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| Remstal bei Lorch |
Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
Freitag, 30. Oktober 2015
Donnerstag, 29. Oktober 2015
Krank und gesund
Eine Erfahrung, die ich im Krankenhaus gemacht
habe:
Es ist doch eine vollkommen unsymmetrische Kommunikationssituation im Krankenhaus: Der sogenannte Patient ist unter Umständen ganz plötzlich aus allen Selbstverständlichkeiten und seiner alltäglichen Normalität heraus gerissen. Die Schwestern und Pfleger hingegen erleben das jeden Tag, für sie ist der Patient einer unter vielen, er symbolisiert den Alltag. Sozusagen eine Durchlaufposition. Sein Gesicht wechselt zwar, aber er scheint doch immer der gleiche zu sein. Vom Patienten aus gesehen ist alles hingegen einmalig. Auch die Gesichter seiner Pfleger sind das. Er ist vielleicht in eine absolute Ausweglosigkeit gestoßen, in eine Einmaligkeit, die sogar, wenn's schlecht läuft, in den Tod führen kann, die gröbste Einmaligkeit, die einem passieren kann.... Schwestern und Pfleger treten ihm gegenüber aber als Vertreter der „Normalität“, des „Lebens draußen“ auf. Sie sind jenseits der Mauer, die sich plötzlich zwischen einem selbst und „den anderen“ (den scheinbar „Gesunden“) auftut. Und tatsächlich, sie, die Pfleger und Schwestern schalten nach Dienstschluss sehr schnell ab und sind wieder ganz draußen aus dieser abgeschlossenen Welt des Krankenhauses, in dem ganz andere Bezüglichkeiten und auch Abhängigkeiten gelten. Jawohl, der Patient ist in vielem auch abhängig von seinen Schwestern und Pflegern. Er ist ihnen ausgeliefert. Es entsteht dadurch eine Vertrautheit, die aber keine ist, sobald eine andere Situation eintritt. Ein seltsames Gefühl.
Es ist doch eine vollkommen unsymmetrische Kommunikationssituation im Krankenhaus: Der sogenannte Patient ist unter Umständen ganz plötzlich aus allen Selbstverständlichkeiten und seiner alltäglichen Normalität heraus gerissen. Die Schwestern und Pfleger hingegen erleben das jeden Tag, für sie ist der Patient einer unter vielen, er symbolisiert den Alltag. Sozusagen eine Durchlaufposition. Sein Gesicht wechselt zwar, aber er scheint doch immer der gleiche zu sein. Vom Patienten aus gesehen ist alles hingegen einmalig. Auch die Gesichter seiner Pfleger sind das. Er ist vielleicht in eine absolute Ausweglosigkeit gestoßen, in eine Einmaligkeit, die sogar, wenn's schlecht läuft, in den Tod führen kann, die gröbste Einmaligkeit, die einem passieren kann.... Schwestern und Pfleger treten ihm gegenüber aber als Vertreter der „Normalität“, des „Lebens draußen“ auf. Sie sind jenseits der Mauer, die sich plötzlich zwischen einem selbst und „den anderen“ (den scheinbar „Gesunden“) auftut. Und tatsächlich, sie, die Pfleger und Schwestern schalten nach Dienstschluss sehr schnell ab und sind wieder ganz draußen aus dieser abgeschlossenen Welt des Krankenhauses, in dem ganz andere Bezüglichkeiten und auch Abhängigkeiten gelten. Jawohl, der Patient ist in vielem auch abhängig von seinen Schwestern und Pflegern. Er ist ihnen ausgeliefert. Es entsteht dadurch eine Vertrautheit, die aber keine ist, sobald eine andere Situation eintritt. Ein seltsames Gefühl.
Mittwoch, 28. Oktober 2015
TonAngebertricks
Tritt irgendwo ein neuer Chef, ein Ober oder ein
neuer TonAngeber X seinen Job an, so gehört es heutzutage zu den
gängigen Mechanismen der „Menschenführung“, dass er vieles
(manchmal auch alles) ändern muss, was an Arbeitsabläufen anliegt.
Verschiedene Erwartungen treten hier auf den Plan: er sollte ja
seine persönlichen Spuren hinterlassen, seine „Duftmarke“, er
sollte die Abläufe so prägen, dass sie jedem Beteiligten als das
Werk des geschätzten X in Erinnerung gerufen werden, ja, dass es
sich geradezu in ihn einmeißelt, dass dieser X es ist, der jetzt
alles bestimmt. Auch werden gerne lächerliche Vokabeln wie
„Gestaltungswille“ oder „Durchsetzungskraft“ bei dieser
Gelegenheit in die Welt gesetzt (was mit dem Bedürfnis nach
Orientierung und „Geführt-werden“ der Vielen spekuliert).
Tendenziell ist so etwas totalitär, macht aber in der Wirtschaft nichts aus, da dort ohnehin alles hierarchisch und weitgehend diktatorisch geordnet ist. Es gibt dann ganze Wochenend-Crash-Kurse, die den „Untergebenen“ klar machen sollen, dass ja alle so demokratisch sind und dass alles in Teamarbeit erledigt würde, dass das Maß an Selbstbestimmung generell und überhaupt hoch sei. Dabei sind dies vor allem (Selbstüberlistungs-)Tricks, die nur ein möglichst hohes Maß an Motivation gewährleisten sollen. Im Endeffekt entscheidet aber nur der, der in der Hierarchie dazu „berechtigt“ ist. Deshalb gehen in der Wirtschaft auch alle Entscheidungsabläufe so schnell. Demokratie ist ein weitgehend mühsameres Geschäft. Hier müssen Interessen verhandelt, kommuniziert und abgeglichen werden, was am Ende zu einer Entscheidung führt: ein ungleich langsamerer Prozess, der aber weitgehend die Interessen der einzelnen an der Entscheidung Beteiligten berücksichtigen soll. Natürlich gibt es mannigfache Perversionen dieses Prozesses, - unter anderem hat offenbar eine tonangebende Politikerin das Wort von der „marktkonformen Demokratie“ in die Welt gesetzt. Kommentar überflüssig. Doch als gedachter Prozess zum Interessenausgleich und zur Entscheidungsfindung ist Demokratie allen anderen Prozessen, gemessen an dem Maß der dadurch erzeugten Zufriedenheit, weit überlegen.
Tendenziell ist so etwas totalitär, macht aber in der Wirtschaft nichts aus, da dort ohnehin alles hierarchisch und weitgehend diktatorisch geordnet ist. Es gibt dann ganze Wochenend-Crash-Kurse, die den „Untergebenen“ klar machen sollen, dass ja alle so demokratisch sind und dass alles in Teamarbeit erledigt würde, dass das Maß an Selbstbestimmung generell und überhaupt hoch sei. Dabei sind dies vor allem (Selbstüberlistungs-)Tricks, die nur ein möglichst hohes Maß an Motivation gewährleisten sollen. Im Endeffekt entscheidet aber nur der, der in der Hierarchie dazu „berechtigt“ ist. Deshalb gehen in der Wirtschaft auch alle Entscheidungsabläufe so schnell. Demokratie ist ein weitgehend mühsameres Geschäft. Hier müssen Interessen verhandelt, kommuniziert und abgeglichen werden, was am Ende zu einer Entscheidung führt: ein ungleich langsamerer Prozess, der aber weitgehend die Interessen der einzelnen an der Entscheidung Beteiligten berücksichtigen soll. Natürlich gibt es mannigfache Perversionen dieses Prozesses, - unter anderem hat offenbar eine tonangebende Politikerin das Wort von der „marktkonformen Demokratie“ in die Welt gesetzt. Kommentar überflüssig. Doch als gedachter Prozess zum Interessenausgleich und zur Entscheidungsfindung ist Demokratie allen anderen Prozessen, gemessen an dem Maß der dadurch erzeugten Zufriedenheit, weit überlegen.
Dienstag, 27. Oktober 2015
Du musst dich ändern
Du
bist der, der du warst. Bist das und bist es nicht. Lebendes
Paradoxon. Vergangenheit und Gegenwart überlappen sich. Warst
unglücklich und wirst es wohl sein. Bist bestraft damit. Wieso? Die
Antwort hat dich ein Leben lang beschäftigt, bist nie dahinter
gekommen. Vielleicht würde ein professioneller Psychologe viele
Stunden dazu brauchen, um auch nur eine klischeemäßige Antwort zu
geben. Auf Misserfolg programmiert. „Du musst dich ändern“, sagt
Rilke und meint dein Unbewusstes. Nur wie? Es kommt der Tod auf dich
zu, unweigerlich. Zuerst werden deine Eltern sterben, dann du... Was
wird gewesen sein? Wo wird man Spuren hinterlassen haben? Ein völlig
belangloses Ego für die Welt. Selbstmitleid ist nicht erlaubt, sagen
die „großen“ Geister. Haben womöglich damit recht. Sind damit
ja auch groß geworden. Aus Zufall hineingetappt, sagen die Stars
über sich selbst. Du sitzt ungläubig dabei. Wie ging das? Warum du
nicht? Karma? Andere sinnieren auch darüber nach. Du hattest lange
Zeit, die „großen“ Geister zu lesen. Sie schreiben, du schreibst
auch, - und kriegst doch nichts zustande. Hast nie etwas zustande
gebracht. Andere klingeln mit Worten. Du findest es widerwärtig.
Faselst in dich hinein aus dir heraus. Unbemerkt.
Montag, 26. Oktober 2015
Rückwärts
Überall scheinen Nationalkonservative auf dem
Vormarsch zu sein. Sie streuen ihren Wählern eine braune Vision in
die Augen, die aus dem 19. Jahrhundert stammt und damals auch seine
Berechtigung hatte. Sie besagt, dass es einen reinen „Volkskörper“
gebe, der ausschließlich sich selbst gehöre und jede Verflechtung
in internationale Zusammenhänge leugnet. Doch solch ein rückwärtsgewandtes Weltbild ist
womöglich längst überholt, ist, spätestens seit dem, was
interessierte Kreise gerne „Globalisierung“ nennen, altertümliches
Gerümpel. Zurück in die Vergangenheit, das Muster ist natürlich in
den unterschiedlichsten Variationen bekannt, verschafft aber für die
Zukunft keinerlei politische Strategie, auch wenn kurzfristige
wirtschaftliche Erfolge und eine andere alternative soziale
Konzeption dies rechtzufertigen scheinen. Die Kleinstaaterei, überhaupt, die
Staaterei ist natürlich auch keinerlei Ziel angesichts der gravierenden
grenzüberschreitenden ökologischen Probleme. Gegen und immer nur gegen die Andern, nun
ja, das führt in die Isolation, die gerne auch mal agressiv werden will. Wir haben ja etwas Gemeinsames, das
immer tragfähiger wird. Wir wachsen in eine einzige Welt zusammen
und müssten vielleicht andere Wege finden, um eine Identität zu
gewinnen und nicht nur zum ökonomischen Spielball der Mächtigen oder der Rückwärtsgewandten zu
werden.
Sonntag, 25. Oktober 2015
Gerechtigkeit im Wandel
Ich war in einem
Foltergefängnis, das erschreckende Einblicke in die fremde Welt des
Mittelalters zeigte. Die Leute brauchten dort in gewissen Abständen
ein Spektakel, das ihnen zum Beispiel die Räderung eines
vermeintlichen Verbrechers verschaffte, wobei ein Verbrecher auch
eine Hexe war, zu der man leicht werden konnte, wenn man kleiner als
1,60 Meter war oder Leberflecke hatte, oder Altersflecke, oder nicht
weinen konnte, oder … Dann konnte es sein, dass man so lange Jauche
eingefüllt bekam, bis einem der Magen platzte, dass man so lange mit
schweren Gewichten „gepresst wurde“, bis die Knochen krachten, dass man an einem Haken aufgehängt wurde, so lange bis man
ausgeblutet war, dass man... Der Mensch, der mittelalterliche hat das
als Spektakel genossen...., das war seine Show. Eigentlich ist das
„schöne Mittelalter“ noch gar nicht so lange vergangen. Menschen
sind auch heute bereit, sich solche Dinge anzutun. Ich spüre aber,
dass ich eigentlich agressiver sein müsste in diesen harten
Zeiten...
Samstag, 24. Oktober 2015
Fallende Blätter
Ich schaue genauer hin
und sehe wunderbar rote Blätter, die sich leicht im Wind wiegen.
Jawohl, der Herbst hat natürlich seine schönen Seiten! Es ist ein
unglaublich tiefes und schönes Rot, das sogar Einfluss auf meine
Befindlichkeit haben kann. Überhaupt können Farben ja einen
Einfluss auf uns haben, es sollte jemand nur offen dafür sein.
Einfach zulassen! Darauf warten, was passiert. Es kann auch nichts
sein. Dann aber bitte nicht über diejenigen herfallen, die etwas von
diesen Farben spüren! Sich selbst erst mal zurücknehmen und dazu
kommunizieren, was möglich sein könnte! Esoterik, - scheise? Auch
nicht gleich mit Etiketten klappern! Das sind doch alles nur
Schubladen, die es einem leichter machen sollen, Dinge einzuordnen.
