Reise durch Wirklichkeiten

Samstag, 30. April 2016

The Yellow Magic (Foto)

The Yellow Magic

Freitag, 29. April 2016

Beschleunigung

Dieselgate, Flüchtlinge oder Asylanten, Terror, wieder Dieselgate, Panama Papers, Böhmermann, Dieselgate mit Managerboni...dazwischen ein bisschen Rente bzw. Altersarmut, Auto, Elektro, Zinsen, FIFA, DFB, Fußball und gestorbene Rockstars....: unsere Wahrnehmung kommt da kaum noch mit. Schlagzeilen. Events. Ob sich das alles beschleunigt hat, ob sich da ein Tempo, eine zunehmende Geschwindigkeit unmerklich in unsere Gehirne geschlichen hat? Auf Durchzug gestellt? Hauptsache, die Kohle stimmt! Der Autokonzern ist jetzt überraschend wieder der Größte und die Rente sei sicher, lassen Nachrichtenmoderatoren, Internetseiten, Fernsehgesichter und Wichtigs allüberall verlauten. Alles weiter so? Ob sich da ein Tempo selbständig und immer selbständiger macht? Rechtschreibfehler schleichen sich überall ein, die Grammatik stimmt nicht, Brüche werden kurz sichtbar, Grotesken erstehen unvermittelt: ob's der Profit und die Rentierlichkeit, Personaleinsparung, das Ausmerzen von Menschen als Kostenfaktoren, der Wechsel der "Formate" ist? Was wohl dahinter steckt? Ob wir da noch etwas richtig verstehen, mitkommen, ob die Folge der "Aufreger" oder der "Kick" sein soll? Sein muss? Die kurzfristige Empörung, Betroffenheit? Alles vorbeiziehen lassen, schauen, wo man selbst bleibt: ob das eine Lösung ist, eine Art, damit umzugehen? Ob wir da noch Empathie entwickeln können? In andere Welten kriechen, die mit 15 Mio Euro Wechselprämie ausgestattet sind, in der Parteien Spiele spielen, die sie dann Demokratie nennen? Macht- und Ränkespiele, Kriege, Tod, Mord und allerlei PR-trächtiges Gebaren, Show, falsches Lächeln und hohle Versprechen? Man ist umschwirrt und soll sortieren. Ab wann ist man überfordert? Was ist angesichts dessen Zeit? Wo ist sie? Spüren wir, wie sie durch uns hindurch geht? Wie wir uns darüber verbrauchen? Fragen bleiben, nichts als Fragen. Gedanken über ihre Beantwortung stören da nur.....Gewisse Abschnitte unserer möglichen Antworten würden Teile der Bevölkerung ohnehin nur verunsichern..... 

Donnerstag, 28. April 2016

Vision

Hinausgehen auf eine Lichtung, die noch jenen Tau des Morgens trägt, der überall zu spüren und einzuatmen ist. Alles neu, alles ein Anfang. Alles Licht. Alles eine einzige Empfindung, ein Eindruck, der sich in dir ordnet..... Nichts, was du aus der Vergangenheit oder deiner Umwelt mitnehmen musst. Nichts belastet. Nichts, was bremst. Nur du. Es genügt. Eine Entdeckung. Eine Erfahrung. Offen sein. Ohne Angst. Offen sein dürfen. Kein Hunger. Von allem genügend da. Nicht zu viel. Nur so viel, um es alles zu vergessen. Sich fallen lassen in diesen Moment. Eins mit ihm werden. In Zeitlosigkeit. Unendliche Leichtigkeit. Zuspruch, Zärtlichkeit, Liebe. Schönheit. Bewusstsein. 

Mittwoch, 27. April 2016

Elektro-Autokratie

So so, eine Kaufprämie für Elektroautos wollen sie ausloben, die Dame und die feinen Herren, und steigen danach in die ganz fetten Limousinen mit dem stark ausgeprägten Spritverbrauch, die zudem ein chronisch unterbezahlter Fahrdienst (der des Bundestags...) mit Chauffeuren bestückt. Den Industriestandort wollen sie mit ihrer Prämie aus Steuergeldern und Industriegeldern stärken, denn nur einer, der kräftig genug ist, seine ökologischen und sozialen Aufgaben zu meistern, wird auch imstande sein, diese durchzusetzen, so habe ich jetzt mit einem Ohr die Pressekonferenz der Parteigranden und Politwichtigs verfolgt. Nun, aus den EU-Kreisen ist angesichts des Einflusses der Autoindustrie durchaus anderes zu vernehmen. Da werden von den deutschen Wirtschaftshorsts auch gerne mal ein paar ökologische oder soziale Aufgaben zugunsten eines „Wachstums“ vernachlässigt. Auch erscheinen ein vor allem aus Braunkohlekraftwerken kommender Strom, das mangelhafte Versorgungsnetz und die schlechte Reichweite der Elektrofahrzeuge doch ein wenig zu bremsen. Es geht ja wohl um die Energiebilanz, - oder? Vom Skandal um die Abgasschummeleien mal ganz zu schweigen: ob wohl die europäische und ganz besonders die deutsche Aufsichtsbehörde diese Schummeleien auch mit rechtlichen Konsequenzen aufgedeckt hätte? Hm, diese Zweifel nähren Zweifel an der Parteienlandschaft, die diese Minister stellt. Ein Kanzlerkandidat der Vergangenheit meinte ja wohl auch im Tone der Empörung, ob er denn auf den harten Sitzen eines VW Golf sitzen solle.......Nicht nur solche Überheblichkeiten (die seine Partei gerne als „Ecken und Kanten“ verkauft hätte...) haben ihn und seine Partei wohl abstürzen lassen. Ob das etwas zeigt? 

Dienstag, 26. April 2016

Show und Umgang

Der Obama macht tatsächlich sehr viel mit seinem persönlichen Charme. Das war jetzt wieder bei seinem Deutschlandbesuch zu sehen. Wenn er weg ist, wird man wissen, was da fehlt. Eine Lockerheit, die sogar den Humor gut spielt. Easy. Dabei geht es natürlich auch um Interessen. Aber dafür sind Politiker ja da. Sie vertreten Interessen. Das wäre ihnen kaum vorzuwerfen. Man sollte nur wissen, welche. Es geht darüber hinaus ja wohl auch ein bisschen um das „Wie“. Klar, dass alles Showbusiness sei, hat nicht nur Hollywood erfunden, sondern viele viele Jahre zuvor auch William Shakespeare. Die zahlreichen Einlassungen wichtiger „Experten“ haben ja die entsprechenden Zitate bis zum Abkotzen wiederholt. Der Mensch will getäuscht werden. Wenn er aber weiß, dass er getäuscht wird, dann scheint alles halb so schlimm. Schlimm nur, dass viele Politiker um uns herum meinen, es wirklich ernst zu meinen und das dann ihrem Wahlvolk vorspielen. Womöglich wissen sie selbst nicht ganz genau, was sie wirklich meinen. Das alles macht es manchmal lästig und anstrengend, mit solchen Leuten umzugehen und ihre Sprüche zu hören.

Montag, 25. April 2016

Rente mit 70

Ich gehe noch einmal in Gedanken die Stimmungen und Meldungen der vergangenen Woche durch und stelle fest, dass Rente, bzw. Altersarmut ein Wahlkampfthema werden wird, auch wenn interessierte Kreise es dazu nicht kommen lassen wollen. Der Bundesfinanzminister schlägt offenbar zeitlich gut abgestimmt dazu eine Rente mit 70 vor, während seine Kabinettskollegin eben die Rente mit 63 teilweise eingeführt hat und eine Rente mit 67 für alle "normalen" Beitragsdeppen teilweise Gültigkeit zu haben scheint (jedes "Gesetz" kennt Ausnahmen...). Zudem soll das ganze Rentensystem von Politikern ohnehin in zweckfremder Weise (für politische Maßnahmen anderer Art) missbraucht worden sein, wogegen sich die Politikerkaste natürlich mit allen im Voraus formatierten Begründungen heftig wehren würde. Was ist da los? Wo leben diese Leute? In welcher Welt glauben sie zu agieren? Gerade in krisengeschüttelten Branchen, in denen besonders viel entlassen wurde und wird, stellt leider kein einziger Konzern Personen jenseits des 50. Lebensjahres ein: zu alt, zu wenig leistungsbereit, zu anspruchsvoll, so müssen sich diese Menschen von Profit-Dynamos regelmäßig begrinsen lassen (auch wenn in den Medien gerne gegenteilige „Erfolge“ verkündet werden!). Sie sind jenseits der 50 de facto „altes Eisen“, auch wenn die Politik und ihre wohlausgestatteten Vertreter noch so viele rhetorische Klimmzüge unternimmt (Der Finanzminister selbst ist lebensaltersmäßig natürlich weit jenseits der 50, auch der 60, kann aber eine ziemlich satte Politikerpension erwarten und hat sich auf diese Weise von allen drückenden Sorgen befreit...). Ob solche Seltsamkeiten, solche Kaspereien und teuren Komikereinlagen etwas mit der grassierenden Politikverdrossenheit zu tun? Welche Interessen werden hier eigentlich verfolgt? Die des Wahlvolks? Oder werden gar Positionierungen hinsichtlich des Lebensalters versucht, um die einen gegen die anderen auszuspielen? Ob die gestiegene Wahlbeteiligung angesichts solcher merkwürdiger Vorgänge wohl eher etwas mit dem Auftauchen einer neuen Partei zu tun hat, die Unzufriedenheiten aller Art und Protestpotential (auch wenn immer wieder gerne behauptet wird, sie würde mit Protest und grassierenden sozialen Ungerechtigkeiten nichts zu tun haben) gerne als Wahlstimmen abfischt? Und haben demographische Zahlenspiele, die immer wieder dilettantisch bemüht werden, auch etwas mit bestimmten Interessen zu tun? Ist wohlverstandene Statistik etwas, was genaue Aussagen zu menschlichen Gesellschaften über weite Zeiträume hinweg zulässt?

