Ich habe gedacht, ich höre
oder lese nicht richtig. Da schlägt offenbar ein wichtiger Akteur
als Gesundheitsminister vor, dass Pflegekräfte länger arbeiten
sollten. Das würde Wichtiges zur Lösung des Pflegenotstands
beitragen. Ich dachte bisher immer, diese Pflegekräfte würden auch
deshalb leiden, weil sie viel zu viel arbeiten und Überstunden nicht
mehr abbauen könnten. Schlicht: weil Personal fehlt. Doch jetzt lässt der Gesundheitsminister
verlauten, dass er die Arbeitsverhältnisse unter die Lupe genommen
habe und zu dem nun bekannt gewordenen Schluss gekommen sei. Dem
Beschluss zufolge soll in
Zukunft für jede Klinik das Verhältnis zwischen der Zahl der Pflegekräfte und dem anfallenden Pflegeaufwand errechnet
und veröffentlicht werden. Gefährdungen
wegen zu geringer Pflegedichte könnten dadurch ausgeschlossen
werden.
Ich bin baff, auf welche Lösungen das Politpersonal da
kommt. In der Altenpflege sollen den
Verlautbarungen dieses
Gesundheitsminister
nach
13.000 zusätzliche Stellen voll finanziert werden, was im Haushalt
mit etwa 640 Millionen Euro veranschlagt sei. Wenn
ich richtig aufgepasst habe, dann ist ein nicht ganz unwichtiges
Problem, dass diese Pflegekräfte gar nicht existieren. Luftnummer?
Für
weitere Kräfte in Krankenhäusern sei zusätzlich ein dreistelliger
Millionenbetrag vorgesehen. Klasse!
Im Pflegeberuf soll mit zusätzlicher Belastung bis zum 67.
Lebensjahr gearbeitet werden. Toller Einfall! Zumindest scheinen diese Arbeitsplätze sicher zu sein..... Jetzt
sollen sollen Pflegekräfte aus dem Ausland angeworben und
Umschulungsangebote in Deutschland gemacht werden.
Einwanderungsgesetz? Brauchen wir dafür nicht. Ob diese Pflegekräfte
in ihrem jeweiligen Land auch fehlen werden? Egal, wir kaufen sie
alle. Ob das eine neue Form des Kolonialismus wäre? Ich würde mich gerne korrigieren lassen..... Mir
scheint aber ein wesentliches Problem darin zu liegen, dass dieses
Politpersonal viel zu weit von der Realität derer entfernt ist, die
es vorgibt, zu umkümmern.
Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
Montag, 24. September 2018
Sonntag, 23. September 2018
Samstag, 22. September 2018
Es brennt
Schon
merkwürdig, was da in Deutschland los ist! Eigentlich dachten wir,
dass gerade jetzt die (parlamentarische repräsentative) Demokratie
in Hochform sein müsste. Stattdessen steuern wir von einem Tiefpunkt
zum nächsten. Zwischendrin finden dann meist Symbolveranstaltungen
und „Gipfel“ statt, für deren Rituale sich die handelnden
Politiker von willfährigen Claqueuren feiern lassen. Dass die
scheinbar beschlossenen Maßnahmen meist an Kleinigkeiten scheitern,
dass sie meist unausgewogen und für die Galerie formuliert sind,
dass sie zu kurz greifen und oft genug unterfinanziert sind, daran
haben sich alle schon gewöhnt. Dass der
nach unten propagierte Leistungsgedanke in den Reihen dieser
„Entscheidungsträger“ nichts gilt, dafür gab es jetzt genügend
peinliche Belege. Für die Folgenlosigkeit lauthals beschlossener
Maßnahmen dürfte der sogenannte „Dieselgipfel“ vor rund einem
Jahr Beleg genug sein. Ein Schelmenstück
reiht sich ans nächste und so mancher mag sich da fragen, wie lange
das noch so weiter gehen soll. Ob die Oberwichtigs den Ernst der Lage
nicht kapiert haben? Die Umfrageergebnisse sprechen eine deutliche
Sprache. Wer so etwas wie Protest gegen die obwaltenden Umstände
verspürt, scheint sich einer Protestpartei zuzuwenden. Ja, welche
Alternative hätte er denn noch? Digitalisierung scheint ein Thema,
wird aber nur unter einem einzigen Aspekt behandelt. Die
Klimakatastrophe treibt inzwischen ziemlich spürbare Blüten.
Diesbezügliche Ziele werden aber so eben mal verschoben, - das geht
am leichtesten. Die Kulturminister entdecken eben mal, dass ihnen 40
000 oder 50 000 Lehrerstellen fehlen, bezahlbare Wohnungen fehlen
etwa 1,2 Millionen. Einen schlechten Job scheinen diese Politiker zu
machen, die sich ihre Verantwortlichkeiten so gerne gegenseitig
zuzuschieben scheinen und für alles eine passende Phrase bereit zu
haben scheinen. Es brennt ein Moor, es brennt der politische Laden,
aber die Verantwortlichen treiben mit sich Schabernak. Wie lange das
wohl noch so geht?
Freitag, 21. September 2018
Hesse reloaded
Das Folgende habe ich tatsächlich gefunden, als Notiz, als Aufschrieb. Ob ich davon etwas auf irgend eine Art veröffentlichte? Ich weiß es nicht mehr, denn das Fundstück stammt aus dem Jahr 2002:
Hätte sich jemand diesen vogelig dreinblickenden Mann mit dem Sonnenhut und der Nickelbrille lauthals mitgrölend auf einem Rockkonzert vorstellen können? Oder gar hemmungslos auf einer La Ola-Welle dahinwogend? Nein, mit den Massen hatte es der Literaturnobelpreisträger Hermann Hesse überhaupt nicht. Er gab sich als überzeugter Individualist, als belesener Schöngeist und Eigenbrötler, der vor den Regungen großer Massen ein ständiges Misstrauen empfand, ja, dem vor ihnen regelrecht schauderte, ein Image, das er auch vor der breiten Öffentlichkeit hingebungsvoll pflegte. Just in seinem Todesjahr 1962 war es, als sich die Beatles anschickten, die Popmusik im heutigen Sinne zu einem Massenphänomen zu machen, nachdem Elvis diesbezüglich ja schon in den Fünfzigern Dämme gebrochen hatte.
Nein, irgendwo als kreischenden Fan im Publikum kann sich Hesse kaum jemand vorstellen. Aber vielleicht auf die Bühne, vor die Massen, da hätte der Mozart-Bewunderer hingepasst. Als eine Figur, nicht so harsch und spröde wie Bob Dylan, aber dafür poetisch verspielt wie Leonard Cohen. Als sanfter Erzähler und Verseschmied, der die Dinge des Lebens mit bildhaften Versen hätte sehr einprägsam und eingängig auf einen romantisch klingenden Punkt bringen können. Einer, der die Ausstiegsphantasien der Flower Power-Kinder - und die Weltfluchtutopien einer Hippie-Bewegung der sechziger und siebziger Jahre massenwirksam hätte bündeln und bei Konzerten auf sich vereinen können.
Und hat er sich nicht etwa als leiser Apologet des Drogengebrauchs missverstehen lassen? Nicht umsonst hat ihn der Pop Art-Pionier Andy Warhol in seinem berühmten Porträt ja als eine Art umnebelten Kiffer abgebildet. War sein Held Harry Haller im berühmten Roman „Der Steppenwolf“ auf seiner Reise nach Innen nicht an diversen künstlichen Paradiesen vorbeigekommen, hatte dabei ein Panoptikum der phantastischen Möglichkeiten geschaut und die Abenteuer der anarchistischen Entgrenzung geprobt? Und hat dieser Harry Haller etwa das Angebot des Musikers Pablo abschlagen können, aus einer vergoldeten Dose eine Prise weißen Pulvers zum Schnupfen zu sich zu nehmen?
Ach ja, für die Hippiegeneration war ja alles so eindeutig, für sie war Hesse ein Popstar, mochten die verknöcherten Philologen in Europa noch so sehr vor der Vereinnahmung und Vereinfachung der Gedankenwelt des Pfarrersohns aus Calw warnen oder ihn in die Nähe der Trivialliteratur rücken. 1970, 8 Jahre nach dem Tod des 84 Jahre alt gewordenen Autors, deutete der Drogenpapst und Hochschullehrer Timothy Leary den „Steppenwolf" als „Meisterführer zum psychedelischen Erlebnis" und empfahl, „vor deiner LSD-Sitzung den Steppenwolf als ein unschätzbares Lehrbuch" zu lesen. Der „wirkliche“ Hesse hat zwar öfters mit dem Dämon Alkohol gekämpft. Doch über weitere Drogenexzesse ist nichts bekannt.
Schon zu Beginn der sechziger Jahre waren seine Bücher in den USA zum Bestseller geworden. Eine ganze Generation schien plötzlich Hesse zu lesen, seine Werke lieferten das Modell eines Selbsterfahrungstrips. Und so, wie Hermann Hesse sich selbst und seinen Harry Haller zeichnete, als Außenseiter des bürgerlichen Welt, als schöpferischer Rebell gegen die Welt des Festgefügten und Selbstverständlichen, so wollte in dieser Zeit ohnehin jeder sein. Von den frühesten Werken wie etwa dem Schülerroman „Unterm Rad“, über den Landstreichererzählung „Knulp“ bis hin zum „Steppenwolf“ hatte Hesse das Aufbegehren in der Figur des einsamen Nonkonformisten gezeichnet. Hinzu kam seine Vorliebe für fernöstliches Gedankengut, das unter anderem ganz direkt in Werke wie „Siddharta“ und „Die Morgenlandfahrer“ eingeflossen war und nun den Selbsterfahrern in aller Welt die willkommene Anleitung für die eigene Nabelschau lieferte. Selbst der sexuellen Emanzipation konnte der im pietistischen Milieu aufgewachsene Hesse ein paar – aus heutiger Sicht harmlose - Bilder und Phantasien liefern: so lässt sich Harry Haller als Steppenwolf in eine Menage a trois mit seinem weiblichen Gegenbild Hermine und der Prostituierten Maria ein, der der Musiker Pablo noch einiges an zusätzlicher Würze verleiht. Aber auch der einer Kommune gleichenden Gemeinschaft von Gleichgesinnten lieferte der schwäbische Egomane so manches Modell: In seinem unter Pseudonym veröffentlichten Roman „Demian“ trifft sich eine Gruppe Suchender sehr verschiedener Art, zu der, wie Hesse schreibt, „Astrologen und Kabbalisten, auch ein Anhänger des Grafen Tolstoi, und allerlei zarte, scheue, verwundbare Menschen, Anhänger neuer Sekten, Pfleger indischer Übungen, Pflanzenesser und andere“ gehören. Dominiert wird diese Gruppe von einer erotisch anziehenden „Frau Eva“, was dem Titelhelden so manches in verquasten Bildern ausgemalte Begehren aufbürdet. Modell für die Hippie-Kommune? Oder gar Vorläufer eines Swingerclubs? Hesse seinerseits hatte sich zeitweise zu einer Monte Verita bei Ascona ansässigen Gruppe von nackten Naturmenschen der damaligen Alternativkultur hinzugezogen gefühlt, die dem bürgerlichen Dasein mit sexueller Ausschweifung, langen Haaren und Jesus-Sandalen trotzten.
Hätte sich jemand diesen vogelig dreinblickenden Mann mit dem Sonnenhut und der Nickelbrille lauthals mitgrölend auf einem Rockkonzert vorstellen können? Oder gar hemmungslos auf einer La Ola-Welle dahinwogend? Nein, mit den Massen hatte es der Literaturnobelpreisträger Hermann Hesse überhaupt nicht. Er gab sich als überzeugter Individualist, als belesener Schöngeist und Eigenbrötler, der vor den Regungen großer Massen ein ständiges Misstrauen empfand, ja, dem vor ihnen regelrecht schauderte, ein Image, das er auch vor der breiten Öffentlichkeit hingebungsvoll pflegte. Just in seinem Todesjahr 1962 war es, als sich die Beatles anschickten, die Popmusik im heutigen Sinne zu einem Massenphänomen zu machen, nachdem Elvis diesbezüglich ja schon in den Fünfzigern Dämme gebrochen hatte.
Nein, irgendwo als kreischenden Fan im Publikum kann sich Hesse kaum jemand vorstellen. Aber vielleicht auf die Bühne, vor die Massen, da hätte der Mozart-Bewunderer hingepasst. Als eine Figur, nicht so harsch und spröde wie Bob Dylan, aber dafür poetisch verspielt wie Leonard Cohen. Als sanfter Erzähler und Verseschmied, der die Dinge des Lebens mit bildhaften Versen hätte sehr einprägsam und eingängig auf einen romantisch klingenden Punkt bringen können. Einer, der die Ausstiegsphantasien der Flower Power-Kinder - und die Weltfluchtutopien einer Hippie-Bewegung der sechziger und siebziger Jahre massenwirksam hätte bündeln und bei Konzerten auf sich vereinen können.
Und hat er sich nicht etwa als leiser Apologet des Drogengebrauchs missverstehen lassen? Nicht umsonst hat ihn der Pop Art-Pionier Andy Warhol in seinem berühmten Porträt ja als eine Art umnebelten Kiffer abgebildet. War sein Held Harry Haller im berühmten Roman „Der Steppenwolf“ auf seiner Reise nach Innen nicht an diversen künstlichen Paradiesen vorbeigekommen, hatte dabei ein Panoptikum der phantastischen Möglichkeiten geschaut und die Abenteuer der anarchistischen Entgrenzung geprobt? Und hat dieser Harry Haller etwa das Angebot des Musikers Pablo abschlagen können, aus einer vergoldeten Dose eine Prise weißen Pulvers zum Schnupfen zu sich zu nehmen?