Ob sie richtig eingeordnet sind, ist dabei egal. Eine Schublade,
einen Begriff dafür finden, ist viel wichtiger. Damit umgehen können
und die Normalität wahren! Erklärungen finden. Wo keine sind,
einfach welche beschaffen. So scheint die Devise. Doch wo keine
Erklärungen sind, könnten ja in Zukunft welche sein! Vielleicht
sind wir als Ganzes noch nicht so weit. Könnte auch eine Erklärung sein.....
Freitag, 23. Oktober 2015
Person und Kirchen
Man müsste wie die Figuren
bei Max Frisch von vorne anfangen können. Gar nicht mal aus
Unzufriedenheit, sondern nur um ein Leben noch einmal neu zu leben.
Aus anderer Perspektive. Für jemanden wie mich ist das sogar
vollkommen logisch. Dieser Gedanke hat mich unter anderem an den
Pionieren fasziniert, die im 19. Jahrhundert in die USA aufgebrochen
sind. Neue Horizonte. Sich selbst neu erfinden. Sich quasi umdrehen,
derselbe bleiben und doch alles anders sehen. Ich habe zu wenig
Urvertrauen dazu. Man sehnt sich nach einer anderen Auszeit. Das
unter anderem war es, was ich bei meinen Kirchenbesuchen empfunden
habe. Das ist eine Sphäre, ein Ort, der mitten im Geschehen steht
und doch außerhalb. Ein Ort, der Zeitlosigkeit verspricht, und doch
ein Zeugnis der Zeitläufte, der Historie, ist. Ein Raum, eine
künstlerisch gestaltete Höhle, ein Ort der Besinnung, des Suchens
und vielleicht ein Ort des Findens. Des Innehaltens. Des Aussteigens
aus dem Rat Race. Stein statt Beton. Die Kühle in der Hitze. In
einem gestalteten Raum, absichtslos in sich ruhend, und doch mit
vielen inneren Absichten, in architektonischen Zwangsläufigkeiten
und religiösen Sinngebungen erbaut. Überhaupt, - der Sinn.
Vielleicht sind (Kloster)kirchen ein Ort des Sinns. Per se. Auch ohne
die christliche Lehre mitzudenken. Mich wundert, dass ich das so über
die Empfindung, über das reine Spüren erfahren konnte, -
früher war ich da eher ein Kopfmensch. Es erschließt sich mir
jetzt, Jahre später, ein anderer Zugang zu dieser Sphäre.
Donnerstag, 22. Oktober 2015
Schlüssellyrik
Wer hat meinen Schlüssel gesehen?
er ist offenbar unrasiert und hat einen Bart
Ich wende das Blatt und lese verkehrt
nimm's nicht persönlich, sieh's positiv!
Wer hat meine Gedanken gesehen
sie sprießen manchmal wild und ich kann sie kaum fassen
Mixed Pickel,s sie jucken so undefiniert
und wachsen nach, kaum sind sie wegoperiert.
(Früher Poesieschaum, jetzt noch einmal lyrisch abgeschöpft)
er ist offenbar unrasiert und hat einen Bart
Ich wende das Blatt und lese verkehrt
nimm's nicht persönlich, sieh's positiv!
Wer hat meine Gedanken gesehen
sie sprießen manchmal wild und ich kann sie kaum fassen
Mixed Pickel,s sie jucken so undefiniert
und wachsen nach, kaum sind sie wegoperiert.
(Früher Poesieschaum, jetzt noch einmal lyrisch abgeschöpft)
Mittwoch, 21. Oktober 2015
Hamsterrad
Das
Gefühl, das schon morgens einsetzt: sich fertig machen zu lassen,
sich ausbeuten zu lassen und dafür auch noch dankbar sein zu müssen.
Du hast ja einen Arbeitsplatz!! Standardreaktion: sich stark und
stärker damit zu identifizieren. Doch eines Tages kriegt man einen
anonymen Arschtritt von einem Funktionär dieser Firma, von einem,
der ja auch nur Teil einer Hierarchie ist und ein Umsetzer. Und
dessen Chefs sind – wie sie gerne behaupten – Teil eines
Gesamtsystems, in dem es um Rendite und Profite geht, um Behauptung
in einem „globalen Wettbewerb“. Der Mensch ist eingespannt in
einen Mechanismus. Die Leute vom Staat und seinem Finanzamt werden
kommen, um einen fertig zu machen. Danach werde man „Sozialfall“
sein. Man wird verloren haben. Gewinner sind diejenigen, die früh im
Leben begriffen haben, um was es geht. Umgang mit dem Regelgeflecht,
Manipulation desselben zum Profit der Mächtigen und Gewinner.
Diejenigen, die heutzutage SUVs oder allradgetriebene
Riesenlimousinen ausfahren und auf diese Weise vorzeigen, wohin sie
es in dieser Gesellschaft gebracht haben. Der Statusgedanke, das
vergewissern durch „Zeigen“: ein uralter Mechanismus.
Hordenexistenz.
Dienstag, 20. Oktober 2015
Balltreter und ihre Freundinnen
Ob sich das Gerede von
Fußballspielern unmittelbar nach einem Spiel stets gleich anhört?
„Wir haben in der ersten Halbzeit unsere Leistung nicht so
abgerufen, ja, wie es uns der Trainer gesagt hatte. Aber dann, ja, nach
seiner Halbzeitansprache, ja, haben wir uns in der zweiten Halbzeit
belohnt....“. Ob sie alle dieselben Rethorikkurse besucht haben?
Hinzu kommt, dass die Frauen dieser gehätschelten Balltreter meist
nahezu gleich aussehen. Oder bilde ich mir das nur ein? Es sind meist lächelnde Models, hoffnungsfrohe Moderatorinnen und geschminkte
Lebefrauen des Zeitgeists mit teuren Frisuren: wenn sie so
nebeneinander sitzen bei manchen Spielen, ist das sehr putzig
anzusehen. Wie irgendwie verwechselbare Hühner auf der Stange.
Gelegentlich meldet sich das Smartphone bei ihnen und dann sind sie am Telefon,
um dringend Bescheid zu geben, dass es ihnen gut geht. Sie scheinen
Trophäen und gestylte Träume zu sein, ja, welche, wie sie der Fan
auf der Gegengeraden auch gerne hätte. Doch er hat nicht die Macht,
das Geld, die treterischen Fähigkeiten und den Schneid dazu. Eine
Person zu sein, eine Persönlichkeit gar mit Charakter, scheint in
diesen Kreisen tabu, keine sieht nach sich selbst aus. Alle sind sie
austauschbare Symbole des Erfolgs eines Balltreters.
Montag, 19. Oktober 2015
Sonntag, 18. Oktober 2015
Kulturwechsel
Die Soziologie kann einem wunderbar und sehr eindeutig belegen,
wie sehr man (vereinfacht formuliert) das Produkt einer Umwelt
ist. Wäre man in einer anderen kulturellen gesellschaftlichen
Realität aufgewachsen, wäre man womöglich ein ganz anderer. Dass man hier aufgewachsen ist, ist ZUFALL! Menschen versuchen,
Gruppen, Gemeinschaften, soziale Verbände zu bilden, um sich
gegenseitig ihrer sozialen Wirklichkeit zu versichern. Sie brauchen
das sogar, weil ihre Identität dranhängt. Das kann man im Alltag
wunderschön überall beobachte. Auch die gegenwärtige Flüchtlingssituation könnte ein Beleg sein. Andere Sozialisation, anderes Verhalten, - obwohl wir theoretisch alle gleich sind. Beispiel: das Verhältnis Mann - Frau ist in verschiedenen Kulturen jeweils anders definiert, was beim Wechsel der Kultur zu erheblichen Problemen führen kann, da ein ganzes Welt- und Selbstbild davon abhängen kann.
Freitag, 16. Oktober 2015
Fußball, Dieselmotoren und viel Geld
Oh weh. Deutschland fühlt sich als Weltmeister aller
Klassen und darf sich unter anderem deshalb auch der Wertschätzung
von zahlreichen Asylsuchenden erfreuen. Wir schaffen das, - und nicht
nur das. Ja klar. Doch jetzt wurde fast zeitgleich ein riesiger
VW-Skandal bekannt. Des Deutschen Goldenes Kalb, das Auto, eine
Betrugsmaschine mit Dieselantrieb? Von den Amis knallhart überführt
und jetzt global am Nasenring vorgeführt? Staatliche Stellen und
Überwachungsvereine in Deutschland scheinen konsequent drüber
hinweg gesehen zu haben, - und das jahrelang. Anscheinend. Mutmaßlich. Sogar als
Uninteressierter erfuhr man von Tricks, die die Autoindustrie bei der
Messung von Werten anwende. Es war und ist ein offenes Geheimnis. Bewiesen ist freilich nichts. Doch damit nicht genug. Die Weltfußballorganisation FIFA, mit
zahlreichen Skandalen sowieso verschärft im Gespräch, hat ihren Präsidenten und den Europa-UEFA-Boss Platini für 90 Tage
suspendieren lassen müssen. Der bisher und davor letzte Generalsekretär ist sowieso über alle Berge. Soll auch ein schräger Vogel sein. Unklare Zahlungen, schwarze Gelder
stehen überall im Raum. Auch hier scheint die US-Justiz Schrittmacher gewesen
zu sein. Doch es wurde alles hingenommen. „So ist's halt“.
Und jetzt ist auch noch der DFB im Gespräch. Die Weltmeisterschaft 2006, das „Sommermärchen“, soll "gekauft" worden sein. Unglaublich. Ein einziges „Kulturprogramm“. Ein Theaterstück. Eine Inszenierung. Dabei sind „wir“ doch eben erst in Brasilien Weltmeister geworden und haben ja soooo gejubelt. Doch es scheint Korruption allüberall zu sein, nicht nur im Fußball. Jetzt könnte alles auf den DFB (Deutscher Fußballbund) und seinen Chef Niersbach zulaufen. Was für ein Pech auch! Dieser lächelnde DFB-Gutmensch Niersbach ("Keine Macht den Drogen") . Und der Beckenbauer, diese „Lichtgestalt“ als Kaiser, der bei seinem Besuch in Katar „nicht einen einzigen Sklaven“ gesehen haben will („die laufen alle frei rum...“) und dem Wüstenstaat alles Gute bei all den WM-Vorhaben bescheinigt, war 2006 als Chef des WM-Organisationskomitees dabei.
Die handelnden Verantwortlichen sind teilweise jetzt und noch immer in Spitzenpositionen überall gut dabei. Putin bereitet derweil die nächste Fußball-WM in seinem Land vor: Werbung, nach gehabtem und bewährtem Muster. Der Wladi. Dieser Halodri. Ein Schelm, der darüber nachdenken will. So ist's halt. Der DFB-Niersbach wurde zuletzt sogar als Ersatzkandidat für Platini gehandelt, scheint vorerst aber selbst belastet zu sein. Der Platini sowieso. Man wagt das alles kaum zu denken. Diese Leute sind damit beschäftigt, Vorwürfe zu entkräften und auszuräumen, Vorgänge erklären. Alles aufklären. Ämter ruhen lassen. Ob sie's mit ihren hochbezahlten Rechtsanwälten zusammen schaffen werden? Es ist ja noch alles mutmaßlich. Alles.
Wir reiben uns die Augen: Es scheint das Schlimmste wahr zu sein. Noch im Sommer haben wir uns über schwindelerregende Ablösesummen im Fußball gewundert und uns gefragt, ob da alles mit rechten Dingen zugeht. Es scheint viel Geld im Umlauf zu sein beim Fußball. Angebot und Nachfrage halt. Und "das Fernsehen". Die Vermarkter. Und das alles scheint so manche „unklaren Verhältnisse“ zu schaffen, genauso wie in der deutschen Autoindustrie, wo noch viel mehr Geld fließt und das eine oder andere Unlautere schon bewiesen zu sein scheint. Unsäglich. Hm, ob das alles diesem Deutschland zum Vorteil gereicht? Wir schaffen das. Basta.
Und jetzt ist auch noch der DFB im Gespräch. Die Weltmeisterschaft 2006, das „Sommermärchen“, soll "gekauft" worden sein. Unglaublich. Ein einziges „Kulturprogramm“. Ein Theaterstück. Eine Inszenierung. Dabei sind „wir“ doch eben erst in Brasilien Weltmeister geworden und haben ja soooo gejubelt. Doch es scheint Korruption allüberall zu sein, nicht nur im Fußball. Jetzt könnte alles auf den DFB (Deutscher Fußballbund) und seinen Chef Niersbach zulaufen. Was für ein Pech auch! Dieser lächelnde DFB-Gutmensch Niersbach ("Keine Macht den Drogen") . Und der Beckenbauer, diese „Lichtgestalt“ als Kaiser, der bei seinem Besuch in Katar „nicht einen einzigen Sklaven“ gesehen haben will („die laufen alle frei rum...“) und dem Wüstenstaat alles Gute bei all den WM-Vorhaben bescheinigt, war 2006 als Chef des WM-Organisationskomitees dabei.
