Reise durch Wirklichkeiten

Samstag, 29. Februar 2020

Klares Wasser (Text)


KLARES WASSER

Suche:
nach dem klaren Wasser
aus dem ich trinken kann
in dem ich den Grund sehen kann
eintauchen, einsinken...
mich treiben lassen
ohne Angst
dies Wasser,
das mich trägt
ohne Fragen
das wirklich ist
weil ich es fühlen, trinken,
hören, sehen kann.......
Wo?



(in grauer Vorzeit von mir geschrieben...)

Freitag, 28. Februar 2020

Valerie (2)

(Fortsetzung vom 7.2.) 
Der Kaffee schmeckte eigentlich wie immer, hatte nichts Spezifisches und war nicht so heiß, wie er erhofft hatte. Es lag eine Art langweiliger Betriebsamkeit, eine hektische Geruhsamkeit über dem Raum, der- frisch gelüftet – sich nun wieder langsam mit Zigarettenqualm füllte. Draußen verdichtete sich der Qualm der vorbei fahrenden Fahrzeuge zu einem anhaltenden, auf- und abschwellenden, seine Farbe und Höhe wechselnden Dauerton, der Und wenn man in die Glasfront sah, glänzte einem der Betonstreifen der Autobahn, der bis zum Horizont reichte, entgegen. Die Wiesen links und rechts dieses Silberbandes scheinen als brachliegende Flächen verwildert. Offensichtlich waren sie sich selbst überlassen und es hatten sich auf ihnen nur besonders widerstandsfähige Pflanzen halten können. Vielleicht hatte der Boden nicht mehr her gegeben, oder war die Luft zu schlecht? Es hatte außerdem schon lange nicht mehr geregnet. Das kleine Bachbett, das in der Ferne zu sehen war, füllte nur ein jämmerliches Rinnsal. Er versuchte, sich einzureden, dass der Grund für das Bild, das sich ihm heute morgen bot, der ausgebliebene Regen sei. Er glaubte aber, gut die Faktoren zu kennen, die dazu geführt hatten. Doch was wusste man schon?

Dienstag, 25. Februar 2020

Hotline cooly

Schon erstaunlich, was wie und auf welchem Wege inzwischen in die bundesdeutsche Wirklichkeit eingewandert ist und dort als „normal“ gilt. Ich rufe eine Hotline an, muss erst mal über meine Tastatur wählen, was ich (nach Standardabfragen gestaffelt) will, muss dann erst mal von easy-listening-Musik begleitet lange warten (meine Zeit!), bis überhaupt jemand auf der anderen Seite reagiert. Diejenige oder derjenige stellt sich dann aber als völlig inkompetent heraus und kann auf jemand, der wie ich sich schon mit der Materie beschäftigt hat, wenig ausreichend reagieren. Man solle sich wenden an, man solle den und den anrufen, man solle…. ob diese Hotline nicht dafür eingerichtet wurde, um mir zu helfen? Sie scheint völlig ungenügend und weitgehend nach Kriterien der Personalkosten besetzt zu sein. Gewisse Firmen scheinen sich genau das leisten zu wollen, weil sie auf keinerlei Protesteinstellung ihrer „Kunden“ setzen. Es wird hingenommen, akzeptiert, es werden falsche Lösungen praktiziert, es wird versucht (während man auf indirekten Wege von gravierenden Frustrationen erfährt....), es wird sich nicht gewehrt.

Sonntag, 23. Februar 2020

Wichtigs in Talkshows (und außerhalb...)

Im Bereich des Journalismus scheint es gewisse „Stars“ und „Superstars“ zu geben, Gesichter, die bevorzugt in Talkshows elektronischer Medien auftreten und den dummen Zuschauer mit ihrer Allwissenheit überwältigen, die ihm Zusammenhänge erklären sollen, was sie dann mit lächelnd wissendem Gesicht auch tun. Diese Journalisten scheint ein gewisses Band des Einverständnisses mit Politikern und anderen Wichtigs zu verbinden. Wenn sie kritische Fragen stellen, sind es meist jene, die man von ihnen aufgrund ihres idiologischen Standpunkts auch erwartet und auf die Politiker gerne eingehen, weil sie von ihren Pressemenschen entsprechend vorbereitet und eingestellt sind. Auf diese Weise inszenieren sich Spitzengesichter wie Popstars und es entsteht, wie mir etliche Male gesagt wurde, der Eindruck einer Inszenierung. Dazu passt auch, dass die Teilnehmer solcher „Talkshows“ meist aller Alltagssorgen enthoben scheinen. Sie kommunizieren insofern mit der Politik „auf Augenhöhe“, geben oft die guten Kumpels und sind schon mal „auf Du“. Sie geben gerne die Gewährsleute und Vermittler. Auf Parteitagen, so habe ich mir berichten lassen, bitten die Parteigranden zu deren Schreibtische und geben „wichtige“ Interviews.

Mittwoch, 19. Februar 2020

An die Natur (Lyrik)

An die Natur


Da ich noch um deinen Schleier spielte,
Noch an dir, wie eine Blüte, hing,
Noch dein Herz in jedem Laute fühlte,
Der mein zärtlichbebend Herz umfing,
Da ich noch mit Glauben und mit Sehnen
Reich, wie du, vor deinem Bilde stand,
Eine Stelle noch für meine Tränen,
Eine Welt für meine Liebe fand,

Da zur Sonne noch mein Herz sich wandte,
Als vernähme seine Töne sie,
Und die Sterne seine Brüder nannte
Und den Frühling Gottes Melodie,
Da im Hauche, der den Hain bewegte,
Noch dein Geist, dein Geist der Freude sich
In des Herzens stiller Welle regte,
Da umfingen goldne Tage mich.

Wenn im Tale, wo der Quell mich kühlte,
Wo der jugendlichen Sträuche Grün
Um die stillen Felsenwände spielte
Und der Aether durch die Zweige schien,
Wenn ich da, von Blüten übergossen,
Still und trunken ihren Othem trank
Und zu mir, von Licht und Glanz umflossen,
Aus den Höhn die goldne Wolke sank -

Wenn ich fern auf nackter Heide wallte,
Wo aus dämmernder Geklüfte Schoß
Der Titanensang der Ströme schallte
Und die Nacht der Wolken mich umschloß,
Wenn der Sturm mit seinen Wetterwogen
Mir vorüber durch die Berge fuhr
Und des Himmels Flammen mich umflogen,
Da erschienst du, Seele der Natur!

Oft verlor ich da mit trunknen Tränen
Liebend, wie nach langer Irre sich
In den Ozean die Ströme sehnen,
Schöne Welt! in deiner Fülle mich;
Ach! da stürzt ich mit den Wesen allen
Freudig aus der Einsamkeit der Zeit,
Wie ein Pilger in des Vaters Hallen,
In die Arme der Unendlichkeit. -

Seid gesegnet, goldne Kinderträume,
Ihr verbargt des Lebens Armut mir,
Ihr erzogt des Herzens gute Keime,
Was ich nie erringe, schenktet ihr!
O Natur! an deiner Schönheit Lichte,
Ohne Müh und Zwang entfalteten
Sich der Liebe königliche Früchte,
Wie die Ernten in Arkadien.

Tot ist nun, die mich erzog und stillte,
Tot ist nun die jugendliche Welt,
Diese Brust, die einst ein Himmel füllte,
Tot und dürftig, wie ein Stoppelfeld;
Ach! es singt der Frühling meinen Sorgen
Noch, wie einst, ein freundlich tröstend Lied,
Aber hin ist meines Lebens Morgen,
Meines Herzens Frühling ist verblüht.

Ewig muß die liebste Liebe darben,
Was wir lieben, ist ein Schatten nur,
Da der Jugend goldne Träume starben,
Starb für mich die freundliche Natur;
Das erfuhrst du nicht in frohen Tagen,
Daß so ferne dir die Heimat liegt,
Armes Herz, du wirst sie nie erfragen,
Wenn dir nicht ein Traum von ihr genügt.


