt den „Tunnelblick“, der oft aus eingeschränkter Wahrnehmung und den Rhythmen der Trainingspläne resultiert. Die „Fans“ sind dabei eine Masse, die in Kauf (!) genommen wird, weil es gilt, sie möglichst effektiv finanziell zu melken. Die Fans ihrerseits bewundern das Dasein als „Star“, dass sie Seiten an sich ausleben, die sie aus der Masse der „anderen“ herausragen lassen. Sie sind „etwas Besonderes“, sie sind ein Mittel der Distinktion, wie etwa vergoldete Sportfelgen und tiefergelegte Autos.

Sonntag, 4. Juli 2021

Sport als Ritual der Korruption

Auf zur Rennstunde! Es geht ums Bergtrikot. Es sind noch 75 Minuten zu gehen, es werden die langen Bälle gechipt und geschlenzt, weil eine unheimliche Drucksituation herrscht. Unsere Jungs sind bei 100%, aber das reicht nicht: Wir müssen mehr beißen. Erstaunlich, wie sehr ein ganzer Jargon, eine Art eigener Sprache mit eigenen Ausdrücken in eine eigene Welt führt, in der dauernd irgendein Werbezug, ein Marketingapell oder ein Firmenname das Bild auch noch der harmlosesten Presskonferenz ziert, in der meist nichtssagende Statements von den sogenannten Sportjournalisten hingebungsvoll nachgebetet werden. Diese sind ohnehin mit den Akteuren auch öffentlich immer per Du und konkurrieren gegenseitig mit ihrem Grad der Vertrautheit den „Stars“ gegenüber, die in einer eigenen Hätschelwelt leben und deren Wünsche von ihrer Umwelt immer schon im Voraus von den Multimillionärslippen abgelesen werden. Allein schon der Sprachgebrauch: WIR spielen heute mit einer Fünferkette, so dass wir effektiver „von hinten raus“ spielen können. Jeder diskutiert mit, jeder ist einer jener „Experten“, die zum Geschäft gehörend bei der Übertragung von Fußballspielen als Durchblicker immer beliebter zu werden scheinen und die die Distanz zwischen Publikum und Stars verringern sollen, indem sie irgendwelchen Insiderquatsch verbreiten. Natürlich neigten Menschen immer schon zum Wettbewerb, in dem es den besseren zu finden galt. Aber dieser competetive Drive heute, der in ein Milliardengeschäft gemündet ist, in dem Menschenrechte ganz entgegen der öffentlich beteuerten Slogans so gar nichts und das zu verdienende Geld alles zu gelten scheint? Das maßlose Stars zu gebären scheint, die in ihren Millionen geldmäßig ersaufen? Ob das in einem mit Projektionen von Gemeinschaft und Identifikation geprägten Geschäft noch möglich ist, in der jetzigen historischen Phase, in der einige Funktionäre ihre Korruptheit mehr als schamlos gezeigt haben und in der alte Träume von „11 Freunde“ und „zusammenstehen“ noch einmal gegen großes Geld verkauft und per TV vervielfältigt werden? Die ersten „Fans“ wenden sich ab, die Schamlosigkeit einiger Akteure scheint Zweifel unter denen erregt zu haben, deren direkte oder indirekte finanzielle Kräfte dieses Geschäft zu lenken scheint? Mir scheint hier ein Wandel im Gange, über dessen Dynamik sich noch viele wundern werden.

Samstag, 3. Juli 2021

Mein Weg?

Was ich erfahren habe, was ich einigermaßen bedacht und wozu mir Notizen gemacht habe: Es könnte ein Ziel sein, den Dualismus mit der Welt nicht mehr so wie bisher zu leben. Daraus auszusteigen. Eine Auflösung des Egos anzustreben, Weiterentwicklung des Selbst. Doch dies mag in einer neoliberal gesinnten Welt, die auf Raffgier, Egoismus, Eigentum und Eroberung einer äußeren Welt gegründet ist, gar nicht einfach sein. Man müsste sich seine Umgebung frei wählen können, ohne Sorgnisse um bürokratische Interventionen und Übergriffe. Man müsste sich heimisch in einem anderen Sinne fühlen können. Tiefe Freude und Mitgefühl? Allumfassendes Mitgefühl als zentrale Tugend? In meiner Umgebung sind das Träume, die gerne mal als „esoterisch“ bezeichnet werden. Die weggekübelt werden, abgetan, negiert, verteufelt, die als „Abdriften“ abgetan werden. Mitgefühl für das Leid anderer Wesen? So etwas scheint irgendwie aus dem Osten zu kommen. Hat mit Produktion und einer Welt, die man sich untertan machen soll, nichts zu tun. Mitfühlende Achtsamkeit? Das, so ist Vorgabe, ist Teil einer Welt, die es zu überwinden gilt, einer mehr oder weniger passiven Betrachtung, die sich zu den im Supermarkt angebotenen Bewusstseinswaren hin orientiert. Ob ich jetzt in eine andere Phase eingetreten bin? Sehen, Meditation und Handeln und wie sie zusammenhängen könnten. Dadurch eine bessere Welt anstreben? Ja klar, wird belächelt. "Bessere Welt", so etwas passt in unsere Gegenwart gar nicht mehr. Was dominiert, ist das wirtschaftliche Fortkommen, die Quartalszahlen, Die Natur. und Menschenbeherrschung, der Zuwachs und das Wachstum, das alles überwuchert, - auch als Vorstellung in unserem Kopf und unserem Körper (Krebs). Das Erkennen der Realität einerseits und das Mitgefühl für alle Lebewesen andererseits: Ich habe mich auf eine Etappe meiner Lebensreise gemacht, ich habe versucht, das bisher Erlebte einzuordnen in meinen Lebenspfad, habe versucht, den „roten Faden“ darin zu erkennen, das Ich, die Identität. Habe begriffen, dass in meiner Gesellschaft alleine schon das zu versuchen ein Privileg ist, das ich durchaus in einer Lage sein könnte, die so etwas nicht erlaubt, dass ich mich bevorzugt um Alltäglichkeiten der Bedrängnis kümmern müsste. Dass Krankheit und Tod mich entscheidend bremsen könnten. Mir muss es gelingen, meine gegenwärtige Existenz als Geschenk zu betrachten. Erweckung, Erlösung? Wo sind sie?