Die handelnden Verantwortlichen sind teilweise jetzt und noch immer in Spitzenpositionen überall gut dabei. Putin bereitet derweil die nächste Fußball-WM in seinem Land vor: Werbung, nach gehabtem und bewährtem Muster. Der Wladi. Dieser Halodri. Ein Schelm, der darüber nachdenken will. So ist's halt. Der DFB-Niersbach wurde zuletzt sogar als Ersatzkandidat für Platini gehandelt, scheint vorerst aber selbst belastet zu sein. Der Platini sowieso. Man wagt das alles kaum zu denken. Diese Leute sind damit beschäftigt, Vorwürfe zu entkräften und auszuräumen, Vorgänge erklären. Alles aufklären. Ämter ruhen lassen. Ob sie's mit ihren hochbezahlten Rechtsanwälten zusammen schaffen werden? Es ist ja noch alles mutmaßlich. Alles.
Wir reiben uns die Augen: Es scheint das Schlimmste wahr zu sein. Noch im Sommer haben wir uns über schwindelerregende Ablösesummen im Fußball gewundert und uns gefragt, ob da alles mit rechten Dingen zugeht. Es scheint viel Geld im Umlauf zu sein beim Fußball. Angebot und Nachfrage halt. Und "das Fernsehen". Die Vermarkter. Und das alles scheint so manche „unklaren Verhältnisse“ zu schaffen, genauso wie in der deutschen Autoindustrie, wo noch viel mehr Geld fließt und das eine oder andere Unlautere schon bewiesen zu sein scheint. Unsäglich. Hm, ob das alles diesem Deutschland zum Vorteil gereicht? Wir schaffen das. Basta.
Literatur und ihre Auskenner(innen)
In Frankfurt ist Buchmesse, wozu mir folgendes
einfällt: Die Literatur könnte ein sehr probates Mittel sein, um
sich in andere Köpfe, andere Weltsichten, andere Gefühls- und
Sinnwelten hinein zu denken. Möglicherweise ist ein solches Einüben
von Empathie sogar eines ihrer Hauptanliegen. Blöd nur, dass wir uns
Literatur von professionellen Kritikern und Auskennern empfehlen
lassen, die jeden Bezug zur Einwirkung auf die eigene oder die
Persönlichkeit anderer verloren haben. Sie sind Spezialisten wie
alle anderen auch, wenden ihre einmal gewonnenen Maßstäbe auf
wechselnde Objekte an und setzen ganz auf die Trennung von Kunst und
Wirklichkeit. Das eine habe mit dem anderen nichts zu tun, so ihr
strenges Diktum, das auch das der „gebildeten“ Bürgerlichkeit
ist.
Und so kann es durchaus sein, dass auch Nazis und andere Gangster gewisse Literatur mochten, sie sogar bewunderten. In dieser Weltsicht gibt es nur ein „Gut gemacht“, „hat mich erreicht“, „berührt“, "ist langweilig" usw. Literaturkritiker sind Spezialisten, die möglichst viel in möglichst kurzer Zeit möglichst kompetent zu verarbeiten haben. Gelegentlich sind sie dann als sogenannte „Kundige“ auch in Jurys geladen und verleihen sich gegenseitig Preise, was eine zusätzliche Legitimation für sie und die von ihnen umgarnte Gesellschaft darstellt. Angesichts der schieren Masse der per Literatur „angebotenen“ Sinnwelten, verlangt der Kunde Leser nach einer Orientierung, die ihm die beruflich dazu aufgestellten Kenner liefern sollen: als eine Bewusstseinsware, die von den Checkern ja nach persönlichem Gusto abgelehnt oder in höchsten Tönen belobigt wird. Das liege in der Natur der Sache, so ihr Credo. Die Fernsehrunden legen Zeugnis davon ab, welchen Showeffekt solche Spiegelfechterei haben soll. Blöd nur, dass allzu vieles dabei nur im ungünstigen Sinne eitel wirkt. „Im ungünstigen Sinne“? Ich höre schon die Einwände: "jeder Mensch ist doch eitel!", - muss eitel sein. Selbstdarstellung ist doch eine "Herausforderung" der Zeit! Bewusstseinsaristokraten wollen dargestellt sein, ihr Diktum fällt wie ein Spruch von Zeus vom Olymp.
Ob da auch Interessen der Bewusstseinsindustrie ihren Einfluss haben? Die Mitglieder der sogenannten „Gruppe 47“, die sich im Jahr 1947 konstituiert hat und als Literaturkritiker Reich-Ranicki oder Walter Jens gegen Schriftsteller wie Günter Grass oder Uwe Johnson aufbot, hätte so etwas weit von sich gewiesen. Und doch hat sie einer weitgehend statischen Wiederaufbaugesellschaft das kritische Feigenblatt der einer scheinbar kritischen Hinterfragung geliefert.
Und so kann es durchaus sein, dass auch Nazis und andere Gangster gewisse Literatur mochten, sie sogar bewunderten. In dieser Weltsicht gibt es nur ein „Gut gemacht“, „hat mich erreicht“, „berührt“, "ist langweilig" usw. Literaturkritiker sind Spezialisten, die möglichst viel in möglichst kurzer Zeit möglichst kompetent zu verarbeiten haben. Gelegentlich sind sie dann als sogenannte „Kundige“ auch in Jurys geladen und verleihen sich gegenseitig Preise, was eine zusätzliche Legitimation für sie und die von ihnen umgarnte Gesellschaft darstellt. Angesichts der schieren Masse der per Literatur „angebotenen“ Sinnwelten, verlangt der Kunde Leser nach einer Orientierung, die ihm die beruflich dazu aufgestellten Kenner liefern sollen: als eine Bewusstseinsware, die von den Checkern ja nach persönlichem Gusto abgelehnt oder in höchsten Tönen belobigt wird. Das liege in der Natur der Sache, so ihr Credo. Die Fernsehrunden legen Zeugnis davon ab, welchen Showeffekt solche Spiegelfechterei haben soll. Blöd nur, dass allzu vieles dabei nur im ungünstigen Sinne eitel wirkt. „Im ungünstigen Sinne“? Ich höre schon die Einwände: "jeder Mensch ist doch eitel!", - muss eitel sein. Selbstdarstellung ist doch eine "Herausforderung" der Zeit! Bewusstseinsaristokraten wollen dargestellt sein, ihr Diktum fällt wie ein Spruch von Zeus vom Olymp.
Ob da auch Interessen der Bewusstseinsindustrie ihren Einfluss haben? Die Mitglieder der sogenannten „Gruppe 47“, die sich im Jahr 1947 konstituiert hat und als Literaturkritiker Reich-Ranicki oder Walter Jens gegen Schriftsteller wie Günter Grass oder Uwe Johnson aufbot, hätte so etwas weit von sich gewiesen. Und doch hat sie einer weitgehend statischen Wiederaufbaugesellschaft das kritische Feigenblatt der einer scheinbar kritischen Hinterfragung geliefert.
Donnerstag, 15. Oktober 2015
Zeit anhalten (gefundene Notiz)
Du
würdest gerne einmal die Zeit anhalten, festhalten. In dich hinein
holen, was du schon einmal gelebt hast. Deshalb bist du so oft nach Machtolsheim gefahren. Deine
Kindheit in dich herein holen. Eine ganze Persönlichkeit werden.
Eine komplettere. Durch dich selbst. Trinkst in letzter Zeit zu viel.
Ruinierst dich. Ob du das anderen Menschen abgeschaut hast? Der
Rausch als Flucht? Vor dir selbst? Als Übersteigerungen dessen, was
du gerne fühlen würdest? Die Vorlage trägt nur kurz und bricht
dann heftig in sich ein. Es gibt kein Entkommen.
Du wiederholst dich, spulst dein Leben intensiver ab. Denkst an das Ende und die Versorgung. Wirst dazu gezwungen, wie zu so vielem. Du hast immer versucht, solche Zwänge zu integrieren und doch integer zu bleiben. Geht das? Schleichend korrumpiert es dich, so dass du es nicht merkst....
Du wiederholst dich, spulst dein Leben intensiver ab. Denkst an das Ende und die Versorgung. Wirst dazu gezwungen, wie zu so vielem. Du hast immer versucht, solche Zwänge zu integrieren und doch integer zu bleiben. Geht das? Schleichend korrumpiert es dich, so dass du es nicht merkst....
Mittwoch, 14. Oktober 2015
Dienstag, 13. Oktober 2015
Djuna
DJUNA
Du sagst, Djuna, und schreibst, Djuna, was man bei Tag nicht denkt
du spielst mit Schatten, malst den Schrecken, formst daraus unser Bild
deine Augen sehen, durchdringen das Dunkel, so viel was sich uns verbirgt
du findest Worte, baust damit Sätze, die Vision der Nacht in uns
rote Lippen, rote Haare
du suchst die Liebe in der Dämmerung des Schlafs
rote Lippen, rote Haare
du suchst die Liebe in einem fremden Land
Du versuchst, Djuna, die Welt einzufangen, schickst sie als Flaschenpost an uns
fällst aus dir, tauchst in die Tiefe, holst die Schätze uns herauf
rote Lippen, rote Haare
du suchst die Liebe in der Dämmerung des Schlafs
rote Lippen, rote Haare
du suchst die Liebe in einem fremden Land
Haus ohne Adresse, Straße keiner Stadt
Kind ohne Namen, spielt Alltagstheater
wir gehen rückwärts, als Schlafwandler
durch tausend Augen seh' ich dich
Ich traf dich im Mai, Djuna, du sagst, du seist längst gestorben
dein Flüstern, Djuna, an unserem Ohr, verhilft einem Baron zu ewigem Leben
ein Fakir der Ängste, eine wahre Lüge, so stellst du dem Doktor die Diagnose
ein Nachtfalter, mit selt'nen Farben, so fliegst du durch unseren Traum
rote Lippen, rote Haare
hinter den Fenstern wartet Lachen auf dich
rote Lippen, rote Haare
hinter den Gesichtern wartet Nacht auf dich
Haus ohne Adresse, Straße keiner Stadt
Kind ohne Namen, spielt Alltagstheater
wir gehen rückwärts, als Schlafwandler
durch tausend Augen seh' ich dich
(ein Songtext aus den 80er Jahren, den ich damals mit Gedanken an die Schriftstellerin Djuna Barnes geschrieben habe, der Buch "Nachtgewächs" ich damals las, ich spürte eine Nähe zu meinen eigenen Ansichten....und wollte dem eine Form geben)
Du sagst, Djuna, und schreibst, Djuna, was man bei Tag nicht denkt
du spielst mit Schatten, malst den Schrecken, formst daraus unser Bild
deine Augen sehen, durchdringen das Dunkel, so viel was sich uns verbirgt
du findest Worte, baust damit Sätze, die Vision der Nacht in uns
rote Lippen, rote Haare
du suchst die Liebe in der Dämmerung des Schlafs
rote Lippen, rote Haare
du suchst die Liebe in einem fremden Land
Du versuchst, Djuna, die Welt einzufangen, schickst sie als Flaschenpost an uns
fällst aus dir, tauchst in die Tiefe, holst die Schätze uns herauf
rote Lippen, rote Haare
du suchst die Liebe in der Dämmerung des Schlafs
rote Lippen, rote Haare
du suchst die Liebe in einem fremden Land
Haus ohne Adresse, Straße keiner Stadt
Kind ohne Namen, spielt Alltagstheater
wir gehen rückwärts, als Schlafwandler
durch tausend Augen seh' ich dich
Ich traf dich im Mai, Djuna, du sagst, du seist längst gestorben
dein Flüstern, Djuna, an unserem Ohr, verhilft einem Baron zu ewigem Leben
ein Fakir der Ängste, eine wahre Lüge, so stellst du dem Doktor die Diagnose
ein Nachtfalter, mit selt'nen Farben, so fliegst du durch unseren Traum
rote Lippen, rote Haare
hinter den Fenstern wartet Lachen auf dich
rote Lippen, rote Haare
hinter den Gesichtern wartet Nacht auf dich
Haus ohne Adresse, Straße keiner Stadt
Kind ohne Namen, spielt Alltagstheater
wir gehen rückwärts, als Schlafwandler
durch tausend Augen seh' ich dich
(ein Songtext aus den 80er Jahren, den ich damals mit Gedanken an die Schriftstellerin Djuna Barnes geschrieben habe, der Buch "Nachtgewächs" ich damals las, ich spürte eine Nähe zu meinen eigenen Ansichten....und wollte dem eine Form geben)
Montag, 12. Oktober 2015
Bilder der Wirklichkeit
Ob
wir zuweilen das Gefühl haben, die Wirklichkeit entgleite uns, gehe
an uns vorbei, sei ein Kosmos voller Unwägbarkeiten?.Wir würden
gerne etwas in uns aufnehmen, das uns der Wirklichkeit näher bringt, das
uns hilft, sie besser zu verstehen, mit ihr umzugehen. Etwas, was uns
näher an sie heran bringt. Wir würden gerne Zusammenhänge sehen
und verstehen, sie einordnen und sie mit besserer Bedeutung versehen.