(* 20.03.1770, † 07.06.1843)

Dienstag, 18. Februar 2020

Demokratie und Besserwisser

Mir fallen immer wieder diese klugscheisernden Interviews von Hochschulprofessoren auf, die dem gemeinen Volk erklären wollen, wie doch Demokratie zu funktionieren habe. Aus ihrer besserwisserischen Komfortzone heraus, aus einer abgesicherten Akademikerperspektive. Dass sie sich oft auch noch als Politikwissenschaftler oder Philosophiedozenten demaskieren, erzeugt mehr Misstrauen als das es Vertrauen in die Demokratie erzeugt. Kam es diesen Leuten auch mal in den Sinn, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen gesellschaftlicher Verteilung von Ressourcen und Demokratie? Dass derjenige, der täglich um das Überleben in dieser Gesellschaft kämpfen muss, keine Zeit für hochwohlgeborene Ideen wie die der Demokratie hat? 
Dass das demokratische Prinzip jeden Tag durchschossen wird von der Politik auf allen Ebenen, - bis hinunter in die Kommunalpolitik? Bürger, wahre Bürger, die sich einsetzen und beteiligen? Wo seid ihr? Ob so etwas auch von gewissen anderen Faktoren abhängt? Ja klar, die Phrase kommt unweigerlich: Die Demokratie sei derzeit bedroht und man müsse sich nun bekennen. Für zu viele Leute sei so etwas wie Demokratie selbstverständlich geworden. Sich angesichts dessen bekennen zu diesen besserwisserischen akademisch geweihten Arschlöchern? Diese Professoren sollen Demokratie mal den einfachen Leuten erklären und nahe bringen, und nicht nur ihren Studenten auf universitären Seminaren. Und sie sollten etwas gegen die Ignoranz des politischen Systems unternehmen. Kommt es solchen Besserwissern in den Sinn, wie die Erde unter anderem durch anhaltende Buschfeuer und profitgeile Konzerne gerade untergeht?

Samstag, 15. Februar 2020

Gekungel

Ich bin einigermaßen entsetzt, ob der Ahnungslosigkeit des führenden Polit-Personals. Sicher, das Image von Deutschland scheint gut: Die Flüchtlingsströme zeigen in unsere Richtung, nach Deutschland. Doch könnte nicht alles noch besser sein? Und nicht nur für bestimmte Kreise, die sich gerne mal als „gehobenen Mittelstand“ dieses Landes bezeichnen? Was macht unter anderem die Bildung, der Verkehr, der Wohnungsmarkt, die Alten- und Krankenpflege? Ist da Deutschland wirklich solch einsame Spitze, wie es bestimmte Wirtschaftskreise dauernd beschwören? Und würde zu einer solchen Spitzenposition nicht auch eine gerechtere und ausgeglichenere Einkommensverteilung gehören? Und jetzt? Nachdem der EU-Kommissionspräsident nach einer Art von Scheinwahl in Form einer Frau als Kompromisskandidatin ausgemauschelt wurde, soll nun, - offiziell: damit es schneller geht – das Führungspersonal einer Partei wieder hinter geschlossenen Türen ausgekungelt werden. Was bedeutet denn die Ankündigung des einflussreichen Parteiestablishments, dass „Gespräche“ geführt würden, anderes? Anschließendes Abnicken und Absegnen der Parteigranden in Präsidien aller Art? Es geht darum, an der Macht zu bleiben…. Das tut weh!!! Ist das die Weiterentwicklung unserer Demokratie?

Freitag, 14. Februar 2020

Auf Erden gehest du (Friedrich Rückert, geb 1788)

                   Auf Erden gehest du


Auf Erden gehest du und bist der Erde Geist;
Die Erd erkennt dich nicht, die dich mit Blüten preist.

Auf Sonnen stehest du und bist der Sonne Geist;
Die Sonn erkennt dich nicht, die dich mit Strahlen preist.

Im Winde wehest du und bist der Lüfte Geist;
Die Luft erkennt dich nicht, die dich mit Atmen preist.

Auf Wassern gehest du und bist des Wassers Geist;
Das Wasser kennt dich nicht, das dich mit Rauschen preist.

Im Herzen stehest du und bist der Liebe Geist;
Und dich erkennt das Herz, das dich mit Liebe preist.

Donnerstag, 13. Februar 2020

Geld regiert die Welt

Geld regiert die Welt. Doch wie entsteht Geld? Eine Aussage darüber habe ich neulich gefunden, ist mir untergekommen: Banken (vor allem Privatbanken) erschaffen es, indem sie Geld verleihen. Irgendjemand will Geld leihen. Also geht er zu seiner Bank. Diese schätzt ihn ein und erhebt dazu Fakten, ob dieser jemand die Summe jemals wird zurück zahlen können. Wenn diese „Beurteilung“ positiv ausfällt, kriegt dieser „Jemand“ sein Geld. Es wird also erschaffen. Also wird alles Geld aus Schulden erschaffen. Die Banken haben sich selbst das Geld bei der Zentralbank dazu geliehen, selbstverständlich zu einem niedrigeren Zins, bei Zentralbanken. Damit die Wirtschaft funktioniert, muss immer wieder Geld verliehen werden. Sonst gibt es eine Rezession. Die Banken müssen also immer mehr Geld verleihen, damit die Wirtschaft läuft. Ohne Schulden gibt es kein Geld.

Mittwoch, 12. Februar 2020

Djuna (Text für Djuna Barnes, etwa 1987)


DJUNA

Du sagst, Djuna, und schreibst, Djuna, was man bei Tag nicht denkt
du spielst mit Schatten, malst den Schrecken, formst daraus unser Bild
deine Augen sehen, durchdringen das Dunkel, so viel was sich uns verbirgt
du findest Worte, baust damit Sätze, die Vision der Nacht in uns

rote Lippen, rote Haare
du suchst die Liebe in der Dämmerung des Schlafs
rote Lippen, rote Haare
du suchst die Liebe in einem fremden Land

Du versuchst, Djuna, die Welt einzufangen, schickst sie als Flaschenpost an uns
fällst aus dir, tauchst in die Tiefe, holst die Schätze uns herauf

rote Lippen, rote Haare
du suchst die Liebe in der Dämmerung des Schlafs
rote Lippen, rote Haare
du suchst die Liebe in einem fremden Land

Haus ohne Adresse, Straße keiner Stadt
Kind ohne Namen, spielt Alltagstheater
wir gehen rückwärts, als Schlafwandler
durch tausend Augen seh' ich dich

Ich traf dich im Mai, Djuna, du sagst, du seist längst gestorben
dein Flüstern, Djuna, an unserem Ohr, verhilft einem Baron zu ewigem Leben
ein Fakir der Ängste, eine wahre Lüge, so stellst du dem Doktor die Diagnose
ein Nachtfalter, mit selt'nen Farben, so fliegst du durch unseren Traum

rote Lippen, rote Haare
hinter den Fenstern wartet Lachen auf dich
rote Lippen, rote Haare
hinter den Gesichtern wartet Nacht auf dich

Haus ohne Adresse, Straße keiner Stadt
Kind ohne Namen, spielt Alltagstheater
wir gehen rückwärts, als Schlafwandler
durch tausend Augen seh' ich dich

Dienstag, 11. Februar 2020

Reize


Damen (jawohl, die Männer legen auf diesem Feld erst langsam nach…) räkeln sich reizvoll (un-) bekleidet auf dem Nichts und legen ihr gewinnendstes Lächeln mit dem rotesten Lippenrot auf….. scheinbar ein Mensch gewordenes Versprechen, sie scheinen „Komm her...“ zu locken und sich dann doch im letzten Moment in Papier aufzulösen….und zuvor noch schnell etwas „verkaufen“…. Es ist ein Reiz, den man (zumindest derzeit) noch insgesamt gut „verkaufen“ kann, in Zeiten der Virtual Reality und des schnellen Sex könnte sich das ändern….. Egal, das Emotionale verliert.. es kann auf diesem Parkett keine Rolle mehr spielen, es ist kein schneller Reiz, kein Kick….

