Es wird jetzt offenbar jemand
gesucht, der „auf den Tisch haut“. Der „Führungsstärke“
demonstriert. Ein "Er", ein Mann. Die Menschen wollen Orientierung und sich an jemandem
ausrichten. Ob das in Richtung eines Führerprinzips führt, das dem
Einzeln gar nichts zutraut und für ihn scheinbar alles (das Totale)
übernimmt, soll dahingestellt werden. In der Sphäre der Wirtschaft
jedenfalls scheint ein solches Vorgehen angesagt: es gilt, was der
Boss sagt. Das wird dann hierarchisch von oben nach unten durchgesetzt.
Effektivität scheint auf eine solche Art gesichert, Mitbestimmung
weniger. Nicht nur die aktuellen Vorgänge und die Sprüche, die dazu
(besonders von Politikern, aber auch von Journalisten) geklopft
werden, scheinen das nahe zu legen. Demokratie und die Notwendigkeit,
sich zwischen Alternativen zu entscheiden, scheint das Gros der
Menschen zu überfordern. „Durchsetzen“ scheint die Devise, die
diesem Bedürfnis entspricht.
Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
Dienstag, 10. März 2020
Montag, 9. März 2020
Sonntag, 8. März 2020
Experten- und Spezialwissen
Die Lage ist unübersichtlich
geworden, da müssen Experten her, die auf einem bestimmten Gebiet noch
durchblicken. Besonders die TVProgramme rufen zu allem und jedem
Experten auf und vertrauen in das Vertrauen, das dem sogenannten Spezialwissen entgegen gebracht wird. Ob die Unterscheidung zwischen
den ach so rationalen Experten und dem „gewöhnlichen“ Bürger
berechtigt ist? Ob das nicht in irgendeine Beziehung zu einem
„Gemeinwesen“ gestellt werden sollte? Zur „Rationalität von
Experten“ gibt es immerhin eine Studie. Auch der Blick in den
Alltag kann hier aufschlussreich sein. Hier gibt es oft
Entscheidungen der „Funktionseliten“, die an ihrer Rationalität
zweifeln lassen. Vergleicht man also die Entscheidungen von
Funktionseliten mit entsprechenden Meinungsumfragen der Bevölkerung,
so wird schnell klar, dass die Bürger zumeist keineswegs das Maß an
politischer Dummheit aufweisen, das demjenigen entspricht, das den
Funktionseliten eigen ist. Es stellt sich heraus, dass Experten auch
nur Menschen sind. Sie zeigen offenbar dieselben kognitiven Fehler
wie „normale“ Bürger. Experten neigen aber angesichts ihrer
falschen Aussagen zu ausgefeilten Rechtfertigungen und wollen
wortreich erklären, dass sie so recht eigentlich ziemlich richtig
gelegen hätten.
Samstag, 7. März 2020
Schein (2)
Grinsende
Lächler überall in den Medien. Wenn die Kamera ein wenig zu lange
drauf bleibt, wird die Maske sichtbar, die es bedeutet. Überall der
Schein. Die Maske. Das sich gegenseitig etwas vormachen. Die Wahrheit
hat es schwer. Die
Wahrhaftigkeit…? Die
Gesichtsoperationen derer, die es sich leisten können. Die
Ganzkörperoperationen, und die kleinen Mäuschen aus dem Solarium,
die sich besser fühlen, wenn sie ihr ganzes Geld auch dafür
ausgeben. Die „einfach mehr Selbstbewusstein“ haben. Die beim
Schein mit dabei sind, zum Schein. Die gute Laune der beautiful
people als Maskerade. Das absurde Spiel der elektronischen Medien und
das ,was sie den Menschen antun. Alles, was wir wissen, wissen wir
aus den Medien (Niklas Luhmann) Unterhaltung als Verdummungsmaschine.
Als Suchtmittel für die Dummen. Als Überhöhung und gleichzeitig
Verkehrung der Realität. Erpressung durch die Globalisierung. Ob das
zu einer neuen Fremdenfeindlichkeit führt?
Freitag, 6. März 2020
Rat Race und Hamsterrad (Text)
RAT RACE UND HAMSTERRAD
Du
wirfst einen Blick in letzte Welten
was
bleibt, ist ein matter Glanz
die
Ahnung einer Ahnung
der
Abspann einer Kadenz
da
sind noch so viele drin und machen ein ratloses Gesicht
Dir
bleibt die Aussicht auf ein graues Nichts
sie
graben, sie blähen, sie ackern
Rat
Race Hamsterrad
sie
verdienen sich ihren Sinn und ihre Identität
sie
vertuschen sich in billigem Vollquatschmittel
sie
staunen über ungeheure Andere
auf
geht’s! Gequält und geprügelt in düstren Katakomben
in
Höllen der wohlfeilen Sünden und der käuflichen Moral
Du
wirfst einen Blick in letzte Welten
was
bleibt, ist matter Glanz
Donnerstag, 5. März 2020
Schein
Das
ganze Schlüsselgeschehen in meinem Schlüsselbund scheint sich immer
mehr abzuwetzen und offenbart jetzt ein ganz anderes Metall, als nach
außen vorgetäuscht. Ich schließe das aus der Farbe, die zum
Vorschein kommt. Im Supermarkt ist kein Preisschild an dem Artikel,
für den ausgerechnet ich mich interessiere. Keine Möglichkeit zur
Beschwerde. Die Mitarbeiter sind selbst ausgebeutet und arbeiten für
ein Mini-Gehalt: an sie kann ich mich kaum wenden. In Brüssel
kandidieren Kandidaten, die nach der Wahl keine Rolle mehr spielen
und abserviert werden. Stattdessen kommt eine mit Hilfe der Granden in den
Hinterzimmern und Regierungschefs ausgekungelte Kandidatin zum
Zuge, die hierzulande mehrfach abgewirtschaftet hat und offenbar
wegen Unregelmäßigkeiten einem Untersuchungsausschuss ausgesetzt
ist. Nachrichtensprecherinnen lächeln gar lieblich und offenbaren,
kaum dass die Kamera zu spät abschwenkt, ein außerordentlich
bedenklich ernstes Gesicht. Ob im Frühstücksfernsehen die gute Laune auch
eine hohle Geste ist? Überall scheint die Pose zu zählen. Das bringt Unsicherheit.
Mittwoch, 4. März 2020
Dienstag, 3. März 2020
Hinweis
Meine Bandcampseite (Meine Musik):
https://buranmann.bandcamp.com/
Ich glaube, dass Sprache mittlerweile durch einen zweifelhaften Gebrauch (Fake News, PR-Sprech, Politik) völlig diskreditiert ist, dass es nichts als eine Konvention ist, wenn Sprache in braven Versen zum Einsatz kommt. Dagegen setze ich in meiner Musik oft Wortfetzen und menschliche Äußerungen (Sport, Kopulation, Rülpsen, Furzen usw.), die sonst kaum zu hören sind…., fühle auch intensive Verwandtschaften zu Dada…...
https://buranmann.bandcamp.com/
Ich glaube, dass Sprache mittlerweile durch einen zweifelhaften Gebrauch (Fake News, PR-Sprech, Politik) völlig diskreditiert ist, dass es nichts als eine Konvention ist, wenn Sprache in braven Versen zum Einsatz kommt. Dagegen setze ich in meiner Musik oft Wortfetzen und menschliche Äußerungen (Sport, Kopulation, Rülpsen, Furzen usw.), die sonst kaum zu hören sind…., fühle auch intensive Verwandtschaften zu Dada…...
Montag, 2. März 2020
Zeit spielt mit Alter
DIES IST EIN TEXT, DEN ICH VOR FAST ZWEI JAHRZEHNTEN AUFGESCHRIEBEN HABE. ER TRÄGT VIEL ZEITGEIST, STRAHLT ABER AUCH BESTÜRZENDE AKTUALITÄT AUS:
Du
wunderst dich. Wie geht das? Alle beklagen sich, dass es ihnen
finanziell schlecht geht. Alle müssen tiefe Einschnitte hinnehmen.
