Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
Montag, 28. Februar 2022
Wintersport?
Sonntag, 27. Februar 2022
Vision of a crap (Songtext)
Samstag, 26. Februar 2022
Welten aus Menschen
Freitag, 25. Februar 2022
Donnerstag, 24. Februar 2022
Valerie (42)
Mittwoch, 23. Februar 2022
Dienstag, 22. Februar 2022
Was hier, in diesem Blog, eine Rolle spielt - reloaded
Montag, 21. Februar 2022
Sonntag, 20. Februar 2022
Verteilungen
Samstag, 19. Februar 2022
Rücksichten
Freitag, 18. Februar 2022
Strenge Diät
Donnerstag, 17. Februar 2022
String Theory
Mittwoch, 16. Februar 2022
Renten
Dienstag, 15. Februar 2022
Wachstumslogik
Montag, 14. Februar 2022
Am Rande (Lyrik)
Sonntag, 13. Februar 2022
Samstag, 12. Februar 2022
Von Chronos
Freitag, 11. Februar 2022
Donnerstag, 10. Februar 2022
Spitzensport und Nationalismus
Mittwoch, 9. Februar 2022
Sozial ausgewogen
Dienstag, 8. Februar 2022
Valerie (41)
Montag, 7. Februar 2022
Vorgänge Rückgänge (revisited)
Sonntag, 6. Februar 2022
Samstag, 5. Februar 2022
"Alter weißer Mann"
Freitag, 4. Februar 2022
Paintscape Natures (Text)
PAINTSCAPE NATURES
Ich erinnere mich an die Welt und kann sie fühlen
Das Sein ist ein Teil von Dir und du bist bald wieder ein Teil von ihr
Du wachst auf im Aufzug und denkst „schon wieder!“
Das kann doch nicht sein, dass Du das bist
Das darf nicht sein, dein Leben geht darüber
was machst Du heute morgen in diesem Film
Draußen weht der Schnee alte Frauen durch die Straßen.
Der Kapitalismus bringt sich heute morgen selbst zu Fall
Die Natur in Dir treibt Blüten, das Sein will in Dir zu sich kommen
Du warst im Supermarkt und hast ins sexy Regal gegriffen
erzähl mir nicht, dass du tun musst was du tun musst,
Du bist nicht John Wayne und ich nicht Marylin Marlene
Du jagst Eichhörnchen, ich das Wunderbare
Schmerzen, Du lügst sie dir als Preis zurecht
Du spielst Gelassenheit, es kommt alles wie es kommt
eine Haltung, die sich selbst durchhält
dann gehst Du eines Tages ganz alleine unter
der Horizont kommt näher und verschwimmt
Du denkst zurück an Momente
irgendwie festzuhalten versucht
Bilder, die heiter und traurig sind
alles ist toll, alles ist superlocker
Menschen gehen links und rechts an Dir vorüber
du hast all die Bilder noch in Dir
ein paar Gerüche, ein paar Gedanken
Bilder, die in Dir versanken
unerträglich ichbezogen, das ist das letzte, was Du hast
dann gehst Du eines Tages ganz alleine unter
denkst zurück an jene Momente
als dies durch dich hindurch strömte
Donnerstag, 3. Februar 2022
Was sie umtreibt.......
Die Wahlen sind vorbei. Hierzulande scheint man sich nun angesichts der krisenbedingten Ereignislosigkeit und den diesbezüglichen News vor allem wieder mit dem Befinden der „Stars und Prominenten“ zu befassen. Ein kleiner Blick nur in das „Unterschichtenfernsehen“ scheint mir da immer noch recht aufschlussreich. Namen, die ich nie gehört habe, die aber an anderer Stelle als sehr vermögend (zum Teil mit aufschlussreichen Zahlen) vorgestellt werden, prägen die Lage. Ob so etwas eine bestimmte Funktion hat, haben könnte? Ob es die Mär' befördern soll, dass du es in dieser Gesellschaft schaffen kannst, wenn du nur willst? Dass du dabei lachst, dass du dabei so richtig "fröhlich" bist? Soll das alles den Leistungsantrieb befördern? Der alte amerikanische Traum? Welche Rolle spielt er dabei? Nun ja, mittlerweile scheint er selbst in den USA selbst nicht mehr so recht zu funktionieren. Die Reichen scheinen immer reicher zu werden, die Armen immer ärmer. Globales Phänomen. Die diesbezüglichen Zahlen scheinen mir erschreckend zu sein. Ob dieser als „Erfolg“ ausgegebene „Traum“ vor allem die als Erfolgsorientiertheit ausgegebene Rücksichtslosigkeit und den Egoismus transportieren soll? Ob Dynamik“ da das richtige Stichwort ist? Ob diese Leute, die „es geschafft haben“, vor allem mit ihren Ellenbogen voran gekommen sind? Dass si keinerlei moralisches Rückgrat haben? Ob sie einen bestimmten Typus des Menschen verkörpern? Ob sie sich aufgespielt haben auf der gesellschaftlichen Bühne und dafür die notwendige Verächtlichkeit aufgebracht haben? Ob so etwas wirklich ein Modell für uns sein kann?
