Seltsame Situation in Deutschland: Die Todesrate überschreitet 100 000, die Intensivstationen sind überfüllt, es herrscht die Angst. Und was ist im Fernsehen, private und öffentlich-rechtliche? Werden unverdrossen Werbespots gesendet und Ratespiele mit ach so gut gelaunt komischen Komikern veranstaltet. Dazwischen kommen Gewinnspiele, so, als müsse man das unbedingt erleben. Wer freilich Pech hat, wird nicht mehr erleben, wenn er möglicherweise erfährt, dass er nichts gewonnen hat…. Er? Ja richtig! Das Gendern, dass einem die elektronischen Medien mit ihren nicht nur um die Augen herum heftig präparierten Köpfen (Talking Heads) dauernd vormachen, hat offenbar seine Grenzen, orientiert sich wohl auch ein bisschen an seiner Praktikabilität und an seiner Verwendbarkeit - und nicht nur an seiner idiologischen Berechtigung. Von offiziellen Stellen wird gelogen, dass sich die Balken biegen, werden Beschwichtigungformeln gestreut und wird geprüft: zuvorderst in der Politkaste von Berlin! Die allgemeine Ratlosigkeit scheint hier auf keinen Fall zugegeben werden zu dürfen, es sei denn durch verschämt oder scheinbar wütend gestreute Formulierungen wie „½ 1“ oder „wir müssen, sollen, dürfen, können….etc“ Viel Impfstoff sei da, genügend…..danach erfahren wir, dass sich Ärzte darüber beklagen, dass zu wenig Impfstoff ausgeliefert sei. Dazu lassen braungebrannte und als Golfspieler verkleidete Ärzte Ankündigungen eines „Freedom Day“ steigen. Allgemeine Konfusion scheint die Szene zu beherrschen und der einzige Minister im neuen Kabinett, der gesetzt wäre, darf dies Amt nicht haben, weil…. er ein Mann ist. Aber, wer denkt sich da etwas? Morgen kann schon alles anders sein und der politische Apparat hinkt hinterher…..
Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
Montag, 29. November 2021
Sonntag, 28. November 2021
Samstag, 27. November 2021
Spaltungstendenzen
Eine Studie hat gezeigt: 1% der Bevölkerung Deutschlands besitzt 35 % des Gesamtvermögens. Natürlich finden das die Besitzenden völlig in Ordnung. Sie behaupten ja, sie hätten dafür mehr geleistet. Diejenigen, die eher untergeordnetem Milieu stammen, etwa dem Arbeitermilieu finden das ungerecht. Das deutsche Grundgesetz garantiert allen Bürgern Freiheit und Gleichheit sowie das Recht auf Teilhabe. Nun, was ist gerecht und was ungerecht? Weit verbreitet ist die Antwort: Das Recht auf Bildung. Das ist nicht falsch, weil in einer Gesellschaft über Bildung sehr viel entschieden über Positionen in einer Gesellschaft. Bildung hängt aber sehr eng zusammen mit Einkommen und Vermögen. Das wird meistens ignoriert oder nicht so stark gewichtet. Wenn man in Armut aufwächst sind die Bildungschancen alleine schon aus materiellen Gründen schlechter. Dann kommt Bildung, Wohnen (was natürlich auch sehr stark mit Einkommen und Vermögen zusammenhängt). Das, was als Reform verkauft wurde, der Abbau sozialer Standards, die Einführung schlecht bezahlter Jobs bei steigenden Mieten und knappem Wohnraum mögen diese Entwicklung der sozialen Spaltung noch befördert haben. Politische Folgen sind unter anderem, dass Parteien am linken und rechten Rand großen Zuspruch erfahren: die einstige Konsensgesellschaft ist perdu, die sogenannte „Wohlstandsgesellschaft“ richtet sich selbst zugrunde.
Freitag, 26. November 2021
Das Blatt macht die Blume (Lyrik)
Das Blatt macht die Blume
Du trinkst jetzt stilles Wasser
suchst das Düstere im Hellen
Der Koffer ist die Reise
Das Blatt macht die Blume
Du trinkst jetzt stilles Wasser
suchst das Düst're im Hellen
zuhause im eignen Körper
suchst in der eignen Seele
Bilder fallen ineinander
türmen sich in sich auf sich
zerbröseln wieder im Hirn
fallen Dir in die Stirn
Pulver rieselt in Dir
durchdringt deine Poren
der Koffer ist die Reise
das Blatt macht die Blume
Donnerstag, 25. November 2021
Die "Woken"
Ich sehe, nehme wahr und weiß, wovon bestimmte Leute beeinflusst sind, oder es von sich behaupten. Erstaunt und regelrecht abgestoßen bin ich dann immer, wenn ich mitkriege, wie diese Leute sich im Alltag verhalten. Da werden mitmenschlicher Umgang, Empathie und Mitgefühl gepredigt oder für sich in Anspruch genommen. Weiter als andere will man sein und das auch zeigen. Selbstoptimierung ist angestrebt. Widerlich finde ich dann, wenn ich erfahren muss, wie solche Leute das Letzte aus ihren Mitmenschen heraus quetschen, wie sie jede Notlage ausnutzen, wie sie sich selbst alles schönreden und sich als tüchtige Geschäftsleute geben, die gut mitmischen und stets besser sind als die andern. In ihrer Freizeit machen sie dann Kurse in Buddhismus und üben Mitgefühl, was natürlich völlig entfremdet in Schizophrenie mündet. Ich denke, solche Leute hätten genug Gelegenheit, ihre privilegierten Positionen und Verbindungen in einem bestimmten Interesse zu nutzen, um jemanden, der direkt neben ihnen lebt, zu helfen. Schlichtweg helfen. Nicht einfach mittun beim allgemeinen Ausbeuten, Reinlegen und Fertigmachen der Andern, zum eigenen Nutzen und dem der Firma, der man dient. Tatsächlich tun sich Möglichkeiten auf, die solche Menschen aber meist nicht sehen (wollen). Sie sehen bestimmte Dinge als zeitweiligen Trip, als Möglichkeit, ihr Ego in einer grauen Umgebung strahlen zu lassen.
Mittwoch, 24. November 2021
Dienstag, 23. November 2021
Dabei sein, Anpassung
Da sind die Anpassungsmechanismen der anderen (immer die anderen!!), das alltägliche Buckeln, es heißt: bloß keine Empfindlichkeiten zeigen: Das sanktionieren die Kollegen sofort mit Liebes- , das heißt in der "Freien Marktwirtschaft" letztenendes Geldentzug. Mit Mobbing auch. Mit den kleinen Zeichen. Mit bereit gestellten Fallstricken. Mit Übertölpelungen. Du musst funktionieren. Zum Beispiel darfst du nicht krank werden. Sofort rückt jemand anderes an deine Stelle (so die Drohung). Du bist austauschbar, auch wenn du dich selbst für einmalig hälst. Malus. Wieso haben die anderen so wenig Abstand zu dem, was sie tun? Wieso können die sich so identifizieren mit ihrem Job, mag er noch so entfremdet sein? Sie haben doch alle studiert, haben sich im Blick geübt, der im Alltäglichen das Unalltägliche aufsucht, der die Distanz zu den Dingen und zu sich selbst sucht. Oder etwa nicht? Waren sie nur ausgebildet worden? Haben sie sich die Analysemethoden angeeignet, um zu erkennen, dass in solch eingeschlossenen Verhältnissen, in solchen betrieblichen Strukturen die Macht wohnt und die Machtausübung anderer implizit eingeschlossen ist? Ob solche Ansichten auf Möglichkeiten etwas zu idealistisch gedacht sind? Sich in den Elfenbeinturm des akademischen Betriebs flüchten? Funktionierte auch schon besser. Wie kann man das so akzeptieren, sich zu eigen machen? Die Rolle, in die man hineindressiert wurde? Ob das etwas mit unserem Bildungssystem zu tun hat? Schon die dauernd praktizierte Formulierung „Wir“. Wer ist wir? Die Gesellschaft? Der Betrieb? Der stark ist? Der sich ein Monopol erobert hat?
