![]() |
| Bis hierher |
Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
Montag, 30. März 2020
Sonntag, 29. März 2020
Empfindungen
Es
enthüllen sich Lebensmodelle, verknüpft mit Personen. Der eine lebt
von seiner Herzallerliebsten, der andere macht für Geld alles und
findet das auch für andere Leute selbstverständlich. Es scheint die
breit angesagte Umgangsform. Gerade Entwicklungsländer müssen das
an einem ganz anderen Ende spüren. Jaja, Moralin! Auf diese und jene
Art wird die Kohle von allen angebetet. Sie scheint alles zu
strukturieren. Manche machen es künstlerisch und kassieren für
Stümpereien Millionen, weil keiner mehr weiß, was für wen was wert
sein könnte. Außerdem gilt es, „Beziehungen“ zu haben, sie
rechtzeitig zu knüpfen. Networking betreiben. Auswertbar muss alles
sein, effizient, der Aufwand muss sich im Verhältnis zum Ergebnis
rechnen. Es müsste sich alles rechnen. Haha, ein Kommentar zum Tage
müsste länger sein. Output rules. Qualität egal. Es gibt einen Haufen Spezialisten, die einen guten Job machen, vom Ganzen und vom Sinn des Ganzen aber keine Ahnung haben. Ich muss lachen
darüber, dass man mich als Miesepeter und Spassbremse versteht.
Leute können mit sich nichts anfangen, schlagen ihre Mitmenschen,
werden agressiv. Sie müssen und sollen beschäftigt werden, egal mit
was….
Samstag, 28. März 2020
Tod und Leben
Tod, Leben? Mensch? Wo stehen
wir? Krise? Folgende optimistische Vision habe ich gehört und versuche sie
nun wiederzugeben: Wir werden uns nach der Krise zu einem Punkt entwickeln wollen,
an dem alles beeinflussbar erscheint. So werden beispielsweise Eltern
in der Lage sein, die bestmöglichen Gene für ihr Kind darstellbar
zu machen, die gezielte Beeinflussung des Genmaterials mittels
Crisp-r ist da heute schon möglich: eine bestimmte Sequenz aus dem
Genstrang abzuschneiden, zu entfernen, zu verbinden und
möglicherweise nach einer Reparatur wieder einzusetzen. Codeteile
austauschen. Bei Embryos, - aber auch bei Erwachsenen. Damit ist das
Ende der Evolution als entscheidendes Element angesagt und die
Genmanipulation eingesetzt. Wir werden stärkere, schnellere und
intelligentere Versionen von uns schaffen. Womöglich werden wir
mithilfe der Wissenschaft den Alterungsprozess verlangsamen oder gar
ganz aufhalten. Unsterblich werden? 100 Jahre lang wie 25 aussehen?
Kein Problem! Wir kommen bisher noch mit einem Verfallsdatum zur
Welt. Wieso eigentlich? Keine Probleme werden uns an etwas hindern.
Wir werden wunschlos glücklich sein. In der Zukunft wird uns die
Genmanipulation viele zusätzliche Lebensjahre schenken. Auch die
Medizin wird sich dabei ändern. Ja, sie wird angesichts fehlender
Probleme sogar überflüssig. Jedenfalls wird sie exakt auf die
jeweilige Person zugeschnitten sein. Man wird vorhersagen können, ob
jemand eine Krebserkrankung oder Herzprobleme bekommen wird, was es
natürlich möglich macht, dies im Vorfeld zu verhindern.
Freitag, 27. März 2020
Vertraulichkeiten
Aus meinem Tagebuch:
Der
Infotermin des RKI scheint heute morgen auszufallen. Diese
Wissenschaftler beraten wohl nur noch die Entscheider. Dass darüber
(über das Ausfallen) nicht rechtzeitig informiert wird, scheint mir
ein schweres Versäumnis zu sein. Die Allgemeinheit zu unterrichten
scheint in dieser Lage kein wichtiges Vorhaben mehr zu sein. Es ist
viel von der „Vertraulichkeit“ von gewissen Dokumenten die Rede,
aus denen man nichts verraten dürfe. Ob das ein bisschen an De
Maizieres berühmte PK von damals erinnert? Stattdessen: Eine PK der
Regierung ist für 11.30 Uhr angekündigt, Laschet will 12 Uhr
informieren. Nicht nur mentale Beruhigungspillen werden knapp. Um 10.30 Uhr
erste Meldungen, dass rki-PK ausfällt. Scheint niemand zu vermissen,
was kein gutes Zeichen ist. Oder habe ich etwas nicht mitgekriegt? Jetzt soll die Zahl der Tests
hochgefahren werden, um möglichst viele Personen, auch „gesunde“,
zu testen. Linnemann von der CDU fordert jetzt, schon nach wenigen Tagen, schrittweises Anfahren der Wirtschaft „nach Ostern“. Man verkauft
das als „Exit-Strategie“. Özdemir gibt sich als Politiker, der
den Test überstanden hat und wegen seiner Kinder auch Mensch ist. Ach! Die Einstreuung von gewissen Werbespots auf gewissen TV-Sendern
empfinde ich als bizarr… Ja klar, es ist superleicht, so etwas als „wirtschaftsnotwendig“ zu bezeichnen..."muss sein" etc., - aber..... In dem Würzburger Altenheim scheinen
inzwischen 11 Menschen an der Virusinfektion gestorben zu sein. ….. Wenn wir als Gesellschaft keine Umkehr gefunden
haben, so vollzieht sie jetzt wohl die Natur oder das, was inzwischen
davon übrig geblieben ist……
Donnerstag, 26. März 2020
Die Karawane der Trottel (Text)
DIE
KARAWANE DER TROTTEL
Die
Karawane der Trottel
jeder
für sich selbstvergessen
keiner
kennt den andern
bis
man leben gelernt hat,
ist
es schon zu spät
die
Götter sind gewogen
ich
stimme sie mild
der
Blick richtet sich nach oben
die
Kuppel ist groß und hell
sie
ist so weit
weißer
Ratschluss der Götter
sie
sind im Wissen
sie
sehen sie sind die Macht
nach
der wir uns richten,
In
ihrem Namen führen wir Kriege
in
deren Namen entstehen Gemälde
von
Einsicht, von Erleuchtung, von Vernunft
ein
Lichtstrahl bedeutet euch das Schicksal
einer
muss das Opfer sein
dort
wo sie Lieder singen
von
Rausch und Ekstase
dort
wo der Refrain unwiderstehlich wird
(etwa 2013)
Mittwoch, 25. März 2020
Momentaufnahme
Wieder
in einen Alptraum hinein aufgewacht. Ich versuche, meine Dinge zu tun
und höre nebenher scheinbar Wichtiges aus Bundestag und vorbei
flirrende News. Ich lese. Kurz rein: Übertragung aus dem Bundestag,
in dem manche Abgeordnete mit Sicherheitsabstand auf ihrem Smartphone
herum daddeln. Gelangweilt? Beschäftigt? Was tun diese Leute? Ob
Journalisten sich mal hinter diese Fragen machen sollten, die so
manchen „draußen“ beschäftigen? Ganz konkret? Menschen in
dunklen Anzügen oder in nichtssagenden Business-Kostümen reden in
Phrasen, in Durchhalteparolen und danken. Dass in Altenpflege
Schutzmaterial fehlt, dass denen, die jetzt durchhalten, auch etwas
bezahlt werden müsste, davon ist wenig die Rede. Eigentlich gar
nicht. Dafür mehr von Schutzschirmen und Zuschüssen. Sie sollen
offenbar denen zufließen, die „gut gewirtschaftet haben“. Nun
ja, der Staat rühmt sich ja in einem fort, dass er „gut
gewirtschaftet“ habe. Ich sehe Rammdösigkeiten über Parteigrenzen
hinweg. Es wird überall und jederzeit mit schwerem Kater aufgewacht
werden. „Wohlstandsverlust“. „Strukturen aufrecht erhalten“.
Wer sah denn zuletzt überhaupt noch Debatten im TV? Ob das die Sache
von „Spezialisten“ war? Ob da nicht auf diese und jene Art das
Bewusstsein geschürt wurde, das „die da oben“ samt ihrer
Entourage schon ihr Ding machen würden? Ich erfahre, dass Die Tafeln
längst geschlossen hätten. Obdachlose kommen kurz zur Sprache. Ihre
Lage ist verzweifelt. Ob diese ganzen Gegebenheiten etwas über diese
Gesellschaft aussagen? Darüber, wo die Prioritäten liegen? Ob es
hier noch viel besser ist als anderswo? Ob wir diese Argumentation in
der weiteren Vergangenheit schon mal gehört hatten? Wir sehen
Gesichter, die uns als ignorierende Ignorantengesichter vorkommen.
Vielleicht ist das ungerecht, klar. Aber wer weiß denn schon etwas?
Ich bin useless, das ist gewiss. Rednerpulte werden noch schnell
abgewischt, ehe die nächste Rede gehalten wird. Wer wischt mein
Rednerpult? Sicherheitsabstand. „Dazu kann man jetzt noch nichts
sagen“.
