Reise durch Wirklichkeiten

Dienstag, 26. Mai 2020

Pressekonferenz

Was mich ankotzt: die Bundespressekonferenz zu verfolgen, bei der die Angestellten dieser Bundesregierung wieder mal die Information mit möglichst schwafeligen Formulierungen, mit Nebelkerzen aller Art und Verhinderungsstrategien, zu verhindern versuchen. Klar, dass das in der Vergangenheit auch schon so war, die diesbezügliche Tradition reicht lange zurück. Außerdem gibt es da noch viel schlimmere Beispiele in der gegenwärtigen Politik! Schlimm genug! Frappierend wirkt auf mich die Selbstsicherheit dieser bestellten Schwätzer, ihre verschleiernde Impertintenz dem Journalismus gegenüber, der sich in Gestalt seiner bestellten und ebenso in Sicherheit abgefederten Vertreter dies alles bieten lässt. Diese gelangweilten Gesichter dieser MinisteriumssprecherInnen kotzen mich an! Ich muss abschalten……vergessen...ignorieren... als Macht des Faktischen hinnehmen...oder etwa nicht?


Montag, 25. Mai 2020

Kaufen als Kraft

Was offenbar das Problem ist: Wir kaufen nicht den ganzen überflüssigen Krempel, der die Wirtschaft voran bringt. Wir sollten wieder Kreuzfahrten machen und Autos kaufen, die wir dann verhökern, sobald was Neues kommt. Wir sollten unbedingt dies und jenes kaufen, alleine schon des Kaufens wegen. Eigentlich aber, so vermute ich, wollten wir genau dies nicht mehr: all den überflüssigem Kram, der unsere Wahrnehmung verstopft und eskapistische Kreuzfahrtziele abgibt! Wir wollten nicht mehr den Flieger für 19,99 Euro benutzen, schon gar nicht innerdeutsch, trotz der Zugverbindungen mit ihren „Eigenarten“, - auch wenn wir uns jetzt fragen, wieso die Lufthansa offenbar pleite ist und Ryanair anscheinend fröhlich wieder weiter fliegt!

Sonntag, 24. Mai 2020

Nothupe

Es hupt, piept, schellt, - wo kommt das jetzt her? Ich habe das Problem schon länger: TV läuft und von irgendwoher kommt ein Signal. Von hinten oder von vorne? Aus dem anderen Zimmer? Es scheint sich ein Gerät zu melden. Notrufe auszusenden. Gelten diese mir? Mein Smartphone wird offensichtlich gerade aufgeladen. Kommt das aus dieser Richtung? Jetzt was? Gilt das mir? Es löste wie automatisch schon viele Fehlreaktionen in mir aus, bloß weil ein paar Fernsehdödel ihr Smartphone oder andere Töne achtlos in ihren Beitrag klingeln lassen. Man sollte gezeielt ansehen und dann abschalten. Wäre sowieso vernünftiger. Dabei reichen schon die Geräte, die sich wegen irgendeiner Mangelsituation scheinbar selbständig per Piepton melden. Ich habe Festnetztelefon und Smartphone. Ich renne in der Wohnung hin und her. Panisch. Kleine Sorgen. Es gibt größere, ich weiß…..

Freitag, 22. Mai 2020

Valerie (5)

Aus dem Fortsetzungsroman, den ich vor langer Zeit begonnen hatte:

Im Fahren tastete er mit der rechten Hand, während die Linke das Steuer hielt, nach der Cola-Dose, die er glaubte, noch zu haben. Doch er wurde nicht fündig. Und er beschloss, vorerst mit dem Durst zu leben. Man musste ja auch nicht jeder Hysterie des Körpers nachgeben. Die Sattheit, die danach folgte, war ohnehin trügerisch und verlangte nach ständiger Erneuerung, - auch wenn dies gar nicht vonnöten war. Auf solche oder ähnliche Art sollte das kapitalistische System funktionieren, hatte er immer wieder gehört. Man vergaß darüber sogar, die gemeine Realität zu denken. Mittlerweile war dies für ihn eine typische Funktion des menschlichen Systems und er gab sich nur zu oft mit dieser Erklärung zufrieden. Man war dann damit fertig. Eine Erklärungsspur war hinaus gelegt in das Meer des Unwissens. Verbissenheiten glaubte er, abgelegt zu haben. Eine künstliche Souveränität wärmte ihn von Zeit zu Zeit. Man war froh darüber, man hatte gekämpft darum. Man war den Anderen darin voraus. Es kam ihm so vor, als habe sich draußen ein Schleier herab gesenkt. Die Natur hatte heute morgen wohl vergessen, dass sie über Farben verfügte. Überall herrschte dieses Einheitsgrau, das man nicht einmal Grau nennen konnte: Diese schmuddelige Mischfarbe aus unbestimmter, gleichgültiger Tristesse und Straßenstaub, die sogar auf das Rot des Alfas abzufärben schien. Der Himmel war bedeckt, es schien bald zu regnen, aber zu einer Entladung der Spannung schien es nicht zu kommen. Dieses Grau überlegte es sich immer noch einmal anders. Er passierte Seen, die zugefroren schienen, unter einem Eis, dass die Wolkendecke zu verdoppeln schien.

Mittwoch, 20. Mai 2020

Weltmeister

Im Großen und Ganzen passe ja alles bei uns, sei alles toll - argumentiert die CDU/CSU. Mal wieder war Deutschland besser als die andern, wie jetzt in der Corona-Krise. (Ob sie vorbei ist?, „Unser Gesundheitssystem ist halt doch das beste der Welt“) Wirtschaftlich riefen sie sich einst ja stolz als „Exportweltmeister“ aus, im Fußball wurden sie auch Weltmeister, Spahn ergänzt, dass Deutschland ja ohnehin soooo schön sei……. Etliche Komiker und Karrieristen bei der CDU stimmen ihm lustig listig zu, die SPD ist weiter auf der Suche nach der verlorenen Arbeiterschaft und die LINKE vollzieht ihre idiologisch gefärbten Rituale, eingedenk dessen, dass sie Rechtsnachfolgerin der SED ist, die Grünen spielen die Mahner im Klimakonflikt, versuchen sich offensichtlich aber ansonsten als gutbürgerlich und Partei der besserverdienenden Durchblicker zu positionieren. Währenddessen droht sich der Bundestag in der nächsten Wahlperiode auf mehr als 800 Abgeordnete aufzublähen…..


Montag, 18. Mai 2020

Valerie (4)

(Fundstück eines angefangenen Romans, unwesentlich verändert) 

Einer dieser in maßgeschneiderte Anzüge gekleideten Vertretertypen mit mittlerem Erfolg stürzte herein und er floh hinaus ins Auto, in seine eigene abgeschlossene mobile Welt, in der er das verlogene Gefühl ausleben konnte, die Illusion, sich frei zu bewegen. Der rote Alfa war gemietet, gemietet mit Geld, das er sich geliehen hatte von Leuten, die mit ihm Mitleid hatten oder vielleicht tatsächlich mit ihm Mitleid hatten, was ihm die Sache nicht leichter machte. Das hieß, man musste Vertrauen rechtfertigen, um Aufschub bitten, Verlegenheiten überspielen, überreden, jene Sorgen bedenken, die er eigentlich nicht haben wollte. Die Gedanken an das Bild des Erfolgsmenschen bedrängten ihn, er gab Gas und stellte gleichzeitig fest, dass er vergessen hatte, zu tanken, obwohl sich an der Raststättentankstelle die Gelegenheit dazu ergeben hätte. Nun würde er halt hoffen müssen, bald an einer anderen Tanke vorbei zu kommen. Er stellte das Autoradio an und es quoll Vergangenheit heraus: „Just like a Woman“, als er und Dylan noch jünger waren. Die Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht gelangen unbefangener, unbekümmerter, man war noch offen für etwas Neues, das man sehnlichst erwartete.
Es fing an zu regnen und er wurde plötzlich gerade dann durstig, als Dylan vom alten Fluch sang, der ihn immer noch quäle. Viele hatten damals bei dieser Zeile an Inzest gedacht, - als ob es nicht auch andere Flüche gäbe…!Alltägliche, langweilige, auf die Dauer der Zeit wirkende Flüche, die sich eingraben ins Bewusstsein und das, was darunter ist. Gewohnheiten, die man ausprägt und die einen dann selbst prägen.

Sonntag, 17. Mai 2020

Gegenwart

Im Großen und Ganzen passe ja alles bei uns, sei alles toll - argumentiert die CDU/CSU. Ihre Einzelpersonen geben sich jovial und grinsen dazu. Mal wieder war Deutschland besser als die andern, wie jetzt in der Corona-Krise. („Unser Gesundheitssystem ist halt doch das beste der Welt“) Wirtschaftlich riefen sie sich einst ja stolz als „Exportweltmeister“ aus, im Fußball wurden sie auch Weltmeister, Spahn und die ihm nahe stehenden Kreise ergänzen, dass Deutschland ja ohnehin soooo schön sei……. Etliche Komiker und Karrieristen bei der CDU stimmen ihm lustig und im eigenen Interesse zu, die SPD ist weiter auf der Suche nach der Arbeiterschaft und die LINKE vollzieht ihre Rituale, eingedenk dessen, dass sie Rechtsnachfolgerin der SED ist, die Grünen spielen die Mahner im Klimakonflikt, versuchen sich aber ansonsten als gutbürgerlich und Partei der Besserverdienenden zu positionieren. Das Prekariat fällt durch. Währenddessen droht sich der Bundestag in der nächsten Wahlperiode auf mehr als 800 Abgeordnete aufzublähen…..es folgt die Ansage der anstehenden "Digitalisierung": "Es wurden keine passenden Artikel gefunden"


Samstag, 16. Mai 2020

Verschwörungstheorien

Es ist in letzter Zeit immer mehr von „Verschwörungstheorien“ die Rede. Worin sich ihre rasante Ausbreitet begründet, scheint dabei nicht allzu sehr zu interessieren. Solange Verschwörungstheorien mit politisch korrekten Inhalt verbreiten, scheint alles okay zu sein. Wehe aber, wenn abweichende Meinungen transportiert werden! Gängig scheint es mir zuerst zu sein, sie als „krude“ zu bezeichnen. Es scheint mir aber insgesamt viel zu sehr vernachlässigt zu werden, dass die Leute, die Masse der potentiellen Kunden in der Masse leider viel zu oft in einem bestimmten politischen und/oder von PR-Agenturen herbei geführten Interesse beeinflusst werden sollen. Es geht dabei um die "Durchsetzung" bestimmter Ziele und von Interessen. Solange dies Interesse kommerzieller Natur ist, scheint sowieso alles okay in dieser Gesellschaft. Geld ist heilig gesprochen und in einer "Freien Marktwirtschaft" muss es ja verdient werden. 