Samstag, 8. Februar 2020

New Rising (Die einen, die andern...) (Songtext)


Die einen, die andern (New Rising)

Party, Vergessen, Verdrängen, - Fortschweben
Party, Vergessen, Verdrängen, - Fortschweben

Die einen betreiben Schmierendienst zwischen Schenkeln
die andern treibt es zurück ins Kloster
die einen flüchten dringend ins Theater,
die andern saufen sich den Ballermann
die einen klettern Wände rauf und runter
die andern springen keck von Klippen
die einen wollen unbedingt fliegen,
die andern kommen schon mal ins Trudeln
die einen gehen auf den Fußballplatz
die andern in den Spielsalon
die einen zieht's in fremde Länder... nah
die andern in die hintere Sakristei.... Mongolei
die einen treiben Ausgleichssport... auf Leistung
die andern gleiten per Anhalter durch die Galaxie
die einen fahren goldene Autos mit güldenen Felgen
die andern treiben den Ochsenwagen

Die einen gehen zum Psychiater
die andern in den Imbissladen

Party, Vergessen, Verdrängen, - Fortschweben
Party, Vergessen, Verdrängen, - Fortschweben
Fliehen – Abhaun – Vergessen
Fliehen – Abhaun – Vergessen

Die einen fallen aus der Zeit,
die andern wollen mit ihr gehen
die einen spielen Komödien, denen sie so recht nicht trauen
die andern glauben ans Kasperletheater
die einen geloben dem Papst ihre Treue
die anderen setzen ihrer Wahrheit den Turban auf
die einen loben die Wonnen des Fleißes als Gestalter
die andern haben keinen Job
und tun lieber so als ob

Fliehen – Abhaun – Vergessen
Fliehen – Abhaun – Vergessen
Fliehen – Abhaun – Vergessen
Fliehen – Abhaun – Vergessen - Fortschweben

im Horizont untergehen oder ihn sich erobern
in die hintere Sakristei, Mongolei, Litanei
in der Fremde muss es sein,
was sie in der Nähe nicht bemerken

Freitag, 7. Februar 2020

Valerie (1)


Hier ist der erste Abschnitt aus einem zufällig gefundenen Roman von mir, der etwa von 1979 stammen könnte und den ich in ausgewählten Abschnitten fortsetzen werde. Die folgenden Zeilen kreisen um einen Bewusstseinszustand, den ich kenne und der einen gelegentlich beeindruckt: 

Der Tunnel schien endlos lang, das fahle Licht gab ausreichend Orientierung, doch er hatte Schwierigkeiten, den Wagen auf Kurs zu halten, denn er war die Nacht hindurch gefahren und hatte Schwierigkeiten, die Augen offen zu halten. Die nächste Raststätte wollte er unbedingt dazu nutzen, sich etwas zu waschen und vielleicht einen Kaffee zu trinken. Mittlerweile war er schon so weit, dass er sich selbst beim Fahren zusah, er war zur reinen Mechanik geworden. Die Daten, die von außen kamen, ordneten sich automatisch im Hirn und kamen als Befehle wieder zurück in den Körper, der sie wie in Trance ausführte: Gas weg, zurück schalten, Blinklicht rechts, links, umschauen, Fernlicht, Abblendlicht…. Ansonsten Leere, die quälenden Gedanken waren dickflüssig geworden und allmählich ganz weg geblieben. Sie hatten einem eher körperlichen Unwohlsein Platz gemacht, einer Erschöpfung, die, das ahnte er, gefährlich werden konnte.
Seine Hände schalteten in den dritten und zweiten Gang und er bog ab in Richtung Raststätte. Der Wagen rollte aus und im selben Moment überkam ihn die Müdigkeit, die ihn nicht mehr aus dem Wagen steigen ließ. Gleichgültig glitt er in den Schlaf……. 

Donnerstag, 6. Februar 2020

Naturkost

Man solle sich doch endlich einen Tesla kaufen, so tönt es aus meiner Umgebung. Mag sein, - aber wie? Besonders gut situierte Akademiker tun sich offenbar bei solchen Empfehlungen hervor. Klar, sie blicken alles und erklären es uns. Sie sind im Vergleich zu uns auch gut abgesichert, nicht nur im Alter.... Jetzt aber zurück zu uns selbst: Die Kohle? Man kann es sich nicht leisten. Basta. Man ist sozial abgehängt aus diesem Problemkreis. Man hat nichts zu entscheiden. Man solle gefälligst im Naturkostladen einkaufen, heißt es. Nun ja, möglicherweise gilt hier dasselbe. Nachhaltig, ökologisch? Schlechtes Gewissen? Anscheinend muss man es sich leisten können, ökologisch gut zu sein. Gewisse Produkte auswählen,...usw. Nicht mehr fliegen, - muss man sich auch leisten können. Denn es setzt ja voraus, dass man in der Vergangenheit viel geflogen ist. Auf der einen Seite existiert möglicherweise ein guter Wille. Auf der anderen Seite scheint oft das Engagement (besonders „der Politik“ gegenüber) zu fehlen, Strukturen ändern zu wollen. Wieso kann man wählen? Gibt es Personenkreise, die freier wählen können als andere? Wieso gibt es inkorrekte Produkte in dieser ach so freien Marktwirtschaft? Nein, nein, „der Staat“ soll nicht Vormund sein! Aber an vielen anderen Stellen greift er auch ein zugunsten gewisser Strukturen.... Der eine kann es sich leisten, der andere nicht....ob das Ökologische auch eine soziale Frage ist?

Mittwoch, 5. Februar 2020

Profitable Tierliebe

Vielleicht gibt es bald keine Menschen mehr, so wie wir sie jetzt kennen. Der Mensch erfindet, sorry, züchtet sich gerade selbst neu. Dazu passt, dass die Neuzüchtung seiner Haustiere auch schon in vollem Gange ist. Sie sollen möglichst pflegeleicht sein, sich regelmäßig waschen oder in die Waschanlage finden, sie dürfen bloß keine Allergie mehr auslösen und Hunde sollen nicht mehr haaren. Natürlich wird ihnen die zum Wetter oder den Ansprüchen ihrer Halter passende Kleidung verpasst, große Kleidungskonzerne bieten die einschlägigen Artikel jetzt schon an. Die Vermenschlichung des Tieres hat längst begonnen und diese Lebewesen können sich nicht wehren. Ganze Hunderassen werden auf „niedlich“ getrimmt, egal, ob ihnen das schweren Schaden zufügt (das ist sogar auf öffentlichen TV-Sendern oft zu hören und zu sehen...). Katzen, die nicht mehr mausen: Ein Traum für manche Katzenbesitzer! Staubfrei soll sie auch sein! Und nicht überall hin scheisen! Aber ihre Halter glauben selbstverständlich, sie selbst seien „natürlich“ und „grün“ gesinnt. 22 % der Gesamtbevölkerung in Deutschland sollen Katzen halten. 18 % aller Haushalte Hunde. Mächtige Wirtschaftszweige scheinen davon profitieren zu wollen. Der Umsatz dieses Wirtschaftszweigs soll jetzt schon dem des deutschen Buchhandels entsprechen. An der Tierliebe verdienen!, so heißt offenbar die Maxime in dieser Branche.

Dienstag, 4. Februar 2020

Dada (2)

Mir kam relativ oft das Thema „Performance“ unter, das ja irgendwie auch mit Dada zu tun hatte. Es geht und ging dabei scheinbar auch um einen Zustand absoluter Konzentration in Kombination mit absolutem „Gehenlassen“. Wie geht das zusammen? Eine Voraussetzung dafür scheint das Heraustreten aus einer „Komfortzone“ zu sein, also das Heraustreten aus dem, was wir kennen und was uns behagt, in dem wir uns eingerichtet haben. Vielleicht strebt eine „Performance“ so etwas wie einen Rauschzustand an. Die sogenannten Dadaisten trafen sich nach ihrem Cabaret-Voltaire-Abenteuer in Zürich nun in Paris, um sich mit den Surrealisten zu umgeben. Andre Bréton, Francis Picabia oder Tristan Tzara mögen Namen aus dieser Szene sein. Die Surrealisten vermuteten so etwas wie Erlösung oft in sich selbst, im Unbewussten und weniger, wie von einigen Dadaisten so gepflegt, in mystischen Zusammenhängen. Der Wille zum Schock und das Anzapfen geheimer Triebe und überhaupt: des archaischen Unbewussten mögen eine gewisse Gemeinsamkeiten signalisiert haben: was blieb, war der konstruktive Konflikt. Die Kanalisierung in eine Idiologie war bei diesen Leuten nicht möglich, geschlossene Weltbilder wurden ohnehin verabscheut. Nach dem Krieg traf man sich am Black Mountain College in North Carolina und war sich in Aktionen einig, bei denen unter anderem auch der große Musiker John Cage und der Maler Robert Rauschenberg mitmachten. Cage wandte sich später fernöstlichem Gedankengut wie dem Zen-Buddhismus zu. Rauschenberg war ein Liebling der Pop-Art-Szene. Seine Werke hängen heutzutage hochdekoriert und -bezahlt in den angesehensten Museen der Welt. Man veranstaltete damals gemeinsame „Untitled Events“, bei denen verschiedene Kunst verschiedener Herkunft gleichzeitig aufgeführt wurde.