Donnerstag, 1. Juli 2021

Mittwoch, 30. Juni 2021

Privates und Öffentliches

Ich will definitiv, dass das (höchst) Private und das Öffentliche ineinander gehen, das scheinbar Banale und Bedeutende. Wie selbstverständlich es ist, dass sich das eine an dem andern spiegeln kann! Fotos von Blumen und Pflanzen (noch) samt ihrer scheinbar beiläufigen Zerstörung gehören auch zu unser Umgebung, auch aus ungewohnter Perspektive. Gedichte, Texte, die uns umschwirren und umschwirrt haben. Sie gehören zu uns, sie umgeben uns, egal, welche Beziehung wir dazu haben! Wie darüber hinaus die Randbedingungen sich verändern, wie das Ganze unter einem bestimmten Ganzen passiert, wie diese Bedingungen sich in welchem Interesse entwickeln, welche zukünftige Richtung dabei vielleicht erkennbar wird, das gehört auch zu meiner Betrachtung. Ich versuche, dazu meine Antennen auszufahren: Zu registrieren, was in der Luft liegt, aber auch das wahrzunehmen, was scheinbar pasée und nicht mehr relevant ist. Solche Dinge können mich, - aber auch andere!, - betreffen. In einem „dreckigen“ Alltag, in dem es oft ums reine Überleben geht, um Kohle und die Geschwindigkeit, die nötig ist, um an sie zu kommen. Mir ist bewusst, dass sich eine bestimmte Schicht von Menschen um solche „Alltagsprobleme“ nicht kümmern muss und mag. Ich habe auch wahrgenommen, dass es oft um spezielle Zielgruppen geht, zunehmend. Überlisten, überwältigen, für sein Anliegen gewinnen. Was links oder rechts davon spielt, scheint uninteressant. Auf diese Weise kommt es zu Wahrnehmungsblasen und „Echokammern“. Mich freilich interessiert „die Totale“, all das, was uns umgibt und beeinflusst. Das Ganze.

Dienstag, 29. Juni 2021

Schlaflos im Hotel (Songtext)

Schlaflos im Hotel Es ist eine Hotelsuite Charlotte und Bob liegen auf dem Bett sehen sich an und versuchen sich gegenseitig in den Schlaf zu reden Draußen dämmert's Die beiden sind durch die Tage getaumelt, bis hierher ohne Anfang und Ende die Stadt erwacht langsam und sie schlafen ein Eine Begegnung im Aufzug ein Schweben zwischen Himmel und Erde dass sie beide fremd sind hier, macht sie zu Vertrauten unten in der Hotelbar Stundenlang reden sie miteinander durch ein Fenster leuchten und funkeln die Lichter der nächtlichen Stadt es ist eine Verheißung Sie wagen sich hinaus, sie trinken, tanzen, singen und lassen sich von Party zu Party treiben Bis zum Morgengrauen Unser Körper überholt den Geist unser Geist überholt den Körper unser Körper überfällt das Herz und das Herz überfällt den Verstand

Samstag, 26. Juni 2021

Augenblicke

Augenblicke, wenn du außer dir und doch so ganz bei dir bist, du suchst sie bisweilen. Aber sie kommen und gehen, wann sie wollen. Du ahnst, dass du eines Tages in eine andere Welt eingehen wirst, du schaust in die Wolken und wirst plötzlich ein Teil von ihnen. Es geht hinaus in den Weltraum, wo du ganz alleine bist, alles eine Frage des Bezugspunktes, entrückt in andere Realität. Ein Lächeln, du versuchst es festzuhalten, zu sammeln, wesentlich, "eigentlich" sein, magische Momente, was heißt das?: Du bist du? Weniger als ein Staubkorn im Universum. Du wartest auf etwas Wunderbares, eine "Grenzüberschreitung", ein "Abenteuer"?, etwas Anderes, wo findet man das?: die Suche, die Ferne, das Uneingelöste, den Augenblick genießen, das Unendliche, das Nichtmitteilbare, dein Persönliches, deine Welt erweitern in Richtung auf deine Phantasie, aber nicht die trivialen Medienphantasien von der Stange sondern deine ureigenen, deine Reise, wohin bist du noch unterwegs? Dieses "in Bewegung sein" ist dir wertvoll, du willst dich noch eines Tages „verwirklichen“, mit dir selber identisch werden, dieser Drang ist dir angeboren: du hast davon geträumt, solange du denken kannst, lange hast du gedacht, das andere Leute diesen Drang, dieses persönliche Versprechen genauso mit sich herumtragen. Aber da ist nur Dumpfheit, die "normale" Dumpfheit, die allmächtige Alltäglichkeit, der Strom der Selbstverständlichkeiten, der Konventionen. Das macht dich fremd, du fällst dauernd heraus aus deren Small-talk-Welt. Da ist der unbegreifliche "Andere", - "die Hölle, das sind die Anderen" sagte sinngemäß Jean-Paul Sartre, der beispielhafte Erfolgsgeistesmensch. So etwas kann man objektivieren, von sich selbst absehen überhaupt, ist nicht schon die Erkenntnisrichtung völlig subjektiv?, die kulturellen Wertungen bringen uns um unsere persönliche Unmittelbarkeit, (es gilt das „nicht sentimental sein“, Wichtiges aussagen, originell sein, nicht banal, der Intellektuelle ist darauf programmiert, er kennt das Bücherbewusstsein, den sprachlichen Diskurs...usw......). Du spürst: Das Leben ist anders, ästhetische Probleme sind tatsächlich sekundär, das was du bist, das Tatsächliche ist etwas, das sich damit beist. Mittels eines Buches hast du sie schon gehabt, diese Augenblicke. Der Schriftsteller schien deine Welt zu teilen, von deinem Persönlichen zu wissen: endlich jemand, der auch davon weiß. Aber dann liest du irgendein Interview von ihm, er sagt furchtbar gescheite und dumme Sachen, aber aus dem Ganzen ist überhaupt nichts von dem zu entnehmen was du bei ihm festzustellen geglaubt hast. Der ist dir fremd. Der lebt also doch in einer ganz anderen Welt. Die Eitelkeiten, die Pfauenräder verstellen immer wieder den Blick auf das, was dich interessiert. Im Resultat bleibt ein Graben zwischen uns. Ja, dieser alte Traum, sich mit jemandem perfekt zu verstehen, eine Art absolute Gemeinsamkeit herzustellen. Auch eine der Lockungen, die du nie wirst endgültig abhaken können. So oft schon hereingefallen weißt du eigentlich genau um deren prinzipielle Unerfüllbarkeit. Du bist daneben, es gelten andere Spielregeln, du lebst tatsächlich in deiner Nebenwelt und versuchst, diese Augenblicke zu sammeln. Wieso eigentlich das Bedürfnis, das alles Mitzuteilen. Eitelkeiten? Irgendeine Wichtigkeit vermutend, der eigenen Person, oder der Mitteilung? In einer "Informationsgesellschaft", in der kaum noch jemand all diese Reize ordnen, geschweigedenn verarbeiten kann? Wo sollte das Interesse sein? Das Interesse, das Aktionen auslösend kommerziell verwertbar ist?. Du bist umsonst. Wahrlich umsonst. (geschrieben wohl in grauer Vorzeit)