Samstag, 23. April 2016

Rosenfragment

EINE ROSE IST EINE ROSE
wenn Du all die Kopien vergessen hast, die du immer versucht hast
um dabei zu sein, egalbei was, nur dabei sein
du hast jetzt keine Angst mehr vor dem Außerhalb#um von dort hinein zu blicken
in das Räderwerk der Begründungen
der gierigen Begattungen und Beschaffungen, der fremden Herrschsüchte, der Verkaufsaktionen
des Imponiergehabes von werdenden Skeletten
der Lächerlichkeiten, der falschen Meldungen über eine Wirklichkeit
von der niemand eine Ahnung hat,
bleib gesund und munter, - wofür?
Für den coolen Fall in die Grube?
Sie werden dich verbrennen, sie werden Platz schaffen für andere
deine Schwäche wird nicht deine Stärke sein, nein
und die Welt ist auch nicht ein Lächeln
oder das Tier in Dir, das automatisch und unschuldig ausschachtet
du entdeckst, dass du für dich verantwortlich warst und geworden bist
Eine Rose ist eine Rose – auch dies ist keine Lösung
du schaffst es ins Endspiel und du verlierst es

wie jeder

Freitag, 22. April 2016

Glauben on the Rocks

Es scheint, als sollte diese Gesellschaft spätestens mit dem Erscheinen von Phänomenen wie dem Internet mehr Transparenz nötig haben. Natürlich wurde in der alten DDR noch alles in Hinterzimmern unter denen ausgekungelt, die sich für wichtig hielten. Natürlich ist das in diktatorischen Gesellschaften noch heute auf allen Kontinenten so. Dort scheint einer die Richtung vorzugeben und alle folgen ihm. Führerprinzip. Schließt auf neuzeitliche aber mittlerweile auch längst überholte Weise an die alten Zeiten der Monarchien an. Damals gab es auch keine Transparenz, keine Kommunikation, dort kamen die großen Veränderungen von oben. Sie schienen einfach zu kommen wie ein Gottesurteil. Gott? Der spielte mit seinen religiösen Statthaltern natürlich auch mit. Den Leuten war ja alles zu verklickern. Sie GLAUBTEN es. Der Glaube bestimmte das Dasein. Kirchenmalereien machten es für jeden begreifbar. „Das Jüngste Gericht“ usw. Heute ist das das jüngste Gerücht geworden. Tolles Wortspiel, nichtwahr? Stimmt aber. Das Ungefähre regiert. Das Glauben. Meinen. Das aus dem Strom der Informationen heraus Leuchtende. Firmen, Unternehmen und ihre Werbeherolds haben das natürlich längst erkannt und hängen sich dran. Es gilt die kommerzielle Botschaft. Sie kommt oft aus der Verdummung und der Beeinflussungstechnologie. Wie bei den Nazis. Sie will verführen. Über dumpfe Reflexe regieren und darüber Aktionen herbei führen.

Donnerstag, 21. April 2016

Beeinflussungsstrategien

Es scheint, als sollte diese Gesellschaft spätestens mit dem Erscheinen von Phänomenen wie dem Internet mehr Transparenz nötig haben. Natürlich wurde auch in der alten DDR noch alles in Hinterzimmern unter denen ausgekungelt, die sich für wichtige Bestimmer hielten. Natürlich ist das in diktatorischen Gesellschaften noch heute auf allen Kontinenten so. Dort scheint einer die Richtung vorzugeben und alle folgen ihm. Führerprinzip. Schließt auf neuzeitliche, aber mittlerweile auch längst überholte Weise, an die alten Zeiten der Monarchien an. Damals gab es auch keine Transparenz, keine Kommunikation, dort kamen die großen Veränderungen nur von oben, wurden nach unten durchgedrückt. Sie schienen einfach zu kommen wie ein Gottesurteil. Gott? Der spielte mit seinen religiösen Statthaltern natürlich auch mit. Den Leuten war ja alles zu verklickern. Sie GLAUBTEN es. Der Glaube bestimmte das Dasein. Kirchenmalereien machten es für jeden begreifbar. „Das Jüngste Gericht“ usw. Heute ist das das jüngste Gerücht geworden. Tolles Wortspiel, nichtwahr? Stimmt aber. Das Ungefähre regiert. Das Glauben. Meinen. Das aus dem Strom der Informationen heraus Leuchtende. Firmen, Unternehmen und ihre Werbeherolds haben das natürlich längst erkannt und hängen sich eifrig dran. Es gilt die kommerzielle oder die politische Botschaft. Sie kommt oft aus der Verdummung und der Beeinflussungstechnologie. Wie bei den Nazis. Sie will verführen. Über dumpfe Reflexe regieren und darüber Aktionen herbei führen.  

Dienstag, 19. April 2016

Neiddebatte

„Neiddebatte“. Es ist ja ein gängiger Reflex, dass alle und jede Diskussion zum Thema Einkommensverteilung und Vermögen schnell unter dem Stichwort „Neidreflex“ oder „Neiddebatte“ abgewürgt wird. Nun sollte an dieser Stelle klar zwischen personenorientierter und strukturenorientierter Debatte unterschieden werden. Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob ich über ganz bestimmte Personen oder über Strukturen diskutiere, die hinter gewissen Entwicklungen stehen, die diese Personen wohl begünstigt oder zumindest beeinflusst haben. Diese Personen selbst sind jemanden wie mir völlig egal. Sie sind nur lächerliche arme Würstchen und als Rädchen in einem Gesamtgetriebe interessant, als dem Ganzen ausgelieferte Personen, die ein gewisses Bild von sich selbst pflegen und sich nach gewissen sozialen Spielregeln verhalten. Diese Regeln sind durchaus veränderbar, im Gegensatz zu anderslautenden Behauptungen. Ob die öffentlichen Haushalte eine angemessene Ausstattung haben, wie der Staat und seine Organe damit umgehen, in welchem Zusammenhang mit dem Thema „Geld“ und Neid mit dem Thema Arbeit, Sinn und persönliche Entfaltung stehen, solche Fragen scheinen da zusehends in den Hintergrund zu treten. Wie wäre es im Austausch mit einer „Neiddebatte“ von einer „Gierdebatte“ zu reden? Dass die Klasse der „Manager“ viel zu viel verdiene, sei Sache der Wirtschaft und keinesfalls eine der Grundansichten von Gesellschaft, schon gar nicht der Politik – so heißt es gerne. Die einzig maßgeblichen Fdaktoren seien dabei Angebot und Nachfrage. Ob eine solche Ansicht von der Vision eines tatsächlich „freien“ Marktes ausgeht? Ob nicht neben dem vielgescholtenen Staat und seinen Möglichkeiten sehr viele Faktoren auf den „Markt“ einwirken, unter anderem auch welche der sozialen Herkunft, der Werteorientierung, der „vertikalen Durchlässigkeit eines Gemeingebildes“ und anderer Faktoren? Nicht nur nach soziologischen Einschätzungen könnte dies ja so etwas wie den Motor einer innovativen Entwicklung ausmachen. Ob die vielbeschworene „Vernetzung“ (also das „Networking“) an dieser Stelle nicht eine gewaltige Rolle spielt? Ob sich da innerhalb einer „Klasse“, einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten, nicht eine Kumpelmentalität breit machen kann? Oder ob gar die Machtfrage ganz generell eine wichtige Rolle spielt? Wird man „freie Marktwirtschaft“ und gerechte Verteilung innerhalb einer Gesellschaft so rigide auseinander dividieren können? 

Sonntag, 17. April 2016

Bio-Hacking

„Bio-Hacking“ war das ganz große Ding auf der diesjährigen CeBit, die ja nun auch schon ein paar Tage her ist. Sich einen kleinen Chip (immerhin auch 1 cm lang) unter die Haut jagen lassen und dann damit angeben, was der alles kann, das war angesagt. Jeder Redakteur irgendeiner angesagten Elektronikklitsche musste so ein Ding haben und dann mit leuchtenden Augen erzählen, wie das Ding die Haustüre aufmachen kann und was es in Zukunft noch so alles können wird. Nun ja, viel interessanter erschien mir der medizinische Einsatz, der unter anderem Gelähmten neue Möglichkeiten eröffnen kann, indem nämlich das Rückenmark auf diese Weise umgangen werden kann. Nur durch die Kraft der Gedanken wird ein „Patient“ nach der Interaktion mit dem Computer seine Gliedmaßen wieder bewegen können. D.h., das ist schon in Gange und der Computer lernt anhand einer Portion künstlicher Intelligenz relativ schnell dazu. Aber auch das Kino, das ja ohnehin unsere kollektive Traummaschine ist, ist schon längst in Richtung „Bio-Hacking“ voraus gegangen. Riesige Monster könnten beliebig zu ersetzende „Verlängerungen“ unserer Körper und seiner gedanklichen Vorstellungen sein, Gehirne könnten in Festplatteninhalte überführt und auf diese Weise beliebig kopiert werden. Das Problem der Unsterblichkeit samt des Klonens scheint sich auf diese Weise auch erledigt zu haben. Begeistert leuchten die Augen des Technikredakteurs, wenn er solche Visionen den „Usern“ mal kurz erklärt. In ein paar Jahren wird es diese Zeit nicht mehr geben. Dann wird eingeführt. Gemacht und getan. Basta. Das bewegt sich aus sich selbst heraus und wird (besonders von den Menschen mit den leuchtenden Augen...) auch "Fortschritt" genannt. 

Samstag, 16. April 2016

Populisten

Das Modell mit „Führer“ läuft einstweilen bei uns noch schlecht. Außer in den Neuen Bundesländern (die haben in der alten DDR das alles nicht so recht aufgearbeitet....glauben auch heute noch den alten Nazi-Scheis und durften anschließend nicht mal in die Fremde). Doch wir haben schlechte Erfahrungen im politischen System gemacht. Volle Fresse die Nachteile mitgekriegt. Bitter und gerecht bestraft worden. Über die Hintertüre des Populismus, der der Bevölkerung klare Vorgaben und Maßstäbe vermitteln will, kommt das alles nun wieder (ohne dass der Schoß noch immer fruchtbar...und dieser ausgeleierte Brecht-Scheis....). Da gibt es plötzlich Figuren, die zwar noch ein bisschen erbärmlich, aber immerhin, mit ihrem Zeigefinger den Anderen etwas zeigen wollen. Mir nach! "We make America great again". Die Sprache hierzulande ist zudem ein Vehikel für solche Aktivitäten: „War ja nicht alles schlecht beim....oder: Ich bin gegen Rassismus, aber..... So schleicht sich das Gedankengut an und materialisiert sich dann, d.h. es wird real. Die „Eliten“, Besserwisser und Elfenbeinturmbewohner sind anfangs dagegen, stemmen sich und ächzen Phrasen, schlagen sich dann aber auf die Seite, wo das Geld, das sie verdienen, herkommt. Die Bundeskanzlerin entschuldigt sich in dieser Phase bei einem Diktator eines grenzwertig sich gerierenden Landes schon mal für ein satirisches Gedicht, das ihm (dem Diktator, der Person der Öffentlichkeit) satirisch ans Bein zu pinkeln versucht hat. Der Mann bläst sich doch tatsächlich dagegen auf. Er will Genugtun über das Rechtssystem. Es klappt. Doch: Erst Empörung darüber, dann Betroffenheit und dann: hat sie recht. Erst sie, dann er. So wird auch das ausgehölt, was uns zu einen schien: das Grundgesetz. Regeln, nach denen sich Gemeinschaft hierzulande richten solle. Wieder steuern populistische Figuren wie Donald Trump gegen, wollen alles erschießen, was nicht ihrer Meinung ist und sich nicht richtig verhält. Andere machen's in anderen Ländern vor. Selbstverständlich bestimmen offiziell gewählte Polit-Komiker der populistischen Sorte selbst, was richtig und falsch ist. Hm, was ist denn das? Träumen wir?  