Dienstag, 24. März 2020
Montag, 23. März 2020
Trickle-Down-Theory (2)
Was ich im Gespräch erfahren
habe: „Steuervermeidung“ scheint ein ganzer Industriezweig
geworden zu sein, der kräftig brummt. Gigantische Summen im hohen
Milliardenbereich scheint dies die Allgemeinheit zu kosten. Dabei
scheinen manche Steuervermeidungsmodelle extrem kompliziert und
verwirrend zu sein. Es gibt eine große Anzahl von Steuerberatern,
darunter viel ehemalige Mitarbeiter des Finanzamts, die sich mit
dieser Materie fortwährend beschäftigen und ihre Dienste verkaufen
wollen. Sie scheinen den Umstand zu nutzen, dass Unternehmen und
Steuerbehörden schon seit langem auf „Schmusekurs“ gingen und
sich und ihr Gebaren gerne hinter öffentlichkeitswirksamen und von
kostspieliger PR-Beratung gestützten Aktionen verbargen.
„Steuerbeamte wurden mit hohen Zahlungen belohnt, und zwar für den
Aufbau einer gelungen „Partnerschaft zwischen Unternehmen und
Behörde“. Diese Form der „Kooperation war oft wichtiger, als
dem Gemeinwohl zu nützen“, lässt ein unerkannt bleibender
Finanzjongleur dazu verlauten. Damit wurde der Versuch unternommen,
diejenigen zu belohnen, die ihren Job nicht machen und gewissen
Unternehmen zuzuarbeiten. So werden offenbar auch hoch entwickelte
Industrieländer zur Steueroase. Dies war offenbar nur möglich, weil
verantwortliche Politiker vom Trickle-Down“-Effekt überzeugt
waren, also der Auffassung, dass der Reichtum des oberen Prozents der
Supperreichen in breitere Bereiche der Gesellschaft einsickern würde,
weil es ja letztenendes wieder in die Produktion investiert würde.
Auf diese Weise entstand ein Wettbewerb unter den Industrieländern,
bei dem es darum ging, den Spitzensteuersatz immer weiter zu senken.
Doch ob dies die soziale Schere immer weiter öffnet? „Eine
Gesellschaft floriert, wenn Menschen ihre Stärken entfalten können“
sagt in den achtziger Jahren die britische Premierministerin Margret
Thatcher dazu. „Reichtum, den sie schaffen, hilft uns allen. Wenn
Stärken und Schwächen ungleich verteilt sind, bedeutet die
Förderung von Potential mehr Ungleichheit. Gleichzeitig kann man den
sozial Schwachen besser helfen, weil die Mittel dazu vorhanden
sind.“. Dahinter scheint die Vorstellung zu stehen, dass niedrige
Steuern die Konjunktur beleben würden. Die Schaffung von Reichtum müsse dem Markt überlassen werden – und nicht der Regierung. Aus
diesem Grunde solle man die Vermögenden möglichst von der
Steuerpflicht befreien. Die Reichen zu besteuern, könnte die
Gesellschaft insgesamt ärmer machen. Verteilt man die Steuern der
Reichen unter den Armen, so sind viel arm und niemand reich. Nun ja,
solche Ansichten scheinen den Neoliberalismus und die sich an ihn
knüpfende Politik auf den Punkt zu bringen.
Sonntag, 22. März 2020
Trickle-Down-Theory (1)
Trickle-Down-Theorie? Sie
scheint noch immer in den Köpfen zu grassieren. Sie besagt unter
anderem, dass, wenn es den oberen 1 % einer Gesellschaft gut gehe,
das den anderen nütze, weil ja von „den Oberen“ investiert werde
und „Wohlstand für alle“ erzeugt werde. So würden die Ausgaben
der Reichen uns allen nützen. Doch diese Theorie ist schon seit
langem in Frage gestellt. Es ist ein Problem, dass viele der
Superreichen ihr Geld für Luxusgüter wie Hubschrauber, Privatjets,
Yachten etc. ausgeben. Große Ausgaben dieser Art mögen Superreichen
spannend erscheinen und einigen Leuten Arbeit verschaffen, doch
sollte dieser „Trickle-Down-Effekt“ wirklich funktionieren, so
müssten mit der wachsenden Zahl der Superreichen allesamt reicher
werden. Doch das ist ganz offensichtlich nicht so. Während die
Spitzenvermögen immer mehr anwachsen, bleibt das Vermögen der
restlichen 99 % auf niedrigem Niveau bestehen. Einzelne
Demonstrations- und Protestbewegungen waren und sind die Folge,
unter anderem fast vergessene Bewegungen wie „occupy-Wallstreet“
oder die „Gelbwesten“ samt der sie umgebenden Bewegungen gegen
eine „Reform“ des Sozialsystems in Frankreich.
Doch solche
Bewegungen scheinen für die Vertreter des herrrschenden Systems,
also der Macht, leicht unter Kontrolle zu bringen zu sein. Doch eine
Zunahme der Ungleichheit scheint auch Probleme zu schaffen: geht die
Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinander, so erscheint die
Stabilität des Gesamtsystems ernthaft bedroht zu sein. Wer hat uns
eigentlich weis gemacht, dass wir vom Reichtum der Superreichen
profitieren würden – und warum? Wie geht das? Man bunkert seine
Gewinne in den Offshore-Zentren und genießt gleichzeitig sein Leben
in den Metropolen“ lässt dazu ein unerkannt bleibender Banker
wissen. Nun ist es ja so, dass von der Finanzoberschicht und den sie
flankierenden Politikern gerne verbreitet wird, dem sei durch einen
internationalen Datenaustausch ein Riegel vorgeschoben. Doch
Veröffentlichungen wie die „Panama Papers“ mögen daran so
manche Zweifel gestreut haben. Gewisse Banken und Vermögensberater
scheinen gerne dabei behilflich zu sein, sein Geld vor dem Fiskus im
Ausland zu verstecken. Auch scheint es so, dass es dem Staat ganz
recht ist, Tycoons und Superreiche etwa dadurch anzulocken, dass eine
Senkung der zu entrichtenden Steuern in Aussicht gestellt wird. So
läuft derzeit eine Kampagne, die die Senkung der Unternehmenssteuern
zum Ziel hat. „Man hat die Grenzen des Akzeptablen immer weiter
ausgereizt, weil von den Finanzbehörden möglicherweise keine
wirksame Kontrolle ausgeht“ lässt eben dieser unerkannt bleibende
Banker dazu verlauten. „Drohen Sanktionen, so sind sie für die
Superreichen locker aus der Portokasse zu bezahlen“.
Samstag, 21. März 2020
Tri Slatna Sina (MP3)
Tri Slatna Sina
Im Duo DAN I NOC (Tag und Nacht)
ihre Söhne sind für sie das Wichtigste überhaupt im Leben, Zuhra hat mir jeweils erzählt, was sie singt (übersetzt), ich weiß dadurch einigermaßen Bescheid......
Im Duo DAN I NOC (Tag und Nacht)
ihre Söhne sind für sie das Wichtigste überhaupt im Leben, Zuhra hat mir jeweils erzählt, was sie singt (übersetzt), ich weiß dadurch einigermaßen Bescheid......
Freitag, 20. März 2020
Fresstester
Es mutet mich schon ein
bisschen seltsam an, wenn Geschmäckler (wie sind sie, die "Tester", eigentlich legitimiert, wie viele setzt ein bestimmter Verlag aktuell ein, um damit wie viele Seiten zu "erzeugen"?) Lokale und Gourmet-Essen
testen,
(tun sie das angesichts der obwaltenden Umstände noch? es gibt von diesen "Testern" tatsächlich
zu wenige?, sind die Tester eigentlich (zu) teuer? oder sollen sie demnächst durch KI ersetzt werden, große namhafte Verlage mit Qualitätsruf sparen auch auf der ganzen Linie),
- andere Menschen haben
gar nichts zu essen… Ob
darin eine gewisse Dekadenz zum Ausdruck kommt? Oder
sind diese „Tester“ derart spezialisiert, dass sie tatsächlich stellvertretend für die große ahnungslose Masse kosten können?
„Ist das durch….?", "das könnte schmackhafter sein...etc.“ Die
Art, wie diese Leute sich als bedeutsamen Mittelpunkt der Welt des Geschmacks ausgeben, gefällt mir ganz und gar nicht. Okay,
man soll als „Kunde“ nicht betrogen werden. Wird man aber. Auch
von diesen „Testern“…! „Fressen,
Saufen, Ficken...“ die niederträchtigste aller materialistisch hedonistischen „Religionen“.... eine Weltreligion soll das werden, nach Meinung der fressfesten Globalisierer.....
Donnerstag, 19. März 2020
Mittwoch, 18. März 2020
Erregungen
Aha!
Es wird jetzt gerne erregt als „populistisch“ beschimpft, wer auch nur versucht, im Hinblick auf Corona auf Stimmungen in der
Bevölkerung einzugehen. Dabei scheint es mir um dahinter liegende
Probleme zu gehen: zum Beispiel darum, dass die soziale Schere in
dieser Gesellschaft immer weiter aufzugehen scheint und dass dies
durch Corona derzeit noch verschärft wird. Jedenfalls von einem
bestimmten Teil der Bevölkerung, der bestimmte Pfründe zu sichern
versucht und sich dabei nicht nur im Ton, sondern auch in den
Methoden vergreift. Ein beliebter Reflex scheint auch sein, alles,
was sich halbwegs kritisch gebärdet, als „sozialneidisch“
abzustempeln und ihm abzufordern "einfach mal still" zu sein.