Niemand hat Geld, alle haben Angst. Und draußen fahren die dicken
Limousinen, denen du nachschaust und deren Wert deinen kompletten
Lebensabend sichern könnten. Denn: alle sollen ja jetzt an ihre
private Absicherung denken. Gleichzeitig werden Arbeitsplätze
abgebaut, es gibt immer weniger Geld, was dafür eingesetzt werden
könnte. Viele haben reichlich damit zu tun, ihre Existenz von Tag
zu Tag abzusichern. Wie soll man das an konstruktive Altersvorsorge
denken? Die Regierung besteuert offenbar Betriebsrenten zusätzlich, um Geld
für die Krankenversicherung zu haben. Die Mindestverzinsungen für
Lebens- und Rentenversicherungen werden gesenkt. Ist eine
Rentenversicherung da noch eine reale Möglichkeit?
Die
Reichen tragen ihren Reichtum immer hemmungs- und schamloser zur
Schau und werden dafür vom darbenden Volk beklatscht. Die Leute
träumen sich hinein in eine bessere Existenz,in diejenigen, die
Glück gehabt haben. In diejenigen, die etwas besonders gut können.
Wie Michael Schumacher, der gut Auto fahren kann. Brot und Spiele.
Arrogante Gesichter, wie jenes von Boris Becker, werden angebetet.
Die absurde Personifizierung des Leistungsprinzips. Oder Verona
Feldbusch. Die groteske Verneinung des Leistungsprinzips. Werden
Nobelpreisträger angebetet, Personen, die in Entwicklungsländern
Dienst am Menschen tun, die helfen und Erfahrungen weitergeben?
Menschen, die etwas zu sagen haben, die Charakter haben? Es werden
Charakterdarsteller, Schauspieler, wie sie zu Massen in den
Talkrunden sitzen, angebetet. Der Schein regiert absolut, während
die Realität immer mehr durch die Fugen und Ritzen drängt.
Von
Politikern, die nie einen Gedanken an ihre Altersvorsorge verschwenden
müssen, wird uns mit ernstem Augenaufschlag gesagt, dass kein Geld
mehr für die Rente da ist. Dass es nix mehr zu verteilen gibt. Dass
alle den Gürtel enger schnallen müssen. Desgleichen von
Vorstandsvorsitzenden, die sich gerade eben, in den schlechtesten
Zeiten, die Aufbesserung ihres Salärs um lächerliche 50 und mehr
Prozent selbst genehmigt haben und völlig davon überzeugt sind,
dass sie das 500fache eines Facharbeiters verdienen müssen, weil sie
ja so viel wert sind, weil das, was sie tun, so viel wert ist.
Logisch, denn sie haben ja auch mehr Verantwortung. Die
Verantwortung, an Intrigen von Ihresgleichen und ihren eigenen
Profilierungsneurosen scheitern und dann eine dicke Abfindung
kassieren zu müssen. Draußen zu stehen, und sich dann mit ein paar
lumpigen Aufsichtsratsposten über Wasser halten zu müssen. Diese
Gesichter sind ja so aussagekräftig. Die besserwisserische Arroganz ist
einen tief eingraviert.Die Tonangeber. Die Dirigenten. Einer muss ja
führen, o heißt es im Volksmund, - sonst passiert nie etwas. Sie
sind ja nur aufgrund ihrer Rücksichtslosigkeit ganz nach oben
gekommen, Sie haben das Karrierespiel besser als andere gespielt.
Dies ist ein System, das die Raffgier und die Rücksichtslosigkeit
planmäßig fördert und es aus dem Menschen herauskitzelt.
Sonntag, 1. März 2020
Samstag, 29. Februar 2020
Klares Wasser (Text)
KLARES
WASSER
Suche:
nach dem klaren Wasser
aus dem ich trinken kann
in dem ich den Grund sehen
kann
eintauchen, einsinken...
mich treiben lassen
ohne Angst
dies Wasser,
das mich trägt
ohne Fragen
das wirklich ist
weil ich es fühlen,
trinken,
hören, sehen kann.......
Wo?
(in grauer Vorzeit von mir geschrieben...)
Freitag, 28. Februar 2020
Valerie (2)
(Fortsetzung vom 7.2.)
Der
Kaffee schmeckte eigentlich wie immer, hatte nichts Spezifisches und
war nicht so heiß, wie er erhofft hatte. Es lag eine Art
langweiliger Betriebsamkeit, eine hektische Geruhsamkeit über dem
Raum, der- frisch gelüftet – sich nun wieder langsam mit
Zigarettenqualm füllte. Draußen
verdichtete sich der Qualm der vorbei fahrenden Fahrzeuge zu einem
anhaltenden, auf- und abschwellenden, seine Farbe und Höhe
wechselnden Dauerton, der Und wenn man in die Glasfront sah, glänzte
einem der Betonstreifen der Autobahn, der bis zum Horizont reichte,
entgegen. Die Wiesen links und rechts dieses Silberbandes scheinen
als brachliegende Flächen verwildert. Offensichtlich
waren
sie sich selbst überlassen und es hatten
sich auf ihnen nur besonders widerstandsfähige
Pflanzen halten können. Vielleicht
hatte der Boden nicht mehr her gegeben, oder war die Luft zu
schlecht? Es hatte außerdem schon lange nicht mehr geregnet. Das
kleine Bachbett, das in der Ferne zu sehen war, füllte nur ein
jämmerliches Rinnsal. Er versuchte, sich einzureden, dass der Grund
für das Bild, das sich ihm heute morgen bot, der ausgebliebene Regen
sei. Er
glaubte aber, gut die Faktoren zu kennen, die dazu geführt hatten.
Doch was wusste man schon?
Donnerstag, 27. Februar 2020
Mittwoch, 26. Februar 2020
Dienstag, 25. Februar 2020
Hotline cooly
Schon erstaunlich, was wie und
auf welchem Wege inzwischen in die bundesdeutsche Wirklichkeit
eingewandert ist und dort als „normal“ gilt. Ich rufe eine
Hotline an, muss erst mal über meine Tastatur wählen, was ich (nach
Standardabfragen gestaffelt) will, muss dann erst mal von
easy-listening-Musik begleitet lange warten (meine Zeit!), bis
überhaupt jemand auf der anderen Seite reagiert. Diejenige oder
derjenige stellt sich dann aber als völlig inkompetent heraus und
kann auf jemand, der wie ich sich schon mit der Materie beschäftigt hat,
wenig ausreichend reagieren. Man solle sich wenden an, man solle den
und den anrufen, man solle…. ob diese Hotline nicht dafür
eingerichtet wurde, um mir zu helfen? Sie scheint völlig ungenügend und weitgehend nach Kriterien der Personalkosten besetzt zu sein. Gewisse Firmen
scheinen sich genau das leisten zu wollen, weil sie auf keinerlei
Protesteinstellung ihrer „Kunden“ setzen. Es wird hingenommen,
akzeptiert, es werden falsche Lösungen praktiziert, es wird versucht (während man auf indirekten Wege von gravierenden Frustrationen erfährt....), es wird sich
nicht gewehrt.
Montag, 24. Februar 2020
Sonntag, 23. Februar 2020
Wichtigs in Talkshows (und außerhalb...)
Im Bereich des Journalismus
scheint es gewisse „Stars“ und „Superstars“ zu geben,
Gesichter, die bevorzugt in Talkshows elektronischer Medien auftreten
und den dummen Zuschauer mit ihrer Allwissenheit überwältigen, die
ihm Zusammenhänge erklären sollen, was sie dann mit lächelnd wissendem Gesicht auch tun. Diese Journalisten scheint ein gewisses
Band des Einverständnisses mit Politikern und anderen Wichtigs zu
verbinden. Wenn sie kritische Fragen stellen, sind es meist jene, die
man von ihnen aufgrund ihres idiologischen Standpunkts auch erwartet
und auf die Politiker gerne eingehen, weil sie von ihren
Pressemenschen entsprechend vorbereitet und eingestellt sind. Auf
diese Weise inszenieren sich Spitzengesichter wie Popstars und es
entsteht, wie mir etliche Male gesagt wurde, der Eindruck einer
Inszenierung. Dazu passt auch, dass die Teilnehmer solcher
„Talkshows“ meist aller Alltagssorgen enthoben scheinen. Sie
kommunizieren insofern mit der Politik „auf Augenhöhe“, geben
oft die guten Kumpels und sind schon mal „auf Du“. Sie geben
gerne die Gewährsleute und Vermittler. Auf Parteitagen, so habe ich
mir berichten lassen, bitten die Parteigranden zu deren Schreibtische und
geben „wichtige“ Interviews.
