Reise durch Wirklichkeiten

Montag, 30. März 2020

Bis hierher, ....und nicht weiter (Foto)

Bis hierher

Sonntag, 29. März 2020

Empfindungen


Es enthüllen sich Lebensmodelle, verknüpft mit Personen. Der eine lebt von seiner Herzallerliebsten, der andere macht für Geld alles und findet das auch für andere Leute selbstverständlich. Es scheint die breit angesagte Umgangsform. Gerade Entwicklungsländer müssen das an einem ganz anderen Ende spüren. Jaja, Moralin! Auf diese und jene Art wird die Kohle von allen angebetet. Sie scheint alles zu strukturieren. Manche machen es künstlerisch und kassieren für Stümpereien Millionen, weil keiner mehr weiß, was für wen was wert sein könnte. Außerdem gilt es, „Beziehungen“ zu haben, sie rechtzeitig zu knüpfen. Networking betreiben. Auswertbar muss alles sein, effizient, der Aufwand muss sich im Verhältnis zum Ergebnis rechnen. Es müsste sich alles rechnen. Haha, ein Kommentar zum Tage müsste länger sein. Output rules. Qualität egal. Es gibt einen Haufen Spezialisten, die einen guten Job machen, vom Ganzen und vom Sinn des Ganzen aber keine Ahnung haben. Ich muss lachen darüber, dass man mich als Miesepeter und Spassbremse versteht. Leute können mit sich nichts anfangen, schlagen ihre Mitmenschen, werden agressiv. Sie müssen und sollen beschäftigt werden, egal mit was….

Samstag, 28. März 2020

Tod und Leben

Tod, Leben? Mensch? Wo stehen wir? Krise? Folgende optimistische Vision habe ich gehört und versuche sie nun wiederzugeben: Wir werden uns nach der Krise zu einem Punkt entwickeln wollen, an dem alles beeinflussbar erscheint. So werden beispielsweise Eltern in der Lage sein, die bestmöglichen Gene für ihr Kind darstellbar zu machen, die gezielte Beeinflussung des Genmaterials mittels Crisp-r ist da heute schon möglich: eine bestimmte Sequenz aus dem Genstrang abzuschneiden, zu entfernen, zu verbinden und möglicherweise nach einer Reparatur wieder einzusetzen. Codeteile austauschen. Bei Embryos, - aber auch bei Erwachsenen. Damit ist das Ende der Evolution als entscheidendes Element angesagt und die Genmanipulation eingesetzt. Wir werden stärkere, schnellere und intelligentere Versionen von uns schaffen. Womöglich werden wir mithilfe der Wissenschaft den Alterungsprozess verlangsamen oder gar ganz aufhalten. Unsterblich werden? 100 Jahre lang wie 25 aussehen? Kein Problem! Wir kommen bisher noch mit einem Verfallsdatum zur Welt. Wieso eigentlich? Keine Probleme werden uns an etwas hindern. Wir werden wunschlos glücklich sein. In der Zukunft wird uns die Genmanipulation viele zusätzliche Lebensjahre schenken. Auch die Medizin wird sich dabei ändern. Ja, sie wird angesichts fehlender Probleme sogar überflüssig. Jedenfalls wird sie exakt auf die jeweilige Person zugeschnitten sein. Man wird vorhersagen können, ob jemand eine Krebserkrankung oder Herzprobleme bekommen wird, was es natürlich möglich macht, dies im Vorfeld zu verhindern.

Freitag, 27. März 2020

Vertraulichkeiten


Aus meinem Tagebuch: 
Der Infotermin des RKI scheint heute morgen auszufallen. Diese Wissenschaftler beraten wohl nur noch die Entscheider. Dass darüber (über das Ausfallen) nicht rechtzeitig informiert wird, scheint mir ein schweres Versäumnis zu sein. Die Allgemeinheit zu unterrichten scheint in dieser Lage kein wichtiges Vorhaben mehr zu sein. Es ist viel von der „Vertraulichkeit“ von gewissen Dokumenten die Rede, aus denen man nichts verraten dürfe. Ob das ein bisschen an De Maizieres berühmte PK von damals erinnert? Stattdessen: Eine PK der Regierung ist für 11.30 Uhr angekündigt, Laschet will 12 Uhr informieren. Nicht nur mentale Beruhigungspillen werden knapp. Um 10.30 Uhr erste Meldungen, dass rki-PK ausfällt. Scheint niemand zu vermissen, was kein gutes Zeichen ist. Oder habe ich etwas nicht mitgekriegt? Jetzt soll die Zahl der Tests hochgefahren werden, um möglichst viele Personen, auch „gesunde“, zu testen. Linnemann von der CDU fordert jetzt, schon nach wenigen Tagen, schrittweises Anfahren der Wirtschaft „nach Ostern“. Man verkauft das als „Exit-Strategie“. Özdemir gibt sich als Politiker, der den Test überstanden hat und wegen seiner Kinder auch Mensch ist. Ach! Die Einstreuung von gewissen Werbespots auf gewissen TV-Sendern empfinde ich als bizarr… Ja klar, es ist superleicht, so etwas als „wirtschaftsnotwendig“ zu bezeichnen..."muss sein" etc., - aber..... In dem Würzburger Altenheim scheinen inzwischen 11 Menschen an der Virusinfektion gestorben zu sein. ….. Wenn wir als Gesellschaft keine Umkehr gefunden haben, so vollzieht sie jetzt wohl die Natur oder das, was inzwischen davon übrig geblieben ist……

Donnerstag, 26. März 2020

Die Karawane der Trottel (Text)

DIE KARAWANE DER TROTTEL

Die Karawane der Trottel
jeder für sich selbstvergessen
keiner kennt den andern
bis man leben gelernt hat,
ist es schon zu spät

die Götter sind gewogen
ich stimme sie mild
der Blick richtet sich nach oben
die Kuppel ist groß und hell

sie ist so weit
weißer Ratschluss der Götter
sie sind im Wissen
sie sehen sie sind die Macht
nach der wir uns richten,

In ihrem Namen führen wir Kriege
in deren Namen entstehen Gemälde
von Einsicht, von Erleuchtung, von Vernunft
ein Lichtstrahl bedeutet euch das Schicksal

einer muss das Opfer sein
dort wo sie Lieder singen
von Rausch und Ekstase
dort wo der Refrain unwiderstehlich wird

(etwa 2013)

Mittwoch, 25. März 2020

Momentaufnahme

Wieder in einen Alptraum hinein aufgewacht. Ich versuche, meine Dinge zu tun und höre nebenher scheinbar Wichtiges aus Bundestag und vorbei flirrende News. Ich lese. Kurz rein: Übertragung aus dem Bundestag, in dem manche Abgeordnete mit Sicherheitsabstand auf ihrem Smartphone herum daddeln. Gelangweilt? Beschäftigt? Was tun diese Leute? Ob Journalisten sich mal hinter diese Fragen machen sollten, die so manchen „draußen“ beschäftigen? Ganz konkret? Menschen in dunklen Anzügen oder in nichtssagenden Business-Kostümen reden in Phrasen, in Durchhalteparolen und danken. Dass in Altenpflege Schutzmaterial fehlt, dass denen, die jetzt durchhalten, auch etwas bezahlt werden müsste, davon ist wenig die Rede. Eigentlich gar nicht. Dafür mehr von Schutzschirmen und Zuschüssen. Sie sollen offenbar denen zufließen, die „gut gewirtschaftet haben“. Nun ja, der Staat rühmt sich ja in einem fort, dass er „gut gewirtschaftet“ habe. Ich sehe Rammdösigkeiten über Parteigrenzen hinweg. Es wird überall und jederzeit mit schwerem Kater aufgewacht werden. „Wohlstandsverlust“. „Strukturen aufrecht erhalten“. Wer sah denn zuletzt überhaupt noch Debatten im TV? Ob das die Sache von „Spezialisten“ war? Ob da nicht auf diese und jene Art das Bewusstsein geschürt wurde, das „die da oben“ samt ihrer Entourage schon ihr Ding machen würden? Ich erfahre, dass Die Tafeln längst geschlossen hätten. Obdachlose kommen kurz zur Sprache. Ihre Lage ist verzweifelt. Ob diese ganzen Gegebenheiten etwas über diese Gesellschaft aussagen? Darüber, wo die Prioritäten liegen? Ob es hier noch viel besser ist als anderswo? Ob wir diese Argumentation in der weiteren Vergangenheit schon mal gehört hatten? Wir sehen Gesichter, die uns als ignorierende Ignorantengesichter vorkommen. Vielleicht ist das ungerecht, klar. Aber wer weiß denn schon etwas? Ich bin useless, das ist gewiss. Rednerpulte werden noch schnell abgewischt, ehe die nächste Rede gehalten wird. Wer wischt mein Rednerpult? Sicherheitsabstand. „Dazu kann man jetzt noch nichts sagen“.