Freitag, 25. Juni 2021

Valerie (26)

Es wäre ihm jetzt nach einem Rundschwenk über die Landschaft gewesen, rüber zur nächsten Einstellung von der Seite her auf ihr Gesicht geglitten und dort geblieben. Eine Blende dergestalt, dass man die Landschaft anfangs noch hätte deutlich erkennen können. Dann die Tiefenschärfe so verändert, dass sie zugunsten ihres Gesichts unscharf geworden wäre. Sie müsste in diesem Zusammenhang natürlich in einem Cabriolet sitzen und ihre Haare müssten im Wind flattern, so, wie er es in den künstlichen Welten oft gesehen hatte. Er selbst müsste einen weißen Anzug, wozu sie fragen würde „liebst du mich?“. Aber solche Filme getraute sich heute niemand mehr zu machen. Oder doch? Der Mut zur Sentimentalität, zur offensichtlichen Lüge aus dem Trivialen heraus war wohl ins Versteckte gewichen, - oder man zog es von vornherein ins Lächerliche, was ihm nicht grotesk genug erschien. Seine Phantasie war angeregt, er musste wohl ein Anderer geworden sein. Da war nichts mehr von dieser apathischen Müdigkeit, die ihn die letzten Tage begleitet hatte. Er fühlte sich plötzlich bis unter die Zehenspitzen lebendig. München war nicht mehr weit und er entschied sich, dorthin zu fahren, wohin sie wollte. Er würde sich an sie hängen und abwarten, was geschehe. Er durfte sich einfach nur nicht abwimmeln lassen. Also fragte er sie, wo er sie absetzen solle und machte ihr gleichzeitig den Vorschlag, sie heim zu fahren.

Donnerstag, 24. Juni 2021

Was dies Blog betrifft - reloaded

Unsere Wahrnehmung ist second hand? Was nehmen wir ernst und was nicht? Welche Rolle die Medien dabei spielen? Im Mix aus kurzen Texten, MP3s und Fotos geht es dem Blog darum, einen aus Medien gewonnenen Spiegel des Tages- und Zeitgeschehens sowie der persönlichen Gedanken- und Erlebniswelt des Autors zu produzieren, es geht ihm um den Wechsel von Sichtweisen, die gesellschaftlich geprägt sind, auch darum, Alltagserfahrungen zu spiegeln, aktuelle Vorgänge der Gesellschaft und Politik aus der Perspektive verschiedener sozialen Welten wahrzunehmen. Es ist ein Nachdenken über Zukunft und das gegenwärtige Sein, über Möglichkeiten hier, über den Kosmos, über vieles, was mich gestreift hat mittels Medien (also vermittelt...), es sind kurze Reflektionen von Herrschaftsverhältnissen, Gedanken über Tod und andere Gegebenheiten, etwas, das mich berührt und in mich eingedrungen ist, in der Empathie aufgehoben, in Religion und Spiritualität, Lyrik, eigenen MP3s und Fotos, ergänzt durch Songtexte verschiedenen Alters, Existenzspuren, Selbstvergewisserungen, Stammtischgequatsche, durch Tierisches, allerlei Zeugnissen meines Gangs durch die Wirklichkeit, subjektiv gefiltert, - ohne Anspruch auf Objektivität. Im Mittelpunkt: Das Normale, das Leben, die Deprivierung, Angst, Zeit, Liebe, Zitate, Geld verdienen zum leben, alles in Kürze und in möglichster Konzentration, Lektürefrüchte, im Bestreben, mich möglichst verständlich auszudrücken – und: ich versuche vorläufig, einen täglichen Rhythmus einzuhalten, einen multimedialen Blog zu betreiben.

Mittwoch, 23. Juni 2021

Robotics

Natürlich ist jetzt trotz aller Bedrohung von seiten der natürlichen Umwelt dauernd von Wachstum die Sprache. Eine wichtige Rolle, so scheint es mir, sollen dabei auch die künstlichen Welten und die Roboter spielen. Dies mag manchem noch wie Science fiction vorkommen. Die Vorboten stellen sich aber bereits in diese Gesellschaft z.b. in Form des autonomen Fahrens ein. Auch die verschiedenen Formen der Augmented Reality scheinen mir bereits eine gewichtige Rolle zu spielen und sich in unser aller Leben zu schleichen. Es geht dabei stets um simulierte und bearbeitete Realität, um manipulierte Wirklichkeiten, deren Wohltaten jetzt schon, sollte das Pandemiekapitel einigermaßen abgeschlossen sein, gar überall beschworen werden. Sowieso wären auf diese Weise in die Pandemie passende kontrollierte Bedingungen denkbar. Es erhebt sich die Frage, ob wir zukünftig wirklich in einer Art Scheinwelt leben wollen, auch wenn es uns Spass und uns glücklich macht. Wie viel Selbsttäuschung wollen wir zulassen? Sind nicht bereits jetzt die Techniken der gezielten und profitorientierten Täuschung hoch entwickelt? Spielt sich unser Leben nicht jetzt schon auf Computerbildschirmen und in Form von Programmen ab, die fähig sind, uns überall und jederzeit genauestens zu überwachen? Dass solche Programme uns helfen würden, wird derzeit dauernd gehört. Dabei steht die Medizin hoch im Kurs. Krebsdiagnosen, überhaupt Diagnosen, bipolare Storungen, Angstzustände seien damit beherrschbar geworden, so heißt es. Aber auch Alltagsprobleme aller Art, das zunehmende Problem der Vereinsamung bis hin zu sexueller Belustigung seien durch derartige Programme und Maschinen gewährleistet, so heißt es. Steuerung, Beeinflussung und Lenkung werden neu ermöglicht. Ob dabei neue Möglichkeiten der Menschenführung in Richtung auf bestimmte Interessen ermöglicht werden. Welche Rolle dabei die Werbung spielt? Die politische Lenkung? Das systemkonforme Wohlverhalten?