Mitbekommen, was um uns herum vorgeht. Doch alleine schon die
Biografien der Menschen scheinen eine Beweglichkeit zu spiegeln, die
unter den Bedingungen der Globalisierung längst in vollkommene
Orientierungslosigkeit übergegangen ist. Lebensläufe sind nicht
mehr festgeschrieben, an bestimmte Orte gebunden, sondern sie spielen
im Überall und nirgendwo, je nachdem, wo einen ein Unternehmen hin
schickt. Viele Figuren traten einmal mit großartigen Idealen an, die
sie freilich im Laufe der Jahre so modifiziert, an neoliberale Zeiten
angepasst und dadurch sich vollkommen so korrumpiert haben, dass sie
die Welt heute sehr wohl verändern können, aber in einem Sinne, für
den sie nie die Verantwortung übernehmen würden: Geld, Macht, Gier,
Durchsetzung, Penetranz.... Die Folge: Zerissenheit, Brüche.
Wirklichkeitsbild: Was auch immer du glaubst, dass es zusammen gehöre: es ist alles null und nichtig. Alles ist Zufall, nichts hat
irgendeine Bedeutung, alles ist ein Algorithmus. . „Wenn ihnen dies
gefällt, dann gefällt in auch jenes...“. Wahrscheinlichkeiten.
Rechnungen. Zapping. Sampling.
Sonntag, 11. Oktober 2015
Solidarität und Geld
Aha! Gestern las ich, dass der Finanzminister und der Juncker gemeinsam erwägen, für die Bewältigung der
Flüchtlingsprobleme einen Solidaritätszuschlag zu erheben. Man
könnte auch: „Steuererhöhung“ zu dem sagen, was ständig
irgendeinen in die jeweilige Idiologie passenden Vorwand braucht, um
zusätzlich Einnahmen für das zu erzielen, was auch auf europäischer Ebene Staat genannt wird. Aber "Solidarität" klingt besser, da können selbst die Linken mit. Onkel Juncker und Gevatter Schäuble sind sich da völlig einig. lassen halt mal einen Versuchsballon steigen. Mal sehen, wie die Reaktionen sind. Man
könnte ja mit der Mehrwertsteuer was machen..... Ganz klar, dass der
Staat immer zu wenig Geld hat. Abgabenlast hin oder her. „Wir
schaffen das!“, ja klar. Bloß´, wer ist das, - „wir....“?
Dazu sei vermerkt, dass auch der derzeitig in Deutschland gültige
Solidaritätszuschlag ursprünglich für ein Jahr erhoben werden
sollte. Er wurde dann auch abgeschafft, nur um ihn wenig später
wieder einzuführen und ihn bis zum heutigen Tage gültig zu halten.
Solidaritätszuschlag für die Neuen Bundesländer! Die sogenannte
Wiedervereinigung ist längst über die Bühne, mit einigen Stärken
und vielen Schwächen. Zu den Schwächen gehört wohl, dass enorm
viel Geld ohne Sinn und Zweck in die neuen Bundesländer gepumpt
wurde. Ohgne jede Wirkung, leider. Mecklenburg-Vorpommern leert sich.
Andere neue Bundesländern nähern sich dem Status der gepflegten
Wildniss. Einzig die Zentren wie Leipzig, Dresden oder Berlin (!ja
klar, dort sitzen die Mächtigen....!) befinden sich nicht in diesem
Trend, die wirtschaftlich „dynamischen“ Menschen scheinen ohnehin alle weg
gezogen zu sein. Der derzeit viel gepriesene Begriff „Heimat“
scheint auf diese Weise das Privileg der Alteingesessenen zu werden.
Konkret? Z.b. Landärzte werden in den neuen Bundesländern händeringend gesucht. Ohne Erfolg. Kohle ist anderswo wohl leichter zu machen. Und darum geht es auch den ach so dem gesundheitlichen Wohl verpflichteten Ärzten wohl. Ist ja in dieser Wirtschaftsordnung auch nicht verkehrt: Ärzte sind unter anderem vom Staat und den Kassen zum „wirtschaftlichen Handeln“ aufgefordert. Natürlich führt dies gewollt zu einer gesellschaftlichen Polarisierung: wer sich ärztliche Dienste leisten kann, ist hier klar im Vorteil!
Doch zurück zum Solidaritätszuschlag: Mühelos lassen sich beliebig viele andere und Vorwände finden, um weitere solcher Zuschläge zu erheben. Auf der politisch linken Seite scheint man darin ohnehin das Allheilmittel aller Probleme zu sehen. Steuern kommen ja dem demokratisch legitimierten Staat zugute. Und dieser macht ja alles richtig. Nur so ein Seitenproblem ist dabei, dass solche „Apparate“ wie der Staat gelegentlich eine Eigendynamuik entwickeln. Wie das konkret aussehen kann, hat schon Franz Kagfka zu Berginn des vergangenen Jahrhunderts vorgeführt. Natürlich treffen solche Steuererhöhungen vor allem die finanziell minder ausgestatteten Kreise. Mit denen kann's ja machen, die gehen ohnehin nicht mehr zur Wahl, die haben keine Lobby und keine (vernehmbare) Stimme. Wieso? Weil sie das Gefühl haben, dass ihre Stimme nichts mehr bewirkt. Ob dieses einer Politikverdrossenheit Vorschub leistet? Macht nix, Politiker denken ohnehin nur bis zur nächsten Wahl. Dass solche immerhin gibt, ist zweifellos ein Fortschritt. Nur: wir sollten weitergehen.....
Konkret? Z.b. Landärzte werden in den neuen Bundesländern händeringend gesucht. Ohne Erfolg. Kohle ist anderswo wohl leichter zu machen. Und darum geht es auch den ach so dem gesundheitlichen Wohl verpflichteten Ärzten wohl. Ist ja in dieser Wirtschaftsordnung auch nicht verkehrt: Ärzte sind unter anderem vom Staat und den Kassen zum „wirtschaftlichen Handeln“ aufgefordert. Natürlich führt dies gewollt zu einer gesellschaftlichen Polarisierung: wer sich ärztliche Dienste leisten kann, ist hier klar im Vorteil!
Doch zurück zum Solidaritätszuschlag: Mühelos lassen sich beliebig viele andere und Vorwände finden, um weitere solcher Zuschläge zu erheben. Auf der politisch linken Seite scheint man darin ohnehin das Allheilmittel aller Probleme zu sehen. Steuern kommen ja dem demokratisch legitimierten Staat zugute. Und dieser macht ja alles richtig. Nur so ein Seitenproblem ist dabei, dass solche „Apparate“ wie der Staat gelegentlich eine Eigendynamuik entwickeln. Wie das konkret aussehen kann, hat schon Franz Kagfka zu Berginn des vergangenen Jahrhunderts vorgeführt. Natürlich treffen solche Steuererhöhungen vor allem die finanziell minder ausgestatteten Kreise. Mit denen kann's ja machen, die gehen ohnehin nicht mehr zur Wahl, die haben keine Lobby und keine (vernehmbare) Stimme. Wieso? Weil sie das Gefühl haben, dass ihre Stimme nichts mehr bewirkt. Ob dieses einer Politikverdrossenheit Vorschub leistet? Macht nix, Politiker denken ohnehin nur bis zur nächsten Wahl. Dass solche immerhin gibt, ist zweifellos ein Fortschritt. Nur: wir sollten weitergehen.....
Samstag, 10. Oktober 2015
Etwas zu Georg Trakl
Georg Trakl war ein armes Schwein, auch wenn seine
Gedichte heute zu den wichtigsten jener Zeit zählen. Wichtig!
Bedeutend! Expressionismus. Ihm war's damals egal. Kafka im Bereich
der Prosa, Trakl als Lyriker. Sein Werk hat in einem einzigen
Bändchen Platz. Er war nur kurz auf dieser Welt (1887 bis 1914).
Mit seiner viereinhalb Jahre jüngeren Schwester hatte er wohl ein
inzestuöses Verhältnis. Zudem war er als gelernter Apotheker schwer
drogenabhängig (Opium, Morphium u.a.). Eine absolute Grenzerfahrung
war für ihn der Einsatz als Sanitäter im Ersten Weltkrieg. Menschen
ob ihrer wahnsinnigen Schmerzen schreien hören müssen.
Bombeneinschlag, chemische Kriegsführung mit ihren fürchterlichen
Folgen. Das verarbeitete er trotz Gedichten wie „Grodek“ bald gar
nicht mehr. Er unternahm einen Selbstmordversuch und ging schließlich
selbst mit einer Überdosis Kokain zugrunde. Sein Werk steht für
eine extreme Weltsicht, für eine krasse poetische Wirklichkeit. Der
Herbst und der mit ihm verbundene Verfall durchzieht als Motiv sein
ganzes Werk. Der Mann arbeitete hart an seinen Gedichten, feilte
manchmal über Jahre hinweg und schuf so ein poetisches Konzentrat,
das dem heutigen Zeitgeist wohl total widerspricht, aber wie eine
reinigende Flamme, ein Bunsenbrenner der Poesie auf alle
Schönrednerei wirkt. Er wurde mir schon sehr früh sehr wichtig.
Sein neulich hier aufgeführetes Gedicht „Verfall“ mag auf diesem
Blog nur als ein Beispiel dafür stehen, dass es sich gerade jetzt
wieder sehr lohnt, einen Blick in sein schmales Werk zu werfen und
sich von dieser sehr eigenen intensiv verdichteten Wirklichkeit
beeindrucken zu lassen.
Freitag, 9. Oktober 2015
Auf der Suche
Du
stellst dich vor einen Spiegel und denkst: Das soll ich sein? Wie
das? Wer schaut dir so ins Gesicht? Wie? Ernsthaft? Melancholisch? Listig? Was warst du, was bist du, was willst oder wirst du sein? Da gibt es eine Reise in die Vergangenheit als Identitätsvergewisserung. Habe ich
mich je erfahren? Bin ich blind durch die Zeit hindurchgeschlittert? Habe ich meine Möglichkeiten eingelöst? Wer bin
ich in diesem Zusammenhang? Es ist die Frage, die mich biografisch unter anderem direkt zu Hermann Hesse geführt hat. Habe ich getan, was ich tun konnte, um diese Fragen zu beantworten? Habe ich eine Einheit meiner Identität herbeigeführt? Wo hat sich aus welchen Gründen meine Perspektive verändert? Ist das Selbstmitleid, Bauchnabelschauerei in einem Meer der sozialen Eingebundenheit? Oder ist man letztenendes dann doch auf sich selbst zurückgeworfen? Aber wer oder was ist dieses Selbst?
Man ist kein Teil, der öffentlich anerkannten Intelligentia. Man ist etwas, was an der Seitenauslinie steht und lieber beobachtet. Die Dinge um sich herum. Man ist etwas, was aus der Wortkargheit kommt, und weniger aus der Laberei, wie sie mittlerweile überall herrscht. Spröde. Nicht smart. Abweisend untertreibend. Wie ist es, wenn es auf das Ende zugeht und das Unwichtige zurücktritt? Was wichtig und unwichtig ist, entscheidet man wohl selbst - wozu man dann auch das Recht hat. Dazu kommt das Fressen und Saufen. Nicht ganz unwichtig. In unseren Sozialstaaten machen sich Viele Illusionen dazu. Sie sind nur unter solchen Verhältnissen aufgewachsen. Doch in der Geschichte der Menschheit, die wir trotz aller kultureller Anstrengungen dann doch noch nicht ganz überwunden haben, gibt es viele Relativierungen davon. Der Mensch sei ein Mangelwesen, heißt es unter anderem. Wie ordnet man so etwas in sich selbst ein? Eines Tages hat man nichts mehr zu fressen und saufen. Wer hilft dann? Der Staat doch nur, wenn man sich ihm gegenüber vollkommen ausliefert, - oder? Man säuft ab.....in die völlig Passivität, in das Nichtsein, in den Tod.
Man ist kein Teil, der öffentlich anerkannten Intelligentia. Man ist etwas, was an der Seitenauslinie steht und lieber beobachtet. Die Dinge um sich herum. Man ist etwas, was aus der Wortkargheit kommt, und weniger aus der Laberei, wie sie mittlerweile überall herrscht. Spröde. Nicht smart. Abweisend untertreibend. Wie ist es, wenn es auf das Ende zugeht und das Unwichtige zurücktritt? Was wichtig und unwichtig ist, entscheidet man wohl selbst - wozu man dann auch das Recht hat. Dazu kommt das Fressen und Saufen. Nicht ganz unwichtig. In unseren Sozialstaaten machen sich Viele Illusionen dazu. Sie sind nur unter solchen Verhältnissen aufgewachsen. Doch in der Geschichte der Menschheit, die wir trotz aller kultureller Anstrengungen dann doch noch nicht ganz überwunden haben, gibt es viele Relativierungen davon. Der Mensch sei ein Mangelwesen, heißt es unter anderem. Wie ordnet man so etwas in sich selbst ein? Eines Tages hat man nichts mehr zu fressen und saufen. Wer hilft dann? Der Staat doch nur, wenn man sich ihm gegenüber vollkommen ausliefert, - oder? Man säuft ab.....in die völlig Passivität, in das Nichtsein, in den Tod.