Freitag, 15. April 2016

Verkehrsdistinktionen

Wie es hier ist: die Leute (in bestimmten Zeiten: vor allem alternative und bebrillt dreinschauende Edel-Hausfrauen samt billigen Damen in engen Klamotten mit prallen Titten) preschen mit riesigen Offroad-SUVs und City-Laster durch die Gassen, ohne jede Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer oder Fußgänger zu nehmen. Fußgänger hingegen wackeln auch noch im dichtesten Verkehr mit starrem Blick auf ihr Smartphone über Zebrastreifen und daddeln dabei ohne jeden Seitenblick auf ihre reale Umwelt immer weiter. Kommunikation de Luxe. Parkplätze zu finden fordert einem zu bestimmten Zeiten auch noch im hintersten Hinterkaff alles ab: die Infrastruktur kommt längst nicht mehr mit. Alle Straßen und Plätze sind ausgebaut, die Autos sind dafür längst viel zu groß geworden, behindern sich gegenseitig und bretzeln viel zu viele Abgase in die Welt.

Donnerstag, 14. April 2016

Altersarmut und Manager

Da kommt jetzt heraus, bzw. wird öffentlich, dass wohl jeder zweite Deutsche in die Altersarmut fallen wird, wenn die gegenwärtige „Rente“ beibehalten wird. Es muss jemand ununterbrochen 40 Jahre arbeiten, wenn er nicht bald unter den Hartz4-Mindestsatz fallen will. Ich selbst war ja schon oft beim Blick auf den Rentenbescheid verzweifelt und hatte das Thema verdrängt. Und jetzt? Gleichzeitig weigert sich die Managerriege in Wolfsburg, auch nur einen Teil ihrer „Boni“, also ihrer Erfolgsvergütungen, abzugeben. Nach harten Verhandlungen wurde Entwarnung gegeben, weil diese Leute wohl nun doch auf „einen Teil“ dieser Bezüge verzichtet haben. Wie hoch genau das sein soll, bleibt vorerst noch geheim. Großartig, das! Jaja, beim Automobilkonzern werden diese „Boni“ für einen längeren Zeitraum gezahlt. Es ist alles vertraglich fixiert, natürlich! Auch der ehemalige Vorstandsvorsitzende, so heißt es, soll solche fetten und in die Millionen gehenden Bezüge noch erhalten. Jetzt. Nachdem ein riesiger Konzernbetrug unter seiner Ägide aufgeflogen ist. Ob diese Betrügereien in weniger als einem Jahr, - exakt: dem zurück liegenden, als er nicht mehr dabei war - realisiert worden sind? Ob es nicht eine mangelhafte „Führungsleistung“ war, die dazu geführt hat? Ob dafür eine „Erfolgsvergütung“ angezeigt ist? Für welche „Leistungen“ überhaupt wird so etwas gezahlt, wenn gleichzeitig Entlassungen von Leiharbeitern schon vollzogen und weitere Entlassungen des „Personals“ diskutiert werden? Ein hartes "Sparprogramm" aufgelegt ist? Der vom Posten des Finanzchefs an die Aufsichtsratsspitze gewechselte Mensch soll angeblich 15 Millionen Euro dafür bekommen haben. Wo leben diese Leute? Wohl nicht in derselben Welt, wie viele andere Menschen um sie herum. 

Mittwoch, 13. April 2016

Integrationsleistung

Es ist eine Art Test auf die Integrationsbereitschaft der jungen Türken dem Grundgesetz gegenüber: ich sah zufällig im TV, wie eine Reihe von ihnen (natürlich wie immer: willkürlich vom Sender ausgewählt) interviewt wurden. Was sie wohl von Erdogan halten und wie sie sein Verhalten einschätzen, so die Frage. Alle fanden es ganz okay, dass er dagegen auf seine Art vorgehe. Den zu beleidigen sei, so tönt es mir noch in den Ohren, als ob man die ganze Türkei beleidige. Also Vorgehen. Rechtlich. Mit allem Drum und Dran. Die Lächerlichkeit der Situation schien gar nicht in ihrem Gesichtskreis aufzutauchen. Alles könne man tun, aber nicht jemand persönlich beleidigen, ihn unter der Gürtellinie verletzen usw. Wer so etwas nebenher im Fernsehen sieht, mag entsetzt und verletzt sein. So gut haben diese Personen das Grundgesetz in vielen vielen Jahren in sich aufgenommen und verarbeitet! Oh weh! Ich kenne das „Gedicht“ des ach so öffentlichkeitsumtriebigen und PR-tüchtigen Böhmermann nicht, aber selbstverständlich darf hier alles in Deutschland über einen ausländischen Staatschef gesagt werden. Muss ich ja nicht gut finden. Genau darum geht’s ja! Es geht um das Recht. Und das hiesige treten solche Figuren wie Erdogan samt ihren Advokaten mit Füßen, auch wenn sie einen alten Paragraphen herauskramen, der „Majestätsbeleidigung" unter Strafe stellt! Fehler der Regierenden, dass sie in all den Jahren das nicht ausgemerzt haben! Diese Figuren wie Erdogan selbst beanspruchen ihre Ansicht davon mit Hilfe von windigen Anwälten, - anderen und ausländischen Menschen aber verweigern sie es, strengen Klagen an usw. Meinungs- oder Pressefreiheit scheint ihnen etwas ihrer Willkür Ausgesetztes. Man fragt sich: Was soll das?

Dienstag, 12. April 2016

Auto und Fußball

Neulich habe habe ich mal wieder 2 Stunden lang auf einen Reifenwechsel gewartet. In Aussicht stellte man mir 1 Stunde. So erging es mir fast regelmäßig bei solchen Gelegenheiten. Scheint das Normalste der Welt zu sein. Kunden-, Service- oder Wartedienste wurden zu Diensten des Wohlverhaltens, indem man möglichst klaglos oft mehr als 1 Stunde alleine auf die Entgegennahme eines Auftrags zu warten hatte. Abholzeiten wurden auch recht großzügig getimt: ich erinnere mich an Wartezeiten von 90 Minuten und mehr. Es scheint normal zu sein, der Deutsche wartet durchaus auf sein Liebstes und ist bereit, so manches Opfer der Unterwürfigkeit dafür zu bringen. Zeit? Kein Problem! Insofern:  Auch ein zeitliches. Lieblingsobjekte: Auto und Fußball. Bei manchen Sendern hat es sich inzwischen eingebürgert, ein zu übertragendes Fußballspiel mit teilweise zweistündigem Vorlauf zu inszenieren und die Spannung oder Gier darauf beim Publikum möglichst zu steigern. Meist labern dann irgendwelche „Experten“ dummes Zeugs, grinsen feist dazu und fragen sich gegenseitig zu ihrer Meinung. Als Zuschauer staunt man so manches mal über die Kunst, die von überlangen Werbeblöcken unterbrochene Spannung durch das Nichts zu erzeugen. Sämtliche Hintergründe werden dabei mehr als ausgeleuchtet. Nach diesen zwei Stunden ist so mancher Zuschauer nach verschiedenen Umschaltaktionen meist so gelöchert und geschafft, dass das eigentliche Spiel dann einen seltsamen Stellenwert gewinnt. Es ist so etwas wie Erleichterung, Krone des Geschehens, Objekt der Erwartung und Höhepunkt zugleich, was nicht selten im Zustand der Betrunkenheit erlebt wird. Selbstverständlich würden es die Sender gerne sehen, wenn das mit der in den Spots sehr aufdringlich abgesendeten und propagierten Marke geschehen würde. Folge: Fußball ist längst Showgeschäft geworden, mit allen Folgen. Doch an manchen Stellen erscheint der Bogen überspannt. Auto und Fußball, Objekt der Begierde.

Montag, 11. April 2016

Unpässlichkeiten

Das geht ja gar nicht! Da haben eben wieder die „Panama-Papers“ belegt, dass sich die deutschen Banken beim Thema Steueroasen nicht gerade mit Ruhm bekleckern. Gleichzeitig wird öffentlich, dass der Direktor einer größeren Sparkasse auch mal bis zu einer Million Euro im Jahr verdienen kann. Sparkassen könnten im Idealfall zur Kapitalausstattung von öffentlichen Einrichtungen und deren Belange beitragen. Sie könnten Unternehmen der Region mit Krediten ausstatten. Sie gelten als die Bank der „kleinen Leute“. Wie das wohl alles zusammenpassen mag? Natürlich passt auch nichts zusammen und ist geradezu unsäglich, wie die Bundesregierung mit Anwürfen aus der Türkei nach einer satirischen Attacke umgeht. Flugs ruft da Frau Bundeskanzlerin beim türkischen Staatspräsidenten an und beteuert, dass sie das alles auch nicht so toll fand. Klar ist, dass sie nach ihrem Deal mit der Türkei, diesen etwas arg despotischen Präsidenten unbedingt braucht. Der Anruf dürfte insofern als Entschuldigung und Distanzierung vom Satiriker Böhmermann verstanden werden. So etwas geht gar nicht. Natürlich müssen sich Politiker auf alle möglichen Weisen durch den Kakao ziehen lassen. Natürlich, wer denn sonst? Belege gibt es hierzulande massenhaft. In der Türkei werden indessen Journalisten verhaftet und vorgeführt. Die gerade jetzt immer wieder betonte Diskussion der sog. „Grundwerte“ nimmt natürlich auf diese Weise herben Schaden. Bisher dachte man, dass hier immer und auf jeden Fall die Pressefreiheit und alle damit verbundenen Verhaltensweisen gelte. Klaro. Und jetzt so etwas? Was bedeutet das? 

Sonntag, 10. April 2016

Selbstoptimierung und Rollenverständnis

Es ist es doch so: Frauchen verkaufen ihr Äußeres gerne mal an einen reichen Macker (bei einem verborgenen aber trotzdem tief traditionellen Rollenverständnis, das ein bisschen auf Modern gebügelt ist..., ja, das gibt es tatsächlich massenhaft), am besten per Ehe und den sich daran knüpfenden Kindern. Irgendwann wird den Frauchen das Dahinleben mit verwöhntem Balg, in teuren Villen und Karossen zu langweilig, sie wollen sich nun selbst verwirklichen (angeregt durch die neoliberale Grundstimmung, die befiehlt: Mache etwas aus dir! Hole etwas aus dir heraus! Optimiere dich!). Also schreiben sie ein Buch, verfassen ein Theaterstück, eröffnen eine Boutique, malen farbige Werke und stellen aus. Durch die Beziehungen ihres Gatten (der inzwischen natürlich längst eine jüngere Geliebte hat...) fällt dieser Schritt an die Öffentlichkeit leicht, der Freundeskreis gibt das ja locker her: Ein namhafter Verlag ist leicht zur Hand, eine gegen Entgelt bereit stehende Theaterriege will auch Geld verdienen, Räumlichkeiten anmieten wird bezahlt, eine Bank organisiert gerne die Ausstellung, lädt mit Briefkopf die Willy-Wichtigs und „potenten“ Geldsäcke zur Vernissage ein - und überhaupt: da ist viel soziales Engagement. Dieses sollte heutzutage möglichst kostenlos für den Staat sein (was großzügige Aufwandsentschädigungen nicht unmöglich macht...) und durch ein „Sponsoring“ ermöglicht werden, d.h.: Durch den Werbeetat einer Firma, die sich durch ihre diesbezügliche Aktivität etwas für sich selbst verspricht..... last but not least: Image. Wer solche Zusammenhänge einigermaßen durchblickt und mit ihnen handelt, befindet sich meist in der Werbebranche. Geht - im weitesten Sinne - mit öffentlicher Kommunikation um, (ver-) plant Kampagnen usw. Mit solchen Aktionen meist einher gehendes Gutmenschentum zu transportieren, ist eine „besondere Herausforderung“ für ihn. Er weiß, wie so was geht, auch bei der „Presse“, erkennt ja die tonangebenden Leute dort ...... Also erstrahlt seine Ehefrau meist im Sozio-Ökoglanz, verfügt über ein weithin sichtbares Hochglanz-Ego einer frei schwebenden Kreativität, ist die stets frohsinnige Verkörperung und der Inbegriff des „Chic“...usw. 