Samstag, 22. Februar 2020
Freitag, 21. Februar 2020
Donnerstag, 20. Februar 2020
Mittwoch, 19. Februar 2020
An die Natur (Lyrik)
An die Natur
Da ich noch um deinen Schleier spielte,
Noch an dir, wie eine Blüte, hing,
Noch dein Herz in jedem Laute fühlte,
Der mein zärtlichbebend Herz umfing,
Da ich noch mit Glauben und mit Sehnen
Reich, wie du, vor deinem Bilde stand,
Eine Stelle noch für meine Tränen,
Eine Welt für meine Liebe fand,
Da zur Sonne noch mein Herz sich wandte,
Als vernähme seine Töne sie,
Und die Sterne seine Brüder nannte
Und den Frühling Gottes Melodie,
Da im Hauche, der den Hain bewegte,
Noch dein Geist, dein Geist der Freude sich
In des Herzens stiller Welle regte,
Da umfingen goldne Tage mich.
Wenn im Tale, wo der Quell mich kühlte,
Wo der jugendlichen Sträuche Grün
Um die stillen Felsenwände spielte
Und der Aether durch die Zweige schien,
Wenn ich da, von Blüten übergossen,
Still und trunken ihren Othem trank
Und zu mir, von Licht und Glanz umflossen,
Aus den Höhn die goldne Wolke sank -
Wenn ich fern auf nackter Heide wallte,
Wo aus dämmernder Geklüfte Schoß
Der Titanensang der Ströme schallte
Und die Nacht der Wolken mich umschloß,
Wenn der Sturm mit seinen Wetterwogen
Mir vorüber durch die Berge fuhr
Und des Himmels Flammen mich umflogen,
Da erschienst du, Seele der Natur!
Oft verlor ich da mit trunknen Tränen
Liebend, wie nach langer Irre sich
In den Ozean die Ströme sehnen,
Schöne Welt! in deiner Fülle mich;
Ach! da stürzt ich mit den Wesen allen
Freudig aus der Einsamkeit der Zeit,
Wie ein Pilger in des Vaters Hallen,
In die Arme der Unendlichkeit. -
Seid gesegnet, goldne Kinderträume,
Ihr verbargt des Lebens Armut mir,
Ihr erzogt des Herzens gute Keime,
Was ich nie erringe, schenktet ihr!
O Natur! an deiner Schönheit Lichte,
Ohne Müh und Zwang entfalteten
Sich der Liebe königliche Früchte,
Wie die Ernten in Arkadien.
Tot ist nun, die mich erzog und stillte,
Tot ist nun die jugendliche Welt,
Diese Brust, die einst ein Himmel füllte,
Tot und dürftig, wie ein Stoppelfeld;
Ach! es singt der Frühling meinen Sorgen
Noch, wie einst, ein freundlich tröstend Lied,
Aber hin ist meines Lebens Morgen,
Meines Herzens Frühling ist verblüht.
Ewig muß die liebste Liebe darben,
Was wir lieben, ist ein Schatten nur,
Da der Jugend goldne Träume starben,
Starb für mich die freundliche Natur;
Das erfuhrst du nicht in frohen Tagen,
Daß so ferne dir die Heimat liegt,
Armes Herz, du wirst sie nie erfragen,
Wenn dir nicht ein Traum von ihr genügt.
Friedrich Hölderlin
(* 20.03.1770, † 07.06.1843)
(* 20.03.1770, † 07.06.1843)
Dienstag, 18. Februar 2020
Demokratie und Besserwisser
Mir fallen immer wieder diese
klugscheisernden Interviews von Hochschulprofessoren auf, die dem
gemeinen Volk erklären wollen, wie doch Demokratie zu funktionieren
habe. Aus ihrer besserwisserischen Komfortzone heraus, aus einer abgesicherten Akademikerperspektive. Dass sie sich
oft auch noch als Politikwissenschaftler oder Philosophiedozenten
demaskieren, erzeugt mehr Misstrauen als das es Vertrauen in die
Demokratie erzeugt. Kam es diesen Leuten auch mal in den Sinn, dass
es einen Zusammenhang gibt zwischen gesellschaftlicher Verteilung von
Ressourcen und Demokratie? Dass derjenige, der täglich um das
Überleben in dieser Gesellschaft kämpfen muss, keine Zeit für
hochwohlgeborene Ideen wie die der Demokratie hat?
Dass das demokratische Prinzip jeden Tag durchschossen wird von der Politik auf allen Ebenen, - bis hinunter in die Kommunalpolitik? Bürger, wahre Bürger, die sich einsetzen und beteiligen? Wo seid ihr? Ob so etwas auch von gewissen anderen Faktoren abhängt? Ja klar, die Phrase kommt unweigerlich: Die Demokratie sei derzeit bedroht und man müsse sich nun bekennen. Für zu viele Leute sei so etwas wie Demokratie selbstverständlich geworden. Sich angesichts dessen bekennen zu diesen besserwisserischen akademisch geweihten Arschlöchern? Diese Professoren sollen Demokratie mal den einfachen Leuten erklären und nahe bringen, und nicht nur ihren Studenten auf universitären Seminaren. Und sie sollten etwas gegen die Ignoranz des politischen Systems unternehmen. Kommt es solchen Besserwissern in den Sinn, wie die Erde unter anderem durch anhaltende Buschfeuer und profitgeile Konzerne gerade untergeht?
Dass das demokratische Prinzip jeden Tag durchschossen wird von der Politik auf allen Ebenen, - bis hinunter in die Kommunalpolitik? Bürger, wahre Bürger, die sich einsetzen und beteiligen? Wo seid ihr? Ob so etwas auch von gewissen anderen Faktoren abhängt? Ja klar, die Phrase kommt unweigerlich: Die Demokratie sei derzeit bedroht und man müsse sich nun bekennen. Für zu viele Leute sei so etwas wie Demokratie selbstverständlich geworden. Sich angesichts dessen bekennen zu diesen besserwisserischen akademisch geweihten Arschlöchern? Diese Professoren sollen Demokratie mal den einfachen Leuten erklären und nahe bringen, und nicht nur ihren Studenten auf universitären Seminaren. Und sie sollten etwas gegen die Ignoranz des politischen Systems unternehmen. Kommt es solchen Besserwissern in den Sinn, wie die Erde unter anderem durch anhaltende Buschfeuer und profitgeile Konzerne gerade untergeht?
Montag, 17. Februar 2020
Sonntag, 16. Februar 2020
Samstag, 15. Februar 2020
Gekungel
Ich bin einigermaßen
entsetzt, ob der Ahnungslosigkeit des führenden Polit-Personals.
Sicher, das Image von Deutschland scheint gut: Die Flüchtlingsströme
zeigen in unsere Richtung, nach Deutschland. Doch könnte nicht alles noch besser sein? Und
nicht nur für bestimmte Kreise, die sich gerne mal als „gehobenen
Mittelstand“ dieses Landes bezeichnen? Was macht unter anderem die
Bildung, der Verkehr, der Wohnungsmarkt, die Alten- und Krankenpflege? Ist da Deutschland wirklich
solch einsame Spitze, wie es bestimmte Wirtschaftskreise dauernd
beschwören? Und würde zu einer solchen Spitzenposition nicht auch eine gerechtere und ausgeglichenere Einkommensverteilung gehören? Und jetzt? Nachdem der
EU-Kommissionspräsident nach einer Art von Scheinwahl in Form einer
Frau als Kompromisskandidatin ausgemauschelt wurde, soll nun, -
offiziell: damit es schneller geht – das Führungspersonal einer
Partei wieder hinter geschlossenen Türen ausgekungelt werden. Was
bedeutet denn die Ankündigung des einflussreichen
Parteiestablishments, dass „Gespräche“ geführt würden,
anderes? Anschließendes Abnicken und Absegnen der Parteigranden in Präsidien aller Art? Es
geht darum, an der Macht zu bleiben…. Das tut weh!!! Ist das die
Weiterentwicklung unserer Demokratie?
Freitag, 14. Februar 2020
Auf Erden gehest du (Friedrich Rückert, geb 1788)
Auf Erden gehest du
Auf Erden gehest du und bist der Erde Geist;
Die Erd erkennt dich nicht, die dich mit Blüten preist.
Auf Sonnen stehest du und bist der Sonne Geist;
Die Sonn erkennt dich nicht, die dich mit Strahlen preist.