Donnerstag, 8. Oktober 2015
Mittwoch, 7. Oktober 2015
Weg
WEG
Durch Straßen laufen
auf der Suche, ohne Ziel
wenn Neonlichter dich kalt beflimmern
tausend Geschichten, dahinter tausend Personen
tausend Geschichten
nur langweilig:
„show me some cash!“
Abwärts – geht’s unter meinen Füßen
bin leicht wie eine weise Feder
solange ich nicht falle
jemand fragt nach dem Weg
ich aber hab' längst vergessen
aus Schaufenstern grinst die Versuchung
plötzlich: Marylin Monroe
aber sie sieht an mir vorbei
ich lauf' weiter
weg
weiter
weg
ich hab' Angst
lebe immer noch
(eine Art Gedicht von mir aus den 70er Jahren)
Durch Straßen laufen
auf der Suche, ohne Ziel
wenn Neonlichter dich kalt beflimmern
tausend Geschichten, dahinter tausend Personen
tausend Geschichten
nur langweilig:
„show me some cash!“
Abwärts – geht’s unter meinen Füßen
bin leicht wie eine weise Feder
solange ich nicht falle
jemand fragt nach dem Weg
ich aber hab' längst vergessen
aus Schaufenstern grinst die Versuchung
plötzlich: Marylin Monroe
aber sie sieht an mir vorbei
ich lauf' weiter
weg
weiter
weg
ich hab' Angst
lebe immer noch
(eine Art Gedicht von mir aus den 70er Jahren)
Dienstag, 6. Oktober 2015
Intro
INTRO
Wie gut, dass ich bei den Guten bin
Am besten, ich mach' nicht viel Worte
und gehöre nicht zu denen,
die viel reden und nichts sagen
Du machst nicht viel Worte
traust ihrer Bedeutung nicht
sie haben sich zu oft gruppiert
Zu Lug, zu Trug
haben um deine Kaufkraft geworben
um Deine Wertschätzung
um deine Aufmerksamkeit
haben die Bedeutung in Hülsen gesperrt
in Bilder, die missbraucht und vergewaltigt
zu fetten Gemeinplätzen wuchsen
es ist ein nettes Hopping
über der unsichtbaren Hoheit
verkaufter Luftschlösser
aber dich plagt eine Sehnsucht nach Text
nach eigenen Worten
sie zieht dich weiter
in andere Formationen
viele Körper reden und sagen nichts
es ist genauso, wie dieser Satz,
eine vorbereiteter Gemeinplatz
eine automatisierte Deutung
eine hübsch geformte Lüge
der Sinn geht im universalen Geräusch unter
in weißen Rauschen, das sich gegenseitig auslöscht
und du bist ein Pirat der Patterns
Ich ist ein Anderer
mit den anderen vernetzt sein
ein Docking wagen, abseits der Kommunikation
sich in andere Positionen begeben
wagen, sie in Frage zu stellen
das willst Du vielleicht
Ich zu sagen,
ist eine Reaktion auf ständig wachsende Unsicherheit
dabei könnte alles so anders sein
in Unbekanntem unbekannt bleiben, unerkannt
wir treiben knapp unter der Oberfläche dahin
und strecken den Hals gelegentlich müde in die Höhe
der Papierweg ist verstopft
Schwächen offen zu zeigen
könnte sich als Stärke erweisen
Lüge, eitel Selbstinszenierung
schöne Fassaden sind auch schön - als Fassade
ein Paravant, flüchtig aufgestellt
rund um bittere Erbärmlichkeit
will verschwinden hinter Tönen
und mich einhüllen, will mich kleiden in sie
Du wagst, Dich im Verborgenen zu zeigen
als ein Spiel
wenn der Sinn untergegangen ist
will ich dem Klang nachlauschen
der sich selbst mitteilt
die brauchen Dich nicht
die nehmen sich nur, was sie brauchen
die hassen die Wahrheit, weil sie so negativ ist
was ist das Original, wenn alles eine Vervielfältigung ist
unwillkürlich, als Reflex, tausend Nichtigkeiten als Schwarm
als Wolke des Geschwafels
eine Kopie, eines großen Etwas, das wir alle sind?
Wie gut, dass ich bei den Guten bin
wie gut nur, wie gut......
(Ulrich Bauer, 2010)
Wie gut, dass ich bei den Guten bin
Am besten, ich mach' nicht viel Worte
und gehöre nicht zu denen,
die viel reden und nichts sagen
Du machst nicht viel Worte
traust ihrer Bedeutung nicht
sie haben sich zu oft gruppiert
Zu Lug, zu Trug
haben um deine Kaufkraft geworben
um Deine Wertschätzung
um deine Aufmerksamkeit
haben die Bedeutung in Hülsen gesperrt
in Bilder, die missbraucht und vergewaltigt
zu fetten Gemeinplätzen wuchsen
es ist ein nettes Hopping
über der unsichtbaren Hoheit
verkaufter Luftschlösser
aber dich plagt eine Sehnsucht nach Text
nach eigenen Worten
sie zieht dich weiter
in andere Formationen
viele Körper reden und sagen nichts
es ist genauso, wie dieser Satz,
eine vorbereiteter Gemeinplatz
eine automatisierte Deutung
eine hübsch geformte Lüge
der Sinn geht im universalen Geräusch unter
in weißen Rauschen, das sich gegenseitig auslöscht
und du bist ein Pirat der Patterns
Ich ist ein Anderer
mit den anderen vernetzt sein
ein Docking wagen, abseits der Kommunikation
sich in andere Positionen begeben
wagen, sie in Frage zu stellen
das willst Du vielleicht
Ich zu sagen,
ist eine Reaktion auf ständig wachsende Unsicherheit
dabei könnte alles so anders sein
in Unbekanntem unbekannt bleiben, unerkannt
wir treiben knapp unter der Oberfläche dahin
und strecken den Hals gelegentlich müde in die Höhe
der Papierweg ist verstopft
Schwächen offen zu zeigen
könnte sich als Stärke erweisen
Lüge, eitel Selbstinszenierung
schöne Fassaden sind auch schön - als Fassade
ein Paravant, flüchtig aufgestellt
rund um bittere Erbärmlichkeit
will verschwinden hinter Tönen
und mich einhüllen, will mich kleiden in sie
Du wagst, Dich im Verborgenen zu zeigen
als ein Spiel
wenn der Sinn untergegangen ist
will ich dem Klang nachlauschen
der sich selbst mitteilt
die brauchen Dich nicht
die nehmen sich nur, was sie brauchen
die hassen die Wahrheit, weil sie so negativ ist
was ist das Original, wenn alles eine Vervielfältigung ist
unwillkürlich, als Reflex, tausend Nichtigkeiten als Schwarm
als Wolke des Geschwafels
eine Kopie, eines großen Etwas, das wir alle sind?
Wie gut, dass ich bei den Guten bin
wie gut nur, wie gut......
(Ulrich Bauer, 2010)
Montag, 5. Oktober 2015
Verfall (Trakl)
Georg Trakl
VERFALL
Am Abend, wenn die Glocken Frieden läuten,
Folg' ich der Vögel wundervollen Flügen,
Die lang geschart, gleich frommen Pilgerzügen
Entschwinden in den herbstlich klaren Weiten.
Hinwandelnd durch den nachtverschlossnen Garten,
Träum' ich nach ihren helleren Geschicken,
Und fühl' der Stunden Weiser kaum mehr rücken -
So folg' ich über Wolken ihren Fahrten.
Da macht ein Hauch mich von Verfall erzittern.
Ein Vogel klagt in den entlaubten Zweigen
Es schwankt der rote Wein an rostigen Gittern,
Indess' wie blasser Kinder Todesreigen,
Um dunkle Brunnenränder, die verwittern
Im Wind sich fröstelnd fahle Astern neigen.
Sonntag, 4. Oktober 2015
Herbstlied (Tieck)
Herbstlied
Feldeinwärts flog ein Vögelein
Und sang im muntern Sonnenschein
Mit süßem, wunderbaren Ton:
Ade, ich fliege nun davon,
Weit! Weit! Reis' ich noch heut!
Feldeinwärts flog ein Vögelein
Und sang im muntern Sonnenschein
Mit süßem, wunderbaren Ton:
Ade, ich fliege nun davon,
Weit! Weit! Reis' ich noch heut!
Ich
horchte auf den Feldgesang,
Mir ward so wohl und doch so bang,
Mit frohem Schmerz, mit trüber Lust
Stieg wechselnd bald und sank die Brust,
Herz! Herz! Brichst du vor Wonn' oder Schmerz?
Mir ward so wohl und doch so bang,
Mit frohem Schmerz, mit trüber Lust
Stieg wechselnd bald und sank die Brust,
Herz! Herz! Brichst du vor Wonn' oder Schmerz?
Doch
als ich die Blätter fallen sah,
Da dacht ich: Ach, der Herbst ist da!
Der Sommergast, die Schwalbe zieht
Vielleicht so Lieb' und Sehnsucht flieht,
Weit! weit! Rasch mit der Zeit!
Da dacht ich: Ach, der Herbst ist da!
Der Sommergast, die Schwalbe zieht
Vielleicht so Lieb' und Sehnsucht flieht,
Weit! weit! Rasch mit der Zeit!
Doch
rückwärts kam der Sonnenschein,
Dicht hinter drauf das Vögelein,
Es sah mit tränend Angesicht
Und sang: die Liebe wintert nicht,
Nein! Nein. Ist und bleibt Frühlingsschein!
Dicht hinter drauf das Vögelein,
Es sah mit tränend Angesicht
Und sang: die Liebe wintert nicht,
Nein! Nein. Ist und bleibt Frühlingsschein!
Von
Ludwig Tieck, 1773 bis1853
(Singvögel haben's wohl heutzutage schwerer)
Samstag, 3. Oktober 2015
Tod und Unruhe
Frei von allzu großer Unruhe sein. Geht das
angesichts des Todes? Vielleicht im Glauben an das Jenseits. Weg
sein. Aufhören zu existieren. Aber entweder in die Hölle oder in
den Himmel kommen. Heute sind viele Menschen sehr beunruhigt, weil
sie keinen Glauben haben. Unsere Zeit glaubt, dass der Tod sinnlos
sei. Argument gefällig? Stell dir vor, das Leben sei nicht endlich.
Das auf diese Einsicht folgende Leben könnte jegliche Spannung
verlieren und tödlich langweilig sein. Alles was Grenzen hat, ist
wertvoll. Wird gesagt. Bis zu Ende wird das nicht gedacht, weil der Tod ja tabu ist. Wir alle könnten plötzlich sterben. Auch die, die sich sehr sicher fühlen. Noch müssen alle Menschen sterben, auch wenn die soziale Polarisierung und der medizinische Fortschritt hier allmählich für eine neue Einseitigkeit sorgen.
Freitag, 2. Oktober 2015
Donnerstag, 1. Oktober 2015
Steuer ungeheuer
Vom Bund der
Steuerzahler ist eben wieder ein „Schwarzbuch“ erschienen. Darin
ist anhand einer noch nicht einmal vollständigen Liste aufgeführt,
wo und wofür welche Summe Geldes von Politikern verschwendet wurde. Ganz
ordentliche Gelder kommen da zusammen und mich wundert es wie jedes Jahr
um diese Zeit, wie flott dieses von der Politkaste weggebügelt wird
und wie reibungslos viele Medien dabei mitspielen. Nach drei Tagen ist
das alles vergessen und jeder hat die Formel „im Vergleich zu
anderen Ländern ist das ja ganz ordentlich“ verinnerlicht. Nun ja,
ein paar Milliönchen hin oder her, es können auch Milliarden sein: der Berliner Flughafen BER oder der Stuttgarter Hauptbahnhof zum Beispiel.
Kolateralschäden. Es würde auch viel schlimmer gehen. Ob diese
Mentalität auch Politikverdrossenheit erzeugt? Wer wird nach welchen
Mechanismen in den Bundestag gewählt und wer funktioniert dann
streng nach Parteiräson und eine von Parteigenerälen vorgegebene
Richtung? Wie einig sich die alle sind, wenn es darum geht, riesige
Fehler zu kaschieren! Es dürfte ausführlicher darüber gestaunt
werden.
Mittwoch, 30. September 2015
Dienstag, 29. September 2015
Wahrnehmung füreinander
Unsere
Umwelt neu wahrnehmen? Könnte lohnen. Nein, wir kennen sie nicht
schon längst, unsere Umwelt. Etwas neu wahrzunehmen könnte ein
Gefühl der Intensivierung schaffen. Des besseren „Bei-sich-Seins“.
Wir könnten es versuchen, für eine bestimmte Zeit die Sichtweise
eines anderen Menschen, oder sogar die eines Tieres einzunehmen.
Keine Angst! Nur für eine gewisse Zeit. Aber dadurch könnten sich
neue Sichtweisen auch für unser „bekanntes“ Ich ergeben. Wir
könnten besser nachvollziehen, wie relativ doch vieles ist, wie
wenig Rechthaberei uns nützt, ja, wir könnten mehr Respekt und
Achtsamkeit für unsere Mitmenschen aufbringen. Eine andere, sehr
erquickliche Übung könnte sein, ins Kino zu gehen, sich bestimmte
Filme im Fernsehen anzuschauen. Auch dabei versetzen wir uns
unwillkürlich in andere Perspektiven hinein, wir blicken eine
bestimmte Zeit lang durch die Augen einer anderen Person, geraten in
eine andere Welt. Dass diese dann möglichst viele Kompensationen und
Abenteuergelüste bei den meisten Menschen befriedigen soll, ist eher
Beiwerk, nicht Hauptsache. Filme schaffen Empathie, können eine
Perspektive jenseits des kurzatmigen Rhythmusses unserer Medienwahrnehmung aufzeigen, fördern das Verständnis füreinander.