Es werden also im Hintergrund ganze Strategien entworfen, um möglichst viele Leute in einer bestimmten Richtung zum Zwecke der gezielten Täuschung zu beeinflussen. Dazu werden auch sprachliche Tricks eingesetzt, die die „Deutungshoheit“ erbringen sollen. Dass die Reaktion darauf die Vermutung einer Verschwörung im Hintergrund ist, kommt mir nicht sonderlich abwegig vor. Es geht darum, dass sich im Hintergrund bestimmte Kräfte um möglichst gutes „Verkaufen“ und die Täuschung möglichst vieler Menschen bemühen. Um die Verpackung. Um die Befrachtung mit Interessen. Im Grunde ist das alles auch dem Kampf um die sogenannte „Deutungshoheit“ geschuldet. Wer ein bestimmtes Thema mit einer bestimmten Power besetzt, wer besonders die Medien dafür einzusetzen imstande ist (was sie oft genug willfährig tun, z.b. dass die deutsche Bundesregierung neuerdings jedes neue Gesetz mit einem politischen Slogan besetzt), hat offenbar gewonnen. Dass solche Strategien auf die Dauer durchsickern zu der Masse der Menschen und allerlei Vermutungen schüren, erscheint mir einigermaßen logisch.


Donnerstag, 14. Mai 2020

Fake News

Besonders während der letzten Wochen hatte ich – freiwillig oder unfreiwillig! - Gelegenheit, ein bisschen das gegenwärtige Fernsehprogramm in seiner Gesamtheit zu erschließen. Was mir dabei aufgefallen ist? Die öffentlich-rechtlichen Programme scheinen sich immer mehr den Privaten anzugleichen. Einziges Kriterium scheint inzwischen „Die Quote“ zu sein. Um sie zu beeinflussen, lässt man sich offenbar zu vielem hinreißen, was mit dem öffentlich-rechtlichen Auftrag nicht mehr so ganz zu rechtfertigen ist. Dienten sich die privaten Programme zuerst mit großzügigen Werbeblöcken bei den Konzernen und ihrem Publikum an, so scheint auch das, was dazwischen plaziert wird, inzwischen gnadenlos den kommerziellen Interessen zu folgen. Gewiss, ein paar politisch ausgerichtete Magazine scheint es schon noch zu geben. Sie scheinen der öffentlichen Rechtfertigung zu dienen und scheinen mir immer dann vorgeschoben zu werden, wenn es um den „Qualitätsjournalismus“ und innovative Berichterstattung geht. Dass ihre Berichte in letzter Zeit allzuoft damit enden, dass ihnen von den Mächtigen keine Interviews oder Aussagen gewährt werden, scheint viel zu oft in Kauf genommen zu werden. Insgesamt scheint aber das „Erlaubt ist, was gefällt“ zu gelten, also die dramatische Überhöhung von Geschichten, die ursprünglich hätten journalistisch „rüberkommen“ können. Also wird hier und da ein bisschen ausgeschmückt, ein bisschen übertrieben, ein bisschen farbiger und unterhaltsamer „gemacht“. Beispiele aus dem Journalismus gibt es inzwischen leider viel zu viele. Und in genau dieser Richtung scheint sich mir das öffentlich-rechtliche Fernsehen auch zu entwickeln. Damit entspricht es zunehmend den Kriterien, die ich einst per Interview herausgefunden hatte: gute Laune um jeden Preis, Konzentration auf „süffige“ Inhalte, die nicht unbedingt den Fakten entsprechen müssen („Fake News“),“gestaltete Wirklichkeit im Sinne einer „Scripted Reality“.


Mittwoch, 13. Mai 2020

Konsumverstopfung

Was war alles im Gespräch? Noch vor wenigen Tagen? Man diskutierte, wog ab... Ansprüche reduzieren, hieß es, etwas schaffen, das auch dann stabilisiert werden kann, wenn die nächste Krise droht. Es ging um Autonomie, Unerpressbarkeit durch Konzerne, gesundheitliche ökologische Ressourcen oder eine drohende Sinnkrise. Diese Gesellschaft wird krank, so hieß es, weil die Ereignisdichte, die Reizüberflutung, weil dies alles zur Entfremdung führt, der Erfahrung, dass wir ein Rädchen in einem (digitalen) Getriebe werden, zu Nummern und Zahlen in Kalkulationen. Gibt es Zuwächse an Verfügbarkeit? Ist da eine Stagnation des Glücks, weil Stagnation droht? Es droht wohl so etwas wie Konsumverstopfung. Gibt es Grenzen des Wachstums? Weiteres Wachstum mag unverantwortbar sein. Nach folgenden Generationen keine Chance lassen. Geht das? Ökologische Grenzen nicht respektieren. Es reicht möglicherweise dabei nicht aus, auf die Technik zu verweisen. Vielleicht sollten auch Verhaltensänderungen sein.

Und jetzt? Herrscht das Bewusstsein, alles sei vorüber. Die Gesundheitsämter, die jahrelang kaputt gespart wurden, sollen fit genug sein und für den Föderalismus stehen. Außerdem gibt es wohl viele Bescheidwisser, die in großen Gruppen zusammen stehen und in den Biergärten sitzen. Nun ja, Skepsis mag da angezeigt sein. Auch gegenüber der Weisheit der Eigenverantwortung. Die Fleischverarbeiter in Nordrheinwestfalen und ihre Unterbringung stehen wohl auch Missstände, die es schon vor Corona gegeben hat. Zudem wird in meiner Umgebung beklagt, dass die Reinigungskräfte nicht so zur Verfügung stehen, wie gewünscht. Es soll gefälligst unser Dreck weg geputzt werden. Ob das ein Schritt in die „Normalität“ oder in die „neue Normalität“ sein soll?


Dienstag, 12. Mai 2020

Pandemie Reloaded

Was war alles im Gespräch? Noch vor wenigen Tagen? Man diskutierte, wog ab... Ansprüche reduzieren, hieß es, etwas schaffen, das auch dann stabilisiert werden kann, wenn die nächste Krise droht. Es ging um Autonomie, Unerpressbarkeit durch Konzerne, gesundheitliche ökologische Ressourcen oder eine drohende Sinnkrise. Diese Gesellschaft wird krank, weil die Ereignisdichte, die Reizüberflutung, weil dies allles zur Entfremdung führt, der Erfahrung, dass wir ein Rädchen in einem (digitalen) Getriebe werden. Zuwächse an Verfügbarkeit. Stagnation des Glücks, weil Stagnation droht. Es droht Konsumverstopfung. Gibt es Grenzen des Wachstums? Weiteres Wachstum mag unverantwortbar sein. Nach folgenden Generationen keine Chance lassen. Ökologische Grenzen nicht respektiert werden. Es reicht dabei wohl nicht aus, auf die Technik zu verweisen.

Und jetzt? Herrscht das Bewusstsein, alles sei vorüber. Die Gesundheitsämter, die jahrelang kaputt gespart wurden, sollen fit genug sein und für den Föderalismus stehen. Für zielgenaues Handeln. Außerdem gibt es wohl viele Bescheidwisser, die in großen Gruppen zusammen stehen und schwatzend in den Biergärten sitzen. Nun ja, Skepsis mag da angezeigt sein. Auch gegenüber der Weisheit der Eigenverantwortung. Die Fleischverarbeiter in Nordrheinwestfalen und ihre Unterbringung stehen wohl auch Missstände, die es schon vor Corona gegeben hat. Allgemeine Wohnungsnot und drohende Klimakatastrophen mögen weitere Punkte sein.  Zudem wird jetzt in meiner Umgebung schon wieder beklagt, dass die Reinigungskräfte nicht so zur Verfügung stehen, wie gewünscht. Es soll gefälligst unser Dreck weg geputzt werden. Von denen, die es verdient haben? Ob das ein Schritt in die „Normalität“ oder in die „neue Normalität“ sein?


Montag, 11. Mai 2020

Wachstum realoaded

Ob uns das in Zeiten der Krise etwas bewusster geworden ist? Oder ob der Zeitpunkt schon wieder vorbei ist? Ob überhaupt alles vorbei ist? Der Zwang zur Leistung des immer höher, schneller, weiter? Das Wachstum um jeden Preis? Ob Entschleunigung da ein Gegenkonzept ist, das nicht nur aus der Not geboren ist? Der Zwang zur Steigerung, ob er „eingebaut“ ist in unser System? Schneller, größer und innovativer werden, ob es da Grenzen gibt? Die darf es nach der herrschenden Wachstumslogik nicht geben, sonst gibt es kein Erhalten oder gar Ausbau des „Wohlstands“. Das lernen wir unter allen Umständen. In allen sozialen Schichten. Das wirkt sich zwar nicht überall gleich aus: diejenigen, die sich als „Eliten“ begreifen, haben den Zwang schon mal verinnerlicht, die Rastlosigkeit, das Ziel, besser und noch schneller zu werden, ist bei ihnen ein inneres Bedürfnis geworden. Für die meisten „normalen“ Arbeitstätigkeiten ist bes mehr ein Druck von außen, der ihnen als Vorgabe vorschreibt, was in welcher Zeit zu bewältigen ist. Dieser Zwang durchdringt auch alle Lebensbereiche, in der Arbeit, in der Bildung, in der Pflege, in der Art und Weise, wie wir mit der Natur und den Tieren umgehen, selbst unser Liebesleben unterliegt dieser Logik des Mehr und immer schneller, der Steigerung, Optimierung und Beschleunigung. So durchdringt dieser Zwang nahezu alle Lebensbereiche, saugt sie in sich auf und überwältigt die Menschen, indem er diejenigen, die sich diesbezüglich außerhalb stellen, sanktioniert und es ihnen sehr schwer macht. Das Hamsterrad muss sich immer schneller drehen, damit es bestehen bleibt. Es gibt kein Entrinnen. Wirklich? Jetzt den „Reset“-Knopf drücken?