Im Winde wehest du und bist der Lüfte Geist;
Die Luft erkennt dich nicht, die dich mit Atmen preist.
Auf Wassern gehest du und bist des Wassers Geist;
Das Wasser kennt dich nicht, das dich mit Rauschen preist.
Im Herzen stehest du und bist der Liebe Geist;
Und dich erkennt das Herz, das dich mit Liebe preist.
Donnerstag, 13. Februar 2020
Geld regiert die Welt
Geld regiert die Welt. Doch
wie entsteht Geld? Eine Aussage darüber habe ich neulich gefunden, ist mir untergekommen:
Banken (vor allem Privatbanken) erschaffen es, indem sie Geld
verleihen. Irgendjemand will Geld leihen. Also geht er zu seiner
Bank. Diese schätzt ihn ein und erhebt dazu Fakten, ob dieser jemand die
Summe jemals wird zurück zahlen können. Wenn diese „Beurteilung“ positiv
ausfällt, kriegt dieser „Jemand“ sein Geld. Es wird also erschaffen.
Also wird alles Geld aus Schulden erschaffen. Die Banken haben sich
selbst das Geld bei der Zentralbank dazu geliehen, selbstverständlich zu einem
niedrigeren Zins, bei Zentralbanken. Damit die Wirtschaft
funktioniert, muss immer wieder Geld verliehen werden. Sonst gibt es
eine Rezession. Die Banken müssen also immer mehr Geld verleihen,
damit die Wirtschaft läuft. Ohne Schulden gibt es kein Geld.
Mittwoch, 12. Februar 2020
Djuna (Text für Djuna Barnes, etwa 1987)
DJUNA
Du
sagst, Djuna, und schreibst, Djuna, was man bei Tag nicht denkt
du
spielst mit Schatten, malst den Schrecken, formst daraus unser Bild
deine
Augen sehen, durchdringen das Dunkel, so viel was sich uns verbirgt
du
findest Worte, baust damit Sätze, die Vision der Nacht in uns
rote
Lippen, rote Haare
du
suchst die Liebe in der Dämmerung des Schlafs
rote
Lippen, rote Haare
du
suchst die Liebe in einem fremden Land
Du
versuchst, Djuna, die Welt einzufangen, schickst sie als Flaschenpost
an uns
fällst
aus dir, tauchst in die Tiefe, holst die Schätze uns herauf
rote
Lippen, rote Haare
du
suchst die Liebe in der Dämmerung des Schlafs
rote
Lippen, rote Haare
du
suchst die Liebe in einem fremden Land
Haus
ohne Adresse, Straße keiner Stadt
Kind
ohne Namen, spielt Alltagstheater
wir
gehen rückwärts, als Schlafwandler
durch
tausend Augen seh' ich dich
Ich
traf dich im Mai, Djuna, du sagst, du seist längst gestorben
dein
Flüstern, Djuna, an unserem Ohr, verhilft einem Baron zu ewigem
Leben
ein
Fakir der Ängste, eine wahre Lüge, so stellst du dem Doktor die
Diagnose
ein
Nachtfalter, mit selt'nen Farben, so fliegst du durch unseren Traum
rote
Lippen, rote Haare
hinter
den Fenstern wartet Lachen auf dich
rote
Lippen, rote Haare
hinter
den Gesichtern wartet Nacht auf dich
Haus
ohne Adresse, Straße keiner Stadt
Kind
ohne Namen, spielt Alltagstheater
wir
gehen rückwärts, als Schlafwandler
durch
tausend Augen seh' ich dich
Dienstag, 11. Februar 2020
Reize
Damen (jawohl, die Männer
legen auf diesem Feld erst langsam nach…) räkeln sich reizvoll
(un-) bekleidet auf dem Nichts und legen ihr gewinnendstes Lächeln
mit dem rotesten Lippenrot auf….. scheinbar ein Mensch gewordenes
Versprechen, sie scheinen „Komm her...“ zu locken und sich dann
doch im letzten Moment in Papier aufzulösen….und zuvor noch
schnell etwas „verkaufen“…. Es ist ein Reiz, den man
(zumindest derzeit) noch insgesamt gut „verkaufen“ kann, in
Zeiten der Virtual Reality und des schnellen Sex könnte sich das
ändern….. Egal, das Emotionale verliert.. es kann auf diesem
Parkett keine Rolle mehr spielen, es ist kein schneller Reiz, kein
Kick….
Montag, 10. Februar 2020
Sonntag, 9. Februar 2020
Samstag, 8. Februar 2020
New Rising (Die einen, die andern...) (Songtext)
Die einen, die andern
(New Rising)
Party, Vergessen,
Verdrängen, - Fortschweben
Party, Vergessen,
Verdrängen, - Fortschweben
Die einen betreiben
Schmierendienst zwischen Schenkeln
die andern treibt es zurück
ins Kloster
die einen flüchten dringend
ins Theater,
die andern saufen sich den
Ballermann
die einen klettern Wände rauf
und runter
die andern springen keck von
Klippen
die einen wollen unbedingt
fliegen,
die andern kommen schon mal
ins Trudeln
die einen gehen auf den
Fußballplatz
die andern in den Spielsalon
die einen zieht's in fremde
Länder... nah
die andern in die hintere
Sakristei.... Mongolei
die einen treiben
Ausgleichssport... auf Leistung
die andern gleiten per
Anhalter durch die Galaxie
die einen fahren goldene Autos
mit güldenen Felgen
die andern treiben den
Ochsenwagen
Die einen gehen zum Psychiater
die andern in den Imbissladen
Party, Vergessen,
Verdrängen, - Fortschweben
Party, Vergessen,
Verdrängen, - Fortschweben
Fliehen – Abhaun –
Vergessen
Fliehen – Abhaun –
Vergessen
Die einen fallen aus der Zeit,
die andern wollen mit ihr
gehen
die einen spielen Komödien,
denen sie so recht nicht trauen
die andern glauben ans
Kasperletheater
die einen geloben dem Papst
ihre Treue
die anderen setzen ihrer
Wahrheit den Turban auf
die einen loben die Wonnen des
Fleißes als Gestalter
die andern haben keinen Job
und tun lieber so als ob
Fliehen – Abhaun –
Vergessen
Fliehen – Abhaun –
Vergessen
Fliehen – Abhaun –
Vergessen
Fliehen – Abhaun –
Vergessen - Fortschweben
im Horizont untergehen oder
ihn sich erobern
in die hintere Sakristei,
Mongolei, Litanei
in der Fremde muss es sein,
was sie in der Nähe nicht
bemerken
Freitag, 7. Februar 2020
Valerie (1)
Hier ist der erste Abschnitt aus einem zufällig gefundenen Roman von mir, der etwa von 1979 stammen könnte und den ich in ausgewählten Abschnitten fortsetzen werde. Die folgenden Zeilen kreisen um einen Bewusstseinszustand, den ich kenne und der einen gelegentlich beeindruckt:
Der
Tunnel schien endlos lang, das fahle Licht gab ausreichend
Orientierung, doch er hatte Schwierigkeiten, den Wagen auf Kurs zu
halten, denn er war die Nacht hindurch gefahren und hatte
Schwierigkeiten, die Augen offen zu halten. Die nächste Raststätte
wollte er unbedingt dazu nutzen, sich
etwas zu waschen und vielleicht einen Kaffee zu trinken. Mittlerweile
war er schon so weit, dass er sich selbst beim Fahren zusah, er war
zur reinen Mechanik geworden. Die
Daten, die von außen kamen, ordneten sich automatisch im Hirn und
kamen als Befehle wieder zurück in den Körper, der sie wie in
Trance ausführte: Gas weg, zurück schalten, Blinklicht rechts,
links, umschauen, Fernlicht, Abblendlicht…. Ansonsten Leere, die
quälenden Gedanken waren dickflüssig geworden und allmählich ganz
weg geblieben.
Sie hatten einem eher
körperlichen Unwohlsein
Platz gemacht, einer Erschöpfung, die, das ahnte er, gefährlich
werden konnte.
Seine
Hände schalteten in den dritten und zweiten Gang und er bog ab in
Richtung Raststätte. Der Wagen rollte aus und im selben Moment
überkam ihn die Müdigkeit, die ihn nicht mehr aus dem Wagen steigen
ließ. Gleichgültig glitt er in den Schlaf…….