Montag, 28. September 2015
Trägheiten
Es war auch die Trägheit, die immer gebremst hat.
Natürlich die Trägheit. Das im Sein sein. Das jämmerliche
Vegetieren. Von einem zum andern. Dieses „man wird sehen“.
Die Sphäre unter den Fingernägeln des Alltags, die hat dich nicht
nur interessiert, sie drängte sich dir geradezu auf. Die Basics, die
erkanntest du: Das „sich inszenieren“, egal als was. Wenn nötig als
Intellektueller. Als Bohemian. Als Gutmensch. Als
Durchsetzungsfähiger. Als Winner. Als Wichtig. Als Politprofi. Alles ist eine Frage
der Menschenführung. Die Basics sind: es gibt Alpha- und Omegas. Du
musst der Boxer sein. Die anderen vor dir her treiben. Bestimmen. Abkassieren.
Ich habe mit der Muttermilch eingesogen, dass es auch darum ginge, solche scheinbar von der Natur gesetzten Bedingungen zu überwinden. Dabei sind sie das einzig wichtige. Dieses im Halbschlaf Dämmern hat es dir vor Augengeführt. Wenn du nur bei dir bist. Wenn der Fernseher nicht läuft und du auch kein Buch zur Hand hast. Keine Ablenkung. Du hast es mit dir selbst aushalten müssen, du musst das ein Leben lang. Hast zu hohe Erwartungen an dich gehabt, implizit. Die Typen entwickeln sich in ihre Richtungen, nutzen Möglichkeiten. Als Taugenichts, Lehrer, Musiker, Programmierer. Familienmensch. Früher in die USA ausgewandert. New York. Auswanderer, Pionier im Westen. - jetzt sind wir viel weiter und können lachen über alles und über uns: wie naiv wir doch damals waren! Wir Menschen. Woher kommen solche „Resets“?
Es ist genau das, was ich zu überwinden suche, diese unharmonische, von außen bestimmte zerrissene Persönlichkeit. Wir wollen eine vorläufige Einheit. Wir wollen über uns selbst lachen in der Gegenwart. Nicht über die Vergangenheit.
Ich habe mit der Muttermilch eingesogen, dass es auch darum ginge, solche scheinbar von der Natur gesetzten Bedingungen zu überwinden. Dabei sind sie das einzig wichtige. Dieses im Halbschlaf Dämmern hat es dir vor Augengeführt. Wenn du nur bei dir bist. Wenn der Fernseher nicht läuft und du auch kein Buch zur Hand hast. Keine Ablenkung. Du hast es mit dir selbst aushalten müssen, du musst das ein Leben lang. Hast zu hohe Erwartungen an dich gehabt, implizit. Die Typen entwickeln sich in ihre Richtungen, nutzen Möglichkeiten. Als Taugenichts, Lehrer, Musiker, Programmierer. Familienmensch. Früher in die USA ausgewandert. New York. Auswanderer, Pionier im Westen. - jetzt sind wir viel weiter und können lachen über alles und über uns: wie naiv wir doch damals waren! Wir Menschen. Woher kommen solche „Resets“?
Es ist genau das, was ich zu überwinden suche, diese unharmonische, von außen bestimmte zerrissene Persönlichkeit. Wir wollen eine vorläufige Einheit. Wir wollen über uns selbst lachen in der Gegenwart. Nicht über die Vergangenheit.
Sonntag, 27. September 2015
Politik, Menschen, Verdrossenheit
Politik und die Menschen: Politik könnte
Lenkungsfunktion haben, im Sinne der Menschen. Beispiel:
Gesundheitssystem. In anderen Ländern natürlich schlechter als
hier. Aber wollen wir hier zu solchen Verhältnissen? Oder sind die
Deutschen stolz auf ihr Gesundheitssystem? Problem nur: die
ländlichen Gebiete. Wer in der Stadt (je größer, desto
besser...natürlich) eine Praxis sucht, hat einigermaßen Aussicht
auf Erfolg. Wer im ländlichen Raum ärztliche Betreuung sucht, muss
unter Umständen weit fahren, - sofern er noch kann. Wer nach
Zahlenverhältnissen, wieviel Patienten in der Stadt und wieviel auf
dem Land pro Arzt betreut werden ollen, wird erstaunt sein. Ein
krasses Missverhältnis, das auch Politikern auffallen müsste. Doch
die Lage verschäft sich zusehends, „auf dem Lande“ werden die
Verhältnisse ziemlich schnell zunehmend unerträglich. Gleichzeitig
wird seit Jahren eine ambulante Altenbetreuung propagiert und wird
der Trend zum Dasein als Single immer bestimmender. Als
alleinstehender alter Mensch habe ich also nahezu keine Aussicht auf
zeitnahe kompetente Betreuung, - außer vielleicht im Heim. Wie passt
das zusammen? Welches Licht wirft so etwas auch auf die Motivation
von Ärzten? Fragen, die erlaubt sein müssen. Ob „die Politik“
ein bisschen zu wenig Verbindung zu den tatsächlichen
Lebensverhältnissen von Menschen hat? Ob das zur immer krasser
werdenden Politikverdrossenheit beiträgt? Ob es aus Idiologiegründen
kein anderes Anreizsystem als den unmittelbaren Profit mehr gibt? Ob
dies die Apologeten des Wettbewerbs gezielt aus der Situation heraus
kitzeln? Die gegenwärtige Flüchtlingssituation in Deutschland
scheint dem zu widersprechen. Scheint. Altruismus. Empathie. Doch
auch hier hat sich die Politik zurück gezogen. Lenken und leiten,
durchführen, machen und tun: das wird von ehrenamtlichen Kräften
besorgt. Die Politik veranstaltet Konferenzen und kümmert sich um
Kompetenzen: zwischen Bund, Ländern und Kommunen. Zwischen
europäischen Ländern und anderen Organisationseinheiten. Dabei
werden dann Ausschüssen gegründet und Zusammenkünfte im Abstand
von 4 Wochen anberaumt. Hm, ob darin auch ein Problem liegt?
Samstag, 26. September 2015
Freitag, 25. September 2015
Donnerstag, 24. September 2015
Auto und Fakten
Wir reiben uns die
Augen. Wir müssen wohl träumen.... Es wird doch tatsächlich
diskutiert, ob nicht andere Autohersteller auch kontrolliert werden
sollten, ob ihre Dieselkisten tatsächlich die angegeben Abgaswerte
erfüllen, - da ein Verdacht besteht, dass „die anderen“ ebenso
getrickst haben. Ja ist das denn nicht schon längst unterwegs?
Müssen denn die USA durchweg die ersten sein? Was soll der ganze
Widerstand gegen TTIP, wenn die EU Abgaswerte hätte, die weit
schlechter als die der USA wären und zudem weniger konsequent
gehandhabt würden als diejenigen in den USA? Haben die USA
diesbezüglich bessere Standards? Welche Rolle spielen da die
öffentlich bestellten Kontrolleure? Müssen sie etwa im Auftrag
ihrer Auftraggeber gezielt wegschauen, weil die deutsche Industrie
wesentlich vom Auto bestimmt wird? Gibt es dort etwa eine Kumpanei
zwischen den Kontrolleuren und den Kontrollierten? Fragen über
Fragen. Alle Fakten müssten auf den Tisch, erklärt die Kanzlerin.
Was sie wohl damit meint? Nun, die USA lassen kontrollieren und schon
jetzt scheint sich abzuzeichnen, dass andere Hersteller auch
tricksen. Ob das bedrohlich wird? Für wen? Für Vorstände? Für
Aufsichtsratsmitglieder, für Gewerkschaftsbosse? Dieser ach so
bemitleidenswerte Winterkorn ist zurück getreten. Und überall wird
heftig diskutiert, ob er von den Manipulationen gewusst hat. Die
Arbeitnehmer ergießen sich in Mitleid für den Boss. Der Mann hat ja
so viel Verantwortung, wurde oft als Begründung für sein
sagenhaftes Salär behauptet. Nun, wie ist's jetzt mit der
Verantwortung? Die trägt er doch völlig unabhängig davon, ob er
etwas gewusst hat oder nicht? Er hätte viel früher zurücktreten
müssen. Für was wird und wurde er denn bezahlt (jetzt wohl mit
einer fürstlichen Abfindung, so, wie das in solchen Kreisen üblich
ist...)???? Mal sehen, was sich noch entwickelt, - selbstverständlich
von den USA aus, denn unsere Kontrollbehörden scheinen ja in einem
Verhältnis der Kumpanei zu den Autoherstellern zu stehen. Auf
Klärung solcher Verdachtsmomente wird ja wohl allzu gerne
verzichtet. Und auf die Qualität der Umwelt scheint es ja angesichts
des Totschlagarguments „Arbeitsplatz“ auch nicht mehr anzukommen.
Gute Luft ist ein Allgemeingut, die auch Betriebe und Unternehmen für
ihre Zwecke verwenden. Oder allgemeiner: Die volkswirtschaftliche
Ebene wird in dieser Hinsicht konsequent zugunsten der
betriebswirtschaftlichen vernachlässigt.
Mittwoch, 23. September 2015
Optimismus reloaded
Alles fällt scheinbar
auseinander, die Kriege vermehren sich und die Klimakatastrophe
schreitet voran. Weltsichten brechen zusammen oder werden aus
einigermaßen Überholtem runderneuert, Hierarchien sind in Frage
gestellt, Gesellschaften verlieren ihre Erdung und brechen dann
zusammen. Der Mensch als „Beherrscher der Dinge“ ist in Frage
gestellt, Aufklärung fällt zurück, in Wahn, in Skepsis, in pseudoreligiösen Eifer. Die Jagd nach dem Glück ist für die
meisten Menschen erstmal ausgesetzt: ein paar nur können sich alles
erlauben und besitzen grinsend die Welt. Kurzfristige Idiologien, die
scheinbar die Welt erklären, haben Konjunktur, und man ist, was man
isst. Doch der bürgerlich gewordene Hedonismus zieht nicht mehr so
richtig. Mögen einen die Flugzeuge jederzeit überallhin bringen:
ihr Spritverbrauch macht genauso Sorgen, wie jener der teuren
Motorkisten, die reiche Leute Automobile nennen und die überwiegend aus
Deutschland kommen, um nicht nur in Europa brav im Stau zu stehen oder die Luft zu verpesten. Es
ist uns wahrer technischer Fortschritt versprochen (wie dieser aussehen kann, war gerade in den vergangen Tagen zu bestaunen), nicht nur selbstfahrende
Autos, stauumfahrende Systeme und Internet der Dinge: alles, was das Begehren für etwas wecken soll. Für was, das wissen wir so recht noch nicht. So ist der Mensch halt. Wir
haben uns verhoben, das Gefühl verlässt uns kaum noch. Ob das alles
so lebenswert ist? Ob es uns glücklicher macht? Ob wir dadurch mehr
Zeit haben? „Wo bin ich? Wo war ich? Wo werde ich sein?"
Dienstag, 22. September 2015
Autos revisisted
Oh weh! Noch gestern
hielten die Medienfexe den VW-Mitarbeitern das Mikro unter die Nase.
„Was wollt ihr denn? Die andern machen das doch auch alle...“ war
oft die Antwort auf eilfertig gestellte Fragen. Wenn das wahr wäre, dann ginge es jetzt steil bergab mit
der „reichen und starken Nation“, die doch beliebig viele
Menschen bei sich aufnehmen kann, gerade weil sie ja so reich und stark ist.
Immerhin gibt die hiesige Automobilindustrie dem Export „starke
Impulse“. Oder sogar sehr starke. Made in Germany. Wettbewerb. Ob sie das in Zukunft auch
noch tut? Derweil stellen eine dauerlächelnde Kanzlerin und ein
grinsender Ex-Kanzler eine Biografie vor, die sich selbst im Einklang mit der Hauptperson verherrlicht und
Schröder mit seiner Agenda 2010 als den Retter der deutschen
Wirtschaft feiert, was auch die Kanzlerin dann auch in ihrer
Lobesrede ausgiebig tut. „Ohne jeden Zweifel“ sei das alles, lässt die
Kanzlerin dazu verlauten, und mancher hört auch schon wieder ihr
berühmtes Credo „alternativlos“ dahinter. Ob die Hartz 4-Gesetze
(der Namensgeber hatte auch seine Probleme mit der Justiz...) nicht
wohl dazu beigetragen haben, dass es einer Kaste von
Besserverdienenden noch besser geht und die Klasse der armen
Schlucker noch schneller in den Abgrund gekehrt wurde?
„Fordern und fördern“, so eine der von den Medien willfährigst kolportierten Begleitphrasen dieser Politik. Schröder wechselte denn auch sehr hurtig zur russischen Gazprom, um dort unter der Oberherrschaft eines "lupenreinen Demokraten" treue Dienste zu tun.