Montag, 23. März 2020

Trickle-Down-Theory (2)

Was ich im Gespräch erfahren habe: „Steuervermeidung“ scheint ein ganzer Industriezweig geworden zu sein, der kräftig brummt. Gigantische Summen im hohen Milliardenbereich scheint dies die Allgemeinheit zu kosten. Dabei scheinen manche Steuervermeidungsmodelle extrem kompliziert und verwirrend zu sein. Es gibt eine große Anzahl von Steuerberatern, darunter viel ehemalige Mitarbeiter des Finanzamts, die sich mit dieser Materie fortwährend beschäftigen und ihre Dienste verkaufen wollen. Sie scheinen den Umstand zu nutzen, dass Unternehmen und Steuerbehörden schon seit langem auf „Schmusekurs“ gingen und sich und ihr Gebaren gerne hinter öffentlichkeitswirksamen und von kostspieliger PR-Beratung gestützten Aktionen verbargen. „Steuerbeamte wurden mit hohen Zahlungen belohnt, und zwar für den Aufbau einer gelungen „Partnerschaft zwischen Unternehmen und Behörde“. Diese Form der „Kooperation war oft wichtiger, als dem Gemeinwohl zu nützen“, lässt ein unerkannt bleibender Finanzjongleur dazu verlauten. Damit wurde der Versuch unternommen, diejenigen zu belohnen, die ihren Job nicht machen und gewissen Unternehmen zuzuarbeiten. So werden offenbar auch hoch entwickelte Industrieländer zur Steueroase. Dies war offenbar nur möglich, weil verantwortliche Politiker vom Trickle-Down“-Effekt überzeugt waren, also der Auffassung, dass der Reichtum des oberen Prozents der Supperreichen in breitere Bereiche der Gesellschaft einsickern würde, weil es ja letztenendes wieder in die Produktion investiert würde. Auf diese Weise entstand ein Wettbewerb unter den Industrieländern, bei dem es darum ging, den Spitzensteuersatz immer weiter zu senken. Doch ob dies die soziale Schere immer weiter öffnet? „Eine Gesellschaft floriert, wenn Menschen ihre Stärken entfalten können“ sagt in den achtziger Jahren die britische Premierministerin Margret Thatcher dazu. „Reichtum, den sie schaffen, hilft uns allen. Wenn Stärken und Schwächen ungleich verteilt sind, bedeutet die Förderung von Potential mehr Ungleichheit. Gleichzeitig kann man den sozial Schwachen besser helfen, weil die Mittel dazu vorhanden sind.“. Dahinter scheint die Vorstellung zu stehen, dass niedrige Steuern die Konjunktur beleben würden. Die Schaffung von Reichtum müsse dem Markt überlassen werden – und nicht der Regierung. Aus diesem Grunde solle man die Vermögenden möglichst von der Steuerpflicht befreien. Die Reichen zu besteuern, könnte die Gesellschaft insgesamt ärmer machen. Verteilt man die Steuern der Reichen unter den Armen, so sind viel arm und niemand reich. Nun ja, solche Ansichten scheinen den Neoliberalismus und die sich an ihn knüpfende Politik auf den Punkt zu bringen.

Sonntag, 22. März 2020

Trickle-Down-Theory (1)


Trickle-Down-Theorie? Sie scheint noch immer in den Köpfen zu grassieren. Sie besagt unter anderem, dass, wenn es den oberen 1 % einer Gesellschaft gut gehe, das den anderen nütze, weil ja von „den Oberen“ investiert werde und „Wohlstand für alle“ erzeugt werde. So würden die Ausgaben der Reichen uns allen nützen. Doch diese Theorie ist schon seit langem in Frage gestellt. Es ist ein Problem, dass viele der Superreichen ihr Geld für Luxusgüter wie Hubschrauber, Privatjets, Yachten etc. ausgeben. Große Ausgaben dieser Art mögen Superreichen spannend erscheinen und einigen Leuten Arbeit verschaffen, doch sollte dieser „Trickle-Down-Effekt“ wirklich funktionieren, so müssten mit der wachsenden Zahl der Superreichen allesamt reicher werden. Doch das ist ganz offensichtlich nicht so. Während die Spitzenvermögen immer mehr anwachsen, bleibt das Vermögen der restlichen 99 % auf niedrigem Niveau bestehen. Einzelne Demonstrations- und Protestbewegungen waren und sind die Folge, unter anderem fast vergessene Bewegungen wie „occupy-Wallstreet“ oder die „Gelbwesten“ samt der sie umgebenden Bewegungen gegen eine „Reform“ des Sozialsystems in Frankreich. 
Doch solche Bewegungen scheinen für die Vertreter des herrrschenden Systems, also der Macht, leicht unter Kontrolle zu bringen zu sein. Doch eine Zunahme der Ungleichheit scheint auch Probleme zu schaffen: geht die Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinander, so erscheint die Stabilität des Gesamtsystems ernthaft bedroht zu sein. Wer hat uns eigentlich weis gemacht, dass wir vom Reichtum der Superreichen profitieren würden – und warum? Wie geht das? Man bunkert seine Gewinne in den Offshore-Zentren und genießt gleichzeitig sein Leben in den Metropolen“ lässt dazu ein unerkannt bleibender Banker wissen. Nun ist es ja so, dass von der Finanzoberschicht und den sie flankierenden Politikern gerne verbreitet wird, dem sei durch einen internationalen Datenaustausch ein Riegel vorgeschoben. Doch Veröffentlichungen wie die „Panama Papers“ mögen daran so manche Zweifel gestreut haben. Gewisse Banken und Vermögensberater scheinen gerne dabei behilflich zu sein, sein Geld vor dem Fiskus im Ausland zu verstecken. Auch scheint es so, dass es dem Staat ganz recht ist, Tycoons und Superreiche etwa dadurch anzulocken, dass eine Senkung der zu entrichtenden Steuern in Aussicht gestellt wird. So läuft derzeit eine Kampagne, die die Senkung der Unternehmenssteuern zum Ziel hat. „Man hat die Grenzen des Akzeptablen immer weiter ausgereizt, weil von den Finanzbehörden möglicherweise keine wirksame Kontrolle ausgeht“ lässt eben dieser unerkannt bleibende Banker dazu verlauten. „Drohen Sanktionen, so sind sie für die Superreichen locker aus der Portokasse zu bezahlen“.

Samstag, 21. März 2020

Tri Slatna Sina (MP3)

Tri Slatna Sina


Im Duo DAN I NOC (Tag und Nacht)

ihre Söhne sind für sie das Wichtigste überhaupt im Leben, Zuhra hat mir jeweils erzählt, was sie singt (übersetzt), ich weiß dadurch einigermaßen Bescheid...... 

Freitag, 20. März 2020

Fresstester

Es mutet mich schon ein bisschen seltsam an, wenn Geschmäckler (wie sind sie, die "Tester", eigentlich legitimiert, wie viele setzt ein bestimmter Verlag aktuell ein, um damit wie viele Seiten zu "erzeugen"?) Lokale und Gourmet-Essen testen, (tun sie das angesichts der obwaltenden Umstände noch? es gibt von diesen "Testern" tatsächlich zu wenige?, sind die Tester eigentlich (zu) teuer? oder sollen sie demnächst durch KI ersetzt werden, große namhafte Verlage mit Qualitätsruf sparen auch auf der ganzen Linie), - andere Menschen haben gar nichts zu essen… Ob darin eine gewisse Dekadenz zum Ausdruck kommt? Oder sind diese „Tester“ derart spezialisiert, dass sie tatsächlich stellvertretend für die große ahnungslose Masse kosten können? „Ist das durch….?", "das könnte schmackhafter sein...etc.“ Die Art, wie diese Leute sich als bedeutsamen Mittelpunkt der Welt des Geschmacks ausgeben, gefällt mir ganz und gar nicht. Okay, man soll als „Kunde“ nicht betrogen werden. Wird man aber. Auch von diesen „Testern“…! „Fressen, Saufen, Ficken...“ die niederträchtigste aller materialistisch hedonistischen „Religionen“.... eine Weltreligion soll das werden, nach Meinung der fressfesten Globalisierer.....