Dienstag, 17. März 2020
Montag, 16. März 2020
Sonntag, 15. März 2020
Soli- darität
In diesen schweren Zeiten könnte man auch zu einer
neuen/alten Nähe finden. Was ich mir diesbezüglich vorstellen
könnte: Dass das Thema der Nachbarschaft zu einer neuen und digital
unterstützten Bedeutung kommt. Man könnte etwa Aushänge an
Schwarzen Brettern in irgendwelchen Treppenhäusern machen und dort
seine Hilfe anbieten (analog). Man könnte etwas aufmerksamer als
sonst sein: Ist da etwas Auffälliges, geht das Licht gar nicht mehr
aus usw. Daran muss sich nicht knüpfen, dass man sofort ausflippt.
Sondern es könnte bedeuten, dass man dies in genauerem Blickfeld
haben müsste. Dass man einen Kontrollanruf wagen könnte. Ohne
jemandem anderem zu nahe zu treten. Dies würde dem
Fingerspitzengefühl jedes Einzelnen überlassen blieben. Ich für
meine Person habe solche Kontrollanrufe vereinbart, die nicht einem
starren System folgen müssen. Vielmehr ist es so (digital): Wenn ich
die betreffende Stimme höre, ist es gut. Wenn ich die betreffende
Person auf diesem Wege nicht erreiche, mache ich mir zunehmende
Sorgen, d.h.: ich bin wachsam. Man könnte diese Abfragen auch
digital durchführen, indem man z.b. eine Mail schreibt, eine SMS
oder über Whatsapp/Facebook Kontakt hält. „Ich gehe jetzt (
Uhrzeit angeben) einkaufen. Braucht jemand etwas Bestimmtes?“.
Samstag, 14. März 2020
Was jetzt (2)?
„Wir
schaffen das nicht mehr“ ist zu hören von Verantwortlichen, - in
einer Gesellschaft, die alles zu schaffen glaubt. Währenddessen
empfiehlt Merkel, dass man soziale Kontakte reduzieren und sich
zulächeln solle….. (als Gruß), ihr berühmtes Zitat lautet ja
„Wir schaffen das“, - es gibt Hamsterkäufe, was meiner Meinung
nach eine Folge der allgemeinen Unsicherheit ist. Mir scheint, diese
Gesellschaft enthülle jetzt ihre barbarischen Seiten und es würden
auch solidarische Seiten sichtbar, wenn auch in deutlich geringerem Ausmaß. Es gilt offenbar BEI ALLEM,
rücksichtslos der Erste (auch auf Kosten des Anderen) zu sein….
„sich durchsetzen, clever sein“ ist im neoliberalen Sinne
offenbar die Maxime. Es heißt, es würde „alles sehr gut laufen“,
wie Verantwortliche betonen, staatliche Strukturen sollen unbedingt
aufrechterhalten werden, vorläufig hält man noch an gewissen
Strukturen des Alltagslebens fest. Politiker fordern, erklären und
halten Pressekonferenzen. Die vielen Werbespots mit ihren
Kaufbotschaften kommen einem sehr zynisch vor, sie flackern einer
nach dem andern ab, als sei nichts passiert, - aber sie stützen ja
die Wirtschaft, so wird nachträglich gebenedeit. „Wir stehen
zusammen und handeln“, die Lage sei „erst“, so wird mit ernstem
Gesicht verbreitet, „es wird getan, was notwendig ist“.
Mancherorts wird für Fußballspiele verschämt „volle Hütte“
gefordert und später wieder zurück genommen. Fans harren vor den
Stadien aus, um ihre Stars euphorisch mit Fangegröle zu feiern. Es
wird gefordert, dass mehr Verantwortung einkehren möge….. auf
„Entschleunigung“ immerhin wird als positiver Effekt gehofft.
Besinnung tue Not. Immer mehr „Prominente“ entpuppen sich als
positiv gestestet und werden, wie ich das empfinde, sodann namentlich
an den Pranger gestellt. Insgesamt scheinen mir die schlechten
Nachrichten kaum mehr zu bewältigen zu sein….. Ob all diese Dinge
gewisse Merkmale unserer Gesellschaft besser sichtbar werden lassen?
Freitag, 13. März 2020
Linde und Linderung
Was wir nicht ahnten: Das Wort
„Linde“ hat etwas mit „Linderung“ zu tun und könnte darauf
verweisen, dass die Linde als Baum wertvolle Heilmittel liefert. Zum
Beispiel im Frühjahr liefern ihre Knospen, wenn man sie pflückt und
direkt und gemächlich isst, gewisse Schleimstoffe. Das kann unter
anderem bei Erkältungskrankheiten wie etwa Husten ein geeignetes
Mittel sein. Offenbar. Schon die alten Germanen verehrten die Linde als Quell
des Lebens. Die „Dorflinden“ in ihrer heraus gehobenen Position
waren ein Beleg dafür, waren Zeichen und Symbol. Zudem könnte jetzt ein Aufenthalt im Wald gesund
sein, alleine schon weil die Waldluft reich an Terpenen ist. Diese
Stoffe sind dem Immunsystem förderlich. Schon ein Aufenthalt im Wald
in einer Woche kann die Abwehrkräfte des Körpers deutlich steigern.
Donnerstag, 12. März 2020
Was jetzt?
Ich
verstehe nicht die Beschwichtigungsversuche von Politikern, die
empfehlen, Operationen mal kurz zu verschieben. Ich war leider 2 mal
im vergangenen Jahr im Krankenhaus und meine dringend notwendige
(akut!) Operation wurde unter solchen Voraussetzungen verschoben (mit
erheblichen alltäglichen Auswirkungen! z.b.: man sollte sich den ganzen Tag bereit halten, was alleine schon psychologisch schwierig erscheint, man hätte jederzeit abgeholt werden können....was dann aber nicht geschah.......aber Psychologie oder seelisches Befinden scheint in diesem Zusammenhang des Personalmangels nicht viel zu zählen, der Ablaufmechanismus, das Einordnen in eine scheinbar objektive Reihenfolge (die dem Patienten nicht erläutert wird) scheint wichtiger....). Es scheint oder schien
Personal zu fehlen, oder die Planung schien in diesem Krankenhaus ungenügend
gewesen zu sein. Außerdem wird jetzt zu oft über Betten geredet, die im
„weltbesten Gesundheitssystem“ offenbar zur Verfügung stehen.
Dabei mussten diese Betten in der jüngsten Vergangenheit teilweise
aufgegeben werden, weil nicht genügend Pflegepersonal zur Verfügung
stand. Wenn das aber schon unter „normalen“ und alltäglichen
Verhältnissen so ist, so könnten sich wohl diese Bedingungen unter
Quarantänemaßnahmen noch deutlich verschärfen…. Gewisse
Operationen dürften wohl gar nicht planbar mehr durchgeführt
werden. Zudem erheben sich in mir Fragen, vielleicht habe ich die
diesbezüglichen Erklärungen nicht ganz verstanden: Schutzmasken
sollen, je nachdem, wie gefragt wird, nicht helfen. Offenbar werden
sie aber an vielen Stellen gefordert. Man sieht sich maskierten Menschen gegenüber. Nicht zuletzt von einem selbst wird jetzt Maskierung gefordert. In diesem Zusammenhang erheben
sich für mich 2 Fragen: Woher sollen sie kommen, diese
Schutzmasken? Und: helfen sie nun oder helfen sie nicht?
Mittwoch, 11. März 2020
Realität, Wahn und Virus
Corona-Virus hinten,
Corona-Virus vorne. Eigentlich umbenannt, aber unter dem neuen Namen
Covid-19 nicht so recht akzeptiert. Man sah Bilder mit
Atemschutzmasken auf Wutans Straßen. Dann sah man gar nix mehr. Dann
war die Bedrohung hier und nahezu jedermann soll noch infiziert
werden, so heißt es. Es ginge lediglich um eine Verlangsamung, sonst
käme das beste Gesundheitssystem der Welt nicht nach. Das Beste ist
natürlich unseres. Wir sind halt Weltmeister und zeigen's allen
andern! Am deutschen Wesen soll die Welt genesen! Na Prost! Sowieso
alles übertrieben, sagen die einen. Die andern erwarten das
Schlimmste noch. Die „Experten“ werden zu Stars, sind sich aber
einigermaßen uneinig, was denn der beste Weg sei. Atemschutzmasken
werden teilweise verlangt, man solle sie unbedingt anlegen, um sich
zu schützen. Die anderen sagen, dass das Blödsinn sei. Und
überhaupt, wo soll man sie her kriegen? Die nächste Pressekonferenz
kommt bestimmt und die Kanzlerin wird jetzt langsam auch regsam, um
bei PKs zusammen mit ihren demokratisch bestellten Adlaten Platitüden
zum besten zu geben. Das beruhige, finden dann einige Kommentatoren
mit wichtigem Gesicht. Wir müssen jetzt zusammenstehen, so die
Anweisung von oben. Klimakatastrophe.Vergessen? Lehrermangel?
Verkehrsdebakel? Breitbandausbau. Urheberrecht. Naturzerstörung und
Naturschutz gleichzeitig. Geht das? Ist die Pflegekatstrophe auch
vergessen? Man habe doch so viele Intensivstationsbetten, wird
dauernd beteuert. Aber hat man auch das dazu gehörende Personal?