Die Linken und Teile der SPD fordern dagegen wacker ihre Vermögens- und Finanztransaktionssteuer weiter und vermuten solche Maßnahmen als Allheilmittel gegen die Polarisierung der Gesellschaft. Derweil scheint die Autoindustrie im großen Stil getrickst zu haben und man darf gespannt darauf sein, wie die hiesigen Abgas- und Verbrauchstests ausgehen. Das Kraftfahrtbundesamt scheint da ja in der Vergangenheit beharrlich dran vorbeigeschaut zu haben, dass auch dabei permanent getäuscht worden ist. Sein amerikanisches Pendant tut das offensichtlich nicht. Es geht ja auch gegen einen ausländischen Konzern. Dass Abgas- und Verbrauchswerte manipuliert wurden, es scheint für manche eine offene Sache zu sein, nahezu jeder wusste und weiß offenbar davon. Jetzt ist es aber plötzlich ein "Skandal". Deshalb erhebt sich die Frage: wer kontrolliert eigentlich das Kraftfahrtbundesamt? Und wer den Verkehrsminister? Das wählende Volk?
„Fordern und fördern“, so eine der von den Medien willfährigst kolportierten Begleitphrasen dieser Politik. Schröder wechselte denn auch sehr hurtig zur russischen Gazprom, um dort unter der Oberherrschaft eines "lupenreinen Demokraten" treue Dienste zu tun.
Die Linken und Teile der SPD fordern dagegen wacker ihre Vermögens- und Finanztransaktionssteuer weiter und vermuten solche Maßnahmen als Allheilmittel gegen die Polarisierung der Gesellschaft. Derweil scheint die Autoindustrie im großen Stil getrickst zu haben und man darf gespannt darauf sein, wie die hiesigen Abgas- und Verbrauchstests ausgehen. Das Kraftfahrtbundesamt scheint da ja in der Vergangenheit beharrlich dran vorbeigeschaut zu haben, dass auch dabei permanent getäuscht worden ist. Sein amerikanisches Pendant tut das offensichtlich nicht. Es geht ja auch gegen einen ausländischen Konzern. Dass Abgas- und Verbrauchswerte manipuliert wurden, es scheint für manche eine offene Sache zu sein, nahezu jeder wusste und weiß offenbar davon. Jetzt ist es aber plötzlich ein "Skandal". Deshalb erhebt sich die Frage: wer kontrolliert eigentlich das Kraftfahrtbundesamt? Und wer den Verkehrsminister? Das wählende Volk?
Groß und Klein (1)
Das Große spiegelt sich im
Kleinen. Jetzt sind sie aus aller Welt zurückgekehrt, die Urlauber.
Mal was anderes. Die Tapete ausgetauscht. Ausgespannt. Erholt. Am
Meer. In den Bergen. Irgendwo, wo's anders ist. Scheinbar. Nicht
links und nicht rechts geblickt. Wieso denn? War doch alles „All
inclusive“. Die Käseglocke mit hinaus genommen in diese Welt, die
gerade von Kriegen und Naturzerstörungen zerfetzt wird? Warum denn
immer so schwarz sehen? An den Polen sind riesige Erdgas- und
Ölvorkommen gefunden worden. Und eine gut zahlende Vorhut macht sich
anscheinend schon zu anderen Sternen auf. Das wird günstiger werden.
Doch wir brauchen wohl nicht so weit zu fahren. Diejenigen, die am weitesten in den Urlaub hinweg fliegen oder fahren (natürlich bei entsprechenden Emissionen), haben oft von ihrer unmittelbaren Umwelt keine Ahnung. Auch hier gibt’s einen Micro- und Macrokosmos. Kleine und große Tiere, die uns verständnislos anschauen. Die ersten Wölfe wurden freudig begrüßt und sind mittlerweile verteufelt, weil sie den Schäfern schaden. In diesem Fall den Außenposten der Zivilisation. Des wirtschaftlichen Erfolgs. Natürlich sind da Einzelne betroffen, die sich wehren. Sie sind halt nicht die Sündenböcke des Ganzen, sondern sie werden dazu gemacht. Doch wer sieht den größeren Zusammenhang? Die Naturzerstörung in Europa und auf der ganzen Welt? Ob da ein Punkt kommt, den die angelsächsische Welt „Point of no return“ nennt? Spätestens dann, wenn alle Regenwälder platt gemacht und in Ölplantagen umgewandelt sind? Die Verbindungen zu den „Bedürfnissen“ Europas zu studieren, könnte aufschlussreich sein. Hier in Deutschland scheinen zunehmend Zentren über die Peripherien zu herrschen. Wie „draußen“ in der Welt. Die großen Metropolen platzen aus allen Nähten, das ländliche Gebiet verödet. Globaler Trend. Vereinheitlichung. Das Bestreben, alles ökonomisch nutzbar zu machen, vernichtet natürliche Ressourcen. Diese sind für ökonomisch schwache Menschen Naherholungsgebiete, für ökonomisch starke gibt es die Fernflüge. Polarisierung. Muss einem nicht alles verderben, sollte aber „im Blick behalten“ werden, eine Formulierung, die ein deutscher Hochschulprofessor neulich in einer Fernsehsendung verlauten ließ.
Doch wir brauchen wohl nicht so weit zu fahren. Diejenigen, die am weitesten in den Urlaub hinweg fliegen oder fahren (natürlich bei entsprechenden Emissionen), haben oft von ihrer unmittelbaren Umwelt keine Ahnung. Auch hier gibt’s einen Micro- und Macrokosmos. Kleine und große Tiere, die uns verständnislos anschauen. Die ersten Wölfe wurden freudig begrüßt und sind mittlerweile verteufelt, weil sie den Schäfern schaden. In diesem Fall den Außenposten der Zivilisation. Des wirtschaftlichen Erfolgs. Natürlich sind da Einzelne betroffen, die sich wehren. Sie sind halt nicht die Sündenböcke des Ganzen, sondern sie werden dazu gemacht. Doch wer sieht den größeren Zusammenhang? Die Naturzerstörung in Europa und auf der ganzen Welt? Ob da ein Punkt kommt, den die angelsächsische Welt „Point of no return“ nennt? Spätestens dann, wenn alle Regenwälder platt gemacht und in Ölplantagen umgewandelt sind? Die Verbindungen zu den „Bedürfnissen“ Europas zu studieren, könnte aufschlussreich sein. Hier in Deutschland scheinen zunehmend Zentren über die Peripherien zu herrschen. Wie „draußen“ in der Welt. Die großen Metropolen platzen aus allen Nähten, das ländliche Gebiet verödet. Globaler Trend. Vereinheitlichung. Das Bestreben, alles ökonomisch nutzbar zu machen, vernichtet natürliche Ressourcen. Diese sind für ökonomisch schwache Menschen Naherholungsgebiete, für ökonomisch starke gibt es die Fernflüge. Polarisierung. Muss einem nicht alles verderben, sollte aber „im Blick behalten“ werden, eine Formulierung, die ein deutscher Hochschulprofessor neulich in einer Fernsehsendung verlauten ließ.
Montag, 21. September 2015
Hm
Wie peinlich ist das denn?
Messungswerte per Software manipuliert? Seltsame Entwicklungen.
Spukhaft, nicht "spooky". Software, digitale Module etc. kann ja sowieso
niemand mehr überprüfen, - außer ein paar Spezialisten. Dieselfahrzeuge möglicherweise als
„Abgasschleudern“? Ausgerechnet Fahrzeuge, Autos, der
Export-Stolz der deutschen Industrie? Der Exportschlager und
Sinnbeschaffer für eine ganze Nation guter Menschen? Viele viele
Milliarden Strafzahlungen stehen offenbar im Raum. Der darüber
hinaus gehende Imageschaden wäre kaum mehr gut zu machen? Allerlei
Spekulationen schießen ins Kraut? Und das alles mit einem
Vorstandsvorsitzenden, der ungefähr 17 Millionen im Jahr verdient?
Ja geht es denn noch offensichtlicher? Zugegebener Lug und Betrug als
Grundlage dafür, möglichst vielen anderen Menschen auf der Welt luftverpestende
Kraftwagen anzudrehen? Das kann nicht wahr sein, enthüllt aber viel
von der (deutschen) Wirklichkeit. Doping für Autos, um sich im "Wettbewerb" einen Vorteil zu erschleichen? Mauscheleien?
Manipulationen? Ach was! Besserwisser unterwegs? Welterklärer? Das sind nur kleine Kolateralschäden. Alles ganz anders. Be positive!
Aber der Vorfall erklärt sich halt selbst optimal. Die Hosen sind ganz öffentlich heruntergelassen. Und China scheint gut dabei zu sein beim Konzern und seinen Tricksereien. Das Land Niedersachsen auch. Wow. Pikant. Es bleibt einem die Luft weg. Ob das die eiligst bestellten und gut bestallten Rechtsverdreher noch hinkriegen? Prozesse, einstweilige Verfügungen etc.? Gleichzeitig muss ein großer Computerhersteller offenbar einräumen, dass sein „Store“ für Apps von Hackern geknackt wurde und etliche dieser Apps mit einer „Schadstoff“-Software infiziert sind. Zweck: Daten ausspionieren. Ob die so gefährlich ist? Ja sind die denn so wertvoll? Ein ach so günstiger Bildtelefondienst funktioniert plötzlich auch nicht mehr.Ohne weitere Auskünfte von seiten des Betreibers. Aufwachen heißt die Devise! Aufwachen. Der Wahrheit ins Gesicht blicken, auch vom spassigsten und positivsten Party-Dancefloor aus!
Aber der Vorfall erklärt sich halt selbst optimal. Die Hosen sind ganz öffentlich heruntergelassen. Und China scheint gut dabei zu sein beim Konzern und seinen Tricksereien. Das Land Niedersachsen auch. Wow. Pikant. Es bleibt einem die Luft weg. Ob das die eiligst bestellten und gut bestallten Rechtsverdreher noch hinkriegen? Prozesse, einstweilige Verfügungen etc.? Gleichzeitig muss ein großer Computerhersteller offenbar einräumen, dass sein „Store“ für Apps von Hackern geknackt wurde und etliche dieser Apps mit einer „Schadstoff“-Software infiziert sind. Zweck: Daten ausspionieren. Ob die so gefährlich ist? Ja sind die denn so wertvoll? Ein ach so günstiger Bildtelefondienst funktioniert plötzlich auch nicht mehr.Ohne weitere Auskünfte von seiten des Betreibers. Aufwachen heißt die Devise! Aufwachen. Der Wahrheit ins Gesicht blicken, auch vom spassigsten und positivsten Party-Dancefloor aus!
Sonntag, 20. September 2015
Flüchtlingsphänomen und seine Bewältigung
Das Flüchtlingsphänomen birgt in
Wirklichkeit auch ein soziales Problem: Die Unternehmen kassieren
immer noch ab an diesen unsäglichen Waffenexporten, die
Allgemeinheit fängt die dadurch verursachten Verluste in Form von
Flüchtlingen aus den Kriegsgebieten auf, - der scheinbar linke Spruch dazu
heißt: "die Gewinne privatisieren und die Verluste sozialisieren". In
den Talkrunden sitzen meist medial geformte Sabber- und Gutmenschen, die an
sozialen Verteilungskämpfen nicht teilhaben, weil sie von vornherein
entsprechend gut alimentiert sind (auf wessen Kosten wohl?). Der mit entsprechendem Selbstbewusstsein vorgetragene und "Ehrlichkeit" vortäuschende Spruch heißt dann "Wir sind ja davon nicht betroffen!". Ein Politologe hat in dieser Woche lächelnd darauf hingewiesen, dass die Politik die unteren 25 % der Bevölkerung "Im Auge behalten solle". Selbstverständlich ist es kein
Problem für diese Talkshowschwätzenden und schönsprechenden Leute, Parolen zu dreschen und im Strom der
political correctness mitzuschwimmen, - unverbindlich natürlich. Man
sollte sie alle fragen, was eigentlich sie persönlich zur
Bewältigung der damit verbundenen Probleme beitragen. Doch solche
Fragen sind in den Talkshows selten zu hören. Hoffen wir, dass die
deutschen Hilfe- und Empathieleistungen nicht von der kurzfristigen
Art sind, wie sie von denjenigen Medien hervorgerufen werden, die von
den Mächtigen protegiert werden. Aufregung, Empörung,
Betroffenheit. "Je suis Charlie". Inhalte sind da austauschbar. „Wir“ sind die
Gutmenschen? Dann sollten „wir“ das nachhaltig beweisen.
Nachhaltig! Jetzt die große emotionale Welle und wenn sie dann nach
scheinbaren Medienzwangsläufigkeiten bald ausläuft, kommen die
Verteilungskämpfe. Dazu gehört auch die unsägliche Idee,
„Flüchtlinge“ zu Löhnen unterhalb des Mindestlohns einzusetzen.
Ach! Das darf doch nicht wahr sein! Lohndumping wieder eingeführt.
Einer unterbietet den anderen? Das alte Marxismusding? Der Billigste wird genommen? Und das
Ganze mit einer Koalition, bei der die SPD mehr schlecht (TTIP) als
recht (Mindestlohn) mitmacht? Man reibt sich die Augen. Die
flüchtigen Menschen ausnutzen? Als ob es nicht reiche, dass sie sich
in „Gute“ und „Schlechte“ einteilen lassen müssten, zwecks
besserer Abschiebbarkeit!