Dienstag, 22. Juni 2021

Beobachtungen an der Gesellschaft

Ich denke ein Angefangenes weiter und betrachte die Gesellschaft nach Corona (hoffentlich): Der Lebensstandard vieler Angehöriger der Mittelschicht bewegt sich hierzulande auf einer Abwärtskurve. Das passende und oft verwendete Bild dafür ist das der immer schneller abwärts laufenden Rolltreppe, auf der man sich, um auch nur auf der Stelle zu bleiben, immer härter gegen den Trend stemmen muss, um auch nur auf dem selben Fleck zu bleiben. Selbst mit einem guten Gehalt kann man sich heute in deutschen Großstädten kein Eigenheim mehr leisten, auch auf dem Land steigen die Lebenshaltungskosten, während traditionell angelegte Ersparnisse (Sparbuch, Bausparvertrag, Lebensversicherung, Betriebsrente) rapide an Wert verlieren. Und dann kommt bei vielen auch noch das Empfinden hinzu, dass sie nicht mehr reden, witzeln, sein dürfen, wie sie wollen, dass allerorten gesellschaftliche Stoppschilder der Correctness aufgestellt werden. Der Boden wird also gleich an zwei Stellen brüchig. Mir schwant: Erst diese Verbindung von Ökonomie und Kultur facht den Unmut vieler Menschen so richtig an. Und manchmal genügt ein Sparwitz als Funke, um eine Protestfackel zu entzünden.

Montag, 21. Juni 2021

Wie es sich verhält

Die Kapitalisten und ihre modernen Vertreter, die Manager, sind nur die Rücksichtslosesten, die Brutalsten, Gerissensten, die Tückischsten und Gierigsten, die es innerhalb des als legal definierten Parketts (was in Wirklichkeit die Kür des vorgeführten „Könnens“ ist, - und nicht das Kriminelle) prosperieren, sich in diesem Sinne entwickeln und ganz nach vorne an die Spitze kommen (ohne Rücksicht auf Verluste). Sie sind Menschenführer, die im Wettbewerb stehen. Die Manager bekommen ihr maßlos überhöhtes Gehalt dafür, das sie rücksichtslos sind und mit anderen Menschen wie mit Zahlen und Dingen umgehen, sie möglichst unter Effizienzgesichtspunkten ins Elend stürzen. So jedenfalls müßte man sie sehen. Da sie aber die Wirklichkeit und die Deutung der Wirklichkeit durch die Medien kaufen (!), werden sie überall als die Helden dieser Wirklichkeit abgebildet und interpretiert. Sie werden verherrlicht und als Bestimmer alles Seienden gefeiert.

Sonntag, 20. Juni 2021

Existenzturnen zwischen Schichten

Sie haben Inhalte zwischen zwei Buchdeckeln verkauft, sind gewechselt in gut dotierte Professorenstellen und kassieren sehr erfolgreich auf der ganzen Welt als „Gastdozenten“ ab (ihre zeitgeistlichen „Kollegen“ haben ihnen diese Stellen besorgt) propagieren subversive Töne, die sie gerne den Neuen Medien zuschrieben, mit deren höchst erfolgreichen Protagonisten sie befreundet sind, sie sind in Silicon Valley oft zugange, kennen sich aus - sie sind längst Teil des Systems...., die andere vorschicken, das Heuchel als zweite Natur übernehmen und als Dialektik „verkaufen“, dieses geschmäcklerische „Abwägen“, das sich oft als „Kritik“ geriert, seine Zeit zu verkaufen, seine Kraft verkaufen, - diese Sphäre ist ihnen völlig fremd, sie haben das als ästhetische Sphäre, als Aura und kreatives Ambiente verkauft.

Freitag, 18. Juni 2021

Menschsein und Pharma

Ich habe den Titel "Kurze Beine" gehört und mir ist durch den Sinn gegangen, dass Lügen leider manchmal auch lange Beine haben: Da ist der Einfluss der Pharmaindustrie auf das Menschsein als aktuelles Beispiel. Sie nehmen Einfluss, sie kaufen auf, die großen Pharmabuden, sie reden schön, sie lenken Informationen, sie übernehmen von den Hochschulen, sie geben "die richtigen" Untersuchungen in Auftrag, sie betreiben Lobbyarbeit, sie setzen unter Druck, sie lassen aus, sie dramatisieren, sie verschweigen, sie blockieren...usw.... es ist eine lange Folge von.... Lügen.... die leider sehr lange Beine haben, indem sie sich als gelenkte "Wahrheit" in unser Dasein mischen. "Sind wir nicht alle ein bisschen korrupt?" fragte neulich ein Kollege, der sich jetzt der Öffentlichkeit neu verkauft und dazu Interviews gibt...… wow, diese Grauzonen! diese retouchierten Wirklichkeiten! Wo steht man da? Man sieht sich selbst zu....nimmt Maßstäbe wahr, die sich später als etwas ganz anderes darstellen......

Donnerstag, 17. Juni 2021

Asteroiden?

Gerade erst scheint eine Pandemie einigermaßen überstanden. Doch es herrschen Gefahren überall. Zum Beispiel könnten Asteroiden aus dem Weltraum globale Killer sein. Noch knobeln Wissenschaftler daran, wie sie solche Asteroiden aufhalten könnten. Das A und O scheint dabei zu sein, das man deren planetarischen Bahnen rechtzeitig erkennt, so dass selbst kleinste Korrekturmaßnahmen ihre Wirkung zeigen. Zu diesem Zweck könnten tonnenschwere Raumsonden zum Einsatz kommen. Kommt ein Asteroid näher, soll gezielt beschossen werden. In den nächsten paar hundert Jahren soll jedenfalls noch nichts auf uns zukommen, erklären Wissenschaftler (ob' stimmt? Was morgen ist?). Aber was ist, wenn doch einer mal durchkommt? „Kleinere“ Objekte von etwa 20 Meter Durchmesser sind etwa alle hundert Jahre zu erwarten. Solch ein Einschlag könnte ausreichen, um ganze Städte zu vernichten. Die Wissenschaftler beobachten zwar mit Teleskopen den Himmel, doch die dunklen Objekte sind von der Erde aus schwierig auszumachen. Die Wissenschaftler entdecken trotzdem etwa 4 neue Asteroiden pro Tag. Es sind im Moment etwa 12000 Objekte identifiziert, die der Erde gefährlich werden können. Vor etwa 70 Millionen Jahren kam ein großer Asteroid durch die Atmosphäre, schlug auf der Erde auf und vernichtete alles, besonders aber die Saurier. Das heißt, er vernichtete fast alles, was mit Leben im weiteren Sinne zusammen hing. Aus den paar kleinen Säugetieren, die übrig blieben, sind wir hervor gegangen.