Samstag, 9. April 2016

Offshore-Likes

Unglaublich! Der große Aufreger zu den „Panama-Papers“ scheint schon wieder vorbei zu sein! Es ist so, wie es schon so oft war: was man für eine überspitzte Pointe hielt, für eine Übertreibung im Sinne einer Erkennbarkeit, ist platte Realität! Gewöhnungssache. Eine Sau durchs Dorf getrieben – und schon kommt die nächste Sau. Dahinter stehende Strukturen scheinen uninteressant zu sein und in dieses Wahrnehmungsschema nicht zu passen. "Verkopft". Das will ja niemand. Dass der Bundesfinanzminister (wundert sich jemand?) plötzlich "unter Druck" und Verdacht zu stehen scheint, dass Fakten dafür angeschleppt werden, die die Verwicklung seines Ministeriums in solche Geschäfte zu belegen scheinen, erscheint da nur noch als Verlängerung und Randnotiz. Unschuldsbeteuerungen. Nichts ist illegal. Wäre doch gelacht, wenn sowas nicht juristisch niederzuschlagen wäre! Der Steuerzahler steht für so etwas ohne weiteres gerade. Diese "Eliten" sind ja demokratisch legitimiert. Deshalb können sie alles bringen, alles zum Gesetz machen. Was kostet diese Welt? Deutschland ist in dieser Sportart ohnehin gut. Und, by the way: Wie kommt das eigentlich, dass nach einer offiziellen Steueroasen-Statistik der Tax Justice Network Deutschland im Jahr 2013 auf Platz 8 liegt, weit vor Ländern wie Panama? In diesem Falle heißt das aber: Offshore-Anlagen (auf deutsch: Steueroasen) scheinen in großem Ausmaß eine "offizielle" Realität zu sein  (mit der man sich abfinden muss? Wo bleibt denn da die Wertediskussion? was sind überhaupt die Werte "dahinter"?). Geld, Profit, Vorbeischleusen am Gemeinwesen, möglichst wenig Steuern bezahlen? Nichtdoch. Was heißt denn da Realität? Mit der Realität sollte man sich am besten gar nicht belasten. Könnte ja negativ sein! Das schadet einem. Also am besten in der Lüge leben, alles sei durch und durch positiv, auch und gerade man selbst in seiner speckgürteligen Komfortzone. Der große Popanz. Die durch Macht gestützte Behauptung. Und alles schwimmt mit, denn man weiß ja eh nicht, wer dahinter steht. Wer in welchem Interesse..... Überhaupt: Die Reichen machen sowieso, was sie wollen. Ob dieses Wahrnehmungsmuster nicht durch solche Aufdeckungen gestützt wird? 

Donnerstag, 7. April 2016

Doping und Fußball

Doping soll nichts mit Fußball, mit Profi- und Spitzenfußball zu tun haben. Seit Menschengedenken weisen das „die Profis“ weit von sich. Es würde im Fußball gar nichts bringen, so hieß es stets stereotyp. Doch Tatsache ist auch, dass der Fußball nicht nur in gewissen Leistungsbereichen sehr viel athletischer geworden ist, dass die Physis eine immer größer werdende Rolle spielt. Das technische Können scheint da etwas in den Hintergrund gerückt zu sein: laufen muss der Profi können, die Lunge sich aus dem Leib rennen und eine taktische Marschroute befolgen muss er können, wozu unter Umständen eine große körperliche Fitness vonnöten ist. Das alles ist sehr offensichtlich. Bei der TV-Gesprächsrunde „Markus Lanz“ nun grinste der ehemalige BVB-Fußballprofi Sebastian Kehl meist sehr vielsagend und stillvergnügt ablehnend vor sich hin, als das Thema anlässlich eines in Großbritannien auf den mit verdeckter Kamera beobachteten Aussagen eines Arztes und dem sich daran knüpfenden Verdacht zur Sprache kam. Er selbst, der Borussenprofi, hatte zuvor noch gemeint, dass „der Doc“ alle Medikamente und Mittelchen, die man als Profi unbedenklich finden dürfe, in einen Schrank packe, aus dem man sich dann als Kicker dann bediene. Was das für Mittelchen und Medikamente seien, das blieb ungeklärt und scheint nach wie vor Sache der Ärzte zu sein und gewesen zu sein. Die werden schon wissen...... Und überhaupt, „Generalverdacht“ gegen Kicker sei schlecht, darüber waren sich die Anwesenden schnell einig und verabschiedeten sich schließlich in gewohnter Weise aus der Talkshow. Alles unterhaltsam angerissen, nichts erklärt. Der Journalist Thomas Kister, der bei der Runde auch anwesend war und einschlägige Erwägungen, Wahrscheinlichkeiten samt Beobachtungen in den Raum stellte, war offenbar nicht ganz ernst genommen worden. Mit einem Grinsen war unausgesprochen der Verdacht aufgekommen, dass er nur sein Buch zum Thema "promoten" wolle. Andere Personen in der geschwätzigen Gesprächsrunde scheinen seit Jahr und Tag ja ohnehin nur aus diesem Grund eingeladen worden zu sein. Solch ein Schlingel!, schienen da manche Mienen zu besagen. Seit Jahren interessant scheint immerhin, dass Fußballer nicht ganz so gründlich auf den Gebrauch von Doping untersucht zu werden scheinen. Jetzt nun berichtet das Internetportal „T-Online“ über den schwedischen und inzwischen beim französischen Club St. Germain spielenden Ober- und Überprofi Zlatan Ibrahimovic, dem in seiner von 2004 bis 2006 währenden Zeit bei Juventus Turin offenbar gut sichtbare muskelbewehrte körperliche Merkmale zugewachsen seien. Die Behauptung samt sich daran knüpfenden Erwägungen hat wohl der schwedische Trainer Leichtathletiktrainer Ulf Karlsson aufgestellt. Hm, wer ist denn nun der Strolch? Einer, der sich auskennt, aber seine Behauptungen offenbar nicht sauber beweisen kann. Oder einer, der mit gewissen Entwicklungen seines Körpers zu Spekulationen Anlass gibt? Wer weiß hier was? Natürlich niemand. "Betroffen würden wir den Vorhang zu ziehen..." meinte einst schon der Literaturfex Reich-Ranicki bei solchen Gelegenheiten. Übrigens: So war es mit den sog. „Offshore-Geschäften" aus Ländern wie Panama heraus bis vor kurzem auch noch. Ach, der Boulevard kocht jetzt. Aber ein gründlicheres Nachdenken über das Phänomen und seine Zusammenhänge scheint nicht so recht angesagt zu sein. 

Mittwoch, 6. April 2016

Ob nicht...? Fragen zur Rechtsprechung.....

Dass die Gerichte nicht (mehr) im Sinne der Bevölkerung entscheiden, dürfte nicht erst seit gestern ein Gegenstand genauerer Betrachtung sein. Ob sich da ein relativ selbständiger Stand herausgebildet hat, der sich auf „Volkes Stimme“ beruft, dabei aber um sich selbst in seinem Paralleluniversum kreist? Der sich in Sophistereien und Verfahrensfragen ergeht, während „draußen“ die Welt sehr viel grundsätzlicher brennt? Sicher, der Rechtsstaat ist eine wichtige Errungenschaft der Aufklärung. Ob sich aber die Bevölkerungsklasse der Gesetzesausleger dermaßen schamlos, verdeckt oder offen gierig und von allen akademischen Weihen geweiht daran schadlos halten muss? Bedeutet dies Rechtsstaat? Ob die Justiz nicht in der Hauptsache im Sinne der ohnehin Mächtigen, der "Arbeitsplatzbeschaffer" und Geldsäcke entscheidet, ob die Parlamente nicht für genau diese Klientel ihre Gesetze maßgeschneidert haben, indem sie nämlich schon im Entstehungsprozess durch ihre mächtigen Lobby-Verbände mehr als Einfluss genommen hat? Ob diese Lobbyisten nicht selten sogar die wörtliche Vorlage für solche „Gesetze“ geliefert haben? Ob es nicht genau dafür in der so vertretenen Bevölkerung ein feines Empfinden gibt? Ob nicht die Vielzahl der Gesetze den entgegengesetzten Effekt dessen, was beabsichtigt sei, hat? Ob nämlich dadurch nicht die Differenzierung des Rechtswesens sondern die Beförderung der totalen Unübersichtlichkeit und darüber hinaus ganz eindeutig der Arbeitsbeschaffung auf Auslegung der einschlägigen „Gesetze“ spezialisierter Kreise befördert wird? Ob das alles etwas mit der sogenannten Politikverdrossenheit zu tun hat? Ob die jüngst gestiegenen und von den Altparteien heftigst bejubelten Wahlbeteiligungszahlen in Ländern etwas mit der Suche nach Protest und einer Protestpartei zu tun haben? Ob der Abschied von der „sozialen Marktwirtschaft“ so etwas nicht noch befördert? Fragen über Fragen. 

Dienstag, 5. April 2016

Steuer, Ethik, Moral, Gemeinwesen

Toll! Es sind überall Journalisten in aller Welt damit befasst, diese „Panama-Papers“ aufzubereiten. Teilweise unter großer Gefahr. Weil das natürlich den Mächtigen nicht passt. Sie verfügen sogar über Geheimdienste, da viele Staatschefs unter den „Entdeckten“ sein sollen. In Berlin freut sich der Finanzminister öffentlich über die Entdeckung, während seine Parteifreunde bremsen und vor „Vorverurteilungen“ warnen. Auch daran sind wieder die Machtverhältnisse klar ablesbar: Der eine gibt sich als Vertreter des Staates, der natürlich nie genug kriegen kann. Der andere glaubt vielleicht, die sogenannte „Wirtschaft“ verteidigen zu müssen, auch wenn diese, im Falle von Waffen- und Drogenhändlern, schon mal über Leichen geht. Fette Staatschefs geben Interviews und brechen sie mittendrin ab. Panik kommt auf. Organisierter Steuerbetrug wird plötzlich sichtbar, die Brüchigkeit des Systems - nicht mehr und nicht weniger. Denn darüber solle man sich keine Illusionen machen: es gibt viele solcher Anwaltsbüros und es gibt viele solcher Steueroasen, in die die Besitzenden ihre Kohle verschieben. Insofern dürfte das, was bisher bekannt ist, nur die Spitze eines Eisbergs sein. Aber es gibt Politiker hierzulande, die glauben, solches verteidigen zu müssen, indem sie den Rechtsstaat und seine Gesetzmäßigkeiten dafür in Beschlag nehmen. Es sollen ja auch tausende von Deutschen an dem Spiel beteiligt sein. Und: Es stehen immerhin ein paar viele Euros auf dem Spiel, die dem Gemeinwesen auf diese Weise mit Hilfe gewisser Banken entzogen werden. Ob das dem viel gepriesenen Wachstum dient? Was für eine Art Wachstum das wohl ist? Wie das wohl alles zusammen passt? Welche Rolle wohl die Beteiligten spielen?