Mittwoch, 2. Februar 2022
Dienstag, 1. Februar 2022
Olympia-Sport
Montag, 31. Januar 2022
Verpackung und Müll und Machtstrukturen
Ich habe das Nachfolgende in anderer Form schon mal veröffentlicht. Seither scheint sich so gut wie nichts getan zu haben. Die Verhältnisse scheinen immer noch so zu sein, wie sie waren, ob Regierungswechsel oder nicht. Ich habe mich mal wieder an der massiven Verpackung eines Elektroartikels verletzt, habe dabei massive Werkzeuge benutzt, die ich besser nicht benutzt hätte. Es scheint so zu sein, dass (besonders beim Discounter!!!) noch immer eine massive Verschwendung von Umweltressourcen mit Verpackungen betrieben wird. Die Sachen sind so stabil verpackt, dass ich zu ihrer Offenlegung beispielsweise Messer und Schere einsetze, um schließlich doch noch mit einer blutenden Wunde abzuschneiden. Bin ich zu blöde? Muss das sein?
Könnte man da nicht wenigstens ansatzweise etwas mehr Vernunft walten lassen und zumindest umweltverträgliche Materialien verwenden? Überhaupt weniger Verpackungsmüll wäre so schlecht nicht, besonders beim Discounter, bei dem das "Green washing" (also das "so-tun-als-ob...) das Gängige zu sein scheint. Es erscheint mir derzeit ohnehin so, dass verschiedene Leute aus der Schicht der Herrschenden vieles behaupten, was in der Realität nicht oder kaum stattfindet. Gerade auch im Hinblick auf Corona! Es erscheint mir, gelinde gesprochen, die Rückkoppelung des Informationsstromes nicht immer gegeben zu sein. Oder: Die Mächtigen und Herrschenden machen, was sie wollen! Man wäre inzwischen vielleicht so weit, dass aufwendige Verpackungen mit nicht recyclefähigem Kunststoffmaterial nicht mehr sein müsste. Trotzdem werden solche Dinge unablässig und „alternativlos“ verkauft. Ob das die Konjunktur stützen soll?
Sonntag, 30. Januar 2022
Ziele, noch
Ich will auch meine Aufmerksamkeit für die scheinbar hässlichen Dinge des Alltags, für das Persönliche, das ins Öffentliche und zurück strebt, für das Kleine, das im Großen verborgen ist, für die unmittelbare Umgebung, die doch den meisten Leuten so fern ist....... ich will verschiedene und andere Perspektiven!
Samstag, 29. Januar 2022
Freitag, 28. Januar 2022
Donnerstag, 27. Januar 2022
Aufsteigermärchen
Mittwoch, 26. Januar 2022
Alter, Tod, Menschen
Dienstag, 25. Januar 2022
Am Ende
Montag, 24. Januar 2022
Die Rationalität des Bösen
Sonntag, 23. Januar 2022
Durchkommen
Samstag, 22. Januar 2022
Valerie (40)
Freitag, 21. Januar 2022
Spassmacher ahoi!
