Reise durch Wirklichkeiten

Montag, 28. Februar 2022

Wintersport?

„Gemmer..“...“Gewaltig“ , „Achtung, Achtung!“, „Vorsicht!“, „Schau, schau…!“ Sie schreien herum und geben sich engagiert. Die Konstellation ist fix: Ein sogenannter „Experte“ und ein konventioneller Reporter feiern ihre Ausbrüche, die von der Zuseherschaft als Leidenschaft gefeiert und verstanden werden sollen. Dabei scheint es vor allem um deutsche Sportler zu gehen: Ihnen wird mehr als der Daumen gedrückt, bei ihren Performances wird laut und emotional gebangt und geschrien….. Ob auf diese Weise immer wieder Nationalismus eingeübt wird? Wieso es nicht schon längst eine europäische Mannschaft gibt? Auch eine Faruschaft wäre an dieser Stelle willkommen. Stattdessen wird aklamiert und emotionalisiert, ohne jeden ironisch kritischen Abstand. Es scheint nur um nationale Interessen zu gehen. Ich wage, das merkwürdig zu finden. Ich finde, so etwas hat den Geruch von Vorgestern.

Sonntag, 27. Februar 2022

Vision of a crap (Songtext)

VISION OF A CRAP You take another chance and it is one of much so much players and so less blossoms you take another experience of life's intensity you can take more as you might think at first sight you find deep ecstasy and you walk into strange soundtracks you might find happiness an you will meet echnaton you will look right into the sun and you never will get enough of her she will be your queen of dreams and her wings will take you high high into stratosphere where you will wake up andererseitssee that it all has been a dream (ca. 2015)

Samstag, 26. Februar 2022

Welten aus Menschen

Den folgenden Text fand unter meinen Elaboraten: Welten aus Menschen Sie kommen aus verschiedenen Welten in der einen Welt sie sprechen verschiedene Sprachen und müssen sich doch verstehen sie akzeptieren das Normale jeder für sich und glauben, es sei das was überall gilt Sie wollen sich verkaufen und sie treiben den Preis sie wollen billig haben, jeder für sich sie tragen ihre Existenz als Körper durch diese Welt und sie berühren sich dabei höchst selten Sie benutzen sich und sie machen das gekonnt sie gären im eigenen Sud der Selbstverständlichkeiten das steht ihnen zu, das sind sie gewohnt das umgibt sie als alltägliche Geweissheit(en) Der Blick in andere Welten, unverbindlich exotisch Ein Ausschnitt aus diesem Sein, gelegntlich erotisch wer sich zu nahe kommt, bleibt sich fremd Die Ratgeber sind ein einträglicher Beruf Glaubenssätze einer Wirklichkeit des Absurden wer nicht mitmacht, den setzen wir vor (alle) die Tür(en) Wer ist dabei, wer ist Insider, was kostet mich das? Frage liegt auf der Waage, der Zeiger schlägt wild aus

Donnerstag, 24. Februar 2022

Valerie (42)

Er war genauso Teil von ihm wie seine Nase oder ein anderer Abschnitt seines Körpers. Manchmal dachte er, man sollte diese Körperpartien rehabilitieren, zumindest gegenüber jener Kultur, die sich zwischen Kopf und Unterleib abspielte. Also, seinen großen Zehen konnte er ihr nicht schenken, vielleicht wäre das von ihr sogar als verkapptes Symbol der Parallelität missverstanden worden, was die Sache eher verschlimmbessert hätte. Vielleicht hätte er mit seinem Körper ohnehin das ganz direkt ausdrücken können, was er für sie empfand. Aber andere konnten das sicher besser, was in den Bereich der Mechanik, Akrobatik und Technik. Etwas „können“. Sich Vergleichen aussetzen. Also konnte er ihr nur sich selbst als einen Artikel, als Material geben, was er eigentlich auch nicht so recht wollte.

Dienstag, 22. Februar 2022

Was hier, in diesem Blog, eine Rolle spielt - reloaded

Durch Sozialisation, durch Gewöhnung, durch „gesunden Menschenverstand" empfinden wir etwas als "normal", was in dieser oder jener Form immer wieder in dieses Blog einfließt. Dabei spielt meine Person keine oder eine sehr geringe Rolle. Ich sehe mich selbst da nur als eine Art "Medium", dass stellvertretend für die Masse der Vielen steht. Ich nehme auf und gebe in diesem Blog wieder. Dies hier ist aber auch kein intimes Tagebuch! Das Subjektive mag an vielen Stellen in Richtung des Objektiven gehen, - und umgekehrt! Das Private im Öffentlichen, - und umgekehrt! Das zu beachten ist bei der Lektüre sehr wichtig! Ich fühle mich in der Rolle des Schreiberlings eher als Beobachter, als Aufnahmeschirm und stelle ja von der Seitenauslinie auch viele Fragen, auf die ich selbst keine Antwort weiß. Auch sie könnten sich jedem stellen. Es hat jedenfalls mit meiner Person nichts zu tun, ohne dass ich die bequeme Position jener Politiker einnehme, die erklären, dass die Entscheidung zwischen richtig und falsch nicht von ihrer Person abhänge. 1.) Werde ich nicht von der öffentlichen Hand bezahlt 2.) Habe ich keine „wichtigen“ Entscheidungen zu treffen. Nein, ich fühle mich als Teil von etwas Anderem, - was auch mit meinem Studium der Soziologie zu tun haben könnte. Ich zeichne ein Bild, das - und das ist die Pointe! - nicht zutreffend sein muss! Ich nehme einfach nur Informationen, Anstöße, Fragmente rund um mich herum auf und gebe sie wieder. Nein, da ist kein journalistisches Überprüfen und die Verantwortung vor der Veröffentlichung! Viele der "Konsumenten" haben schlicht nicht die Zeit dafür. Der alltägliche Journalismus geht auch kaum so vor.... Es geht hier vielmehr um ein Stochern im Nebel anhand gewisser Fakten, - so, wie es vielen anderen Personen geht. Übrigens: Interviews werden nicht gewährt. Es erhebt die Information in meinen Posts keinen Anspruch auf absolute Gültigkeit. Sie ist vielmehr die Wahrnehmung einer Möglichkeit, einer Perspektive und Ansicht auf eine Gegebenheit, der wir ausgesetzt sind. Ich versuche aufzunehmen, dass es nicht mehr so einfach ist, zu entscheiden, was richtig und falsch sei. Einst und in der Aufklärung, - bis jetzt!, nahm diese Rolle die Wissenschaft wahr. Doch sie scheint inzwischen von vielen Seiten her korrumpierbar und interessengeleitet. Grund zur naiven Wissenschaftsgläubigkeit bietet sie in letzter Zeit jedenfalls relativ wenig. Politische Entscheidungsträger sollten sich auf die Wissenschaft stützen, heißt es oft. Doch unter diesen Bedingungen könnte dies ein schwieriger Job sein, zumal auch die Politik selbst (z.b. EU) Einflussnahmen unter bestimmten Interessen ausgesetzt ist. Dass sich diese als wissenschaftlich kaschiert haben, ist inzwischen bekannt. Untersuchungen werden nahezu beliebig gekauft, wissenschaftliche Titel haben (nur) ihren Preis. Der Publikationszwang unter Wissenschaftlern und die Praxis wissenschaftlicher Fake-Verlage andererseits, scheinen hier zudem ungünstige Einflüsse auszuüben oder versuchen offenbar mit einigem Erfolg, sich dies eitle Bestreben zunutze zu machen. Andere meiner Postings in diesem Blog sind hingegen sehr subjektiv, zeichnen ein Bild aus meinen Augen, sind von mir, meinen Erfahrungen und Person gefärbt und getränkt. Sie kommen aus dem Subjektiven, könnten genau darin jedoch etwas Allgemeingültiges haben, etwas, was sich verlängern ließe ins Gesellschaftliche. Privates könnte etwas mit Öffentlichem zu tun haben (s.o.) - und umgekehrt. Ich wechsle also die Perspektiven, fühle mich tatsächlich auf einer „Reise durch die Wirklichkeit“, die gewisse Politiker in den letzten Tagen unbedingt regulieren wollten.....