Ach ja, für die Hippiegeneration war ja alles so eindeutig, für sie war Hesse ein Popstar, mochten die verknöcherten Philologen in Europa noch so sehr vor der Vereinnahmung und Vereinfachung der Gedankenwelt des Pfarrersohns aus Calw warnen oder ihn in die Nähe der Trivialliteratur rücken. 1970, 8 Jahre nach dem Tod des 84 Jahre alt gewordenen Autors, deutete der Drogenpapst und Hochschullehrer Timothy Leary den „Steppenwolf" als „Meisterführer zum psychedelischen Erlebnis" und empfahl, „vor deiner LSD-Sitzung den Steppenwolf als ein unschätzbares Lehrbuch" zu lesen. Der „wirkliche“ Hesse hat zwar öfters mit dem Dämon Alkohol gekämpft. Doch über weitere Drogenexzesse ist nichts bekannt.
Schon zu Beginn der sechziger Jahre waren seine Bücher in den USA zum Bestseller geworden. Eine ganze Generation schien plötzlich Hesse zu lesen, seine Werke lieferten das Modell eines Selbsterfahrungstrips. Und so, wie Hermann Hesse sich selbst und seinen Harry Haller zeichnete, als Außenseiter des bürgerlichen Welt, als schöpferischer Rebell gegen die Welt des Festgefügten und Selbstverständlichen, so wollte in dieser Zeit ohnehin jeder sein. Von den frühesten Werken wie etwa dem Schülerroman „Unterm Rad“, über den Landstreichererzählung „Knulp“ bis hin zum „Steppenwolf“ hatte Hesse das Aufbegehren in der Figur des einsamen Nonkonformisten gezeichnet. Hinzu kam seine Vorliebe für fernöstliches Gedankengut, das unter anderem ganz direkt in Werke wie „Siddharta“ und „Die Morgenlandfahrer“ eingeflossen war und nun den Selbsterfahrern in aller Welt die willkommene Anleitung für die eigene Nabelschau lieferte. Selbst der sexuellen Emanzipation konnte der im pietistischen Milieu aufgewachsene Hesse ein paar – aus heutiger Sicht harmlose - Bilder und Phantasien liefern: so lässt sich Harry Haller als Steppenwolf in eine Menage a trois mit seinem weiblichen Gegenbild Hermine und der Prostituierten Maria ein, der der Musiker Pablo noch einiges an zusätzlicher Würze verleiht. Aber auch der einer Kommune gleichenden Gemeinschaft von Gleichgesinnten lieferte der schwäbische Egomane so manches Modell: In seinem unter Pseudonym veröffentlichten Roman „Demian“ trifft sich eine Gruppe Suchender sehr verschiedener Art, zu der, wie Hesse schreibt, „Astrologen und Kabbalisten, auch ein Anhänger des Grafen Tolstoi, und allerlei zarte, scheue, verwundbare Menschen, Anhänger neuer Sekten, Pfleger indischer Übungen, Pflanzenesser und andere“ gehören. Dominiert wird diese Gruppe von einer erotisch anziehenden „Frau Eva“, was dem Titelhelden so manches in verquasten Bildern ausgemalte Begehren aufbürdet. Modell für die Hippie-Kommune? Oder gar Vorläufer eines Swingerclubs? Hesse seinerseits hatte sich zeitweise zu einer Monte Verita bei Ascona ansässigen Gruppe von nackten Naturmenschen der damaligen Alternativkultur hinzugezogen gefühlt, die dem bürgerlichen Dasein mit sexueller Ausschweifung, langen Haaren und Jesus-Sandalen trotzten.
Donnerstag, 20. September 2018
Mittwoch, 19. September 2018
Ein paar Zahlen zur Gesellschaftsentwicklung
Zahlen
sind doch den meisten Menschen so viel wert. Hier leite ich von ein
paar Zahlen reale Verhältnisse ab: Laut dem Wirtschaftsinstitut WSI
(Hans-Böckler-Stiftung) besaßen 1970 die reichsten 10 % der
Deutschen ungefähr 40 % des Vermögens. In den folgenden Jahrzehnten
profitierte diese Gruppe von der positiven Wirtschaftsentwicklung am
meisten. Heute gehören diesen 10 % fast 70 % des gesamten Vermögens.
Mehr als 6 Billionen Euro. Geschätzt, denn verlässliche Angaben
fehlen. Die Vermögenssteuer wird seit 1997 nicht mehr erhoben.
Zuletzt brachte sie dem Staat 9 Milliarden Mark. Doch das passiert
eher hinter den Kulissen, die meisten Leute scheinen davon keine
Ahnung zu haben. Leute aus der Industrie und Vorstände von großen
Unternehmen, ziehen sich eher von der Öffentlichkeit zurück.
Offiziell, um sich weniger angreifbar zu machen, z.b. für
Entführungen. Aufmerksamkeit ist nicht erwünscht. Schnell könnten
da Neiddebatten aufkommen. Doch nicht zu unterschätzen ist der
Vorgang der Vererbung. Nicht umsoonst wird die derzeit waltende
Generation als „Erbengeneration“ bezeichnet, die etwa 300
Milliarden Euro pro Jahr (!) erbt (mit steigender Tendenz, als
„leistungsloses Einkommen“). Während viele Einkommen jahrelang
stagnierten oder gesunken sind, profitierten wenige von
Lohnsteigerungen und Vermögenszuwachs. Die Niedriglohnsektor wächst und wächst weiter.
Im Ranking der sozialen Ungleichheit ist Deutschland inzwischen rapide abgefallen. Die oberen Lohngruppen haben sich sehr stark positiv entwickelt und die unteren Lohngruppen haben sich nach unten entwickelt. Das bedeutet: Die soziale Schere geht zunehmend auf. Die eine Hälfte der Bevölkerung, etwa 40 Millionen Menschen, besitzt etwa 3 % des Gesamtvermögens. In den letzten Jahrzehmnten haben vor allem die Besitzenden im Anteil am Gesamtvermögen zugelegt. Das Vermögen ist also relativ ungleich verteilt. In diesem Zusammenhang wird gerne darauf verwiesen, dass dieses Geld ja in Betriebsbesitz stecke, in produktiven Zusammenhängen, die dem Allgemeinwohl nützten. Doch nebenbei geht es auch im Startbedingungen, um Erbschaftsverhältnisse, um vorgezeichnete Wege. Wie viel vererbt wird, ist auch regional sehr unterschiedlich. In Bayern fallen pro Erbe im Durchschnitt etwa 170 000 Euro an, in Mecklenburg-Vorpommern etwa 50 000 Euro. Dass dies eine Folge der DDR-Politik ist, scheint klar zu sein. Es werden also in jeder Hinsicht soziale Besitzstände zementiert. Spezialisierte Finanzverwalter sorgen dafür, das je mehr zu verwalten ist, desto weniger an den Staat geht. Es profitieren vor allem Unternehmensvermögen. Jemand, der nicht viel zu vererben hat, zahlt im Durchschnitt etwa 10 % an Erbschaftstseuer. Wer viel zu vererben hat ( ab etwa 10 Millionen), zahlt im Durchschnitt 1 % Erbschaftssteuer. Wie könnte daran etwas geändert werden? Ob es der richtige Weg ist, zu sparen? Beantwortet sich selbst. Ob das alles noch einer Gleichbehandlung entspricht? Ob das alles der Entwicklung unserer Demokratie förderlich sein kann? Ob der Vorwurf der Neiddebatte da noch zieht? "Uns geht es gut?". Ja, vergleichsweise schon. Jedenfalls denen, die profitieren von diesen Entwicklungen der Ungleichheit.
Im Ranking der sozialen Ungleichheit ist Deutschland inzwischen rapide abgefallen. Die oberen Lohngruppen haben sich sehr stark positiv entwickelt und die unteren Lohngruppen haben sich nach unten entwickelt. Das bedeutet: Die soziale Schere geht zunehmend auf. Die eine Hälfte der Bevölkerung, etwa 40 Millionen Menschen, besitzt etwa 3 % des Gesamtvermögens. In den letzten Jahrzehmnten haben vor allem die Besitzenden im Anteil am Gesamtvermögen zugelegt. Das Vermögen ist also relativ ungleich verteilt. In diesem Zusammenhang wird gerne darauf verwiesen, dass dieses Geld ja in Betriebsbesitz stecke, in produktiven Zusammenhängen, die dem Allgemeinwohl nützten. Doch nebenbei geht es auch im Startbedingungen, um Erbschaftsverhältnisse, um vorgezeichnete Wege. Wie viel vererbt wird, ist auch regional sehr unterschiedlich. In Bayern fallen pro Erbe im Durchschnitt etwa 170 000 Euro an, in Mecklenburg-Vorpommern etwa 50 000 Euro. Dass dies eine Folge der DDR-Politik ist, scheint klar zu sein. Es werden also in jeder Hinsicht soziale Besitzstände zementiert. Spezialisierte Finanzverwalter sorgen dafür, das je mehr zu verwalten ist, desto weniger an den Staat geht. Es profitieren vor allem Unternehmensvermögen. Jemand, der nicht viel zu vererben hat, zahlt im Durchschnitt etwa 10 % an Erbschaftstseuer. Wer viel zu vererben hat ( ab etwa 10 Millionen), zahlt im Durchschnitt 1 % Erbschaftssteuer. Wie könnte daran etwas geändert werden? Ob es der richtige Weg ist, zu sparen? Beantwortet sich selbst. Ob das alles noch einer Gleichbehandlung entspricht? Ob das alles der Entwicklung unserer Demokratie förderlich sein kann? Ob der Vorwurf der Neiddebatte da noch zieht? "Uns geht es gut?". Ja, vergleichsweise schon. Jedenfalls denen, die profitieren von diesen Entwicklungen der Ungleichheit.
Dienstag, 18. September 2018
Die große Pleite
Na, das war dann schon ein
bisschen alamierend, was da anlässlich der „10 Jahre Finanzkrise“ in der letzten Woche alles verhandelt wurde! Es könnte jederzeit wieder so etwas
passieren, so war da vielfach zu lesen, nur würde das diesmal von
einer anderen Seite kommen. Offenbar weiß bis heute noch niemand
genau, was damals alles lief. Tatsache ist wohl, dass
Investmentbanken über Jahre hinweg Geld in den US-Häusermarkt steckten, wobei wohl manches riskiert wurde, was wohl nicht hätte
sein sollen. Die Banken zerkleinerten ihre Risikohypotheken, packten
sie neu zusammen und verkauften sie scheibchenweise in alle Welt.
Ratingagenturen gaben dafür gute Zeugnisse sowie ihren Segen und sorgten offenbar so
für den zügigen Abverkauf solcher „Produkte“. So verteilten sie sich im
globalen Finanzsystem.
Ganz vorne war dabei wohl eine namhafte Bank,
die Lehmann Brothers. Investoren ahnten etwas von den Risiken
dieser Geschäfte und setzten alles gegen diese Bank. Sie trieben Lehmann in den Bankrott. Die Panik, die folgte, ließ die Märkte
erschaudern. Die Börsen stürzten ab. Millionen Menschen
verloren ihre Jobs. Aber es hätte wohl noch viel schlimmer kommen
können. Der Staat half aus, kaufte auf und stützte. Viele
Milliarden wurden von ihm ausgegeben, weil die wacklig gewordenen
Banken sich selbst nicht mehr helfen konnten, sich gegenseitig auch nicht mehr trauten und nun für
„systemrelevant“ erklärt wurden, d.h., sie waren zu groß, als
dass man sie hätte einfach pleite gehen lassen können. Im Jahrzehnt nach dieser einschneidenden Pleite wurden milliardenschwere
Strafen verhängt. Regeln wurden verschärft. Rettungsfonds wurden
geschaffen. Doch die Risiken seien mindestens genauso groß wie vor
der Krise von 2008, so war zu lesen. Sie lauern nur anderswo.
Zum Beispiel in den
gigantischen Schulden, die viele Staaten aufgetürmt hatten, um
Banken zu retten. Und dann die Folgen: Griechenland musste mit fast
290 Milliarden Euro dreimal von den anderen Euro-Ländern und dem
Internationalen Währungsfonds (IWF) gerettet werden. Mehr als 40
Jahre soll Athen jetzt noch eisern sparen, um Schulden abzutragen - kein
Land der Welt hat das je geschafft. Und die Zeichen sind nicht gerade günstig.
In Italien beispielsweise
beläuft sich der Schuldenstand auf 130 Prozent des
Bruttoinlandsprodukts. Die Populisten-Regierung ist dabei, die
Haushaltslöcher durch Mindesteinkommen, Rentenerhöhungen und
Steuersenkungen noch zu vergrößern. Der Euro-Rettungsschirm wird
wohl nicht groß genug sein, um Italien im Ernstfall aufzufangen. Es drohen
Immobilienkrisen und und und.....wo soll man seine paar Kröten
parken, damit sie nicht demnächst vernichtet werden, zum Nutzen der
üblichen Nutznießer, die alle kennen? Es könnten sich gigantische
Crashs abzeichnen, so manche „Experten“. Apocalypse now. Doch
welche Möglichkeiten haben wir? Offenbar nicht allzu viele, so heißt
es.