Montag, 4. April 2016

Panama ist überall

Putzig, diese Panama-Papers! Noch jemand überrascht? Diese Schein-Eliten verarschen ja alle! Natürlich wird jetzt betont, dass das nicht illegal ist. Doch ist nicht das der wahre Skandal? Dass alle in dieser Klasse der sich als „Elite“ Fühlenden untereinander helfen, wenn es darum geht, den Fiskus um recht erhebliche Summen zu betrügen. Wer ist das,der Fiskus? Der Staat? Also das, was ohnehin ziemlich undemokratisch und immerhin noch demokratischer als anderswo organisiert ist? Oder ist es das, was wir alle, ob wir wollen oder nicht, bezahlen? Diese Organisationseinheit, die Kindergärten, Schulen, Schwimmbäder, Straßen und viele andere öffentliche Einrichtungen organisiert? Die das Internet möglich macht, von dem diese Eliten natürlich gerne profitieren? Die den „Arbeitsmarkt gestaltet, dessen sich diese „Eliten“ natürlich auch gerne bedienen. Und vieles vieles andere.....Wieso macht jemand solche Briefkastenfirmen in Panama? Aus Jux und Dollerei? Wie trollig! Diese Fernsehnasen und Übersportler, die sich keine warme Mahlzeit leisten können und deshalb ihr Geld nach Panama transferieren, um von dort aus Geschäfte aus der Deckung heraus zu tätigen? Geht's eigentlich noch offensichtlicher? Wie krank ist das alles denn? So krank, wie das Ganze hier, dem jetzt mal ein kleiner Aufwasch gut täte? Nichtwahr, Frau Alternativlos und Herr Kassenwart? 

Samstag, 2. April 2016

Musterschüler, Primus und Alphas

Diese Musterschüler, die alles wissen und es laut heraus sagen müssen, die habe ich immer gehasst. Ich erkenne sie auch jetzt wieder, in den Talkrunden, in den Ego-Profilierungsshows, in den Verkaufslächelrunden, in den Seminaren, Konferenzen und Meetings. Wie sie mit ihrem scheinbaren Wissen prahlen! Wie sie kundig dreinblicken und den Eindruck des Verständigen zu erwecken vermögen. Fast scheint es, als seinen sie darauf seit Ewigkeiten spezialisiert, als ei es ihre Methode der Kommunikation. Mir blieb angesichts dessen oft genug der Zweifel und nur der! Meine Trägheit und Schwerfälligkeit, naturgemäß. Meine Gleichgültigkeit. Mein Aushalten. Meine Skepsis. Ich schaute immer nur durch mich selbst hindurch und war mir dieser Perspektive bewusst. Sie hingegen nahmen ein Flair der Allgemeingültigkeit für sich in Anspruch und sonnten sich ganz beiläufig darin, ohne dass es ihnen direkt vorzuwerfen wäre. Denn es war und ist deren Position, so stellen sie sich gegenüber der Welt auf. Sie nennen es manchmal Selbstbewusstsein und wollen es als Ausweis der Alphatiere gedeutet sehen. Ob es freilich eine Art Weltklugheit bedeutet und bedeutete, das mag dahingestellt bleiben. 

Freitag, 1. April 2016

Blog ohne Zukunft

Ich bin nahe dran, hier mit dem Blog aufzuhören. Es scheint kein Publikum dafür zu geben, - für möglichst marktschreierisches Ausrufen von Produktempfehlungen und dem Abfeiern von Skurrilem aber sehr wohl. An was das wohl liegt? Okay, viel falsch gemacht. Marketing und Werbung nicht ausreichend betrieben. Eine Präsenz keinesfalls im Mainstream aller Äußerungen. Mag sein. Aber deswegen überhaupt keine Reaktionen? Radikales Scheitern? Eine Art Seelenprotokoll ein Registrieren von anderen Realitäten, von verschiedenen Wirklichkeiten, die gerade auch vertikalen Gliederung der hiesigen Gesellschaft begründet sein mögen, eine Mischung aus Texten, MP3s und Fotos, die etwas umreißen: all das ist mittlerweile zu exotisch. Auch das sagt etwas aus. Ist ein Zeichen. 

Donnerstag, 31. März 2016

Reisen

NOTIZEN VON EINER TOUR IM JAHR 2004:

Wir sind über Karlsbad eine kleine Strecke entlang der Eger gefahren. Dabei stoßen wir auf die Burg Hauenstein, die inmitten zerklüfteter Felsen und Bergbächen von geheimnisvoller Romantik umgeben ist. Sie wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts gegründet und hat seitdem ein wechselvolles Schicksal durchlaufen, in dem König Johannes der Blinde, der Burggraf von Ellbogen, verschiedene böhmische Könige, die Familien der Sathaner, Sachsen-Launeburg und Baden ein Rolle spielten, bis sie 1945 in den Besitz des Staates kam und prompt geplündert wurde. Das Schloss wurde zum Sitz der Joachimstaler Bergwerke und schließlich zum einem Heim für problematische Jugendliche. Von Anfang der 60er Jahre an zerfiel die Burg und wurde schließlich in einem erbärmlichen Zustand im Jahre 2000 von einem Privatbesitzer gekauft, der sie seitdem zu restaurieren versucht. Leider sind wir nicht dieser Privatbesitzer.

Dienstag, 29. März 2016

Fußballershow

Was ist denn mit diesen Nationalspielern? Der Fußball, bzw. seine Ligen, ist ja längst Bestandteil des Showgeschäfts. Diese Leute haben ihre Performance unter allen Umständen abzuliefern. Last but not least sind sie das ihrem Publikum schuldig. Doch was ist mit den Kickern? Freundschaftsspiele scheinen ihnen ohnehin nichts zu bedeuten. Dabei werden diese oft ausschließlich für die gute Einnahme des Verbands ausgetragen. Das Publikum soll also löhnen, aber nicht die Leistung „konsumieren“, die ihm unter bestimmten Namen (also Labels, Brandings, Marken) versprochen ist.Wie geht denn das? Ist das professionell? In Interviews wird dann kund getan, dass die letzten „paar Prozent“ dann doch nicht abgerufen werden. Die Nationalmannschaft (Nationalhymne!!!) jedenfalls scheint das im Spiel gegen eine Auswahl von England klar demonstriert zu haben. Grinsend werden anschließend Interviews gegeben (wenn mal einer ehrlich ist, - meist werden retorikkursgeschulte Phrasen abgegeben) und peinliche Schwächen schön geredet. Ja sind denn solche „Freundschaftsspiele“ keine „richtigen“ Spiele? Geben diese Showleute erst alles, wenn „es um etwas geht“? Das wäre wohl ganz im Sinne der Marktwirtschaft. Dort, wo es etwas zu gewinnen gibt, wo wahre Werte (meist mit Geld verbunden...) zählen, dort erst strengt man sich an. Dementsprechend müssten dann aber die Eintrittspreise für Freundschaftsspiele deutlich günstiger sein. 

Montag, 28. März 2016

Rauschen (Songtext)



RAUSCHEN
Du tippst das Nichts an
gehst mit ihm um
fühlst dich ihm fern und nah
Du erschrickst und weißt nicht
weißt, dass Du nichts weißt
und bist darüber nicht erfreut

es greift dich herb an
und du kommst ihm näher
im Vergehen liegt die Welt
Du kennst all diese Sprüche
Vermutungen, Meinungen
Weißes Rauschen allüberall

Du schreibst Worte
die es nicht umfassen
Du gebierst Bilder
die es nicht treffen
Du findest Vergleiche
die nicht stimmen

Ich stecke den Finger ins Dasein
und es riecht nach Nichts
Nichts ist mehr sicher,
kein Gesang, kein gar nichts,

es ist alles nur noch - „Rauschen”.

Sonntag, 27. März 2016

Delegationen

Was sind denn das für „Spezialisten“ und „Experten“, denen wir uns da von Fall zu Fall anvertrauen? Sind sie durch akademische Weihen geadelt oder durch schiere Behauptung eingebildet? Gestern Fett und Zucker, heute Gluten und links- oder rechtsdrehendes Colesterin? Gibt es den alleinseligmachenden Weg, oder sollten wir schlicht ein bisschen achtsamer sein, wie wir mit der Umwelt umgehen? Ratgeber aller Art dominieren den Buchmarkt: ständig werden neue Gründe dafür ausgerufen, wieso wir uns so und nicht anders verhalten sollten. Es scheint manchmal, als wolle das breite Publikum das, als wolle es bei der Hand genommen werden und als lechze es nach Anweisungen, die deutlich mehr Fingerzeige sein wollen. Beliebt in der Wellnessgeneration ist der Ernährungswahn, der dazu neigt, gewisse Stoffe ohne Rücksicht auf ihre Herstellungsweise und soziale Hintergründe zu verteufeln oder heilig zu sprechen. Sollten wir nicht alle vielmehr nach dem besten Weg suchen? Wie weit dabei Radikallösungen weiter helfen? Besonders dann, wenn sie in einer immer kürzer werdenden Zeitspanne als „veraltet“ gelten dürfen? Wer ist denn glaubwürdiger: ein „Autor“, der sich einen verkaufsträchtigen Namen machen will, oder ein Konzern, der in einem leicht durchschaubaren Profitinteresse gewisse Dinge propagiert und andere klein macht? Was ist das Etikett „Bio“ wert? Wer garantiert hier was? Aufgrund welcher Mechanismen?

Freitag, 25. März 2016

Religion dahinter

Ein bisschen die Frage an sich heran lassen, was denn diese Figur Jesus Christus für uns bedeuten könnte? Die christlich-abendländische Kultur wird ja jetzt gerne genannt, wenn es darum geht, Wurzeln für Verhalten und Einstellungen zu bestimmen. Nichts glauben, alles wörtlich glauben, die historischen Umstände zur Hand nehmen, schauen, wann was wie übersetzt wurde? Es auslegen, es keinesfalls auslegen, jedenfalls nicht im Interesse einer falsch verstandenen „Aktualität“, es wörtlich nehmen, alles Historische von sich weisen, Glauben gegen Glauben setzen, gar einen Kampfbegriff daraus entwickeln? Alles gab es. Ob nicht gerade auf diesem Gebiet eine gewisse Behutsamkeit angezeigt wäre, ein Dialog mit dem Anderen, ein Austausch und gemeinsames Spekulieren, das in einen Glauben münden könnte? Jesus war Jude und stammte aus dem Nahen Osten. Welche Bedeutung das haben könnte? Wie wäre es, ein bisschen darüber nachzudenken? Wer man ist und was man ist. Aufgrund welcher Umstände. Sich ein bisschen davon lösen und Zufälle erkennen. Damit umzugehen versuchen. Eine freundliche Annäherung gelten lassen und nicht immer die sichere Offenbarung des richtigen Weges. Ob das nicht auch für politische Idiologien gilt? Ist das Grundgesetz die Bibel? Oder umgekehrt? Lächelnd sich annähern darüber. Zuhören. Sich einlassen. Das wäre doch etwas, wovon wir etwas hätten und was wir fanatischen Eiferern entgegen setzen könnten. 