Sonntag, 20. Februar 2022

Verteilungen

Alles scheint ruhig. Das deutsche Wahlvolk hat unter Umständen sogar – drastisch ausgedrückt - seine Schlachter selbst erwählt (anders als in England oder Frankreich, wo Wut öffentlich zum Ausdruck gebracht wird). Doch es ist dies auch die Folge einer lange anhaltenden Erziehung, die auf Individualisierung und Vereinzelung zielt - und dabei den Neoliberalismus im Sinn hat, dessen Vertreter dazu neigen, alle Macht dem Markt übergeben zu wollen und von ihm das Heil der Welt zu erwarten. Am Markt sollen immer Individuen teilnehmen. Unsinn!, so höre ich schon "Experten" murmeln. Zum Beispiel Arbeitslosigkeit: besonders nach dem Rückgang ist das jetzt eine Art persönlicher Makel und nicht die Folge der Politik von Konzernen. Die herrschende Politik versucht, die Armen gegen diejenigen, die noch weniger haben, auszuspielen. Die Altersarmut droht aber überall (die Anzeichen sind eindeutig und sind eine Folge von gewissen Beschäftigungsverhältnissen!), ja sie ist oft sogar schon da (fragt sich nur, ab welcher statistischen Grenze das als solches wahrgenommenwird), - und alle bleiben ruhig. Denn es soll sich lohnen und es soll Spass machen, hier zu leben, wie eine Herrschende vollmundig verkündet. Ist es wirklich so toll, auf etwas wie Altersarmut zuzugehen? Folgendes Zahlenspiel: Ein Standardrentner ist jemand, der 45 Jahre lang ohne Unterbrechung mit dem durchschnittlichen Arbeitseinkommen gearbeitet hat (das liegt z. Zeit bei 3022 Euro pro Monat/Brutto). Dies würde eine Rente von 1300 Euro brutto mit sich bringen, nach Abzügen netto etwa 1100 Euro). Womöglich gibt es auch jetzt schon viele Menschen, die mit ihrer Rente darunter liegen. Ob wir dadurch auf eine große Altersarmut zulaufen? Ob das dem sogenannten „Leistungsgedanken“ förderlich ist? Ob die Schere zwischen Arm und Reich (wohlbestallte Renten oder im Falle von Beamten sind das fette Pensionen) auseinander geht? Ob die daran abzulesende zunehmende Ungleichheit noch zu leugnen ist?

Samstag, 19. Februar 2022

Rücksichten

Ach, wie schnell doch die Zeit vergeht! Eben war noch anlässlich der Pandemie-Passivität von neuer Achtsamkeit, von Entschleunigung und Besinnung die Rede, auch die Natur sollte davon profitieren. Ein Blick nach außen zeigte keine Flugzeuge mehr am Horizont, die verschiedensten Vögel sollten auch etwas von der neuen Ruhe haben. Wir lieben ja die Natur....... Alles schon durch? Zurück ins Normale? Jetzt eben soll doch alles möglichst schnell in die „Normalität“ übergeführt werden. Besucher in den Alten- und Pflegeheimen kommen zuletzt. Konjunkturprogramme, Regelungen, Verordnungen: Deutschland sei gut durch die Krise gekommen, behauptet ein Kanzler, der jetzt zulässt, dass alle möglichen Dinge nun wieder zugelassen und „Lockerungen“ auf dem Weg sind, im Rahmen eines bewährten Föderalismus. Etwas unübersichtlich vielleicht. Da blickt man es noch nicht so richtig, um was es da die eigene Person betreffend geht. Lobbyismus im 735köpfigen Parlament, Diätenerhöhungen, Gender und Rassismus kam auch noch inzwischen dazwischen… Politikverdrossenheit? Wie steht es eigentlich um die Maskenpflicht? Auf jeden Fall sind die Werte jetzt gut, werden täglich besser und gehen zurück. Die westlichen Regierungen scheinen sich mit ihren finanziellen Möglichkeiten nach wie vor die großen Dosen der Medikamente und Impfstoffe gesichert zu haben. Alles okay! Hauptsache, die nächste Reise ist zu buchen. Nach uns die Sintflut! Sintflut? Was für Metaphern sind denn das?

Freitag, 18. Februar 2022

Strenge Diät

Ich las gerade, dass die Diäten für Abgeordnete im kommenden Juli offenbar um 3,1 Prozent steigen sollen. Grundlage des Ganzen ist es offenbar, dass das Statistische Bundesamt die Lohnentwicklung in Deutschland berechnet, woran dann anscheinend automatisch die Erhöhung der Diäten geknüpft ist. Das ist offenbar die „Nominallohnentwicklung“. Die Abgeordnetenentschädigung beträgt seit dem 1. Juli 2021 monatlich 10.012,89 Euro. Hinzu kommt eine steuerfreie Pauschale von 4.583,39 Euro. Mit dieser müssen zum Beispiel das Wahlkreisbüro und ein zweiter Wohnsitz in Berlin bezahlt werden. Etliche Vergünstigungen, so wird kolportiert, ergänzen das Geld-Paket. Ich enthalte mich an dieser Stelle jeglicher Polemik, auch weil dies wohl ziemlich bald als „Populismus“ gescholten würde. Ich nehme nur zur Kenntnis, dass der grüne Wirtschaftsminister Habeck sich offenbar genauso wie der SPD-Kanzler Scholz in einem Mercedes-Benz 680, in einem BMW 760 oder in einem AUDI A8 durch die Gegend kutschieren lässt. Viele der anderen Kabinettsmitglieder scheinen ähnliche Karossen fahren zu lassen. Hm, wo da wohl die Elektromobilität bleibt? Und: Die Grundsicherung, so wurde mir berichtet, steigt im Jahr 2022 um 3 Euro…. Die viel zitierte Verhältnismäßigkeit, welche Rolle sie wohl dabei spielt?