Soziale Medien. Hater. Sprüche. Fake News. Sich steigernde
Beschleunigung bei gleichzeitigem Stillstand. Alles geht ineinander
über, wird ununterscheidbar: Arbeit und Freizeit, Realitäten und
süße Katzenvideos, Selbstmordattentate und farbige Versprechen der
Werbeindustrie. Nachrichten, News flackern auf und ab. Ökonomischer
Steigerungszwang, Wachstum und Beschleunigung. Reizüberflutung. Wir
kommen nicht mehr mit. Sinn? Den Kontakt zur Realität verloren.
Verschwörungstheorien. Erregung. Aufwallung. Wut. Spass.
Fernsehserien. Wiederholung. Wahn. Störung des Ich-Erlebens.
Digitale Überwachung. Unseren Verstand beschäftigt halten, ihn
dauernd kitzeln. Mittendrin: Auf- und abflackernde News....
Pharmatricks
Leider bin ich von einigen
Medikamenten abhängig. Ich brauche sie täglich, so wird gesagt. Wie
das? Mein Arzt ist der Ansicht, dass ich das Medikament regelmäßig
nehmen sollte, ich sei chronisch krank. Was aber sind seine Interessen dahinter? Nimmt er an
solchen als „Fortbildungsmaßnahmen“ camouflierten
Werbeveranstaltungen teil, die ihm gegen gutes Honorar bestimmte
Dinge nahe legen und sich dabei um gekonnte oder weniger gekonnte
wissenschaftliche Verbrämung bemühen? Weiß ich das? Nein. Ich kann
nur schlimme Dinge vermuten und mich anmachen lassen, wenn sie nicht
stimmen. Ich muss mich anmachen lassen, denn ich bin ja abhängig.
Und was ist mit den täglich von mir benötigten Medikamenten?
Bestimmte Medikamente kriege ich gar nicht mehr. Oder nur nach
einigen Tagen. Sie scheinen über Umwege so gerade noch aufzutreiben
zu sein. Ob dahinter steckt, dass die Pharma-Konzerne ihre
Medikamente dort verkaufen, wo sie am meisten daran verdienen? Wenn
das Medikament wenig lieferbar ist, wenn Engpässe entstanden sind,
ist diese Strategie sogar umso lukrativer. Ich kann damit vielleicht
sogar erreichen, dass ich der einzige Anbieter bin. Ob das
ausgerechnet bei uns, im „besten Gesundheitssystem der Welt“ etwa
nicht der Fall ist? Oder wie kommt das alles? Produktionsstätten in
Asien fallen aus, Produktionsstätten, die völlig unsozial und
ökoschweinisch produzieren? Ob nicht doch das eine oder andere
Produktionspotential nach Europa zurück verlagert werden sollte?
Dienstag, 10. März 2020
Führen
Es wird jetzt offenbar jemand
gesucht, der „auf den Tisch haut“. Der „Führungsstärke“
demonstriert. Ein "Er", ein Mann. Die Menschen wollen Orientierung und sich an jemandem
ausrichten. Ob das in Richtung eines Führerprinzips führt, das dem
Einzeln gar nichts zutraut und für ihn scheinbar alles (das Totale)
übernimmt, soll dahingestellt werden. In der Sphäre der Wirtschaft
jedenfalls scheint ein solches Vorgehen angesagt: es gilt, was der
Boss sagt. Das wird dann hierarchisch von oben nach unten durchgesetzt.
Effektivität scheint auf eine solche Art gesichert, Mitbestimmung
weniger. Nicht nur die aktuellen Vorgänge und die Sprüche, die dazu
(besonders von Politikern, aber auch von Journalisten) geklopft
werden, scheinen das nahe zu legen. Demokratie und die Notwendigkeit,
sich zwischen Alternativen zu entscheiden, scheint das Gros der
Menschen zu überfordern. „Durchsetzen“ scheint die Devise, die
diesem Bedürfnis entspricht.
Montag, 9. März 2020
Sonntag, 8. März 2020
Experten- und Spezialwissen
Die Lage ist unübersichtlich
geworden, da müssen Experten her, die auf einem bestimmten Gebiet noch
durchblicken. Besonders die TVProgramme rufen zu allem und jedem
Experten auf und vertrauen in das Vertrauen, das dem sogenannten Spezialwissen entgegen gebracht wird. Ob die Unterscheidung zwischen
den ach so rationalen Experten und dem „gewöhnlichen“ Bürger
berechtigt ist? Ob das nicht in irgendeine Beziehung zu einem
„Gemeinwesen“ gestellt werden sollte? Zur „Rationalität von
Experten“ gibt es immerhin eine Studie. Auch der Blick in den
Alltag kann hier aufschlussreich sein. Hier gibt es oft
Entscheidungen der „Funktionseliten“, die an ihrer Rationalität
zweifeln lassen. Vergleicht man also die Entscheidungen von
Funktionseliten mit entsprechenden Meinungsumfragen der Bevölkerung,
so wird schnell klar, dass die Bürger zumeist keineswegs das Maß an
politischer Dummheit aufweisen, das demjenigen entspricht, das den
Funktionseliten eigen ist. Es stellt sich heraus, dass Experten auch
nur Menschen sind. Sie zeigen offenbar dieselben kognitiven Fehler
wie „normale“ Bürger. Experten neigen aber angesichts ihrer
falschen Aussagen zu ausgefeilten Rechtfertigungen und wollen
wortreich erklären, dass sie so recht eigentlich ziemlich richtig
gelegen hätten.
Samstag, 7. März 2020
Schein (2)
Grinsende
Lächler überall in den Medien. Wenn die Kamera ein wenig zu lange
drauf bleibt, wird die Maske sichtbar, die es bedeutet. Überall der
Schein. Die Maske. Das sich gegenseitig etwas vormachen. Die Wahrheit
hat es schwer. Die
Wahrhaftigkeit…? Die
Gesichtsoperationen derer, die es sich leisten können. Die
Ganzkörperoperationen, und die kleinen Mäuschen aus dem Solarium,
die sich besser fühlen, wenn sie ihr ganzes Geld auch dafür
ausgeben. Die „einfach mehr Selbstbewusstein“ haben. Die beim
Schein mit dabei sind, zum Schein. Die gute Laune der beautiful
people als Maskerade. Das absurde Spiel der elektronischen Medien und
das ,was sie den Menschen antun. Alles, was wir wissen, wissen wir
aus den Medien (Niklas Luhmann) Unterhaltung als Verdummungsmaschine.
Als Suchtmittel für die Dummen. Als Überhöhung und gleichzeitig
Verkehrung der Realität. Erpressung durch die Globalisierung. Ob das
zu einer neuen Fremdenfeindlichkeit führt?
Freitag, 6. März 2020
Rat Race und Hamsterrad (Text)
RAT RACE UND HAMSTERRAD
Du
wirfst einen Blick in letzte Welten
was
bleibt, ist ein matter Glanz
die
Ahnung einer Ahnung
der
Abspann einer Kadenz
da
sind noch so viele drin und machen ein ratloses Gesicht
Dir
bleibt die Aussicht auf ein graues Nichts
sie
graben, sie blähen, sie ackern
Rat
Race Hamsterrad
sie
verdienen sich ihren Sinn und ihre Identität
sie
vertuschen sich in billigem Vollquatschmittel
sie
staunen über ungeheure Andere
auf
geht’s! Gequält und geprügelt in düstren Katakomben
in
Höllen der wohlfeilen Sünden und der käuflichen Moral
Du
wirfst einen Blick in letzte Welten
was
bleibt, ist matter Glanz
Donnerstag, 5. März 2020
Schein
Das
ganze Schlüsselgeschehen in meinem Schlüsselbund scheint sich immer
mehr abzuwetzen und offenbart jetzt ein ganz anderes Metall, als nach
außen vorgetäuscht. Ich schließe das aus der Farbe, die zum
Vorschein kommt. Im Supermarkt ist kein Preisschild an dem Artikel,
für den ausgerechnet ich mich interessiere. Keine Möglichkeit zur
Beschwerde. Die Mitarbeiter sind selbst ausgebeutet und arbeiten für
ein Mini-Gehalt: an sie kann ich mich kaum wenden. In Brüssel
kandidieren Kandidaten, die nach der Wahl keine Rolle mehr spielen
und abserviert werden. Stattdessen kommt eine mit Hilfe der Granden in den
Hinterzimmern und Regierungschefs ausgekungelte Kandidatin zum
Zuge, die hierzulande mehrfach abgewirtschaftet hat und offenbar
wegen Unregelmäßigkeiten einem Untersuchungsausschuss ausgesetzt
ist. Nachrichtensprecherinnen lächeln gar lieblich und offenbaren,
kaum dass die Kamera zu spät abschwenkt, ein außerordentlich
bedenklich ernstes Gesicht. Ob im Frühstücksfernsehen die gute Laune auch
eine hohle Geste ist? Überall scheint die Pose zu zählen. Das bringt Unsicherheit.