Donnerstag, 6. Februar 2020
Naturkost
Man
solle sich doch endlich einen Tesla kaufen, so tönt es aus meiner
Umgebung. Mag sein, - aber wie? Besonders gut situierte Akademiker
tun sich offenbar bei solchen Empfehlungen hervor. Klar, sie blicken
alles und erklären es uns. Sie sind im Vergleich zu uns auch gut
abgesichert, nicht nur im Alter.... Jetzt aber zurück zu uns selbst:
Die Kohle? Man kann es sich nicht leisten. Basta. Man ist sozial
abgehängt aus diesem Problemkreis. Man hat nichts zu entscheiden.
Man solle gefälligst im Naturkostladen einkaufen, heißt es. Nun ja,
möglicherweise gilt hier dasselbe. Nachhaltig, ökologisch?
Schlechtes Gewissen? Anscheinend muss man es sich leisten können,
ökologisch gut zu sein. Gewisse Produkte auswählen,...usw. Nicht
mehr fliegen, - muss man sich auch leisten können. Denn es setzt ja
voraus, dass man in der Vergangenheit viel geflogen ist. Auf der
einen Seite existiert möglicherweise ein guter Wille. Auf der
anderen Seite scheint oft das Engagement (besonders „der Politik“
gegenüber) zu fehlen, Strukturen ändern zu wollen. Wieso kann man
wählen? Gibt es Personenkreise, die freier wählen können als
andere? Wieso gibt es inkorrekte Produkte in dieser ach so freien
Marktwirtschaft? Nein, nein, „der Staat“ soll nicht Vormund sein!
Aber an vielen anderen Stellen greift er auch ein zugunsten gewisser
Strukturen.... Der eine kann es sich leisten, der andere nicht....ob
das Ökologische auch eine soziale Frage ist?
Mittwoch, 5. Februar 2020
Profitable Tierliebe
Vielleicht gibt es bald keine
Menschen mehr, so wie wir sie jetzt kennen. Der Mensch erfindet,
sorry, züchtet sich gerade selbst neu. Dazu passt, dass die
Neuzüchtung seiner Haustiere auch schon in vollem Gange ist. Sie
sollen möglichst pflegeleicht sein, sich regelmäßig waschen oder
in die Waschanlage finden, sie dürfen bloß keine Allergie mehr
auslösen und Hunde sollen nicht mehr haaren. Natürlich wird ihnen
die zum Wetter oder den Ansprüchen ihrer Halter passende Kleidung
verpasst, große Kleidungskonzerne bieten die einschlägigen Artikel
jetzt schon an. Die Vermenschlichung des Tieres hat längst begonnen
und diese Lebewesen können sich nicht wehren. Ganze Hunderassen
werden auf „niedlich“ getrimmt, egal, ob ihnen das schweren
Schaden zufügt (das ist sogar auf öffentlichen TV-Sendern oft zu
hören und zu sehen...). Katzen, die nicht mehr mausen: Ein Traum für
manche Katzenbesitzer! Staubfrei soll sie auch sein! Und nicht
überall hin scheisen! Aber ihre Halter glauben selbstverständlich,
sie selbst seien „natürlich“ und „grün“ gesinnt. 22 % der
Gesamtbevölkerung in Deutschland sollen Katzen halten. 18 % aller
Haushalte Hunde. Mächtige Wirtschaftszweige scheinen davon
profitieren zu wollen. Der Umsatz dieses Wirtschaftszweigs soll jetzt
schon dem des deutschen Buchhandels entsprechen. An der Tierliebe
verdienen!, so heißt offenbar die Maxime in dieser Branche.
Dienstag, 4. Februar 2020
Dada (2)
Mir
kam relativ oft das Thema „Performance“ unter, das ja irgendwie
auch mit Dada zu tun hatte. Es geht und ging dabei scheinbar auch um
einen Zustand absoluter Konzentration in Kombination mit absolutem
„Gehenlassen“. Wie geht das zusammen? Eine Voraussetzung dafür
scheint das Heraustreten aus einer „Komfortzone“ zu sein, also
das Heraustreten aus dem, was wir kennen und was uns behagt, in dem
wir uns eingerichtet haben. Vielleicht strebt eine „Performance“
so etwas wie einen Rauschzustand an. Die sogenannten Dadaisten trafen
sich nach ihrem Cabaret-Voltaire-Abenteuer in Zürich nun in Paris,
um sich mit den Surrealisten zu umgeben. Andre Bréton, Francis
Picabia oder Tristan Tzara mögen Namen aus dieser Szene sein. Die
Surrealisten vermuteten so etwas wie Erlösung oft in sich selbst, im
Unbewussten und weniger, wie von einigen Dadaisten so gepflegt, in
mystischen Zusammenhängen. Der Wille zum Schock und das Anzapfen
geheimer Triebe und überhaupt: des archaischen Unbewussten mögen
eine gewisse Gemeinsamkeiten signalisiert haben: was blieb, war der
konstruktive Konflikt. Die Kanalisierung in eine Idiologie war bei
diesen Leuten nicht möglich, geschlossene Weltbilder wurden ohnehin
verabscheut. Nach dem Krieg traf man sich am Black Mountain College in
North Carolina und war sich in Aktionen einig, bei denen unter
anderem auch der große Musiker John Cage und der Maler Robert
Rauschenberg mitmachten. Cage wandte sich später fernöstlichem
Gedankengut wie dem Zen-Buddhismus zu. Rauschenberg war ein Liebling
der Pop-Art-Szene. Seine Werke hängen heutzutage hochdekoriert und
-bezahlt in den angesehensten Museen der Welt. Man veranstaltete
damals gemeinsame „Untitled Events“, bei denen verschiedene Kunst
verschiedener Herkunft gleichzeitig aufgeführt wurde.
Montag, 3. Februar 2020
Dada (1)
Dies entspringt aus
Aufzeichnungen, die ich mir irgendwann gemacht habe, wohl auch mit
dem Hintergedanken, dass sie sehr viel mit meinem eigenen Tun zu tun
hätten. Es geht um Dadaismus und eine seiner Keimzellen, das Cabaret
Voltaire in Zürich des Jahres 1916. Es geht ja damals um Zertrümmerung der Sprache
und all der an sie gehefteten Erwartungen und Konnotationen. Man
wollte und sollte dies unter Verlassen einer persönlichen
Komfortzone im Cabaret Voltaire vollziehen. (Heute ist das ja so,
dass niemanden mehr zu interessieren scheint, wer wann und wie
irgendeine Komfortzone verlässt oder ob irgendjemand irgendetwas
verstanden hat. Was zählt, ist der Kick. Doch zurück: Dies „Cabaret
Voltaire“ war in ironischer Verwendung eines Namens aus der
Aufklärung ein Treffpunkt von Flüchtlingen und einer Klasse von
Leute, die eine Art kreativer Explosion und dadurch einen
Selbstfindungsprozess erleben wollten. Vor allem aber ging man als
Mann dorthin, um sich zu betrinken und schöne Frauen zu sehen. Die
Leute auf der Bühne veranstalteten das, was man später Happening
nannte. Man trug beispielsweise Texte von Rimbaud oder Apollinaire
vor, die man listig unterwanderte, denen man funkelnde eigene
Bedeutungen mitgab (die aber sofort wieder zerstört wurden). Man
trug Lautgedichte und Simultangedichte vor, man behandelte Sprache
als Material, das man nach Belieben verfremden und mit allerlei
Techniken verzerren konnte. Mit dem man spielen konnte. In das man
die Improvisation und den Zufall mit einbeziehen konnte. Was man
anstrebte, war eine Art kreativer Rausch, eine Ekstase, der den
Wahnsinn der Zeit aus den Köpfen vertrieb. Nun kam der Name hinzu,
der aus einer Kinderwelt zu stammen schien, der das Sinn verlieren
zur Methode machte, indem Verschiedenes durcheinander geschüttelt
und indem Provokationen erzeugt wurden. Namen? Hugo Ball, Richard
Huelsenbeck u.a.