Mittwoch, 16. Juni 2021

Abendland (Georg Trakl)

Abendland Else Lasker-Schüler in Verehrung 1 Mond, als träte ein Totes Aus blauer Höhle, Und es fallen der Bluten Viele über den Felsenpfad. Silbern weint ein Krankes Am Abendweiher, Auf schwarzem Kahn Hinüberstarben Liebende. Oder es läuten die Schritte Elis′ durch den Hain Den hyazinthenen Wieder verhallend unter Eichen. O des Knaben Gestalt Geformt aus kristallenen Tränen, Nächtigen Schatten. Zackige Blitze erhellen die Schläfe Die immerkühle, Wenn am grünenden Hügel Frühlingsgewitter ertönt. 2 So leise sind die grünen Wälder Unsrer Heimat, Die kristallene Woge Hinsterbend an verfallner Mauer Und wir haben im Schlaf geweint; Wandern mit zögernden Schritten An der dornigen Hecke hin Singende im Abendsommer, In heiliger Ruh Des fern verstrahlenden Weinbergs; Schatten nun im kühlen Schoß Der Nacht, trauernde Adler. So leise schließt ein mondener Strahl Die purpurnen Male der Schwermut. 3 Ihr großen Städte Steinern aufgebaut In der Ebene! So sprachlos folgt Der Heimatlose Mit dunbler Stirne dem Wind, Kahlen Bäumen am Hügel. Ihr weithin dämmernden Ströme! Gewaltig ängstet Schaurige Abendröte Im Sturmgewölk. Ihr sterbenden Völker! Bleiche Woge Zerschellend am Strande der Nacht, Fallende Sterne. Georg Trakl (* 03.02.1887, † 03.11.1914)

Dienstag, 15. Juni 2021

Transzendenz

Wo ist die Transzendenz? Die Mayas suchten sie in ihrer Unterwelt und brachten dort, in den Höhlen, auch Menschenopfer dar, um die Götter gnädig zu stimmen…… Wir in unserer Kultur hingegen assoziieren das mit dem Lichten,mit der Höhe, mit dem Himmel. Während das Deutsche nur ein Wort für Himmel hat, benutzen die Engländer „Sky“ und „Heaven“. Dem „modernen Menschen ist jede Gewissheit abhanden gekommen, sein einziger Gott heißt Geld…..“ Früher, zumindest bei Mayas, waren die Höhen in der Tiefe - in den Höhen in der Tiefe… Jetzt fliegen am Himmel die Düsenjäger, er ist entzaubert, genau wie die Gebete, das Sprechen mit einem Höheren, wie die Poesie… Einen kurzen Moment schienen wir einer offeneren Wirklichkeit in der Pandemie näher. Doch jetzt gilt das Gebot: Zurück zum Alten, Vertrauten, Eingeübten. Wörter sind wieder missbrauchtes Material, sie lügen in ihrer Beliebigkeit, - genauso wie inzwischen die tausendfach bearbeiteten Bilder/Fotos: Verlogene Gesten, Posen, Verkaufe - die Hohlheit, die Sinnlosigkeit in der Unterhaltung, sie feiert fröhliche Urständ‘……

Montag, 14. Juni 2021

Rat Race (Songlyrik)

RAT RACE UND HAMSTERRAD Du wirfst einen Blick in letzte Welten was bleibt, ist ein matter Glanz die Ahnung einer Ahnung der Abspann einer Kadenz da sind noch so viele drin und machen ein ratloses Gesicht Dir bleibt die Aussicht auf ein graues Nichts sie graben, sie blähen, sie ackern Rat Race Hamsterrad sie verdienen sich ihren Sinn und ihre Identität sie vertuschen sich in billigem Vollquatschmittel sie staunen über ungeheure Andere auf geht’s! Gequält und geprügelt in düstren Katakomben in Höllen der wohlfeilen Sünden und der käuflichen Moral Du wirfst einen Blick in letzte Welten was bleibt, ist matter Glanz

Sonntag, 13. Juni 2021

Pandemie, Nationalismus, Identität

Wer die Erfahrungen der Pandemie mit wachem Verstand berücksichtigt und wer der Fußballeuropameisterschaft offenen Auges entgegen sieht, der könnte unter anderem vermuten, dass ein gewisser Nationalismus froh inszenierte und sogar offiziell herbei geredete Urständ' feiert. Ob das etwas mit dem Zustand ratloser Unbeweglichkeit, mit der Bräsigkeit und mangelnden Flexibilität eines scheinbar übernationalen Gebildes wie der EU (nicht zu verwechseln mit Europa!) zu tun hat? Die Ratlosikeit dieses Gebildes, so scheint es mir, wurde in einer späteren Phase der Pandemie mit Aktionismus und hektischen PR-Aktivitäten auszugleichen versucht, die gleichwohl tiefgehende Unfähigkeit offenbar werden ließen. Ins Gigantische ausgebaute staatliche Informationsapparate mit riesigen Beraterstäben und willfährigen sozialwissenschaftlich und journalistisch geschulten Herolden schienen sich dabei auf eine gewachsene Medienindustrie und ein Geflecht von sozialen Medien stützen zu können, das wohl völlig neue Methoden der Manipulation und Lenkung öffentlicher Meinung und Emotion hervorgebracht hat. Ob dies auch eine Folge des globalen Turbokapitalismus mit seinen ausschließlich ökonomisch gedeuteten Identitäten ist? Ob dadurch ein Mangel an kollektiver Identität entstand? Ob wir in einer im Zweifel stecken gebliebenen Internationalisierung leiden, die einerseits in einem internationalen Neoliberalismus schwelgt und andererseits einem neuen Nationalismus, einher gehend mit einem „Lokalismus“, frönt? Ob etwa die Fahnenschwenkereien und Hymnennölereien samt dem fortwährend vorgezeigten Medaillenspiegel der bald heran stehenden Olympischen Spiele an dieser Stelle dem von ihr so gerne behaupteten Supranationalismus entgegen stehen? Nationale Identität oder Globale „Governance“ , das scheint hier die Frage. Wie sieht es unter anderem um die Einordnung nationaler deutscher Interessen in ein heilig gesprochenes Europa in Form der EU aus? Wir leben ja wohl, wie zuletzt in der Pandemie mehr als deutlich wurde, in einer Welt souveräner Nationalstaaten. Nicht zuletzt die vielen im Mittelmeer Ertrunkenen und in menschenrechtlich unmöglichen Lagern dahinvegetierenden Menschen sprechen hier ein eindeutige Sprache für die Uneinigkeit des supranationalen Institution EU. Die andere Seite dieser Entwicklung scheint mir die gerade in den letzten Tagen offensichtliche gewordene und ständig zunehmende Konzentration des Kapitals in den Händen weniger Menschen.