Und wieder sehe ich im Fernsehen Spassmacher (ja, vor allem Männer!), von denen ich bis dato relativ viel hielt und die mir eine Art kritischer Gesinnung zu haben scheinen. Ich sehe sie in Klamaukshows, in alten und neuen TVFormaten oder in billigen Ratespielen, bei denen sie möglichst ihre Spässe machen sollten, ich sehe sie in verständnisvollem Umgang mit TVFiguren, die ganz offensichtlich für Geld und Karriere alles machen und tun. Die ihr Gesicht im Sinne einer "freien Marktwirtschaft" für alles hergeben, was sich verkaufen lässt. Würde man dagegen argumentieren, hieße es sofort (Ich weiß es wohl) „Wir wollen doch nicht moralisch werden!“. Mir ist bekannt geworden, dass gewisse Figuren in diesem Metier durch diese Art es zu einigem materiellen „Wohlstand“ gebracht haben (Was nun wieder den Anreiz für ihre Nachahmer auszumachen scheint). Das Streben nach Geld scheint (auch einem gut honorierten Einsatz in der Werbung scheinen sie nicht abgeneigt) diese Figuren total zu beherrschen (was offenbar sehr sehr weit geht….!), untereinander verkaufen sie sich und anderen solche Einstellungen als „professionell“. Mehr oder weniger auf Knopfdruck scheinen sie ein Publikum zu bespaßen, dessen Zusammensetzung ihnen weitgehend egal zu sein scheint.
Donnerstag, 20. Januar 2022
Schritte
Mittwoch, 19. Januar 2022
Abendlied (Georg Trakl)
Abendlied
Am Abend, wenn wir auf dunklen Pfaden gehn,
Erscheinen unsere bleichen Gestalten vor uns.
Wenn uns dürstet,
Trinken wir die weißen Wasser des Teichs,
Die Süße unserer traurigen Kindheit.
Erstorbene ruhen wir unterm Holundergebüsch,
Schaun den grauen Möwen zu.
Frühlingsgewölke steigen über die finstere Stadt,
Die der Mönche edlere Zeiten schweigt.
Da ich deine schmalen Hände nahm
Schlugst du leise die runden Augen auf,
Dieses ist lange her.
Doch wenn dunkler Wohllaut die Seele heimsucht,
Erscheinst du Weiße in des Freundes herbstlicher Landschaft.
Georg Trakl (1913)
Dienstag, 18. Januar 2022
Warnung vor Unzulänglichkeiten
Es geht bei vielen Postings in diesem Blog womöglich um Perspektiven, denen jeder unterliegen kann. Die ihm "zufliegen", ohne das er das explizit so will oder dass er das Mitgeteilte überprüfen könnte. Er erfährt auch dadurch, dass er wein solziales Wesen ist, dass er in einem Flow mit anderen zusammen ist. Dabei spielt meine Person keine oder eine sehr geringe Rolle. Ich sehe mich selbst da nur als eine Art "Medium", dass stellvertretend für die Masse der Vielen steht, dass darin untergeht und dabei ein paar Worte aufschreibt.
Dies hier ist aber auch kein intimes Tagebuch! Das Subjektive mag an vielen Stellen in Richtung des Objektiven gehen, - und umgekehrt! Das zu beachten ist bei der Lektüre sehr wichtig. Ich fühle mich dennoch in der Rolle des Schreiberlings eher als Beobachter und stelle ja von der Seitenauslinie auch viele Fragen, auf die ich selbst keine Antwort weiß. Auch sie könnten sich jedem stellen, sie stehen sozusagen im Raum. Es hat mit meiner Person nichts zu tun, ohne dass ich die bequeme Position jener Politiker einnehme, die erklären, dass die Entscheidung zwischen richtig und falsch nicht von ihrer Person abhänge. 1.) werde ich nicht von der öffentlichen Hand bezahlt 2.) habe ich keine „wichtigen“ Entscheidungen zu treffen. Nein, ich fühle mich als Teil von etwas Anderem, - was auch mit meinem Studium der Soziologie zu tun haben könnte.Übrigens: Interviews werden nicht gewährt.