Donnerstag, 17. Februar 2022

String Theory

Wem es wichtig ist, bei gewissen Gesprächen mitreden zu können, der wird schon etwas von der inzwischen mehr als 40 Jahre alten „String Theory“ gehört haben. Nun, wir wollen uns an einer halbwegs verständlichen Herleitung dieser seltsamen Theorie versuchen. Es ist nämlich zunehmend deutlich geworden, dass es an Materie im Universum fehlt. Wir beobachten Schwerkraft, doch es gibt keine Quelle dafür. Ob das etwas mit „dunkler Materie“ zu tun hat? Schätzungsweise gibt es bis zu 5 mal so viel dunkle Materie, wie sichtbare. Blöd nur, dass wir nicht wissen, was dunkle Materie wirklich ist. Aber es gibt begründete Annahmen: die dunkle Materie könnte aus massenlosen Teilchen (etwa Licht) bestehen, die den Eindruck von Masse erwecken, indem sie in der vierten Dimension Kreise ziehen. Kreise, die so klein sind, dass wir sie nicht wahrnehmen können. Es gibt Wissenschaftler, die in der Existenz solcher „schwarzen Materie“ den Beweis für die vierte Dimension sehen.Der String Theory zufolge besteht alles im Weltraum aus „Strings“. Ein String ist so etwas wie eine Saite, die vibriert. Und zwar nicht in „unseren“ drei Dimensionen, sondern in neun.Wenn die String Theory stimmt, dann gibt es jeden Punkt im Raum noch in sechs weiteren Extra-Dimensionen. Aber die String Theory hat eine große Schwierigkeit: es gibt für sie noch keinerlei Beweis. Unter anderem wursteln zahlreiche Wissenschaftler am CERN, dem großen Protonenspeicherring in Genf, daran. Das CERN hat eine Länge von 27,6 Kilometern und ist als höchst ehrgeiziges Wissenschaftsprojekt der größte Teilchenbeschleuniger der Welt. In ihm vollziehen sich ständig Zusammenstöße subatomarer Teilchen. Dabei entsteht eine gigantische Datenflut, die auszuwerten alleine schon eine Herkulesarbeit ist. Doch auf Strings, die laut Theorie so etwas wie die Bausteine der Bausteine sein sollen, sind sie bisher nie gestoßen. Die String Theory nimmt an, dass ein String eine Billiarde mal kleiner ist, als ein Atom. Hätte man also ein Atom mit der Größe des Sonnensystems, dann wäre ein String so groß wie eine Glühbirne. Je kleiner aber das Objekt, um so mehr Energie braucht man, um es sichtbar zu machen. Das CERN hat bisher einfach nicht ausgereicht, um ein String und die darin verborgenen sechs Dimensionen sichtbar zu machen. Eigentlich bräuchte man einen Teilchenbeschleuniger mit dem Umfang unserer ganzen Milchstraße, um das halbwegs mühelos zu erreichen.

Mittwoch, 16. Februar 2022

Renten

Alles scheint ruhig, trotz Pandemie. Und den sich daran knüpfenden Protesten und Demonstrationen. Das deutsche Wahlvolk hat vielleicht sogar – drastisch ausgedrückt - seine Schlachter (anders als in England oder Frankreich, wo Wut öffentlich zum Ausdruck gebracht wird) selbst gewählt. Doch es ist dies auch die Folge einer lange anhaltenden Erziehung, die auf Individualisierung und Vereinzelung zielt - und dabei den Neoliberalismus im Sinn hat, dessen Vertreter dazu neigen, alle Macht dem Markt übergeben zu wollen und von ihm das Heil der Welt zu erwarten. Am Markt sollen immer Individuen teilnehmen. Unsinn!, so höre ich schon "Experten" murmeln. Zum Beispiel Arbeitslosigkeit: heute ist das noch immer eine Art persönlicher Makel und nicht die Folge der Politik von Konzernen oder Abgehobenheit von Politikern, die gewisse Idiologien vertreten. Die herrschende Politik versucht anhaltend, die Armen gegen diejenigen, die noch weniger haben, auszuspielen. Die Altersarmut droht aber überall (die Anzeichen sind eindeutig und sind eine Folge von gewissen Beschäftigungsverhältnissen!), ja sie ist oft sogar schon da (fragt sich nur, ab welcher statistischen Grenze das als solches wahrgenommen wird), - und alle bleiben ruhig. Denn es soll sich lohnen und es soll Spass machen, hier zu leben, wie eine Dame aus der herrschenden Kaste vollmundig verkündete. Ist es wirklich so toll, auf etwas wie Altersarmut zuzutreiben? Folgendes Zahlenspiel (das natürlich von einschlägigen "Experten" sofort zerpflückt würde: Ein Standardrentner ist jemand, der 45 Jahre lang ohne Unterbrechung mit dem durchschnittlichen Arbeitseinkommen gearbeitet hat. Dies würde eine Rente von etwa 1300 Euro brutto mit sich bringen, nach Abzügen netto etwa 1100 Euro). Womöglich gibt es auch jetzt und heute schon sehr viele Menschen, die mit ihrer Rente darunter liegen. Ob wir dadurch auf eine große Altersarmut zulaufen? Ob das dem sogenannten „Leistungsgedanken“ förderlich ist? Ob die Schere zwischen Arm und Reich (wohlbestallte Renten oder im Falle von Beamten sind das fette Pensionen im frühem Alter) auseinander geht? Ob die daran abzulesende zunehmende Ungleichheit noch zu leugnen ist? Ob sie Konsequenzen haben wird? Ob etwas neu durchdacht werden sollte, und der oft beschworene Produktionsfortschritt (auch gerne mal der Digitalisierung zugeordnet) seine Rolle spielen sollte?

Dienstag, 15. Februar 2022

Wachstumslogik

Ob der Eindruck richtig ist, dass gewisse Firmen, die Obsoleszenz für ihren Profit ausnutzen? Es scheint so zu sein, dass Ersatzteile nur für einen kurzen Zeitraum verfügbar sind und der „Kunde“, falls er diesen Zeitraum überschreitet, gezwungen ist, sein erworbenes Teil zu entsorgen. Wegwerfen. Selbstverständlich scheint es hierbei auch einen Zusammenhang mit der „Garantie“ oder der „Gewährleistungsfrist“ zu geben. Gelegentlich kann der Eindruck entstehen, als würde genau diese Frist eingehalten und als würden danach unreparierbare Schäden auftreten. Der „Kunde“ wäre also auf diese Weise gezwungen, sich ein neues Gerät zu kaufen (oder es für sehr teures Geld reparieren zu lassen). Ob das zu kompliziert ist? Na dann so: Gewisse Firmen scheinen daran interessiert zu sein, dass ihre Produkte nach der Gewährleistungsfrist (!) möglichst schnell ihren Geist aufgeben. Das scheint dann den Zwang zu erzeugen, sich eine neues Teil zu kaufen (!). Das alles scheint innerhalb der wie ein Mantra vor sich hergetragene und immer wieder beschworene Wachstumslogik dieser Wirtschaftsform zu liegen: Möglichst viel innerhalb kürzester Zeit zu verbrauchen! Rohstoff- und Arbeitszeitverbrauch egal!

Montag, 14. Februar 2022

Am Rande (Lyrik)

(Vor langer Zeit geschrieben) AM RANDE Wieder am Rande, den Abgrund hinab geblickt Fall in Wasser oder auf die Erde auf die Beine oder den Kopf in das Rot des Abends verschwommen in der Taufrische des Morgens als wir uns umwandten, ich mich für die Lüge entschied, atmete ich wieder, und ging, das Ziel vor Augen, auf und ab vor Dir

Samstag, 12. Februar 2022

Von Chronos

Dies ist eine Wiederholung ohne Ergänzungen: Jetzt, gerade jetzt, wenn Viele Probleme mit der Langeweile haben: Chronos ist in der griechischen Mythologie die Zeit. Er ist sie. Er versinnbildlicht den Ablauf der Zeit und auch die Lebenszeit. Die Mythologie behauptet, Chronos selbst sei aus dem Chaos entstanden und erzeugte als Schöpfergott das Welten-Ei. Aus diesem wiederum entstand der von den Orphikern besonders verehrte Lichtgott Phanes, der mit Helios, aber auch mit Eros und Dionysos gleichgesetzt wurde. Chronos ist Kind des Himmelsgottes Uranus und der Erdgöttin Gaja. Chronos, der im modernen Leben den Chronometern und anderen Zeitmessern den Namen gab, drückt sich aus in der Natur vom Aufblühen bis zum Verwelken, in der Lebenszeit der Menschen oder dem Bestehen des Universums seit dem Urknall. Der Gott Chronos war grausam, hart, quälend. Er tötete seinen Vater Uranus, um die alleinige Macht zu haben. Um nicht selbst von seinem eignen Kindern ermordet zu werden, verschlang er all seine Kinder, bis auf eine Ausnahme: Zeus. Zeus galt als Sinnbild dafür, wer die Verantwortung für sein Leben selbst trägt, kann den Fängen von Chronos entkommen. Es heißt, jeder solle die Zeit als seine Zeit definieren und sich seiner eigenen Lebenszeit bewusst werden. Wer dazu neigt, sich treiben zu lassen, Entscheidungen anderen überlässt, Schuld anderen zuweist, wird dann chronisch erschöpft, chronisch überfordert, chronisch krank sein und stirbt.