Sonntag, 10. Mai 2020

Sonntagmorgen


Sonntagmorgen. Ich erinnere mich an eine andere Zeit. Sonnendurchflutete Zeit, die durch mich und den Bauernhof gegenüber floss: Die Sonne, der Geruch, eine Mischung aus Mist, frischer Luft und Gras, darin mein Erfahren, einerseits der Wiederkehr des Augenblicks, andererseits der Sensation, die darin lag. Da war meine Sehnsucht hinaus an den Horizont, ins Draußen der Möglichkeiten, die Beständigkeit und Veränderung, die darin ihre Selbstverständlichkeiten gewann und dem festen Kreislauf dessen entsprach, was man gemeinhin Natur nennt und was damals meine Selbstverständlichkeit war. Man war beschützt und behütet vor jenen Krisen und Katastrophen, die uns jetzt immer selbstverständlicher scheinen. Meine Familie nahm teil an Kreisläufen des Austauschs dessen, was man zu geben und zu nehmen hatte. Aus heutiger Sicht geschah das in großer Natürlichkeit. Das Land, der Boden, die Erde. Alles war da. Man trat hinaus und es überkam einen ein Hauch all dessen. Er umgab einen, ohne dass man darüber nachdachte. Das Muhen der Kühe, ab und zu, garstige Notwendigkeiten und überlieferte Formen: das war die Form, in die sich auch Plätze, Häuser, Ansammlungen von Menschen aller Art gossen. Sogar die Paarungen aller Art. Man war klein, am Anfang, alles war Versprechen und Möglichkeit. In einer noch unscharfen Form wurde man sich seiner selbst bewusst.

Samstag, 9. Mai 2020

Kohle gegen Vermeidung

Hilfen für die Lufthansa sollen gewährt werden. So geht‘s durch die Presse. Natürlich brauchen wir als Deutschland eine international agierende Fluglinie. Auch in diesen wilden Zeiten, in denen sich Klima und Infektion begegnen. Aber muss und darf es sein, dass diese dann durch Steuergelder unterstützte Fluglinie ihr Geld in Steueroasen parkt? Zum Zwecke der Steuervermeidung. Dass muss unterbunden werden, so denke ich. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Dazu braucht es aber ein Mitspracherecht des Staates. Natürlich mobilisieren die Wirtschaftsmedien und ihre Handlanger jetzt alle Mittel dagegen. Aber es kann ja auch von ihnen nicht der Allgemeinheit gegenüber verlangt werden, dass der Staat dabei hilft, sich selbst zu umgehen. Steuervermeidung und Steuerbetrug gehen immer mehr ineinander über. Klaro. Tricks scheint es genug zu geben. Aber so etwas sollte nicht gefördert werden, - finde jedenfalls ich.


Mittwoch, 6. Mai 2020

Fraktur (Songtext)


FRAKTUR


Digitale Frakturen
Repeat
Sinn oder Unsinn
Worte Sentenzen
versteckt
In a hidden Place

Dienstag, 5. Mai 2020

Grinsende Lächler zur Unterhaltung

Grinsende Lächler überall in den Medien. Wenn die Kamera ein wenig zu lange drauf bleibt, wird die Maske jedoch sichtbar, die das bedeutet. Überall scheint der Schein zu herrschen. Die Maske. Das sich gegenseitig etwas vormachen. Die Wahrheit und die Wahrhaftigkeit haben es schwer. Die Gesichtsoperationen, derer, die es sich leisten können, beherrschen das Feld. Die Ganzkörperoperationen und die kleinen Mäuschen aus dem Solarium, die sich besser fühlen, wenn sie ihr ganzes und auch noch letztes Geld  selbst unter erschwerten Krisenbedingungen dafür ausgeben. Die dadurch, wie sie lächelnd erklären, „einfach mehr Selbstbewusstsein“ haben. Die beim Schein mit dabei sind, zum Schein. Die gute Laune der beautiful people als Maskerade, als "Role model" und als sowohl bewusstes als auch unbewusstes Vorbild. Das absurde Spiel der elektronischen Medien und das ,was sie den Menschen antun. "Alles, was wir wissen, wissen wir aus den Medien", sagte der Soziologe Niklas Luhmann. Doch was transportieren diese Medien? Unterhaltung kommt zunehmend als Verdummungsmaschine rüber. Als Suchtmittel für die Doofen. Als Verwirrung. Als Überhöhung und gleichzeitig Verkehrung der Realität. Erpressung durch die Globalisierung. Ob das am Ende gar zu einer neuen Fremdenfeindlichkeit führt?


Montag, 4. Mai 2020

Das Blau

(Aus einem unveröffentlichten Roman)

Das Blau, dieses Blau. Es berührt dich. Es packt dich und zieht dich an. Du hattest lange nach einer solchen Unmittelbarkeit gesucht. Du hast es in deiner Kindheit gesehen und es war immer wieder in deinen Träumen aufgetaucht. Du hattest sogar versucht, es zu kaufen, in Form von Schalen, von Glas, von lauter seltsamen Gegenständen, die bei dir zuhause nutzlos herumstanden. Kaufen? Nun ja, du wolltest es um dich herum haben, möglichst nah bei dir. Nun ist es da. Dieses Blau mit der magischen Anziehungskraft. Jetzt ist es Christus am Himmel dieser Kirche, gehüllt in dieses Blau, gemalt von einem Maler mit dem Namen Martin Koller. Jetzt ist es Maria. Nach 250 Jahren strahlt es immer noch, dieses geheimnisvolle Blau, das den Menschen einst etwas Konkretes bedeuten sollte und uns nun so geheimnisvoll herab leuchtet. Dieses Blau, das tief in dir etwas anzusprechen schien, etwas, das dich früher einmal vorwärts getrieben hatte. Eine Kraft, von der die Romantiker aller Zeiten geradezu magisch angezogen waren. Von Novalis bis Neil Young.

Samstag, 2. Mai 2020

Warnung vor journalistischen und wissenschaftlichen Unzulänglichkeiten in diesem Blog

Es geht bei vielen Postings in diesem Blog womöglich um Perspektiven, denen jeder unterliegen kann.  Die ihm "zufliegen", ohne das er das explizit so will oder dass er das Mitgeteilte überprüfen könnte. Dabei spielt meine Person keine oder eine sehr geringe Rolle. Ich sehe mich selbst da nur als eine Art "Medium", dass stellvertretend für die Masse der Vielen steht. 
Dies hier ist aber auch kein intimes Tagebuch! Das Subjektive mag an vielen Stellen in Richtung des Objektiven gehen, - und umgekehrt! Das zu beachten ist bei der Lektüre sehr wichtig. Ich fühle mich in der Rolle des Schreiberlings eher als Beobachter und stelle ja von der Seitenauslinie auch viele Fragen, auf die ich selbst keine Antwort weiß. Auch sie könnten sich jedem stellen. Es hat mit meiner Person nichts zu tun, ohne dass ich die bequeme Position jener Politiker einnehme, die erklären, dass die Entscheidung zwischen richtig und falsch nicht von ihrer Person abhänge. 1.) werde ich nicht von der öffentlichen Hand bezahlt 2.) habe ich keine „wichtigen“ Entscheidungen zu treffen. Nein, ich fühle mich als Teil von etwas Anderem, - was auch mit meinem Studium der Soziologie zu tun haben könnte.
Ich zeichne ein Bild, das - und das ist die Pointe! - nicht zutreffend sein muss! Ich nehme einfach nur Informationen, Anstöße, Fragmente rund um mich herum auf und gebe sie wieder. Nein, da ist kein journalistisches Überprüfen und die Verantwortung vor der Veröffentlichung! Viele der "Konsumenten" haben schlicht nicht die Zeit dafür. Der alltägliche Journalismus geht auch kaum so vor.... Es geht hier vielmehr um ein Stochern im Nebel anhand gewisser Fakten, - so, wie es vielen anderen Personen geht. Übrigens: Interviews werden nicht gewährt. 
Es erhebt die Information in meinen Posts keinen Anspruch auf absolute Gültigkeit. Sie ist vielmehr die Wahrnehmung einer Möglichkeit, einer Perspektive und Ansicht auf eine Gegebenheit, der wir ausgesetzt sind. Ich versuche aufzunehmen, dass es nicht mehr so einfach ist, zu entscheiden, was richtig und falsch sei. Einst und in der Aufklärung, - bis jetzt!, nahm diese Rolle die Wissenschaft wahr. Doch sie scheint inzwischen von vielen Seiten her korrumpierbar und interessengeleitet. Grund zur naiven Wissenschaftsgläubigkeit bietet sie in letzter Zeit jedenfalls relativ wenig. Politische Entscheidungsträger sollten sich auf die Wissenschaft stützen, heißt es oft. Doch unter diesen Bedingungen könnte dies ein schwieriger Job sein, zumal auch die Politik selbst (z.b. EU) Einflussnahmen unter bestimmten Interessen ausgesetzt ist. Dass sich diese als wissenschaftlich kaschiert haben, ist inzwischen bekannt. Untersuchungen werden nahezu beliebig gekauft, wissenschaftliche Titel haben (nur) ihren Preis. Der Publikationszwang unter Wissenschaftlern und die Praxis wissenschaftlicher Fake-Verlage andererseits, scheinen hier zudem ungünstige Einflüsse auszuüben oder versuchen offenbar mit einigem Erfolg, sich dies eitle Bestreben zunutze zu machen.
Andere meiner Postings in diesem Blog sind hingegen sehr subjektiv, zeichnen ein Bild aus meinen Augen, sind von mir, meinen Erfahrungen und Person gefärbt und getränkt. Sie kommen aus dem Subjektiven, könnten genau darin jedoch etwas Allgemeingültiges haben, etwas, was sich verlängern ließe ins Gesellschaftliche. Privates könnte etwas mit Öffentlichem zu tun haben (s.o.)  - und umgekehrt. Ich wechsle also die Perspektiven, fühle mich tatsächlich auf einer „Reise durch die Wirklichkeit“, die gewisse Politiker in den letzten Tagen unbedingt regulieren wollten.....