Es erhebt die Information in meinen Posts keinen Anspruch auf absolute Gültigkeit. Sie ist vielmehr die Wahrnehmung einer Möglichkeit, einer Perspektive und Ansicht auf eine Gegebenheit, der wir ausgesetzt sind. Ich versuche aufzunehmen, dass es nicht mehr so einfach ist, zu entscheiden, was richtig und falsch sei. Einst und in der Aufklärung, - bis jetzt!, nahm diese Rolle die Wissenschaft wahr. Doch sie scheint inzwischen von vielen Seiten her korrumpierbar und interessengeleitet. Dass sie nur der Wahrheit verpflichtet sei ist viel zu sehr durchschossen und obsolet geworden. Karrieredenken hielt hier schon aufgrund der Vergabe von Stellen Einzug. Grund zur naiven Wissenschaftsgläubigkeit bietet sie in letzter Zeit jedenfalls relativ wenig. Politische Entscheidungsträger sollten sich auf die Wissenschaft stützen, heißt es oft. Doch unter diesen Bedingungen könnte dies ein schwieriger Job sein, zumal auch die Politik selbst (z.b. EU) Einflussnahmen unter bestimmten Interessen ausgesetzt ist. Ob "die Wirtschaft" und ihre Lobby dabei eine wichtige Rolle spielt? Dass sich diese als wissenschaftlich kaschiert haben, ist inzwischen bekannt. Untersuchungen werden zumindest auf gewissen Wissensgebieten nahezu beliebig gekauft, wissenschaftliche Titel haben (nur) ihren Preis. Der Publikationszwang unter Wissenschaftlern und die Praxis wissenschaftlicher Fake-Verlage andererseits, scheinen hier zudem ungünstige Einflüsse auszuüben oder versuchen offenbar mit einigem Erfolg, sich dies eitle Bestreben zunutze zu machen.
Montag, 17. Januar 2022
Sonntag, 16. Januar 2022
Frei oder bestimmt? (oder beides?)
Samstag, 15. Januar 2022
Was wichtig ist - oder?
Ob jemand schwanger ist, ob jemand heiratet oder gerade eine neue Beziehung anberaumt? Wer wen vögelt, offiziell und inoffiziell, wer seinen Körper vorteilhaft ablichten lässt und eine Art Leitbild für alle andern abgibt, ist im medialen Alltag offenbar das Wichtigste überhaupt. Öffentlichkeit wird damit bearbeitet und beeinflusst. Society-Damen (Wieso eigentlich fast nur Damen?) geben dazu zu hochgezogener Augenbraue und einem verständnisvollen Lächeln Auskunft. Sie grinsen dazu meist die stille Übereinkunft, die weiß, wie „es läuft“.. Mal sehen, ob das auch die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar samt den um sie herum veranstalteter „Events“ betreffen wird… Es wird Aufschluss über manches geben. Ohnehin können bei diesen Vorgängen nur noch der Sport und seine verschiedenen Ausformungen mithalten, wobei sich beim Fußball gerade eigene Grenzen auftun, indem das Monopol der scheinbar wichtigen Vereine aus finanziellen Gründen nur noch untereinander agieren will. Ob das aufgeht? Auch hier werden Leitbilder, Idole, Werbe- und Imageträger geboren, um alsbald „vermarktet“ zu werden.
Freitag, 14. Januar 2022
Inszenierung - reloaded
Immer dieselben Gesichter? Geistiger Inzest? Tatsächlich leben gewisse Entscheider in dieser mitteleuropäischen Gesellschaft in einer Wahrnehmungsblase, in der sie unter anderem damit beschäftigt sind, anderen Menschen Betroffenheit vorzuspielen und ihnen ein Gefühl der Zufriedenheit mit den von ihnen verwalteten Verhältnissen zu suggerieren. Hin und wieder verrutscht dieser Gestus, diese Maske, etwas. Die Langsamkeit und bürokratische Bräsigkeit, mit der zb. auf bevorstehende katastrophale Ereignisse hingewiesen wird, mag solch ein Fingerzeig sein. Kurzatmiges Schönreden der meist überhonorierten „Entscheider“ samt ihrer "Berater" mag da auch nicht durchweg helfen: es ist zu merken, dass der Anzug, die Maske verrutscht ist. Abgehobenheit und Abstand werden dadurch deutlich. Sie fühlen sich "Premium" (natürlich, ohne dass sie dies jemals zugeben würden!!!) Aber nur die wenigsten ihrer „Wähler“ bemerken das in "der Politik" und deuten das kritisch.
Man muss an das Gute glauben ("Be positive") und alles andere ausblenden, so noch immer ein Glaubenssatz derer, die sich solche Verhältnisse leisten können. Es ist diese „Wirklichkeit“ komplett eine Inszenierung, an die die Vielen in „Wohlstand“ Lebenden nur zu gerne glauben. Dafür werden dann eigens dafür entwickelte Mechanismen entworfen, wie das „Lieferkettengesetz“, das meiner Meinung nach vor allem zur Beruhigung und zum Nutzen „der Wirtschaft“ entworfen wurde. Menschenrechte müsste man sich eigentlich leisten können: hierzulande scheint man das nur unzureichend zu tun. Alle Abläufe wurden jahrelang auf wirtschaftliche Effizienz und privatwirtschaftlichen Profit getrimmt. Der Nachteil für das Ganze, ob man das Gemeinschaft, Staat oder sonstwie nennt, stellt sich nicht erst jetzt heraus.