Montag, 3. Februar 2020

Dada (1)

Dies entspringt aus Aufzeichnungen, die ich mir irgendwann gemacht habe, wohl auch mit dem Hintergedanken, dass sie sehr viel mit meinem eigenen Tun zu tun hätten. Es geht um Dadaismus und eine seiner Keimzellen, das Cabaret Voltaire in Zürich des Jahres 1916. Es geht ja damals um Zertrümmerung der Sprache und all der an sie gehefteten Erwartungen und Konnotationen. Man wollte und sollte dies unter Verlassen einer persönlichen Komfortzone im Cabaret Voltaire vollziehen. (Heute ist das ja so, dass niemanden mehr zu interessieren scheint, wer wann und wie irgendeine Komfortzone verlässt oder ob irgendjemand irgendetwas verstanden hat. Was zählt, ist der Kick. Doch zurück: Dies „Cabaret Voltaire“ war in ironischer Verwendung eines Namens aus der Aufklärung ein Treffpunkt von Flüchtlingen und einer Klasse von Leute, die eine Art kreativer Explosion und dadurch einen Selbstfindungsprozess erleben wollten. Vor allem aber ging man als Mann dorthin, um sich zu betrinken und schöne Frauen zu sehen. Die Leute auf der Bühne veranstalteten das, was man später Happening nannte. Man trug beispielsweise Texte von Rimbaud oder Apollinaire vor, die man listig unterwanderte, denen man funkelnde eigene Bedeutungen mitgab (die aber sofort wieder zerstört wurden). Man trug Lautgedichte und Simultangedichte vor, man behandelte Sprache als Material, das man nach Belieben verfremden und mit allerlei Techniken verzerren konnte. Mit dem man spielen konnte. In das man die Improvisation und den Zufall mit einbeziehen konnte. Was man anstrebte, war eine Art kreativer Rausch, eine Ekstase, der den Wahnsinn der Zeit aus den Köpfen vertrieb. Nun kam der Name hinzu, der aus einer Kinderwelt zu stammen schien, der das Sinn verlieren zur Methode machte, indem Verschiedenes durcheinander geschüttelt und indem Provokationen erzeugt wurden. Namen? Hugo Ball, Richard Huelsenbeck u.a.

Samstag, 1. Februar 2020

Macht heute

Wenn ich mich in der gerade herrschenden Politikszene umschaue, beschleichen mich einige düstere Gedanken: und der wichtigste ist der, ob denn nicht die Macht an sich eine Bedürfnis nach mehr Macht erzeugt. Ob denn nicht eine ganze Sphäre, ein Milieu der Macht sich verselbständigen und eigenen Gesetzmäßigkeiten folgen kann? Mir scheint, dass auch im demokratischen Raum solche Mechanismen greifen. In den vielen totalitär geprägten sowieso. Da scheint es Potentaten zu geben, die mit ihrer Macht und ihren Einflussmöglichkeiten das Leben der Menschen möglichst total prägen und bestimmen wollen. Da wird überwacht, entdeckt, geschlagen, verboten, abgeführt und in schäbigen eingekerkert, auf moderne Art, nach Art einer „gelenkten Demokratie“ oder einer illiberalen Demokratie. Dem „Volk“ (was ist das heute in dieser Totalität?) wird vorgemacht, dass diese Verhältnisse ihm nützten. Die Erziehung zur Unterwerfung unter die Interessen „des Staates“ lassen die Menschen in Massen solche Verhältnis übernehmen und sie bejubeln. Kurzfristige Vorteile und Showeffekte aller Art (Machtdemonstrationen!) scheinen ihnen recht zu geben. Sie, die Wenigen“ spielen den Vielen das vor, was diese gerne wären. Dass dies immer wieder aufgeht, kann beunruhigen und sollte in einigermaßen demokratisch sich verstehenden Staaten ein Umdenken hervor bringen und Lerneffekte erzeugen: nämlich, dass gewisse Autoritäten hinterfragt werden, dass wir alle „der Staat“ sein könnten und dass die Nation eine Fiktion aus dem 19. Jahrhundert ist. Im heutigen Zeitalter sollte der sogenannten „Globalisierung“ das Bewusstsein „One World“ entgegen gesetzt werden, nämlich, dass wir alle Menschen auf einem einzigen Planeten sind, den es zu erhalten gilt.

Donnerstag, 30. Januar 2020

Meditation und spirituelle Suche im Netz

Natürlich schleppt der moderne Mensch eine Art „spirituelles“ oder „religiöses“ Anliegen mit sich herum. Die ausschließliche Jagd nach Geld scheint ihn nicht ausfüllen zu können, scheint nur einer von vielen Dimensionen an ihm zu entsprechen. Der Markt der spirituellen Bewusstseinswaren wird also diesem Bedürfnis nachgehend immer größer. Der neueste Trend scheint spirituelle Erleuchtung per Internet zu sein. Hier einen Kurs zu buchen, sich eines Coachings zu unterziehen oder sich per Skype unterweisen zu lassen, kann offenbar viel Kohle bringen. Dabei scheint es darum zu gehen, sich selbst als Medium darzustellen, das offen ist für allerlei spirituelle Erfahrung. „Inspiration“ liefern, Menschen einen Kick in Richtung anderer Bewusstseinsebenen zu geben, das kann neben der guten alten Guru-Funktion, die Menschen zur Orientierung zu brauchen scheinen, ein gutes Geschäft sein. 
Sensibel scheinen solche „Medien“ oft dadurch geworden zu sein, indem sie selbst trainiert oder „gecoacht“ wurden. So machen Jünger ihre Jünger selbst vervielfältigen ihre Ansichten, indem sie ein Bedürfnis ihrer Mitmenschen befriedigen. Es gilt für alle, „Wege in die Spiritualität“ zu weisen. Kam es Leuten wie mir immer so vor, als sei dies etwas höchst Individuelles, so scheint es den „Seelentröstern“ des Internet darum zu gehen, ihre Aussagen möglichst so breit multiplizieren zu können, sie so sehr zu einem gut verkäuflichen Artikel des Seelenlebens zu machen, dass das Ergebnis manchmal etwas unpersönlich und austauschbar erscheint. Manchmal winken dabei Karrieren, die Erstaunen auslösen. Bücher schreiben und verkaufen, daraus Hörbücher erstellen, etwas im Hörer auslösen, vor allem etwas Kollektives bei Massenveranstaltungen, den großen Beeinflusser und Vorausgeher mit dem ganzen Instrumentarium der Suggestion zu geben, das gehört eigentlich zum Rüstzeug eines jeden „spirituellen“ Bewusstseinsarbeiters, früher und heute. Für Skepsis oder Kritik bleibt da wenig Raum, es gilt vielmehr das widerspruchsfreie „ergriffen“ sein auslösen und verstärken und mitmachen in einem kollektiven Taumel, dem gerne ein quasi meditativen Anstrich gegeben wird, in dem der Eindruck vermittelt wird, man sei mit dem verbunden, was den Menschen so recht eigentlich ausmacht.
 „Positives Denken“ ist einer der Inhalte, die in diesem Zusammenhang immer wieder gepredigt werden. Spiritualität online verfügbar machen, das würde den zeitgeistigen Schritt in eine massenhafte Verwertbarkeit aufzeigen und sie in größer Breite zu teilen. Selbsthilfe im Netz mag Millionenumsätze generieren. Der Welt etwas von einer anderen Wirklichkeit erzählen, mag nicht nur einen Drang zur massenhaften Verbreitung, sondern auch zu einer maximalen Verkäuflichkeit erzeugen. Ziel: Das sollen alle wissen! (und dafür zahlen). Dass dadurch allerlei Oberflächlichkeiten Tür und Tor geöffnet sind, mag geradezu folgerichtig erscheinen....Wow!