Freitag, 1. Mai 2020

Alter


Es wird jetzt viel über „Die Alten“ geredet. Es kommen neuerdings dabei auch einige unverblümt sozialdarwinistische Positionen zur Sprache. Mich wundert darüber hinaus, wie etwa manche junge Leute so gar keine Vorstellung „vom Alter“ haben. Als würde es sie nie und nicht betreffen. Sie fühlen sich von Vornhinein im recht (für alles!), weil sie im ökonomischen Sinne produktiv sind. Sie würden „Die Alten“ am liebsten radikal wegsperren. Oder sie kontrolliert umbringen. Leider hat eine solche Denkweise schon viel zu lange Auswirkungen auf unsere Politik. Das allgemeine Verhältnis zum Tod, das sich an vielen Dingen und Mechanismen illustrieren ließe, zeigt dies überdeutlich. Auch die Gesundheitspolitik, die teilweise von älteren Männern gemacht wurde, scheint mir dies zu veranschaulichen, trotz aller Pflegeversicherungen und der allzu oft gehörten und total abgegriffenen Floskeln „Wer soll das bezahlen?….wir müssen auch an die….und den…..“ denken. Ob dadurch die eine gegen die andere Gruppe ausgespielt werden soll? Die Einsparpolitik vergangener Tage scheint mir jedenfalls der Wegsperrpolitik unserer Tage zu entsprechen. Scheinbarer „Effizienz“ scheint mir jegliche Empathie und jegliches Bewusstsein vom Menschsein geopfert zu werden. Der durch verfehlte Gesundheitspolitik bedingte und auch jetzt herrschende Mangel an Personal und Material macht mich wütend. „In den Ofen stecken“ scheint die Politik zukünftiger Tage. Radikale Umsetzung des Ökonomischen. Jaja, klar müssen wir an die Wirtschaft denken. Im derzeitigen System hat sie ja gravierende Auswirkungen: Nur, wer arbeitet, hat eine Daseinsberechtigung. Zumindest offiziell. Wobei der Begriff „Arbeit“ auch neu überdacht werden müsste. Und der Begriff „Wachstum“, von dem jetzt eine ganze Gesellschaft lebt. Ob es zumindest verschiedene Begriffe von „Wachstum“ gibt? Und ob der von der Politik oft gebrauchte Begriff des „nachhaltigen Wachstums“ etwas von einer Beruhigungspille hat?

Mittwoch, 29. April 2020

Wissenschaft und Öffentlichkeit

Ich staune, wie anpassungsbereit und zahm sich Leute bei TV-Talkrunden geben, während sie sich zuvor als agressive Vertreter einer ganz bestimmten restriktiven Linie profiliert hatten. Besonders Virologen scheinen sich jetzt dabei hervor zu tun. Scheinen. Sie erklären das bei verschiedenen Gelegenheiten gerne mit ihrem Bonus eines Wissenschaftlers, dessen Erkenntnis sich halt in Widersprüchen vollziehen könne. Klaro. Bescheidweisser attestieren ihnen das gerne. Ob dabei aber weniger die Dynamik der Erkenntnis, als vielmehr ein Trick dahinter steht? Gleich danach sind sie, die gebenedeiten Virologen, jedoch leider viel zu oft dabei, steile Thesen in „wichtigen“ PKs vorzutragen, die sie dann aber nicht öffentlichkeitsverständlich erklären. Sie sollten begreifen, dass es bei solchen Talkshows nicht um einen Kongress von „Wichtigs“ und Experten, sondern um öffentliche Kommunikation geht.
Fußballbosse treten damit nach vorne, dass sie für ihre gehätschelte Millionärsbande ganz besondere Bedingungen fordern und sie für ein dringend benötigtes Entertainment der Marke „Brot und Spiele“ eintreten. Alle anderen müssen zurück treten, sie alleine haben das richtige „Konzept“. Fordern, ja fordern, nachdem sie sich zuvor allzu gerne als „demütig“ gegeben haben. Ob das mit der Demut ein PR-Trick zum Erreichen bestimmter Ziele war? „Ethik-Experten“ könnten nach meinem Geschmack etwas entschiedener und klarer sein. Sie ziehen sich allzu gerne in Allgemeinplätze und nebulöse Behauptungen oder Empfehlungen zurück. Ihre Ansichten fahren aus Gremien hernieder, die, wie man nachträglich erfährt, zu einem ganz besonders tragenden Anteil aus privilegierten Männern besteht und die Familie als vom Subsidiaritätsprinzip gehätschelte Einheit nicht allzu sehr im Blick hat. Während im medizinischen Bereich immer noch die Masken und Testmöglichkeiten zu fehlen scheinen, staune ich darüber, dass mir das jetzt sogar per Mail angeboten wird und ich erfahre, dass diverse Testmöglichkeiten gar nicht genutzt würden. Dass dieser Bereich gar nicht ausgelastet sei. Alles scheint mittlerweile in Medien-Inszenierungen zu zerfasern. 

Dienstag, 28. April 2020

Was geht (Text)

Was geht

Du gehst nach draußen
und spürst den Boden unter Dir,
Du merkst wie Du gehst
Was geht da?
Was geht?
Wer ist das?
Du gehst weiter....
stellst Dir lauter Fragen
die sich langsam verwischen in Dir
die einsickern in Deine Gedanken
Dein Empfinden
Du bist jetzt hemmungslos bei Dir selbst
und legst doch auf Selbsterfahrung keinen Wert
kannst das alles nicht mehr leiden
bist müde dieser elenden Finten
du willst dich nur kurz begreifen
an diesem Tag
in diesem Moment
du willst die Zeit nicht vergessen
die du heute anderen wieder verkauft hast
gerade so als sei's eine Notwendigkeit
als Rechtfertigung deiner Existenz
Du spürst ein Auge in Dir
wie es dich anschaut
Dich, - wer bist du
tausende gehen jeden Tag
du bleibst
hast dich an das Bleiben gewöhnt
so ist das
eines Tages wirst auch du gehen
ganz alleine
und alles um dich herum wird alles dasselbe sein
es geht weiter mit Dir.....

(etwa 2009 von mir)

Montag, 27. April 2020

Wirtschaft und Krise

Was mir derzeit aufstößt? Besonders im Bereich der veröffentlichten Meinung erscheint mir das Wort „moralisch“ blitzschnell diskreditiert zu sein… Dass etwas ethisch vertretbar sein könnte, scheint so weit außerhalb jeglicher wirtschaftlicher Betrachtung zu sein, dass es nur abfällige Missachtung verdient und gerne mal als „Sozialromantik“ oder „Geschwätz" abgetan wird. Der „Wohlstand“ ist uns heilig, so erscheint mir ein Glaubenssatz dieser Gesellschaft, der natürlich „alternativlos“ scheint. „Natürlich wird‘s Leute geben, die durch‘s Raster fallen“ so höre ich auch immer wieder. Im multilateralen Bereich könnte es ja wohl auch so sein, dass ein ganzer Kontinent wie Afrika „durch‘s Raster“ fällt. Ob die, die „durch‘s Raster“ fallen, immer dieselben sein müssen, kommt mir dann aber doch wie eine ethische Frage vor, die von Wirtschaftsleuten zugelassen sein müsste und dringend erörtert werden müsste. Auch der Verdacht, das mit denen, die „durch‘s Raster fallen“, auch hierzulande mal wieder die „Kleinen Leute“ wie etwa Pfleger, LKW-Fahrer und Supermarktbedienstete gemeint sein könnten, erscheint im Lichte rein wirtschaftlicher Betrachtung nicht gar so abwegig. Auch scheint mir klar zu sein, dass Europa nach der Krise zerschlagen sein wird, nachdem es sich in lauter nationale Ego-Trips hat zurück fallen lassen und mit Solidarität wohl nicht allzuviel am Hut hatte. Dass aber der „Wohlstand“ mit einer internationalen Verzahnung, besonders im Bereich der EU, zu tun hat, scheint außerhalb dieser Betrachtung zu liegen. Geld mag in der EU gut angelegt erscheinen. Dass hier aber unter anderem alte Klischees ihre Urständ‘ feiern, mag nicht nur an der derzeit grassierenden populistischen Offensive liegen, die doch alle Rechtgläubigen der demokratischen Kultur so intensiv und gerne mit Missachtung belegen.

Donnerstag, 23. April 2020

Valerie (3)

(Fortsetzung des unvollendeten Romans von 28.2.)