Montag, 17. September 2018
Sonntag, 16. September 2018
Spiritualität (1)
Dass
die Spiritualität so etwas wie der Gegenpol, der Widerpart der
Religion in unserer zeitgenössischen Gesellschaft sei, habe ich
jetzt oft gelesen. Gottesdienste scheinen schlecht oder nur noch von
einer kleinen Zielgruppe regelmäßig besucht zu sein, heißt es. Sie seien aus
Mangel aus Interesse und Personal zusammengelegt, fusioniert, rationalisiert. Wo es früher 5
Gottesdienste in benachbarten Gemeinden gegeben habe, seien sie nun
aus Mangel an Interesse zusammengelegt zu einem einzigen. Die
Amtskirche mit ihren Beamten und dem Verwaltungsapparat habe
ausgedient, habe ihre Attraktivität gänzlich verloren. Kein Mensch
wisse mehr, was eine von christlich-jüdischen Werten geprägte
Deutung der Wirklichkeit und als "heilig" empfundene Verfassung überhaupt sei. Was könnte angesichts
dessen also Spiritualität überhaupt sein? Was verstehen wir darunter?
Es mag bei ihnen nicht
darum gehen, Dogmen nachzubilden, sondern offen zu leben. In ihnen
gehe es vor allem um Erfahrung, also um etwas Persönliches, um
Selbsterkenntnis, um einen Übergang zu einem Zustand, der zu einer
Befreiung führt. Ob dies freilich auch in dieser Form schon wieder verallgemeinert
werden kann? Wo ist die Abgrenzung zur Esoterik und magischen
Ritualen? Wundersteine, Händelesen, Pendeleien..... Dekorationen
für das äußere und innere Leben? Es gibt ja ganze Messen, die die
Vielfalt des Esoterik-Supermarktes feilbieten. Alles hat seinen
Preis, so scheint das über allem stehende Credo dort zu lauten. Sehr
viele esoterische Praktiken haben sich halt auch dadurch
kompromitiert, dass sie sich im marktwirtschaftlichen Sinne mit einem
Preis versehen haben, dass sie sich eingefügt haben in ein
neoliberales Weltbild, in dem jeder sich sein Seelenheil zu einem vom
Markt bestimmten materiellen Preis „erwirbt“. Ohne Kohle kein
Seelenheil, so hat die Basis einer solchen Praxis oft gelautet. Oft
sind dann auch noch autoritäre Strukturen, Guru-Konfigurationen und
„Meister“-Verehrungen gefolgt, die meist den finanziellen Ruin
des Gläubigen und den frech zur Schau gestellten Luxus des „Führers“
(jawohl, es waren in dieser Funktion meist Männer, die sich selbst
zum „Erleuchteten“ oder „Auserwählten“ verklärt haben. Ob
das etwas über eine machistische Kultur aussagt?) Ob aber
das seelische Heil von einer bestimmten Organisationsform abhängt,
etwa in den „Christlich-abendländischen“ Religionen? Ob es etwas
gibt, das zumindest als Sehnsucht im Innern verwurzelt ist und für
den modernen Menschen mit seinem ach so wissenschaftlichen Weltbild
erschlossen werden kann? Speist sich ein solches Bedürfnis auch aus
der Erfahrung der Urhorde, die sich in kriegerischen
Auseinandersetzung mit anderen befunden hat und dabei Seelentröstung
und -heil verlangte? Hm, das erscheint dem modernen Menschen nicht erlaubt. Galt es, die tiefsten Bedürfnisse, die im
Diesseits nicht zu erfüllen waren, ins Jenseits zu verlegen? Ob ein
Gebet das Schicksal oder den Lauf der Dinge verändern kann?
Samstag, 15. September 2018
Ode an den Herbst (Lyrik, I Goll)
Ode
an den Herbst (Iwan Goll)
Warum
zerreißen die Ulmen
Schon ihr Gewand
Und schlagen um sich mit den Armen
In irrer Besorgnis?
Des Sommers goldene Ruhe
Hat sie verlassen.
Verloren sind die Schlüssel
Die Schlüsselblumen des Glücks
Im grauen Grase,
Und schon vergessen
Verklingen im Abgrund
Die Schwüre der Liebe.
Schon ihr Gewand
Und schlagen um sich mit den Armen
In irrer Besorgnis?
Des Sommers goldene Ruhe
Hat sie verlassen.
Verloren sind die Schlüssel
Die Schlüsselblumen des Glücks
Im grauen Grase,
Und schon vergessen
Verklingen im Abgrund
Die Schwüre der Liebe.
Der
große König
Der seltsam Wissende
Herrscher des Waldes
Er gibt den Kampf auf
Gegen die Wolken,
Er läßt sein rostiges
Szepter fallen,
Der Apfel der Weisheit
Und alle Kronjuwelen
Verfaulen.
Der seltsam Wissende
Herrscher des Waldes
Er gibt den Kampf auf
Gegen die Wolken,
Er läßt sein rostiges
Szepter fallen,
Der Apfel der Weisheit
Und alle Kronjuwelen
Verfaulen.
Im
brüchig rasselnden
Geißblattgeranke
Klopfet die Angst des Iltis
Und über dem Teiche
Zerbricht die Libelle
Wie tönendes Glas.
Geißblattgeranke
Klopfet die Angst des Iltis
Und über dem Teiche
Zerbricht die Libelle
Wie tönendes Glas.
Nur
die Zentauren
Im roten Barte
Sie rennen erfreut
Mit funkelnden Hufen
Die Hügel ab,
Und ihre Spuren
Verglimmen im Moose.
Im roten Barte
Sie rennen erfreut
Mit funkelnden Hufen
Die Hügel ab,
Und ihre Spuren
Verglimmen im Moose.
Es
lösen die Blätter
Sich ab von den Stämmen
Wie wehe, wie wehende Hände;
Sie schichten unten
Ein kupfernes Grab
Den sterbenden Vögeln.
Sich ab von den Stämmen
Wie wehe, wie wehende Hände;
Sie schichten unten
Ein kupfernes Grab
Den sterbenden Vögeln.
In
den Ruinen
Der Vogelburg wohnt noch
Die nächtliche Eule
Der Vogelburg wohnt noch
Die nächtliche Eule
Mit
großen Augen
Das Schicksal beleuchtend.
Das Schicksal beleuchtend.
Freitag, 14. September 2018
Glaubwürdigkeiten
Das Wort und die Relevanz sämtlicher Äußerungen
des Individuums überhaupt
scheint in unserer Gesellschaft doch stark zurück gegangen zu sein. Dabei wird es nostalgisch immer noch gerne simuliert, liebevoll gepflegt, in Nischen gezüchtet - stirbt aber aus. Was vorerst bleibt, sind vielleicht Fragmente, Fetzen, Verfremdungen (auch in meiner Musik). Erinnerungen, gespeicherte Intensitäten, vergessene Strukturen, ein nostalgisches Gefühl von Aufbruch. Anarchisch. Chaotisch. Ich mache mir hier und jetzt auch keinerlei Illusionen über Formen wie Blogs oder Soziale Netzwerke. Sie tragen wohl eher zur Banalisierung des Einzelnen bei, - sie sind Erleichterungen und gleichzeitig geöffnete Schleusen. Der „Einzelne“ (die „Person“) scheint ohnehin selbst sehr stark zu dieser Entwicklung beigetragen zu haben, indem nämlich heute auch scheinbar lyrische Texte industriell, arbeitsteilig und geradezu maschinell hergestellt wurden und zunehmend werden. Der Druck auf die Tränendrüse ist etwas Gekonntes. Der Wutausbruch wird planmäßig herbeigeführt (jeweils beim „Durchschnittsuser“). Die Aufmerksamkeit wird gelenkt. Die Lüge beherrscht unmerklich vorrückend und die Gedanken verschleiernd das Feld. Es herrscht das Kollektive, der Schwarm, die Masse, „Big Data“, der Algorithmus, das kalte Berechnen, - auch gerade der Emotionen.
scheint in unserer Gesellschaft doch stark zurück gegangen zu sein. Dabei wird es nostalgisch immer noch gerne simuliert, liebevoll gepflegt, in Nischen gezüchtet - stirbt aber aus. Was vorerst bleibt, sind vielleicht Fragmente, Fetzen, Verfremdungen (auch in meiner Musik). Erinnerungen, gespeicherte Intensitäten, vergessene Strukturen, ein nostalgisches Gefühl von Aufbruch. Anarchisch. Chaotisch. Ich mache mir hier und jetzt auch keinerlei Illusionen über Formen wie Blogs oder Soziale Netzwerke. Sie tragen wohl eher zur Banalisierung des Einzelnen bei, - sie sind Erleichterungen und gleichzeitig geöffnete Schleusen. Der „Einzelne“ (die „Person“) scheint ohnehin selbst sehr stark zu dieser Entwicklung beigetragen zu haben, indem nämlich heute auch scheinbar lyrische Texte industriell, arbeitsteilig und geradezu maschinell hergestellt wurden und zunehmend werden. Der Druck auf die Tränendrüse ist etwas Gekonntes. Der Wutausbruch wird planmäßig herbeigeführt (jeweils beim „Durchschnittsuser“). Die Aufmerksamkeit wird gelenkt. Die Lüge beherrscht unmerklich vorrückend und die Gedanken verschleiernd das Feld. Es herrscht das Kollektive, der Schwarm, die Masse, „Big Data“, der Algorithmus, das kalte Berechnen, - auch gerade der Emotionen.
Donnerstag, 13. September 2018
Mittwoch, 12. September 2018
Paradox (2)
Wir lassen uns
zur Vergangenheit inspirieren und sollen begreifen, dass wir eine
bestimmte Person waren und jetzt noch sind. Gleichzeitig fühlen wir
uns als jemand anderes, der zurück blickt. Wir leben ein Paradoxon
und sollen es aushalten. Uns überschwemmen bestimmte
Bewusstseinsinhalte, denen wir mutig entgegen treten sollen: Wir
leben nur in der Gegenwart! Wie oft habe ich diesen Spruch gehört.
Ich glaube, man kann in der Gegenwart leben und trotzdem akzeptieren,
dass man so wie jetzt geworden ist. Dass man hinein geschlittert ist
in eine Gegenwart, die man vielleicht erst viel später besser
begreift. Man darf sich wundern: bin das ich oder war das ich? Der
Mensch ist wohl, mag er noch so marottenhafter Einzelgänger sein,
ein soziales Wesen und als solcher bestimmten Verhältnissen
ausgeliefert. Will man sich begreifen, einem Selbst näher kommen,
sollte man sich wohl auch von seiner Vergangenheit inspirieren
lassen, ohne daran mit einem „Früher-war-alles-besser“-Gefühl
kleben zu bleiben. Vielleicht geht es darum, das ganze Gebilde, das
man selbst darstellt, besser zu begreifen, sich seiner selbst bewusst
zu werden, oder zumindest versuchen, sich selbst anzunähern, es
herein zu holen in das, was man aktuell darstellt. Das scheinbar
Selbstverständliche auflösen in etwas, über das man sich wundern
kann. Ihm die Sphäre des Selbstverständlichen nehmen, das zu
akzeptieren man damals verurteilt war.
Dienstag, 11. September 2018
Montag, 10. September 2018
Sonntag, 9. September 2018
Herrschaft der Algorithmen?
Der
freie Wille? Eine alte Streitfrage, gerade in der Philosophie. Haha. Ich sehe schon, wie die Auskenner die Augenbraue hoch ziehen.... Die einen behaupten, dass alles determiniert, also festgelegt sei:
durch Gene, Umwelt, Gehirnstrukturen, Chemie, Normen.... Die anderen
halten am freien Willen fest, weil der dem mündigen Bürger immanent sei, das heißt, ein wesentlicher Bestandteil seines Seins.
Nun scheinen noch die digitalen Herrschaftsformen hinzuzukommen, die
mehr oder weniger indirekt den Menschen zu entmündigen scheinen.
Algorithmen scheinen unser Dasein in Zukunft zu bestimmen: und diese
Zukunft hat schon angefangen. Wahrscheinlichkeiten, mit denen ein
bestimmtes Ereignis eintritt, welche Nachrichten wir lesen und welche
Konsumartikel wir kaufen, wie wir von Behörden belangt werden und
welche Partei wir wählen: alles automatisiert und nach
Wahrscheinlichkeit vorhergesagt. Wo da ein Bedürfnis nach Über- und
Durchblick bleibt? Nach „Grundwerten“? Demokratie? Wie wohl die
Juristerei damit umgeht? Ob das alles auch eine Machtfrage ist? Wem
bedeutet dies etwas Konkretes? Wer einen praktischen Versuch mit
Algorithmen unternehmen will, startet seine Suchmaschine. Selbst ihre
Ergebnisse erscheinen verdeckt und ihre Kriterien erschließen sich
möglicherweise nicht so schnell. Tatsache ist, dass Algorithmen
vieles sogar besser zu wissen scheinen, als wir selbst. Der Mensch
wird bei ihnen eine vorhersagbare Masse, die es zu steuern gilt. Doch
nach welchen Kriterien? Ob "der Staat" diese vorgibt, wie jetzt bereits in einigen Ländern? Oder Firmen? Oder "Experten"?