Mittwoch, 18. März 2020

Erregungen

Aha! Es wird jetzt gerne erregt als „populistisch“ beschimpft, wer auch nur versucht, im Hinblick auf Corona auf Stimmungen in der Bevölkerung einzugehen. Dabei scheint es mir um dahinter liegende Probleme zu gehen: zum Beispiel darum, dass die soziale Schere in dieser Gesellschaft immer weiter aufzugehen scheint und dass dies durch Corona derzeit noch verschärft wird. Jedenfalls von einem bestimmten Teil der Bevölkerung, der bestimmte Pfründe zu sichern versucht und sich dabei nicht nur im Ton, sondern auch in den Methoden vergreift. Ein beliebter Reflex scheint auch sein, alles, was sich halbwegs kritisch gebärdet, als „sozialneidisch“ abzustempeln und ihm abzufordern "einfach mal still" zu sein. 

Sonntag, 15. März 2020

Soli- darität

In diesen schweren Zeiten könnte man auch zu einer neuen/alten Nähe finden. Was ich mir diesbezüglich vorstellen könnte: Dass das Thema der Nachbarschaft zu einer neuen und digital unterstützten Bedeutung kommt. Man könnte etwa Aushänge an Schwarzen Brettern in irgendwelchen Treppenhäusern machen und dort seine Hilfe anbieten (analog). Man könnte etwas aufmerksamer als sonst sein: Ist da etwas Auffälliges, geht das Licht gar nicht mehr aus usw. Daran muss sich nicht knüpfen, dass man sofort ausflippt. Sondern es könnte bedeuten, dass man dies in genauerem Blickfeld haben müsste. Dass man einen Kontrollanruf wagen könnte. Ohne jemandem anderem zu nahe zu treten. Dies würde dem Fingerspitzengefühl jedes Einzelnen überlassen blieben. Ich für meine Person habe solche Kontrollanrufe vereinbart, die nicht einem starren System folgen müssen. Vielmehr ist es so (digital): Wenn ich die betreffende Stimme höre, ist es gut. Wenn ich die betreffende Person auf diesem Wege nicht erreiche, mache ich mir zunehmende Sorgen, d.h.: ich bin wachsam. Man könnte diese Abfragen auch digital durchführen, indem man z.b. eine Mail schreibt, eine SMS oder über Whatsapp/Facebook Kontakt hält. „Ich gehe jetzt ( Uhrzeit angeben) einkaufen. Braucht jemand etwas Bestimmtes?“.

Samstag, 14. März 2020

Was jetzt (2)?

„Wir schaffen das nicht mehr“ ist zu hören von Verantwortlichen, - in einer Gesellschaft, die alles zu schaffen glaubt. Währenddessen empfiehlt Merkel, dass man soziale Kontakte reduzieren und sich zulächeln solle….. (als Gruß), ihr berühmtes Zitat lautet ja „Wir schaffen das“, - es gibt Hamsterkäufe, was meiner Meinung nach eine Folge der allgemeinen Unsicherheit ist. Mir scheint, diese Gesellschaft enthülle jetzt ihre barbarischen Seiten und es würden auch solidarische Seiten sichtbar, wenn auch in deutlich geringerem Ausmaß. Es gilt offenbar BEI ALLEM, rücksichtslos der Erste (auch auf Kosten des Anderen) zu sein…. „sich durchsetzen, clever sein“ ist im neoliberalen Sinne offenbar die Maxime. Es heißt, es würde „alles sehr gut laufen“, wie Verantwortliche betonen, staatliche Strukturen sollen unbedingt aufrechterhalten werden, vorläufig hält man noch an gewissen Strukturen des Alltagslebens fest. Politiker fordern, erklären und halten Pressekonferenzen. Die vielen Werbespots mit ihren Kaufbotschaften kommen einem sehr zynisch vor, sie flackern einer nach dem andern ab, als sei nichts passiert, - aber sie stützen ja die Wirtschaft, so wird nachträglich gebenedeit. „Wir stehen zusammen und handeln“, die Lage sei „erst“, so wird mit ernstem Gesicht verbreitet, „es wird getan, was notwendig ist“. Mancherorts wird für Fußballspiele verschämt „volle Hütte“ gefordert und später wieder zurück genommen. Fans harren vor den Stadien aus, um ihre Stars euphorisch mit Fangegröle zu feiern. Es wird gefordert, dass mehr Verantwortung einkehren möge….. auf „Entschleunigung“ immerhin wird als positiver Effekt gehofft. Besinnung tue Not. Immer mehr „Prominente“ entpuppen sich als positiv gestestet und werden, wie ich das empfinde, sodann namentlich an den Pranger gestellt. Insgesamt scheinen mir die schlechten Nachrichten kaum mehr zu bewältigen zu sein….. Ob all diese Dinge gewisse Merkmale unserer Gesellschaft besser sichtbar werden lassen?

Freitag, 13. März 2020

Linde und Linderung

Was wir nicht ahnten: Das Wort „Linde“ hat etwas mit „Linderung“ zu tun und könnte darauf verweisen, dass die Linde als Baum wertvolle Heilmittel liefert. Zum Beispiel im Frühjahr liefern ihre Knospen, wenn man sie pflückt und direkt und gemächlich isst, gewisse Schleimstoffe. Das kann unter anderem bei Erkältungskrankheiten wie etwa Husten ein geeignetes Mittel sein. Offenbar. Schon die alten Germanen verehrten die Linde als Quell des Lebens. Die „Dorflinden“ in ihrer heraus gehobenen Position waren ein Beleg dafür, waren Zeichen und Symbol. Zudem könnte jetzt ein Aufenthalt im Wald gesund sein, alleine schon weil die Waldluft reich an Terpenen ist. Diese Stoffe sind dem Immunsystem förderlich. Schon ein Aufenthalt im Wald in einer Woche kann die Abwehrkräfte des Körpers deutlich steigern.

Donnerstag, 12. März 2020

Was jetzt?

Ich verstehe nicht die Beschwichtigungsversuche von Politikern, die empfehlen, Operationen mal kurz zu verschieben. Ich war leider 2 mal im vergangenen Jahr im Krankenhaus und meine dringend notwendige (akut!) Operation wurde unter solchen Voraussetzungen verschoben (mit erheblichen alltäglichen Auswirkungen! z.b.: man sollte sich den ganzen Tag bereit halten, was alleine schon psychologisch schwierig erscheint, man hätte jederzeit abgeholt werden können....was dann aber nicht geschah.......aber Psychologie oder seelisches Befinden scheint in diesem Zusammenhang des Personalmangels nicht viel zu zählen, der Ablaufmechanismus, das Einordnen in eine scheinbar objektive Reihenfolge (die dem Patienten nicht erläutert wird) scheint wichtiger....). Es scheint oder schien Personal zu fehlen, oder die Planung schien in diesem Krankenhaus ungenügend gewesen zu sein. Außerdem wird jetzt zu oft über Betten geredet, die im „weltbesten Gesundheitssystem“ offenbar zur Verfügung stehen. Dabei mussten diese Betten in der jüngsten Vergangenheit teilweise aufgegeben werden, weil nicht genügend Pflegepersonal zur Verfügung stand. Wenn das aber schon unter „normalen“ und alltäglichen Verhältnissen so ist, so könnten sich wohl diese Bedingungen unter Quarantänemaßnahmen noch deutlich verschärfen…. Gewisse Operationen dürften wohl gar nicht planbar mehr durchgeführt werden. Zudem erheben sich in mir Fragen, vielleicht habe ich die diesbezüglichen Erklärungen nicht ganz verstanden: Schutzmasken sollen, je nachdem, wie gefragt wird, nicht helfen. Offenbar werden sie aber an vielen Stellen gefordert. Man sieht sich maskierten Menschen gegenüber. Nicht zuletzt von einem selbst wird jetzt Maskierung gefordert. In diesem Zusammenhang erheben sich für mich 2 Fragen: Woher sollen sie kommen, diese Schutzmasken? Und: helfen sie nun oder helfen sie nicht?