Die Kellnerin entschuldigte sich umständlich, mit der Erklärung, sie habe Schichtwechsel und wolle deshalb abkassieren. Beim Blick in seinen Geldbeutel erschrak er und beschloss wieder einmal, aus dieser Phase der Unproduktivität heraus zu kommen, - koste es, was es wolle. Er wollte wieder anfangen, ernst zu machen und nicht nur Leben zu erzählen, weil das in gewissem Sinne für ihn doch das Erleben voraussetzte und für seine Clownerien relativ wenig Freiraum ließ (so jedenfalls kam es ihm bisweilen vor). Es gab auch andere Momente, in denen er auf seine Phantasie und sein Wissen setzen wollte – oder seine Intuition, die ihn dann aber allzu oft im Stich gelassen hatte, um ihn schließlich in Zweifel oder gar in Verzweiflung zurück gelassen hatte. Er machte die Türe mit dem großen „M“ darauf hinter sich zu und dachte dabei an die Krankheiten, die in Form von Bakterien an dieser Klinke klebten, die er gerade in die Hand genommen hatte. Aus dieser primär hygienischen Überlegung heraus versuchte er, seinen Hosenladen mit der rechten Hand zu öffnen und seinen Penis nur mit der linken Hand zu berühren. Für ein Autobahnklo war es eigentlich ganz sauber. Es roch auch nicht diesen typischen Latrinengeruch öffentlicher Bedürfnisanstalten. Über die Zigarettenstummel und Schamhaare in den Pissbecken konnte man hinweg gehen, - es gehörte hier zum Inventar. Beim Blick in den Spiegel erschrak er zum zweiten Mal heute: er fand sich abgespannt, aufgeschwemmt und gleichzeitig leer, aufgedunsen von dem Vakuum, mit dem er lange gekämpft hatte, von der Monotonie, die seine Gedanken immer wieder behämmert hatte und die dazu neigte, sich in Hektik hinüber zu verwandeln, in Übelkeit, Hautunreinheiten und jene Magenschleimhautentzündungen, die ihm nun ins Gesicht sahen….

Mittwoch, 22. April 2020

Stars und Prominente


Hierzulande scheint man sich angesichts der krisenbedingten Ereignislosigkeit und den diesbezüglichen News vor allem mit dem Befinden der „Stars und Prominenten“ zu befassen. Ein kleiner Blick nur in das „Unterschichtenfernsehen“ scheint mir da recht aufschkussreich. Namen, die ich nie gehört habe, die aber an anderer Stelle als sehr vermögend (zum Teil mit aufschlussreichen Zahlen) vorgestellt werden, prägen die Lage. Ob so etwas nicht nur zu Corona-Zeiten eine bestimmte Funktion hat, haben könnte? Ob es die Mär' befördern soll, dass du es in dieser Gesellschaft schaffen kannst, wenn du nur willst? Den Leistungsantrieb befördern? Der alte amerikanische Traum? Nun ja, mittlerweile scheint er selbst in den USA selbst nicht mehr so recht zu funktionieren. Die Reichen scheinen immer reicher zu werden, die Armen immer ärmer. Globales Phänomen. Die diesbezüglichen Zahlen scheinen mir erschreckend zu sein. Ob dieser als „Erfolg“ ausgegebene „Traum“ vor allem die als Erfolgsorientiertheit ausgegebene Rücksichtslosigkeit und den Egoismus transportieren soll? Ob Dynamik“ da das richtige Stichwort ist? Ob diese Leute, die „es geschafft haben“, vor allem mit ihren Ellenbogen voran gekommen sind? Ob sie einen bestimmten Typus des Menschen verkörpern? Ob sie sich aufgespielt haben auf der gesellschaftlichen Bühne und dafür die notwendige Verächtlichkeit aufgebracht haben? Ob so etwas wirklich ein Modell für uns sein kann?

Dienstag, 21. April 2020

USA und Europa (2)

Natürlich gibt es unzählige Stories, die den „amerikanischen Traum“ vorführen sollen. Stories über die, die es „vom Tellerwäscher zum Millionär“ gebracht haben sollen. Doch unterschlagen wird oft, wie viele gerade dies nicht geschafft haben von etwa 300 Millionen Amerikanern. Wie viele es in den Abgrund der Armut geschafft haben. Und ob der gegenwärtige amerikanische Präsident eine Werbung für dieses System darstellt? Wenn es solche Leute in einem solchen System „schaffen“, dann lässt das ja wohl Rückschlüsse zu. Unter anderem scheint die viel beschworene Dynamik und der alles beherrschende Wettbewerbsgedanke da bestimmte Charaktereigenschaften zu fördern, die von diesem obersten Häuptling nahezu täglich vorgeführt werden. Eigentlich sehe ich mich als großen Freund der USA als Land. Das darin herrschende System freilich sehe ich zunehmend kritisch. Schon früh befasste ich mich auch auf akademischem Wege damit und bereiste das Land ausführlich. Dass besonders im Nachkriegsdeutschland in Deutschland das Kopieren amerikanischer Vorgaben einschließlich dem der Demokratie eingeübt wurde, war okay. Es ging auch auf bewundernswerte Werte und ihre Realisierung zurück, von denen tatsächlich gelernt werden konnte. Dass dies aber bis heute hinein ins Ungünstigste durchgehalten wird (u.a. scheint auch die SUV-Mode davon zu kommen, in den USA hatte sie ihren Sinn....hier nicht) - bewusst oder unbewusst, - würde ich durchaus als unglücklich sehen. Der französische Weg imponiert mir da deutlich mehr.

Montag, 20. April 2020

Hindurch gleiten

Man legt Metheny und sich selbst auf, man liest Camus („Die Pest“) und Zeitung, man versucht, am Tagwerk zu arbeiten (Schreiben, korrigieren, Musik machen, Essen zubereiten, Staub saugen usw.), im Fernsehen scheint viel von "Lieferketten" die Rede zu sein, nebenbei wird die Normalität als eine "Neue Normalität" definiert, man selbst versucht, sich zu sammeln, den roten Faden weiterzuspinnen, man stolpert und taumelt durch die Tage und Wochen, man telefoniert und schaut auf verschiedene Weisen nach außen, man kauft ein und hofft nachträglich, grübelt darüber, ob und wie einem das schaden könnte, wie man sich angesteckt haben könnte, man freut sich an der Sonne, weiß aber auch, welch verheerende Auswirkungen zu viel Sonne im vergangenen Jahr hatte, man freut sich über die Auszeit, die Teile der Natur jetzt haben, erinnert sich aber auch sehr genau an das Szenario der Klimakatastrophe, an die manche Kreise möglichst schnell wieder anzuschließen versuchen, man denkt daran, wie einem die kleinen Auszeiten des Lachens gut getan haben, es wird einem bewusst, wie alt man (geworden) ist und man wird genau darüber älter, man freut sich über eine bestimmte Phrasierung, eine musikalische Wendung, die das Unendliche zu berühren scheint, die Ahnung beschert und eine Verbindung schafft..., Sie verklingt, schon ist sie weg, man hat Schlimmes erlebt und wird noch viel Schlimmeres erleben, man lebt jetzt in einer Art Zwischenzeit und versucht, mit Verstorbenen Kontakt aufzunehmen (wobei man sich mit seinen „Gesprächen“ gleichzeitig selbst sonderbar findet…), im Internet die Nachricht, dass man viele unglaubliche Preise gewonnen hat und das man sich melden soll, - der Betrug ist allzu offensichtlich.

Sonntag, 19. April 2020

Gesundheit!

Unser Gesundheitssystem scheint inzwischen, was gerade in Zeiten von Krisen ganz besonders zum Tragen kommt und für "die Vielen draußen" spürbar wird, eine Veranstaltung zur Erzielung von möglichst hohen Profiten zu sein. Dabei scheint es vor allem um Kosteneinsparungen, in der Sprache der Manager sind das Personaleinsparungen, zu gehen. Das scheinen unter anderem meine letztjährigen Erfahrungen im Krankenhaus und im Altenheim meines Vaters zu bedeuten. Es scheint in den letzten Jahren auf Teufel komm raus privatisiert worden zu sein, wobei immer dieselben Argumente zu hören waren. Ohne private Hände sei die Aufgabe sowieso nicht zu bewältigen, war über Altenheime und die sie umtreibenden Verhältnisse zu hören (Demografie war auch ein beliebtes Argument). Die Privatwirtschaft könne das besser (in der Sprache der Technokraten heißt das „effizienter“) als der Staat, so war dann stets zu hören. (Von den Zahlungen an die auf diesem Wege hinausgesparten Arbeitnehmer war nie die Rede…).
Die Schlüsselfrage, die solche neu geschaffenen Konstellationen anzutreiben scheint, ist doch „Wie kann man möglichst hohe Gewinne machen?“ und viel weniger „Was brauchen Patienten?“. Es wird dann an unzähligen kleinen Parametern gedreht, das Essen wird schlecht, die Zahl der (sinnvollen) Veranstaltungen sinkt, Geselliges Beisammensein wird zu einer formelhaften Veranstaltung, die stetes gleich abläuft und bei der es vor allem darum zu gehen scheint, möglichst wenig zu investieren. Auch werden gerne Personalkosten eingespart, indem keine Vertretungen für länger- und kurzfristige "Ausfälle" besorgt werden. Bewohner werden bewusst in Agonie gehalten (es gibt dafür auch chemische Möglichkeiten....), weil man sie auf diesem Wege besser „verwalten“ und mit ihnen umgehen kann. Weil sie auf diesem Wege gefügiger sind. Krankenhäuser waren bis 1985 nicht verpflichtet, Gewinn zu machen, sondern, - was ich aus heutiger Sicht nahezu unglaublich fand , - es war ihnen verboten (!), Gewinne zu machen. Inzwischen scheint jedes 3. Krankenhaus in privater Hand zu sein, was natürlich die Erzielung von Gewinnen nahe legt.