Freitag, 11. Juni 2021

Anzeige Reloaded

Wer hat meinen Schlüssel gesehen? er ist offenbar unrasiert und hat einen Bart Ich wende das Blatt und lese verkehrt nimm's nicht persönlich, sieh's positiv! Wer hat meine Gedanken gesehen sie sprießen manchmal wild und ich kann sie kaum fassen Mixed Pickels, sie jucken so undefiniert und wachsen nach, kaum sind sie wegoperiert (ub)

Donnerstag, 10. Juni 2021

Theater, Rolle, Politik

Was mir besonders jetzt auffällt, da die Wahlkampfstimmung herrscht: Politikerinnen und Politiker sind in deutschen Talkshows zu Gast, wobei so mancher Moderator vielschichtig sein stillschweigendes Einverständnis mit der Politikerkaste demonstriert. Es zeigt sich uns dann regelmäßig ein einsichtiger und sympathischer Gast, der unabhängig von programmatisch verkündeten Grundsätzen seine Flexibilität und alltägliche Menschlichkeit vorzeigt. Dass er auf gestellte Fragen nicht antwortet: Nun ja. Er stellt den WahlkämpferIn dar und übt sich in Kommunikationsverweigerung. Er labert herum und schallt alles mit Worten zu. Ob uns das ein wenig misstrauisch machen könnte, ob wir solchen Schauspielern ihrer Haltung diese Rolle abnehmen? Es wird gelacht und es wird behauptet, es wird feierlich beschworen und es wird familiäres Gebaren geübt. Leztlich wird oft auch Orientierungslosigkeit demonstriert, was diese Person ja soooo „menschlich“ macht. Dabei scheint Orientierung und Führung genau das zu sein, was von der Politik dargestellt wird. Dies vorzuzeigen, dafür erscheint jedes Mittel recht. Auch das des Tricks, der mit seiner Menschlichkeit eine gewisse Unfähigkeit zu überspielen versucht. Homestories und ähnliche peinliche Versuche erscheinen vor diesem Hintergrund als Versuche, den Bürger zu übertölpeln. Dass politische Ränkeschmiede, Seilschaftsverhalten, Opportunismus und „Anpassungsfähigkeit“ bis hin zur Charakterlosigkeit von diesen Leuten verlangt wird, wird dabei oft ausgeblendet oder der Verdacht unter einem unter einem allgemein akzeptierten und beklatschten Interesse auf bestimmte Personen gelenkt. Wichtig: der zu wählende Bundestag wird wohl wieder mehr als 700 Mitglieder haben.

Samstag, 5. Juni 2021

Die Karawane der Trottel (Songlyrik)

DIE KARAWANE DER TROTTEL Die Karawane der Trottel jeder für sich selbstvergessen keiner kennt den andern bis man leben gelernt hat, ist es schon zu spät die Götter sind gewogen ich stimme sie mild der Blick richtet sich nach oben die Kuppel ist groß und hell sie ist so weit weißer Ratschluss der Götter sie sind im Wissen sie sehen sie sind die Macht nach der wir uns richten, In ihrem Namen führen wir Kriege in deren Namen entstehen Gemälde von Einsicht, von Erleuchtung, von Vernunft ein Lichtstrahl bedeutet euch das Schicksal einer muss das Opfer sein dort wo sie Lieder singen von Rausch und Ekstase dort wo der Refrain unwiderstehlich wird

Freitag, 4. Juni 2021

Arbeitsethos

Sein Leben war Arbeit. Ein Mensch stirbt im Einklang mit den höchsten Idealen dieser Gesellschaft. Welche Rolle da wohl der Umstand spielt, dass ein Mensch oder manche Menschen schnell entlassen sind und dass die von ihnen geleistete Arbeit dabei kaum eine Rolle spielt? Welchen Wert hat Arbeit angesichts dessen? Wer dankt es, dass ein hart arbeitender Mensch sich für ein Unternehmensziel ruiniert hat? Das Versprechen dieser Gesellschaft, dass es Nachkommen nicht mehr so schwer haben werden, hat sich weitgehend in sein Gegenteil verkehrt. Prekariate haben sich heraus gebildet. Es herrscht aber immer noch ganz klar das Streben nach Profit, was selbstverständlich zu einer „Freien Marktwirtschaft“ gehört und keine Sünde ist. Moralische Betrachtung wird von dieser Seite ohnehin abgelehnt. Aber steckt nicht genau darin ein Konstruktionsfehler? Soll der Mensch im Mittelpunkt unserer Überlegungen stehen oder der Profit, die Gier, das Streben nach Gewinn? An welchem Punkt unserer Entwicklung sind wir? Was könnten wir uns leisten? Wem nutzt das gegenwärtige System? Haben sich Ungleichgewichte heraus gebildet, die nur die Berechtigung desr Freien Marktwirtschaft haben. Dass möglichst große Unternehmen prosperieren sollen, weil das den „Arbeitsplätzen“ nutzt, ob das uneingeschränkt gilt. Ob das überhaupt richtig ist. Gut verdienende Unternehmen müssten dann besonders viel Arbeitskräfte einstellen. Entspricht das unseren Beobachtungen? Naja…..