Donnerstag, 13. Januar 2022
Es schienen so golden die Sterne (Eichendorff)
Es schienen so golden die Sterne
Am Fenster ich einsam standUnd hörte aus weiter Ferne
Ein Posthorn im stillen Land.
Das Herz mir im Leib entbrennte,
Da hab ich mir heimlich gedacht:
Ach, wer da mitreisen könnte
In der prächtigen Sommernacht!
Zwei junge Gesellen gingen
Vorüber am Bergeshang,
Ich hörte im Wandern sie singen
Die stille Gegend entlang:
Von schwindelnden Felsenschlüften,
Wo die Wälder rauschen so sacht,
Von Quellen, die von den Klüften
Sich stürzen in die Waldesnacht.
Sie sangen von Marmorbildern,
Von Gärten, die überm Gestein
In dämmernden Lauben verwildern,
Palästen im Mondenschein,
Wo die Mädchen am Fenster lauschen,
Wann der Lauten Klang erwacht
Und die Brunnen verschlafen rauschen
In der prächtigen Sommernacht.
Mittwoch, 12. Januar 2022
Demokratie und Mündigkeit reloaded
Die Demokratie beruht auf der Idee des mündigen und informierten Bürgers. Mündigkeit bedeutet Selbstbestimmung. Aber es ist bequem, unmündig zu sein. Und die Bequemlichkeit, deren gezielte Herbeiführung, ist zu einer Leitidee der Wirtschaft geworden. Es soll alles bequemer gemacht werden. Dazu kommt, dass immer alle ihre Meinung äußern sollen und wollen. Das Nachdenken darüber aber scheint nicht sonderlich beliebt. Alle haben Meinungen, aber nur wenige denken. Demokratie ist auch die Vergesellschaftung von Herrschaft und die Unterwerfung des Staates unter den Willen der Bürger: alle sollen teilhaben am Prozess der Macht. Das Volk ist der Souverän. Das funktioniert im Idealfall, wenn die Bürger die Komplexität der gesellschaftlichen Aufgaben erfassen, was wiederum eine möglichst direkte und wenig verfälschte Information voraus setzt. Ob ein einzelner Bürger die Komplexität der Dinge zu erfassen vermag? Im vergangenen Jahrhundert gab es dazu in den USA eine große Kontroverse zwischen dem Journalisten Walter Lippmann und dem Philosophen John Dewey. Lippmann ging es darum, eine Form der Demokratie zu finden, die der Komplexität einer modernen Industriegesellschaft gerecht wird. Er sah die Lösung in einer Elitendemokratie, in der die Bürger periodisch Repräsentanten aus einem vorgegebenen Elitenspektrum wählen können. Lippmann lenkte seinen Blick auch auf die Rolle von Massenmedien in einer solchen Demokratie und wies dabei den „Think Tanks“ eine besondere Rolle zu. „Think Tanks“ sind vereinfachend dargestellt, Zusammenballungen von sogenannten „Experten“, die die ausführenden Eliten beraten solle, also Forschungsvereinigungen etc.