Freitag, 11. Februar 2022

Donnerstag, 10. Februar 2022

Spitzensport und Nationalismus

Jetzt führen sie wieder stolz den Medaillenspiegel vor und übertragen den Fahnenapell mit dem Abspielen der Hymnen. Ach, es ist ja auch zum Heulen und gerührten Weinen…! Währenddessen wird eifrig berichtet, wie der/das „Superbowl“ vorbereitet wird. Und dann die Aussagen von „kundigen“ Moderatoren, dass ja in den USA alles anders und besser sei, weil man da seinen Reichtum unbehelligt vorführen könne. Insbesondere der Spitzensport sei davon betroffen. In diesem Moment bin ich froh, dass ich hier wohne, in einer Sphäre Mitteleuropas, in der gesellschaftliche und sonstige Strukturen durchaus mal hinterfragt werden und eine Art sozialer Ausgleich wenigstens auf dem Papier versucht wird. Wer jemals die erbärmliche Existenz der Armen und Obdachlosen auf den Straßen der Großstädte in den USA erlebt hat, wird bei solchen Aussagen von Football-Moderatoren und anderen Sport-Koryphäeen nachdenklich. Ob es da Paralellen und Zusammenhänge damit gibt, dass sich viele der Spitzensporttreibenden nicht zu Aussagen hinreißen lassen, die gewisse Missstände klar benennen? Ja, man macht halt mit, so, wie „die Industrie“ in Gestalt ihrer Wirtschaftskapitäne auch mitmacht und gewisse Menschenrechtsverletzungen nicht einmal erwähnt, geschweigedenn in ihren Prozessen berücksichtigt, um ja nicht gewisse Auftraggeber zu verärgern. So war's in unserem Land schon einmal.

Mittwoch, 9. Februar 2022

Sozial ausgewogen

Es kommt mir so vor, als kämen die gegenwärtig politisch bestimmenden Kräfte ausschließlich aus dem städtischen Milieu. Es kommt mir außerdem so vor, als würde dieser Fact zusammen mit einer gewissen idiologischen Ausrichtung ihren Wahrnehmungshorizont stark bestimmen. So wird regelmäßig der „Ausbau des ÖPNV“ beschworen. Tatsache ist, dass ich, in einem von einem grünen Politiker bestimmten Bundesland, noch immer 2,70 Euro für eine Einzelfahrt in der S-Bahn zu einem ca. 5 Kilometer entfernten Punkt bezahlen soll. Das ist die Faktenlage. Was das in sozialer Hinsicht heißt, scheinen diese politisch bestimmenden Kräfte noch nicht mal zur Kenntnis zu nehmen: Jemanden, der viel Geld hat, berührt diese Zahl wenig. Jemand, der zu den Geringverdienern gehört, tangiert dieser Umstand umso mehr. Für ihn heißt das de facto: auf etwas anderes verzichten. Das bedeutet, dass solche „Gebühren“ sozial sehr unausgewogen sind, was eben diese städtische „Elite scheinbar wenig angeht. Gewisse Kräfte werden sagen: „So war das schon immer“. Okay. Aber dies scheint mir nicht sehr vorwärts gewandt oder gar in ökologischer Hinsicht durchdacht.

Dienstag, 8. Februar 2022

Valerie (41)

Vielmehr, er blieb mit seiner Ratlosigkeit zurück, wobei er diese Hohepriester der Wissenschaft bestaunte, die derart überzeugt waren von dem, was sie sagten und taten, dass man nicht einmal mehr über sie lachen durfte. Ansonsten war man Chaot, Spinner, Psychopath, religiöser Fanatiker oder Gossensprechler. Hatte er Valerie etwas geben können? Sie war sicher darin geübt, Glück zu spielen, Stimmungen darzustellen und sich zu verstellen. Es wäre für ihn normalerweise unmöglich gewesen, darüber zu spekulieren. Was konnte man ihr überhaupt geben? Wollte er ihr seine Melancholie, seine Zweifel schenken, oder war es sein Körper, seine Haut, die ja austauschbar war, ein Stück Materie, zu dem er keine rechte Beziehung hatte. Sein Körper, den er zuletzt so oft missachtet hatte, verletzt, ohne es überhaupt noch zu merken, es zur Kenntnis zu nehmen, seinen Körper, den er mit Giften aller Art abspeiste und dem er es dann überließ, damit zurecht zu kommen. Sein Körper, der sich auf vielerlei Art dafür rächte, wobei seine zeitweilige Fressgier noch die harmloseste Art dieser Heimzahlung war. Eines Tages würde ihm sein Körper endgültig einen letzten Strich durch die Rechnung machen. Der Gedanke an den Tod löste in ihm jedes Mal ein Gefühl der Zärtlichkeit gegenüber seinem Körper aus – und ausgerechnet auch dem seinem Kopf am entferntesten Körperteil, seinem großen Zeh gegenüber.

Montag, 7. Februar 2022

Vorgänge Rückgänge (revisited)