Samstag, 8. September 2018
Heimat (4)
Wenn
man jemand persönlich kennen lernt, ist es ungleich schwieriger, mit
ihm kritisch oder gar ablehnend umzugehen. Persönliche Bande
schaffen so etwas wie Beishemmung. Gerade in einem journalistischen
Alltag schien mir das umso bedeutender, je weniger dies von Kollegen
beachtet wurde. Doch im Falle des zunächst Fremden und Ausgegrenzten
kann es auch helfen, Barrieren abzubauen. Wer jemanden aus einem
anderen Kulturkreis kennen lernt, nimmt bewusst viele
Anregungen auf, verliert eine Distanz, lernt das Gegenüber
möglicherweise als Menschen mit all seinen Unzulänglichkeiten und
Liebenswürdigkeiten kennen. Viele Menschen sagen aber auch, dass sie
so genau gar nicht wissen woher sie kommen, da ihre Herkunft gar
nicht auf einen ganz bestimmten Ort, eine ganz bestimmte Familie oder
Kultur zuführt. Es scheint immer mehr „globale“ Existenzen zu
geben. Ob aber nicht gerade bei ihnen das Bedürfnis nach so etwas
wie „Heimat“ gewachsen ist, ob sie ihren eigenen Weg und Begriff
dazu finden müssen? Ob dies eine gewisse Anstrengung bedeuten kann,
bei der unsere Hilfe etwas Positives beitragen kann? Was bin ich? Wer
bin ich? Sind wir in der Lage, eine gute Antwort auf diese Fragen zu
geben?
Freitag, 7. September 2018
Donnerstag, 6. September 2018
Wahnsinn (Baudelaire)
Wahnsinn (Charles
Baudelaire)
Ihr
Wälder ängstigt mich wie Kathedralen,
Ihr seid durchheult von wildem Orgelklang,
Und des Verdammten Herz in ewigen Qualen
Stöhnt Echo eurem De-profundis-Sang.
Ihr seid durchheult von wildem Orgelklang,
Und des Verdammten Herz in ewigen Qualen
Stöhnt Echo eurem De-profundis-Sang.
Dich hass
ich, Ozean! Dein sinnlos Tosen
Find' ich in mir. Wut und Verzweiflungswahn,
Schluchzendes Lachen eines Hoffnungslosen
Tönt mir aus deinem Lachen, Ozean!
Find' ich in mir. Wut und Verzweiflungswahn,
Schluchzendes Lachen eines Hoffnungslosen
Tönt mir aus deinem Lachen, Ozean!
Dich liebt
ich, Nacht, liess nicht der Sterne Strahl
Vertraute Sprache zu mir niedergleiten,
Ich suche tote, schwarze Einsamkeiten,
Vertraute Sprache zu mir niedergleiten,
Ich suche tote, schwarze Einsamkeiten,
Doch
Finsternis ist nur ein schwarzer Schal,
Tausend Gesichter schau'n aus seinen Falten
Verwandten Blicks, verlorene Gestalten.
Tausend Gesichter schau'n aus seinen Falten
Verwandten Blicks, verlorene Gestalten.
Mittwoch, 5. September 2018
Protest und Politik
Wer
mit den Verhältnissen hier nicht einverstanden ist, wer kritisch ist und
das auch zeigen will, wer einen Protest vor sich her trägt, wie ich
ihn hier artikuliert habe, welche Chancen hat er in Deutschland? Es
scheint alles kanalisiert zu sein, in Bahnen gelenkt, moderiert,
unschädlich gemacht. Doch was, wenn einem genau dies nicht behagt?
Tatsache ist wohl, dass ein massiver Pflegenotstand herrscht, dort,
wo es einer der reichsten Nationen der Erde anderes möglich sein
müsste. Die Ziele, die ausgegeben waren, um dem Klimawandel entgegen zu wirken, sind von Regierungsseite längst aufgegeben. Es wird sich sogar damit gebrüstet, dass man den sogenannten Kohleausstieg nun doch nicht vollzieht, während die Hörigkeit der Autoindustrie gegenüber so ziemlich offensichtlich erscheint. Der Lehrermangel treibt gleichzeitig seltsame Blüten:
einerseits scheinen Lehrer zu den Sommerferien entlassen zu werden,
andererseits fehlen bis zu 50000 Lehrer, die mit ihren befristeten
Arbeitsverträgen (Die Ministerien (also die „öffentliche Hand“)
scheinen sich darin ganz besonders hervor zu tun....) in maroden und
baufällig gewordenen Schulen ihren Dienst tun sollen. Es fehlt auch
heftig an bezahlbarem Wohnraum, wobei von gewissen
Ministerpräsidenten gleichzeitig in der öffentlichen Hand
befindliche Wohungen an die Privatwirtschaft verhökert werden. Jobs
auf Abruf und ohne Sachgründe befristete Arbeitsverträge scheinen
überall die Regel geworden zu sein. Das Verteidigungsminsterium, dem
es in der Vergangenheit auf dreistellige Millionenbeträge ohnehin nicht so
recht ankam, muss sich vom Bundesrechnungshof rügen lassen, weil es
offenbar Mängel gezielt verschleiert und mit "Fake Facts" sowie falschen Zahlen operiert. Die Presse geht darauf sehr
knapp (wenn überhaupt) ein, es scheint sich dabei um
Kollateralschäden zu handeln. In das seit langen Jahren geplante
Krankenkärtchen hat die AOK offenbar bereits 2 Milliarden
investiert: ohne spürbaren Effekt. Gleichzeitig gelingt es in Berlin
nicht, einen Flughafen zu bauen und in Stuttgart wird ein geplanter
Bahnhof mit möglicherweise zweifelhaftem Nutzwert immer teurer: die
Kosten laufen hier völlig aus dem Ruder, die Fertigstellungsfrist
wird wie beim Großprojekt in Berlin fortwährend verlängert. Ob
das gelungene Lenkungsleistungen der Politik sind? Ob einem das nicht
den Anlass zu Protesten gegen die etablierten Parteien und ihre politischen "Lenkungsleistungen" gibt?
Dienstag, 4. September 2018
Paradoxe Zeitreisen (3)
Ob Zeitreisen in die Zukunft möglich sein werden? Die Zeit ist wie ein fließendes Gewässer, und es scheint, dass wir alle gnadenlos von diesem Zeitstrom mitgerissen werden. Doch die Zeit gleicht auch in anderer Hinsicht einem Fluss. Sie fließt an unterschiedlichen Orten mit unterschiedlicher Geschwindigkeit. Das könnte der Schlüssel sein zu Zeitreisen in die Zukunft: Die Idee dazu entwickelte Albert Einstein vor mehr als 100 Jahren. Er erkannte, dass es Orte gibt, an denen die Zeit langsamer vergeht und andere, an denen die Zeit schneller vergeht. Ein aktueller Beweis dazu: Das JPS-System, mit dem wir alle so gerne leben und dessen wir uns bedienen funktioniert mit einer hochpräzisen Uhr. Sie misst, dass die Zeit in einer solchen Satelliten-Umlaufbahn schneller vergeht als bei uns auf der Erde. Dies macht zwar nur den Milliardenbruchteil aus, könnte aber bei einer Nichtkorrektur für eine Positionsbestimmung katastrophale Folgen haben, indem nämlich völlig falsche Berechnungen bei uns auf der Erde ankommen würden. Hierbei scheint die Masse der Erde eine Rolle zu spielen. Einstein erkannte, dass die Masse einen Einfluss auf die Zeit hat. Je schwerer ein Objekt ist, desto mehr dehnt es die Zeit. Um also Zeitreisen in die Zukunft zu unternehmen, benötigen wir etwas, was sehr viel mehr Masse hat, als unsere Erde. Das Universum? Ein "schwarzes Loch" (das die Masse von 4 Millionen Sonnen enthält)?
Montag, 3. September 2018
Gut unterwegs
Es war ein heißer Sommer
hier, der so manchen Mitmenschen die Gefahren des Klimawandels noch
einmal eindringlich klar gemacht hat. Doch was ist los? Zahlen: Nur
3,4 % der neu zugelassenen Autos haben 2017 einen alternativen
Antrieb. Aber schon 25 % aller neu zugelassenen Autos sind jetzt
SUVs. Diese Dickschiffe, die das Doppelte eines von einem
herkömmlichen Auto beanspruchten Platzes brauchen, das Vierfache an
Kraft verbrauchen und dafür aber die superdicken Reifen haben, die
alles platt walzen können oder sollen. Flugverkehr: es wird gerne
geflogen. Die Billigfluglinien steigerten die Zahl der von ihnen
angebotenen Sitze von 2011 bis heute um 187 %. In den vergangen
Jahren stieg die Zahl der Gäste an deutschen Flughäfen um 67 %..
Dabei ist etwa ein Flug von und nach Teneriffa so klimaschädlich,
als sei man 1 Jahr lang Auto gefahren. Kreuzfahrten sind zum
Massentourismus geworden. Die meisten Schiffe tanken besonders
giftiges Schweröl. Rund 2,7 Mio deutsche Passagiere kreuzten mit
solchen Schiffen bereits über die Meere. Prozentualer Anstieg seit
1995: + 870 %.
Ist das Verdrängungskultur
nach dem Motto „Es wird schon noch irgendwie gut gehen“?
Massentierhaltung? Fleisch jeden Tag? Muss das sein? Oder sind da
ganz gewisse Menschen so etwas wie die Schrittmacher, die breitere
Massen nach sich ziehen? Mit den Medien als „Transportriehmen“?
Die „Erfolgsmenschen“, die den anderen alles vormachen? Ob die
Politik hier Rahmenbedingungen setzen könnte? Ob wir das Problem der
Braunkohle endlich angehen könnten? Macron hat es ja leicht, darauf
zu verzichten. Frankreich produziert seinen Strom überwiegend mit
Atomkraftwerken. Aber er nutzt das gerne. Hauptsache, wir sind die
Guten. Und die anderen die Schlechten. Auch ich habe es auch schwer,
aus der Komfortzone heraus zu kommen.
Die
15 größten Schiffe machen mehr Dreck als alle Autos der Welt
zusammen, so war schon vor Jahren zu lesen. Ob's stimmt? So pauschal?
Besonders schlimm scheint die Verschmutzung zu sein, wenn die
Riesenschiffe mit laufendem Motor am Hafenkai liegen. Hier kursieren
astronomische Zahlen. Was aber wahr zu sein scheint: Die
Luft an Bord von überwiegend mit Schweröl betriebenen
Kreuzfahrtschiffen ist hochgradig mit Schadstoffen belastet. Die
Werte auf den Schiffen liegen anscheinend 200 Mal über dem Richtwert
für saubere Luft, so ergaben geheime Messungen. Saubere
Luft ist an Bord der Ozeanriesen Mangelware. In der Nord- und Ostsee
dürfen Handels- und Kreuzfahrtschiffe sowie Fähren seit 2015
allerdings nicht mehr mit Schweröl, sondern nur noch mit einem
Dieseltreibstoff unterwegs sein, der maximal 0,1 Prozent Schwefel
enthält. Alternativ müssen die Abgase über eine Art Waschanlage an
Bord gereinigt werden.
Sonntag, 2. September 2018
Samstag, 1. September 2018
Abend (Lyrik, A Gryphius)
Andreas
Gryphius
Abend
(1650)
Der schnelle Tag ist hin, die Nacht schwingt ihre Fahn, Und führt die Sternen auff. Der Menschen müde Scharen
Verlassen feld und werck, wo Thier und Vögel waren ,
Trawert itzt die Einsamkeit. Wie ist die zeit verthan!
Der port naht mehr und mehr sich, zu der glieder Kahn.
Gleich wie diß licht verfiel, so wird in wenig Jahren,
Ich, du, und was man hat, und was man siht, hinfahren.
Diß Leben kömmt mir vor alß eine renne bahn.
Laß höchster Gott mich doch nicht auff dem Lauffplatz gleiten ,
Laß mich nicht ach, nicht pracht, nicht lust, nicht angst verleiten.
Dein ewig heller glantz sei vor und neben mir,
Laß, wenn der müde Leib entschläfft, die Seele wachen,
Und wenn der letzte Tag wird mit mir abend machen,
So reiß mich auß dem thal der Finsterniß zu dir.
Abend
(1650)
Der schnelle Tag ist hin, die Nacht schwingt ihre Fahn, Und führt die Sternen auff. Der Menschen müde Scharen
Verlassen feld und werck, wo Thier und Vögel waren ,
Trawert itzt die Einsamkeit. Wie ist die zeit verthan!
Der port naht mehr und mehr sich, zu der glieder Kahn.
Gleich wie diß licht verfiel, so wird in wenig Jahren,
Ich, du, und was man hat, und was man siht, hinfahren.
Diß Leben kömmt mir vor alß eine renne bahn.
Laß höchster Gott mich doch nicht auff dem Lauffplatz gleiten ,
Laß mich nicht ach, nicht pracht, nicht lust, nicht angst verleiten.
Dein ewig heller glantz sei vor und neben mir,
Laß, wenn der müde Leib entschläfft, die Seele wachen,
Und wenn der letzte Tag wird mit mir abend machen,
So reiß mich auß dem thal der Finsterniß zu dir.
Freitag, 31. August 2018
Klares Wasser (Text)
KLARES
WASSER
Suche:
nach dem klaren Wasser
aus dem ich trinken kann
in dem ich den Grund sehen
kann
eintauchen, einsinken...
mich treiben lassen
ohne Angst
dies Wasser,
das mich trägt
ohne Fragen
das wirklich ist
weich ich es fühlen,
trinken,
hören, sehen kann.......
Wo?