Mittwoch, 4. März 2020
Dienstag, 3. März 2020
Hinweis
Meine Bandcampseite (Meine Musik):
https://buranmann.bandcamp.com/
Ich glaube, dass Sprache mittlerweile durch einen zweifelhaften Gebrauch (Fake News, PR-Sprech, Politik) völlig diskreditiert ist, dass es nichts als eine Konvention ist, wenn Sprache in braven Versen zum Einsatz kommt. Dagegen setze ich in meiner Musik oft Wortfetzen und menschliche Äußerungen (Sport, Kopulation, Rülpsen, Furzen usw.), die sonst kaum zu hören sind…., fühle auch intensive Verwandtschaften zu Dada…...
https://buranmann.bandcamp.com/
Ich glaube, dass Sprache mittlerweile durch einen zweifelhaften Gebrauch (Fake News, PR-Sprech, Politik) völlig diskreditiert ist, dass es nichts als eine Konvention ist, wenn Sprache in braven Versen zum Einsatz kommt. Dagegen setze ich in meiner Musik oft Wortfetzen und menschliche Äußerungen (Sport, Kopulation, Rülpsen, Furzen usw.), die sonst kaum zu hören sind…., fühle auch intensive Verwandtschaften zu Dada…...
Montag, 2. März 2020
Zeit spielt mit Alter
DIES IST EIN TEXT, DEN ICH VOR FAST ZWEI JAHRZEHNTEN AUFGESCHRIEBEN HABE. ER TRÄGT VIEL ZEITGEIST, STRAHLT ABER AUCH BESTÜRZENDE AKTUALITÄT AUS:
Du
wunderst dich. Wie geht das? Alle beklagen sich, dass es ihnen
finanziell schlecht geht. Alle müssen tiefe Einschnitte hinnehmen.
Niemand hat Geld, alle haben Angst. Und draußen fahren die dicken
Limousinen, denen du nachschaust und deren Wert deinen kompletten
Lebensabend sichern könnten. Denn: alle sollen ja jetzt an ihre
private Absicherung denken. Gleichzeitig werden Arbeitsplätze
abgebaut, es gibt immer weniger Geld, was dafür eingesetzt werden
könnte. Viele haben reichlich damit zu tun, ihre Existenz von Tag
zu Tag abzusichern. Wie soll man das an konstruktive Altersvorsorge
denken? Die Regierung besteuert offenbar Betriebsrenten zusätzlich, um Geld
für die Krankenversicherung zu haben. Die Mindestverzinsungen für
Lebens- und Rentenversicherungen werden gesenkt. Ist eine
Rentenversicherung da noch eine reale Möglichkeit?
Die
Reichen tragen ihren Reichtum immer hemmungs- und schamloser zur
Schau und werden dafür vom darbenden Volk beklatscht. Die Leute
träumen sich hinein in eine bessere Existenz,in diejenigen, die
Glück gehabt haben. In diejenigen, die etwas besonders gut können.
Wie Michael Schumacher, der gut Auto fahren kann. Brot und Spiele.
Arrogante Gesichter, wie jenes von Boris Becker, werden angebetet.
Die absurde Personifizierung des Leistungsprinzips. Oder Verona
Feldbusch. Die groteske Verneinung des Leistungsprinzips. Werden
Nobelpreisträger angebetet, Personen, die in Entwicklungsländern
Dienst am Menschen tun, die helfen und Erfahrungen weitergeben?
Menschen, die etwas zu sagen haben, die Charakter haben? Es werden
Charakterdarsteller, Schauspieler, wie sie zu Massen in den
Talkrunden sitzen, angebetet. Der Schein regiert absolut, während
die Realität immer mehr durch die Fugen und Ritzen drängt.
Von
Politikern, die nie einen Gedanken an ihre Altersvorsorge verschwenden
müssen, wird uns mit ernstem Augenaufschlag gesagt, dass kein Geld
mehr für die Rente da ist. Dass es nix mehr zu verteilen gibt. Dass
alle den Gürtel enger schnallen müssen. Desgleichen von
Vorstandsvorsitzenden, die sich gerade eben, in den schlechtesten
Zeiten, die Aufbesserung ihres Salärs um lächerliche 50 und mehr
Prozent selbst genehmigt haben und völlig davon überzeugt sind,
dass sie das 500fache eines Facharbeiters verdienen müssen, weil sie
ja so viel wert sind, weil das, was sie tun, so viel wert ist.
Logisch, denn sie haben ja auch mehr Verantwortung. Die
Verantwortung, an Intrigen von Ihresgleichen und ihren eigenen
Profilierungsneurosen scheitern und dann eine dicke Abfindung
kassieren zu müssen. Draußen zu stehen, und sich dann mit ein paar
lumpigen Aufsichtsratsposten über Wasser halten zu müssen. Diese
Gesichter sind ja so aussagekräftig. Die besserwisserische Arroganz ist
einen tief eingraviert.Die Tonangeber. Die Dirigenten. Einer muss ja
führen, o heißt es im Volksmund, - sonst passiert nie etwas. Sie
sind ja nur aufgrund ihrer Rücksichtslosigkeit ganz nach oben
gekommen, Sie haben das Karrierespiel besser als andere gespielt.
Dies ist ein System, das die Raffgier und die Rücksichtslosigkeit
planmäßig fördert und es aus dem Menschen herauskitzelt.
Sonntag, 1. März 2020
Samstag, 29. Februar 2020
Klares Wasser (Text)
KLARES
WASSER
Suche:
nach dem klaren Wasser
aus dem ich trinken kann
in dem ich den Grund sehen
kann
eintauchen, einsinken...
mich treiben lassen
ohne Angst
dies Wasser,
das mich trägt
ohne Fragen
das wirklich ist
weil ich es fühlen,
trinken,
hören, sehen kann.......
Wo?
(in grauer Vorzeit von mir geschrieben...)
Freitag, 28. Februar 2020
Valerie (2)
(Fortsetzung vom 7.2.)
Der
Kaffee schmeckte eigentlich wie immer, hatte nichts Spezifisches und
war nicht so heiß, wie er erhofft hatte. Es lag eine Art
langweiliger Betriebsamkeit, eine hektische Geruhsamkeit über dem
Raum, der- frisch gelüftet – sich nun wieder langsam mit
Zigarettenqualm füllte. Draußen
verdichtete sich der Qualm der vorbei fahrenden Fahrzeuge zu einem
anhaltenden, auf- und abschwellenden, seine Farbe und Höhe
wechselnden Dauerton, der Und wenn man in die Glasfront sah, glänzte
einem der Betonstreifen der Autobahn, der bis zum Horizont reichte,
entgegen. Die Wiesen links und rechts dieses Silberbandes scheinen
als brachliegende Flächen verwildert. Offensichtlich
waren
sie sich selbst überlassen und es hatten
sich auf ihnen nur besonders widerstandsfähige
Pflanzen halten können. Vielleicht
hatte der Boden nicht mehr her gegeben, oder war die Luft zu
schlecht? Es hatte außerdem schon lange nicht mehr geregnet. Das
kleine Bachbett, das in der Ferne zu sehen war, füllte nur ein
jämmerliches Rinnsal. Er versuchte, sich einzureden, dass der Grund
für das Bild, das sich ihm heute morgen bot, der ausgebliebene Regen
sei. Er
glaubte aber, gut die Faktoren zu kennen, die dazu geführt hatten.
Doch was wusste man schon?
Donnerstag, 27. Februar 2020
Mittwoch, 26. Februar 2020
Dienstag, 25. Februar 2020
Hotline cooly
Schon erstaunlich, was wie und
auf welchem Wege inzwischen in die bundesdeutsche Wirklichkeit
eingewandert ist und dort als „normal“ gilt. Ich rufe eine
Hotline an, muss erst mal über meine Tastatur wählen, was ich (nach
Standardabfragen gestaffelt) will, muss dann erst mal von
easy-listening-Musik begleitet lange warten (meine Zeit!), bis
überhaupt jemand auf der anderen Seite reagiert. Diejenige oder
derjenige stellt sich dann aber als völlig inkompetent heraus und
kann auf jemand, der wie ich sich schon mit der Materie beschäftigt hat,
wenig ausreichend reagieren. Man solle sich wenden an, man solle den
und den anrufen, man solle…. ob diese Hotline nicht dafür
eingerichtet wurde, um mir zu helfen? Sie scheint völlig ungenügend und weitgehend nach Kriterien der Personalkosten besetzt zu sein. Gewisse Firmen
scheinen sich genau das leisten zu wollen, weil sie auf keinerlei
Protesteinstellung ihrer „Kunden“ setzen. Es wird hingenommen,
akzeptiert, es werden falsche Lösungen praktiziert, es wird versucht (während man auf indirekten Wege von gravierenden Frustrationen erfährt....), es wird sich
nicht gewehrt.
Montag, 24. Februar 2020
Sonntag, 23. Februar 2020
Wichtigs in Talkshows (und außerhalb...)