Mittwoch, 2. Juni 2021

Wie wir leben wollen 2

Wie wollen wir leben? Wie wollen wir leben wollen, wer kann sich wie beteiligen, wem steht was zu? - Fragen, die für die Idee der Demokratie nicht ganz unwesentlich sind. Das geht vor allem die Verteilung der Macht an: welche Rolle z.b. der Staat spielt, welche Rolle große Konzerne und Einzelne einnehmen sollen. Konzerne kaufen sich Sachverstand darüber ein, wie man die Leute am besten austrickst, wie man sie steuert, wie man im Hintergrund ganz andere Machenschaften verbirgt, als man im Vordergrund zugibt, wie man Interessen wahrnimmt und Macht am effektivsten ausübt. Die Universitäten liefern da willig zu, der Staat gibt Zuschüsse, die Medien flankieren….. und erzeugen ein Bild, das von sich selbst als Normalität ausgeht, das die Macht des Faktischen beschwört. In diesem Zusammenhang scheinen auch die Werbung und die PR-Agenturen mit ihren raffinierten Beeinflussungsmethoden ihre Rolle zu spielen. Über die Sozialisation/Erziehung geht das alles ein in verschiedene Schichten der Bevölkerung, die kein Interesse mehr dafür entwickeln kann, was ihre jeweiligen eigenen Interessen wären. Jetzt beispielsweise betrachten die Spezialisten vom Robert-Koch-Institut unter dem Blickwinkel von Virologen, was ihrer Ansicht nach ideal für die Gesellschaft wäre. Welche soziale Folgen das haben könnte, ist aber kaum Bestandteil ihrer Betrachtung. Dies sei nicht "ihre Aufgabe", so lassen sie verlauten. Sie konzentrieren auf ihren vorgegebenen Ausschnitt der Wirklichkeit. Niemand ist verantwortlich für nichts.....

Dienstag, 1. Juni 2021

Wachstum, Menschen

Wie wäre es, einmal das weniger Attraktive zu zeigen? Einen kleinen Kratzer im Trend zur Oberflächlichkeit zu hinterlassen? Einen anderen Blick auf unsere unmittelbar Umwelt zu werfen? Dabei auch das Subjektive und vermeintlich Niedere, das Hässliche, das Zerstörte, Zersetzte, das Verfallene Dekadente...aber auch das Hässliche mit einzubeziehen? Es ist zweifellos ein Teil unserer Umgebung, - nur, wir versuchen, es auszublenden. Bestimmte Perspektiven auf unsere Umwelt werden uns abtrainiert, andere trainieren wir uns selbst ab. Die Welt ist nicht so einheitlich „schön“, wie das diese in einem ganz bestimmten Sinne retouchierten Fotolein aus der Hochglanzwelt suggerieren wollen. Diese Welt hat auch Zwischentöne, hat auch Bereiche, denen wir so unmittelbar gar nicht beikommen und sie hat Sinnbilder, Symbole, Artefakte der Zerstörung, die wir ihr als das mit allen Mitteln angestrebte Wachstum angedeihen lassen. Dabei wächst auch die Masse der Menschen, die diese Erde verkraften muss, immer mehr, was manche sogar als die Wurzel allen Übels analysieren. „Ach was!“, so weist man das einstweilen deutlich von sich. Die Frage „Wo bleibt denn da das Menschenbild?“ hat da einen deutlich die political correctness einfordernden Ton. Wie lange noch? Die Fotos hier werfen schon mal ihren eigenen Blick auf die zunehmend zerstörte Schöpfung. Sie stellen fest, meinen nichts.....

Montag, 31. Mai 2021

Selbstoptimierung revisited

Wir stehen vor einem Sprung der Geschichte, der in die eine oer in die andere Richtung gehen könnte. Selbstoptimierung, ein Zauberbegriff aus der Welt vor Corona. Manager machten Kurse in Achtsamkeit und Meditation, nur um ihre Mitarbeiter noch entspannter und effektiver „freisetzen“ zu können. Oder sie machten Kurse, um beispielsweise neue Hobbies für sich zu finden, neue Reiseziele, ihre Grenzen zu sprengen, sich auf verschiedenen Gebieten auszuprobieren, „resilienter“ (ein Modebegriff, der etwa so viel bedeuten könnte wie widerstandsfähiger aufgrund von Bewusstmachung) zu werden gegenüber all den Anforderungen des Zeitgeists. Es mag dabei auch das alte Ideal der „Selbstverwirklichung“ aufscheinen, das aus den späten sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts heraus unter anderem auf literarischem Gebiet den Schriftsteller Hermann Hesse zum Vorbild nahm. Es entwickelte sich eine eigene Form des Ehrgeizes, die versprach, in die Entschleunigung samt der dazu passenden Bewusstwerdung zu führen und dabei den Blick auf die Uhr nicht vergaß, um die Versprechen der Effizienz für sich einzulösen. Wann habe ich es geschafft? Dabei führten solche Bestrebungen ja wohl zunehmend in immer differenziertere Formen von Subwelten, von stark untereinander abgeschotteten Lebenswelten, die schließlich kaum mehr etwas miteinander zu tun hatten und die Ziele des Neoliberalismus geradezu idealtypisch auch in finanziell-ökonomischer Hinsicht verwirklichten, was dem System der Demokratie nicht gerade zugute kam. Selbstoptimierung erschien dafür aus kundiger Sicht der passende Begriff und schien eine glänzende Verkörperung des alten Fortschrittsglaubens des „Höher schneller weiter“ verbunden mit einem permanenten Versprechen der Individualisierung abzugeben. Wird das alles nach Corona wieder so sein als wie zuvor? Ob jetzt, nach der Aussicht auf ein Ende der Pandemie, ein Revival dieses Mechanismus bevorsteht? Ob sich dann wieder die selbstoptimierten Machtmenschen mit all ihrer "Durchsetzungskraft" nach vorne bringen werden? Ob dann wieder die große "Entschlossenheit" angesagt ist?

Sonntag, 30. Mai 2021

Starkes Grübeln

Durch Grübeln sich in sich selbst verankern ist ein fortwährender Prozess der Selbstvergewisserung. Eher schemenhaft wirken da die Personen um einen herum, die eine eher zufällige Kulisse der sozialen Geräusche bedeuten. Man hatte Umgang mit ihnen, doch was bedeuten sie für einen? Aus heutiger Sicht bin ich auf der Jagd danach, was sie einst für mich bedeuteten und wie meine Person dadurch so wurde, wie sie letztlich auch heute ist. Ich will es besser ergründen und nicht einfach im Flow dahinrattern, um schließlich zu sterben. Was prägte einen? Welche Erfahrungen drangen ein in einen, ohne dass man das in vollem Umfang merkte? Ja, dazu gehören auch Beschädigungen, Demütigungen und Verletzungen, was nicht immer positiv war (in dem Sinne, wie er heute gerne gefodert wird… „be positive“ usw.). Vielleicht litt man darunter, schluckte das aber hinab und empfindet das heute anders. Vielleicht weiß man aber auch mehr über die Dinge, die einen als Menschen, als soziales Wesen beeinflussen. Ob man sich auch mit dem Unangenehmen beschäftigt, oder ob man das von vornherein ausblendet? Ob das etwas mit persönlicher Stärke zu tun hat?