Samstag, 18. April 2020

USA und Europa

Gerade jetzt, in der Krise, werden große Unterschiede zwischen dem europäischen und dem amerikanischen Gesellschaftssystem deutlich. Die Zahlen sprechen hier deutlich für sich. Doch noch bis vor kurzem lobten Wirtschaftsprofessoren das amerikanische System in den Himmel und stellten es uns als leuchtendes Vorbild hin. Das europäische System sei viel zu sehr auf Umverteilung und Unterstützung vom Staat ausgelegt, hieß es. Nun scheint es auch darum zu gehen, diejenigen, die nicht so viel Geld haben, gebührend zu unterstützen. Da sind z.b. „die Jungen“ oder die Rentner. Die USA sind da viel kapitalistischer, es wird viel mehr privat gemacht. Wer sich etwas nicht leisten kann, bleibt dabei außen vor. Dies wird auch dadurch unterstützt, dass die Steuern in den USA niedriger als beispielsweise in Deutschland sind. Es gibt Aussagen, die dahin deuten, dass, wer sich in den USA einen Steuerberater leistet, nahezu keine Steuern zahlt. Doch hierzulande bekommt man für seine Steuern ein wesentlich besseres Sozialsystem und – last but not least – Gesundheitssystem. Dies kommt auch den weniger gut betuchten Menschen zugute. Die Armutsrate gebe da zusätzlichen Aufschluss, quaken Wirtschaftler. Die sei nämlich vor dem Staatseingriff nahezu gleich. Nach etlichen Umverteilungsmaßnahmen freilich reduziere sich der Anteil der Armen im europäischen System deutlich, im amerikanischen jedoch deutlich weniger. Im Ergebnis ist der Anteil der Armen in den USA etwa doppelt so hoch. In den USA sei die Gesellschaft offener und durchlässiger zwischen Arm und Reich. Es sei einfacher, Vermögen aufzubauen. Einfacher sei es jedoch auch, Vermögen zu verlieren. Vermögen aufzubauen sei dadurch ein Ansporn zur eigenen Leistung und weniger als Merkmal eines Klassenunterschieds, lassen die Wirtschaftskenner dazu verlauten. Dadurch seien die Leute motivierter. Vom Tellerwäscher zum Millionär, so lautet der „amerikanische Traum“. Ob er wohl im Laufe der Zeit etwas gebrochen ist, ob es eine Lotterie und Glücksache geworden ist, in einem solchen System Erfolg zu haben? Ob die heutigen, in den Medien oft vorgeführten Zahlen, da einen Hinweis geben? Ob, wie es das „amerikanische System“ ja propagiert, da ein Preis zu zahlen ist? Klar war das amerikanische System in der Vergangenheit dynamischer und leistungsfähiger. Doch ob dies in den letzten beiden Dekaden mit seinen Entwicklungen der wirtschaftlichen Konzentration weitgehend verspielt wurde? Ob dieser Preis und der Umstand, von wem er zu bezahlen ist, jetzt in der Krise nicht ganz klar offensichtlich wird?

Freitag, 17. April 2020

Prioritäten


Kaum sind neue Maßnahmen verkündigt, so geht das Mäkeln und Meckern los. Der Wirtschaft geht es natürlich zu langsam und die 800 qm findet sie überwiegend abwegig, in der Frage der Bildungspolitik samt den anstehenden Prüfungen scheinen die Meinungen auch weit auseinander zu gehen und die Verantwortlichen eiern wegen Maskenschutz herum, meinen in Wirklichkeit ja doch, dass einfach zu wenig Masken vorhanden sind und deswegen Hausfrauenratsschläge der Frau Kanzlerin beherzigt werden sollen. Von den Altenheimen ist wenig die Rede, vom Bundesligafußball schon. Bemerkenswert. Die Opposition muss Opposition spielen, so wie ihr das zuzustehen scheint und sie sorgt sich im Übrigen meiner Meinung nach berechtigt um die Grundrechte. Oder um Wirtschaft. Hm. Geschwätz kommt wieder in Gang, so dass am Ende niemand mehr Bescheid weiß. Jeder Wichtig und Lobbyist hat seine Meinung dazu. Das Problem aber scheint doch das Virus selbst zu sein und weniger die, die darüber entscheiden sollen. Die Überbringer von Nachrichten werden gegeiselt, doch die garstigen Fakten (Fakten, Fakten, Fakten...) bleiben.  

Donnerstag, 16. April 2020

Ja (Text)

JA

Momente,
in denen du mit allem einverstanden bist,
dir zuschaust
zufrieden
wie ein Tropfen im Ozean
ein Staubkorn in der Wüste
einfach so – einfach da
nur sein
einmal
alles in dir
du in allem
dankbar
Liebe
JA
JA......

Dienstag, 14. April 2020

Sprachgebrauch (2)

Man ist ja schon etwas befremdet, wenn gewisse Politiker im Fernsehen immer wieder die Formulierung gebrauchen, sie wollten etwas oder eine bestimmte Maßnahme „ausrollen“. Klar, das kommt aus dem Englischen. Ob das aber der jetzt ein bisschen in Verruf gekommenen und sogenannten Globalisierung geschuldet ist, die es ja aus den verschiedensten Gründen sich mittlerweile einigermaßen schwer hat und nicht mehr so „alternativlos“, wie einst dargestellt, präsentiert? Auch hat sich immer mehr eingebürgert, man wolle etwas „handlen“. Klar, Sprache ist im Wandel. Ob sie sich aber beständig in eine bestimmte Richtung entwickeln sollte? Ob das etwas mit Selbstbewusstsein zu tun hat und Selbstbewusstsein wieder mit Identität? Dass man mit etwas „am Start“ sei, kommt wohl auch aus dem Englischen, das im Gegensatz zum Deutschen „Amtssprache“ in der Europäischen Union ist. Amüsiert nehme ich auch immer wieder zur Kenntnis, wenn Sportler verkünden, man müsse jetzt wirklich „alles reinhauen“, um zum Erfolg zu kommen. "Man muss jetzt liefern".  "Darin zumindest haben wir commited". 

Montag, 13. April 2020

Natur und Mensch

Morgens, wenn ich aufwache, höre ich nicht mehr den Gesang der Vögel. Es herrscht eine alles beherrschende Stille. Und das, obwohl die Entfernung von hier zum Wald nicht allzu groß erscheint. Meinen Vater, mit dem ich mich am Telefon darüber unterhalte, scheint es sehr geprägt zu haben, dass er bei einer Wanderung mit jemand zu tun hatte, demgegenüber er den Verlust von Vogelarten beklagte. Alles, was er daraufhin hörte, war: „Das macht doch nichts aus! Dann gibt es halt einen Vogel weniger...“ Die kurzfristige Nutzung erscheint hier als bestimmendes Element. Was sich kurzfristig dem nicht unterordnet, wird ausgeschieden aus der Erkenntnis und „genutzt“ (womit allzu oft die vollkommene Vernichtung einher geht). Stichwort: Artensterben. Utilitarismus.
Das Bewusstsein, dass alles mit allem zusammen hänge, dass in einem solchen System auch ein Vogel dazu beiträgt, dass auch ökonomische Leistungen von Gesellschaften ohne Vögel möglicherweise nicht möglich seien, scheint einem solchen Bewusstsein noch immer, auch in der größten Krise, fremd zu sein. Dagegen gibt man als Mensch gerne vor, den Lauf der Natur souverän zu überblicken (woher stammt die Information eigentlich? Naturbeherrschung war im 19. Jahrhundert ein Dogma, - aber heute?), Aussagen dazu zu machen und sie dem ökonomischen Wohlbefinden, - in unser Gesellschaft gerne „Wohlstand“ genannt, - unterzuordnen. Es könnte sein, dass dadurch unser Zeitalter als „Antropozän“ gekennzeichnet sein könnte, d.h. als Zeitalter des Menschen, der sich alles, auch die Natur der Erde, glaubt, rücksichtslos durchsetzen zu dürfen. In Zeiten der Globalisierung kommt noch das Moment des Geld verdienens hinzu, wozu sich der Mensch mit seinen institutionellen Möglichkeiten auch der verschiedenen Institutionen (z.b. die EU) bedient. Es wird etwas legalisiert, was man unter anderer Sicht auch als „schwerer Raub“ bezeichnen könnte, was aber durch ein Rechtssystem abgesichert erscheint, das solche Praktiken für „normal“ und „legal“ erklärt.

Sonntag, 12. April 2020

Wiederholungen des Nichts

Es ist mir viel zu viel davon die Rede, was WIR jetzt machen sollen oder wollen. Mit diesem WIR scheint mir ausschließlich Deutschland gemeint zu sein. Über Europa scheint mir niemand mehr zu diskutieren. Europa scheint mir eine gute Idee für gute Tage zu sein. An schlechten Tagen schließen alle sofort die Grenzen und machen auf Nationalstaat. Meiner Meinung nach geht das aus vielen Gründen gar nicht. Ich befürchte, dass sich solch ein Verhalten auch noch gewaltig rächen wird. Und überhaupt, was macht Afrika?: Ich würde gerne darüber informiert werden. Es fehlt mir auch eine seriöse Auseinandersetzung mit dem Tod. Mit der Idiologie des Neoliberalismus und ihren Konsequenzen für den Alltag. 
Außerdem halte ich den nicht abreißenden Druck der Medien nicht mehr aus: Mir kommt es so vor, als gäbe es nur noch ein Thema unter bestimmten Aspekten und als sei es schlicht zu viel für mich. Auf der einen Seite die fröhlichen Werbespots, die so tun, als sei alles nicht so schlimm und als ginge bald alles weiter wie bisher. Ihre „kolateralen“ Wirkungen will ich gar nicht weiter erwähnen: Ich finde sie peinlich. Die albernen Rateshows tragen bei mir auch nicht viel zur Ablenkung bei. An die "Verantwortlichen": Ob man sein TV-Programm hätte besser überdenken sollen? Wenigstens das? 
In den Expertenrunden des TV sitzen Virologen (nichts gegen diese Leute….! Wir brauchen sie....) Doch für mich erheben sich Fragen, die nirgendwo beantwortet werden: Wir müssen offenbar alle infiziert werden, damit die Herdenimmunität gewährleistet ist. Gilt das auch für die alten Leute? Auch ich möchte nicht unbedingt infiziert werden... muss ich unweigerlich in diesen Test (Infiziert/nicht infiziert) gehen, ob ich sterben muss oder - immun werde? Werde ich der Depp sein, wenn ich zu lange damit warte? Weil ja die Intensivbetten wohl immer knapper werden und die Lage sich verschärfen wird? 
Masken und Schutzkleidung. Gibt es da nicht erhebliche Versäumnisse und hat es dazu nicht frühzeitig Studien gegeben, die das jetzige Szenario samt den Mangelsituation exakt voraus gesagt haben? Wieso halten sich die Verantwortlichen da schadlos und machen sich mit PR-Aktionen beliebt? Welchen Einfluss haben Figuren wie der amerikanische Präsident auf das Infektionsgeschehen? Kann man das einigermaßen klar benennen? Überhaupt: wie hängt Populismus damit zusammen?) Da sitzen meist bestimmte (überwiegend dieselben) Finanzleute, die darüber sprechen, wie man an Zuschüsse kommt und wie man mit Börsenverlusten umgehen solle. Über Masken und gewisse Zahlen weiß man aber zu wenig (z.b. die von Merkel dauernd gebrauchte Zahlen..). Alles neu, noch nicht da gewesen - und deshalb können auch Experten dazu nichts sagen? Scheint ein Totschlagargument und eine immer passende Ausrede zu sein. Digital und Home Office: schon okay. Aber die dauernden Wiederholungen, müssen die sein?