Im Bereich des Journalismus
scheint es gewisse „Stars“ und „Superstars“ zu geben,
Gesichter, die bevorzugt in Talkshows elektronischer Medien auftreten
und den dummen Zuschauer mit ihrer Allwissenheit überwältigen, die
ihm Zusammenhänge erklären sollen, was sie dann mit lächelnd wissendem Gesicht auch tun. Diese Journalisten scheint ein gewisses
Band des Einverständnisses mit Politikern und anderen Wichtigs zu
verbinden. Wenn sie kritische Fragen stellen, sind es meist jene, die
man von ihnen aufgrund ihres idiologischen Standpunkts auch erwartet
und auf die Politiker gerne eingehen, weil sie von ihren
Pressemenschen entsprechend vorbereitet und eingestellt sind. Auf
diese Weise inszenieren sich Spitzengesichter wie Popstars und es
entsteht, wie mir etliche Male gesagt wurde, der Eindruck einer
Inszenierung. Dazu passt auch, dass die Teilnehmer solcher
„Talkshows“ meist aller Alltagssorgen enthoben scheinen. Sie
kommunizieren insofern mit der Politik „auf Augenhöhe“, geben
oft die guten Kumpels und sind schon mal „auf Du“. Sie geben
gerne die Gewährsleute und Vermittler. Auf Parteitagen, so habe ich
mir berichten lassen, bitten die Parteigranden zu deren Schreibtische und
geben „wichtige“ Interviews.
Samstag, 22. Februar 2020
Freitag, 21. Februar 2020
Donnerstag, 20. Februar 2020
Mittwoch, 19. Februar 2020
An die Natur (Lyrik)
An die Natur
Da ich noch um deinen Schleier spielte,
Noch an dir, wie eine Blüte, hing,
Noch dein Herz in jedem Laute fühlte,
Der mein zärtlichbebend Herz umfing,
Da ich noch mit Glauben und mit Sehnen
Reich, wie du, vor deinem Bilde stand,
Eine Stelle noch für meine Tränen,
Eine Welt für meine Liebe fand,
Da zur Sonne noch mein Herz sich wandte,
Als vernähme seine Töne sie,
Und die Sterne seine Brüder nannte
Und den Frühling Gottes Melodie,
Da im Hauche, der den Hain bewegte,
Noch dein Geist, dein Geist der Freude sich
In des Herzens stiller Welle regte,
Da umfingen goldne Tage mich.
Wenn im Tale, wo der Quell mich kühlte,
Wo der jugendlichen Sträuche Grün
Um die stillen Felsenwände spielte
Und der Aether durch die Zweige schien,
Wenn ich da, von Blüten übergossen,
Still und trunken ihren Othem trank
Und zu mir, von Licht und Glanz umflossen,
Aus den Höhn die goldne Wolke sank -
Wenn ich fern auf nackter Heide wallte,
Wo aus dämmernder Geklüfte Schoß
Der Titanensang der Ströme schallte
Und die Nacht der Wolken mich umschloß,
Wenn der Sturm mit seinen Wetterwogen
Mir vorüber durch die Berge fuhr
Und des Himmels Flammen mich umflogen,
Da erschienst du, Seele der Natur!
Oft verlor ich da mit trunknen Tränen
Liebend, wie nach langer Irre sich
In den Ozean die Ströme sehnen,
Schöne Welt! in deiner Fülle mich;
Ach! da stürzt ich mit den Wesen allen
Freudig aus der Einsamkeit der Zeit,
Wie ein Pilger in des Vaters Hallen,
In die Arme der Unendlichkeit. -
Seid gesegnet, goldne Kinderträume,
Ihr verbargt des Lebens Armut mir,
Ihr erzogt des Herzens gute Keime,
Was ich nie erringe, schenktet ihr!
O Natur! an deiner Schönheit Lichte,
Ohne Müh und Zwang entfalteten
Sich der Liebe königliche Früchte,
Wie die Ernten in Arkadien.
Tot ist nun, die mich erzog und stillte,
Tot ist nun die jugendliche Welt,
Diese Brust, die einst ein Himmel füllte,
Tot und dürftig, wie ein Stoppelfeld;
Ach! es singt der Frühling meinen Sorgen
Noch, wie einst, ein freundlich tröstend Lied,
Aber hin ist meines Lebens Morgen,
Meines Herzens Frühling ist verblüht.
Ewig muß die liebste Liebe darben,
Was wir lieben, ist ein Schatten nur,
Da der Jugend goldne Träume starben,
Starb für mich die freundliche Natur;
Das erfuhrst du nicht in frohen Tagen,
Daß so ferne dir die Heimat liegt,
Armes Herz, du wirst sie nie erfragen,
Wenn dir nicht ein Traum von ihr genügt.
Friedrich Hölderlin
(* 20.03.1770, † 07.06.1843)
(* 20.03.1770, † 07.06.1843)
Dienstag, 18. Februar 2020
Demokratie und Besserwisser
Mir fallen immer wieder diese
klugscheisernden Interviews von Hochschulprofessoren auf, die dem
gemeinen Volk erklären wollen, wie doch Demokratie zu funktionieren
habe. Aus ihrer besserwisserischen Komfortzone heraus, aus einer abgesicherten Akademikerperspektive. Dass sie sich
oft auch noch als Politikwissenschaftler oder Philosophiedozenten
demaskieren, erzeugt mehr Misstrauen als das es Vertrauen in die
Demokratie erzeugt. Kam es diesen Leuten auch mal in den Sinn, dass
es einen Zusammenhang gibt zwischen gesellschaftlicher Verteilung von
Ressourcen und Demokratie? Dass derjenige, der täglich um das
Überleben in dieser Gesellschaft kämpfen muss, keine Zeit für
hochwohlgeborene Ideen wie die der Demokratie hat?
Dass das demokratische Prinzip jeden Tag durchschossen wird von der Politik auf allen Ebenen, - bis hinunter in die Kommunalpolitik? Bürger, wahre Bürger, die sich einsetzen und beteiligen? Wo seid ihr? Ob so etwas auch von gewissen anderen Faktoren abhängt? Ja klar, die Phrase kommt unweigerlich: Die Demokratie sei derzeit bedroht und man müsse sich nun bekennen. Für zu viele Leute sei so etwas wie Demokratie selbstverständlich geworden. Sich angesichts dessen bekennen zu diesen besserwisserischen akademisch geweihten Arschlöchern? Diese Professoren sollen Demokratie mal den einfachen Leuten erklären und nahe bringen, und nicht nur ihren Studenten auf universitären Seminaren. Und sie sollten etwas gegen die Ignoranz des politischen Systems unternehmen. Kommt es solchen Besserwissern in den Sinn, wie die Erde unter anderem durch anhaltende Buschfeuer und profitgeile Konzerne gerade untergeht?
Dass das demokratische Prinzip jeden Tag durchschossen wird von der Politik auf allen Ebenen, - bis hinunter in die Kommunalpolitik? Bürger, wahre Bürger, die sich einsetzen und beteiligen? Wo seid ihr? Ob so etwas auch von gewissen anderen Faktoren abhängt? Ja klar, die Phrase kommt unweigerlich: Die Demokratie sei derzeit bedroht und man müsse sich nun bekennen. Für zu viele Leute sei so etwas wie Demokratie selbstverständlich geworden. Sich angesichts dessen bekennen zu diesen besserwisserischen akademisch geweihten Arschlöchern? Diese Professoren sollen Demokratie mal den einfachen Leuten erklären und nahe bringen, und nicht nur ihren Studenten auf universitären Seminaren. Und sie sollten etwas gegen die Ignoranz des politischen Systems unternehmen. Kommt es solchen Besserwissern in den Sinn, wie die Erde unter anderem durch anhaltende Buschfeuer und profitgeile Konzerne gerade untergeht?
Montag, 17. Februar 2020
Sonntag, 16. Februar 2020
Samstag, 15. Februar 2020
Gekungel
Ich bin einigermaßen
entsetzt, ob der Ahnungslosigkeit des führenden Polit-Personals.
Sicher, das Image von Deutschland scheint gut: Die Flüchtlingsströme
zeigen in unsere Richtung, nach Deutschland. Doch könnte nicht alles noch besser sein? Und
nicht nur für bestimmte Kreise, die sich gerne mal als „gehobenen
Mittelstand“ dieses Landes bezeichnen? Was macht unter anderem die
Bildung, der Verkehr, der Wohnungsmarkt, die Alten- und Krankenpflege? Ist da Deutschland wirklich
solch einsame Spitze, wie es bestimmte Wirtschaftskreise dauernd
beschwören? Und würde zu einer solchen Spitzenposition nicht auch eine gerechtere und ausgeglichenere Einkommensverteilung gehören? Und jetzt? Nachdem der
EU-Kommissionspräsident nach einer Art von Scheinwahl in Form einer
Frau als Kompromisskandidatin ausgemauschelt wurde, soll nun, -
offiziell: damit es schneller geht – das Führungspersonal einer
Partei wieder hinter geschlossenen Türen ausgekungelt werden. Was
bedeutet denn die Ankündigung des einflussreichen
Parteiestablishments, dass „Gespräche“ geführt würden,
anderes? Anschließendes Abnicken und Absegnen der Parteigranden in Präsidien aller Art? Es
geht darum, an der Macht zu bleiben…. Das tut weh!!! Ist das die
Weiterentwicklung unserer Demokratie?
Freitag, 14. Februar 2020
Auf Erden gehest du (Friedrich Rückert, geb 1788)
Auf Erden gehest du
Auf Erden gehest du und bist der Erde Geist;
Die Erd erkennt dich nicht, die dich mit Blüten preist.
Auf Sonnen stehest du und bist der Sonne Geist;
Die Sonn erkennt dich nicht, die dich mit Strahlen preist.