Anpassungsmechanismen der anderen (immer die anderen!!), das alltägliche Buckeln, bloß keine Empfindlichkeiten zeigen, viel zu vieles hinnehmen: das falsche Verhalten sanktionieren die Kollegen sofort mit Liebes- , das bedeutet am Ende... Geldentzug. Mit Mobbing auch. Mit den kleinen Zeichen. Mit bereit gestellten Fallstricken. Du musst funktionieren. Zum Beispiel darfst du nicht krank werden. Sofort rückt jemand anderes an deine Stelle. Du bist austauschbar, auch wenn du dich selbst für einmalig hälst. Malus. Wieso haben die anderen so wenig Abstand zu dem, was sie tun? Wieso können die sich so identifizieren mit ihrem Job, mag er noch so entfremdet sein? Sie haben doch alle studiert, haben sich im Blick geübt, der im Alltäglichen das Unalltägliche aufsucht, der die Distanz zu den Dingen und zu sich selbst sucht. Oder etwa nicht? Waren sie nur ausgebildet worden? Haben sie sich die Analysemethoden angeeignet, um zu erkennen, dass in solch eingeschlossenen Verhältnissen, in solchen betrieblichen Strukturen die Macht wohnt und die Machtausübung anderer implizit eingeschlossen ist? Ob solche Ansichten auf Möglichkeiten etwas zu idealistisch gedacht sind? Sich in den Elfenbeinturm des akademischen Betriebs flüchten? Funktionierte auch schon besser. Wie kann man das so akzeptieren, sich zu eigen machen? Die Rolle, in die man hineindressiert wurde? Ob das etwas mit unserem Bildungssystem zu tun hat? Schon die dauernd praktizierte Formulierung „Wir“. Wer ist wir? Die Gesellschaft? Der Betrieb? Der stark ist? Der sich ein Monopol erobert hat? Wir sind stark. „Wir schaffen das“. Wer ist wir? Der, der dich entlässt und dir Lohnzugeständnisse abringt, wenn er es für nötig hält (jawohl, immer noch meist ein „er“ und keine „Sie“). Der dafür das Geschwätz vom „Strukturwandel“ allzeit parat hält (Das Getue um die sogenannte „Globalisierung“ ist ja ein bisschen ins negative Gerede gekommen...)? Dann bist du plötzlich nicht mehr der Betrieb. Bist ein unfähiger Einzelner. Der Betrieb ist der, dessen „Chefs“ riesige Karossen fahren, die sie als Statussymbol direkt vor dem Eingang parken. Der Betrieb, dass sind doch die Kaufleute, die alles Wichtige diktieren. Alles Wichtige hat auf dieser Erde mit Geld zu tun, nicht mit Geist. Sie müsssen immer wieder den Stallgeruch pflegen, auf jeder Konferenz. Sie müssen miteinander anstoßen, sich übers Fußballspiel unterhalten, sich Witze erzählen, über die sie dann gemeinsam lachen sollen. Das auch an jedem Geburtstag, den irgendein Kollege hat. Dann werden kleine Tischen aufgestellt und Gemeinsamkeit zelebriert. Du selbst wirst dir dann ein Fremder. Verlierst den Kontakt zu dir, während sie ihn zu kultivieren und pointieren scheinen - wofür sie dann Crash-Kurse besuchen. Die Sehnsucht danach, sich irgendwo wiederfinden zu können. Du, der du dir selbst einmal so sicher warst, ohne selbstsicher sein zu können. Wo bist du heute? Hast dich verloren in der Mechanik. Der Funktionalität. Der Normalität. Und musst dankbar dafür sein.Die Ermüdung, die Trägheit, deine Feinde. Andere Menschen haben ein anderes Temperament. Eine andere Vitalität und ein anderes Vertrauen darin. Sie begegnet dir. Du solltest mehr Empathie aufbringen. Was ist das? Sich in jemanden hinein denken? Notwendig, Zeichen der Kultur. Letztenendes sind wir aber allein. Da besteht eine Spannung.

Sonntag, 6. Februar 2022

Spinner (MP3)

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Sonntag, 16. Januar 2022

Frei oder bestimmt? (oder beides?)

In verschiedenen Zusammenhängen kamen mir jetzt grundsätzliche Positionen unter, die mir unter anderem auch für eine ganz bestimmte Klientel typisch zu sein scheinen und die nicht immer explizit geäußert werden. Zum einen glauben vor allem Menschen aus dem wissenschaftlichen Bereich daran, dass der Mensch sich selbst erschaffe und dadurch gekennzeichnet sei, dass er sich quasi aus der Natur befreie, sich über die Natur erhebe und sich aus ihr entferne. Der Mensch wolle und könne sich selbst bestimmen, so die Vertreter dieses vorwiegend im linksliberalen Weltbild angesiedelten Sicht, die sich inzwischen weit hinein in den Mainstream verbreitet hat und gerne mal feministische Aspekte oder welche der Identitätstheorie in ihre Auffassungen mischt. Oft knüpft sich auch ein großer Glaube an die kommenden Segnungen der Technologie daran. Der Mensch habe eine Geschichte, in der er sich entwickelt habe. Er sei gerade dadurch bestimmt, dass er sich in gewollte Richtungen verändern könne. Wir formten und gestalteten unsere Natur. Es gehe in der Gegenwart unter anderem darum, das eigene Dasein unter solchen Voraussetzungen möglichst „aufregend“, „kreativ“ und „spannend“ zu gestalten. Auf der anderen Seite diejenigen, die glauben, dass bestimmte Verhaltensweisen, Reaktionsmuster und Eigenschaften in unseren Körpern und Genen „festgeschrieben“ seien. Dies zu ändern könnte sich auf die lange Sicht als sehr schwierig erweisen, wobei unter anderem das angestrebte Ziel auch in einer gewissen gesellschaftlichen Stabilität erweisen könnte. Wir seien durch die Natur bestimmt und es gelte, die Gesetze der Natur zu erkennen, um besser auf sie reagieren zu können.

Samstag, 15. Januar 2022

Was wichtig ist - oder?

 Ob jemand schwanger ist, ob jemand heiratet oder gerade eine neue Beziehung anberaumt? Wer wen vögelt, offiziell und inoffiziell, wer seinen Körper vorteilhaft ablichten lässt und eine Art Leitbild für alle andern abgibt, ist im medialen Alltag offenbar das Wichtigste überhaupt. Öffentlichkeit wird damit bearbeitet und beeinflusst. Society-Damen (Wieso eigentlich fast nur Damen?) geben dazu zu hochgezogener Augenbraue und einem verständnisvollen Lächeln Auskunft. Sie grinsen dazu meist die stille Übereinkunft, die weiß, wie „es läuft“.. Mal sehen, ob das auch die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar samt den um sie herum veranstalteter „Events“ betreffen wird… Es wird Aufschluss über manches geben. Ohnehin können bei diesen Vorgängen nur noch der Sport und seine verschiedenen Ausformungen mithalten, wobei sich beim Fußball gerade eigene Grenzen auftun, indem das Monopol der scheinbar wichtigen Vereine aus finanziellen Gründen nur noch untereinander agieren will. Ob das aufgeht? Auch hier werden Leitbilder, Idole, Werbe- und Imageträger geboren, um alsbald „vermarktet“ zu werden.

Freitag, 14. Januar 2022

Inszenierung - reloaded

Immer dieselben Gesichter? Geistiger Inzest? Tatsächlich leben gewisse Entscheider in dieser mitteleuropäischen Gesellschaft in einer Wahrnehmungsblase, in der sie unter anderem damit beschäftigt sind, anderen Menschen Betroffenheit vorzuspielen und ihnen ein Gefühl der Zufriedenheit mit den von ihnen verwalteten Verhältnissen zu suggerieren. Hin und wieder verrutscht dieser Gestus, diese Maske, etwas. Die Langsamkeit und bürokratische Bräsigkeit, mit der zb. auf bevorstehende katastrophale Ereignisse hingewiesen wird, mag solch ein Fingerzeig sein. Kurzatmiges Schönreden der meist überhonorierten „Entscheider“ samt ihrer "Berater" mag da auch nicht durchweg helfen: es ist zu merken, dass der Anzug, die Maske verrutscht ist. Abgehobenheit und Abstand werden dadurch deutlich. Sie fühlen sich "Premium" (natürlich, ohne dass sie dies jemals zugeben würden!!!) Aber nur die wenigsten ihrer „Wähler“ bemerken das in "der Politik" und deuten das kritisch. 