Mittwoch, 11. März 2020

Realität, Wahn und Virus

Corona-Virus hinten, Corona-Virus vorne. Eigentlich umbenannt, aber unter dem neuen Namen Covid-19 nicht so recht akzeptiert. Man sah Bilder mit Atemschutzmasken auf Wutans Straßen. Dann sah man gar nix mehr. Dann war die Bedrohung hier und nahezu jedermann soll noch infiziert werden, so heißt es. Es ginge lediglich um eine Verlangsamung, sonst käme das beste Gesundheitssystem der Welt nicht nach. Das Beste ist natürlich unseres. Wir sind halt Weltmeister und zeigen's allen andern! Am deutschen Wesen soll die Welt genesen! Na Prost! Sowieso alles übertrieben, sagen die einen. Die andern erwarten das Schlimmste noch. Die „Experten“ werden zu Stars, sind sich aber einigermaßen uneinig, was denn der beste Weg sei. Atemschutzmasken werden teilweise verlangt, man solle sie unbedingt anlegen, um sich zu schützen. Die anderen sagen, dass das Blödsinn sei. Und überhaupt, wo soll man sie her kriegen? Die nächste Pressekonferenz kommt bestimmt und die Kanzlerin wird jetzt langsam auch regsam, um bei PKs zusammen mit ihren demokratisch bestellten Adlaten Platitüden zum besten zu geben. Das beruhige, finden dann einige Kommentatoren mit wichtigem Gesicht. Wir müssen jetzt zusammenstehen, so die Anweisung von oben. Klimakatastrophe.Vergessen? Lehrermangel? Verkehrsdebakel? Breitbandausbau. Urheberrecht. Naturzerstörung und Naturschutz gleichzeitig. Geht das? Ist die Pflegekatstrophe auch vergessen? Man habe doch so viele Intensivstationsbetten, wird dauernd beteuert. Aber hat man auch das dazu gehörende Personal? Soziale Medien. Hater. Sprüche. Fake News. Sich steigernde Beschleunigung bei gleichzeitigem Stillstand. Alles geht ineinander über, wird ununterscheidbar: Arbeit und Freizeit, Realitäten und süße Katzenvideos, Selbstmordattentate und farbige Versprechen der Werbeindustrie. Nachrichten, News flackern auf und ab. Ökonomischer Steigerungszwang, Wachstum und Beschleunigung. Reizüberflutung. Wir kommen nicht mehr mit. Sinn? Den Kontakt zur Realität verloren. Verschwörungstheorien. Erregung. Aufwallung. Wut. Spass. Fernsehserien. Wiederholung. Wahn. Störung des Ich-Erlebens. Digitale Überwachung. Unseren Verstand beschäftigt halten, ihn dauernd kitzeln. Mittendrin: Auf- und abflackernde News....

Pharmatricks

Leider bin ich von einigen Medikamenten abhängig. Ich brauche sie täglich, so wird gesagt. Wie das? Mein Arzt ist der Ansicht, dass ich das Medikament regelmäßig nehmen sollte, ich sei chronisch krank. Was aber sind seine Interessen dahinter? Nimmt er an solchen als „Fortbildungsmaßnahmen“ camouflierten Werbeveranstaltungen teil, die ihm gegen gutes Honorar bestimmte Dinge nahe legen und sich dabei um gekonnte oder weniger gekonnte wissenschaftliche Verbrämung bemühen? Weiß ich das? Nein. Ich kann nur schlimme Dinge vermuten und mich anmachen lassen, wenn sie nicht stimmen. Ich muss mich anmachen lassen, denn ich bin ja abhängig. Und was ist mit den täglich von mir benötigten Medikamenten? Bestimmte Medikamente kriege ich gar nicht mehr. Oder nur nach einigen Tagen. Sie scheinen über Umwege so gerade noch aufzutreiben zu sein. Ob dahinter steckt, dass die Pharma-Konzerne ihre Medikamente dort verkaufen, wo sie am meisten daran verdienen? Wenn das Medikament wenig lieferbar ist, wenn Engpässe entstanden sind, ist diese Strategie sogar umso lukrativer. Ich kann damit vielleicht sogar erreichen, dass ich der einzige Anbieter bin. Ob das ausgerechnet bei uns, im „besten Gesundheitssystem der Welt“ etwa nicht der Fall ist? Oder wie kommt das alles? Produktionsstätten in Asien fallen aus, Produktionsstätten, die völlig unsozial und ökoschweinisch produzieren? Ob nicht doch das eine oder andere Produktionspotential nach Europa zurück verlagert werden sollte?

Dienstag, 10. März 2020

Führen

Es wird jetzt offenbar jemand gesucht, der „auf den Tisch haut“. Der „Führungsstärke“ demonstriert. Ein "Er", ein Mann. Die Menschen wollen Orientierung und sich an jemandem ausrichten. Ob das in Richtung eines Führerprinzips führt, das dem Einzeln gar nichts zutraut und für ihn scheinbar alles (das Totale) übernimmt, soll dahingestellt werden. In der Sphäre der Wirtschaft jedenfalls scheint ein solches Vorgehen angesagt: es gilt, was der Boss sagt. Das wird dann hierarchisch von oben nach unten durchgesetzt. Effektivität scheint auf eine solche Art gesichert, Mitbestimmung weniger. Nicht nur die aktuellen Vorgänge und die Sprüche, die dazu (besonders von Politikern, aber auch von Journalisten) geklopft werden, scheinen das nahe zu legen. Demokratie und die Notwendigkeit, sich zwischen Alternativen zu entscheiden, scheint das Gros der Menschen zu überfordern. „Durchsetzen“ scheint die Devise, die diesem Bedürfnis entspricht. 

Sonntag, 8. März 2020

Experten- und Spezialwissen

Die Lage ist unübersichtlich geworden, da müssen Experten her, die auf einem bestimmten Gebiet noch durchblicken. Besonders die TVProgramme rufen zu allem und jedem Experten auf und vertrauen in das Vertrauen, das dem sogenannten Spezialwissen entgegen gebracht wird. Ob die Unterscheidung zwischen den ach so rationalen Experten und dem „gewöhnlichen“ Bürger berechtigt ist? Ob das nicht in irgendeine Beziehung zu einem „Gemeinwesen“ gestellt werden sollte? Zur „Rationalität von Experten“ gibt es immerhin eine Studie. Auch der Blick in den Alltag kann hier aufschlussreich sein. Hier gibt es oft Entscheidungen der „Funktionseliten“, die an ihrer Rationalität zweifeln lassen. Vergleicht man also die Entscheidungen von Funktionseliten mit entsprechenden Meinungsumfragen der Bevölkerung, so wird schnell klar, dass die Bürger zumeist keineswegs das Maß an politischer Dummheit aufweisen, das demjenigen entspricht, das den Funktionseliten eigen ist. Es stellt sich heraus, dass Experten auch nur Menschen sind. Sie zeigen offenbar dieselben kognitiven Fehler wie „normale“ Bürger. Experten neigen aber angesichts ihrer falschen Aussagen zu ausgefeilten Rechtfertigungen und wollen wortreich erklären, dass sie so recht eigentlich ziemlich richtig gelegen hätten.

Samstag, 7. März 2020

Schein (2)

Grinsende Lächler überall in den Medien. Wenn die Kamera ein wenig zu lange drauf bleibt, wird die Maske sichtbar, die es bedeutet. Überall der Schein. Die Maske. Das sich gegenseitig etwas vormachen. Die Wahrheit hat es schwer. Die Wahrhaftigkeit…? Die Gesichtsoperationen derer, die es sich leisten können. Die Ganzkörperoperationen, und die kleinen Mäuschen aus dem Solarium, die sich besser fühlen, wenn sie ihr ganzes Geld auch dafür ausgeben. Die „einfach mehr Selbstbewusstein“ haben. Die beim Schein mit dabei sind, zum Schein. Die gute Laune der beautiful people als Maskerade. Das absurde Spiel der elektronischen Medien und das ,was sie den Menschen antun. Alles, was wir wissen, wissen wir aus den Medien (Niklas Luhmann) Unterhaltung als Verdummungsmaschine. Als Suchtmittel für die Dummen. Als Überhöhung und gleichzeitig Verkehrung der Realität. Erpressung durch die Globalisierung. Ob das zu einer neuen Fremdenfeindlichkeit führt?

Freitag, 6. März 2020

Rat Race und Hamsterrad (Text)


RAT RACE UND HAMSTERRAD

Du wirfst einen Blick in letzte Welten
was bleibt, ist ein matter Glanz
die Ahnung einer Ahnung
der Abspann einer Kadenz
da sind noch so viele drin und machen ein ratloses Gesicht
Dir bleibt die Aussicht auf ein graues Nichts
sie graben, sie blähen, sie ackern
Rat Race Hamsterrad
sie verdienen sich ihren Sinn und ihre Identität
sie vertuschen sich in billigem Vollquatschmittel
sie staunen über ungeheure Andere
auf geht’s! Gequält und geprügelt in düstren Katakomben
in Höllen der wohlfeilen Sünden und der käuflichen Moral
Du wirfst einen Blick in letzte Welten
was bleibt, ist matter Glanz

Donnerstag, 5. März 2020

Schein

Das ganze Schlüsselgeschehen in meinem Schlüsselbund scheint sich immer mehr abzuwetzen und offenbart jetzt ein ganz anderes Metall, als nach außen vorgetäuscht. Ich schließe das aus der Farbe, die zum Vorschein kommt. Im Supermarkt ist kein Preisschild an dem Artikel, für den ausgerechnet ich mich interessiere. Keine Möglichkeit zur Beschwerde. Die Mitarbeiter sind selbst ausgebeutet und arbeiten für ein Mini-Gehalt: an sie kann ich mich kaum wenden. In Brüssel kandidieren Kandidaten, die nach der Wahl keine Rolle mehr spielen und abserviert werden. Stattdessen kommt eine mit Hilfe der Granden in den Hinterzimmern und Regierungschefs ausgekungelte Kandidatin zum Zuge, die hierzulande mehrfach abgewirtschaftet hat und offenbar wegen Unregelmäßigkeiten einem Untersuchungsausschuss ausgesetzt ist. Nachrichtensprecherinnen lächeln gar lieblich und offenbaren, kaum dass die Kamera zu spät abschwenkt, ein außerordentlich bedenklich ernstes Gesicht. Ob im Frühstücksfernsehen die gute Laune auch eine hohle Geste ist? Überall scheint die Pose zu zählen. Das bringt Unsicherheit. 