Samstag, 11. April 2020

"Marktbereinigung"

Es scheint jetzt viel von „Marktbereinigung“ die Rede zu sein. Die Wirtschaft strebt einer Daseinsweise wie in der Vergangenheit entgegen…. Competition um jeden Preis! Sie beteuert zwar, dass nichts so sein werde, wie in der Vergangenheit. Ihr Handeln und ihre Verlautbarungen freilich zeigen anderes an. Jetzt soll unbedingt und je schneller, desto besser ein Ausstieg aus dem Ausstieg sein! „Exit-Strategie“! Klar, wenn es keine Wirtschaft mehr gibt, wird es zu spät sein. Das versteht jeder. Kosten-Nutzen. Es geht um ein Abwägen derer, die sich Entscheidungen zuschreiben. Die sich als Herren über Leben und Tod geben und das gerne als Gemeinwohl verkaufen. „Alternativlos“. Die den Staat repräsentieren, die sich als Anführer fühlen und im Auslassen von Informationen ihre Versäumnisse kaschieren. Die in diesem Moment "ein schweres Amt" haben. Die Manches müssen.... Die sich demokratisch legitimiert fühlen. Die sich offenbar den Virulogen und Epidemologen ausgeliefert haben (das ist zwar wissenschaftlich, aber nur "eine" Wissenschaft unter anderen...). Die „das Sinnvolle“ für sich und ihre Entscheidungen beanspruchen. Womöglich geht es aber darum, unabhängig von Status und Befugnissen, sich voran zu tasten, auszuprobieren, was geht und was nicht geht...

Donnerstag, 9. April 2020

Empfindlichkeiten

Ich merke, bewusst und unbewusst, wie mich die von vielen TV-Sendern eingestreuten Werbespots stören. Gewiss, sie sind jetzt wichtig im Sinne der Ankurbelung der Wirtschaft! Doch scheinen sie mir überwiegend und in vieler Hinsicht aus einer alten Welt zu stammen, die wohl so nach Corona nicht ohne weiteres weiter gehen wird, so, als sei gerade mal eben ein Gewitter vorbei gezogen. Die Schamlosigkeit dieser Spots stört mich, ihre Gier, das Mieseste im Menschen anzusprechen, ihre Grellheiten, die ungebrochene Verherrlichung des Konsums, - all dies wirkt geradezu surreal auf mich. Ob sich andere Bedürfnisse gebildet haben? Ob Entschleunigung ein Stichwort ist, das auf die meisten Bürger in einer unerwarteten Weise gekommen ist? Ob sich die Wertehaltung dahinter etwas verschoben hat zugunsten dessen, was man als „wirklich wichtig“ in diesem Leben erkannt hat? Ob die Wichtigkeit sozialer Kontakte jetzt einen anderen Rang einnimmt als zuvor? Ob das Konkurrenzdenken mit samt seinen Folgen ein wenig eingedämmt ist? „Aufeinander aufpassen“, könnte das auf einen neuen Wert zeigen?

Mittwoch, 8. April 2020

Geld und die Welt

Geld? Für viele, ja die meisten Menschen, scheint das alles zu bedeuten. Ach ja? Zu ethisch aufgefasst? Wirtschaft über alles. Ohne sie könnte man sich auch keine Menschlichkeit leisten? Mit dem Greta-Furor? Fakt ist, es scheint regelrecht religiös aufgeladen. Doch da scheint es in den westlichen Industriegesellschaften zwei Typen von Menschen zu geben: diejenigen, die geerbt haben, und diejenigen, die „es sich erarbeitet“ haben (egal, wie...). Wer nie Geld hatte, wer miese Einstiegsbedingungen in dieses System hatte, wird seinen Reichtum später sehr offensiv zur Schau stellen und mit allerlei Statussymbolen untermauern, - vor sich und „den anderen“, die ihm neidische Blicke schicken. Er muss zeigen und sich bestätigen lassen, dass er es "geschafft" hat. Kein Mangel, kein Hunger, keine Sorgen mehr, das kann ein Motiv für finanziellen Aufstieg sein. Auffällig ist, dass in diesem Falle das Geld für die betreffenden Personen ein klarer Gradmesser für den Wert einer Person ist, nach dem Motto „wer viel verdient, ist viel wert für diese Gesellschaft“. Der Gradmesser, das Thermometer ist nach deren Meinung überall vorhanden und gilt überall. Wer der Gesellschaft viel Wert liefert, wer das Leben einfacher, schöner oder schneller macht, hat sein Geld verdient. Basta. 
Reichtum aber ist für solche Personen oft eine relative Größe. Ihnen scheint oft bewusst zu sein, dass sie im Vergleich zur Weltbevölkerung unsagbar reich sind, im Vergleich zu dennoch immer noch reicheren Personen aber „kleine Würstchen“. D.h., eine reiche Personen betrachtet sich selbst nie als „reich“, sondern bemisst das an “den anderen“.

Montag, 6. April 2020

Scripted Reality

Unterhaltungsprogramm zu Zeiten von Corona: Es fallen mir neben den allüberall und dauernd gesendeten „Krimis“, die beim Publikum auf so etwas wie gesellschaftliche Grenzüberschreitung zu spekulieren scheinen, auch die zahlreich nach der Methode der „Scripted Reality“ gestrickten TV-Sendungen über gesellschaftlich verelendete Gruppen auf. Es wird scheinbar Wirklichkeit reportiert, freilich nach einem zuvor genau gestalteten Drehbuch. Ob damit bestimmte Gefühle geweckt werden sollen, ob mit ihnen spekuliert werden soll, zur Erzielung eines Werts? Ob ein Gefühl „gottseidank geht es mir nicht so“ geschaffen und geformt werden soll? Tatsache ist, dass hier eine Scheinwirklichkeit reportiert wird, die die „dreckige“ Wirklichkeit draußen, die der langweiligen Bescheinigungen, Ignoranzen, Arroganzen, Gewährungen, Fristsetzungen und Sanktionen nicht kennt, sondern sie möglichst spannend und mit möglichst extremen Gefühlen inszeniert. Ablehnung und Versöhnung, stereotype Darsteller und formatierte Abläufe schaffen eine Dramatik, die sich immer wieder wiederholt und zu einer verzerrten Wirklichkeitswahrnehmung führen kann. Bösartigkeiten werden heraus gekitzelt und in Showformate überführt. Was zählt, ist der Gewinn, im drastisch wörtlichen Sinn. Im Hintergrund werden freilich Kulissen geschoben und es wird alles dafür getan, es den Angehörigen einer Funktionselite so angenehm wie möglich zu machen. So wird Meinung und Einstellung geprägt. Trash! 

Sonntag, 5. April 2020

Augenblicke (Text)

Vor langer Zeit geschrieben: 

AUGENBLICKE

Augenblicke wenn du außer dir und doch so ganz bei dir bist, du suchst sie bisweilen. Aber sie kommen und gehen wann sie wollen. Du ahnst dass du eines Tages in eine andere Welt eingehen wirst, du schaust in die Wolken und wirst plötzlich ein Teil von ihnen, hinaus in den Weltraum, wo du ganz alleine bist, alles eine Frage des Bezugspunktes, entrückt in andere Realität. Ein Lächeln, du versuchst sie festzuhalten, zu sammeln, wesentlich, "eigentlich" sein, magische Momente, was heißt das?: du bist du? weniger als ein Staubkorn im Universum, du wartest auf etwas Wunderbares, eine "Grenzüberschreitung", ein "Abenteuer"?, etwas Anderes, wo findet man das?: die Suche, die Ferne, das Uneingelöste, den Augenblick genießen, das Unendliche, das Nichtmitteilbare, dein Persönliches, deine Welt erweitern in Richtung auf deine Phantasie, aber nicht die trivialen Medienphantasien von der Stange sondern deine ureigenen, deine Reise, wohin bist du noch unterwegs? Dieses "in Bewegung sein" ist dir wertvoll, du willst dich noch eines Tages „verwirklichen“, mit dir selber identisch werden, dieser Drang ist dir angeboren: du hast davon geträumt, solange du denken kannst, lange hast du gedacht, das andere Leute diesen Drang, dieses persönliche Versprechen genauso mit sich herumtragen. Aber da ist nur Dumpfheit, die "normale" Dumpfheit, die allmächtige Alltäglichkeit, der Strom der Selbstverständlichkeiten, der Konventionen. Das macht dich fremd, du fällst dauernd heraus aus deren small-talk-welt. Da ist der unbegreifliche "Andere", - " die Hölle, das sind die Anderen" sagte sinngemäß Sartre, der beispielhafte Erfolgsgeistesmensch. So etwas kann man objektivieren, von sich selbst absehen überhaupt, ist nicht schon die Erkenntnisrichtung völlig subjektiv?, die kulturellen Wertungen bringen uns um unsere persönliche Unmittelbarkeit, (es gilt das „nicht sentimental sein“, Wichtiges aussagen, originell sein, nicht banal, der Intellektuelle ist darauf programmiert, er kennt das Bücherbewusstsein, den sprachlichen Diskurs...usw.......du spürst: das Leben ist anders, ästhetische Probleme sind tatsächlich sekundär, das was du bist, das Tatsächliche ist etwas, das sich damit beist.
Mittels eines Buches hast du sie schon gehabt, diese Augenblicke. Der Schriftsteller schien deine Welt zu teilen, von deinem Persönlichen zu wissen: endlich jemand, der auch davon weiß. Aber dann liest du irgendein Interview von ihm, er sagt furchtbar gescheite Sachen, aber aus dem Ganzen ist überhaupt nichts von dem zu entnehmen was du bei ihm festzustellen geglaubt hast. Der ist dir fremd. Der lebt doch in einer ganz anderen Welt. Die Eitelkeiten, die Pfauenräder verstellen immer wieder den Blick auf das, was dich interessiert. Im Resultat bleibt ein Graben zwischen uns. Ja, dieser alte Traum, sich mit jemandem perfekt zu verstehen, eine Art absolute Gemeinsamkeit herzustellen. Auch eine der Lockungen, die du nie wirst endgültig abhaken können. So oft schon hereingefallen weißt du eigentlich genau um deren prinzipielle Unerfüllbarkeit. Du bist daneben, es gelten andere Spielregeln, du lebst tatsächlich in deiner Nebenwelt und versuchst, diese Augenblicke zu sammeln. Wieso eigentlich das Bedürfnis, das alles Mitzuteilen. Eitelkeiten? Irgendeine Wichtigkeit vermutend, der eigenen Person, oder der Mitteilung? In einer "Informationsgesellschaft", in der kaum noch jemand all diese Reize ordnen, geschweigedenn verarbeiten kann? Wo sollte das Interesse sein? Das Interesse, das Aktionen auslösend kommerziell verwertbar ist?. Du bist umsonst. Wahrlich umsonst.