Sonntag, 2. Februar 2020
Samstag, 1. Februar 2020
Macht heute
Wenn ich mich in der gerade
herrschenden Politikszene umschaue, beschleichen mich einige düstere
Gedanken: und der wichtigste ist der, ob denn nicht die Macht an sich
eine Bedürfnis nach mehr Macht erzeugt. Ob denn nicht eine ganze
Sphäre, ein Milieu der Macht sich verselbständigen und eigenen
Gesetzmäßigkeiten folgen kann? Mir scheint, dass auch im
demokratischen Raum solche Mechanismen greifen. In den vielen
totalitär geprägten sowieso. Da scheint es Potentaten zu geben, die
mit ihrer Macht und ihren Einflussmöglichkeiten das Leben der
Menschen möglichst total prägen und bestimmen wollen. Da wird
überwacht, entdeckt, geschlagen, verboten, abgeführt und in schäbigen eingekerkert, auf moderne Art, nach Art einer „gelenkten
Demokratie“ oder einer illiberalen Demokratie. Dem „Volk“ (was
ist das heute in dieser Totalität?) wird vorgemacht, dass diese
Verhältnisse ihm nützten. Die Erziehung zur Unterwerfung unter die
Interessen „des Staates“ lassen die Menschen in Massen solche
Verhältnis übernehmen und sie bejubeln. Kurzfristige Vorteile und
Showeffekte aller Art (Machtdemonstrationen!) scheinen ihnen recht zu
geben. Sie, die Wenigen“ spielen den Vielen das vor, was diese
gerne wären. Dass dies immer wieder aufgeht, kann beunruhigen und
sollte in einigermaßen demokratisch sich verstehenden Staaten ein
Umdenken hervor bringen und Lerneffekte erzeugen: nämlich, dass
gewisse Autoritäten hinterfragt werden, dass wir alle „der Staat“
sein könnten und dass die Nation eine Fiktion aus dem 19.
Jahrhundert ist. Im heutigen Zeitalter sollte der sogenannten
„Globalisierung“ das Bewusstsein „One World“ entgegen gesetzt
werden, nämlich, dass wir alle Menschen auf einem einzigen Planeten
sind, den es zu erhalten gilt.
Freitag, 31. Januar 2020
Donnerstag, 30. Januar 2020
Meditation und spirituelle Suche im Netz
Natürlich schleppt der
moderne Mensch eine Art „spirituelles“ oder „religiöses“
Anliegen mit sich herum. Die ausschließliche Jagd nach Geld scheint
ihn nicht ausfüllen zu können, scheint nur einer von vielen Dimensionen an ihm zu entsprechen. Der Markt der spirituellen
Bewusstseinswaren wird also diesem Bedürfnis nachgehend immer
größer. Der neueste Trend scheint spirituelle Erleuchtung per
Internet zu sein. Hier einen Kurs zu buchen, sich eines Coachings zu
unterziehen oder sich per Skype unterweisen zu lassen, kann offenbar
viel Kohle bringen. Dabei scheint es darum zu gehen, sich selbst als
Medium darzustellen, das offen ist für allerlei spirituelle
Erfahrung. „Inspiration“ liefern, Menschen einen Kick in Richtung
anderer Bewusstseinsebenen zu geben, das kann neben der guten alten
Guru-Funktion, die Menschen zur Orientierung zu brauchen scheinen,
ein gutes Geschäft sein.
Sensibel scheinen solche „Medien“ oft
dadurch geworden zu sein, indem sie selbst trainiert oder „gecoacht“
wurden. So machen Jünger ihre Jünger selbst vervielfältigen ihre
Ansichten, indem sie ein Bedürfnis ihrer Mitmenschen befriedigen. Es
gilt für alle, „Wege in die Spiritualität“ zu weisen. Kam es
Leuten wie mir immer so vor, als sei dies etwas höchst
Individuelles, so scheint es den „Seelentröstern“ des Internet
darum zu gehen, ihre Aussagen möglichst so breit multiplizieren zu
können, sie so sehr zu einem gut verkäuflichen Artikel des
Seelenlebens zu machen, dass das Ergebnis manchmal etwas unpersönlich
und austauschbar erscheint. Manchmal winken dabei Karrieren, die
Erstaunen auslösen. Bücher schreiben und verkaufen, daraus Hörbücher
erstellen, etwas im Hörer auslösen, vor allem etwas Kollektives bei
Massenveranstaltungen, den großen Beeinflusser und Vorausgeher mit
dem ganzen Instrumentarium der Suggestion zu geben, das gehört
eigentlich zum Rüstzeug eines jeden „spirituellen“
Bewusstseinsarbeiters, früher und heute. Für Skepsis oder Kritik
bleibt da wenig Raum, es gilt vielmehr das widerspruchsfreie
„ergriffen“ sein auslösen und verstärken und mitmachen in einem
kollektiven Taumel, dem gerne ein quasi meditativen Anstrich gegeben
wird, in dem der Eindruck vermittelt wird, man sei mit dem verbunden,
was den Menschen so recht eigentlich ausmacht.
„Positives Denken“
ist einer der Inhalte, die in diesem Zusammenhang immer wieder
gepredigt werden. Spiritualität online verfügbar machen, das würde
den zeitgeistigen Schritt in eine massenhafte Verwertbarkeit
aufzeigen und sie in größer Breite zu teilen. Selbsthilfe im Netz
mag Millionenumsätze generieren. Der Welt etwas von einer anderen
Wirklichkeit erzählen, mag nicht nur einen Drang zur massenhaften
Verbreitung, sondern auch zu einer maximalen Verkäuflichkeit
erzeugen. Ziel: Das sollen alle wissen! (und dafür zahlen). Dass
dadurch allerlei Oberflächlichkeiten Tür und Tor geöffnet sind,
mag geradezu folgerichtig erscheinen....Wow!
Mittwoch, 29. Januar 2020
Zeit (3)
Über Jahrtausende waren die
Menschen überzeugt, dass die Sonne über das Himmelsgewölbe zieht.
Erst vor etwa 500 Jahren stänkerten Leute wie Nikolaus Kopernikus
dagegen und behaupteten, dass sich die Erde um die Sonne drehe und um
sich selbst. Ein Jahr ist – astronomisch gesehen, - also der
vollständige Umlauf der Erde um die Sonne in etwa 365, 025 Tagen.
Dabei hat die Erde selbst eine Geschwindigkeit von etwa 107 000 Km/h.
Die Sonne geht auf im Osten und sie geht unter im Westen.
Dienstag, 28. Januar 2020
An die Ruhe (Lyrik von Friedrich Hölderlin, 1770-1843)
An die Ruhe
Vom Gruß des Hahns, vom Sichelgetön erweckt,Gelobt' ich dir, Beglückerin! Lobgesang,Und siehe da, am heitern MittagSchläget sie mir, der Begeistrung Stunde.Erquicklich, wie die heimische RuhebankIm fernen Schlachtgetümmel dem Krieger deucht,Wenn die zerfleischten Arme sinken,Und der geschmetterte Stahl im Blut liegt -So bist du, Ruhe! freundliche Trösterin!Du schenkest Riesenkraft dem Verachteten;Er höhnet Dominiksgesichtern,Höhnet der zischenden Natterzunge.Im Veilchental, vom dämmernden Hain umbraust,Entschlummert er, von süßen Begeist'rungenDer Zukunft trunken, von der UnschuldSpielen im flatternden Flügelkleide.Da weiht der Ruhe Zauber den Schlummernden,Mit Mut zu schwingen im Labyrinth sein Licht'Die Fahne rasch voranzutragen,Wo sich der Dünkel entgegenstemmet.Auf springt er, wandelt ernster den Bach hinabNach seiner Hütte. Siehe! das Götterwerk,Es keimet in der großen Seele.Wieder ein Lenz, - und es ist vollendet.An jener Stätte bauet der HerrlicheDir, gottgesandte Ruhe! den Dankaltar.Dort harrt er, wonnelächlend, wie dieScheidende Sonne, des längern Schlummers.Denn sieh, es wallt der Enkel zu seinem Grab,Voll hohen Schauers, wie zu des Weisen Grab,Des Herrlichen, der, von der PappelSäuseln umweht, auf der Insel schlummert.