Dienstag, 3. März 2020

Hinweis

Meine Bandcampseite (Meine Musik):

https://buranmann.bandcamp.com/


Ich glaube, dass Sprache mittlerweile durch einen zweifelhaften Gebrauch (Fake News, PR-Sprech, Politik) völlig diskreditiert ist, dass es nichts als eine Konvention ist, wenn Sprache in braven Versen zum Einsatz kommt. Dagegen setze ich in meiner Musik oft Wortfetzen und menschliche Äußerungen (Sport, Kopulation, Rülpsen, Furzen usw.), die sonst kaum zu hören sind…., fühle auch intensive Verwandtschaften zu Dada…...

Montag, 2. März 2020

Zeit spielt mit Alter

DIES IST EIN TEXT, DEN ICH VOR FAST ZWEI JAHRZEHNTEN AUFGESCHRIEBEN HABE. ER TRÄGT VIEL ZEITGEIST, STRAHLT ABER AUCH BESTÜRZENDE AKTUALITÄT AUS:


Du wunderst dich. Wie geht das? Alle beklagen sich, dass es ihnen finanziell schlecht geht. Alle müssen tiefe Einschnitte hinnehmen. Niemand hat Geld, alle haben Angst. Und draußen fahren die dicken Limousinen, denen du nachschaust und deren Wert deinen kompletten Lebensabend sichern könnten. Denn: alle sollen ja jetzt an ihre private Absicherung denken. Gleichzeitig werden Arbeitsplätze abgebaut, es gibt immer weniger Geld, was dafür eingesetzt werden könnte. Viele haben reichlich damit zu tun, ihre Existenz von Tag zu Tag abzusichern. Wie soll man das an konstruktive Altersvorsorge denken? Die Regierung besteuert offenbar Betriebsrenten zusätzlich, um Geld für die Krankenversicherung zu haben. Die Mindestverzinsungen für Lebens- und Rentenversicherungen werden gesenkt. Ist eine Rentenversicherung da noch eine reale Möglichkeit?

Die Reichen tragen ihren Reichtum immer hemmungs- und schamloser zur Schau und werden dafür vom darbenden Volk beklatscht. Die Leute träumen sich hinein in eine bessere Existenz,in diejenigen, die Glück gehabt haben. In diejenigen, die etwas besonders gut können. Wie Michael Schumacher, der gut Auto fahren kann. Brot und Spiele. Arrogante Gesichter, wie jenes von Boris Becker, werden angebetet. Die absurde Personifizierung des Leistungsprinzips. Oder Verona Feldbusch. Die groteske Verneinung des Leistungsprinzips. Werden Nobelpreisträger angebetet, Personen, die in Entwicklungsländern Dienst am Menschen tun, die helfen und Erfahrungen weitergeben? Menschen, die etwas zu sagen haben, die Charakter haben? Es werden Charakterdarsteller, Schauspieler, wie sie zu Massen in den Talkrunden sitzen, angebetet. Der Schein regiert absolut, während die Realität immer mehr durch die Fugen und Ritzen drängt.
Von Politikern, die nie einen Gedanken an ihre Altersvorsorge verschwenden müssen, wird uns mit ernstem Augenaufschlag gesagt, dass kein Geld mehr für die Rente da ist. Dass es nix mehr zu verteilen gibt. Dass alle den Gürtel enger schnallen müssen. Desgleichen von Vorstandsvorsitzenden, die sich gerade eben, in den schlechtesten Zeiten, die Aufbesserung ihres Salärs um lächerliche 50 und mehr Prozent selbst genehmigt haben und völlig davon überzeugt sind, dass sie das 500fache eines Facharbeiters verdienen müssen, weil sie ja so viel wert sind, weil das, was sie tun, so viel wert ist. Logisch, denn sie haben ja auch mehr Verantwortung. Die Verantwortung, an Intrigen von Ihresgleichen und ihren eigenen Profilierungsneurosen scheitern und dann eine dicke Abfindung kassieren zu müssen. Draußen zu stehen, und sich dann mit ein paar lumpigen Aufsichtsratsposten über Wasser halten zu müssen. Diese Gesichter  sind ja so aussagekräftig. Die besserwisserische Arroganz ist einen tief eingraviert.Die Tonangeber. Die Dirigenten. Einer muss ja führen, o heißt es im Volksmund, - sonst passiert nie etwas. Sie sind ja nur aufgrund ihrer Rücksichtslosigkeit ganz nach oben gekommen, Sie haben das Karrierespiel besser als andere gespielt. Dies ist ein System, das die Raffgier und die Rücksichtslosigkeit planmäßig fördert und es aus dem Menschen herauskitzelt.

Samstag, 29. Februar 2020

Klares Wasser (Text)


KLARES WASSER

Suche:
nach dem klaren Wasser
aus dem ich trinken kann
in dem ich den Grund sehen kann
eintauchen, einsinken...
mich treiben lassen
ohne Angst
dies Wasser,
das mich trägt
ohne Fragen
das wirklich ist
weil ich es fühlen, trinken,
hören, sehen kann.......
Wo?



(in grauer Vorzeit von mir geschrieben...)

Freitag, 28. Februar 2020

Valerie (2)

(Fortsetzung vom 7.2.) 
Der Kaffee schmeckte eigentlich wie immer, hatte nichts Spezifisches und war nicht so heiß, wie er erhofft hatte. Es lag eine Art langweiliger Betriebsamkeit, eine hektische Geruhsamkeit über dem Raum, der- frisch gelüftet – sich nun wieder langsam mit Zigarettenqualm füllte. Draußen verdichtete sich der Qualm der vorbei fahrenden Fahrzeuge zu einem anhaltenden, auf- und abschwellenden, seine Farbe und Höhe wechselnden Dauerton, der Und wenn man in die Glasfront sah, glänzte einem der Betonstreifen der Autobahn, der bis zum Horizont reichte, entgegen. Die Wiesen links und rechts dieses Silberbandes scheinen als brachliegende Flächen verwildert. Offensichtlich waren sie sich selbst überlassen und es hatten sich auf ihnen nur besonders widerstandsfähige Pflanzen halten können. Vielleicht hatte der Boden nicht mehr her gegeben, oder war die Luft zu schlecht? Es hatte außerdem schon lange nicht mehr geregnet. Das kleine Bachbett, das in der Ferne zu sehen war, füllte nur ein jämmerliches Rinnsal. Er versuchte, sich einzureden, dass der Grund für das Bild, das sich ihm heute morgen bot, der ausgebliebene Regen sei. Er glaubte aber, gut die Faktoren zu kennen, die dazu geführt hatten. Doch was wusste man schon?

Dienstag, 25. Februar 2020

Hotline cooly

Schon erstaunlich, was wie und auf welchem Wege inzwischen in die bundesdeutsche Wirklichkeit eingewandert ist und dort als „normal“ gilt. Ich rufe eine Hotline an, muss erst mal über meine Tastatur wählen, was ich (nach Standardabfragen gestaffelt) will, muss dann erst mal von easy-listening-Musik begleitet lange warten (meine Zeit!), bis überhaupt jemand auf der anderen Seite reagiert. Diejenige oder derjenige stellt sich dann aber als völlig inkompetent heraus und kann auf jemand, der wie ich sich schon mit der Materie beschäftigt hat, wenig ausreichend reagieren. Man solle sich wenden an, man solle den und den anrufen, man solle…. ob diese Hotline nicht dafür eingerichtet wurde, um mir zu helfen? Sie scheint völlig ungenügend und weitgehend nach Kriterien der Personalkosten besetzt zu sein. Gewisse Firmen scheinen sich genau das leisten zu wollen, weil sie auf keinerlei Protesteinstellung ihrer „Kunden“ setzen. Es wird hingenommen, akzeptiert, es werden falsche Lösungen praktiziert, es wird versucht (während man auf indirekten Wege von gravierenden Frustrationen erfährt....), es wird sich nicht gewehrt.

Sonntag, 23. Februar 2020

Wichtigs in Talkshows (und außerhalb...)