Donnerstag, 24. März 2016

Prominenz

Promis, was ist das denn? Die Leute sind ja alle völlig verrückt danach. Ich erinnere mich, wie ich das einst von der Seite aus wahrgenommen habe. „Soll doch, wer will“, so mein einigermaßen liberaler Impuls. Doch mittlerweile scheint das sehr wichtig geworden sein, diesen Promis nahe zu sein, neue Nachrichten von ihnen, die gar keine sind, sondern Befindlichkeitsverlautbarungen, das scheint das Ziel für gelangweilte Leute hier. Promis, das sind in anderen Kulturkreisen die Götter. Hierzulande scheinen die Promis deren Platz eingenommen zu haben. Sie werden angebetet und oft geordnet in A-, B- und C-Promis. Womöglich gibt’s inzwischen auch D-Promis. Eine Göttergalerie. Hingebungsvoll reportiert Journalist Christian Krakel aus dieser Sphäre. Ob ihn das ausfüllt oder ob er bloß tut, wie ihm geheißen? Immer der Erste sein, aktueller als die Andern. Das besondere Foto erhaschen, Paparazzi sein. Anschließend verkaufen zum möglichst guten Preis.  

Dienstag, 22. März 2016

Abziehbilder

Putzig, wie jetzt ein sogenanntes „Enfant Terrible“ der Fußballbundesliga das andere in Schutz nimmt! Aus der Rolle gefallen und dabei besonders in zeitlicher Hinsicht nicht richtig dosiert. Auf dem Rücksitz eines Taxis 75 000 Euro aus Versehen liegen gelassen. Einer Journalistin das Handy abgenommen und alle unliebsamen Fotos darauf gelöscht. In scheinbar lockeren Posen sich videografieren lassen. Hm, solche Leute haben ihren Narzissmus auf die Spitze getrieben und verkaufen das als besonderes Beharrungsvermögen und Charakterstärke. Gerne ist auch von „Privatsphäre“ und „Mut zum Fehler machen“ die Rede.
Dass sie aus der Rolle gefallen sind, lenkt doch nur ein Licht darauf, wie dekadent diese ganze Branche inzwischen ist. Wer die Inszenierung nicht durchhält und sie nicht kapiert, wird suspendiert. Es geht offenbar um die "Vorbildfunktion". Stimmt. So geht’s ja offenbar auch bei den Topmanagern der Industrieunternehmen zu, wie gestern wieder bei der ARD im TV zu verfolgen war. Da gibt es hochbezahlten Druck für eine Funktion, die sich lächelnd und arrogant auf die Seite der Besserwisser, Durchpeitscher und knallharten Bestimmer schlagen muss. Klar, wird ja auch erwartet! Wer hier aus der Rolle fällt, passt nicht in das Gesamtgefüge, das Macht, Können und gnadenlose, dem Profit untergeordnete Menschenführung suggerieren soll. Die Fußballer geben doch nur das grobe und sehr pointierte Abziehbild davon.

Montag, 21. März 2016

Montagmorgen, vor der Einfahrt in die Karwoche

Ich merke, wie ich langsam bin, wie ich in mich komme, wie ich langsam in mich zurück falle und wieder nach vorne denke, ich lese Zeitung und höre eine CD. Hörenswertes. Längst Vergessenes. Ich bedenke das Gelesene, ich höre das für mich Bedeutungsvolle. Ich frage mich, wo ich bin und was ich bin. Ich empfinde mein Ich und meinen narzisstischen Egoismus, der sich freilich gesellschaftlich in Grenzen hält. Zen gibt andere Ziele vor. Das Ich vergessen, im Fluss aufgehen....Hier ist das etwas für Schöngeister. Vielleicht bin ich abgesackt, will mir mal wieder etwas Neues überlegen. Bin in die Rolle des Unternehmers meiner selbst gezwungen. Denke an den Westerwelle, der als Politiker so neoliberal hart war und spät dann doch den Menschen gegeben hat, der auf sich selbst zurück geworfen ist. Der dann erst entdeckt hat, dass der Grad zwischen Leben und Tod so fragil ist.
Die anderen sind derweil längst montagsdynamisch, weisen an, sagen ab, telefonieren, kommunizieren, schreiben Mails, schauen bedeutend, regeln, führen aus, arbeiten ab, schwitzen, sind getrieben und treiben. Es ist ihr Lebensinhalt, der sie strukturiert und alles zusammenhält. So, dass sie möglichst von ihrem Selbst abgelenkt werden. Irgendwann später werden sie es entdecken und es zu bereichern versuchen. Optimieren. Im vorgegebenen Takt. Mit den vorgegebenen Mitteln. Enrichissez vous!. Scheise, wenn ich ans Geld denke. Das Triebmittel, das dich mit der Gesellschaft verbindet. Diese Gesellschaft, die sich erbarmungslos an denen bereichert, die die Voraussetzungen nicht haben. Die anderswo leben müssen. Jedenfalls nicht im Überfluss. Die Gesellschaft hier, die denen anderen völlig ungerührt ein „Selbst schuld!“ entgegen schleudert, aber bald überrannt werden wird. Was wird dann sein? Die Menschen sind daran gewöhnt, dass das schon irgendwie geregelt sein wird. Alles delegieren. An Experten und Spezialisten, an Häuptlinge und Tonangeber. 

Samstag, 19. März 2016

Steuervermeidung

Parteifreunde, auch und gerade aus der SPD (der Partei der „kleinen Leute“), sollen sich in Berlin untereinander geholfen haben, so heißt es. Ein bisschen begünstigt. Mit dicken fetten Honoraren. Beraterverträgen u.ä. Um ein paar Ecken herum, damit niemand etwas merkt. Ungereimtheiten gibt es dabei viele. Aber wer sich sicher fühlt, glaubt jeden Scheis machen zu können. Ebenso sollen sich, nach Berichten der „Wirtschaftswoche“, Beamte des Finanzministeriums ein bisschen finanziellen Nachschlag gegönnt haben, was teilweise bis zu 5000 Euro pro Monat hat gehen können. Als Gegenleistung wurde vielleicht über so manches steuermäßig relevante Manöver hinweg gesehen. Beweisen kann natürlich niemand nichts. Mit „Nebentätigkeiten“, die durchaus zu Lasten des Steuerzahlers gehen können, scheint es das politische Establishment ohnehin nicht so genau zu nehmen. Namhafte Anwaltskanzleien scheinen natürlich mitzumischen, sind ja immer gerne dabei, wenn es darum geht, Steuern zu „vermeiden“. Was sind „Steuern“? Entspricht ein solches Vermeidungsverhalten dem Ideal der „parlamentarischen Demokratie“? Wie soll jemand, der damit nicht einverstanden ist, seinen Protest erheben? Mit seiner Stimmabgabe bei der all 4 Jahre stattfindenden Wahl? Dabei soll er aber, bitteschön, gefälligst das Richtige wählen, ansonsten droht etwas auseinander zu fallen. Wie soll jemand solche Vorgänge einschätzen, was soll er davon halten? Sind days Kolateralschäden in einem Land, in dem ansonsten alles in Ordnung ist? Wie sollte man so etwas bezeichnen? Gibt es ein hässliches Wort dafür, das mit „K“ beginnen könnte?

Freitag, 18. März 2016

Doping für alle

Jetzt werden ständig neue Dopingfälle bekannt. Selbst absolute Spitzensportler und Bestverdiener scheint es zu treffen. Sie fliegen auf in ihrer nach außen zur Schau getragenen Unschuldigkeit, ihrer selbstgefälligen Wurstigkeit und in ihrem allgefälligen Aussehen. Ob sowas interpretationsbedürftig ist? Gesellschaftsformationen versuchen sich zu legitimieren und ihre Überlegenheit in der Öffentlichkeit zu beweisen. Per Betrug natürlich. Automobilkonzerne mit Beteiligung der öffentlichen Hand machen's vor. Es kann womöglich auch auf einen großen Leistungsdruck hinweisen, dem sich auch ganz „gewöhnliche“ Teilnehmer der Arbeitswelt, oder gar Politiker (!), ausgesetzt fühlen. Mehr aus sich herausdrücken, kleine Wehwechen überspielen, früher aufstehen, mehr leisten, sich und sein Schaffen besser verkaufen, sich optimieren, das soll auch und gerade die Arbeitswelt drücken, deren Inhalte sowieso immer mehr verdichtet erscheinen. Wer etwas verdienen will, sollte bereit sein, sich mit genau diesem System identifizierend kaputt machen dafür und sollte bereit sein, sich zu ruinieren, denn wir stehen ja in einem „globalen Wettbewerb“, so die Industrie. Das Ego wird dann völlig egal, ist dann nur noch Mittel zum Zweck, sich für den besseren Profit unterzuordnen. Die Company ist alles, Du bist nichts. Was lässt man da zu? Ist das das Ziel? Wer drückt das durch? In welcher Logik steht das? Ist's ein Rückschritt oder ein Fortschritt, der jedem Einzelnen mehr Autonomie gewährt? 

Donnerstag, 17. März 2016

Entscheider, Entscheidungen und die Folgen

Egal, ob ich seine politische Meinung teile: ich finde es toll, dass Norbert Blüm in Idomeni war. Daran könnten sich Entscheidungsträger ein Beispiel nehmen und nicht nur auf Besichtigungstour mal eben so vorbeikommen und zu PR-Zwecken „Guten Tag“ sagen. Es geht darum, dass Politiker die Folgen ihrer Entscheidungen kennen lernen. Dass sie ein Gefühl für den Rahmen haben, in dem sie agieren. Dass sie eine Verbindung zu denen demonstrieren, die ihnen und ihren Entscheidungen ausgeliefert sind (selbstverständlich - wie sie alle betonen - durch die parlamentarische Demokratie legitimiert). Dass sie nicht nur öffentliche Zustimmung abgreifen (bei den vergangenen Landtagswahlen hat es wohl nicht so gut geklappt), sondern auch mitfühlen und um ihre Verantwortung wissen. Europa geht uns an. Europa hat Werte. Unabhängig von diesen professionellen Politik- und Verwaltungsfreaks, die wohlbestallte Posten unter sich verabreden. Wer bei Europa nicht mitmachen will, soll draußen bleiben! 
Wie sieht's mit Glyphosat aus? Die EU-Verhandlungen sind erst mal unentschieden, gehen aber weiter. Mit welchen Argumenten und aufgrund welcher Einflussnahmen, bleibt weitgehend unklar. Wie kann es Entscheidern egal sein, dass Glyphosat mittlerweile in den meisten Lebensmitteln und in Bodenuntersuchungen gefunden wurde? Ob die Folgen klar sind? Gibt es eine Abwägung der Kosten und des Nutzens? Ja? Wieso dann nicht öffentlich? Wieso müssen Entscheidungen als bereits gemacht nach außen dringen zu denen, die es hauptsächlich betrifft? Ob sie nicht auch ein bisschen einbezogen werden sollten? Ob da nicht ein bisschen mehr Transparenz angesagt sein müsste? Ob das etwas mit Demokratie zu tun hat? Ob Politiker mit den Folgen ihrer Entscheidungen etwas zu tun haben? Ob sie das bedenken? Oder ob sie gewissen Interessen gehorchen? Scheinbar zwangsläufigen Abläufen, die gerne auch mal (als Schutzbehauptung) „alternativlos“ genannt werden? Ob ein solches Verhalten nicht dem Entstehen gewisser Parteien nutzt, sie sich selbst gerne als "basisdemokratisch" bezeichnen und "verkaufen"? 