(von Friedrich Hölderlin, 1770-1843)
Montag, 27. Januar 2020
Wechsler
Und wieder wechselt ein
einstmals prominenter deutscher Politiker in die „Privatwirtschaft“. Daran
wäre zunächst nichts verwerfliches, wenn sich nicht eben dieser
Politiker sehr kritisch über jene Branche geäußert hätte, in die
er jetzt wechselt. Selbstverständlich nimmt er alle personellen
Verbindungen, die er im Laufe seiner „Karriere“ gesammelt hat,
mit in seine neue Tätigkeit. Dies scheint es auch zu sein, was
solche Firmen der Privatwirtschaft auch an diesen Politiker
interessiert. Einer bestimmten, eher konservativen Partei in
Deutschland traut man möglicherweise schon gar nichts anderes mehr zu. Sie scheint
es auch aus Gründen, die sie uns zu selten erläutert, völlig
normal zu finden, enge Beziehungen zur Privatwirtschaft zu
unterhalten. Ob dies einer Demokratie zuträglich ist, mag
dahingestellt bleiben. Bei der Partei, der dieser Wechselpolitiker
und ehemaliger Parteivorsitzende aber angehört, scheint dies Methode
zu haben. Ein dieser Partei angehörender ehemaliger
Landessozialminister und ehemaliger Sprecher und
Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit ist jetzt sogar
Vorsitzender des Bundesverbands Paket und Expresslogistik, eines
Verbands, dem extrem unsoziale Methoden vorgeworfen werden. Immerhin ist er zu Beginn 2020 einer anderen, vor allem dem Unternehmertum verpflichteten Partei beigetreten. Eine
ehemalige Landesfürstin dieser Partei ist nun Aufsichtsratsmitglied
eine Steinkohlekonzerns. Ein ebenfalls dieser Partei angehörender
Landesherr ist nach seiner Demission als Lobbyist nach Brüssel zu EU
gegangen ….usw….etc.. Diese Partei stellt für sich den Anspruch,
eine Partei „der kleinen Leute“ zu sein. Nun ja, damit scheint es
nicht weit her zu sein.
Sonntag, 26. Januar 2020
Guter Rat (Hölderlin)
Guter Rat
Hast du Verstand und ein Herz, so zeige nur eines von beiden,
Beides verdammen sie dir, zeigest du beides zugleich.
(Entstehung: irgendwann zwischen 1786 und 1843)
Samstag, 25. Januar 2020
Der Schein, der nicht weit trägt
Diese Heuchelei geht mir
tierisch auf den Sack: Jede und jeder fühlt die Verantwortung für
das Klima, gibt schlaue Erklärungen dazu ab (bis hinauf zur höchsten
Staatsspitze...)…. tut aber nichts. Jedenfalls nicht
Grundsätzliches, Radikales, das helfen könnte. Auf Klimakonferenzen, zu denen die Beteiligten fliegen, wird viel gelabert, aber nichts Verbindliches beschlossen. Es scheint eine Art Pragmatismus zu herrschen, der sich grundsätzlich entschuldigt fühlt. Ein paar Versprengte scheinen diese
Gesellschaftsordnung mit ihrem Gebaren gegen alle Widerstände
verteidigen zu wollen, was richtig konservativ und vielleicht sogar restaurativ dort ist, wo dringend
und schnelle Veränderung nötig wäre. Die alten Profitklassen, die
also von der gegenwärtigen Systemaufstellung profitieren, erfinden
dauernd neue Argumente dafür oder dagegen und sorgen mit den inzwischen
kennen gelernten „Fake News“-Art für Verwirrung. Keiner weiß, was eigentlich
wirklich ist. Das "niedere" Volk ersticken sie in "Gute-Laune"-Pillen, die auch die Showleute in alltäglichem Frondienst verabreichen. Beliebt ist es,
irgendetwas von technischer „Innovation“ zu faseln: das Schicksal
der Menschheit solch ungewissen Spekulationen überlassen zu wollen,
finde ich abenteuerlich. Auf etwas, was es noch gar nicht gibt….
nun ja, wenn wir alle Zeit hätten… haben wir aber nicht. Wut
angesichts von Ungerechtigkeiten und Misstständen scheinen diese
„verantwortlichen“ Leute aus der „Elite“ nicht zu kennen,
Empathie und Mitgefühl ein Fremdwort für diese Bagage. Bürokratie
eine Ausrede.
Freitag, 24. Januar 2020
Rateknilch (MP3)
gewidmet all den "Prominenten" und "Comedians", die alltäglich im Fernsehen in Quiz- und Rateshows sitzen, um möglichst unterhaltsam und mit möglichst witzigen Bemerkungen einen Begriff oder eine "Lösung" eines Problems zu erraten.......
Donnerstag, 23. Januar 2020
Wachstum und Sparen
Auch wenn das Sparen schon
lange nichts mehr nützt, redet man uns täglich ein, dass man
sparsam sein solle. Am besten wie eine schwäbische Hausfrau. Dieser
Mythos wird gerne verbreitet, obwohl sich diese Hausfrau inzwischen
etwas geändert haben dürfte. Überall wird gespart...- eingespart?
Besonders in Konzernen. Wettbewerbsfähigkeit erhöhen. Zu wessen
Nutzen? Wieso warum? Gleichzeitig sollen wir mitschwimmen im
allgemeinen Konsumrausch, so sagt das Wirtschaftssystem, sollen die
Binnennachfrage weiter ankurbeln und somit unserer Bürgerpflicht
nachkommen. Das Wachstum muss gefördert werden und auf diese Weise
Arbeitsplätze erhalten werden. Schließlich müssen die ganzen
erzeugten Konsumgüter ja verbraucht werden. Nun ja, das hat
nirgendwo funktioniert. Wachstumsgeld wird wohl eher zur
Wegrationalisierung von Arbeitsplätzen verwendet. Die Wahrheit ist,
dass die „Digitalisierung der Arbeitswelt uns bis zu 80 % der
Arbeitsplätze kosten könnte. Unter solchen Verhältnissen etwa
könnte sich ein Problem des Facharbeitermangels schnell lösen. Und
ob das „Wachstum“ nicht etwa der Treiber der Klimakatstrophe ist,
unter dem uns Wasser und Luft ausgehen? Wer wollte denn da so weit
denken, dass das Wachstum der Menschheit einer der Gründe für die
Wachstumskatstrophe ist? Ob Überbevölkerung ein Problem ist?
Selbstbegrenzung?
Verzicht? Iwo, wir sind Egoisten, weil uns das System dazu erzogen
hat. Reiches Land. Wohlstand erhalten. Nichts gegen Klimakatastrophe
tun. Alles wie immer. Überfluss und Knappheit gleichzeitig. Aber es
scheint mehr Geld zu geben, als öffentlich behauptet wird. Also will
der Staat mit seinen Finanzbehörden dies abgreifen. Er macht das
natürlich nicht bei den Reichen und Mächtigen, die beispielsweise
in seltsame Cum-Ex-Geschäfte verwickelt. Nein, er will eine
Finanztransaktionssteuer nach eigenem Gusto einführen, die sich
möglicherweise recht zweifelhaft auf das Sparen der „kleinen
Leute“ auswirkt: es werden nicht etwa die superschnellen
Transaktionen zwischen den Playern auf den Finanzmärkten besteuert,
sondern eher die kleinen Aktiensparer, die sich auf das letzte
verbliebene Feld wagen, das ihnen geblieben ist. Nicht nur ich halte
solches für mehr als zweifelhaft.
Mittwoch, 22. Januar 2020
Ausgeliefert
Meine
Bildanzeige tut plötzlich nicht mehr. Ich fange an, das abzustellen,
so gut mir das eben möglich ist. Natürlich führt das zu keinem
zufriedenstellenden Ergebnis. Nun gibt es verschiedene Möglichkeiten
der Analyse, - nicht der Besserung: ob das letzte Update diesen
Zustand herbei geführt hat? Ich weiß, so etwas dürfte und könnte
nicht sein, - es ist aber trotzdem alles so, wie es ist. Ich starte
Rechercheversuche im Netz, die leider auch nichts ergeben. Ich habe
ein relativ primitives Problem, trotzdem komme ich mit seiner Lösung
keinen Deut voran. Das Blöde: dieser Zustand trat schon gestern ein.
Ich nahm das aber nicht allzu ernst und nahm an, dass sich das beim
nächsten Computerstart schon lösen würde. Tat es aber nicht. Jetzt
sitze ich da und habe schon 2 Stunden meiner Energie in dieses
Problem investiert, ohne es beheben zu können. Ich weiß nicht
weiter und Spekuliere: Microsoft aus wirtschaftlichen Gründen
irgendeine App protegieren wollte? Davon komme ich leider auch nicht
weiter. Ob ich alles verdrängen soll und hoffen, dass es sich
irgendwie selbst löst? Diese Strategie habe ich schon gestern
gefahren. Verdammt, ich bruche doch diese Anzeige! Engagiere ich
einen „Spezialisten“, so nimmt der gerne mal Hunderte von Euros
für ein Problem, an dem er ewig herum doktort und so tut, als blicke
er all das nicht. Das bringt Zeit. Am Ende macht er einen relativ
einfachen Klick, muss überhaupt nichts Neues einrichten, - und: es
tut wieder. Er hat Zeit heraus geschunden, die ich bezahlen soll, ich
weiß das. Dabei hätte er das Problem relativ rasch lösen können.