Im Bereich des Journalismus scheint es gewisse „Stars“ und „Superstars“ zu geben, Gesichter, die bevorzugt in Talkshows elektronischer Medien auftreten und den dummen Zuschauer mit ihrer Allwissenheit überwältigen, die ihm Zusammenhänge erklären sollen, was sie dann mit lächelnd wissendem Gesicht auch tun. Diese Journalisten scheint ein gewisses Band des Einverständnisses mit Politikern und anderen Wichtigs zu verbinden. Wenn sie kritische Fragen stellen, sind es meist jene, die man von ihnen aufgrund ihres idiologischen Standpunkts auch erwartet und auf die Politiker gerne eingehen, weil sie von ihren Pressemenschen entsprechend vorbereitet und eingestellt sind. Auf diese Weise inszenieren sich Spitzengesichter wie Popstars und es entsteht, wie mir etliche Male gesagt wurde, der Eindruck einer Inszenierung. Dazu passt auch, dass die Teilnehmer solcher „Talkshows“ meist aller Alltagssorgen enthoben scheinen. Sie kommunizieren insofern mit der Politik „auf Augenhöhe“, geben oft die guten Kumpels und sind schon mal „auf Du“. Sie geben gerne die Gewährsleute und Vermittler. Auf Parteitagen, so habe ich mir berichten lassen, bitten die Parteigranden zu deren Schreibtische und geben „wichtige“ Interviews.

Mittwoch, 19. Februar 2020

An die Natur (Lyrik)

An die Natur


Da ich noch um deinen Schleier spielte,
Noch an dir, wie eine Blüte, hing,
Noch dein Herz in jedem Laute fühlte,
Der mein zärtlichbebend Herz umfing,
Da ich noch mit Glauben und mit Sehnen
Reich, wie du, vor deinem Bilde stand,
Eine Stelle noch für meine Tränen,
Eine Welt für meine Liebe fand,

Da zur Sonne noch mein Herz sich wandte,
Als vernähme seine Töne sie,
Und die Sterne seine Brüder nannte
Und den Frühling Gottes Melodie,
Da im Hauche, der den Hain bewegte,
Noch dein Geist, dein Geist der Freude sich
In des Herzens stiller Welle regte,
Da umfingen goldne Tage mich.

Wenn im Tale, wo der Quell mich kühlte,
Wo der jugendlichen Sträuche Grün
Um die stillen Felsenwände spielte
Und der Aether durch die Zweige schien,
Wenn ich da, von Blüten übergossen,
Still und trunken ihren Othem trank
Und zu mir, von Licht und Glanz umflossen,
Aus den Höhn die goldne Wolke sank -

Wenn ich fern auf nackter Heide wallte,
Wo aus dämmernder Geklüfte Schoß
Der Titanensang der Ströme schallte
Und die Nacht der Wolken mich umschloß,
Wenn der Sturm mit seinen Wetterwogen
Mir vorüber durch die Berge fuhr
Und des Himmels Flammen mich umflogen,
Da erschienst du, Seele der Natur!

Oft verlor ich da mit trunknen Tränen
Liebend, wie nach langer Irre sich
In den Ozean die Ströme sehnen,
Schöne Welt! in deiner Fülle mich;
Ach! da stürzt ich mit den Wesen allen
Freudig aus der Einsamkeit der Zeit,
Wie ein Pilger in des Vaters Hallen,
In die Arme der Unendlichkeit. -

Seid gesegnet, goldne Kinderträume,
Ihr verbargt des Lebens Armut mir,
Ihr erzogt des Herzens gute Keime,
Was ich nie erringe, schenktet ihr!
O Natur! an deiner Schönheit Lichte,
Ohne Müh und Zwang entfalteten
Sich der Liebe königliche Früchte,
Wie die Ernten in Arkadien.

Tot ist nun, die mich erzog und stillte,
Tot ist nun die jugendliche Welt,
Diese Brust, die einst ein Himmel füllte,
Tot und dürftig, wie ein Stoppelfeld;
Ach! es singt der Frühling meinen Sorgen
Noch, wie einst, ein freundlich tröstend Lied,
Aber hin ist meines Lebens Morgen,
Meines Herzens Frühling ist verblüht.

Ewig muß die liebste Liebe darben,
Was wir lieben, ist ein Schatten nur,
Da der Jugend goldne Träume starben,
Starb für mich die freundliche Natur;
Das erfuhrst du nicht in frohen Tagen,
Daß so ferne dir die Heimat liegt,
Armes Herz, du wirst sie nie erfragen,
Wenn dir nicht ein Traum von ihr genügt.


(* 20.03.1770, † 07.06.1843)

Dienstag, 18. Februar 2020

Demokratie und Besserwisser

Mir fallen immer wieder diese klugscheisernden Interviews von Hochschulprofessoren auf, die dem gemeinen Volk erklären wollen, wie doch Demokratie zu funktionieren habe. Aus ihrer besserwisserischen Komfortzone heraus, aus einer abgesicherten Akademikerperspektive. Dass sie sich oft auch noch als Politikwissenschaftler oder Philosophiedozenten demaskieren, erzeugt mehr Misstrauen als das es Vertrauen in die Demokratie erzeugt. Kam es diesen Leuten auch mal in den Sinn, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen gesellschaftlicher Verteilung von Ressourcen und Demokratie? Dass derjenige, der täglich um das Überleben in dieser Gesellschaft kämpfen muss, keine Zeit für hochwohlgeborene Ideen wie die der Demokratie hat? 
Dass das demokratische Prinzip jeden Tag durchschossen wird von der Politik auf allen Ebenen, - bis hinunter in die Kommunalpolitik? Bürger, wahre Bürger, die sich einsetzen und beteiligen? Wo seid ihr? Ob so etwas auch von gewissen anderen Faktoren abhängt? Ja klar, die Phrase kommt unweigerlich: Die Demokratie sei derzeit bedroht und man müsse sich nun bekennen. Für zu viele Leute sei so etwas wie Demokratie selbstverständlich geworden. Sich angesichts dessen bekennen zu diesen besserwisserischen akademisch geweihten Arschlöchern? Diese Professoren sollen Demokratie mal den einfachen Leuten erklären und nahe bringen, und nicht nur ihren Studenten auf universitären Seminaren. Und sie sollten etwas gegen die Ignoranz des politischen Systems unternehmen. Kommt es solchen Besserwissern in den Sinn, wie die Erde unter anderem durch anhaltende Buschfeuer und profitgeile Konzerne gerade untergeht?

Samstag, 15. Februar 2020

Gekungel

Ich bin einigermaßen entsetzt, ob der Ahnungslosigkeit des führenden Polit-Personals. Sicher, das Image von Deutschland scheint gut: Die Flüchtlingsströme zeigen in unsere Richtung, nach Deutschland. Doch könnte nicht alles noch besser sein? Und nicht nur für bestimmte Kreise, die sich gerne mal als „gehobenen Mittelstand“ dieses Landes bezeichnen? Was macht unter anderem die Bildung, der Verkehr, der Wohnungsmarkt, die Alten- und Krankenpflege? Ist da Deutschland wirklich solch einsame Spitze, wie es bestimmte Wirtschaftskreise dauernd beschwören? Und würde zu einer solchen Spitzenposition nicht auch eine gerechtere und ausgeglichenere Einkommensverteilung gehören? Und jetzt? Nachdem der EU-Kommissionspräsident nach einer Art von Scheinwahl in Form einer Frau als Kompromisskandidatin ausgemauschelt wurde, soll nun, - offiziell: damit es schneller geht – das Führungspersonal einer Partei wieder hinter geschlossenen Türen ausgekungelt werden. Was bedeutet denn die Ankündigung des einflussreichen Parteiestablishments, dass „Gespräche“ geführt würden, anderes? Anschließendes Abnicken und Absegnen der Parteigranden in Präsidien aller Art? Es geht darum, an der Macht zu bleiben…. Das tut weh!!! Ist das die Weiterentwicklung unserer Demokratie?

Freitag, 14. Februar 2020

Auf Erden gehest du (Friedrich Rückert, geb 1788)

                   Auf Erden gehest du


Auf Erden gehest du und bist der Erde Geist;
Die Erd erkennt dich nicht, die dich mit Blüten preist.

Auf Sonnen stehest du und bist der Sonne Geist;
Die Sonn erkennt dich nicht, die dich mit Strahlen preist.

Im Winde wehest du und bist der Lüfte Geist;
Die Luft erkennt dich nicht, die dich mit Atmen preist.

Auf Wassern gehest du und bist des Wassers Geist;
Das Wasser kennt dich nicht, das dich mit Rauschen preist.

Im Herzen stehest du und bist der Liebe Geist;
Und dich erkennt das Herz, das dich mit Liebe preist.