Montag, 22. November 2021
Valerie (37)
Sie zeigte ihm dabei immer neue Möglichkeiten, sich zu begegnen. Ihr Körper war Berg, den er mühelos bestieg, - und er war im Tal, in dem er sich ausruhte. Bei jedem Gipfel, den sie erreichten, wurde der Blick klarer. Sie schien alle Wege zum Gipfel zu kennen und zeigte ihm immer wieder einen neuen. Der Schweiß, den man dabei vergoss, rannte immer wieder abwärts wie ein Gebirgsbach in Richtung Meer. Sie lagen erschöpft nebeneinander und er fühlte sich langsam wieder bei sich selbst, seine Gedanken blitzten wieder im Strom des Bewusstseins. War er glücklich gewesen, oder war das eine übertreibende Einschätzung? Er schämte sich vor sich selbst ob solcher törichter Fragen. Er war es gewohnt, alles in Frage zu stellen, selbst die Gegenwart ihres Körpers, die er eben erfahren hatte, erlebt, ertastet, gespürt mit den Händen, mit allen Sinnen begriffen. Eine Stimme in ihm sagte: Man hatte miteinander geschlafen, das war alles. Eigentlich immer dasselbe und trotzdem musste er sich zugestehen, dass es diesmal anders war. Die Dinge, - und vor allem Valerie – hatten ihn überwältigt, überrannt. Er war nicht dazu gekommen, die Lage zu kontrollieren. Er hatte sich eine Weile treiben lassen und dabei nicht – wie sonst – Langeweile oder Gleichgültigkeit empfunden. Valerie hatte von Anfang an einen Nerv getroffen in ihm, der ihn ansonsten von der Wirklichkeit abschirmte. Er war eine Zeit lang außer sich selbst und bei sich gewesen, ein Teil dessen, was er suchte, eine Möglichkeit unter vielen, die er sein konnte.
Sonntag, 21. November 2021
Alter
Plötzlich ist man alt. Scheise, man ist da hinein geworfen worden. Man fühlt sich (natürlich, - wie alle!) jünger. Das kann doch nicht wahr sein! Aber nun ist man in einem Rennen: das unternehmen, was man noch kann, finanziell und körperlich! Ob „das Alter“ öffentlich geächtet ist, nachlässig behandelt, oder verachtet? Das mag sich dramatisch anhören, aber ich erinnere mich, dass ich in als jüngerer Mensch das Alter immer „den Andern“ zugeschrieben habe. Die Kraft und die zielbewusste Hoffnung wurde der Jugend zugeordnet, das Abschlaffen und das Warten auf die nächste Rentenerhöhung, der Verfall in Richtung auf Krankheiten und die damit immer mehr einher gehende Fremdbestimmung schien da auch ein Kennzeichen des Alters. Hinzu kam und kommt der auf tausend Arten praktizierte Jugendwahn dieser Gesellschaft, die sich sowieso von vornherein ein bestimmtes Bild vom Alter macht und das dann als Rechtfertigung gebraucht, um grundlegende Dinge des Lebens zu verdrängen. Was „dem Alter“ bleibt, wäre in diesem Zusammenhang höchstens eine Art „Weisheit“, also die Fähigkeit, ruhiger und abgeklärter zu sein (Vorsicht Klischee!). Dass solche „Fähigkeiten“ auch mit der finanziellen und ökonomischen Ausstattung des Alters zusammen hängen mögen, sollte hier nicht unerwähnt bleiben, wie überhaupt die ökonomische Verfasstheit eine große Rolle im Verhältnis zu alten Menschen spielt. Wer mehr Geld zur Verfügung hat und sorgenfrei lebt, hat (wie Zahlen aus Erhebungen zeigen) eine höhere Lebenserwartung.
Samstag, 20. November 2021
Freitag, 19. November 2021
Kunsterwartungen
Eigentlich bin ich von der Kunst enttäuscht: Da gruppieren sich meist reiche Leute um irgendwelche Elaborate, in die sie etwas hinein projezieren (lassen). Es entsteht auch dadurch eine Rezeptionswissenschaft, von der nun wiederum viele „Gelehrte“ leben, indem sie weiter bisher unerforschte Bereiche in dicken Büchern darlegen (die die Masse der Leute niemals verstehen, die oft auch nicht zu verstehen sind) und zu erklären versuchen, sie kognitiv begreifbar machen wollen. Es geht aber jeweils um gesellschaftlich anerkannte Kunst, um das, was als „Kunst“ kanonisiert ist und in einem „Kunstbetrieb“ gehandelt wird. Eine Rückkopplung mit einer nicht elitären Gesellschaft scheint da nicht stattzufinden. Marxisten würden sagen (nicht alles, was Marxisten behaupten, ist falsch), Kunst sei ein „Überbauphänomen“. Und sie sei Spekulationsobjekt des Kapitalmarkts. Dazu gehört auch, dass Kunst in gewissen Kreisen des „Kunstbetriebs“ ein Spekulationsobjekt geworden ist, dass auf Wertsteigerung spekuliert wird. Mir kommt es auch vor, als sei der Bereich der Kunst der asozialste überhaupt, der mir bekannt ist: Gewisse Individuen reüssieren und verdienen sehr viel Geld, indem auf ihre „Werke“ und deren Heiligsprechung ständig Bezug genommen wird. Die anderen Individuen der Kunst stinken oft in krasseste Armut ab. Sie spielen keine Rolle. Sie sind offenbar Ausschuss und Kolateralschäden. Jaja, die Sprüche stehen alle bereit, Kunst sei nicht demokratisch und all das….. Kunst könnte aber ein bisschen moralisch sein, sie könnte sich kümmern und einen Blick auf nicht-arrivierte Kunst riskieren.
Donnerstag, 18. November 2021
Tour de Globalisierung
Man wird Miesmacher, Spielverderber und Nörgler mit meiner Einstellung, ich weiß das wohl….. Man soll ausblenden, verdrängen und sich dabei großartig fühlen. Tatsache ist, dass nicht nur in Deutschland, - wie sich spätestens mit der Pandemie heraus stellte - die digitalen Versprechungen ihre Tücken hatten. Fakt ist, dass die soziale Polarisierung in Arm und Reich immer weiter zuzunehmen scheint und der Niedriglohnsektor hierzulande immer noch weitaus größer ist, als in anderen vergleichbaren Industriestaaten. Die Zahlen, die ja erst erhoben und dann interpretiert werden müssen, sind dabei keine Widerlegung. Fakt ist, dass die Segnungen der Globalisierung bestimmten Leuten nützen, anderen gar nicht, im Gegenteil, dass dadurch ein weltweiter Wettbewerb ausgebrochen ist, der zu einer Spirale abwärts in den Industrieländern führt (was wohl auch den globalen Gegebenheiten entspricht, was aber ein grundsätzliches Umdenken erfordern würde...). Die Nachteile haben vor allem die unteren Schichten zu erleiden, während die oberen von solchen Entwicklungen zu profitieren scheinen.