Ich habe das Geld für solche Possenspiele nicht mehr. Ich weiß
nicht mehr weiter…...
Dienstag, 21. Januar 2020
Zeit (2)
Von Albert Einstein stammt
folgender Gedanke: „Wenn man mit einem netten Mädchen zwei Stunden
zusammen sitrzt, dann kommt es einem vor, wie zwei Minuten. Wenn man
aber zwei Minuten auf einem heißen Ofen sitzt, dann kommt einem das
vor, wie zwei Stunden“. Gibt es eine „subjektive Zeit“, etwas,
was in seiner Ausdehnung von unserem Erleben abhängt? Was macht die
Zeit überhaupt, wenn sie vergeht? Seit Urzeiten kennt der Mensch den
Takt von Tag und Nacht, den Lauf der Sonne am Himmel, die Phasen des
Mondes, das Auf und Ab der Gezeiten. Er erlebt das Wachsen und
Vergehen, die Jahreszeiten - unter Umständen in sehr ausgeprägter
Weise, - die immergleichen Zyklen und Rhythmen, Säen und Ernten,
Zeit zum Arbeiten und zum Feiern. Schon in der Bibel steht: „Ein
jedes Ding hat seine Zeit“. Aus alten Zeiten wehen Verse von Goethe
herüber: „Die Sonne tönt nach alter Weise, in Brudersphären
Wettgesang, Und ihre vorgeschriebne Reise, vollendet sie mit
Donnergang“. Es spricht die Aufklärung: In dem Moment, wo die
Gemeinschaften größer werden und Gesellschaften sich ausbilden, wo
sie sich weiter entwickeln, muss man sich zu vielen Aktivitäten
verabreden. Was ist der Inbegriff des Flüchtigen, also das, was kaum
zu begreifen ist? Den Fluss der Zeit zu gliedern, äußert sich in
unseren Gesellschaften ind Jahren, Monaten, Wochen und Tagen.
Kalender spielen dabei eine wichtige Rolle. Das Wort „Zeit“
leitet sich ab vom indogermanischen „Dei“, das in etwa „Teilen“
oder „Abschneiden“ bedeutet. Wir sagen heute „Abschnitte“
dazu. Die werden dann gezählt.
Montag, 20. Januar 2020
Zeit (1)
Das Thema „Zeit“ betrifft
uns früher oder später alle. Wir leben das, wir erfahren das
alltäglich. Doch was ist Zeit? Ich unternehme mal wieder den
Versuch, mich diesem Phänomen anzunähern. Ich „komme von außen“,
führe Fakten auf, Ansichten, Einschätzungen und Meinungen. Und doch
entwischt mir das Phänomen immer wieder. Ich merke, wie alles doch
nur eine Annäherung zu sein scheint. Alles. In vielen kulturellen
Systemen und Religionen wird Zeit in Zyklen gemessen: Das Ende, der
Beginn eines Zyklus geben eine Marke vor. Die Welt wird also immer
wieder von Neuem erschaffen, die Zeit beginnt immer wieder neu. Die Mitteleuropäer und Nordamerikaner sind sehr stark an der Uhrzeit
orientiert, d.h. wir sind Uhrzeitgesellschaften und organisieren uns
rund um die Uhrzeit. Das tun andere Kulturen nicht in diesem
absoluten Maße. Zum Beispiel orientieren sich in Afrika, Südamerika
oder Asien gibt es Kulturen, die sich nach kosmischen Zeiten
orientieren. Oder auch nach den Erfordernissen des Alltags, wie zum
Beispiel der Versorgung des Viehs, nach dem Weidegang oder nach dem
Melken: Zeit kann nach sehr unterschiedlichen Formen organisiert
werden. Das zieht unterschiedliche Vorstellungen von Pünktlichkeit
nach sich, wobei Pünktlichkeit ohnehin eine Erfindung der
Uhrzeitgesellschaft zu sein scheint. Ohne Uhr gibt es keine
Pünktlichkeit. Systeme der Mechanik und Elektronik bestimmen den
Takt des Lebens, ausgedacht von Astronomen, Technikern und
Mathematikern, angeordnet von Priestern, Gesetzgebern und
Machthabern. Die Geschichte der Zeitmessung ist insofern die
Geschichte einer Zivilisation.
Sonntag, 19. Januar 2020
Die Herren
Einigermaßen
fassungslos bin ich, wenn ich wieder einmal mitkriege, wie in
bestimmten Fernsehsendern Industriekapitäne und Wirtschaftsmanager
aller Art mit „Herr….“ angesprochen werden (naturgemäß ist
die Anrede „Frau...“ da wesentlich seltener). Die Herren wünschen dann, dass bestimmte Fragen doch bitteschön ausgeschlossen sein mögen! Nach ihrer Augenblicksdefinition seien sie "unpassend". Vorauseilend
ehrerbietig kommt mir das vor, wenn so etwas von jenen akzeptiert wird, die sich gerne "Journalisten" nennen.. Jedenfalls ist solch ein Verhalten nicht sehr journalistisch.
Diese ehrerbietigen TV-Gesichter, die dem Verlautbarungsjournalismus ja so
gewogen erscheinen, sind offenbar in einem Erkentnissystem gefangen,
das ziemlich gleichbedeutend mit einer neoliberalen Unterwürfigkeit
den Geldsäcken gegenüber ist. Von gleicher Augenhöhe kann hierbei
jedenfalls kaum die Rede sein. Dazu passt auch, das die
Öffentlichkeit Zeuge sein muss, wie sich solche „Journalisten“
abmeiern und vorführen lassen, - zuletzt von einem ach so populären
Trainer, davor von politischem Personal.
Samstag, 18. Januar 2020
Freitag, 17. Januar 2020
Privates und Öffentliches
Wenn sich Ich und Gesellschaft
überlagern, war dessen Darstellung und Aufarbeitung schon immer ein Traum derer, die
sich „links“ wähnen. Privates möge öffentlich sein und
Öffentliches privat, so ihre Überzeugung. Es mag sein, dass sich im scheinbar Privaten das
Öffentliche zeigt, - und das auf vielerlei Art. Unter anderem mag
auch der Bereich der Sozialisation eine gewisse Rolle spielen. Die
Umgebung, der Zeitgeist, die mannigfaltigen Zusammenhänge, unter denen sich Erziehung und
Selbstfindung abspielen, mögen einen großen Einfluss auf das Ich
haben. Sie sind in ihm verankert, ohne dass das jeweilige Ego das
merkt, ohne dass es ihm bewusst wird. Sie "wandern stillschweigend in ihn ein". Sie bestimmen sein Handeln, sie
beeinflussen dasjenige sehr stark, was die jeweilige Person für
„normal“ hält. Es kommt ihr vor und wird ihr auch von der
Gesellschaft so „verkauft“, als sei dies „Normale“
unverrücklich, als sei es fest für alle Zeiten. Der Trick ist nun,
dass das Normale in Wirklichkeit sehr beweglich ist, dass beispielsweise das, was gestern „normal“
war, bereits heute als unnormal gilt. Auch ist es noch immer so, dass
kulturelle Faktoren das „Normale“ sehr stark bestimmen: Wenn z.b.
in fernöstlichen Ländern bestimmte Tiere gegessen werden, so mag
das hierzulande Ekel erzeugen. Es wird jedenfalls in hiesigen
Gesellschaften (die sich auch immer mehr „fraktionieren“, d.h.
aufsplittern…) nicht für „normal“ gehalten. Dies
sich-Überlagern von Privatem und Öffentlichem prägt auch auf
bewusste und unbewusste Art meine Seiten hier. Ich platziere hier
unter anderem im Ausdruck sehr persönliche Musik, die eine Richtung
andeuten könnte, eine Werthaltung, eine Ausrichtung, die nicht nur
ins Ästhetische zeigt.
Donnerstag, 16. Januar 2020
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