Donnerstag, 13. Februar 2020

Geld regiert die Welt

Geld regiert die Welt. Doch wie entsteht Geld? Eine Aussage darüber habe ich neulich gefunden, ist mir untergekommen: Banken (vor allem Privatbanken) erschaffen es, indem sie Geld verleihen. Irgendjemand will Geld leihen. Also geht er zu seiner Bank. Diese schätzt ihn ein und erhebt dazu Fakten, ob dieser jemand die Summe jemals wird zurück zahlen können. Wenn diese „Beurteilung“ positiv ausfällt, kriegt dieser „Jemand“ sein Geld. Es wird also erschaffen. Also wird alles Geld aus Schulden erschaffen. Die Banken haben sich selbst das Geld bei der Zentralbank dazu geliehen, selbstverständlich zu einem niedrigeren Zins, bei Zentralbanken. Damit die Wirtschaft funktioniert, muss immer wieder Geld verliehen werden. Sonst gibt es eine Rezession. Die Banken müssen also immer mehr Geld verleihen, damit die Wirtschaft läuft. Ohne Schulden gibt es kein Geld.

Mittwoch, 12. Februar 2020

Djuna (Text für Djuna Barnes, etwa 1987)


DJUNA

Du sagst, Djuna, und schreibst, Djuna, was man bei Tag nicht denkt
du spielst mit Schatten, malst den Schrecken, formst daraus unser Bild
deine Augen sehen, durchdringen das Dunkel, so viel was sich uns verbirgt
du findest Worte, baust damit Sätze, die Vision der Nacht in uns

rote Lippen, rote Haare
du suchst die Liebe in der Dämmerung des Schlafs
rote Lippen, rote Haare
du suchst die Liebe in einem fremden Land

Du versuchst, Djuna, die Welt einzufangen, schickst sie als Flaschenpost an uns
fällst aus dir, tauchst in die Tiefe, holst die Schätze uns herauf

rote Lippen, rote Haare
du suchst die Liebe in der Dämmerung des Schlafs
rote Lippen, rote Haare
du suchst die Liebe in einem fremden Land

Haus ohne Adresse, Straße keiner Stadt
Kind ohne Namen, spielt Alltagstheater
wir gehen rückwärts, als Schlafwandler
durch tausend Augen seh' ich dich

Ich traf dich im Mai, Djuna, du sagst, du seist längst gestorben
dein Flüstern, Djuna, an unserem Ohr, verhilft einem Baron zu ewigem Leben
ein Fakir der Ängste, eine wahre Lüge, so stellst du dem Doktor die Diagnose
ein Nachtfalter, mit selt'nen Farben, so fliegst du durch unseren Traum

rote Lippen, rote Haare
hinter den Fenstern wartet Lachen auf dich
rote Lippen, rote Haare
hinter den Gesichtern wartet Nacht auf dich

Haus ohne Adresse, Straße keiner Stadt
Kind ohne Namen, spielt Alltagstheater
wir gehen rückwärts, als Schlafwandler
durch tausend Augen seh' ich dich

Dienstag, 11. Februar 2020

Reize


Damen (jawohl, die Männer legen auf diesem Feld erst langsam nach…) räkeln sich reizvoll (un-) bekleidet auf dem Nichts und legen ihr gewinnendstes Lächeln mit dem rotesten Lippenrot auf….. scheinbar ein Mensch gewordenes Versprechen, sie scheinen „Komm her...“ zu locken und sich dann doch im letzten Moment in Papier aufzulösen….und zuvor noch schnell etwas „verkaufen“…. Es ist ein Reiz, den man (zumindest derzeit) noch insgesamt gut „verkaufen“ kann, in Zeiten der Virtual Reality und des schnellen Sex könnte sich das ändern….. Egal, das Emotionale verliert.. es kann auf diesem Parkett keine Rolle mehr spielen, es ist kein schneller Reiz, kein Kick….

Samstag, 8. Februar 2020

New Rising (Die einen, die andern...) (Songtext)


Die einen, die andern (New Rising)

Party, Vergessen, Verdrängen, - Fortschweben
Party, Vergessen, Verdrängen, - Fortschweben

Die einen betreiben Schmierendienst zwischen Schenkeln
die andern treibt es zurück ins Kloster
die einen flüchten dringend ins Theater,
die andern saufen sich den Ballermann
die einen klettern Wände rauf und runter
die andern springen keck von Klippen
die einen wollen unbedingt fliegen,
die andern kommen schon mal ins Trudeln
die einen gehen auf den Fußballplatz
die andern in den Spielsalon
die einen zieht's in fremde Länder... nah
die andern in die hintere Sakristei.... Mongolei
die einen treiben Ausgleichssport... auf Leistung
die andern gleiten per Anhalter durch die Galaxie
die einen fahren goldene Autos mit güldenen Felgen
die andern treiben den Ochsenwagen

Die einen gehen zum Psychiater
die andern in den Imbissladen

Party, Vergessen, Verdrängen, - Fortschweben
Party, Vergessen, Verdrängen, - Fortschweben
Fliehen – Abhaun – Vergessen
Fliehen – Abhaun – Vergessen

Die einen fallen aus der Zeit,
die andern wollen mit ihr gehen
die einen spielen Komödien, denen sie so recht nicht trauen
die andern glauben ans Kasperletheater
die einen geloben dem Papst ihre Treue
die anderen setzen ihrer Wahrheit den Turban auf
die einen loben die Wonnen des Fleißes als Gestalter
die andern haben keinen Job
und tun lieber so als ob

Fliehen – Abhaun – Vergessen
Fliehen – Abhaun – Vergessen
Fliehen – Abhaun – Vergessen
Fliehen – Abhaun – Vergessen - Fortschweben

im Horizont untergehen oder ihn sich erobern
in die hintere Sakristei, Mongolei, Litanei
in der Fremde muss es sein,
was sie in der Nähe nicht bemerken

Freitag, 7. Februar 2020

Valerie (1)


Hier ist der erste Abschnitt aus einem zufällig gefundenen Roman von mir, der etwa von 1979 stammen könnte und den ich in ausgewählten Abschnitten fortsetzen werde. Die folgenden Zeilen kreisen um einen Bewusstseinszustand, den ich kenne und der einen gelegentlich beeindruckt: 

Der Tunnel schien endlos lang, das fahle Licht gab ausreichend Orientierung, doch er hatte Schwierigkeiten, den Wagen auf Kurs zu halten, denn er war die Nacht hindurch gefahren und hatte Schwierigkeiten, die Augen offen zu halten. Die nächste Raststätte wollte er unbedingt dazu nutzen, sich etwas zu waschen und vielleicht einen Kaffee zu trinken. Mittlerweile war er schon so weit, dass er sich selbst beim Fahren zusah, er war zur reinen Mechanik geworden. Die Daten, die von außen kamen, ordneten sich automatisch im Hirn und kamen als Befehle wieder zurück in den Körper, der sie wie in Trance ausführte: Gas weg, zurück schalten, Blinklicht rechts, links, umschauen, Fernlicht, Abblendlicht…. Ansonsten Leere, die quälenden Gedanken waren dickflüssig geworden und allmählich ganz weg geblieben. Sie hatten einem eher körperlichen Unwohlsein Platz gemacht, einer Erschöpfung, die, das ahnte er, gefährlich werden konnte.
Seine Hände schalteten in den dritten und zweiten Gang und er bog ab in Richtung Raststätte. Der Wagen rollte aus und im selben Moment überkam ihn die Müdigkeit, die ihn nicht mehr aus dem Wagen steigen ließ. Gleichgültig glitt er in den Schlaf……. 

Donnerstag, 6. Februar 2020

Naturkost

Man solle sich doch endlich einen Tesla kaufen, so tönt es aus meiner Umgebung. Mag sein, - aber wie? Besonders gut situierte Akademiker tun sich offenbar bei solchen Empfehlungen hervor. Klar, sie blicken alles und erklären es uns. Sie sind im Vergleich zu uns auch gut abgesichert, nicht nur im Alter.... Jetzt aber zurück zu uns selbst: Die Kohle? Man kann es sich nicht leisten. Basta. Man ist sozial abgehängt aus diesem Problemkreis. Man hat nichts zu entscheiden. Man solle gefälligst im Naturkostladen einkaufen, heißt es. Nun ja, möglicherweise gilt hier dasselbe. Nachhaltig, ökologisch? Schlechtes Gewissen? Anscheinend muss man es sich leisten können, ökologisch gut zu sein. Gewisse Produkte auswählen,...usw. Nicht mehr fliegen, - muss man sich auch leisten können. Denn es setzt ja voraus, dass man in der Vergangenheit viel geflogen ist. Auf der einen Seite existiert möglicherweise ein guter Wille. Auf der anderen Seite scheint oft das Engagement (besonders „der Politik“ gegenüber) zu fehlen, Strukturen ändern zu wollen. Wieso kann man wählen? Gibt es Personenkreise, die freier wählen können als andere? Wieso gibt es inkorrekte Produkte in dieser ach so freien Marktwirtschaft? Nein, nein, „der Staat“ soll nicht Vormund sein! Aber an vielen anderen Stellen greift er auch ein zugunsten gewisser Strukturen.... Der eine kann es sich leisten, der andere nicht....ob das Ökologische auch eine soziale Frage ist?