Der mündige Bürger galt ihm nichts. John Dewey sah sich in der Tradition der Aufklärung. Lippmann ging es darum, wie sich Macht möglichst effizient organisieren ließe. Dewey ging es darum, wie sich Macht wirksam begrenzen ließe. Lippmann sagte: Bürger haben weder Wissen noch Interesse, sie sind gekennzeichnet durch Ignoranz, Apathie und Vorurteile und haben einen Mangel an Denk- und Handlungsfähigkeit. Die breite Öffentlichkeit besehe aus unwissenden und lästigen Außenstehenden, deren Rolle in einer Demokratie die der Zuschauer sein müsse, nicht aber die von Mitwirkenden. Bürger dürften lediglich periodisch ihre Stimme einem der verantwortlichen Männer verleihen und sollten sich dann wieder auf ihre kleine überschaubare Privatwelt beschränken. Demokratie sah Lippmann als eine politische Formation, in der vor allem Experten bestimmte Probleme lösen. Demokratie kann in seinem Sinne (Und dem der heutigen Politiker?) nur funktionieren, wenn sie keine ist. Das ging dann später in eine neoliberale Demokratie über, der den „freien Markt“ zum kompetentesten Löser aller Probleme erklärt. Es geht in diesem Sinne darum, eine „marktkonforme“ Demokratie zu schaffen. Ob uns das nicht ein bisschen bekannt vorkommt? Bei Dewey hingegen hängt die Mündigkeit des Bürgers und seine Demokratiefähigkeit davon ab, dass ein öffentlicher Debattenraum intakt ist. Dewey: „Wenn der Bevölkerung die relevanten Informationen nicht unverzerrt zur Verfügung stehen und der öffentliche Debattenraum eingeschränkt ist, gibt es keine Möglichkeit, ein Urteil über die politische Kompetenz der Bürger abzugeben“. Ob uns das auch an die Aktualität, die Rolle der Gesellschaft und ihrer Informationsbeschaffer, der Journalisten, erinnert? Die Formung und Lenkung der öffentlichen Meinung jedenfalls scheint zu einem wichtigen Wirtschaftszweig geworden zu sein. Hier gibt es keinen freien Diskussionsraum mehr, sondern ist etwas, was von einem ganzen Industriezweig, der PR, die als Presse- und Öffentlichkeitsarbeit auftritt, geformt wird. Man müsse insofern die „notwendige Wirkung des vorliegenden Wirtschaftssystems auf das gesamte System der Öffentlichkeit“ untersuchen und fragen, „wie weit echte geistige Freiheit und soziale Verantwortung in irgendeinem größeren Umfang unter den Bedingungen der bestehenden Wirtschaftsordnung überhaupt möglich sind“. In diesem Sinne müsste also auch die Wirtschaft demokratisch organisiert sein. Das hat ein großer amerikanischer Philosoph des Pragmatismus geschrieben (!!)
Dienstag, 11. Januar 2022
Einsteller (MP3)
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Montag, 10. Januar 2022
Schein und Sein
Ich beobachte und nehme interessiert zur Kenntnis, wie gemäßigt "vernünftig" sich gewisse Diskutanden in gewissen Talkrunden äußern, - ganz im Gegensatz zu dem Bild, das man sich von ihnen über zahlreiche öffentliche Äußerungen in steilen Thesen hinweg gemacht hatte. Oder sie stellen ein Desinteresse zur Schau, das gerade deswegen so manchen Zuschauer befremdet, der extra wegen dieser Person dieses TV-Formats eingeschaltet hatte. Sich heraus halten, scheint als Devise dahinter zu stehen, man ist ja ein Individuum, das „darüber steht“. Man ist Berufs-Dandy. Man ist die Figur, die man spielt Man vermutet gründliches Nachdenken und entdeckt oberflächliches Schwadronieren, daher geplapperter Small-Talk. Es werden unwichtige und vom Moderator als große journalistische Investigation vorgeführte „Gemeinsamkeiten“ zwischen den einzelnen Teilnehmern der Runde vorgeführt. Es werden Pointen verbraten. Es wird scheinbar der wahre Mensch gezeigt, der ansonsten keine Rolle zu spielen scheint und aus dem großen Narrativ dieser Gesellschaft ausgeblendet ist. Jetzt bekommen wir das "wahre Gesicht" durch das geschickte Agieren der Moderation endlich mal zur Kenntnis. Trick: Alles wird personalisiert und zur Unterhaltsamkeit degeneriert. An dieser Stelle scheint mir eine rote Linie durch die Talkshows zu gehen. Dies Phänomen glaube ich insofern schon öfter beobachtet zu haben.
Sonntag, 9. Januar 2022
Mitternachtslied (F. Nietzsche)
O Mensch Gib acht!
Was spricht die tiefe Mitternacht?
"Ich schlief, ich schlief-,
Aus tiefem Traum bin ich erwacht:-
Die Welt ist tief und tiefer als der Tag gedacht.
Tief ist ihr Weh-
Lust, tiefer noch als Herzeleid:
Weh spricht: Vergeh!
Doch alle Lust will Ewigkeit-,
Will tiefe, tiefe Ewigkeit!"