Mittwoch, 16. März 2016

Fußballzukunft

Oh weh! Da bildet sich das Wirtschaftssystem auf das Unangenehmste ab! Es soll bald eine neue europäische Superliga geben, so wird gemeldet. Eine, in der dann die bekannten Geldsackclubs spielen sollen. Real Madrid, FC Barcelona, Manchester City, Paris St Germain, FC Bayern u.a. Eine weitere Konzentration auf die also, die das Geld haben, von wo und wem auch immer. Die wären dann unter sich in Europa. Würden die besten Spieler an sich ziehen, kaufen, handeln, verleihen u.a.. Sie würden zu Zentralen ihrer Betätigung und des Handels mit Personal. Wobei es ja jetzt schon völlig austauschbar erscheint, wo ein Spieler sich betätigt und von wem er gekauft wird. Es entstünde eine Liga, in der Großkonzerne unter sich wären. Ob der Fußball da nicht ein bisschen übertreibt? Womöglich nicht, denn er ist ja Teil dieser Gesellschaft, die sich genau in eine solche Richtung entwickelt. Es geht natürlich um Kohle, Vermarktung, um Fernsehrechte. Mal sehen, wie weit der Fußball mit seinen etwas abgesetzten Ritualen noch gehen will und wer dabei dann alles mitmacht.

Dienstag, 15. März 2016

Nachlesen

Ach, es gibt auch Verlierer beim Prozess der „Globalisierung“? Ach, die wählen jetzt die falsche Partei? Sollen gerade diese Leute, diese Verlierer und Unwerten feurige Anhänger eines „Weiter so“ sein? Welche Möglichkeit haben sie in dieser „parlamentarische Demokratie“ genannten Veranstaltung, ihren Protest zum Ausdruck zu bringen? Indem sie die Parteien wählen, die genau diese Unzufriedenheiten zu verantworten und herbei geführt haben? Dumm gewesen, erst recht das Falsche gewählt? Und nicht die Parteien der Tonangeber, die es geschafft haben, dass es einem bestimmten Deutschland so gut wie noch nie geht? Die ihre Statistiken zu diesem Zwecke manipulieren. Was viele Menschen im Alltag erfahren, ist, dass es ihnen wesentlich schlechter geht als noch vor Jahren. Und dass etwa die Klasse der Manager so viel verdient, wie sich das kaum jemand vorstellen kann. Dass alles Schaffen oder Produzieren immer mehr so verdichtet wird, dass das Individuum außer den Überangepassten kaum noch mitkommt. Dass es hechelt und versucht, bei denen zu sein, die es nicht trifft. Die Arbeitslosigkeit etwa. Ob dies mit dem aufkommenden und schließlich alles beherrschenden Neoliberalismus zu tun hat? Der Vereinzelung, Ökonomisierung und Entsolididarisierung aller Lebensbereiche? 

Montag, 14. März 2016

"Wissenschaft"

Erstaunlich wie da ein renommierter Politikwissenschaftsprofessor in einer Talkshow über das eine Thema meinte „Die werden wir im Blick behalten müssen...“. Gemeint waren damals jene etwa 30 % der Bevölkerung, die auf zahlbaren Wohnraum und auf Jobs angewiesen sind. Die ganz unten sind. Die sozialbedürftig sind. Der Professor bedachte sie damals mit einem schlanken Nebensatz, was sehr verräterisch war. Sie laufen irgendwie mit, werden von einem wie ihm mit durchgefüttert, so die Aura. Sie sind allenfalls Objekt, nie Subjekt. Dabei analysiert er doch bloß. Versucht im Sinne der Wissenschaft besser zu verstehen. Er hat vom Bildungssystem profitiert, hatte alle Möglichkeiten, gehörte von vornherein zu den Privilegierten. War in eine Klasse hinein gewachsen und glaubt nun, ganz cool überheblich sein zu können. So, wie das die Wissenschaft scheinbar fordert: Distanziert sein. Abstand haben.
Leider ist das nur an diesem Punkt so. Wissenschaftler und ihre Gutachten werden in der Regel gekauft, stehen in einem bestimmten Interesse, sind moralisch oft sehr fragwürdig. Die einfachste Frage dazu ist: Wer hat die jeweilige Untersuchung finanziert? Die dazugehörigen Wissenschaftler? Es gibt aber auch im Hintergrund Lobbyismus und Einflussnahmen derjenigen, die damit die anderen austricksen wollen. Subtilere Aktionen. Solche, die um ein paar Ecken funktionieren und nicht sofort als solche sichtbar sind.

Sonntag, 13. März 2016

Wahl

Wählen. Haben wir überhaupt die Wahl? Oder ist alles inzwischen eine Inszenierung? Kein Respekt vor der großen historischen Leistung? Doch, doch -. aber sehr oft enttäuscht gewesen. Vor den Wahlen strengen sich Politiker an und verbreiten ihre Slogans, nach denen sie anschließend nicht handeln. Werbeplakate wie Waschmittel. Nun ja, ist ja auch kein Wunder. Sind dieselben Agenturen. Wollen wir verarscht werden? Manches spricht dafür. Ob man daran teilnehmen will? Grelle Bildchen. Sprüche. Slogans. Parolen. Hohl. Austauschbar. Was das mit Politik zu tun hat? Mit dem Reagieren auf Umfrageergebnisse? Dem Einschätzen von Werten? An dieser Stelle wird die Basis ernst genommen. An anderer Stelle weniger. War schon immer so. Bloß, wir wollen ja voran gehen. Wollen vorne sein. Wollen das Individuum befreien, seine Kräfte wecken und sie nutzbar machen. Gegenwärtig gibt es keine Flüchtlinge. Nur, das ist dem Kurs von anderen zu „verdanken“. Schon das erscheint zu abstrakt, tönen sie allüberall. Dumpfe Fremdenfeindlichkeit abgreifen. Protestpotential. Was bleibt? 

Samstag, 12. März 2016

Das Blatt macht die Blume (Songtext)

Das Blatt macht die Blume
Du trinkst jetzt stilles Wasser
suchst das Düstere im Hellen
Der Koffer ist die Reise
Das Blatt macht die Blume
Du trinkst jetzt stilles Wasser
suchst das Düst're im Hellen
zuhause im eignen Körper
suchst in der eignen Seele


Bilder fallen ineinander
türmen sich in sich auf sich
zerbröseln wieder im Hirn
fallen Dir in die Stirn
Pulver rieselt in Dir
durchdringt deine Poren
der Koffer ist die Reise

das Blatt macht die Blume

Freitag, 11. März 2016

Reisebilder

Ich versuche mich hier in die Vertreter anderer Strukturen hineinzuversetzen und ein- ums andere Mal auch eine vertikale Reise durch gesellschaftliche Wirklichkeiten zu unternehmen. Durch andere Augen blicken, an die Strukturen heran gehen, die sie prägen, sie bezeichnen, benennen, sie ansatzweise analysieren und entlarven, das könnte eine Folge einer solchen „Reise“ sein. Strukturen erkennen, durch die wir geprägt werden, durch die andere geprägt und gestanzt werden, das könnte ein Ziel sein. Normalitäten und Selbstverständlichkeiten, die damit einher gehen, auch mal in Frage stellen. Gelegentlich auch auf eher grundsätzliche Weise, - auch das könnte eine Richtung angeben. Solches auch bei sich selbst anreißen, es stimulieren, ein Gefühl dafür schaffen, das viele Dinge im Fluss sind, dass sie veränderbar wären, ohne dies riesige Legitimationspaket, was uns tagtäglich geschnürt wird. Stimmen wir eigentlich im Zeitalter des Internets und des technokratisch möglichen Wissensflows noch damit überein? Wo wird das wacklig? Wo erfordert es Antworten auf Fragen? Wer kann sie wie geben?

Donnerstag, 10. März 2016

Erlebte Utopie

Wie das war? Wir kramten heute zusammen in den Hinterstuben unseres Bewusstseins. Wir gingen zusammen eine Stunde lang in ein Museum, eine Galerie. Flashlight. Kunst. Wir waren beeindruckt und wir tauschten uns anschließend darüber aus. Welche Ebene hat das Bild von Picasso in dir angesprochen? Findest du nicht, dass es etwas Mönchisches hat? Etwas in sich selbst Versunkenes? Woher kommt es, dass dies diesen Eindruck so gut zusammenfasst? Dass es ihn ganz persönlich für mich zu fokussieren scheint?
Wir gestanden uns auch unsere Oberflächlichkeiten zu. Wir müssen uns nicht gegenseitig imponieren. Wir haben uns nie imponiert, - und vielleicht war das ein Fehler. Auch das eine Frage von Nähe und Distanz. Es gibt eine Scheu voreinander und doch sind wir sehr zusammen. Wir könnten nie im Alltag harmonieren. Die Temperamente, die Gestimmtheiten, das Tempo und unsere Oberflächen sind zu unterschiedlich. Aber es gibt ein ernsthaftes Gegenüber. Ein Wir - so schien es......einst.....

Wirtschaft und Sprache

Wieso eigentlich sprechen die Journalisten Wirtschaftsführer und Manager jetzt meist per „Herr“ (oder natürlich sehr viel seltener „Frau“) an? Das wäre doch eigentlich sehr unjournalistisch, galt doch hier über Jahrzehnte hinweg ganz sachlich der Vorname und Nachname. Alleine schon aus Gründen der journalistischen Augenhöhe wäre so etwas dringend geboten, worüber in allen diesbezüglichen Ausbildungen Konsens herrschte. Wer soll denn beispielsweise auf Pressekonferenzen Fragen im Sinne der Allgemeinheit stellen, die auch schon mal etwas frecher ausfallen dürfen, wenn er von vornherein eine sehr altmodische, eine klare hierarchische Unterordnung bezeichnende Formulierung gebraucht? Geht es bei solchen Dingen (auch die Anrede mit akademischen Titeln usw, würde darunter fallen) um von der Wirtschaft ganz einfach in das zivile Leben übertragene Herrschaftsstrukturen? Um das Einpflanzen von Unterwürfigkeit und Unterordnung abseits aller Funktionsausübung? Haben hier die vielen grotesk verherrlichenden und in ganz bestimmtem Interesse glorifizierenden Hochglanzmagazine ihre Spuren hinterlassen? Jetzt musste wieder ein Automanager in den USA gehen. Offiziell heißt es dazu: „Er tritt zurück“. Ist das nicht Hohn für die Arbeitslosen weltweit? Sie wären unter Umständen seltsam berührt, wenn ihnen unterstellt würde, sie wären „zurück getreten“. Wer in dieser Hierarchiestufe „zurück tritt“, kann meist mit fetten Abfindungen und Pensionen rechnen. Ja, hat er sich so verdient um sein Unternehmen und seinen Job gemacht, wenn er schummeln und betrügen lässt, was das Unternehmen anschließend viele Milliarden und sein Image kostet? Was heißt eigentlich in diesem Zusammenhang „Verantwortung“? Wer lässt sich dafür fürstlich bezahlen und „tritt anschließend zurück“? 