Man muss an das Gute glauben ("Be positive") und alles andere ausblenden, so noch immer ein Glaubenssatz derer, die sich solche Verhältnisse leisten können. Es ist diese „Wirklichkeit“ komplett eine Inszenierung, an die die Vielen in „Wohlstand“ Lebenden nur zu gerne glauben. Dafür werden dann eigens dafür entwickelte Mechanismen entworfen, wie das „Lieferkettengesetz“, das meiner Meinung nach vor allem zur Beruhigung und zum Nutzen „der Wirtschaft“ entworfen wurde. Menschenrechte müsste man sich eigentlich leisten können: hierzulande scheint man das nur unzureichend zu tun. Alle Abläufe wurden jahrelang auf wirtschaftliche Effizienz und privatwirtschaftlichen Profit getrimmt. Der Nachteil für das Ganze, ob man das Gemeinschaft, Staat oder sonstwie nennt, stellt sich nicht erst jetzt heraus.

Donnerstag, 13. Januar 2022

Es schienen so golden die Sterne (Eichendorff)

 Es schienen so golden die Sterne

Am Fenster ich einsam stand
Und hörte aus weiter Ferne
Ein Posthorn im stillen Land.
Das Herz mir im Leib entbrennte,
Da hab ich mir heimlich gedacht:
Ach, wer da mitreisen könnte
In der prächtigen Sommernacht!

Zwei junge Gesellen gingen
Vorüber am Bergeshang,
Ich hörte im Wandern sie singen
Die stille Gegend entlang:
Von schwindelnden Felsenschlüften,
Wo die Wälder rauschen so sacht,
Von Quellen, die von den Klüften
Sich stürzen in die Waldesnacht.

Sie sangen von Marmorbildern,
Von Gärten, die überm Gestein
In dämmernden Lauben verwildern,
Palästen im Mondenschein,
Wo die Mädchen am Fenster lauschen,
Wann der Lauten Klang erwacht
Und die Brunnen verschlafen rauschen
In der prächtigen Sommernacht.

Mittwoch, 12. Januar 2022

Demokratie und Mündigkeit reloaded

 Die Demokratie beruht auf der Idee des mündigen und informierten Bürgers. Mündigkeit bedeutet Selbstbestimmung. Aber es ist bequem, unmündig zu sein. Und die Bequemlichkeit, deren gezielte Herbeiführung, ist zu einer Leitidee der Wirtschaft geworden. Es soll alles bequemer gemacht werden. Dazu kommt, dass immer alle ihre Meinung äußern sollen und wollen. Das Nachdenken darüber aber scheint nicht sonderlich beliebt. Alle haben Meinungen, aber nur wenige denken. Demokratie ist auch die Vergesellschaftung von Herrschaft und die Unterwerfung des Staates unter den Willen der Bürger: alle sollen teilhaben am Prozess der Macht. Das Volk ist der Souverän. Das funktioniert im Idealfall, wenn die Bürger die Komplexität der gesellschaftlichen Aufgaben erfassen, was wiederum eine möglichst direkte und wenig verfälschte Information voraus setzt. Ob ein einzelner Bürger die Komplexität der Dinge zu erfassen vermag? Im vergangenen Jahrhundert gab es dazu in den USA eine große Kontroverse zwischen dem Journalisten Walter Lippmann und dem Philosophen John Dewey. Lippmann ging es darum, eine Form der Demokratie zu finden, die der Komplexität einer modernen Industriegesellschaft gerecht wird. Er sah die Lösung in einer Elitendemokratie, in der die Bürger periodisch Repräsentanten aus einem vorgegebenen Elitenspektrum wählen können. Lippmann lenkte seinen Blick auch auf die Rolle von Massenmedien in einer solchen Demokratie und wies dabei den „Think Tanks“ eine besondere Rolle zu. „Think Tanks“ sind vereinfachend dargestellt, Zusammenballungen von sogenannten „Experten“, die die ausführenden Eliten beraten solle, also Forschungsvereinigungen etc. 

Der mündige Bürger galt ihm nichts. John Dewey sah sich in der Tradition der Aufklärung. Lippmann ging es darum, wie sich Macht möglichst effizient organisieren ließe. Dewey ging es darum, wie sich Macht wirksam begrenzen ließe. Lippmann sagte: Bürger haben weder Wissen noch Interesse, sie sind gekennzeichnet durch Ignoranz, Apathie und Vorurteile und haben einen Mangel an Denk- und Handlungsfähigkeit. Die breite Öffentlichkeit besehe aus unwissenden und lästigen Außenstehenden, deren Rolle in einer Demokratie die der Zuschauer sein müsse, nicht aber die von Mitwirkenden. Bürger dürften lediglich periodisch ihre Stimme einem der verantwortlichen Männer verleihen und sollten sich dann wieder auf ihre kleine überschaubare Privatwelt beschränken. Demokratie sah Lippmann als eine politische Formation, in der vor allem Experten bestimmte Probleme lösen. Demokratie kann in seinem Sinne (Und dem der heutigen Politiker?) nur funktionieren, wenn sie keine ist. Das ging dann später in eine neoliberale Demokratie über, der den „freien Markt“ zum kompetentesten Löser aller Probleme erklärt. Es geht in diesem Sinne darum, eine „marktkonforme“ Demokratie zu schaffen. Ob uns das nicht ein bisschen bekannt vorkommt? Bei Dewey hingegen hängt die Mündigkeit des Bürgers und seine Demokratiefähigkeit davon ab, dass ein öffentlicher Debattenraum intakt ist. Dewey: „Wenn der Bevölkerung die relevanten Informationen nicht unverzerrt zur Verfügung stehen und der öffentliche Debattenraum eingeschränkt ist, gibt es keine Möglichkeit, ein Urteil über die politische Kompetenz der Bürger abzugeben“. Ob uns das auch an die Aktualität, die Rolle der Gesellschaft und ihrer Informationsbeschaffer, der Journalisten, erinnert? Die Formung und Lenkung der öffentlichen Meinung jedenfalls scheint zu einem wichtigen Wirtschaftszweig geworden zu sein. Hier gibt es keinen freien Diskussionsraum mehr, sondern ist etwas, was von einem ganzen Industriezweig, der PR, die als Presse- und Öffentlichkeitsarbeit auftritt, geformt wird. Man müsse insofern die „notwendige Wirkung des vorliegenden Wirtschaftssystems auf das gesamte System der Öffentlichkeit“ untersuchen und fragen, „wie weit echte geistige Freiheit und soziale Verantwortung in irgendeinem größeren Umfang unter den Bedingungen der bestehenden Wirtschaftsordnung überhaupt möglich sind“. In diesem Sinne müsste also auch die Wirtschaft demokratisch organisiert sein. Das hat ein großer amerikanischer Philosoph des Pragmatismus geschrieben (!!)

Dienstag, 11. Januar 2022

Einsteller (MP3)

 https://buranmann.bandcamp.com/track/einsteller

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Montag, 10. Januar 2022

Schein und Sein

 Ich beobachte und nehme interessiert zur Kenntnis, wie gemäßigt "vernünftig" sich gewisse Diskutanden in gewissen Talkrunden äußern, - ganz im Gegensatz zu dem Bild, das man sich von ihnen über zahlreiche öffentliche Äußerungen in steilen Thesen hinweg gemacht hatte. Oder sie stellen ein Desinteresse zur Schau, das gerade deswegen so manchen Zuschauer befremdet, der extra wegen dieser Person dieses TV-Formats eingeschaltet hatte. Sich heraus halten, scheint als Devise dahinter zu stehen, man ist ja ein Individuum, das „darüber steht“. Man ist Berufs-Dandy. Man ist die Figur, die man spielt Man vermutet gründliches Nachdenken und entdeckt oberflächliches Schwadronieren, daher geplapperter Small-Talk. Es werden unwichtige und vom Moderator als große journalistische Investigation vorgeführte „Gemeinsamkeiten“ zwischen den einzelnen Teilnehmern der Runde vorgeführt. Es werden Pointen verbraten. Es wird scheinbar der wahre Mensch gezeigt, der ansonsten keine Rolle zu spielen scheint und aus dem großen Narrativ dieser Gesellschaft ausgeblendet ist. Jetzt bekommen wir das "wahre Gesicht" durch das geschickte Agieren der Moderation endlich mal zur Kenntnis. Trick: Alles wird personalisiert und zur Unterhaltsamkeit degeneriert. An dieser Stelle scheint mir eine rote Linie durch die Talkshows zu gehen. Dies Phänomen glaube ich insofern schon öfter beobachtet zu haben.