Es scheint sich trotz der Ampelbemühungen etwas zusammen zu brauen, von dem wir trotz der apokalyptischen Klimaveränderungen nicht wissen, was es ist. Man merkt nur: es wird Vieles (wenn nicht gar alles) schlechter, es geht abwärts. Es gibt zwar die tollsten Güter, nur: man kann sie sich nicht mehr leisten. Der Staat scheint dabei kräftig mitzumachen und ist nicht verlegen, neue Einnahmen ökologisch zu bemänteln. In der Industrie würde man das als „Green Washing“ bemängeln. Dass dies seine Grenzen hat, zeigt der Protest der noch lange nicht vergangenen Gelbwesten in Frankreich, der auch in Deutschland seine Entsprechung finden könnte. Währenddessen labern Politiker und andere Medienmenschen in den Talk-Shows ihre Sprechblasen, setzen sich mit ihren selbstreferentiellen Medienproblemen auseinander und führen beredt ihre Eitelkeiten vor.
Mittwoch, 17. November 2021
Narrativ
Immer häufiger reden Personen des öffentlichen Lebens von „der Erzählung“ oder „dem Narrativ“ das jetzt endlich in „den Diskurs“ eingeführt werden solle. Modeworte. Mir scheint, dass dies ein Bedürfnis nach einem größeren Zusammenhang signalisiert, nach dem, was Firmen und Unternehmen gerne als ihre „Philosophie“ bezeichnen und was auf eine Art von degenerierter Stufe von einigen meist unverbindlichen Grundüberzeugungen hindeutet. Es besteht offenbar ein Bedarf an Eingebettetsein in allgemeine Regeln, die im öffentlichen Leben anscheinend allzu sehr in den Hintergrund geraten sind. Dass jetzt freilich im Ringen um solche „Narrative“ lächerliche Patzer passieren, dass das Wort an tausend Stellen benutzt wird, passt zu dem Bild, das uns auf einen vernachlässigten Umgang mit solchen Begriffen deutet. Es herrschte wohl allzu sehr der Alltagspragmatismus, der sich von Lösung zu Lösung, von Tag zu Tag wurstelt, ohne ein Ziel erkennen zu lassen. Allerlei künstliche Konstruktionen, die sich meist an einer Rhetorik der Kurse und Workshops orientieren, sollen hier wohl Abhilfe schaffen.
Dienstag, 16. November 2021
Montag, 15. November 2021
Wer die Dinge laufen lässt
Der große französische Philosoph Blaise Pascal soll gesagt haben „Da es nicht gelang, das Gerechte mächtig zu machen, erklärte man das Mächtige zum Rechtmäßigen“. Ob hinter einem Gesetz also die Macht des Stärkeren steht, oder ob sich in einer Demokratie die Gesetzgebung durch das Parlament vollzieht? Haben wir eine Demokratie oder haben wir – genau genommen – eine repräsentative Demokratie? Ob zuletzt nach den Wahlen in den einigermaßen noch neuen Bundesländern sich noch irgendein Politiker um sein Geschwätz von gestern schert? Wer bestimmt eigentlich in einem Staat? Firmen, die sich Abgeordnete kaufen und sämtliche Möglichkeiten nutzen, um auf Entscheidungsprozesse Einfluss zu nehmen? Unter anderem mögen die sogenannten "Pandora Papers" einige Hinweise diesbezüglich gegeben haben (auch wenn die bekannt gewordenen Individuen in dieser Hinsicht auch interessant scheinen...). Seltsam, dass in Bezug von "Steueroptimierung" nicht viel Wirksames passiert ist. In puncto Geldwäsche scheinen die Verhältnisse hierzulande sowieso unübersichtlich lasch. Die enge Verbindung zu einer finanziellen Vorteilsnahme sind da allzu offensichtlich, was immerhin zu einer grotesken Einkommensverteilung in den einigermaßen industrialisierten Staaten geführt haben mag. Ob tatsächlich Anarchie und Chaos die Alternative wäre?
Sonntag, 14. November 2021
Politikgepflogenheiten
Ob das Futter für Politikverdrosssenheit in Deutschland sein muss? Ein Minister rückt mit stoisch dreinblickendem Gesicht vor einen Ausschluss, der den Verbleib von vielen Millionen, wenn nicht gar Milliarden erforschen will, und blitzt immer wieder damit ab, dass der in Betreff stehende Minister zu Protokoll gibt, er erinnere sich an nichts. Oder: Eine ehemalige Ministerin rückt vor einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss an und wird offenbar pauschal von allen Anklagepunkten freigesprochen, womit sich halbwegs verantwortliche Parlamentspolitiker unter anderem über das hinweg setzen, was der Bundesgerichtshof (ganz zu schweigen von der Presse) schon längst dargelegt hat. Rücktritte scheinen kein Thema mehr zu sein. Politische Verantwortung, was ist das? Ob das der parlamentarischen Demokratie mittel- und langfristig nützt?
Nun ja, ein solcher Bundestagsausschuss scheint mal wieder ein Beispiel dafür zu sein, dass man in Berlin kontroverse Fragen und Machtmenschen in Ausschüsse abdrängt, wo sich die Fragen samt den an sie sich bindenden Figuren irgendwann im Sande verlaufen sollen, wo sie beerdigt und vor der Öffentlichkeit in einem unverständlichen Paragrafengeflecht untergepflügt werden sollen. Die jetzt sich neu konstituierenden Parteien scheinen dabei mitzumachen. Dabei waren solche parlamentarischen Untersuchungsausschüsse vom Grundgesetz einst als ein Mittel der Gewaltenteilung gedacht, als ein Mittel, mit dem das Parlament seine Aufgabe der Kontrolle der Regierung wirksamer ausfüllen könnte. Nun scheint es zu einem Instrument zur Deckung von nahezu unverschämter Steuerverschwendung (Beförderung unzähliger Staatsdiener kurz vor der Ministerentlassung....!) und gesammelter Fehlleistungen geworden zu sein. Dreistellige Millionenbeträge scheinen in diesem Zusammenhang kein Problem mehr zu sein, die Fraktions- und Koalitionsdisziplin, die weite Teile des Parlaments sowieso zu beherrschen scheint, rückt das vor der Öffentlichkeit wieder gerade und bringt das wieder ins scheinbar „Normale“ zurück. Dass nach fragwürdigen Kriterien vergebene und weitgehend erfolglose „Beratungsleistungen“ anscheinend fett honoriert wurden: niemand trägt Verantwortung. Niemand. Die Wählerschaft, das breite Volk, steht vis a vis und staunt.