Mittwoch, 29. Januar 2020

Zeit (3)


Über Jahrtausende waren die Menschen überzeugt, dass die Sonne über das Himmelsgewölbe zieht. Erst vor etwa 500 Jahren stänkerten Leute wie Nikolaus Kopernikus dagegen und behaupteten, dass sich die Erde um die Sonne drehe und um sich selbst. Ein Jahr ist – astronomisch gesehen, - also der vollständige Umlauf der Erde um die Sonne in etwa 365, 025 Tagen. Dabei hat die Erde selbst eine Geschwindigkeit von etwa 107 000 Km/h. Die Sonne geht auf im Osten und sie geht unter im Westen.

Dienstag, 28. Januar 2020

An die Ruhe (Lyrik von Friedrich Hölderlin, 1770-1843)

An die Ruhe


Vom Gruß des Hahns, vom Sichelgetön erweckt,
   Gelobt' ich dir, Beglückerin! Lobgesang,
      Und siehe da, am heitern Mittag
         Schläget sie mir, der Begeistrung Stunde.

Erquicklich, wie die heimische Ruhebank
   Im fernen Schlachtgetümmel dem Krieger deucht,
      Wenn die zerfleischten Arme sinken,
         Und der geschmetterte Stahl im Blut liegt -

So bist du, Ruhe! freundliche Trösterin!
   Du schenkest Riesenkraft dem Verachteten;
      Er höhnet Dominiksgesichtern,
         Höhnet der zischenden Natterzunge.

Im Veilchental, vom dämmernden Hain umbraust,
   Entschlummert er, von süßen Begeist'rungen
      Der Zukunft trunken, von der Unschuld
         Spielen im flatternden Flügelkleide.

Da weiht der Ruhe Zauber den Schlummernden,
   Mit Mut zu schwingen im Labyrinth sein Licht'
      Die Fahne rasch voranzutragen,
         Wo sich der Dünkel entgegenstemmet.

Auf springt er, wandelt ernster den Bach hinab
   Nach seiner Hütte. Siehe! das Götterwerk,
      Es keimet in der großen Seele.
         Wieder ein Lenz, - und es ist vollendet.

An jener Stätte bauet der Herrliche
   Dir, gottgesandte Ruhe! den Dankaltar.
      Dort harrt er, wonnelächlend, wie die
         Scheidende Sonne, des längern Schlummers.

Denn sieh, es wallt der Enkel zu seinem Grab,
   Voll hohen Schauers, wie zu des Weisen Grab,
      Des Herrlichen, der, von der Pappel
         Säuseln umweht, auf der Insel schlummert.

(von Friedrich Hölderlin, 1770-1843) 

Montag, 27. Januar 2020

Wechsler

Und wieder wechselt ein einstmals prominenter deutscher Politiker in die „Privatwirtschaft“. Daran wäre zunächst nichts verwerfliches, wenn sich nicht eben dieser Politiker sehr kritisch über jene Branche geäußert hätte, in die er jetzt wechselt. Selbstverständlich nimmt er alle personellen Verbindungen, die er im Laufe seiner „Karriere“ gesammelt hat, mit in seine neue Tätigkeit. Dies scheint es auch zu sein, was solche Firmen der Privatwirtschaft auch an diesen Politiker interessiert. Einer bestimmten, eher konservativen Partei in Deutschland traut man möglicherweise schon gar nichts anderes mehr zu. Sie scheint es auch aus Gründen, die sie uns zu selten erläutert, völlig normal zu finden, enge Beziehungen zur Privatwirtschaft zu unterhalten. Ob dies einer Demokratie zuträglich ist, mag dahingestellt bleiben. Bei der Partei, der dieser Wechselpolitiker und ehemaliger Parteivorsitzende aber angehört, scheint dies Methode zu haben. Ein dieser Partei angehörender ehemaliger Landessozialminister und ehemaliger Sprecher und Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit ist jetzt sogar Vorsitzender des Bundesverbands Paket und Expresslogistik, eines Verbands, dem extrem unsoziale Methoden vorgeworfen werden. Immerhin ist er zu Beginn 2020 einer anderen, vor allem dem Unternehmertum verpflichteten Partei beigetreten. Eine ehemalige Landesfürstin dieser Partei ist nun Aufsichtsratsmitglied eine Steinkohlekonzerns. Ein ebenfalls dieser Partei angehörender Landesherr ist nach seiner Demission als Lobbyist nach Brüssel zu EU gegangen ….usw….etc.. Diese Partei stellt für sich den Anspruch, eine Partei „der kleinen Leute“ zu sein. Nun ja, damit scheint es nicht weit her zu sein.

Sonntag, 26. Januar 2020

Guter Rat (Hölderlin)

Guter Rat


Hast du Verstand und ein Herz, so zeige nur eines von beiden,
    Beides verdammen sie dir, zeigest du beides zugleich.

(Entstehung: irgendwann zwischen 1786 und 1843)

Samstag, 25. Januar 2020

Der Schein, der nicht weit trägt

Diese Heuchelei geht mir tierisch auf den Sack: Jede und jeder fühlt die Verantwortung für das Klima, gibt schlaue Erklärungen dazu ab (bis hinauf zur höchsten Staatsspitze...)…. tut aber nichts. Jedenfalls nicht Grundsätzliches, Radikales, das helfen könnte. Auf Klimakonferenzen, zu denen die Beteiligten fliegen, wird viel gelabert, aber nichts Verbindliches beschlossen. Es scheint eine Art Pragmatismus zu herrschen, der sich grundsätzlich entschuldigt fühlt. Ein paar Versprengte scheinen diese Gesellschaftsordnung mit ihrem Gebaren gegen alle Widerstände verteidigen zu wollen, was richtig konservativ und vielleicht sogar restaurativ dort ist, wo dringend und schnelle Veränderung nötig wäre. Die alten Profitklassen, die also von der gegenwärtigen Systemaufstellung profitieren, erfinden dauernd neue Argumente dafür oder dagegen und sorgen mit den inzwischen kennen gelernten „Fake News“-Art für Verwirrung. Keiner weiß, was eigentlich wirklich ist. Das "niedere" Volk ersticken sie in "Gute-Laune"-Pillen, die auch die Showleute in alltäglichem Frondienst verabreichen. Beliebt ist es, irgendetwas von technischer „Innovation“ zu faseln: das Schicksal der Menschheit solch ungewissen Spekulationen überlassen zu wollen, finde ich abenteuerlich. Auf etwas, was es noch gar nicht gibt…. nun ja, wenn wir alle Zeit hätten… haben wir aber nicht. Wut angesichts von Ungerechtigkeiten und Misstständen scheinen diese „verantwortlichen“ Leute aus der „Elite“ nicht zu kennen, Empathie und Mitgefühl ein Fremdwort für diese Bagage. Bürokratie eine Ausrede.

Freitag, 24. Januar 2020

Rateknilch (MP3)

gewidmet all den "Prominenten" und "Comedians", die alltäglich im Fernsehen in Quiz- und Rateshows sitzen, um möglichst unterhaltsam und mit möglichst witzigen Bemerkungen einen Begriff oder eine "Lösung" eines Problems zu erraten.......