(Nietzsche, aus „Zarathustra“)
Samstag, 8. Januar 2022
Dieter Roth (2)
War er ein Nihilist? Schwer zu beantworten. Jedenfalls ließ der Künstler Dieter Roth die Natur an seinem Werk mitwirken, dergestalt, dass er Vieles daran dem Verfall, der Fäulnis, der Verwesung und dem Schimmel aussetzte. Nicht nur dieser Zug macht ihn in meinen Augen aktuell und verleiht seinem Werk auch heute noch eine drängende Wichtigkeit, wobei wir ohnehin Gaga, Verfall, Düsternis und übertriebene Verrücktheiten mehr in unser Leben hinein lassen müssten. Dreck und Müll waren in sein „Werk“ eingewandert und übten dort eine eigene Kraft aus: jedenfalls bin ich keinem anderen „Künstler“ begegnet, der in seinen Werken mit einer solchen Vehemenz und Konsequenz diesem Thema nachging. Kunstwerke sollten in seinen Augen so sein, wie der Mensch: alt werden und sterben. Ernährung und Verdauung sollten darin ihre ureigene Rolle spielen.
In so etwas wie eine Wichtigkeit wollte er aber nicht hinein kommen, wie er als Universalkünstler nicht nur in seinen „Werken“ oft betont hat. Er war wohl eher ein Daseins-Spekulierer, der die Gefährdung unserer Existenz und die satirische Durchdringung der Wirklichkeit mit seinen Mitteln immer wieder heraus arbeiten wollte. Seine Umwelt nannte ihn dafür „Künstler“. Seine Wichtigkeit freilich bewies sich in unzähligen Ausstellungen, die ihm den Mantel des genialen Gestalters umlegten. Eine weitere Anekdote ist mir geblieben: so soll ihm in New York eine Professur verliehen worden sein. Seine eigenen Lehrveranstaltungen freilich hat er aber wohl nie besucht. Daraufhin soll er suspendiert worden sein. Noch eins: Seine Laufbahn als handwerklich orientierter Musiker soll er unter anderem dadurch beendet haben, dass er auf offener Bühne auf seiner Trompete herum trampelte und das Bruchstück schließlich in einem seiner „Werke“ verarbeitete. Er hatte dies Ende zu einem Happening gemacht. Aus, Schluss mit der Musik. Von da an ward er niemals mehr als Musiker auf einer Bühne gesehen. Wie es heißt.
Freitag, 7. Januar 2022
Geworfen sein
Aus meinem Buch mit dem Arbeitstitel „Zuhören“ stammt das Folgende: "Hilfe, Wo bin ich gelandet? Was hat das mit mir zu tun?“ Ich fühle mich wie ein Schlafwandler, der plötzlich aufwacht. Mein Scheitern, mein Abprallen, der Umstand, dass die scheinbar banalen Dinge das Leben verändern können, war mir nicht in den Sinn gekommen. Es wird mir klar: Mir werden die wichtigen Dinge immer erst zu spät klar. Ich verlege Sachen und finde sie anschließend nicht mehr. Ich werfe Sachen auf den Boden. Ich stürze. Ich verschreibe mich und weiß anschließend kaum mehr, was ich ursprünglich wohl gemeint hatte. Bis jetzt war es nie zu spät mit dem „Sich-klar-werden“. Immerhin. Es wird aber eines Tages zu spät sein.
Donnerstag, 6. Januar 2022
Dieter Roth (1)
Am Anfang hatte ich einen Film über seine Literaturverwurstung (In Hackgerät literarische Werke zerhackt und dann in Würtse gepackt) und seine Schimmelkunst gesehen. Das war nahe an dem dran, was ich mir vorstellen wollte. Ob es in unseren Zeiten etwas mit dem hochtrabenden Begriff „Kunst“ zu tun hatte, wollte ich mir nicht beantworten. Jedenfalls wurden Dieter Roths Werke in den großen Museen ausgestellt, was mir als Beweis dafür ausreichte, dass er es bis in den Olymp der Künste geschafft hatte (auch wenn er offenbar dauernd die Schreibweisen seines eigenen Namens abgewandelt hatte. So firmierte er als Diether Roth, nannte sich Rot oder sein Name verschwand hinter einem Gekritzel…. Ich sah Bilder von ihm und war von seiner anarchischen Kreativität fasziniert. Es rankten sich so manche Geschichtchen um sie, die der Urheber manchmal selbst in einer Mischung aus Verzweiflung, Selbstinszenierung und einem Hang zur primitiven Aktion herbei geführt hatte. Seine „Objekte“ aber waren oft dem Prozess der Verwesung ausgesetzt und mussten heftig gestunken haben. In der Staatsgalerie Stuttgart (in Stuttgart wirkte er von 1972 bis 1983) aber besichtigte ich einmal ein komplettes Arbeitszimmer von ihm, das unter anderem mit allerlei zeitgemäßen Gadgets wie etwa einem Kassettenrecorder ausgestattet war.