Samstag, 13. November 2021
Freitag, 12. November 2021
Was dies Blog betrifft - reloaded
Vorzeigeintellektuelle
Es treten die Wisser und Vorzeigeintellektuellen auf: gut frisierte, schlagfertige spitzzüngige Vertreter einer gesellschaftlichen Formation, die sich in Demokratien gerne als „alternativlos“ gibt und ganz überwiegend zu einer Klasse gehört, die eine Politintellektuelle in ihrem Bestseller neulich "Lifestylelinke" genannt hat. Dabei gehen diese Vertreter einer "vierten Macht im Staate" mit den Fakten oft genug so um, dass es in ihre ureigene Weltdeutung und ihre tiefe Kenntnis aller Theorie passt, die natürlich alle „vernünftigen“ Menschen teilen sollten. Doch da sind zu oft clevere PR-Strategien dahinter! Zum Beispiel, zur Förderung des Verkaufs gewisser Bücher....! Gewisse Vertreter dieser Spezies gehen inzwischen sogar einen Schritt weiter, indem sie behaupten, dass Realität derart gestaltet sein solle, dass sie „Faszination“ ausübe, dass sie "emotional besetzt" sei. Und so scheinen auch ganze Geschichten mit handelnden Personen und allem Drum und Dran inzwischen frei erfunden. Von der Phantasie geliefert. Ein großes deutsches Wochenmagazin, das sich gerne für seine Wahrheitsliebe rühmt, lieferte vor nicht allzu langer Zeit den peinlichen Beweis dafür. Im gesamten Flow ist das natürlich völlig egal und schnell vergessen. Der ehemalige Präsident einer Weltmacht führte es zudem unter dem Stichwort „Fake News“ länger vor, wie so etwas funktioniert. Er benutzte dies zur Beschimpfung und Diskriminierung. Hinzu kommt, dass selbst die hoch eingeschätzte Wissenschaft nicht mehr so glaubwürdig daher kommt, scheint sie doch in Person und Sache käuflich zu sein. Wer ein bestimmtes Gutachten mit einem bestimmten Tenor bestellt, sollte jedenfalls ein offenes und gut bestücktes Portemonnaie haben
Donnerstag, 11. November 2021
Zeit, wenn sie geht...... (songtext)
Mittwoch, 10. November 2021
Von dr Alb ra - reloaded
Dienstag, 9. November 2021
Anfängerlied (Songtext)
Montag, 8. November 2021
Podcast
Podcasts sind in Mode. Jeder braucht jetzt einen Podcast. Wie das geht? Manche machen alles selbst, aber „prominente Personen“ lassen dazu „ihr Team“ die Dienste eines Aufnahmeteams mieten. Die nehmen das Gesprochene professionell auf und geben es weiter an die Vermarktung: Beim Podcast labern dann ein oder zwei Personen ihre Weisheiten in der äußeren Form eines Zwiegesprächs oder eines Monologs uns unendlich lang in die Ohren (haben wir so lange Zeit?). Man will uns etwas „auseinandersetzen“. Es geht aber unter anderem darum, sich als „Marke“ zu profilieren, sich als kompetent, investigativ und sprachgewandt darzustellen, einen weiteren Verbreitungskanal für diese Marke zu nutzen. Gesichtsausdruck und optische Präsentation als „Typ“ (beim Video-Podcast) mögen dabei auch ihre Rolle spielen, um auch die zu gewinnen, die nicht unbedingt zu den Hardcore-Fans zählen.
Sonntag, 7. November 2021
Parteien und Willensbildung
Vielleicht sind wir ja zu blöde dazu gewesen und haben gepennt, als das besprochen worden ist. Vielleicht war uns auch ein solches Rudelverhalten von vornherein zuwider. Vielleicht auch hat es uns das alles niemand so richtig erklärt. Es ist uns jedenfalls die sogenannte Parteiensolidarität nie klar gewesen: Ein Mufti aus der oberen Hierarchie verkündet etwas und alle plappern es ihm nach. Parteien überwölben jegliche Willensbildung in diesem Land, nehmen Positionen ein, die das ganze Fußvolk bis hinauf zum Sprecher alle übernehmen und die etwa undemokratisch Hierarchisches hat. Laut Grundgesetz sollen die Parteien „an der Willlensbildung des Volkes“ mit wirken, aber sie sollen doch nicht alles beherrschen, was „im öffentlichen Auftrag“ vor sich geht. Sie geben der Meinung eine kollektive Ausformung, sie bündeln Energien, sie machen den Machtapparat möglich, sie leiten das Besondere vom Allgemeinen bzw. den „Grundüberzeugungen“ ab - oder was? Zählt die Einzelperson da gar nichts mehr, sondern ist nur noch dazu da, die sich jeweils durch lange Reden profilierende Parteigranden zu bejubeln? Ist das zeitgemäß? Gibt es das, eine einheitliche „gemeinsame Meinung“ auf die man auf einem Parteitag oder bei einer Ortsversammlung eingeschworen werden kann?
Samstag, 6. November 2021
Freitag, 5. November 2021
Glaubwürdigkeiten - reloaded
Das Wort und die Relevanz sämtlicher Äußerungen des Individuums überhaupt scheint in unserer Gesellschaft doch stark zurück gegangen zu sein. Was ist überhaupt ein Individuum? Wie könnte es sich in seiner vermuteten Identität halten? Dabei wird es nostalgisch immer noch gerne simuliert, liebevoll gepflegt, in Nischen gezüchtet, als trotziges Erbe der Aufklärung - stirbt aber aus. Was vorerst bleibt, sind vielleicht Fragmente, Fetzen, Verfremdungen (z.b. auch in meiner Musik). Erinnerungen, gespeicherte Intensitäten, vergessene Strukturen, ein nostalgisches Gefühl von Aufbruch. Anarchisch. Chaotisch. Ich mache mir hier und jetzt auch keinerlei Illusionen über Formen wie Blogs oder Soziale Netzwerke. Sie tragen wohl eher zur Banalisierung des Einzelnen bei, - sie sind Erleichterungen und gleichzeitig geöffnete Schleusen. Der „Einzelne“ (die „Person“) scheint ohnehin selbst sehr stark zu dieser Entwicklung beigetragen zu haben, indem nämlich heute auch scheinbar lyrische Texte industriell, arbeitsteilig und geradezu maschinell hergestellt wurden und zunehmend werden. Die Auswirkungen auf den Einzelnen sind wohlberechnet und pressen ihn in ein Schema, in dem er einer unter Vielen ist. PR-Strategen machen sich Gedanken darüber: Der Druck auf die Tränendrüse etwa ist etwas Gekonntes. Der Wutausbruch wird planmäßig herbeigeführt (jeweils beim „Durchschnittsuser“). Der Zorn wird gelenkt. Die Aufmerksamkeit wird geführt. Die Lüge beherrscht unmerklich vorrückend und die Gedanken verschleiernd das Feld. Es herrscht das Kollektive, der Schwarm, die Masse, „Big Data“, der Algorithmus, das kalte Berechnen, - auch gerade der Emotionen.