Mittwoch, 9. März 2016

Prominenz und Solidarität

Mich regt das langsam auf, wenn Prominente und Mediengehätschelte „ihrer Solidarität“ Ausdruck geben. Sie sind es, die in keiner Konkurrenz um Wohnraum oder Arbeitsplätze stehen. Sie behaupten, es ginge diesem Land so gut wie nie zuvor – und meinen doch nur sich selbst. Mit sozialen Abgründen scheinen sie wenig zu tun zu haben. Mit sozialen Verwerfungen und einer steigenden Zahl von Armen: das ist nicht ihre Welt, das kommt offen zum Ausdruck. Sie sind abgeschottet in ihrer Prominenz. Die Polarisierung der deutschen Gesellschaft ist voran geschritten, ohne dass es diesen grinsenden Gutgehern so richtig bewusst geworden ist. Man kann inzwischen durchaus von Skepsis erfült sein, ohne gleich eine Nazi oder Rechtsaußen zu sein. Man kann die gegenwärtige Krise als eine Art Auswuchs einer allgemeineren Krise des Sozialen und der Sichtbarkeit einzelner Probleme deuten. Man kann sich bewusst sein, dass es letztenendes ums Geld und um die Pfründe gewisser Leute geht. Man kann diejenigen, die das zur Sprache bringen, wenn auch erkennbar aus wahlkampftaktischen Gründen, sehr wohl ernst nehmen. Weil man mit brutaler Härte gezwungen ist, die eigene Lage und deren materiellen Folgen ernst zu nehmen.

Dienstag, 8. März 2016

Gipfel der Macht

Die Damen in ihren schlecht sitzenden Hosenanzügen und die Herren in ihren dunklen Anzügen haben mal wieder gegipfelt und das Nichts zustande gebracht. Dies gilt es nun als großen Erfolg zu verkaufen, aus übernächtigten Gesichtern heraus. Die Demokratie und die Diplomatie ist ein schwieriges Geschäft der kleinen Schritte, gewiss. Aber im PR-Sprech besabbern lässt man sich dann doch nicht so gerne. Das ist öde und langweilt. Nach der nichtserklärenden Erklärung wird in der Luxuslimousine im Kreise von schlecht bezahltem Sicherheitspersonal Platz genommen und man lässt sich zum Flughafen fahren. Der Premier oder Ministerpräsident mit dem eingebauten Lächeln lächelt ständig dazu. Bis auf bald ein Neues! Oder so....!  Solche Scheinveranstaltungen schaden jedem demokratischen Grundgedanken, erheben die Klüngelei zur Staatsform, projezieren einen Führungsgedanken auf eine Blase von in ihrer eigenen Welt lebenden repräsentativen Alpha-Tieren. Sie propagieren und symbolisieren die Abgetrenntheit von Herrschaft und Macht einer gewissen Blase von Leuten. Eine der Damen will gerne UN-Generalsekretärin werden. Das scheint heute, am Tag der Frau, ein netter Gedanke. Doch wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe. Ihr Gutmenschentum scheint irgendwie verstellt und opportunistisch abgefedert. Es richtet sich nach Stimmungen, will nicht "populistisch" genannt werden, sondern lässt es "demokratisch" nennen. Sie selbst bezeichnet das gerne „alternativlos“. Sie vertritt ein „Wachstum um jeden Preis“, das der Welt dann gefährlich werden könnte, wenn es keinen Weg zurück mehr gibt. Aber auch das werden sie vertagen. Sie, die sich als Clique der Häuptlinge fühlen. 

Montag, 7. März 2016

Im Gang durch die Dinge des Lebens

Das Leben ist wie ein Schlauch, durch den du gehst: Es gibt immer die forschen 20Jährigen, die abgestandenen 30jährigen, die nachdenklichen 40er, die falschen 50er - es gibt diejenigen, die Ziele haben und die, die sich abgeklärt geben. Das Personal wird unmerklich ausgetauscht,  die Gesellschaft ist statisch, nur du (und deine Verwandten, Freunde, Bekannten...) wirst älter, sonst ist immer alles gleich. Die Leute gehen hinten raus aus dem Schlauch, ohne dass es die anderen weiter vorne merken. Diejenigen, die sterben, werden ersetzt durch andere... Daran ist nichts Besonderes, du putschst dich hoch, versuchst zu erwachen, versuchst, zu dir zu kommen, dich zu erkennnen, eine Art Substanz zu ertasten, sich ihr anzunähern, nicht nur durch alles durchzugehen, bewusstlos zu werden. Ein paar nenen das Selbstverwirklichung, dir wäre das zu egoistisch. Du hast Ansprüche, die Mechanik des Geschlechtsverkehrs ist Mechanik und bedeutet oft die Vorstellung, dass ein anderer diese Nummer viel besser bringen würde, dass du nur ein kleines Würstchen bist auf dem Umschlagplatz der Lüste, eine Funktion in einem kollektiven Strom, - das lässt dich nicht los. Der Körper diktiert, der Trieb, das Verlangen, das Begehren, du gehst ihm nach, so gut es mit dir selbst halt geht.  Da ist die Leistungsgesellschaft, der große Vergleich, Competition, die omnipräsente Kommunikation, die große Auswahl, die jeder Mensch hat, der im Supermarkt steht und sich bedient.....
Du setzt deine Einzigartigkeit dagegen. Na und? Was leistet sie? Einer unter bald zehn Milliarden. Das große Heucheln, der Mensch an sich stelle einen Wert dar, - nein, er muss sich ihn erschaffen (so prügelt es der meist dann doch verinnerlichte Neoliberalismus in einen hinein), die Menschenwürde, - nun ja, du beweist dich hier durch deine Arbeit, - und durch deine Außendarstellung....

Sonntag, 6. März 2016

Träume von Normalität

Ich zappe mal kurz ins Fernsehen: auf einem Kanal schießen sie mit Gewehren auf Schießscheiben und laufen dazwischen ein bisschen Ski. Alles auf Zeit und Leistung. Erster, Zweiter, Dritter. Im anderen Kanal wird gekocht und dann gekostet. „Ach gut!“. Gaumenfreuden. Danach Ranking: Erster, Zweiter, Dritter. Im übernächsten Kanal singt gerade Sarah Connor und freut sich des Lebens. Die deutsche Normalität umspült einen, während einem Gedanken an diejenigen durch den Kopf gehen, die jetzt im Dreck liegen und nicht wissen, wie sie die nächste Nacht überstehen sollen. Ob das alles gleichzeitig passiert und auch zu dieser Normalität gehört? Ob es da ein Bewusstsein dafür gibt, dass wir alle irgendwie zusammengehören, trotz "außergewöhnlicher" millionenschwerer Fußballstars und schwerwiegender britischer TV-Übertragungsrechte? Solche wie diese gäbe es wenige auf der Welt, heißt es. Doch wer hatte wo die Chance, solches zu zeigen und dann zu verkaufen? Ein paar gibt es schon, klar. Auch aus Afrika. Naturtalente? Wenn es so etwas gäbe, würde jemand dann automatisch das Recht eingeräumt, es gegen andere auszuspielen? Sind ja nur Fragen. Ich sinniere darüber...wird ja wohl noch erlaubt sein. 

Samstag, 5. März 2016

Frische Luft

Ich lasse frische Luft herein, öffne das Fenster. Wieso war es zu? War gestern abend sehr kalt. Okay. Ich komme langsam zu mir. Näher zu mir. Kaffee, - ich soll doch nicht so viel Kaffe trinken!! Neue Sorte, Der ist gut. Ich bin ständig auf der Suche nach neuen Sorten. Wie beim Tee. Ich spüle, von Hand, und mache mir Gedanken darüber, es einrichten zu lassen, Automat, Wasseranschluss und all der Scheis, ich war nur zu bequem all die Jahre, sah immer aufgerissene alte Wände vor mir.... dabei gibt's völlig nutzlose und schlecht verputzte Wandddurchstöße hier in meiner Wohnung, für die ich mir schon viel Spott angehört habe. 
Daniel Lanois? Er schwelgt, wabert aus seiner Luxusexistenz heraus, liefert einen Soundtrack dazu.... was lege ich als nächstes auf? Sakamoto?..... 

Freitag, 4. März 2016

The Nightwish Answers (Songtext)

The Nightwish Answers


Waiting for you to come
It's lookin bright and early

You talk about takin it easy
I'm talkin about takin it wild



Ref.
Spitting and hitting and howling
lazy and hazy and crying


waiting for something to come
it will make me squeeze your soul
you are somebody feeling different
even the fishes are laughing out loudly


like smoke before a burning fire
you remind me of the very end
how could you ever forget eternal day's dawn?


bye bye my lovely illusions
I will pray and then fall asleep
you are an image of a sparkling mirror
and maybe we will be happy at the end....


one hour is one minute flowing into all
time is drividing us slowly into loneliness

we are laughing, we are falling into sadness
what makes a bright star to change into an expanding star?

We are part of it all and
we are not aware of that truth
we are dust, but dust can be precious


(Interlude)

Waiting for you to come
It's lookin bright and early

You talk about takin it easy
I'm talkin about takin it wild


he wishes of our nights
are emptyness feeling emptyness
deep inside you are a hole in a black hole

Ref.
Spitting and hitting and howling
lazy and hazy and crying (repeat)












Mittwoch, 2. März 2016

Lohn

Ob sich der Mindestlohn schon jetzt bewährt hat? Was wäre nun mit einem Höchstlohn? Offenbar wünscht sich den eine Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland. So stimmten nach einer (möglichst) repräsentativen Umfrage der Wochenzeitung „Die Zeit“ in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) und dem Bonner Sozialforschungsinstitut infas 44 Prozent der Befragten der Aussage zu, „Ich wünsche mir, dass in Deutschland eine Obergrenze für die Einkommenshöhe festgesetzt wird“. 26 Prozent lehnten diesen Vorschlag klar ab, 29 Prozent waren unentschieden. Interessant: die Idee eines Höchstlohns scheint vor allem in Ostdeutschland populär zu sein. Dort spricht sich sogar eine Mehrheit von 58 Prozent dafür aus. Im Westen sind 41 Prozent dafür. Erste Überlegung: Bei einem Mindeslohn von 8,50 Euro die Stunde, wo könnte da die Obergrenze für einen Höchstlohn liegen?