Mittwoch, 5. Februar 2020

Profitable Tierliebe

Vielleicht gibt es bald keine Menschen mehr, so wie wir sie jetzt kennen. Der Mensch erfindet, sorry, züchtet sich gerade selbst neu. Dazu passt, dass die Neuzüchtung seiner Haustiere auch schon in vollem Gange ist. Sie sollen möglichst pflegeleicht sein, sich regelmäßig waschen oder in die Waschanlage finden, sie dürfen bloß keine Allergie mehr auslösen und Hunde sollen nicht mehr haaren. Natürlich wird ihnen die zum Wetter oder den Ansprüchen ihrer Halter passende Kleidung verpasst, große Kleidungskonzerne bieten die einschlägigen Artikel jetzt schon an. Die Vermenschlichung des Tieres hat längst begonnen und diese Lebewesen können sich nicht wehren. Ganze Hunderassen werden auf „niedlich“ getrimmt, egal, ob ihnen das schweren Schaden zufügt (das ist sogar auf öffentlichen TV-Sendern oft zu hören und zu sehen...). Katzen, die nicht mehr mausen: Ein Traum für manche Katzenbesitzer! Staubfrei soll sie auch sein! Und nicht überall hin scheisen! Aber ihre Halter glauben selbstverständlich, sie selbst seien „natürlich“ und „grün“ gesinnt. 22 % der Gesamtbevölkerung in Deutschland sollen Katzen halten. 18 % aller Haushalte Hunde. Mächtige Wirtschaftszweige scheinen davon profitieren zu wollen. Der Umsatz dieses Wirtschaftszweigs soll jetzt schon dem des deutschen Buchhandels entsprechen. An der Tierliebe verdienen!, so heißt offenbar die Maxime in dieser Branche.

Dienstag, 4. Februar 2020

Dada (2)

Mir kam relativ oft das Thema „Performance“ unter, das ja irgendwie auch mit Dada zu tun hatte. Es geht und ging dabei scheinbar auch um einen Zustand absoluter Konzentration in Kombination mit absolutem „Gehenlassen“. Wie geht das zusammen? Eine Voraussetzung dafür scheint das Heraustreten aus einer „Komfortzone“ zu sein, also das Heraustreten aus dem, was wir kennen und was uns behagt, in dem wir uns eingerichtet haben. Vielleicht strebt eine „Performance“ so etwas wie einen Rauschzustand an. Die sogenannten Dadaisten trafen sich nach ihrem Cabaret-Voltaire-Abenteuer in Zürich nun in Paris, um sich mit den Surrealisten zu umgeben. Andre Bréton, Francis Picabia oder Tristan Tzara mögen Namen aus dieser Szene sein. Die Surrealisten vermuteten so etwas wie Erlösung oft in sich selbst, im Unbewussten und weniger, wie von einigen Dadaisten so gepflegt, in mystischen Zusammenhängen. Der Wille zum Schock und das Anzapfen geheimer Triebe und überhaupt: des archaischen Unbewussten mögen eine gewisse Gemeinsamkeiten signalisiert haben: was blieb, war der konstruktive Konflikt. Die Kanalisierung in eine Idiologie war bei diesen Leuten nicht möglich, geschlossene Weltbilder wurden ohnehin verabscheut. Nach dem Krieg traf man sich am Black Mountain College in North Carolina und war sich in Aktionen einig, bei denen unter anderem auch der große Musiker John Cage und der Maler Robert Rauschenberg mitmachten. Cage wandte sich später fernöstlichem Gedankengut wie dem Zen-Buddhismus zu. Rauschenberg war ein Liebling der Pop-Art-Szene. Seine Werke hängen heutzutage hochdekoriert und -bezahlt in den angesehensten Museen der Welt. Man veranstaltete damals gemeinsame „Untitled Events“, bei denen verschiedene Kunst verschiedener Herkunft gleichzeitig aufgeführt wurde.

Montag, 3. Februar 2020

Dada (1)

Dies entspringt aus Aufzeichnungen, die ich mir irgendwann gemacht habe, wohl auch mit dem Hintergedanken, dass sie sehr viel mit meinem eigenen Tun zu tun hätten. Es geht um Dadaismus und eine seiner Keimzellen, das Cabaret Voltaire in Zürich des Jahres 1916. Es geht ja damals um Zertrümmerung der Sprache und all der an sie gehefteten Erwartungen und Konnotationen. Man wollte und sollte dies unter Verlassen einer persönlichen Komfortzone im Cabaret Voltaire vollziehen. (Heute ist das ja so, dass niemanden mehr zu interessieren scheint, wer wann und wie irgendeine Komfortzone verlässt oder ob irgendjemand irgendetwas verstanden hat. Was zählt, ist der Kick. Doch zurück: Dies „Cabaret Voltaire“ war in ironischer Verwendung eines Namens aus der Aufklärung ein Treffpunkt von Flüchtlingen und einer Klasse von Leute, die eine Art kreativer Explosion und dadurch einen Selbstfindungsprozess erleben wollten. Vor allem aber ging man als Mann dorthin, um sich zu betrinken und schöne Frauen zu sehen. Die Leute auf der Bühne veranstalteten das, was man später Happening nannte. Man trug beispielsweise Texte von Rimbaud oder Apollinaire vor, die man listig unterwanderte, denen man funkelnde eigene Bedeutungen mitgab (die aber sofort wieder zerstört wurden). Man trug Lautgedichte und Simultangedichte vor, man behandelte Sprache als Material, das man nach Belieben verfremden und mit allerlei Techniken verzerren konnte. Mit dem man spielen konnte. In das man die Improvisation und den Zufall mit einbeziehen konnte. Was man anstrebte, war eine Art kreativer Rausch, eine Ekstase, der den Wahnsinn der Zeit aus den Köpfen vertrieb. Nun kam der Name hinzu, der aus einer Kinderwelt zu stammen schien, der das Sinn verlieren zur Methode machte, indem Verschiedenes durcheinander geschüttelt und indem Provokationen erzeugt wurden. Namen? Hugo Ball, Richard Huelsenbeck u.a.

Samstag, 1. Februar 2020

Macht heute

Wenn ich mich in der gerade herrschenden Politikszene umschaue, beschleichen mich einige düstere Gedanken: und der wichtigste ist der, ob denn nicht die Macht an sich eine Bedürfnis nach mehr Macht erzeugt. Ob denn nicht eine ganze Sphäre, ein Milieu der Macht sich verselbständigen und eigenen Gesetzmäßigkeiten folgen kann? Mir scheint, dass auch im demokratischen Raum solche Mechanismen greifen. In den vielen totalitär geprägten sowieso. Da scheint es Potentaten zu geben, die mit ihrer Macht und ihren Einflussmöglichkeiten das Leben der Menschen möglichst total prägen und bestimmen wollen. Da wird überwacht, entdeckt, geschlagen, verboten, abgeführt und in schäbigen eingekerkert, auf moderne Art, nach Art einer „gelenkten Demokratie“ oder einer illiberalen Demokratie. Dem „Volk“ (was ist das heute in dieser Totalität?) wird vorgemacht, dass diese Verhältnisse ihm nützten. Die Erziehung zur Unterwerfung unter die Interessen „des Staates“ lassen die Menschen in Massen solche Verhältnis übernehmen und sie bejubeln. Kurzfristige Vorteile und Showeffekte aller Art (Machtdemonstrationen!) scheinen ihnen recht zu geben. Sie, die Wenigen“ spielen den Vielen das vor, was diese gerne wären. Dass dies immer wieder aufgeht, kann beunruhigen und sollte in einigermaßen demokratisch sich verstehenden Staaten ein Umdenken hervor bringen und Lerneffekte erzeugen: nämlich, dass gewisse Autoritäten hinterfragt werden, dass wir alle „der Staat“ sein könnten und dass die Nation eine Fiktion aus dem 19. Jahrhundert ist. Im heutigen Zeitalter sollte der sogenannten „Globalisierung“ das Bewusstsein „One World“ entgegen gesetzt werden, nämlich, dass wir alle Menschen auf einem einzigen Planeten sind, den es zu erhalten gilt.