Donnerstag, 4. November 2021
Reise durch gesellschaftliche Wirklichkeiten
Diese Gesellschaft löst sich auch hierzulande durch arbeitsteilige Prozesse und Globalisierungsbestrebungen „in der Wirtschaft“ immer mehr auf: in Untergesellschaften, in Wahrnehmungsblasen und Lebenswelten, die nichts voneinander wissen und zwischen denen Gleichgültigkeit herrscht (was nicht gerade einem wie auch immer begründeten „Zusammenhalt“ förderlich ist. Sie wird bis hinein in kleinste Interaktionen dadurch bestimmt. Jeder hat seine Funktion in der Lieferkette und wird streng nach dem Preis bemessen. Zum Beispiel „Soziales“: Der Staat soll machen und tun, dafür zahlen wir hierzulande schließlich Steuern (die immanente Drohung der „Steueroptimierung“ ist da gleich mitgedacht…). Persönliches Engagement geht trotz der aus Pandemiezeiten so vielbeschworenen „Solidarität“ verloren gegangen zu sein. Sozialstaat bedeutet, das man ein Recht auf etwas hat und nicht auf Almosen angewiesen ist. Da ist zum Beispiel die US-amerikanische Gesellschaft eine andere: es gibt wenig soziale Bemühungen, jeder ist seines Glückes Schmied. Für Almosen sind die „Charities“ zuständig, Wohltätigkeitsveranstaltungen und Good Will-Bemühungen, die auch hierzulande durch den Rückzug des Staates aus seinen Aufgaben immer mehr einreißen, so, wie übrigens alles, was aus den USA kommt, bis hin zu den vielen SUVs kopiert wird. Dass die Einnahmen aus Charity-Veranstaltungen nach Gutdünken der Initiatoren und reichen Spender ausgegeben werden sollen, ist hier immer auch mitgedacht. Alles andere wird von einem Teil der US-Bevölkerung als „Sozialismus“ abgetan. Der Staat oder gar der „Sozialstaat“ ist streng verpönt.
Mittwoch, 3. November 2021
Melancholie (Georg Trakl)
Dienstag, 2. November 2021
Öffentliches Gespräch
Immer häufiger, so fällt mir auf, unterhalten sich, - unter anderem auch in Podcasts – Millionäre, Multimillionäre und Milliardäre über die finanziellen Sorgen des gemeinen Volkes. Ob dies einen paternalistischen Beigeschmack hat, scheint sie nicht zu interessieren: Sie sind in der Regel gut gebildet, fühlen sich intellektuell avanciert und argumentieren...in der Regel für ihre eigene Klasse, für Menschen, die in relativer finanzieller Unbesorgtheit existieren und zu jenen Besserverdienenden gehören, um die sich etwa in Deutschland ganz bestimmte Parteien bemühen. Dass diese Parteien jetzt ein Parlament mit 736 Abgeordnetinnen und Abgeordneten bevölkern, deuten sie konsequent als Mittel zum Zweck und als Gegebenheit, die für Demokraten in Kauf zu nehmen ist und überhaupt, als etwas, das demnächst geändert würde. Sie holen weit in die Geistesgeschichte aus und geben ihren Ausführungen etwas Unwiderlegbares, etwas Solides, gegen das nichts einzuwenden wäre. Sie sind „gebildet“ in dem Sinne, der sich gegen die meisten Einwände immun gemacht hat, der von den Verhältnissen kräftig profitiert hat und sich selbst als „Elite“ definiert. Ein ganzer Tross von (meist in Berlin ansässigen) Journalisten und Meinungsmachern sekundiert ihnen dabei und stützt sie dabei, wenn sie gewisse Fakten als unabänderlich und gegeben darstellen. Jeder Widerspruch wird als „populistisch“ und undemokratisch abgetan.
Montag, 1. November 2021
Was wichtig ist....?
Ob jemand schwanger ist, ob jemand heiratet oder gerade eine neue Beziehung anberaumt? Wer wen vögelt, offiziell und inoffiziell, wer was anberaumt, wer dabei ist, eine Liebschaft zu beginnen, wer seinen Körper vorteilhaft ablichten lässt und in den Medien eine Art Leitbild für alle andern abgibt, ist im medialen Alltag des Fernsehens offenbar das Wichtigste überhaupt. Öffentlichkeit wird damit bearbeitet und beeinflusst. Society-Damen (Wieso eigentlich fast nur Damen?) geben dazu zu hochgezogener Augenbraue und einem verständnisvollen Lächeln Auskunft. Sie grinsen dazu meist die stille Übereinkunft, die weiß, wie „es läuft“. Mal sehen, ob das auch die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar samt den um sie herum veranstalteter „Events“ betreffen wird… Es wird Aufschluss über manches geben. Ohnehin können bei diesen Vorgängen nur noch der Sport und seine verschiedenen Ausformungen mithalten, wobei sich beim Fußball gerade eigene Grenzen auftun, indem das Monopol der scheinbar wichtigen Vereine aus finanziellen Gründen nur noch untereinander agieren will. Ob das aufgeht? Auch hier werden Leitbilder, Idole, Werbe- und Imageträger geboren, um alsbald „vermarktet“ zu werden.
Sonntag, 31. Oktober 2021
Samstag, 30. Oktober 2021
Reich und Arm, - Steuerhinterziehung
Ob sich da Resignation ausbreitet? Vielleicht nicht nur in Deutschland. Die Reichen und Superreichen verstecken ihr Geld nach wie vor vor dem Fiskus, führen „Steueroptimierung“ und „Steuerminimierung“ herbei, ohne das etwas Wirkungsvolles dagegen unternommen würde. Die neuesten Ergebnisse von Nachforschungen zeigen sich in den „Pandora Papers“. Ob da so etwas wie Dekadenz oder Verrottung am Werke ist? Hinzu kommt, dass gewisse Amts- und Parteiwürdenträger Sonntagsreden halten, Grundsatzprogramme verbreiten und Überzeugungen äußern, denen sie als Privatperson nach getanem Amtsjob krass widersprechen. So soll etwa unlängst ein langjähriger Minister seine Kontakte zur Bundeskanzlerin im Interesse eines deutschen Großkonzerns eingesetzt haben, was natürlich nie nachgewiesen werden kann, - im Falle von korruptiven Vorgängen ist dies sozusagen der Normalfall.
Von derselben politischen Gruppierung stammend setzen sich zahlreiche ehemalige Träger eines demokratischen Hochamts für ausländische Konzerne ein. An dieser Stelle ist mir das Grundsätzliche wichtig. Namen sind da nur Schall und Rauch, was Gier nach Geld bedeutet. Wie kommt es, dass über all das hinweg gesehen wird? Ob das eine demokratische Gesinnung beweist? Ob aus dieser Warte auch die von den „Pandora Papers“ aufgedeckten Vorgänge besser verstanden werden können? Dass einfach alles so bleibt wie es ist (konservativer Grundgedanke!) und sich nichts ändert an dem Verhältnis von Reich zu Arm? Je reicher die Reichen, desto mehr der Wohlstand für die Armen, so die Annahme der Trickle-Down-Theorie, die wohl auf den Gesellschaftsphilosophen Adam Smith zurück geht. Ad absurdum ist hat sich diese Theorie in jüngster Zeit viele Male selbst geführt. Vielleicht ist die parlamentarische Demokratie dazu nicht fähig, aber ändern hat sie diesbezüglich nichts können.
Freitag, 29. Oktober 2021
Zeit. Sich nehmen....Reloaded
Zeit. Was ist das? Haben oder nicht haben? Ich muss den Müll noch weg bringen. Etwas am kaputten Fernseher probieren. Programmieren. Aufräumen. Ich hatte da so einen Einfall...., dem muss ich nachgehen. Das Fahrrad reparieren. Da die Waschmaschine spinnt, den Monteur anrufen. Das Auto weg bringen. Das Auto abholen. Das Bad putzen. Staub saugen. Etwas Bestimmtes lesen, das ich mir vorgenommen habe und das unverzichtbar ist. Unbedingt. Einkaufen. Ich kann mich nicht dem widmen, was ich gerade mache. Ständig belastet mich das, was ich noch tun muss. Was ich mir vorgenommen habe. Ach, dringend die Birne im Korridor wechseln, sonst habe ich heute abend kein Licht..... Ein Freund. Wir sollten mal wieder etwas zusammen machen. Ja klar. Ich zerfasere, ich zerstreue mich, - im schlechten Sinne. Ich habe keine Zeit. Ob ich dagegen halten kann?