Was aber bedeutet ein solches Verhalten? Diese Diskutanten wollen seriös „rüberkommen“, glauben ansonsten bei ihren Showauftritten im Genre der Übertreibung zu operieren. Jetzt wollen sie das Sein vor dem Schein „präsentieren“. Nun treten sie „privat“ auf und offenbaren erstaunlich moderate Einstellungen. Sie treten keineswegs dafür ein, was sie in Shows und anderen öffentlichen Formaten bis dahin offenbart hatten. Sie verraten dies als eine für Showzwecke zugespitzte Position. Sie glauben dadurch etwas "deutlich gemacht zu haben". Natürlich machen sie „nebenher“ (?) Werbung für sich, ihre Produkte, darunter auch anstehende Tourneen. Das sei ganz „normal“, so wird im Rahmen dieser „Veranstaltungen“ suggeriert. Schließlich würden wir in einer Marktwirtschaft leben, in der auch Bewusstseinswaren beworben werden müssen. Und überhaupt: neben gewissen Problemen, sei bei uns ja alles toll, super und einzigartig gut geregelt,- so geht das, was „übrig bleibt“, was beim "Konsumenten" solcher Shows hängen bleibt.

Sonntag, 9. Januar 2022

Mitternachtslied (F. Nietzsche)

 

O Mensch Gib acht!


Was spricht die tiefe Mitternacht?

"Ich schlief, ich schlief-,

Aus tiefem Traum bin ich erwacht:-

Die Welt ist tief und tiefer als der Tag gedacht.

Tief ist ihr Weh-

Lust, tiefer noch als Herzeleid:

Weh spricht: Vergeh!

Doch alle Lust will Ewigkeit-,

Will tiefe, tiefe Ewigkeit!"



(Nietzsche, aus „Zarathustra“)


Samstag, 8. Januar 2022

Dieter Roth (2)

 War er ein Nihilist? Schwer zu beantworten. Jedenfalls ließ der Künstler Dieter Roth die Natur an seinem Werk mitwirken, dergestalt, dass er Vieles daran dem Verfall, der Fäulnis, der Verwesung und dem Schimmel aussetzte. Nicht nur dieser Zug macht ihn in meinen Augen aktuell und verleiht seinem Werk auch heute noch eine drängende Wichtigkeit, wobei wir ohnehin Gaga, Verfall, Düsternis und übertriebene Verrücktheiten mehr in unser Leben hinein lassen müssten. Dreck und Müll waren in sein „Werk“ eingewandert und übten dort eine eigene Kraft aus: jedenfalls bin ich keinem anderen „Künstler“ begegnet, der in seinen Werken mit einer solchen Vehemenz und Konsequenz diesem Thema nachging. Kunstwerke sollten in seinen Augen so sein, wie der Mensch: alt werden und sterben. Ernährung und Verdauung sollten darin ihre ureigene Rolle spielen.

In so etwas wie eine Wichtigkeit wollte er aber nicht hinein kommen, wie er als Universalkünstler nicht nur in seinen „Werken“ oft betont hat. Er war wohl eher ein Daseins-Spekulierer, der die Gefährdung unserer Existenz und die satirische Durchdringung der Wirklichkeit mit seinen Mitteln immer wieder heraus arbeiten wollte. Seine Umwelt nannte ihn dafür „Künstler“. Seine Wichtigkeit freilich bewies sich in unzähligen Ausstellungen, die ihm den Mantel des genialen Gestalters umlegten. Eine weitere Anekdote ist mir geblieben: so soll ihm in New York eine Professur verliehen worden sein. Seine eigenen Lehrveranstaltungen freilich hat er aber wohl nie besucht. Daraufhin soll er suspendiert worden sein. Noch eins: Seine Laufbahn als handwerklich orientierter Musiker soll er unter anderem dadurch beendet haben, dass er auf offener Bühne auf seiner Trompete herum trampelte und das Bruchstück schließlich in einem seiner „Werke“ verarbeitete. Er hatte dies Ende zu einem Happening gemacht. Aus, Schluss mit der Musik. Von da an ward er niemals mehr als Musiker auf einer Bühne gesehen. Wie es heißt.

Freitag, 7. Januar 2022

Geworfen sein

 Aus meinem Buch mit dem Arbeitstitel „Zuhören“ stammt das Folgende: "Hilfe, Wo bin ich gelandet? Was hat das mit mir zu tun?“ Ich fühle mich wie ein Schlafwandler, der plötzlich aufwacht. Mein Scheitern, mein Abprallen, der Umstand, dass die scheinbar banalen Dinge das Leben verändern können, war mir nicht in den Sinn gekommen. Es wird mir klar: Mir werden die wichtigen Dinge immer erst zu spät klar. Ich verlege Sachen und finde sie anschließend nicht mehr. Ich werfe Sachen auf den Boden. Ich stürze. Ich verschreibe mich und weiß anschließend kaum mehr, was ich ursprünglich wohl gemeint hatte. Bis jetzt war es nie zu spät mit dem „Sich-klar-werden“. Immerhin. Es wird aber eines Tages zu spät sein.

Donnerstag, 6. Januar 2022

Dieter Roth (1)

 Am Anfang hatte ich einen Film über seine Literaturverwurstung (In Hackgerät literarische Werke zerhackt und dann in Würtse gepackt) und seine Schimmelkunst gesehen. Das war nahe an dem dran, was ich mir vorstellen wollte. Ob es in unseren Zeiten etwas mit dem hochtrabenden Begriff „Kunst“ zu tun hatte, wollte ich mir nicht beantworten. Jedenfalls wurden Dieter Roths Werke in den großen Museen ausgestellt, was mir als Beweis dafür ausreichte, dass er es bis in den Olymp der Künste geschafft hatte (auch wenn er offenbar dauernd die Schreibweisen seines eigenen Namens abgewandelt hatte. So firmierte er als Diether Roth, nannte sich Rot oder sein Name verschwand hinter einem Gekritzel…. Ich sah Bilder von ihm und war von seiner anarchischen Kreativität fasziniert. Es rankten sich so manche Geschichtchen um sie, die der Urheber manchmal selbst in einer Mischung aus Verzweiflung, Selbstinszenierung und einem Hang zur primitiven Aktion herbei geführt hatte. Seine „Objekte“ aber waren oft dem Prozess der Verwesung ausgesetzt und mussten heftig gestunken haben. In der Staatsgalerie Stuttgart (in Stuttgart wirkte er von 1972 bis 1983) aber besichtigte ich einmal ein komplettes Arbeitszimmer von ihm, das unter anderem mit allerlei zeitgemäßen Gadgets wie etwa einem Kassettenrecorder ausgestattet war. 