Der Mann betätigte sich als Universalgenie. Er wirkte als Maler und Dichter, als Filmer, Grafiker, Bücherproduzent und Herausgeber, als Musiker auch und als Performer. Ich besuchte eine Ausstellung von ihm, in der sein Buch „Scheise“ in einer beweihräuchernden Vitrine lag. Daneben der Band „Mehr Scheise“ und dann das Büchlein „Noch mehr Scheise“. Es lag eine Atmosphäre zwischen Melancholie, Ironie, Nonsens und Verzweiflung über seinen Werken, was der Kunstbetrieb freilich in gnadenloser Bewunderung zu ignorieren schien. In Berlin sichtete ich erstmals eine riesige und in ihrer Kunstgefälligkeit völlig nutzlose Garten-Maschine, von der mir starke Eindrücke hängen geblieben waren. Der Mann muss haltloser Trinker und ein Hätschelkind des Kunstbetriebs gewesen sein. Auch hatte er wohl eine wichtige Zeit seines Lebens in Island zugebracht, wo er offenbar auch als Designer gewirkt hatte.
Mittwoch, 5. Januar 2022
Dienstag, 4. Januar 2022
Valerie (39)
Montag, 3. Januar 2022
Die Luxusmenschen
Sonntag, 2. Januar 2022
Bildung - was ist das?
Immer noch zunehmend scheint sich ein Bildungsbegriff heraus gestellt haben, der stark technologisch geprägt ist. Einen vorläufigen Höhepunkt erreichte diese Entwicklung im Wahlkampf Deutschlands, in dem die Forderung auftauchte, Deutschland müsse „ein Volk von digitalen Dichtern und Denkern werden“. Dahinter scheint mir ein ziemlich instrumentelles Verständnis und Gelehrsamkeit zu stehen. Deutschland soll auf diesem Wege, der auch gerne mit dem Modewort „Digitalisierung“ beschrieben wird, auf möglichst geradlienigem Weg ein Volk von Programmierern und und Ingenieure werden. Doch was könnte die Bildung eines Menschen bedeuten, was könnte ein Ziel sein? Schon im 19 Jahrhundert bildete sich hierzulande ein Bildungssystem heraus, das in Vielem beispielgebend war und bis in die Gegenwart etwa Staaten wie den USA ein Vorbild abgab.Wieso? Weil es nicht in erster Linie zweckdienlich war, sondern viel eher dem Ideal der Aufklärung verpflichtet. Was aber kann Bildung aus dieser Tradition heraus bedeuten?
Es könnte in der Bildung ein Wissen einen wichtigen Platz einnehmen, das gerade nicht unmittelbar an seiner Brauchbarkeit für den Arbeitsmarkt gemessen wird. Man sollte seinen eigenen kritischen Geist entwickeln, eigenständig denken und damit die Welt in all ihrer Vielfalt entdecken. Gerade in Zeiten wie den jetzigen kann niemand voraussagen, mit welchen Herausforderungen es zukünftige Generationen zu tun haben werden. Gewisse Erkenntnisse sollten allgemein sein und Bildung ist mehr als Faktenwissen. Freude am Entdecken, sich begeistern an Rätseln und Fragen, Offenheit für überraschende Fragen, deren Beantwortung wieder neue Fragen hervor bringen können. So etwas könnte Ansporn sein, könnte die Gesellschaft vorwärts bringen und einen dazu bringen, die Welt in ihren Zusammenhängen besser zu verstehen. Die Neugier und die Möglichkeit, aus dem Entdeckten etwas Neues zu schaffen treibt den Fortschritt weiter. Erkenntnisse der Grundlagenforschung lassen neue Anwendungsmöglichkeiten vermuten, die unter anderem auch Eingang finden in Maschinen und Technologien.