Sich raus ziehen aus diesen „Verpflichtungen“? Die Leute sind in Urlaub. Immer sind diejenigen in Urlaub, mit denen ich jetzt gerade sprechen will. Urlaub? Nicht da! könnte die bessere Bezeichnung sein. Ich mache Pläne. Doch ich renne ihnen dauernd nach und komme nicht nach. Ich kann nicht einlösen, nur: mir vornehmen. Nur zuschauen, ob ich mir das leisten kann? Ein schlechtes Gewissen dabei bekommen. Man müsste doch... etwas tun, aktiv sein, etwas ändern.... Darüber entwickelt sich schlechtes Gewissen. Man ist unter Umständen viel zu müde, um das zu tun. Nervöser Couchpotatoe. Ob das alles nur Ausreden sind, - vor sich selbst? Rechtfertigungen dafür, nichts zu tun? Prioritäten setzen. Aber sie auch durchziehen....Das wäre es!
Donnerstag, 28. Oktober 2021
Wohlstand, Wachstum, Fortschritt
Seltsam, jetzt wird wieder unverdrossen für die „Werte“ dieser Gesellschaft getrommelt, die ich ja offenbar auch nach der Dynamik des Weltmarkts richten muss. „Wohlstand, Wachstum und Fortschritt“ sind dabei Begriffe, die ich alle drei nicht teile, ja deren Gebrauch ich in jetzigen Zeiten geradezu für reaktionär halte. Was ist Wohlstand eigentlich? Dass sich jeder einen SUV leisten können muss? Der weit überwiegende Teil dieser Gesellschaft kann nicht einmal entfernt daran denken, weil er sein Geld fürs schiere Überleben braucht. Ach! Der Sozialstaat verhindert das für alle? Für alle? Die derzeitige Sozialgesetzgebung scheint mir solches mehr zu verhindern, als dass sie es fördert. „Wachstum“? Ist ja sowieso diskreditiert, weil die Ressourcen auf diesem unserem Planeten endlich sind und die Regierungen viel zu lange geschlafen haben, sich darauf einzustellen, - und zwar abseits der großartigen und wunderbaren Ingenieure, über die Deutschland verfügen soll und andere Staaten nicht. Ha ha. Das Märchen vom ständig weitergehenden Wachstum ist ausgeträumt! „Fortschritt“ ist eine Kategorie, die schon vor 100 Jahren abgewirtschaftet hatte. Mittlerweile sind die Nachteile des gemeinten Fortschritts mehr als offensichtlich, der Begriff muss völlig neu gedeutet werden.
Mittwoch, 27. Oktober 2021
Dienstag, 26. Oktober 2021
Wer ist so frei?
Eigentlich will ich das freie Spiel der Phantasie, die über die Mittel zur Umsetzung verfügt, die unwillkürlich in die Nähe dessen führt usw.. Ich will mich treiben lassen, in Gehirngespinsten, Kopfgeburten, Einfällen und Ausfällen, in sich langsam entwickelnden Verläufen, die etwas offenbaren können, von dem ich unter Umständen selbst überrascht bin. Trotzdem ist mir der derzeit so oft proklamierte Liberalismus an manchen Stellen suspekt, wenn er nämlich in weltfremden Selbstzweck ausartet. Sollen doch die Individuen selbst entscheiden, wohin sie gehen und was sie machen….Wer eigentlich solle bestimmen, wohin jemand zu welchem Zweck gehe…? Das hatte ich zuletzt von einem Vorzeigeliberalen gehört. In der Praxis sieht es ja wohl so aus, dass Individuen zu einem hohen Prozentsatz auf Geheiß eines Arbeitgebers etwas machen oder dass sie sich in Sachzwänge eingespannt fühlen, dass sie zu einem bestimmten Zeitpunkt irgendwo sein sollen, da im anderen Fall die Entlassung durch den Herren im dunklen Anzug droht. Mit der Freiheit des Liberalismus scheint es jedenfalls in der realen Welt nicht so weit her zu sein
Montag, 25. Oktober 2021
Sportgebaren
Diese Wintersportevents setzen jetzt wieder ein. Ich will deshalb noch über die Gelegenheit zur Flucht, die dieser Leistungssport zu eröffnen scheint, nachdenken: Diese Wintersporthelden, deren Rennen die TV-Sender dauernd übertragen, machen womöglich Werbung für die „Wintersportgebiete“ samt den sich an sie knüpfenden Zirkus und die Umgangsformen mit der Natur, - und damit für die Zerstörung der Alpen. Zudem scheint dabei auch noch eine Art Chauvinismus eingeübt zu werden. Mir fällt die Formulierung „die Deutschen“ auf, die „Gas geben“ sollen. Ob nicht allein schon diese Wortwendung etwas aussagt, was passe´ sein müsste? Besonders scheinen sich dabei die Ski-Helden und deren „Reporter“-Bewunderer hervor zu tun. All diese Sportfritzen samt Entourage verkörpern in extremer Weise das Leistungsprinzip. Es gilt das „Höher schnell weiter“, das zumindest jetzt, im Druck der Verhältnisse und „nach der Pandemie“ (?), von der Masse der Menschen etwas reflektiert sein müsste. Wir besichtigen Menschen im Tunnel, in einer Wahrnehmungsblase, deren Gesetze sie all voller Überzeugung den Anderen vorspielen. Bewunderung soll über sie herein brechen, weil sie in einem winzigen Bereich sich als „die Besten“ herausstellen sollen, die Schnellsten, die Tollsten.
Sonntag, 24. Oktober 2021
Fire in this Country (Songtext)
Samstag, 23. Oktober 2021
Valerie (36)
Ich erzähle das eigentlich nur, weil ich merke, dass du dich für mich interessierst, aber nicht nur wie all die andern, für den Star Valerie. Eigentlich weiß ich sogar das nicht mehr ganz genau. Deshalb geh’ ich auch raus und versuche, wildfremde Menschen kennen zu lernen: Keine Egomanen wie die, die glauben, sich die ganze Zeit über in der Öffentlichkeit profilieren zu müssen. Aber weshalb erzähl’ ich das alles?, - du kannst das vielleicht gar nicht verstehen….Sie nahm ihn bei den Händen und zog ihn in Richtung einer Tür’. Noch im Gehen sagte er diesmal wirklich ernst: „Ich verstehe dich wirklich gut. Wir leben auf verschiedenen Ebenen und auf verschiedene Weisen – genau gleich! Oder? Und er dachte noch, dass dies vielleicht der Grund gewesen sei, wieso er sie von Anfang an verstanden und eine Sympathie für sie aufgebracht, sich von ihr verstanden gefühlt hatte. Sie zog ihn auf eine ekelgrüne Liege und machte ihm, als sei das die größte Selbstverständlichkeit, die Hose auf. Mit einem Male setzten seine Gedanken aus und etwas anderes trat an ihre Stelle. Ihr Mund, ihre Lippen wurden größer, und es war ein einziges „Sesam öffne dich“. Er ging hinein und ließ sich mit den intensivsten Gefühlen bescheren. Er war in einem hohen Maße sich selbst und gleichzeitig identisch mit ihr. Er kostete exotische Früchte. Er flog wie auf den Schwingen einer Möve, außer sich und in sich.