(ub in den achtziger Jahren)
Donnerstag, 30. August 2018
Öffentliche Erkenntnisstrategien
Meiner
Meinung nach ist unsere politische Kultur von folgenden Strategien
beherrscht, deren Auswirkungen wir derzeit auf vielerlei Arten
spüren: Schönreden, aussitzen, wegmoderieren, weglächeln,
abwiegeln, abbügeln, wegducken, sich der Verantwortung
entziehen.....Aktuelle Beispiele gibt es leider zuhauf. Es wird
solches Verhalten gerne als „professionell“ gedeutet. Die
gezielte Beeinflussung des öffentlichen Raumes ist Ausweis der
Kompetenz geworden und ernährt zahlreiche Nutznießer. PR-Berater,
Pessesprecher, Vorstandssprecher geben sich gerne dafür her, die
Meinung ihrer Auftraggeber kundzutun. Es resultieren daraus offenbar
zahlreiche Vorgänge der jüngsten Vergangenheit. Niemand glaubt mehr
etwas, wobei „Vertrauen“ so etwas wie ein konstitutives Element
dieser Demokratie wäre. Trump kann mit durchsichtigsten Absichten
von seinen „Fake News“ faseln, andere Politiker lassen
Veränderungen versprechen und wollen doch nur ruhig stellen. Wollen
besänftigen. Aussitzen.... usw. (siehe oben). Rhetorisch die Dinge
drehen, in ihrem Sinne darstellen usw. Das Erstaunliche dabei ist,
dass es viel zu oft funktioniert, dass man angesichts dessen
fassungslos ist und empört. Dass viele unserer Mitmenschen
einfachste Lösungen bevorzugen, auch dort, wo eine differenzierte
Analyse vonnöten wäre.
Mittwoch, 29. August 2018
Paradoxe Zeitreisen (2)
Das
zuletzt genannte Paradoxon einigermaßen in rationaler Erkenntnis
aufzulösen, hat sich der Kosmologe Stephen Hawking in Richtung von gedachten Reisen in die Vergangenheit aufgegeben. Er
behauptet: Ein solches und zuvor voraus gesetztes Wurmloch kann
eigentlich nicht existieren. Der Grund dafür ist die Rückkopplung.
Der schrille Ton. Er wird durch die Kabel übertragen und durch die
Verstärker lauter gemacht. Schließlich kommt er aus den
Lautsprechern. Wenn zuviel Klang aus den Lautsprechern zurück ins
Mikrophon gespeist wird, entsteht eine Endlosschleife, die immer
lauter wird. Wenn keiner die Rückkopplung stoppt, kann sie alles an
der Anlage zerstören. Dasselbe würde mit einem Wurmloch passieren,
nur mit Strahlungen anstatt mit Klang. Sobald sich das Wurmloch
ausdehnt, dringt natürliche Strahlung ein und eine Endlosschleife
entsteht. Die Rückkopplung würde so stark werden, dass sie das
Wurmloch zerstört. Obwohl solche kleinen Wurmlöcher vielleicht
sogar bestehen und eines Tages möglicherweise sogar erweitert werden
können, werden sie nicht lange genug bestehen, um sie für
Zeitreisen zu nutzen.
Dienstag, 28. August 2018
Paradoxe Zeitreisen
Zukünftige
Zeitreisen? Ob's jemals möglich werden wird? Wieso haben wir noch immer keine Gäste aus der Zukunft?
Per „Wurmlochzeitmaschine? Die Ursache könnte ein generelles
Problem von Zeitreisen sein: Sie führen zu unauflösbaren
Widersprüchen. Paradoxien. Stephen Hawking führt ein „Pardoxon
der Wissenschaftlers“ auf: Stellen wir uns vor, es sei dem
Wissenschaftler gelungen, ein „Wurmloch“ zu konstruieren, also
einen Zeittunnel, der eine Minute lang in die Vergangenheit führt.
Eine solche „kleine“ Zeitreise kann aber schon große Probleme
verursachen. Durch das Wurmloch könnte der Forscher sich selbst
sehen, wie er vor einer Minute war. Was passiert, wenn der Forscher
das Wurmloch benutzt, um sein früheres Selbst zu erschießen? Er ist
dann tot. Erschossen. Wer hat nun den Schuss abgegeben? Hm. Dies
Paradoxon ergibt erst mal keinen Sinn
Montag, 27. August 2018
Sonntag, 26. August 2018
Herausforderungen
Wir
sind Menschen, die Fehler machen, die begrenzte Wesen sind, die
endliche Wesen sind, die nicht alles im Griff haben und manchmal nur
probieren, solange, bis etwas klappt. Der größte Fehler ist, zu glauben, man habe alles im
Griff. Genau das scheint aber das Prinzip zu sein, nach dem die
Gesellschaft gegenwärtig lebt. Es scheint geradezu verboten zu sein,
auf negative Entwicklungen, auf Fehlentwicklungen, auf Probleme und
Missfunktionen aufmerksam zu machen. Es scheint für viele Menschen
keine Probleme mehr zu geben, sondern nur noch Herausforderungen.
Deshalb scheint dies Wort auch eine Art Modewort geworden zu sein,
dessen sich der Zeitgeist bei nahezu jeder Talkshow bedient. Es
triumphiert das Denken und die Einstellung, dass alles irgendwie zu
schaffen sei. Auch die diesem Geist entsprechende Ratgeberliteratur,
die rät, negative Gedanken einfach abzuschütteln oder erst gar
nicht zu denken, entspricht dieser Einstellung. Es scheint das verlogenste der verlogenen Lächeln über allem zu liegen. Ob die Wirklichkeit
so ist, ob diese Aufforderung nicht einfach darauf abzielt, die
hässliche Wirklichkeit mit allen unschönen Aspekten einfach zu
verleugnen? Es werden ganze Agenturen damit befasst, einen Drang zur
Verschönerung, zur Behübschung der Wirklichkeit zu erzeugen. Die
politischen und gesellschaftlichen Folgen solcher Einstellungen sind
gegenwärtig ganz besonders virulent. Ein prominenter Präsident
pusht sogar nicht nur die Behübschung der Realität, sondern ihre
vollkommene Leugnung, ihre Versenkung in dem, was wir nicht wollen.
Blöd nur, dass sie von dorther immer wieder auftaucht und dass
solche „Probleme“ so nicht zu lösen sind, auch wenn wir sie
zuvor zu „Herausforderungen“ degeneriert haben.
Samstag, 25. August 2018
Unübersichtlichkeit (1)
Klar ist: alle haben zu allem eine Meinung. Aber sie
suchen gleichzeitig nach Orientierung, nach der klaren Trennlinie
zwischen Schwarz und Weiß, sie suchen nach dem, was wahr (!) ist.
Dabei spielen auch Ängste eine Rolle. Etwas nicht mitzukriegen, was
spielentscheidend ist. An dieser Stelle wird man schnell empfänglich
für Verschwörungstheorien. Diese wollen einem erklären, was hinter
den Kulissen wirklich abläuft. Ob das unter anderem auch eine Folge davon ist, dass wir oft genug von staatlichen Institutionen falsch informiert und "beruhigt" worden sind? Es bilden sich auch Ängste vor einer
Realität, die einen womöglich sozial blitzschnell abrutschen lässt... Eine
Realität, die Fremdes und Fremde zu bieten hat, das Uneinheitliche,
Wilde. Nicht nur an dieser Stelle wird gerne nach „Experten“
gerufen. Diejenigen, die sich stellvertretend für uns mit einer
Sache intensiver beschäftigen. Blöd nur, dass diese „Experten“
auch ihrem eigenen Interesse und ihren eigenen
Erkenntnismöglichkeiten unterliegen. Dass sie als Lobbyisten oft genug Einfluss nehmen, im Sinne derer, die sie bezahlen.
Doch diese "Experten" können für uns auch Kontrollverlust bedeuten. Wir wollen Eindeutigkeiten, nicht Vieldeutigkeiten. Wir wollen sie wissen. Wir wollen ES wissen. Uns plagt eine tiefe Sehnsucht danach. Es muss doch für nahezu alles einen Sinn und eine Verantwortung geben! Blöd nur, dass die heutige Wirklichkeit viele solcher Vieldeutigkeiten und Ungewissheiten (auch in Bezug auf die „Verantwortung“) auf uns bringt. Wie damit umgehen? Angesichtes solcher Verhältnisse könnte so mancher Mitmensch auf die Idee kommen, sein Ego neu erfinden zu wollen (ein gängiger Gesprächsstoff und fast schon zur Redewendung geworden). Es ist dies ja aus den auch hier nachgezeichneten Gründen ein Modethema geworden und hat viele Dimensionen. Wir könnten auf diese Weise ( in einer "Neuerfindung" des Egos) bei der sogenannten und viel beschworenen „Globalisierung“ vielleicht besser dabei sein. Mitreden, dabei sein ist alles, - wirklich? Diese „Globalisierung“ scheint ohnehin nicht mehr zu beherrschen zu sein und überspült uns auf mannigfache Weise alle. Sie scheint die Welt zu prägen und bringt auch diese autoritären Politikstile hervor, die scheinbare Antworten geben. Es geht um das, was die Soziologie „Komplexitätsreduktion“ nennt. Vereinfachungen, die das Leben leichter machen wollen, indem sie die Unübersichtlichkeit reduzieren.
Doch diese "Experten" können für uns auch Kontrollverlust bedeuten. Wir wollen Eindeutigkeiten, nicht Vieldeutigkeiten. Wir wollen sie wissen. Wir wollen ES wissen. Uns plagt eine tiefe Sehnsucht danach. Es muss doch für nahezu alles einen Sinn und eine Verantwortung geben! Blöd nur, dass die heutige Wirklichkeit viele solcher Vieldeutigkeiten und Ungewissheiten (auch in Bezug auf die „Verantwortung“) auf uns bringt. Wie damit umgehen? Angesichtes solcher Verhältnisse könnte so mancher Mitmensch auf die Idee kommen, sein Ego neu erfinden zu wollen (ein gängiger Gesprächsstoff und fast schon zur Redewendung geworden). Es ist dies ja aus den auch hier nachgezeichneten Gründen ein Modethema geworden und hat viele Dimensionen. Wir könnten auf diese Weise ( in einer "Neuerfindung" des Egos) bei der sogenannten und viel beschworenen „Globalisierung“ vielleicht besser dabei sein. Mitreden, dabei sein ist alles, - wirklich? Diese „Globalisierung“ scheint ohnehin nicht mehr zu beherrschen zu sein und überspült uns auf mannigfache Weise alle. Sie scheint die Welt zu prägen und bringt auch diese autoritären Politikstile hervor, die scheinbare Antworten geben. Es geht um das, was die Soziologie „Komplexitätsreduktion“ nennt. Vereinfachungen, die das Leben leichter machen wollen, indem sie die Unübersichtlichkeit reduzieren.
Freitag, 24. August 2018
Seele des Lebens (Georg Trakl)
Seele
des Lebens
Verfall,
der weich das Laub umdüstert,
Es wohnt im Wald sein weites Schweigen.
Bald scheint ein Dorf sich geisterhaft zu neigen.
Der Schwester Mund in schwarzen Zweigen flüstert.
Es wohnt im Wald sein weites Schweigen.
Bald scheint ein Dorf sich geisterhaft zu neigen.
Der Schwester Mund in schwarzen Zweigen flüstert.
Der
Einsame wird bald entgleiten,
Vielleicht ein Hirt auf dunklen Pfaden.
Ein Tier tritt leise aus den Baumarkaden,
Indes die Lider sich vor Gottheit weiten.
Vielleicht ein Hirt auf dunklen Pfaden.
Ein Tier tritt leise aus den Baumarkaden,
Indes die Lider sich vor Gottheit weiten.
Der
blaue Fluß rinnt schön hinunter,
Gewölke sich am Abend zeigen;
Die Seele auch in engelhaftem Schweigen.
Vergängliche Gebilde gehen unter.
Gewölke sich am Abend zeigen;
Die Seele auch in engelhaftem Schweigen.
Vergängliche Gebilde gehen unter.
Donnerstag, 23. August 2018
Heißer Sommer
Heißer Sommer? Extreme
Dürre? Ohne Regen? Schlichtere Gemüter scheinen zu jubeln, obwohl
das in diesem Jahr seit 2010 der xte „Jahrhundertsommer“ war.
Das Klima.....hm, es wandelt sich und wird konkret. Ein paar
Politiker schwafeln noch davon, dass es schon immer „Heißzeiten“
gegeben habe. Der Oberpolitiker macht es ja vor und seine ganze
Gemeinde auf der rechten politischen Seite macht es ihm nach. Mir
kommt eine solche Einschätzung auch schlicht vor. Tatsache ist, dass sich die
Bundeskanzlerin vor vielen Jahren im roten Anorak in der Arktis hat
ablichten lassen, die Klimaschutzziele lobte und sich als
„Klimakanzlerlin“ hat ausrufen lassen. Der Elan scheint
nachgelassen zu haben, im neuen Koalitionsvertrag werden die Ziele
kurfristig als „nicht erreichbar“ eingestuft. Wenn Deutschland
schnell aus der Braunkohle aussteigen würde, so könnten gewisse
Klimaziele noch erreicht werden, so rechnen renommierte Institute vor. Und:
Besonders die älteren Braunkohlekraftwerke müssten stillgelegt
werden. Es werden großartige Reden geschwungen, man sieht und deutet
sich weltweit als „Vorreiter“, doch passieren tut außer
Preiserhöhungen so gut wie nichts. Gut, es werden im politischen
Raum Kommissionen gegründet. „Die Prämisse, unter der die
entsprechende Kommission arbeitet, heißt 1. Zukunftschancen... dann
die Frage, wann ausgestiegen werden kann....“ sagt die
Bundeskanzlerin gewohnt nebulös dazu und mutet dabei etwas mutlos und
zögerlich an. Klar, es werden große Klimakonferenzen abgehalten, wo dann nebulöse Ziele als kleinster gemeinsamer Nenner formuliert werden. Eindrücke? Die Menschen fahren jetzt riesige SUVs
und werden dabei offenbar auch noch steuerlich unterstützt.