(von mir, aufgeschrieben in den 90ern)

Freitag, 3. April 2020

Resistente Keime

Ob es erlaubt ist, dass man sich angesichts der aktuellen Probleme noch Fragen zu den Pharmaklitschen stellt? Im Lichte der aktuellen Entwicklungen vielleicht? Verantwortung für die Gesellschaft, Nachhaltigkeit, - ob das Kriterien für die Pharmaindustrie sind? Oder ob es nicht die verschiedenen Parameter der kurzfristigen Renditen sind? Immer mehr Menschen sterben an resistenten Krankenhauskeimen. Ja, auch neben der Corona-Katastrophe her! Die Forschung nach neuen Antibiotika haben große Pharmafirmen längst aufgegeben, aus Kostengründen, wie sie nicht nur auf ihren Hauptversammlungen den von ihnen selbst ausgewählten und gewogenen Pressevertretern sagen. Resistente Keime? Aktuell genauso wie der Klimawandel gegenüber der Corona-Krise etwas in den Hintergrund gerückt. Aber das Problem könnte wiederkommen (hoffentlich nicht in allzu großem Stil...). Schon jetzt gilt es als gigantisches Problem der Menschheit. Dabei scheint die Erkenntnis für die „Pharmaprofis“ einfach: Ohne die Menschen könnten keine Medikamente verkauft werden und keine Profite gemacht werden. Sie werden schon jetzt in großer Zahl durch „Krankenhauskeime“ dahingerafft.
Doch Pharmafirmen scheinen nicht so zu denken. Sie denken nicht an das Wohl der Menschheit und deren Überleben, sondern vielmehr an den kurzfristigen Profit. Gerade idiologisch eingestellte Politiker betonen, dass dies in einer Marktwirtschaft wie der unseren auch nicht verwerflich sei. In diesem Falle scheint es jedoch aus mittel- und langfristiger Sicht sehr kontraproduktiv zu sein. Der Markt löst also auch in diesem Falle nicht die Probleme. Die Privatwirtschaft versagt. Ob da der Staat eingreifen sollte? Wieder greift die Strategie, dass hierzulande politische Institutionen dazu einfach keine Aussage treffen wollen und offenbar allzu gerne auf die „Gesetzmäßigkeiten des Marktes“ verweisen. Und zwar nicht nur in jetzigen Zeiten, in denen andere Probleme vorrangig sind. Zu großes Risiko, erwartbare Verluste mit weniger erfolgreichen Produkten... usw. Die Argumente liegen auf der Hand und sind allzu offenbar. Mögliche Auswirkungen solcher Einstellungen sind aber gerade jetzt zu spüren. Ob es ein Weg ist, für stark gewinnorientierte Pharmaunternehmen Anreize zu schaffen? Dann nur zu...! Der Markt regelt alles? Wirklich? Mal sehen....

Donnerstag, 2. April 2020

Momentaufnahmen aus einer gewissen Perspektive (2)

B- und C-Promis mokieren sich über Hamsterkäufer, die Kackpapier kaufen. Und all das andere Zeugs….. Einen Satz später gestehen sie, mit wie wenig man doch „im Notfall“ auskommen kann: keine Flüge mit dem Privatjet, keine spritintensiven Yachtfahrten über das Meer, keine neuen Häuser und Fahrzeuge….überhaupt: kaum Käufe vom Swimmingpool aus, - und was der Bespassungen sonst noch so sind….. Außer Supermarktkosten fällt bei ihnen derzeit wohl wenig an, so gestehen sie freimütig grinsend. Traurig, dass solche Leute als schrittmachende Gesichter und dekadente Luxuswesen wohl gebraucht werden, um mit gewissen Parolen das Kontaktverbot besser aushalten zu können. Sie transportieren offenbar die Sicherheit, die Viele jetzt wohl brauchen. Und sei sie noch so brüchig….. Die Welt, wenn wir alles überstanden haben („Wir schaffen das!“), soll danach wieder die alte sein. Bitte! Mit geringen Modifikationen vielleicht. Ein paar Sachen müssen wir anders machen. Die Masse der Menschen soll mit speziellen Apps analysiert werden, zu ihrem und unser allen Nutzen. Ihre Bewegungen zumindest. Ihre Kontakte. Klar, das ist jetzt leicht zu begründen. Die Virologen und Epidemologen wird man da schnell auf seiner Seite haben. Die Ärzte weniger……
Währenddessen werden von abgezockten Regierungsvertretern auf PKs Verantwortlichkeiten zurück gewiesen. Es wird überhaupt abgelehnt......"Das kann ich ihnen jetzt nicht sagen....", "Meines Wissens nach"

Mittwoch, 1. April 2020

Momentaufnahme aus gewisser Perspektive

Realität hier in Deutschland, auch durch die Medienbrille gesehen: „Sorge tragen, dass Bürgerinnen und Bürger unseres Landes….“ Politiker sprechen von und über „Wohlstand, Rezession, Bazouka…., Dynamik der Infektionszahlen, Vorerkrankungen, Todesfälle, Mortalität eindämmen, Beatmungsgeräte, „Verdoppelung der Intensivkapazitäten“, die Zeit nutzen, um sich vorzubereiten….usw.“ und überspielen mit ihren Phrasen eine gewisse Hilflosigkeit, -zu sehen auch beim falschen Gebrauch von Schutzmasken, - verbunden mit Versäumnissen (Standard-Generalgegenargument: „Ach ja, später weiß man alles besser...“), der Gesundheitsminister verschwindet weitgehend aus der öffentlichen Wahrnehmung (sein Mininsterium hat offenbar Pandemieempfehlungen des RKI von 2013 vergeigt, u.a. deshalb gibt es jetzt keine Atemschutzmasken, Desinfektionsmittel und Sicherheitskleidung, - nach neoliberalem Credo ist Vorratshaltung und Lager verboten, weil mit Kosten verbunden). Sein Vorgänger war womöglich ein Radikalversager, war und ist aber in der Partei beliebt…., klar ist das eine Ausnahmesituation, aber diese Wichtigs waren in der Regel ja wohl als gewählte Ausnahme gut geschützt und abgesichert...ja klar, Verantwortungen und Interviews werden abgelehnt...
Die Natur schlägt zurück, gegen die, die Artensterben und andere Massaker an der Natur zu verantworten haben….., Grundrechte werden flott und gut begründet außer Kraft gesetzt, Virologen übernehmen zunächst als Politikberater und dann als Entscheider die Macht, Expertenwissen ist nicht nur gefragt, sondern es wird danach gelechzt….

Dienstag, 31. März 2020

Chronos

Jetzt, gerade jetzt, wenn Viele Probleme mit der Langeweile haben:

Chronos ist in der griechischen Mythologie die Zeit. Er ist sie. Er versinnbildlicht den Ablauf der Zeit und auch die Lebenszeit. Die Mythologie behauptet, Chronos selbst sei aus dem Chaos entstanden und erzeugte als Schöpfergott das Welten-Ei. Aus diesem wiederum entstand der von den Orphikern besonders verehrte Lichtgott Phanes, der mit Helios, aber auch mit Eros und Dionysos gleichgesetzt wurde. Chronos ist Kind des Himmelsgottes Uranus und der Erdgöttin Gaja. Chronos, der im modernen Leben den Chronometern und anderen Zeitmessern den Namen gab, drückt sich aus in der Natur vom Aufblühen bis zum Verwelken, in der Lebenszeit der Menschen oder dem Bestehen des Universums seit dem Urknall. Der Gott Chronos war grausam, hart, quälend. Er tötete seinen Vater Uranus, um die alleinige Macht zu haben. Um nicht selbst von seinem eignen Kindern ermordet zu werden, verschlang er all seine Kinder, bis auf eine Ausnahme: Zeus. Zeus galt als Sinnbild dafür, wer die Verantwortung für sein Leben selbst trägt, kann den Fängen von Chronos entkommen. Es heißt, jeder solle die Zeit als seine Zeit definieren und sich seiner eigenen Lebenszeit bewusst werden. Wer dazu neigt, sich treiben zu lassen, Entscheidungen anderen überlässt, Schuld anderen zuweist, wird dann chronisch erschöpft, chronisch überfordert, chronisch krank sein und stirbt.