Rateknilch

Donnerstag, 23. Januar 2020

Wachstum und Sparen

Auch wenn das Sparen schon lange nichts mehr nützt, redet man uns täglich ein, dass man sparsam sein solle. Am besten wie eine schwäbische Hausfrau. Dieser Mythos wird gerne verbreitet, obwohl sich diese Hausfrau inzwischen etwas geändert haben dürfte. Überall wird gespart...- eingespart? Besonders in Konzernen. Wettbewerbsfähigkeit erhöhen. Zu wessen Nutzen? Wieso warum? Gleichzeitig sollen wir mitschwimmen im allgemeinen Konsumrausch, so sagt das Wirtschaftssystem, sollen die Binnennachfrage weiter ankurbeln und somit unserer Bürgerpflicht nachkommen. Das Wachstum muss gefördert werden und auf diese Weise Arbeitsplätze erhalten werden. Schließlich müssen die ganzen erzeugten Konsumgüter ja verbraucht werden. Nun ja, das hat nirgendwo funktioniert. Wachstumsgeld wird wohl eher zur Wegrationalisierung von Arbeitsplätzen verwendet. Die Wahrheit ist, dass die „Digitalisierung der Arbeitswelt uns bis zu 80 % der Arbeitsplätze kosten könnte. Unter solchen Verhältnissen etwa könnte sich ein Problem des Facharbeitermangels schnell lösen. Und ob das „Wachstum“ nicht etwa der Treiber der Klimakatstrophe ist, unter dem uns Wasser und Luft ausgehen? Wer wollte denn da so weit denken, dass das Wachstum der Menschheit einer der Gründe für die Wachstumskatstrophe ist? Ob Überbevölkerung ein Problem ist?
Selbstbegrenzung? Verzicht? Iwo, wir sind Egoisten, weil uns das System dazu erzogen hat. Reiches Land. Wohlstand erhalten. Nichts gegen Klimakatastrophe tun. Alles wie immer. Überfluss und Knappheit gleichzeitig. Aber es scheint mehr Geld zu geben, als öffentlich behauptet wird. Also will der Staat mit seinen Finanzbehörden dies abgreifen. Er macht das natürlich nicht bei den Reichen und Mächtigen, die beispielsweise in seltsame Cum-Ex-Geschäfte verwickelt. Nein, er will eine Finanztransaktionssteuer nach eigenem Gusto einführen, die sich möglicherweise recht zweifelhaft auf das Sparen der „kleinen Leute“ auswirkt: es werden nicht etwa die superschnellen Transaktionen zwischen den Playern auf den Finanzmärkten besteuert, sondern eher die kleinen Aktiensparer, die sich auf das letzte verbliebene Feld wagen, das ihnen geblieben ist. Nicht nur ich halte solches für mehr als zweifelhaft.

Mittwoch, 22. Januar 2020

Ausgeliefert


Meine Bildanzeige tut plötzlich nicht mehr. Ich fange an, das abzustellen, so gut mir das eben möglich ist. Natürlich führt das zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis. Nun gibt es verschiedene Möglichkeiten der Analyse, - nicht der Besserung: ob das letzte Update diesen Zustand herbei geführt hat? Ich weiß, so etwas dürfte und könnte nicht sein, - es ist aber trotzdem alles so, wie es ist. Ich starte Rechercheversuche im Netz, die leider auch nichts ergeben. Ich habe ein relativ primitives Problem, trotzdem komme ich mit seiner Lösung keinen Deut voran. Das Blöde: dieser Zustand trat schon gestern ein. Ich nahm das aber nicht allzu ernst und nahm an, dass sich das beim nächsten Computerstart schon lösen würde. Tat es aber nicht. Jetzt sitze ich da und habe schon 2 Stunden meiner Energie in dieses Problem investiert, ohne es beheben zu können. Ich weiß nicht weiter und Spekuliere: Microsoft aus wirtschaftlichen Gründen irgendeine App protegieren wollte? Davon komme ich leider auch nicht weiter. Ob ich alles verdrängen soll und hoffen, dass es sich irgendwie selbst löst? Diese Strategie habe ich schon gestern gefahren. Verdammt, ich bruche doch diese Anzeige! Engagiere ich einen „Spezialisten“, so nimmt der gerne mal Hunderte von Euros für ein Problem, an dem er ewig herum doktort und so tut, als blicke er all das nicht. Das bringt Zeit. Am Ende macht er einen relativ einfachen Klick, muss überhaupt nichts Neues einrichten, - und: es tut wieder. Er hat Zeit heraus geschunden, die ich bezahlen soll, ich weiß das. Dabei hätte er das Problem relativ rasch lösen können. Ich habe das Geld für solche Possenspiele nicht mehr. Ich weiß nicht mehr weiter…...

Dienstag, 21. Januar 2020

Zeit (2)


Von Albert Einstein stammt folgender Gedanke: „Wenn man mit einem netten Mädchen zwei Stunden zusammen sitrzt, dann kommt es einem vor, wie zwei Minuten. Wenn man aber zwei Minuten auf einem heißen Ofen sitzt, dann kommt einem das vor, wie zwei Stunden“. Gibt es eine „subjektive Zeit“, etwas, was in seiner Ausdehnung von unserem Erleben abhängt? Was macht die Zeit überhaupt, wenn sie vergeht? Seit Urzeiten kennt der Mensch den Takt von Tag und Nacht, den Lauf der Sonne am Himmel, die Phasen des Mondes, das Auf und Ab der Gezeiten. Er erlebt das Wachsen und Vergehen, die Jahreszeiten - unter Umständen in sehr ausgeprägter Weise, - die immergleichen Zyklen und Rhythmen, Säen und Ernten, Zeit zum Arbeiten und zum Feiern. Schon in der Bibel steht: „Ein jedes Ding hat seine Zeit“. Aus alten Zeiten wehen Verse von Goethe herüber: „Die Sonne tönt nach alter Weise, in Brudersphären Wettgesang, Und ihre vorgeschriebne Reise, vollendet sie mit Donnergang“. Es spricht die Aufklärung: In dem Moment, wo die Gemeinschaften größer werden und Gesellschaften sich ausbilden, wo sie sich weiter entwickeln, muss man sich zu vielen Aktivitäten verabreden. Was ist der Inbegriff des Flüchtigen, also das, was kaum zu begreifen ist? Den Fluss der Zeit zu gliedern, äußert sich in unseren Gesellschaften ind Jahren, Monaten, Wochen und Tagen. Kalender spielen dabei eine wichtige Rolle. Das Wort „Zeit“ leitet sich ab vom indogermanischen „Dei“, das in etwa „Teilen“ oder „Abschneiden“ bedeutet. Wir sagen heute „Abschnitte“ dazu. Die werden dann gezählt.

Montag, 20. Januar 2020

Zeit (1)


Das Thema „Zeit“ betrifft uns früher oder später alle. Wir leben das, wir erfahren das alltäglich. Doch was ist Zeit? Ich unternehme mal wieder den Versuch, mich diesem Phänomen anzunähern. Ich „komme von außen“, führe Fakten auf, Ansichten, Einschätzungen und Meinungen. Und doch entwischt mir das Phänomen immer wieder. Ich merke, wie alles doch nur eine Annäherung zu sein scheint. Alles. In vielen kulturellen Systemen und Religionen wird Zeit in Zyklen gemessen: Das Ende, der Beginn eines Zyklus geben eine Marke vor. Die Welt wird also immer wieder von Neuem erschaffen, die Zeit beginnt immer wieder neu. Die Mitteleuropäer und Nordamerikaner sind sehr stark an der Uhrzeit orientiert, d.h. wir sind Uhrzeitgesellschaften und organisieren uns rund um die Uhrzeit. Das tun andere Kulturen nicht in diesem absoluten Maße. Zum Beispiel orientieren sich in Afrika, Südamerika oder Asien gibt es Kulturen, die sich nach kosmischen Zeiten orientieren. Oder auch nach den Erfordernissen des Alltags, wie zum Beispiel der Versorgung des Viehs, nach dem Weidegang oder nach dem Melken: Zeit kann nach sehr unterschiedlichen Formen organisiert werden. Das zieht unterschiedliche Vorstellungen von Pünktlichkeit nach sich, wobei Pünktlichkeit ohnehin eine Erfindung der Uhrzeitgesellschaft zu sein scheint. Ohne Uhr gibt es keine Pünktlichkeit. Systeme der Mechanik und Elektronik bestimmen den Takt des Lebens, ausgedacht von Astronomen, Technikern und Mathematikern, angeordnet von Priestern, Gesetzgebern und Machthabern. Die Geschichte der Zeitmessung ist insofern die Geschichte einer Zivilisation.