Elektrobusse kann die deutsche Automobilindustrie nicht herstellen
und sollen aus China bezogen werden. Zu Transporter für die Post ist sie auch nicht in der Lage. Sie hat sich mit ihren diesbezüglichen Wünschen an ein
Startupunternehmen aus dem akademischen Umfeld gewandt. Strompreise
sind gestiegen und so hoch, wie noch nie. Wissenschaftlich immerhin
scheint festzustehen, dass die Erde sich erwärmt und dass der Mensch
dazu beiträgt.
Mittwoch, 22. August 2018
Dienstag, 21. August 2018
Montag, 20. August 2018
Schwarze Schwäne
Von „schwarzen Schwänen“ ist manchmal die Rede. Wobei für die Gebildeten die Rede davon ist, ob die Wahrscheinlichkeit, das unwahrscheinliche Ereignisse eintreten, hoch oder tief ist. Klingt anspruchsvoll? Für solche Erkenntnisse hat sogar ein Typ namens Nassim Nicholas Taleb große Auszeichnungen kassiert. Nun ja, den Alltag hat es unter anderem bei der bisher letzten Explosion eines Kernreaktors berührt. Wie oft hat man uns gesagt, dass die Dinger sicher seien und die Wahrscheinlichkeiten, dass etwas passieren könne, niedrig. Und doch hat es in Tschnernobyl 1986 und in Fukushima 2011 in allerletzter Zeit gleich zwei solcher Ereignisse gegeben. Oder die Finanzkrise und der Börsencrash vor zehn Jahren: So gut wie niemand hatte das auf der Rechnung. Doch es kam über Nacht und viele Leute (natürlich nicht die, die das ausgelöst hatten!) verloren ihren Arbeitsplatz. Was uns das lehrt? „Unwahrscheinliche“ Ereignisse können häufiger eintreten, als wir denken. Das „Unnormale“ ist näher, als man meint. Wir sollten wenig für gewiss halten.
Sonntag, 19. August 2018
Armer Tropf in digitaler Welt
Werbung
für Smart Home-Technologien kommen immer mehr auf. Sie sollen einem
ganz neue Bequemlichkeiten erlauben, Selbstregulationen per
Künstlicher Intelligenz, gesteuert per Smartphone: Licht aus- oder
anmachen, Fensterläden klappen, Milch bestellen, Auto anlassen und
wärmen, ehe ich einsteige.....usw. Doch wer hat ein großes Heim,
kann sich die neuesten digitalen Technologien dafür leisten? Wer
kann mit der per Digitalisierung so versprochenen frei gewordenen
Kreativität und mit dem Freiraum etwas anfangen? Wir könnten das
einüben. Wir könnten lernen, unsere Kreativität für uns selbst
nutzen – und nicht nur dafür, den CEO für 20 Firmen gleichzeitig
abzugeben, - wie das gewisse Denker des Silicon Valley versprechen.
Wir erfahren von neuen Erkenntnissen, die Beeinflussung des
amerikanischen Wahlkampfes betreffend. Doch wie steht es dabei um die
Quellen solcher Informationen? Welche Rolle wohl Social Bots
spielen....?
Ist
da eine relativ unabhängige menschliche Quelle oder ein Bot, der
unsere Meinung bestätigt?. Fest steht: Amazon/Big Data hört immer
mit und entwirft.....beispielsweise Einkaufspläne. Was aber, wenn
ich mir diese Einkäufe gar nicht leisten kann oder will? Wenn ich
darunter weg klappe? Wenn ich mir kein selbstfahrendes Auto leisten
kann? Kein großes Smart Home mit tausend Funktionen?
Ich
stelle in meiner Umgebung zunehmend so etwas wie einen
Datenfatalismus fest. Quintessenz dessen: „Ich habe eh keinen
Einfluss darauf, wer meine Daten nutzt. Ob das ein Geheimdienst oder
ein Onlineshop ist..... so what?" Dabei ist alles noch viel
raffinierter: Je mehr Daten über einen verfügbar sind, desto besser
kann jemand überredet werden. Wenn die Instanz weiß, welche Sites
man besucht, wo man politisch steht, was einen in sozialen Medien zum
Mitmachen reizt, dann kann Werbung gezielt auf jemand zuschneiden.
Was aber, wenn jemand auf eine solche Art der Werbung nicht antworten
kann, indem er nämlich nicht die ökonomische Kraft dafür besitzt?
Anders gesprochen „indem er nicht die nötige Kohle dafür hat“?
Fällt dann jemand heraus, bekommt er ein ausgeklügeltes
Kreditangebot - oder wird er Aufsichtsbehörden gemeldet?
Samstag, 18. August 2018
Das Klingeln in meinem Kopf
Ich
merke, wie ich zu oft auf eine Art Klingelsignal regiere. Ich höre
das plötzlich überall, unvermittelt beim Spülen, beim Machen und
Tun. Ich eile dann hin, zu irgendeinem Gerät, - und muss
feststellen, dass es das nicht war. Was aber dann? Es scheint
inmeinem Kopf geklingelt zu haben, mit diesem typischen Klingeln, das
doch keins mehr ist, sondern eine spezifische technologische Qualität
hat. Ob diesen Klang irgendeine berühmte Popband den
Telekommunikationskonzernen verkauft hat? Besonders oft höre ich
das zwischen oder auf CDs: wohl kein Zufall, kann aber sehr störend
sein. Ich schrecke hoch, ich sollte gelassener sein, ich weiß das
wohl. Aber ich scheine oft auch eine Art schlechtes Gewissen bei
solchen Klängen zu haben. Bin ich zu gut dressiert? Woher kommt das?
Muss ich in mich gehen? Eine Spannung ist es, eine permanente, unter
der ich zu stehen scheine. Das ist nicht gut, kein Zweifel. Aber wie
soll ich das abstellen? Ich bin empfindlich gegenüber solchen
Angriffen. Ich will Ruhe. Aber mich schrecken Alarmzeichen hoch. Ich
vermutete sie überall. Ich fühle mich verfolgt. Die E-mails
checken! Was da wohl wieder auf einen wartet? Ich soll zu etwas
gebracht werden, durch irgendwelche Marketingdeppen, ich anklicken
und Daten übermitteln. Nun, das bin ich schon gewohnt, ist aber
trotzdem störend. Die Aufforderungen, etwas zu bestätigen.
Datenschutz und all diese Dinge. Ich rufe an und muss mich fertig
machen lassen. Dadurch merke ich, wie ich scheinbar aus der Spur bin,
zu weit neben dem Mainstream laufe. Andere schaffen das doch auch, -
wieso du nicht?
Donnerstag, 16. August 2018
Paradox
Der
Mathematiker Kurt Gödel (1906-1978), dessen Werk automatisch in
meine Weltsicht mit eingeflossen ist (Lektüre u.a.: „Gödel, Escher,
Bach“) formulierte 1931 sein berühmtes „Unvollstädigkeitstheorem“ als
ein Paradoxon: Es besagt, dass geschlossene logische Systeme immer
auch Aussagen enthalten, die innerhalb des Systems nicht bewiesen
werden können. Er entwickelte zur Veranschaulichung folgende
Konstellation mit: Da ist eine Maschine, die von sich behauptet,
allwissend zu sein. Die Frage ist nun, wie man eine solche Maschine
widerlegen könnte. Stellen wir uns vor, in der Zukunft gäbe es eine
solche „Wahrheitsmaschine“. Sie wiederholt eine Aussage nur dann,
wenn sie wahr ist. Ist sie falsch, bleibt sie stumm. Mehr Regeln
braucht diese Maschine nicht. Ist ein Satz wahr, wiederholt sie ihn.
„Zwei plus zwei ist Vier“: sie wiederholt. Einen falschen Satz
übergeht sie einfach. „Zwei plus zwei ist fünf“: sie bleibt
stumm. „Ich kann nicht sagen, dass zwei plus zwei fünf ist“: Es
stimmt, es ist wahr: sie kann es nicht sagen, weil zwei plus zwei
nicht fünf ist.
Jetzt
aber die Pointe: „Ich kann nicht zweimal sagen: zwei plus zwei ist
fünf“: Sie sagt: „Ich kann nicht zwei mal sagen, dass zwei plus
zwei fünf ist“. Man sagt: „Ich kann nicht sagen, dass zwei plus zwei fünf ist?“. Nun tritt das Paradox ein. Sagt sie zweimal „Ich
kann nicht zweimal sagen, dass zwei plus zwei fünf ist“, ist die
Aussage falsch und sie hätte schweigen müssen. Schweigt sie
hingegen, wird die Aussage richtig und sie müsste sie wiederholen.
Die Maschine widerspricht sich also selbst. Das beweist, dass sie
nicht immer wissen kann, was die Wahrheit ist. Gödel hätte
vielleicht gesagt: „Ich kenne Sätze, die die universelle
Wahrheitsmaschine nicht sagen kann“. Das beendet den Traum von der
absoluten Erkenntnis. Ob Mathematik, Kosmologie oder Teilchenphysik:
Jedes Wissenssystem bleibt immer logisch unvollständig. Man könnte
sagen: Das Reich der Erkenntnis ist in verschiedene Ebenen
gegliedert. Es gibt eine Menge Schnipsel, von denen jede wahre Aussagen
beinhalten. Aber einige von ihnen sind nicht beweisbar. Und so ist
man gezwungen, auf eine höhere Ebene zu gehen. Dort freilich trifft
man auch auf solche unbeweisbaren Aussagen. Und so weiter..... bis
man auf der Ebene des Universums ist.
Mittwoch, 15. August 2018
Der Fortschritt der Arbeit liegt im Digitalen
Erstaunlich,
wie die Problematik der Digitalisierung negiert wird! Nun ja, das Weitergehende. Nicht das Einführen von Laptops an den Schulen! Nicht die immer wieder genannte "Breitbandverkabelung". Man dürfte uns doch
erklären, was hinter solchen Stichworten noch am Horizont erscheint! Nahezu täglich erzählen uns
Industriebosse, Fortschrittsgläubige und allerlei gescheite Menschen, dass die Roboter und
digitale „Einheiten“ uns die Arbeit wegnehmen. Und das in naher
Zukunft. Dass sie in allem besser sind als wir. Vor allem produktiver,
indem sie nämlich keinen Feierabend und kein Wochenende kennen.
„Halb so wild!“, so meinen dann besonders kompetente Zeitgenossen
wie aus der Pistole geschossen. Das wird so schnell nicht kommen! Bis
jetzt war es immer so, dass Rationalisierungsschritte neue Arbeit
hervorgebracht haben. Deshalb ist lebenslanges Lernen ja so wichtig.
Es gilt, sich der digitalen Entwicklung anzupassen, die handhabbar
zu machen. Die Jobs kommen wie von selbst. Ob wir hier in Europa so
etwas wie gesättigte Märkte haben? Woher die Jobs dann wohl kommen.
Ob eine solche Entwicklung in einem Akt beispielloser Polarisierung
neue „Eliten“ hervorbringt? Funktionseliten, die als
Programmierer mit den digitalen Abläufen umgehen können? Ob solche
sozialen Folgen, geschweige denn von all den anderen, schon genügend
diskutiert werden? Ob sich im Hintergrund eine Klasse von
Entscheidern und Bestimmern einrichtet, während sich im Vordergrund
die Proleten am Märchen vom immerwährenden Fortschritt besaufen? Ob
„Fortschritt“ zwingend zu „Wachstum“ führt?
Dienstag, 14. August 2018
Montag, 13. August 2018
Alles
Welche
Zukunft steht uns bevor und wie wird unser Universum enden?
Der berühmte Physiker und Kosmologe Stephen Hawking sagte einst:
„Ich verbringe viel Zeit damit, über das Universum nachzudenken.
Es langweilt mich nie.“ So geht es uns auch, wobei wir jedesmal
darüber staunen, wie wenig wir begreifen können. Denn allein schon
die Größenverhältnisse im Universum erscheinen uns unvorstellbar
und stellen uns vor herbe Aufgaben. Gleichwohl sind sie wahr. Es
scheint Unmengen, Milliarden und Abermilliarden von Galaxien zu
geben. Jede Galaxie besteht aus der Zusammenballung von bis zu 400
Milliarden einzelner Sternen. Dieses Netz scheint sich in alle
Richtungen auszudehnen. In diesem Universum befindet sich eine
außergewöhnliche Spiralgalaxie. Innerhalb dieser Galaxie existiert
ein ganz normaler Stern. Er wird von 8 Planeten umkreist. Auf einem
dieser Planeten gibt es Lebewesen, die als Menschen gerade anfangen,
über dies Universum zu staunen, ohne es wirklich zu begreifen (weil
es über ihr Fassungs- und Vorstellungsvermögen weit hinaus geht.
Menschen haben es sich erarbeitet, ihren Verstand für das
Begriffssystem überhaupt zu halten und seine Resultate, nicht
zuletzt in der Aufklärung, für absolut anzusehen. Doch alleine
angesichts solcher Dimensionen begreifen wir, dass wir nichts wissen
können). Aber wir haben im abgelaufenen Jahrhundert mehr über den
Kosmos heraus gefunden, als alle Menschen vor uns. Immerhin. Damit
begeben wir uns auf die Spur der Rätsel, die die Menschheit seit
mindestens 200 000 Jahren beschäftigen. Wir haben herausgefunden,
dass die Erde und alles um uns herum von den Sternen erschaffen
wurde. Wir haben auch heraus gefunden, dass das Universum
unvorstellbar alt sein könnte: etwa 14 Milliarden Jahre. Es wird
womöglich mindestens noch doppelt so lange weiter existieren. Der
Clou: Das ganze Universum, all die Galaxien, sogar Zeit und Raum samt
all den Naturkräften und -Gesetzen sind wohl aus dem Nichts
entstanden. Aus dem Nichts!