Freitag, 22. Oktober 2021
Donnerstag, 21. Oktober 2021
Momentaufnahme - reloaded
Mittwoch, 20. Oktober 2021
Von Stars und Prominenten - reloaded
Hierzulande scheint man sich angesichts der krisenbedingten Ereignislosigkeit und den diesbezüglichen News vor allem mit dem Befinden der „Stars und Prominenten“ zu befassen. Ein kleiner Blick nur in das „Unterschichtenfernsehen“ scheint mir da recht aufschlussreich. Wer mit wem und wer ist schwanger? Wer hat welche Villa gekauft? Namen, die ich nie gehört habe, die aber an anderer Stelle als sehr vermögend (zum Teil mit aufschlussreichen Zahlen) vorgestellt werden, prägen die Lage. Ob so etwas eine bestimmte Funktion hat, haben könnte? Ob da etwas abgedeckt werden soll, ob der Verdrängung Vorschub geleistet werden soll, ob Leute in eingebildete Paradiese "entführt" werden sollen. Ob es die Mär' befördern soll, dass du es in dieser Gesellschaft schaffen kannst, wenn du nur willst? Den Leistungsantrieb befördern? Der alte amerikanische Traum? Nun ja, mittlerweile scheint er selbst in den USA selbst nicht mehr so recht zu funktionieren. Die Reichen scheinen immer reicher zu werden, die Armen immer ärmer. Globales Phänomen. Die ausgestellten Vorzeigepersonen funktionieren auch nicht mehr so richtig. Die erhobenen und gelegentlich auch geschönten Zahlen bzgl Reich und Arm scheinen mir erschreckend zu sein.
Ob dieser als „Erfolg“ ausgegebene „Traum“ vor allem die als Erfolgsorientiertheit ausgegebene Rücksichtslosigkeit und den Egoismus transportieren soll? Ob Dynamik“ da das richtige Stichwort ist? Leute, die was tun - und Leute, die halt träge sind? Ob da auch die Sozialisation und eingeübtes Verhalten eine Rolle spielt? Ob diese Leute, die „es geschafft haben“, vor allem mit ihren Ellenbogen voran gekommen sind? Ob sie einen bestimmten Typus des Menschen verkörpern? Ob sie sich aufgespielt haben auf der gesellschaftlichen Bühne und dafür die notwendige Verächtlichkeit aufgebracht haben? Ob so etwas wirklich ein Modell für uns sein kann?
Dienstag, 19. Oktober 2021
Was geht (Songtext)
Montag, 18. Oktober 2021
Selbstreferenz revisited
Sonntag, 17. Oktober 2021
Mondnacht (Jv Eichendorff)
Joseph von Eichendorff, "Mondnacht"
Es war, als hätt der Himmel
Die Erde still geküßt,
Daß sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müßt.
Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis die Wälder,
So sternklar war die Nacht.
Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.
(1837)
Samstag, 16. Oktober 2021
Sehnsucht (JvEichendorff1834)
Es schienen so golden die Sterne,
Am Fenster ich einsam stand
Und hörte aus weiter Ferne
Ein Posthorn im stillen Land.
5 Das Herz mir im Leibe entbrennte,
Da hab ich mir heimlich gedacht:
Ach, wer da mitreisen könnte
In der prächtigen Sommernacht!
Zwei junge Gesellen gingen
10 Vorüber am Bergeshang,
Ich hörte im Wandern sie singen
Die stille Gegend entlang:
Von schwindelnden Felsenschlüften,
Wo die Wälder rauschen so sacht,
15 Von Quellen, die von den Klüften
Sich stürzen in die Waldesnacht.
Sie sangen von Marmorbildern,
Von Gärten, die überm Gestein
In dämmernden Lauben verwildern,
20 Palästen im Mondenschein,
Wo die Mädchen am Fenster lauschen,
Wann der Lauten Klang erwacht,
Und die Brunnen verschlafen rauschen
In der prächtigen Sommernacht.-
Donnerstag, 14. Oktober 2021
Mittwoch, 13. Oktober 2021
Dienstag, 12. Oktober 2021
Was dies Blog betrifft reloaded
Montag, 11. Oktober 2021
Ego-Integration - reloaded
Sonntag, 10. Oktober 2021
Samstag, 9. Oktober 2021
Hamsterrad und Wachstum - reloaded
Freitag, 8. Oktober 2021
Valerie (35)
Ich weiß nicht, ob ich dir glauben soll, aber im Moment spielt das sowieso keine Rolle. Ab und zu sollte man daran arbeiten, sich ganz neu zu sehen, von vorne anzufangen. Man sollte nicht immer in eine einzige Richtung rennen. Ich dachte mal, als Schauspielerin hätte man am ehesten dazu Gelegenheit, könnte vieles für sich ausprobieren. Doch dann hat man es plötzlich mit einem Image zu tun, das einem diese Leute und der ganze Apparat aufdrängen. Und eines Tages identifiziert man sich mit dem Bild, das von dir gemacht wurde. Du scheinst nichts mehr dagegen tun zu können. Du lebst deine Rollen nicht mehr nach, sondern du spielst sie, so wie man etwas gelernt hat, wie jeden Beruf, mit Routine und Handwerk. Es gibt Schauspielschulen, die produzieren diese Handwerker zu tausenden. Ich würde sagen, dass das gewiss keine schlechten Schauspieler sind. Aber für mich geht das alles weiter als bis zu diesen Vorgaben. Ich identifiziere mich anders mit den Rollen, habe aber schon zu viele Kompromisse geschlossen, die ich eigentlich nicht wollte. Ach!, ich weiß nicht, was ich da rede! Nimm nicht alles für bare Münze! Ich kann dir alles vorspielen und mein Ich kennt sich manchmal selbst nicht.
Donnerstag, 7. Oktober 2021
"Wohlstand" - für wen?
Ja klar bin ich froh, dass ich in Deutschland lebe! Dieser Umstand ist es auch, der von politisch Verantwortlichen leider viel zu oft für Propagandazwecke eingesetzt wird („immer noch besser als anderswo in der Welt….“). Aber manchmal frage ich mich, ob es nicht besser sein könnte mit der Aufteilung des „Wohlstands“ in diesem „reichen“ Land. Die einen wissen kaum, wohin damit (Anlagenotstand). Die andern haben nichts und leben von der Hand in den Mund. Man nimmt das hin und soll stolz sein auf dieses Land. Ja klar, ist es schön! Aber leider nur für ein paar Privilegierte. Der Rest muss darum bangen, morgen etwas zu fressen zu haben. Ich halte solche Verhältnisse für eine Schande! Hemmungsloser Neoliberalismus!
Mittwoch, 6. Oktober 2021
Wo man steht.......