Der Mann betätigte sich als Universalgenie. Er wirkte als Maler und Dichter, als Filmer, Grafiker, Bücherproduzent und Herausgeber, als Musiker auch und als Performer. Ich besuchte eine Ausstellung von ihm, in der sein Buch „Scheise“ in einer beweihräuchernden Vitrine lag. Daneben der Band „Mehr Scheise“ und dann das Büchlein „Noch mehr Scheise“. Es lag eine Atmosphäre zwischen Melancholie, Ironie, Nonsens und Verzweiflung über seinen Werken, was der Kunstbetrieb freilich in gnadenloser Bewunderung zu ignorieren schien. In Berlin sichtete ich erstmals eine riesige und in ihrer Kunstgefälligkeit völlig nutzlose Garten-Maschine, von der mir starke Eindrücke hängen geblieben waren. Der Mann muss haltloser Trinker und ein Hätschelkind des Kunstbetriebs gewesen sein. Auch hatte er wohl eine wichtige Zeit seines Lebens in Island zugebracht, wo er offenbar auch als Designer gewirkt hatte.

Dienstag, 4. Januar 2022

Valerie (39)

Oder vielmehr, er blieb mit seiner Ratlosigkeit zurück, diese Hohepriester der Wissenschaft bestaunend, die von der Wichtigkeit ihrer Aussagen so überzeugt waren, dass man nicht einmal mehr über sie lachen durfte. Denn ansonsten war man Chaot, Spinner, Psychopath, religiöser Spinner oder allenfalls vorwissenschaftlicher Gossensprechler. Hatte er Valerie etwas geben können? Sie war sicher darin geübt, Glück zu spielen, Stimmungen darzustellen, sich entsprechend zu verstellen, - sie zu verstehen oder darüber zu spekulieren wäre für ihn normalerweise unmöglich gewesen. Was konnte man ihr überhaupt geben? Wollte er ihr seine Melancholie, seine Zweifel schenken, seinen Körper, seine Haut, die austauschbar waren, ein Stück Materie, zu dem vielleicht nur er selbst eine Art Beziehung haben konnte, seinen Körper, den er zuletzt so oft missachtet hatte, den er verletzt hatte, ohne es überhaupt zu merken, es gebührend zur Kenntnis zu nehmen, ihn mit Giften aller Art fütterte und es ihm anschließend überließ, damit zurecht zu kommen. Dieser Körper, der sich auf vielerlei Arten dafür rächte, wobei seine zeitweilige Fressgier noch eine eher harmlose Art der Heimzahlung war. Eines Tages würde ihm sein Körper einen endgültigen Strich durch die Rechnung machen: Der Gedanke an den Tod löste in ihm ein Gefühl der Zärtlichkeit aus, seinem Körper insgesamt gegenüber, - aber skurrilerweise auch dem dem Kopf am entferntesten Körperteil gegenüber, seinem Zehen. Er war genauso Teil von ihm wie beispielsweise seine Nase. Manchmal dachte er, man solle die Körperpartien rehabilitieren gegenüber jener Kultur, die sich zwischen Kopf und Unterleib abspielte. (

Montag, 3. Januar 2022

Die Luxusmenschen

Ob der Eindruck wohl richtig ist, dass es gerade unter Fußballspielern besonders viele Corona-Infizierte gibt? Fast täglich prasseln ja die diesbezüglichen Meldungen auf uns ein. Könnte es sein, dass diese Leute sich als Superhelden fühlen und sich aller irdischen Gefährdungen enthoben glauben? Nun ja, ein paar Skifahrende sind wohl auch darunter....Dass sie alle so sehr ihrem privilegierten Status vertrauen, dass sie jegliche Vorsichtsmaßnahmen vergessen? Dass sie glauben, in einer anderen, für sie und ihr teures Ego maßgeschneiderten Welt zu leben? Erstaunlich auch, wo diese Spieler überall auf der Welt positiv getestet wurden: Es schien, als seien zumindest viele, wenn nicht alle Luxusdestinationen darunter. Dass sich nahezu alle fußballerischen Abläufe danach richten sollen, dass Spiele verlegt oder abgesagt wurden; Passt alles! Dann ist es halt so! Nun ja, dass den Spielern zuvor und danach ohnehin jeder Wusch von den Lippen abgelesen wird: Ist normal. Wer am meisten für die Dienste meines Körpers bezahlt, bekommt den Zuschlag. Dafür sorgt auch der Beraterklüngel. Ob Fußballspieler in ganz besonderer Weise von ihrem Körper abhängig sind und sich deshalb unter Vorschieben fadenscheiniger Argumente nicht trauen, sich impfen zu lassen? Das Publikum, der Mob in den Stadien: Die ja! Aber ich?: nein! Ob da nicht ein allzu geschwollenes Ego dahinter steht? Und: Wer ist da wohl von wem abhängig?

Sonntag, 2. Januar 2022

Bildung - was ist das?

 

Immer noch zunehmend scheint sich ein Bildungsbegriff heraus gestellt haben, der stark technologisch geprägt ist. Einen vorläufigen Höhepunkt erreichte diese Entwicklung im Wahlkampf Deutschlands, in dem die Forderung auftauchte, Deutschland müsse „ein Volk von digitalen Dichtern und Denkern werden“. Dahinter scheint mir ein ziemlich instrumentelles Verständnis und Gelehrsamkeit zu stehen. Deutschland soll auf diesem Wege, der auch gerne mit dem Modewort „Digitalisierung“ beschrieben wird, auf möglichst geradlienigem Weg ein Volk von Programmierern und und Ingenieure werden. Doch was könnte die Bildung eines Menschen bedeuten, was könnte ein Ziel sein? Schon im 19 Jahrhundert bildete sich hierzulande ein Bildungssystem heraus, das in Vielem beispielgebend war und bis in die Gegenwart etwa Staaten wie den USA ein Vorbild abgab.Wieso? Weil es nicht in erster Linie zweckdienlich war, sondern viel eher dem Ideal der Aufklärung verpflichtet. Was aber kann Bildung aus dieser Tradition heraus bedeuten? 

Es könnte in der Bildung ein Wissen einen wichtigen Platz einnehmen, das gerade nicht unmittelbar an seiner Brauchbarkeit für den Arbeitsmarkt gemessen wird. Man sollte seinen eigenen kritischen Geist entwickeln, eigenständig denken und damit die Welt in all ihrer Vielfalt entdecken. Gerade in Zeiten wie den jetzigen kann niemand voraussagen, mit welchen Herausforderungen es zukünftige Generationen zu tun haben werden. Gewisse Erkenntnisse sollten allgemein sein und Bildung ist mehr als Faktenwissen. Freude am Entdecken, sich begeistern an Rätseln und Fragen, Offenheit für überraschende Fragen, deren Beantwortung wieder neue Fragen hervor bringen können. So etwas könnte Ansporn sein, könnte die Gesellschaft vorwärts bringen und einen dazu bringen, die Welt in ihren Zusammenhängen besser zu verstehen. Die Neugier und die Möglichkeit, aus dem Entdeckten etwas Neues zu schaffen treibt den Fortschritt weiter. Erkenntnisse der Grundlagenforschung lassen neue Anwendungsmöglichkeiten vermuten, die unter anderem auch Eingang finden in Maschinen und Technologien.

Samstag, 1. Januar 2022

Saicha wia en Gaul (MP3)

 https://buranmann.bandcamp.com/track/saicha-wia-en-gaul