Sonntag, 19. Januar 2020

Die Herren

Einigermaßen fassungslos bin ich, wenn ich wieder einmal mitkriege, wie in bestimmten Fernsehsendern Industriekapitäne und Wirtschaftsmanager aller Art mit „Herr….“ angesprochen werden (naturgemäß ist die Anrede „Frau...“ da wesentlich seltener). Die Herren wünschen dann, dass bestimmte Fragen doch bitteschön ausgeschlossen sein mögen! Nach ihrer Augenblicksdefinition seien sie "unpassend". Vorauseilend ehrerbietig kommt mir das vor, wenn so etwas von jenen akzeptiert wird, die sich gerne "Journalisten" nennen.. Jedenfalls ist solch ein Verhalten nicht sehr journalistisch. Diese ehrerbietigen TV-Gesichter, die dem Verlautbarungsjournalismus ja so gewogen erscheinen, sind offenbar in einem Erkentnissystem gefangen, das ziemlich gleichbedeutend mit einer neoliberalen Unterwürfigkeit den Geldsäcken gegenüber ist. Von gleicher Augenhöhe kann hierbei jedenfalls kaum die Rede sein. Dazu passt auch, das die Öffentlichkeit Zeuge sein muss, wie sich solche „Journalisten“ abmeiern und vorführen lassen, - zuletzt von einem ach so populären Trainer, davor von politischem Personal.

Freitag, 17. Januar 2020

Privates und Öffentliches

Wenn sich Ich und Gesellschaft überlagern, war dessen Darstellung und Aufarbeitung schon immer ein Traum derer, die sich „links“ wähnen. Privates möge öffentlich sein und Öffentliches privat, so ihre Überzeugung. Es mag sein, dass sich im scheinbar Privaten das Öffentliche zeigt, - und das auf vielerlei Art. Unter anderem mag auch der Bereich der Sozialisation eine gewisse Rolle spielen. Die Umgebung, der Zeitgeist, die mannigfaltigen Zusammenhänge, unter denen sich Erziehung und Selbstfindung abspielen, mögen einen großen Einfluss auf das Ich haben. Sie sind in ihm verankert, ohne dass das jeweilige Ego das merkt, ohne dass es ihm bewusst wird. Sie "wandern stillschweigend in ihn ein". Sie bestimmen sein Handeln, sie beeinflussen dasjenige sehr stark, was die jeweilige Person für „normal“ hält. Es kommt ihr vor und wird ihr auch von der Gesellschaft so „verkauft“, als sei dies „Normale“ unverrücklich, als sei es fest für alle Zeiten. Der Trick ist nun, dass das Normale in Wirklichkeit sehr beweglich ist, dass beispielsweise das, was gestern „normal“ war, bereits heute als unnormal gilt. Auch ist es noch immer so, dass kulturelle Faktoren das „Normale“ sehr stark bestimmen: Wenn z.b. in fernöstlichen Ländern bestimmte Tiere gegessen werden, so mag das hierzulande Ekel erzeugen. Es wird jedenfalls in hiesigen Gesellschaften (die sich auch immer mehr „fraktionieren“, d.h. aufsplittern…) nicht für „normal“ gehalten. Dies sich-Überlagern von Privatem und Öffentlichem prägt auch auf bewusste und unbewusste Art meine Seiten hier. Ich platziere hier unter anderem im Ausdruck sehr persönliche Musik, die eine Richtung andeuten könnte, eine Werthaltung, eine Ausrichtung, die nicht nur ins Ästhetische zeigt.

Montag, 13. Januar 2020

Verschwörungstheorien

Was mir untergekommen ist: Die Welt ist unübersichtlich, erschreckend, kompliziert....Da kommen Verschwörungstheorien mit ihren Orientierungsmustern gerade recht. Sie pflegen meist gewisse Grundprinzipien, Muster, Baupläne: 1. Nichts geschieht durch Zufall. 2. Nichts ist, wie es scheint. 3. Alles ist miteinander verbunden. Meist wird dann eine Art „Masterplan“ gewittert, der von langer Hand etwas plant. Gute Muster um gewisse Dinge und Vorgänge scheinbar besser verstehen zu können: 09/11, Syrienkrieg, Euro, Schengener Abkommen, Ufo-Angriffe... in der Meinung von Verschwörungstheorien sind das alles Vorgänge, um die Bevölkerung Mitteleuropas gezielt zu verunsichern. Wer ersinnt diese "indirekte" Unbill? Oft sind das nach Meinung von Verschwörungstheorien die „bösen Eliten“. Dass gewisse Strategien von Machthabern und „Eliten“ dem durchaus förderlich waren und dass dies nachweisbar ist, mag solche Verschwörungstheorien noch befeuern. Beispiel: Was machen PR-Agenturen, Öffentlichkeitsarbeiter, gewisse Agenten der Unter- oder Oberwelt (Geheimdienste?) oder ganze Regierungen anders, als die Öffentlichkeit in einem gewissen Interesse gezielt zu desinformieren? In Verschwörungstheorien beliebt ist auch die Verklärung einer Vergangenheit, die so sonnig und glücklich nie war. Sie wird dann meist von der Verschwörung der Gegenwart unterlaufen, die von Einzelnen oder Gruppen genau so „konstruiert“ wird, wie sie erscheint. Ihr diesen Schein zu nehmen und die „wahre Wirklichkeit“ damit zu enthüllen, geben Verschwörungstheorien gerne vor. Das Chaos und die Unübersichtlichkeit der Realität wird damit neuer Sinn eingehaucht. Scheinbar.

Sonntag, 12. Januar 2020

Nie und immer (Text)

NIE UND IMMER (Creatura 2)

Schiffe fahr’n vorbei an dir, am Hafen tut sich nichts,
Mensch frisst Tier und Tier frisst Tier, automatischer Verzehr
Straßen führ’n nach nirgendwo, es stinkt nach schaler Wut
Hund pisst auf kalten Beton, Glasscherben in Eis

Prince lallt seiner Dame Manisches ins Ohr
Wort mit vier Buchstaben, und wir hör’n alle mit

Nie und immer, weiß von nichts,
Nichts bedeutet nichts
Du im Nebel, gehst im Kreis, verschenkst den Augenblick
Verseuchtes Luftschloss, am Ende bleibt uns keine Zeit
Wir wachen auf, die Uhr steht still,
alles ist vorbei

im Hals, der Finger, er, treibt Madonnenkult
gut gelauntes Gletscherspiel – Geschlechtsamusement
Du siehst dich, wie du dich siehst, - als Spiegelspiegelbild
Nie und immer wartet der Müllverbrennungsspezialist

Nie und immer, nie und immer…(Fade out)


(gefunden von früher...)

Samstag, 11. Januar 2020

Seitenwechsler


Was ich eben mitbekommen habe: seit dem Jahr 2004 soll es im Bundestag ein Programm für „Seitenwechsler“ geben. „Seitenwechsler“ sind diejenigen, die teilweise von der Regierungsbank weg in die Privatwirtschaft wechseln, um dort natürlich zu wesentlich besseren Bezügen zu kommen. Personen aus der Politik fallen einem da massenweise ein, ohne dass ich sie hier erwähnen könnte: Rechtliche Folgen würden mir sicher sein. Es geht also um Personen, die zunächst fürs Allgemeinwohl arbeiten, sich aber privaten Interessen gerne zur Verfügung stellen, am Ende wohl auch mit einem vollkommenen „Seitenwechsel“. Das kann auch ohne Wechsel des Arbeitgebers vonstatten gehen. Beamte von Ministerien sollen so etwas schlicht als „Sonderurlaub“ beantragen können. Ihr Wunsch ist dann ihren „Vorgesetzten“ meist Befehl. Sie wechseln dann den Schreibtisch einigermaßen flugs, aus dem Minsterium hin zur Industrie. Um „Zusammenarbeit“ gehe es und um „Vernetzung“, so die offiziellen Erklärungen dazu. „Profis mit Sachkundenachweis“ seien da vonnöten, ließ eine Ministerin dazu verlauten und dass die Industrie an dieser Stelle „einen sehr guten Beitrag leiste“ war dazu von hoher Stelle zu hören. Es solle „Wissenstransfer ermöglicht werden und „das Verständnis für die Gegenseite erhöhen“, so offizielle Beteuerungen. Welches Wissen da wohl in welchem Interesse transferiert wird? Was das wohl heißt, „Verständnis für die Gegenseite“ aufzubringen? Es könnte ja auch sein, so war zu hören, dass die Unternehmen Manager direkt in die Ministerien schicken, um beim Gesetze entwerfen „mitzuwirken“. Ob das Ende gar etwas mit Lobbyismus zu tun hat? Fragen über Fragen.....