Sonntag, 12. August 2018
Der große Gleichmacher
Wir
tragen doch alle ein Skelett spazieren. Das heißt, unter der Haut
sind wir gleich. Das hat manchmal etwas Tröstliches und auch etwas, was uns wütend werden lässt. Noch. Oder doch nicht? Besonders die amerikanische
Kultur scheint in allen Belangen von einem gewissen, in Geld zu
bemessenden Wert des Menschen auszugehen. Was der Mensch wert ist,
bemisst sich also in Geld. Dies mag auch ein Erbe der Puritaner und
Urväter sein, die glaubten, dass der Mensch sich im Diesseits seine
Sporen für das Jenseits verdiene. Der tätige Mensch im Diesseits könne
durch Gott errettet werden. Wer also in diesem Leben tüchtig ist,
wird durch das ewige Himmelreich geadelt. Diese Einstellung setzte
sich durch verschiedene Wandlungen in den USA bis heute fort, wodurch auch Einiges dort besser verständlich erscheint. Eine
solche Werthaltung scheint nun immer mehr in unsere Kultur
einzuwandern, einzusickern, zurück zu wandern. Hinzu kommt, dass
besonders Unternehmen in Silicon Valley auf technische Weise
Lebensverlängerung oder sogar das ewige Leben zu versprechen
scheinen. Gegen Kohle natürlich. Der Tod als großer Gleichmacher könnte sich auf diese
Weise erledigen.
Samstag, 11. August 2018
Freitag, 10. August 2018
Selbstoptimierung
Sich in Posen werfen. Sie wollen gut aussehen. Wollen Spass haben. Hier ein Strähnchen, dort
ein bisschen Lippenstift. Hier ein vielsagendes Lächeln, dort ein
bedeutungsschwangerer Ausdruck im Gesicht. Möglichst makellos
gestylt und mit Lächeln. Glatt passend. Ausstellen eines perfekten Selbst. Jeder in
sich selbst verliebt. In das Bild, das er von sich hat.
Weichzeichner. Alles ist schön. Selbstverwirklichung ist normal.
Wahrnehmen, bewundert werden, gehasst werden. Schönheitschirurgie,
Stoffe und Stimulanzien, die auf unser Gehirn einwirken und uns
leistungsfähiger machen sollen. Neuroenhancer. Unbedingt der
Durchschnittlichkeit entkommen. Schönheit als der Weg zur
Perfektion. Jung aussehen. Falten mit Botox wegspritzen, die Lippen
aufspritzen, die weibliche Brust vergrößern.
Das Ideal einer jungen unverbrauchten Vagina herstellen: Reparieren zu einer Art unverbrauchten Barbie. Muskelkraft für Frauen, antrainieren, - aber schnell! Stark sein. Fit sein. Alles im Griff haben. Der Tracker wirft Zahlen aus. Liefert Motivation zur Verbesserung. Überhaupt: Durch Gesundheit leistungsfähiger werden. Das Gehirn optimal nutzen und unter anderem die Konzentrationsfähigkeit damit steigern. Das Liebesleben optimieren. Den Nachwuchs sichern, pränatale Diagnostik und Crispr. Ob daraus ein Zwang zum makellosen Kind werden kann? Danach Förderwahn und eingepflanzte Chips. Mehrere Instrumente spielen und etliche Fremdsprachen lernen. Auf Leistung, Konkurrenz und Wettbewerb dressiert. Im Drang nach Selbstverbesserung leben. Noch besser werden. Noch schöner. Noch perfekter. (siehe auch Blog "Was wäre Wirklichkeit?" vom 7.1.2018)
Das Ideal einer jungen unverbrauchten Vagina herstellen: Reparieren zu einer Art unverbrauchten Barbie. Muskelkraft für Frauen, antrainieren, - aber schnell! Stark sein. Fit sein. Alles im Griff haben. Der Tracker wirft Zahlen aus. Liefert Motivation zur Verbesserung. Überhaupt: Durch Gesundheit leistungsfähiger werden. Das Gehirn optimal nutzen und unter anderem die Konzentrationsfähigkeit damit steigern. Das Liebesleben optimieren. Den Nachwuchs sichern, pränatale Diagnostik und Crispr. Ob daraus ein Zwang zum makellosen Kind werden kann? Danach Förderwahn und eingepflanzte Chips. Mehrere Instrumente spielen und etliche Fremdsprachen lernen. Auf Leistung, Konkurrenz und Wettbewerb dressiert. Im Drang nach Selbstverbesserung leben. Noch besser werden. Noch schöner. Noch perfekter. (siehe auch Blog "Was wäre Wirklichkeit?" vom 7.1.2018)
Donnerstag, 9. August 2018
Mittwoch, 8. August 2018
Doping im Gesellschaftssport
Mit
der „Tour de France“ fing das an, was womöglich schon lange gang
und gäbe ist: Damals, alles damals. Doch in der Gegenwart benetzt das unser Bewusstsein. Da machten jetzt wieder Fahrer und Leute mit, die offenbar wegen
Dopings überführt worden waren, ihre Strafe abgebüßt hatten und
nun wieder frisch, fromm und frei mitmischten im Geschehen. Problem:
die sogenannten Sperren schienen relativ kurz, sie scheinen eher eine
Art Pflichtübung für ein lässliches Verhalten zu sein. Man fragte
sich ja ohnehin oft, wie diese Leute als "Spitzensportler" solche Strapazen überstehen,
wie das alles möglich sein wollte..... Nun ja, dann wurden alte
Filme eingespielt, mit legendären Figuren, die sich gequält hatten.
Als sei die Vergangenheit ein verlässlicher Schutz vor solchen
Manipulationen....
In diesen Filmen nicht, aber vor meinem Auge tauchten da auch Figuren wie Lance Armstrong auf. Hm. Ob die Reporter all diese Spiele mitspielen? Ob für sie immer nur die Medaillen interessant sind? Die ersten Plätze, denen die beiden anderen nachfolgen? „The winner takes it all“? Jetzt, bei der aktuellen Sportübertragung von den „European Championships“ fällt mir das extrem auf: sind da nur die Ersten interessant? Ja, was denn sonst? Sonst würde ja der gesamte Spitzensport in sich zusammen fallen? Wirklich? Ob das ein Problem ist? Leistung? Ja. Aber damit sollte man gefälligst auf die ersten Plätze kommen.....das andere interessiert allenfalls am Rande......
In diesen Filmen nicht, aber vor meinem Auge tauchten da auch Figuren wie Lance Armstrong auf. Hm. Ob die Reporter all diese Spiele mitspielen? Ob für sie immer nur die Medaillen interessant sind? Die ersten Plätze, denen die beiden anderen nachfolgen? „The winner takes it all“? Jetzt, bei der aktuellen Sportübertragung von den „European Championships“ fällt mir das extrem auf: sind da nur die Ersten interessant? Ja, was denn sonst? Sonst würde ja der gesamte Spitzensport in sich zusammen fallen? Wirklich? Ob das ein Problem ist? Leistung? Ja. Aber damit sollte man gefälligst auf die ersten Plätze kommen.....das andere interessiert allenfalls am Rande......
Tunnelblick extrem. Filterblase par excellence. Hoffen auf den Erfolg. Medaillen. Und eine Überlegung, ein Verdacht: Ob Doping inzwischen allgemein akzeptiert ist? Ob es ungestreift iun unsere Gesellschaft eingewandert ist? Es
scheint da nicht nur im Leistungssport so eine Art Grauzone zu geben, die vieles erlaubt, was der
„gesunde Menschenverstand“ problemlos als Doping einordnen würde.
Doch da scheinen vergleichsweise undurchsichtige Expertenagenturen
mit den Listen ihrer Unbedenklichkeiten darüber zu wachen. Abwiegeln. Abschwächen. Natürlich wissenschaftlich abgesichert. Das eine
ist erlaubt, das andere nicht. Seltsame Umgehungstrategien scheint es
da zu geben. Und als die Fußballweltmeisterschaft in Russland statt fand, gab
man sich sehr elastisch, was Menschenrechtsverletzungen anging. Nun
ja, das hatte man ja unter den professionellen Berichterstattern all
die Jahre zuvor schon eingeübt. Man tut so, als ob. Sport ist Sport und Politik ist Politik. Sonst nichts. Wirklich?
Dienstag, 7. August 2018
Propaganda, Werbung, PR
„Fake
News“? „Populismus“? „Täuschung“ und „Wahrheit“?
Welche Rolle wohl die überall präsente Werbung spielt? In Gestalt
der PR? Es gilt für die PR, jene Bilder und Effekte einsetzen, die
sich dem Rationalen entziehen und ausschließlich die Emotionen
ansprechen. Schon die Propaganda hatte sich das zu Diensten gemacht.
Sie strebte den Schutz vor Umsturz, Leute mussten für den Krieg
gewonnen werden, für den Konsum eines klar definierten Artikels. Mit
der Zeit trat die Public Relations anstelle der Propaganda. Es war
ein reiner Akt des Schönsprechs, die Inhalte waren weitgehnd
synonym. Propaganda war das Werkzeug zur Steuerung der Massen
gewesen. PR steuert nun den Geist der Massen. Das Verrückte: Selbst
wenn man seine Tricks offenlegt, kommt kein Aufschrei der Massen.
Es
galt in der folgenden Phase nun, sich zu Lasten der Gesellschaft
persönlich zu bereichern. Die Leute dazu bringen, sich für eine
Politik einzusetzen, die sogar den eigenen Interessen zuwiderläuft.
Der Bürger wird nun zum Verbraucher. Wünsche stehen hinter dem
wirtschaftlichen Kreislauf und treiben ihn an. Der PR gilt es nun,
den Wettbewwerb auszuschalten. Dabei ist es ein alter Trick,
Wissenschaft und kommerzielle Ziele auszutauschen. Dem Rat einer
vertrauenswürdigen Person in Gestalt eines Wissenschaftlers zu
folgen, ist ein Grundelement jeder PR. Dabei kommt auch die
Psychoanalyse, ja die gesamte allgemeine Psychologie, kommt zum
Einsatz. Ein Grundsatz der Psychologie: Menschen denken, sie würden
eigenständig handeln. In Wirklichkeit umgehen sie das Denken
möglichst. Zum Beispiel den von Freud so bezeichneten „Penisneid“
zu nutzen und zu Bildern zu machen, ihn in Symbolen umsetzen. Dadurch
auch Frauen zu Konsumenten machen.
Montag, 6. August 2018
Freiheit, Technokratie und Demokratie im Wandel
Vielleicht
werden spätere Generationen darüber staunen. Spätere Generationen?
Von was? Vom Menschen? Wer weiß denn, was der Mensch überhaupt ist? Das gilt ganz besonders im jetzigen Zeitalter eines Übergangs, in
dem der Mensch eine neue Verbindung zwischen sich und der Maschine
eingehen will. Seine positiven Kräfte mit technischen Mitteln
verstärken und seine schlechten schwächen, so etwa könnte
idealistischerweise die Devise lauten, die derzeit in unzähligen
Entwürfen über unser Bewusstsein gebracht wird. Von interessierten
Kreisen? Womöglich ja. Ob sie aber zu kurzfristig denken? Ob sie
sich bewusst sind, das der Mensch gerade mal eine 30 000-jährige
Geschichte hat? Ist es sein Schicksal, ist es ihm bestimmt, dass er
ständig an Weggabelungen stehen muss? Von wem ist es ihm bestimmt?
Lange Zeit akzeptierte der Mensch in seiner Mehrheit eine reilgiöse
Instanz, eine Autorität. Doch an ihre Stelle scheinen großflächig
kommerzielle und politische Instanzen getreten zu sein. Sie setzen
den Grundgedanken um, dass der Mensch nahezu beliebig formbar ist, ja
dass sein Bewusstsein so formbar ist, dass er selbst offensichtliches
Sklaventum für sich akzeptiert. Dass er auf eine Autorität
ausgerichtet ist, die eine einzeln Figur oder „der Staat“ sein
kann. Der Staat war einmal das Ganze, driftete dann aber als
Vorstellung immer mehr ab, wurde okkupiert, wurde zu einem
zweckgerichteten Etwas mit möglichst bürokratischen
Vorgehensweisen, mit dem sich schon Schriftsteller wie Franz Kafka
kritisch auseinander gesetzt haben. Doch auch sie werden eines Tages
nur noch Schleifspuren sein, Vertreter einer verschwundenen
Minderheit, die sich gegen immanente Gewalt und scheinbar
vernünftige“ Vorgehensweisen im Interesse des Staates (des Ganzen)
zu behaupten versuchte. Dass hinter bestimmten Methoden dieses
„Staates“ einzelne Personen stecken und Steckten, wird womöglich
eine Pointe sein, die von der gerade erst vergangenen Vergangenheit
bis in die ferne Zukunft reicht. Unsere so scheinbar
selbstverständliche Vorstellung von Demokratie hat es da schwer und
wird es noch schwerer haben. Ihre Vorstellung von „Freiheit“ wird
sich zunehmend in eine totalitär gefärbte Freiheit verwandeln, das
heißt, die wird zum Gegenteil von Freiheit. Der Mensch aber wird sie
als Freiheit akzeptieren. Er wird das lernen, es wird ihm beigebracht
werden.