Samstag, 29. Mai 2021

Einzelner und Gesellschaft

Das Wort und die Relevanz sämtlicher Äußerungen des Individuums überhaupt
scheint in unserer Gesellschaft doch stark zurück gegangen zu sein. Dabei wird es nostalgisch immer noch gerne simuliert, liebevoll gepflegt, in Nischen gezüchtet - stirbt aber aus. Was vorerst bleibt, sind vielleicht Fragmente, Fetzen, Verfremdungen (auch in meiner Musik). Erinnerungen, gespeicherte Intensitäten, vergessene Strukturen, ein nostalgisches Gefühl von Aufbruch. Anarchisch. Chaotisch. Ich mache mir hier und jetzt auch keinerlei Illusionen über Formen wie Blogs oder Soziale Netzwerke. Sie tragen wohl eher zur Banalisierung des Einzelnen bei, - sie sind Erleichterungen und gleichzeitig geöffnete Schleusen. Der „Einzelne“ (die „Person“) scheint ohnehin selbst sehr stark zu dieser Entwicklung beigetragen zu haben, indem nämlich heute auch scheinbar lyrische Texte industriell, arbeitsteilig und geradezu maschinell hergestellt wurden und zunehmend werden. Der Druck auf die Tränendrüse ist etwas Gekonntes. Der Wutausbruch wird planmäßig herbeigeführt (jeweils beim „Durchschnittsuser“). Die Aufmerksamkeit wird gelenkt. Die Lüge beherrscht unmerklich vorrückend und die Gedanken verschleiernd das Feld. Es herrscht das Kollektive, der Schwarm, die Masse, „Big Data“, der Algorhitmus, das kalte Berechnen, - auch gerade der Emotionen.
Klar, dass diese Szenerie im Gegenzug die „Experten“ (in die oft das Individuelle“ hinein projeziert wird) zu ihrem Spielfeld gemacht haben. Spezialisten drängen sich vor und erklären das Allgemeine für ihres. Sie kennen sich aus. Sie scheinen über Spezialwissen zu verfügen, wissen es besser. In der Coronazeit scheinen sie das leider allzuoft dergestalt aufzufassen, dass sie in die Entscheidungsprozesse direkt einbezogen seien. 
Das Überindividuelle (z.b. Auswahl aus 30 Yogurths) findet sein Gegenstück im gleichförmig Uniformellen. Das technokratisch „Gekonnte“ scheint das Ideal, nicht das Erschaffene, aus dem Nichts Geschöpfte, das mit Erfahrung Unterfütterte. An seine Stelle tritt das zurecht Manipulierte, das Angeordnete, das Programm. Reize werden abgerufen. Das „Tun-so-als-ob“ beherrscht die Szenerie. Eine Scheinindividualisierung verkauft sich, wird im Hintergrund aggregiert und zu Werten verarbeitet. Fingierte Authentizitäten überwältigen. Songlyrics werden heutzutage „gemacht“, zusammengesetzt aus Versatzstücken, aus Phrasen, Klischees, aus synthetischen Perspektiven. Es wird alles immer austauschbarer, es wird zur kalten Ziffer, zur Zahl, zum manipulierten Etwas. Das Analoge, das im alten Sinne „Tatsächliche“, wird von grinsenden Technokraten oft zum disfunktionalen (Kosten-)Faktor erklärt und sofort ausgemerzt. Freigesetzt. Entlassen. Hinaus geworfen.
Auch Bob Dylan, dies alte Chamäleon, hat mit seinem etwas narzisstisch eitlen Zaudern bei der Übergabe des Nobelpreises vielleicht ein Zeichen in dieser Richtung gegeben: die bisherigen Mechanismen sind ausgeleiert und bis zur Unkenntlichkeit missbraucht oder kompromitiert. Sie gelten offenbar längst nicht mehr unreflektiert im Verhältnis 1 : 1. Es haben sich längst andere (meist ökonomisch konnotierte) Faktoren dazwischen gedrängt. Oscar und Grammys sind mit Verkaufszahlen solide unterlegt, der Erfolg bemisst sich in Umsatz. Der Mensch reiht sich freudig ein und wird willig Kunde. 

Freitag, 28. Mai 2021

Warten auf....

In meinem Leben habe ich mir viel zu oft die Beine in den Körper gestanden. Lebenszeit vertan. Gewartet auf etwas Außergewöhnliches und auf etwas Gewöhnliches. Habe versucht, diese Zeit aufzuschreiben, sie zu reflektieren. Etwas daraus zu machen. Meine Reaktionen einzuordnen, sie zu analysieren. Sie in Verhältnis zum Mainstream „der Leute“ zu setzen. Mich überhaupt in andere Leute hinein versetzen. Auch abgewartet und dann versucht, zu reagieren, mich selbst dabei beobachtet. Bestimmte Leute behaupten beharrlich, dafür keine Zeit zu haben. Gewisse Vorgesetzte jedoch haben währenddessen Damen flach gelegt und zahlreiche Familien gegründet, gefressen, gefickt, gehätschelt, betreut, geliebt, gehasst, getrennt, gegründet, gemacht und getan, sie haben am „aktiven Leben“ teilgenommen, - so wie das vorgegeben erscheint. Trotzdem: der morgendliche Druck zu Denken, etwas aus mir heraus zu quetschen, das Machen und Tun, in dem ich mich auch vorwärts zu bewegen versuchte, das gemeinsame Schaffen an etwas Größerem, all das, habe ich vielleicht dann doch vermisst. Ich habe um mich geblickt und versucht, dabei das zu empfinden, was ich möglichst wortreich phantasievoll aufschreiben konnte. Ausgerechnet ich bewegte mich in einer Bahn, einer Art, die jedermann gefallen wollte und davon sogar ökonomisch abhängig war.