Im Winde wehest du und bist der Lüfte Geist;
Die Luft erkennt dich nicht, die dich mit Atmen preist.
Auf Wassern gehest du und bist des Wassers Geist;
Das Wasser kennt dich nicht, das dich mit Rauschen preist.
Im Herzen stehest du und bist der Liebe Geist;
Und dich erkennt das Herz, das dich mit Liebe preist.
Donnerstag, 13. Februar 2020
Geld regiert die Welt
Geld regiert die Welt. Doch
wie entsteht Geld? Eine Aussage darüber habe ich neulich gefunden, ist mir untergekommen:
Banken (vor allem Privatbanken) erschaffen es, indem sie Geld
verleihen. Irgendjemand will Geld leihen. Also geht er zu seiner
Bank. Diese schätzt ihn ein und erhebt dazu Fakten, ob dieser jemand die
Summe jemals wird zurück zahlen können. Wenn diese „Beurteilung“ positiv
ausfällt, kriegt dieser „Jemand“ sein Geld. Es wird also erschaffen.
Also wird alles Geld aus Schulden erschaffen. Die Banken haben sich
selbst das Geld bei der Zentralbank dazu geliehen, selbstverständlich zu einem
niedrigeren Zins, bei Zentralbanken. Damit die Wirtschaft
funktioniert, muss immer wieder Geld verliehen werden. Sonst gibt es
eine Rezession. Die Banken müssen also immer mehr Geld verleihen,
damit die Wirtschaft läuft. Ohne Schulden gibt es kein Geld.
Mittwoch, 12. Februar 2020
Djuna (Text für Djuna Barnes, etwa 1987)
DJUNA
Du
sagst, Djuna, und schreibst, Djuna, was man bei Tag nicht denkt
du
spielst mit Schatten, malst den Schrecken, formst daraus unser Bild
deine
Augen sehen, durchdringen das Dunkel, so viel was sich uns verbirgt
du
findest Worte, baust damit Sätze, die Vision der Nacht in uns
rote
Lippen, rote Haare
du
suchst die Liebe in der Dämmerung des Schlafs
rote
Lippen, rote Haare
du
suchst die Liebe in einem fremden Land
Du
versuchst, Djuna, die Welt einzufangen, schickst sie als Flaschenpost
an uns
fällst
aus dir, tauchst in die Tiefe, holst die Schätze uns herauf
rote
Lippen, rote Haare
du
suchst die Liebe in der Dämmerung des Schlafs
rote
Lippen, rote Haare
du
suchst die Liebe in einem fremden Land
Haus
ohne Adresse, Straße keiner Stadt
Kind
ohne Namen, spielt Alltagstheater
wir
gehen rückwärts, als Schlafwandler
durch
tausend Augen seh' ich dich
Ich
traf dich im Mai, Djuna, du sagst, du seist längst gestorben
dein
Flüstern, Djuna, an unserem Ohr, verhilft einem Baron zu ewigem
Leben
ein
Fakir der Ängste, eine wahre Lüge, so stellst du dem Doktor die
Diagnose
ein
Nachtfalter, mit selt'nen Farben, so fliegst du durch unseren Traum
rote
Lippen, rote Haare
hinter
den Fenstern wartet Lachen auf dich
rote
Lippen, rote Haare
hinter
den Gesichtern wartet Nacht auf dich
Haus
ohne Adresse, Straße keiner Stadt
Kind
ohne Namen, spielt Alltagstheater
wir
gehen rückwärts, als Schlafwandler
durch
tausend Augen seh' ich dich
Dienstag, 11. Februar 2020
Reize
Damen (jawohl, die Männer
legen auf diesem Feld erst langsam nach…) räkeln sich reizvoll
(un-) bekleidet auf dem Nichts und legen ihr gewinnendstes Lächeln
mit dem rotesten Lippenrot auf….. scheinbar ein Mensch gewordenes
Versprechen, sie scheinen „Komm her...“ zu locken und sich dann
doch im letzten Moment in Papier aufzulösen….und zuvor noch
schnell etwas „verkaufen“…. Es ist ein Reiz, den man
(zumindest derzeit) noch insgesamt gut „verkaufen“ kann, in
Zeiten der Virtual Reality und des schnellen Sex könnte sich das
ändern….. Egal, das Emotionale verliert.. es kann auf diesem
Parkett keine Rolle mehr spielen, es ist kein schneller Reiz, kein
Kick….
Montag, 10. Februar 2020
Sonntag, 9. Februar 2020
Samstag, 8. Februar 2020
New Rising (Die einen, die andern...) (Songtext)
Die einen, die andern
(New Rising)
Party, Vergessen,
Verdrängen, - Fortschweben
Party, Vergessen,
Verdrängen, - Fortschweben
Die einen betreiben
Schmierendienst zwischen Schenkeln
die andern treibt es zurück
ins Kloster
die einen flüchten dringend
ins Theater,
die andern saufen sich den
Ballermann
die einen klettern Wände rauf
und runter
die andern springen keck von
Klippen
die einen wollen unbedingt
fliegen,
die andern kommen schon mal
ins Trudeln
die einen gehen auf den
Fußballplatz
die andern in den Spielsalon
die einen zieht's in fremde
Länder... nah
die andern in die hintere
Sakristei.... Mongolei
die einen treiben
Ausgleichssport... auf Leistung
die andern gleiten per
Anhalter durch die Galaxie
die einen fahren goldene Autos
mit güldenen Felgen
die andern treiben den
Ochsenwagen
Die einen gehen zum Psychiater
die andern in den Imbissladen
Party, Vergessen,
Verdrängen, - Fortschweben
Party, Vergessen,
Verdrängen, - Fortschweben
Fliehen – Abhaun –
Vergessen
Fliehen – Abhaun –
Vergessen
Die einen fallen aus der Zeit,
die andern wollen mit ihr
gehen
die einen spielen Komödien,
denen sie so recht nicht trauen
die andern glauben ans
Kasperletheater
die einen geloben dem Papst
ihre Treue
die anderen setzen ihrer
Wahrheit den Turban auf
die einen loben die Wonnen des
Fleißes als Gestalter
die andern haben keinen Job
und tun lieber so als ob
Fliehen – Abhaun –
Vergessen
Fliehen – Abhaun –
Vergessen
Fliehen – Abhaun –
Vergessen
Fliehen – Abhaun –
Vergessen - Fortschweben
im Horizont untergehen oder
ihn sich erobern
in die hintere Sakristei,
Mongolei, Litanei
in der Fremde muss es sein,
was sie in der Nähe nicht
bemerken
Freitag, 7. Februar 2020
Valerie (1)
Hier ist der erste Abschnitt aus einem zufällig gefundenen Roman von mir, der etwa von 1979 stammen könnte und den ich in ausgewählten Abschnitten fortsetzen werde. Die folgenden Zeilen kreisen um einen Bewusstseinszustand, den ich kenne und der einen gelegentlich beeindruckt:
Der
Tunnel schien endlos lang, das fahle Licht gab ausreichend
Orientierung, doch er hatte Schwierigkeiten, den Wagen auf Kurs zu
halten, denn er war die Nacht hindurch gefahren und hatte
Schwierigkeiten, die Augen offen zu halten. Die nächste Raststätte
wollte er unbedingt dazu nutzen, sich
etwas zu waschen und vielleicht einen Kaffee zu trinken. Mittlerweile
war er schon so weit, dass er sich selbst beim Fahren zusah, er war
zur reinen Mechanik geworden. Die
Daten, die von außen kamen, ordneten sich automatisch im Hirn und
kamen als Befehle wieder zurück in den Körper, der sie wie in
Trance ausführte: Gas weg, zurück schalten, Blinklicht rechts,
links, umschauen, Fernlicht, Abblendlicht…. Ansonsten Leere, die
quälenden Gedanken waren dickflüssig geworden und allmählich ganz
weg geblieben.
Sie hatten einem eher
körperlichen Unwohlsein
Platz gemacht, einer Erschöpfung, die, das ahnte er, gefährlich
werden konnte.
Seine
Hände schalteten in den dritten und zweiten Gang und er bog ab in
Richtung Raststätte. Der Wagen rollte aus und im selben Moment
überkam ihn die Müdigkeit, die ihn nicht mehr aus dem Wagen steigen
ließ. Gleichgültig glitt er in den Schlaf…….
Donnerstag, 6. Februar 2020
Naturkost
Man
solle sich doch endlich einen Tesla kaufen, so tönt es aus meiner
Umgebung. Mag sein, - aber wie? Besonders gut situierte Akademiker
tun sich offenbar bei solchen Empfehlungen hervor. Klar, sie blicken
alles und erklären es uns. Sie sind im Vergleich zu uns auch gut
abgesichert, nicht nur im Alter.... Jetzt aber zurück zu uns selbst:
Die Kohle? Man kann es sich nicht leisten. Basta. Man ist sozial
abgehängt aus diesem Problemkreis. Man hat nichts zu entscheiden.
Man solle gefälligst im Naturkostladen einkaufen, heißt es. Nun ja,
möglicherweise gilt hier dasselbe. Nachhaltig, ökologisch?