Sonntag, 5. August 2018
Aktiv, kontempativ
„Geld
macht frech und arrogant“, die Stimme dieses Neresheimers
Benediktiners hallte uns in dieser von hunderten von Jahren
durchtränkten Akustik deutlich in den Ohren und schien dadurch etwas
von jener gnadenlosen Objektivität zu gewinnen, die die Ketzer und
Hexen vergangener Zeiten geradewegs auf den Scheiterhaufen gebracht
hatte. „Ich
glaube nicht, das uns das verändern würde. Wir sind doch immer
dieselben, egal in welcher Umgebung wir uns gerade befinden“, hatte
sie dazu gesagt, als wir beide noch ganz alleine über die Schönheit
dieses sakralen Raums gestaunt hatten. Meine Partnerin meinte: „Und im Übrigen: Ich
meditiere jeden Morgen eine halbe Stunde. Früher habe ich dabei
feste Regeln eingehalten. Heute sehe ich das lockerer...“. Sie
hatte Recht. Da gab es überraschende Parallelen zu einer
Mönchsexistenz. Sich in ein Regelwerk der inneren Versenkung
begeben. Das war der Ausgangspunkt. Sie, die quirrlige, unstete und
vitale Person, sie brachte es offenbar fertig, sich regelmäßig in sich zu
versammeln und zu einer eigenen Ruhe, ja vielleicht gar zu sich
selbst zu finden. Sie hatte ein Ritual daraus gemacht, das mutmaßlich ihren Tag
strukturierte. Sich souverän diesen scheinbaren, dich umgebenden Sachzwängen zu
entziehen, von denen du dich strangulieren lässt, das wäre es - so
fuhr es dir durch den Kopf. Sich dieser Trägheit zu entziehen, die
dich in ihren Fängen hält, - seit Jahren. Eigentlich bist du selbst ja der
kontemplative Mensch von uns beiden. Und sie ist der aktive Mensch.
Idealtypisch gesehen. Eigentlich wäre die Versenkung dein Fach.
(aus dem Entwurf eines in den achtziger Jahren geschriebenen Romans)
(aus dem Entwurf eines in den achtziger Jahren geschriebenen Romans)
Samstag, 4. August 2018
Künstliche Intelligenz, oder was ist der Mensch?
Ob
Friedrich Nietzsches Konzept vom „Übermenschen“ nun ganz anders
Wirklichkeit wird, als zunächst gedacht? Das Konzept einer
„Künstlichen Intelligenz“ (KI) und einer „transhumanen
Intelligenz“ will gerade dies möglich machen. Dabei gibt es
Richtungen, die KI nahezu religiös anbeten. KI gebietet, wir führen
aus. Wir, die „alten“ Menschen. Die noch nicht die Segnungen der
Computertechnologie nutzen, um unsere Fähigkeiten zu erweitern. Die
gerade anfangen, die Methode con Crispr zu nutzen, um uns
Gentechnisch neu zu erschaffen, indem wir Krankheiten ausmerzen und
Mängel des Menschen beseitigen. Silicon und zu „Transhumanoiden“
zu werden, einer Mischung aus Mensch und Maschine. Silicon Valley
scheint zum Synonym des Fortschritts geworden zu sein. Hierzulande
war zunächst die Unterhaltungsindustrie Motor dieses technologischen
Fortschritts, inzwischen sind längst andere Industriezweige
nachgefolgt. Die Digitalisierung der gesamten Welt wird zwar viel
diskutiert und besonders die Arbeitgeberverbände nehmen bei der
Schilderung ihrer Folgen kein Blatt vor den Mund, doch in der Politik
scheint unter „Digitalisierung“ vor allem das Verbuddeln von
Glasfaserkabeln verstanden zu werden. Es scheint fast so etwas wie
eine Schamgrenze und allgemeine, unter das Niveau des offiziellen
politischen Diskurses an dieser Stelle fällt. Ob man sich überlegen
sollte, unter welchen Verhältnissen man als Mensch leben will und
welche Formen etwa der Empathie zu einem Menschsein gehören könnten?
Ob man noch (!) so etwas wie Verfügungsgewalt hat, die angesichts
einer „künstlichen Intelligenz“ immer mehr verloren gehen
könnte? Die Leistung der Computer verdoppelt sich inzwischen in zwei
Jahren, Entwicklungen wachsen nicht mehr linear, sondern exponentiell
aus dem Boden. Womöglich geht die technologische Entwicklung einfach
zu schnell: Der Mensch, und vor allem: die menschliche Seele, scheint
nicht mehr mit zu kommen. Die Technologie scheint bereits jetzt und
im Griff zu haben – und nicht umgekehrt.
Freitag, 3. August 2018
An den Schlaf (Lyrik Eduard Mörike)
An
den Schlaf
Schlaf!
Süßer Schlaf! Obwohl dem Tod wie du nichts gleicht
Auf
diesem Lager doch willkommen heiß ich dich!
Denn
ohne Leben so, wie lieblich lebt es sich!
So
weit vom Sterben so, wie leiblich lebt es sich!
So
weit vom Sterben, ach, wie stirbt es sich so leicht!
(Eduard
Mörike, ca. 1838)
Donnerstag, 2. August 2018
EU-Demokratie
Europa? Jawohl, immer wieder. Aber EU? Die tut alles,
um mit Europa verwechselt zu werden und zum Synonym zu werden. Unbedingt. Wer gegen sie ist, soll nach ihrer Einschätzung gegen Europa sein. Sie lässt
im nächsten Jahr wieder wählen. Doch was ist EU-Europa überhaupt?
Wie funktioniert es? Minister laufen im EU-Ministerrat ein, um dort
über die (vom EU-Parlament bestätigte) von der EU-Kommission
vorgeschlagenen und per Lobbyverbände gestalteten Gesetze zu
entscheiden. Dass die Häuptlinge und Regierungschefs da auch noch
ein bisschen mitmischen, ist ja klar. Da der Rat und die Kommission
Gesetzen zustimmen müssen, dürfte der Effekt auch absehbar sein.
So war's ja wohl auch bei der deutschen „geschäftsführenden“ Regierung, die unlängst den Minister Schmidt gesandt hat, der dann „geschäftsführend“ der Glyphosat-Verordnung zugestimmt hat, weil er's für richtig gehalten hat.
Doch was habe ich damit zu tun? Habe ich Abgeordnete gewählt, die eine Kanzlerin wählen, die dann nach ihren eigenen Kriterien ihre Minister bestimmt? Habe ich eine EU-Kommission gewählt? (Ich kann mich eigentlich nicht daran erinnern. Wohl aber kann ich mich daran erinnern, dass die Mitglieder dieser „Kommission“ nach relativ seltsamen Kriterien ausgemauschelt (siehe Oettinger, ein gescheiterter Ministerpräsident und relativ schlicht-schlecht englisch sprechender Mensch) und schließlich dem staunenden Wahlvieh präsentiert wurden). Aber so scheint repräsentative Demokratie zu funktionieren. Wir wählen jemand, der jemand wählt, der wiederum jemand wählt, - alles nach freiem Gutdünken (was in der Theorie dann gerne mit dem Ausdruck „Gewissen“ bedacht wird) Ein kleiner Blick in die Schweiz, wo mehr das Prinzip der direkten Demokratie gilt, könnte hier etwas Inspiration bringen. Aber, Iwo, die Merkel ist ja auch - wie sie im Vorfeld ihrer "Koalitionsbildung" erklärt hat - gegen eine Minderheitsregierung, bei der sie um jede ihrer Entscheidungen bei den Abgeordneten des Bundestags werben müsste. So weit kommt es noch! Das sei nicht stabil und Deutschland sei ein zu starkes Land inmitten Europas, um eine solche Instabilität zu verkraften, hieß es da von seiten der herrschenden „Parteien“, die ja bei den vergangenen Wahlen relativ deutlich abgestraft wurden und offenbar so gar nichts daraus gelernt haben. Wieso etwas anders machen? Die Kanzlerin jedenfalls, wie sie stolz verlauten ließ, alles wieder und noch einmal genauso machen, wie zu Zeiten ihrer hohen Stimmverluste.
Nicht stabil? Demokratie scheint selten in diesem Sinne stabil und gefeit gegenüber allen Fragestellungen. Ob es um "Stabilität" in diesem Sinne geht? Ob Demokratie etwas prinzipiell Instabiles ist, das sich immer wieder neu suchen und sortieren muss? Ob insofern auch Zeit vonnöten ist? (von den Gegnern der Demokratie werden ja immer kurze Entscheidungswege und Zeitnähe gepriesen) Woher wohl so etwas wie Politikverdrossenheit kommt?
So war's ja wohl auch bei der deutschen „geschäftsführenden“ Regierung, die unlängst den Minister Schmidt gesandt hat, der dann „geschäftsführend“ der Glyphosat-Verordnung zugestimmt hat, weil er's für richtig gehalten hat.
Doch was habe ich damit zu tun? Habe ich Abgeordnete gewählt, die eine Kanzlerin wählen, die dann nach ihren eigenen Kriterien ihre Minister bestimmt? Habe ich eine EU-Kommission gewählt? (Ich kann mich eigentlich nicht daran erinnern. Wohl aber kann ich mich daran erinnern, dass die Mitglieder dieser „Kommission“ nach relativ seltsamen Kriterien ausgemauschelt (siehe Oettinger, ein gescheiterter Ministerpräsident und relativ schlicht-schlecht englisch sprechender Mensch) und schließlich dem staunenden Wahlvieh präsentiert wurden). Aber so scheint repräsentative Demokratie zu funktionieren. Wir wählen jemand, der jemand wählt, der wiederum jemand wählt, - alles nach freiem Gutdünken (was in der Theorie dann gerne mit dem Ausdruck „Gewissen“ bedacht wird) Ein kleiner Blick in die Schweiz, wo mehr das Prinzip der direkten Demokratie gilt, könnte hier etwas Inspiration bringen. Aber, Iwo, die Merkel ist ja auch - wie sie im Vorfeld ihrer "Koalitionsbildung" erklärt hat - gegen eine Minderheitsregierung, bei der sie um jede ihrer Entscheidungen bei den Abgeordneten des Bundestags werben müsste. So weit kommt es noch! Das sei nicht stabil und Deutschland sei ein zu starkes Land inmitten Europas, um eine solche Instabilität zu verkraften, hieß es da von seiten der herrschenden „Parteien“, die ja bei den vergangenen Wahlen relativ deutlich abgestraft wurden und offenbar so gar nichts daraus gelernt haben. Wieso etwas anders machen? Die Kanzlerin jedenfalls, wie sie stolz verlauten ließ, alles wieder und noch einmal genauso machen, wie zu Zeiten ihrer hohen Stimmverluste.
Nicht stabil? Demokratie scheint selten in diesem Sinne stabil und gefeit gegenüber allen Fragestellungen. Ob es um "Stabilität" in diesem Sinne geht? Ob Demokratie etwas prinzipiell Instabiles ist, das sich immer wieder neu suchen und sortieren muss? Ob insofern auch Zeit vonnöten ist? (von den Gegnern der Demokratie werden ja immer kurze Entscheidungswege und Zeitnähe gepriesen) Woher wohl so etwas wie Politikverdrossenheit kommt?
Mittwoch, 1. August 2018
Steueroptimierung
Was
musste ich da in einem Seitenblick wahrnehmen? Hoffentlich stimmt's
nicht! Der bundesdeutsche Finanzminister, der derzeit Scholz heißt
und Spezialdemokrat ist, scheint die Besteuerung von Großkonzernen
wie Apple, Facebook, Amazon, Google, Ikea & Co. zu bremsen und
plädiert für ein möglichst „vorsichtiges Vorgehen“. Das kann
nicht wahr sein. Es gab ja eine breite Diskussion, die sich darum drehte, dass diese Firmen
viel Geld in Europa verdienen und es dann in europäischen oder
sonstigen Steueroasen versteuern würden. Zu Steuersätzen, die gegen
0 tendieren. Außerdem sind solche „Steuervermeidungsstrategien“
(„Steueroptimierung“) ganz offiziell erst ab einer gewissen
Firmengröße rentabel und können offenbar dann sogar mit dem
Finanzamt abgestimmt werden. Von Steuergerechtigkeit kann da wohl
keine Rede sein.
Also war Warten auf einen entschlosseneren deutschen Finanzminister angesagt, der nicht so viel Rücksicht auf die
Interessen der Großindustrie und der Großkonzerne nimmt. Doch die
tatsächliche Besteuerung in dem Land, in dem Umsatz gemacht und
verdient wird, scheint bis heute nicht voran zu kommen. Der Weg über
sogenannte „Briefkastenfirmen“ scheint immer noch der gängige.
Großkonzerne bauen darauf, dass europäische Staaten eh nichts
unternehmen. Außerdem gilt Jean-Claude Juncker, der
EU-Kommisionschef, als Co-Architekt der Steueroase Luxemburg und als "Auskenner". Er wird's schon richten. Die
Botschaft der Superreichen an den einfachen Steuerzahler jedenfalls
scheint zu lauten: "Wir sind dreist, klar, aber ihr seid doof“. Ob
das gute Voraussetzungen für den im kommenden Jahr statt findenden
„EU-Wahlkampf“ sind? Ob das gar eine Begeisterung für Europa
wecken kann? Das alles kann doch nicht wahr sein......
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