Andererseits werden die Ressourcen von den wohlbestallten Gutmenschen nur zu gerne verteilt, als ob es nur Fremdenfeindlichkeit und reiche Gesinnungsengel geben würde. Wir sind reich? Nun ja, wie sah's denn bisher mit der verfallenden Infrastruktur aus? Mit den KITAs? Mit den überall übelst vorgetragenen Sparzwängen, die zuallererst die sozial Benachteiligten auszutragen hatten? Auf wessen Kosten wohl die 10 (!) Milliarden gehen, die alleine dieses Jahr für den guten Zweck aufgebracht werden müssen? Wir bräuchten ein paar viele einfühlsame Menschen, eine wahrlich empathische Mitleidskultur, die weiß, was sie warum kann und die eine Nachhaltigkeit aufzuweisen hat. Die nicht jeden als „Rassisten“ denunziert und zensiert, der auf nicht gelöste bzw. strukturelle Probleme hinweist oder sich weitergehende Folgerungen erlaubt. Der sich Gedanken macht.
Andererseits werden die Ressourcen von den wohlbestallten Gutmenschen nur zu gerne verteilt, als ob es nur Fremdenfeindlichkeit und reiche Gesinnungsengel geben würde. Wir sind reich? Nun ja, wie sah's denn bisher mit der verfallenden Infrastruktur aus? Mit den KITAs? Mit den überall übelst vorgetragenen Sparzwängen, die zuallererst die sozial Benachteiligten auszutragen hatten? Auf wessen Kosten wohl die 10 (!) Milliarden gehen, die alleine dieses Jahr für den guten Zweck aufgebracht werden müssen? Wir bräuchten ein paar viele einfühlsame Menschen, eine wahrlich empathische Mitleidskultur, die weiß, was sie warum kann und die eine Nachhaltigkeit aufzuweisen hat. Die nicht jeden als „Rassisten“ denunziert und zensiert, der auf nicht gelöste bzw. strukturelle Probleme hinweist oder sich weitergehende Folgerungen erlaubt. Der sich Gedanken macht.
Freitag, 18. September 2015
Donnerstag, 17. September 2015
Mittwoch, 16. September 2015
Naturbeherrschung
Es tut mir weh, wenn
ich an diese wunderbaren Landschaften denke: eine riesige
Wasserknappheit herrscht in Kalifornien, Felder werden aufgegeben,
Wälder brennen ab. Es muss dies alles in den USA ein schwerer Schlag für den
Hang zur Naturbeherrschung sein. „Young men go west“: wer eine
neue Zukunft will, setzt sich in Richtung Westen in Bewegung. Lake
Powell, der Hoover Damm, der leergepumpte Mono Lake: Denkmäler eines
Drangs, der zur Dynamik der USA viel beigetragen hat. Das Wasser wird knapp, der Colorado wurde schon vor Jahren angezapft. Nur: Sie
steuern zu spät um. Obama will zwar etwas gegen den riesigen
Energiehunger seines Landes tun, aber die Republikaner haben ihm schon
längst Kontra gegeben. Ökologie ist recht und gut, solange es nicht
zur Beeinträchtigung unserer Wirtschaft führt, so allzu kurz
zusammengefasst ihr Credo. Luftschutzmaßnahmen schaden natürlich
der Wirtschaft, ein Blick auf die Atomwirtschaft genauso. Die
Klimaanlagen, die Ausländer schon zum Frühstück mitten in der
Wüste frieren und frösteln lassen: „Brauchen wir, das ist unser
Lebensgefühl“. Die verrücktesten Bewässerungssysteme, die das
Wasser im Überfluss versprenkeln: Überlebensnotwendig. Hm, - ein
bisschen zurücklehnen, würde die Devise heißen. Ihr seid nicht
mehr die Herren der Welt, auch wenn ihr euch als Supermacht fühlt.
Die Natur ist auch heutzutage stärker. Vulkane, Supervulkan im
Yellowstone? Sein Ausbruch würde nicht nur Nordamerika zerstören. Mount Rainier? Meteoriteneinschlag? Hat schon die Dinosaurier um die Ecke gebracht.
Könnte jederzeit wieder passieren. Ob wir das überleben würden?
„Young men go west“? Nun ja, ist fragwürdig.....ob man's ein bisschen globaler sehen sollte und nicht nur aus der Sicht von "God's own country" heraus?
Dienstag, 15. September 2015
Montag, 14. September 2015
Sonntag, 13. September 2015
Im Lauf der Zeit
Der
Film „Im Lauf der Zeit“ von Wim Wenders hat sich damals (1976)
als „Roadmovie“ ausgerufen und hat mich damals sehr stark
beeinflusst und beeindruckt. Rüdiger Vogler und Hanns Zischler als
Bruno und Robert ziehen darin der damaligen Zonengrenze entlang,
einer Art Niemandsland. Der eine repariert Kinoprojektoren, der
andere hat eben eine Trennung hinter sich und ist
selbstmordgefährdet. Beide sind relativ in sich gekehrt, sind einsam
und sehnen sich nach Frauen, zu denen sie aber aus sich heraus in
einer Art gezwungenem Abstand bleiben (müssen) und zu denen jegliche
Verbindung problematisch ist. Sie übernachten in ihrem Möbelwagen,
der durch die Dachluke wunderbare Blicke in den Nachthimmel eröffnet
und so den Film in etwas Alltagsmystisches und aus dem Augenblick
Kommendes hinüber ragen lassen, das schon viele Filmemacher gesucht
haben und das manche Western augenblicksweise eingefangen haben: Der
ruhige Blick, die gelassene Haltung, die im scheinbar Kleinen das
Große sehen kann, der Welt nahe kommen in der Poesie. Es entwickelt
sich eine ganz langsame Handlung, die eigentlich keine ist, sondern
das Reisen, das „Sich bewegen von einem zum andern Punkt“ zum
Thema macht. Heute ist Wenders ein Großwesir der Hochkultur. Er
macht viel, stellt auch mit großem Erfolg seine Fotos aus und ist so
etwas wie der romantische Herold des Kinos. Wie er, der ja sein
Projekt damals mehr aus dem Ungefähren heraus lenkte, als er ihm
klare Konturen gab, wohl auf meine Reaktionen reagiert hätte. In
einem Interview zu seinem 70.-sten Geburtstag hat Wenders neulich gesagt:
„Sich überhaupt auf etwas einzulassen, wird ja immer schwerer. Das
gilt für das Kino, aber auch für das tägliche Leben. Denn uns
allen fehlt es an Zeit, die ständig noch kostbarer wird.“ That's it: Zeit.
Der Film heißt „Im Laufe der Zeit“.
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Zeit
Samstag, 12. September 2015
Freitag, 11. September 2015
Der Mensch (1)
"Die
Krone der Schöpfung, das Schwein, der Mensch -: Geht doch mit
anderen Tieren um! Mit siebzehn Jahren Filzläuse Zwischen üblen
Schnauzen hin und her, Darmkrankheiten und Alimente, Weiber und
Infusorien, mit vierzig fängt die Blase an zu laufen -: meint ihr um
solch Geknolle wuchs die Erde von Sonne bis zum Mond ? Was kläfft
ihr denn? Ihr sprecht von Seele - Was ist eure Seele? Verkackt
die Greisin Nacht für Nacht ihr Bett - schmiert
sich der Greis die mürben Schenkel zu, und ihr reicht Fraß, es
in den Darm zu lümmeln,
meint
ihr, die Sterne samten ab vor Glück . . .?
Äh! - Aus erkaltendem Gedärm spie Erde wie aus anderen Löchern
Feuer,
eine
Schnauze Blut empor -: das torkelt
den
Abwärtsbogen selbstgefällig in den Schatten."
Das schrieb der Dichter Gottfried Benn einmal. Ätzend. Herb. Hart.
Realistisch. Direkt. Unverstellt. Der Mann war Arzt. Dermatologe.
Hatte viel mit dem Körperlichen zu tun. Mit dem Tod und Verfall.
Gottfried
Benn starb am 7. Juli 1956 in Berlin. Zwei Tage vor seinem Tod
waren Wirbelmetastasen diagnostiziert worden. Seltsam, von seinen
Gedichten geht auch heute noch eine große Anziehungskraft aus, von
der einigenden Kraft ihrer Worte, die doch dem allgemeinen Geschwätz
und netten Geplauder so unendlich weit überlegen sind.
Sehr angesagt scheint ein Veganertum zu sein, das den Finger darauf legt, dass Menschen Tiere fressen, dass Menschen die Tiere besonders in der Massentierhaltung grausam quälen. Aber auch sehr erwähnenswert mag sein, dass der Mensch schon mal seinesgleichen tötet. In Kriegen galt das einst als besonders ehrenhaft. Heute gibt es so viele Kriege, wie wohl selten in der Geschichte der Menschheit. Das gegenseitige „Sich-Abschlachten“ aus idiologischen, religiösen oder machtpolitischen Gründen scheint wieder in Mode gekommen, nachdem postmoderne Geister glaubten, so etwas überwunden zu haben. Doch das Nationale wird auch im postmodernen spätindustriellen Zusammenhang gerne mal gepflegt. Peinlich. Ersatzspielfelder bietet beispielsweise der Sport und totalitäres Gedankengut zuhauf. Auch die EU bietet derzeit wieder reichhaltiges Anschauungsmaterial zu den Egoismen solcher Organisationsformen, die sich doch im Zusammenhang eine gemeinsame Werthaltung geschworen haben. Offenbar braucht der Mensch solche Ventile und solche Formen der Identifikation im Größeren. Er scheint den Kampf gegeneinander zu brauchen. Höher, schneller, weiter. Es ist von hier aus nicht weit bis zur Wachstumsidiologie, die doch bis heute der Treiber für die „westlichen“ Gesellschaften zu sein scheint.
Sehr angesagt scheint ein Veganertum zu sein, das den Finger darauf legt, dass Menschen Tiere fressen, dass Menschen die Tiere besonders in der Massentierhaltung grausam quälen. Aber auch sehr erwähnenswert mag sein, dass der Mensch schon mal seinesgleichen tötet. In Kriegen galt das einst als besonders ehrenhaft. Heute gibt es so viele Kriege, wie wohl selten in der Geschichte der Menschheit. Das gegenseitige „Sich-Abschlachten“ aus idiologischen, religiösen oder machtpolitischen Gründen scheint wieder in Mode gekommen, nachdem postmoderne Geister glaubten, so etwas überwunden zu haben. Doch das Nationale wird auch im postmodernen spätindustriellen Zusammenhang gerne mal gepflegt. Peinlich. Ersatzspielfelder bietet beispielsweise der Sport und totalitäres Gedankengut zuhauf. Auch die EU bietet derzeit wieder reichhaltiges Anschauungsmaterial zu den Egoismen solcher Organisationsformen, die sich doch im Zusammenhang eine gemeinsame Werthaltung geschworen haben. Offenbar braucht der Mensch solche Ventile und solche Formen der Identifikation im Größeren. Er scheint den Kampf gegeneinander zu brauchen. Höher, schneller, weiter. Es ist von hier aus nicht weit bis zur Wachstumsidiologie, die doch bis heute der Treiber für die „westlichen“ Gesellschaften zu sein scheint.
Donnerstag, 10. September 2015
Mittwoch, 9. September 2015
Bundestagsdebattenkultur
Wieso eigentlich studieren
diese vom ZDF übertragenen Deppen auf der Regierungsbank des
Bundestags gelangweilt Akten und zeigen demonstrativ Desinteresse,
während Gysi zum x-ten mal wiederholt, dass Deutschland inzwischen
drittgrößter Waffenexporteur ist und die Kluft zwischen Arm und
Reich in diesem Land sich nach einer OECD-Studie ständig vergrößert? Das ist wohl
so, bloß weil's der Gysi von den Linken ist, - der natürlich auch
genau das macht und sagt, was alle von ihm erwarten! Wieso eigentlich
starren dieselben Leute bei der Rede der Bundeskanzlerin gebannt auf
die im himmelblauen Wams bewehrte Protagonistin, die mal wieder so
gar nichts zu sagen hat? In demonstrativer Habachtstellung. Ist das
Koalitionsdisziplin oder Opportunismus? Ob darin auch ein Grund
liegt, dass die Debattenkultur im Bundestag offensichtlich so stark
nachgelassen hat? Sind die Beteiligten so sehr in ihren Vorurteilen
gefangen, in ihrer verbohrten Weltsicht, dass sie sich mit den
Tatsächlichkeiten in diesem Land garnicht mehr zu beschäftigen
brauchen und alles ihren Karrierestreben unterordnen? Wer eigentlich
glaubt noch den Märchen aus der Käseglocke, die in diesem von einem
Stararchitekten gestylten und gekrönten Kuppel Gebäude verzapft
werden? Haben diese Leute ganz den Kontakt zur Wirklichkeit verloren?
Sicher, es gibt keine Alternative zur parlamentarischen Demokratie.
Aber muss das, was dort in Namen des Volkes passiert, so erstarrt,
so leblos und anpasserisch ausgerichtet sein? Das sind
Ersatzmonarchen auf Zeit, keine Frage. Die machen alles zu ihrem
Vorteil, was geht...klar. Aber projezieren wir auf diese Abgeordneten
und ihre exekutiven Vorsteher nicht andere Erwartungen?
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