Schlechtes Gewissen? Anscheinend muss man es sich leisten können,
ökologisch gut zu sein. Gewisse Produkte auswählen,...usw. Nicht
mehr fliegen, - muss man sich auch leisten können. Denn es setzt ja
voraus, dass man in der Vergangenheit viel geflogen ist. Auf der
einen Seite existiert möglicherweise ein guter Wille. Auf der
anderen Seite scheint oft das Engagement (besonders „der Politik“
gegenüber) zu fehlen, Strukturen ändern zu wollen. Wieso kann man
wählen? Gibt es Personenkreise, die freier wählen können als
andere? Wieso gibt es inkorrekte Produkte in dieser ach so freien
Marktwirtschaft? Nein, nein, „der Staat“ soll nicht Vormund sein!
Aber an vielen anderen Stellen greift er auch ein zugunsten gewisser
Strukturen.... Der eine kann es sich leisten, der andere nicht....ob
das Ökologische auch eine soziale Frage ist?
Mittwoch, 5. Februar 2020
Profitable Tierliebe
Vielleicht gibt es bald keine
Menschen mehr, so wie wir sie jetzt kennen. Der Mensch erfindet,
sorry, züchtet sich gerade selbst neu. Dazu passt, dass die
Neuzüchtung seiner Haustiere auch schon in vollem Gange ist. Sie
sollen möglichst pflegeleicht sein, sich regelmäßig waschen oder
in die Waschanlage finden, sie dürfen bloß keine Allergie mehr
auslösen und Hunde sollen nicht mehr haaren. Natürlich wird ihnen
die zum Wetter oder den Ansprüchen ihrer Halter passende Kleidung
verpasst, große Kleidungskonzerne bieten die einschlägigen Artikel
jetzt schon an. Die Vermenschlichung des Tieres hat längst begonnen
und diese Lebewesen können sich nicht wehren. Ganze Hunderassen
werden auf „niedlich“ getrimmt, egal, ob ihnen das schweren
Schaden zufügt (das ist sogar auf öffentlichen TV-Sendern oft zu
hören und zu sehen...). Katzen, die nicht mehr mausen: Ein Traum für
manche Katzenbesitzer! Staubfrei soll sie auch sein! Und nicht
überall hin scheisen! Aber ihre Halter glauben selbstverständlich,
sie selbst seien „natürlich“ und „grün“ gesinnt. 22 % der
Gesamtbevölkerung in Deutschland sollen Katzen halten. 18 % aller
Haushalte Hunde. Mächtige Wirtschaftszweige scheinen davon
profitieren zu wollen. Der Umsatz dieses Wirtschaftszweigs soll jetzt
schon dem des deutschen Buchhandels entsprechen. An der Tierliebe
verdienen!, so heißt offenbar die Maxime in dieser Branche.
Dienstag, 4. Februar 2020
Dada (2)
Mir
kam relativ oft das Thema „Performance“ unter, das ja irgendwie
auch mit Dada zu tun hatte. Es geht und ging dabei scheinbar auch um
einen Zustand absoluter Konzentration in Kombination mit absolutem
„Gehenlassen“. Wie geht das zusammen? Eine Voraussetzung dafür
scheint das Heraustreten aus einer „Komfortzone“ zu sein, also
das Heraustreten aus dem, was wir kennen und was uns behagt, in dem
wir uns eingerichtet haben. Vielleicht strebt eine „Performance“
so etwas wie einen Rauschzustand an. Die sogenannten Dadaisten trafen
sich nach ihrem Cabaret-Voltaire-Abenteuer in Zürich nun in Paris,
um sich mit den Surrealisten zu umgeben. Andre Bréton, Francis
Picabia oder Tristan Tzara mögen Namen aus dieser Szene sein. Die
Surrealisten vermuteten so etwas wie Erlösung oft in sich selbst, im
Unbewussten und weniger, wie von einigen Dadaisten so gepflegt, in
mystischen Zusammenhängen. Der Wille zum Schock und das Anzapfen
geheimer Triebe und überhaupt: des archaischen Unbewussten mögen
eine gewisse Gemeinsamkeiten signalisiert haben: was blieb, war der
konstruktive Konflikt. Die Kanalisierung in eine Idiologie war bei
diesen Leuten nicht möglich, geschlossene Weltbilder wurden ohnehin
verabscheut. Nach dem Krieg traf man sich am Black Mountain College in
North Carolina und war sich in Aktionen einig, bei denen unter
anderem auch der große Musiker John Cage und der Maler Robert
Rauschenberg mitmachten. Cage wandte sich später fernöstlichem
Gedankengut wie dem Zen-Buddhismus zu. Rauschenberg war ein Liebling
der Pop-Art-Szene. Seine Werke hängen heutzutage hochdekoriert und
-bezahlt in den angesehensten Museen der Welt. Man veranstaltete
damals gemeinsame „Untitled Events“, bei denen verschiedene Kunst
verschiedener Herkunft gleichzeitig aufgeführt wurde.
Montag, 3. Februar 2020
Dada (1)
Dies entspringt aus
Aufzeichnungen, die ich mir irgendwann gemacht habe, wohl auch mit
dem Hintergedanken, dass sie sehr viel mit meinem eigenen Tun zu tun
hätten. Es geht um Dadaismus und eine seiner Keimzellen, das Cabaret
Voltaire in Zürich des Jahres 1916. Es geht ja damals um Zertrümmerung der Sprache
und all der an sie gehefteten Erwartungen und Konnotationen. Man
wollte und sollte dies unter Verlassen einer persönlichen
Komfortzone im Cabaret Voltaire vollziehen. (Heute ist das ja so,
dass niemanden mehr zu interessieren scheint, wer wann und wie
irgendeine Komfortzone verlässt oder ob irgendjemand irgendetwas
verstanden hat. Was zählt, ist der Kick. Doch zurück: Dies „Cabaret
Voltaire“ war in ironischer Verwendung eines Namens aus der
Aufklärung ein Treffpunkt von Flüchtlingen und einer Klasse von
Leute, die eine Art kreativer Explosion und dadurch einen
Selbstfindungsprozess erleben wollten. Vor allem aber ging man als
Mann dorthin, um sich zu betrinken und schöne Frauen zu sehen. Die
Leute auf der Bühne veranstalteten das, was man später Happening
nannte. Man trug beispielsweise Texte von Rimbaud oder Apollinaire
vor, die man listig unterwanderte, denen man funkelnde eigene
Bedeutungen mitgab (die aber sofort wieder zerstört wurden). Man
trug Lautgedichte und Simultangedichte vor, man behandelte Sprache
als Material, das man nach Belieben verfremden und mit allerlei
Techniken verzerren konnte. Mit dem man spielen konnte. In das man
die Improvisation und den Zufall mit einbeziehen konnte. Was man
anstrebte, war eine Art kreativer Rausch, eine Ekstase, der den
Wahnsinn der Zeit aus den Köpfen vertrieb. Nun kam der Name hinzu,
der aus einer Kinderwelt zu stammen schien, der das Sinn verlieren
zur Methode machte, indem Verschiedenes durcheinander geschüttelt
und indem Provokationen erzeugt wurden. Namen? Hugo Ball, Richard
Huelsenbeck u.a.
Sonntag, 2. Februar 2020
Samstag, 1. Februar 2020
Macht heute
Wenn ich mich in der gerade
herrschenden Politikszene umschaue, beschleichen mich einige düstere
Gedanken: und der wichtigste ist der, ob denn nicht die Macht an sich
eine Bedürfnis nach mehr Macht erzeugt. Ob denn nicht eine ganze
Sphäre, ein Milieu der Macht sich verselbständigen und eigenen
Gesetzmäßigkeiten folgen kann? Mir scheint, dass auch im
demokratischen Raum solche Mechanismen greifen. In den vielen
totalitär geprägten sowieso. Da scheint es Potentaten zu geben, die
mit ihrer Macht und ihren Einflussmöglichkeiten das Leben der
Menschen möglichst total prägen und bestimmen wollen. Da wird
überwacht, entdeckt, geschlagen, verboten, abgeführt und in schäbigen eingekerkert, auf moderne Art, nach Art einer „gelenkten
Demokratie“ oder einer illiberalen Demokratie. Dem „Volk“ (was
ist das heute in dieser Totalität?) wird vorgemacht, dass diese
Verhältnisse ihm nützten. Die Erziehung zur Unterwerfung unter die
Interessen „des Staates“ lassen die Menschen in Massen solche
Verhältnis übernehmen und sie bejubeln. Kurzfristige Vorteile und
Showeffekte aller Art (Machtdemonstrationen!) scheinen ihnen recht zu
geben. Sie, die Wenigen“ spielen den Vielen das vor, was diese
gerne wären. Dass dies immer wieder aufgeht, kann beunruhigen und
sollte in einigermaßen demokratisch sich verstehenden Staaten ein
Umdenken hervor bringen und Lerneffekte erzeugen: nämlich, dass
gewisse Autoritäten hinterfragt werden, dass wir alle „der Staat“
sein könnten und dass die Nation eine Fiktion aus dem 19.
Jahrhundert ist. Im heutigen Zeitalter sollte der sogenannten
„Globalisierung“ das Bewusstsein „One World“ entgegen gesetzt
werden, nämlich, dass wir alle Menschen auf einem einzigen Planeten
sind, den es zu erhalten gilt.
Abonnieren
Posts (Atom)