Freitag, 10. Januar 2020

Der Lange Tanz (Songtext aus den 80ern, offenbar in weiser Voraussicht)

DER LANGE TANZ


Du träumst dich, du siehst dich
bist das wirklich noch du?
Die Jahre vergehen im Trott
und du hast ein paar Narben mehr
blickst zurück und blickst nach vorn
und das Einerlei stört dich nicht mehr


Zwei Schritte rechts, zwei Schritte links
wo geht’s eigentlich lang?
Drei Schritte vor und zwei zurück,
wie heißt dieser lange Tanz?


Mal im Schatten, mal im Licht,
meist dazwischen irgendwo du
Alles kommt erst morgen
und heut' ist erst mal Pause
Charlie Chaplin jagt Billy the Kid
wer wird der Verlierer sein?


Zwei Schritte rechts, zwei Schritte links
wo geht’s eigentlich lang?
Drei Schritte vor und zwei zurück,
wie heißt dieser lange Tanz?


Züge fahren weiter, keiner weiß wohin
du stehst am Bahnsteig und frierst
man trägt jetzt wichtige Gesichter 
und du zwingst dich, nicht mehr zu lachen
Kontrollen werden schärfer
nur Wenige wissen ums Warum


Zwei Schritte rechts, zwei Schritte links
wo geht’s eigentlich lang?
Drei Schritte vor und zwei zurück,

wie heißt dieser lange Tanz?

Donnerstag, 9. Januar 2020

Unternehmerporträts

Die großen Porträts, die die Medien auf die Massen knüppeln, - was preisen sie zu oft? Das unternehmerische Selbst. Wirtschaftsführer, die genau dem folgen, was ihnen die Wirtschaft sagt, die sich also besonders gut anpassen. Die Leitfiguren könnten auf diesem Gebiet Steve Jobs etc. sein. Ob solche Figuren ihr gesamtes Tun nicht etwa unter das Gebot der Gewinnabsicht stellen (gestellt haben)? Ob das bei ihnen im Vordergrund steht, allein schon durch die Funktion, die ihnen übertragen wird (von wem auch immer..)? Dem Gemeinwohl verpflichtet sein, über seine Gruppe hinaus denken, scheint diesbezüglich einigermaßen verboten. Ziel ist es, neben dem Ideal, als Ego möglichst viel zu verdienen, bewundert zu werden und den eigenen Status aufwerten zu können. Ob es da ein Ausweg ist, in erster Linie an sich selbst zu denken und nicht einem Leitbild zu folgen? Hm. Ob da nicht viel mehr die Richtung sein könnte, ungehorsam zu sein? Also heraus treten aus der Masse? Ob sich da ein Paradox auftut? Nietzsches Zarathustra, wollte der, dass ihm die Massen in seinem Nonkonformismus folgen? An sich selbst denken: Individualisierung oder Globalisierung?

Dienstag, 7. Januar 2020

Gemeinschaften, Zugehörigkeiten

Ob manche Leute von einer Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft träumen, nachdem die Globalisierung und der Neoliberalismus alles zerhackstückt und vereinzelt haben? Ob sie sich da gewissen Illusionen hingeben? Gemeinschaft könnte ja auch bedeuten, dass man gewisse Werte teilt…… So etwas kann womöglich schnell über den Status einer Verpflichtung hinweg zu einer Art Zwang werden, den diese Gemeinschaft auf den Einzelnen ausübt. Im Sinne einer Freiheit und „Befreiung“ könnte es insofern unumgänglich sein, sich von diesen Konventionen zu befreien, auf Konflikt- und – im Extremfall! - Kollisionskurs damit zu gehen. Familie und Staat? Was ist der Staat überhaupt? Etwas demokratisch legimiertes? Diesem Irrtum sitzen meiner Meinung nach allzu viele derer auf, die sich als „Linke“ einordnen würden. Dass der Staat selbst sehr schnell gewalttätig werden kann, ist eine Erfahrung des zwanzigsten Jahrhunderts. Was ist „die Familie“? Die Klein- und Kernfamilie – oder die Großfamilie? Ob wir nach einigen sehr negativen Erfahrungen alle Gewalt dem Staat überschrieben haben? Ob der immer verantwortungsvoll damit umging? Was wäre die Alternative?

Montag, 6. Januar 2020

Sport als Fetisch


Rein emotional so empfunden und ein bisschen verifiziert: Sportübertragungen. Ging es früher offenbar darum, eine gewisse Distanz zu wahren, so scheint heute größtmögliche Nähe angesagt. Ging es früher darum, „geistreiche“ distanzierte Bemerkungen und Einlassungen zu machen, so scheint heute distanzlose Begeisterung angesagt. „Experten“, meist ehemals erfolgreiche Athleten mit „Insiderwissen“ stehen den Journalisten zur Seite. Sie mischen sich bei jeder Gelegenheit ein und bestätigen offenbar das, was Profis absondern. Es steht anscheinend die Show und das Vorführen von (nationalen) Gefühlen im Vordergrund. Der Athlet ist Showman (Showfrau), der das Offensichtliche beglaubigt. Es geht dabei auch um Marken, denen auf diese Weise (man sieht das überdeutlich alleine schon an der Kleidung der früheren "Athleten"...) Glaubwürdigkeit oder eine weiter gehende Bekanntheit verschafft werden soll. Fetisch ist dabei der „Erfolg“, der offensichtlich vom Athleten auf das Produkt übertragen werden soll. Dabei ist der Name des Athleten ein weiteres Produkt, das oft durch die folgenden Präsentationen und Spots beglaubigt wird. Diese Athleten sind meist Aushängeschilder der bedingungslosen Industrialisierung der Alpen mit den Planierungen von Pisten oder Schneekanonen und all den Erscheinungen, die wir kennen und die zur Bespassung eines gewissen Publikums beitragen sollen. Zudem hören wir ein bisschen zu oft, dass die aktiven Athleten doch bitteschön „Gas geben“ sollen, was ein gewisses Weltbild der schweren Verbrennungsmotoren und Überholvorgänge mehr als andeutet.

Samstag, 4. Januar 2020

Instabilität und Globalisierung


Ob gewisse politische Tendenzen nicht auch durch die Globalisierung mitverursacht werden? Ob da nicht eine Tendenz zur Entwurzelung, zum sozialen Abstieg und zur Verängstigung der Schrittmacher sein könnte? Ob die Politiker dieses landes nicht lange Jahre die Vorteile der Globalisierung gerühmt haben und bewusst die Nachteile vernachlässigt haben? Dass es nämlich auch Verlierer bei diesem Prozess gibt, die entsprechende politische Instabiliät verursachen können. Soziale Abstiegsängste und die gesellschaftliche Polarisierung befördern nämlich nachgewiesenermaßen den Zerfall einer Gesellschaft und die damit verbundenen Radikalisierungstendenzen. Ob sozialer Ausgleich insofern nicht auch eine Stabilisierungsfunktion hat? Viele Sozialwissenschaftler haben darüber nachgedacht. Von der Politik freilich wurden sie dafür oft als „Bedenkenträger“ beschimpft. Es scheint also in gewissen politischen Kreisen nur noch der bedenken- und rücksichtslose Fortschrittsglaube als Ideal ausgegeben zu sein. Selbstredend, dass hinter diesem "Fortschritt" nur noch die technische Intelligenz gemeint zu sein scheint.