Man sitzt in seinem Loch und die Welt gleitet an einem vorbei: Soll man sich nun irgendwie anpassen und „woke“ sein, soll man Charakter beweisen, soll ich den „alten weißen Mann“ heraus hängen, den man auf gar keinen Fall sein darf und den ich trotzdem bin? Soll ich ein Vorbild sein, - für wen? Soll ich Lehren aus dem ziehen, was ich erlebt habe und dieses dann anderen Menschen andienen? Bin ich zu desillusioniert und zynisch, nehme ich die Dinge nicht mehr gebührend wahr, weil ich sie nicht für wahr halte? Halte ich viel zu viel für Theater, das sich in sich selbst erschöpft oder vor allem Imponiergehabe ist, über das ich nur noch lachen kann? Kann ich mir das leisten (oft in meinem Leben hätte ich mir das gar nicht leisten können…). Soll ich jetzt jemanden anrufen, mit dem ich eigentlich gar nicht reden will? Muss da ein sozialer Mechanismus endlich greifen bei mir? Das geht doch nicht, das kann doch nicht sein! Man amüsiert sich bei den Spässen von Spassmachern, muss dann aber feststellen, dass diese Leute sich nach ihrer Show verflüchtigen, die Verhältnisse um einen herum nicht gerade zum Lachen sind…...Man denkt über Vergangenheit nach, was man ja nach etlichen Ratschlägen nicht tun sollte. Man hat das alles erlebt und muss darüber staunen. Nie gedacht, dass es einen auf diesen, jetzt dominierenden Weg, bringen würde…..In was hat es einen da hinein getrieben? Wo steht man jetzt?
Dienstag, 5. Oktober 2021
Zeichen
Ich mag Worte und Wortfetzen, Formatierungen, die Einstellungen, Lebens- und Sinnwelten offenlegen und auch verfremdet sein können (z.b. Amtssprache, Fußballersprache, Leistungssport, Akademiker, Bildungssprache usw.). Ich interessiere mich für kurze Einlassungen, Phrasen und Wortklischees, die typisch sind, die etwas charakterisieren, die wie Chiffren wirken, für eine Richtung, für einen Zusammenhang. Da sind auch Spezialsprachen, Kürzel und Gefühlsausbrüche, die bezeichnend sind. Ich sehe genauer hin und versuche, einen Sinn zu erschließen, die Formierungen und Deformierungen zu erkennen, denen wir alle ausgesetzt sind und die wir nahezu unbewusst in den Bereich der Sprache übernommen haben. Dies mag oft grotesk und absurd wirken, ist aber nicht immer lustig.
Montag, 4. Oktober 2021
Im Großen und Ganzen
Großprojekte in Deutschland? Ob ihre Realisierung den demokratischen nur noch formal entspricht? Ob das in die Gedankenwelt und die typischen Vorstellungen von Politikern hinein führt? Das Muster dieser „Realisierung“ jedenfalls scheint ja inzwischen genügend bekannt zu sein. Zuerst wird alles schön geredet und schön gerechnet und in diesem Zustand den öffentlichen Gremien zum Abnicken vorgelegt. Die öffentlichen Aufträge werden sodann an Firmen vergeben, die „am billigsten“ anbieten, was sie nur unter Zuhilfenahmen von Subunternehmen aus sogenannten „Billiglohnländern“ halbwegs realisieren können. Dass am Ende nicht unbedingt immer nach Recht und Gesetz vorgegangen wird, dass z.b. „Schwarzarbeit“ eine immer wieder nachgewiesene Methode der Steuervermeidung (vom Staat!!!) und also Kostensenkung ist, scheint akzeptiert zu werden. Aber es ist ja sowieso alles genehmigt und abgenickt, auch wenn Verzögerungen und Verteuerungen erst (teils lange) danach auf den Tisch gelegt werden.
In Stuttgart ist die Diskussion auch nach einem landesweiten Volksentscheid immer noch im Gange, Jahre danach. Jedenfalls scheint niemand für nichts verantwortlich zu sein, solange die persönliche Kasse stimmt: Eine gängige Praxis bei der öffentlichen Hand. Stuttgart, Karlsruhe, Hamburg, Berlin, Bremen und viele andere Städte scheinen dafür anschauliche Beispiele abzugeben, aber auch der Alltag des Umgangs mit Behörden.
Sonntag, 3. Oktober 2021
Samstag, 2. Oktober 2021
Die im Schatten......reloaded
Mich stört schon seit längerem, dass in dieser hauptsächlich in 3 Teile geteilten Gesellschaft, diejenigen zunehmend nicht mehr sicht- und hörbar sind, die dem unteren Drittel angehören. Wer sich vor allem durch die ewig gleichen Gesichter repräsentieren und darstellen lässt, wer sich als unverzichtbar originell und maßgeblich darstellt, produziert, sind die Angehörigen der neuen Mittelklasse, also das alte begüterte Bildungsbürgertum, die Besitzbürger, die Beamten und bestallten Wichtigtuer, die neuen Dienstleister, die Unterhalter und Zeitvertreiber und die Emporkömmlinge jeder Provenienz. Sie drehen die Pirouetten ihrer Bildungsbeflissenheit und lassen sich gerne bedienen in der neuen Dienstleistunggesellschaft, in der sie auf diese Weise Arbeitsplätze schaffen. Sie zelebrieren das als Lebensstil, sie feiern ihre Vollgefressenheit und treten mit ihrem Luxus-Ich fortwährend in den Talkshows auf. Hinzu kommt noch der Kreis derer, die sich in dieser Gesellschaft als „prominent“ verstehen dürfen, die sich als Günstlinge dieses Systems darstellen können und die sich optimal angepasst haben an das, was gefordert ist: „Freies Unternehmertum“, Durchsetzungsfähigkeiten verbunden mit Rücksichtslosigkeit (ein amerikanischer Präsident würde auch noch die Bösartigkeit nennen). Sie haben „etwas aus sich gemacht“. Eine weitere Klasse der Wichtigs stellen „die Erben“ dar, die ihre hohe Bedeutung aus ihrem Stammbaum herleiten können. Das alles scheint okay zu sein, auch wenn es immer wieder vorkommt, das an einzelnen Stellen kritisiert wird. Dass aber durch das Auftreten all dieser Wichtigs eine ganz bestimmte Sicht der Wirklichkeit geschaffen wird, dass sie die Köpfe beherrscht und einseitig das Bewusstsein prägt, das führt zu allerlei gesellschaftlichen Ausbrüchen, zu Disfunktionen und zu als nicht ganz bewältigt hinunter geschluckten Brüchen.
Freitag, 1. Oktober 2021
Machtfragen
Spitzenpolitiker scheinen schon mal ihre Meinung in kürzester Zeit zu ändern, wenn es um ihre Kandidatur für ein wichtiges Amt geht. Natürlich aus reinem Pflichtgefühl…. "Es geht um Inhalte, nicht um Personen" (Wir können es nicht mehr hören) Dass dies zur Verwirrung und zum Zweifel an ihrer Glaubwürdigkeit beitragen könnte, scheint ihnen auch nach dem "Wahlkampf" nicht in den Sinn zu kommen. Stattdessen könnte einen der Verdacht beschleichen, dass es in Wirklichkeit um Machtfragen geht, um Posten und Kohle. Er wolle "gestalten", hat dazu ein bekannter deutscher Politiker abgesondert, manche dieser Leute wollen auch endlich "was werden". Selbstverständlich wird dann von den PR-Strategen schnell ins Gespräch geworfen, dass sich ja in einer Demokratie die Zeiten und die Umstände ändern könnten, was auch eine Änderung der Einstellung eines Politikers nach sich ziehen dürfte. Danach erhebt sich die Frage: welche Umstände haben sich in welchem Zeitraum geändert? Dient solche Flexibilität der Sache? Wem dient das? Welche Rolle spielen dabei Machtfragen?




