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Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
Dienstag, 1. Mai 2018
Montag, 30. April 2018
Augenblicke
AUGENBLICKE
Augenblicke wenn du außer dir und doch so ganz bei dir bist, du suchst sie bisweilen. Aber sie kommen und gehen wann sie wollen. Du ahnst dass du eines Tages in eine andere Welt eingehen wirst, du schaust in die Wolken und wirst plötzlich ein Teil von ihnen, hinaus in den Weltraum, wo du ganz alleine bist, - alles eine Frage des Bezugspunktes, entrückt in andere Realität. Ein Lächeln, du versuchst sie festzuhalten, zu sammeln, wesentlich, "eigentlich" sein, magische Momente, was heißt das?: du bist du? weniger als ein Staubkorn im Universum, du wartest auf etwas Wunderbares, eine "Grenzüberschreitung", ein "Abenteuer"?, etwas Anderes, wo findet man das?: die Suche, die Ferne, das Uneingelöste, den Augenblick genießen, das Unendliche, das Nichtmitteilbare, dein Persönliches, deine Welt erweitern in Richtung auf deine Phantasie, aber nicht die trivialen Medienphantasien von der Stange sondern deine ureigenen, deine Reise, wohin bist du noch unterwegs?
Dieses "in Bewegung sein" ist dir wertvoll, du willst dich noch eines Tages „verwirklichen“, mit dir selber identisch werden, dieser Drang ist dir angeboren: du hast davon geträumt, solange du denken kannst, lange hast du gedacht, das andere Leute diesen Drang, dieses persönliche Versprechen genauso mit sich herumtragen. Aber da ist nur Dumpfheit, die "normale" Dumpfheit, die allmächtige Alltäglichkeit, der Strom der Selbstverständlichkeiten, der Konventionen. Das macht dich fremd, du fällst dauernd heraus aus deren small-talk-welt. Da ist der unbegreifliche "Andere", - " die Hölle, das sind die Anderen" sagte sinngemäß Sartre, der beispielhafte Erfolgsgeistesmensch. So etwas kann man objektivieren, von sich selbst absehen überhaupt, ist nicht schon die Erkenntnisrichtung völlig subjektiv?, die kulturellen Wertungen bringen uns um unsere persönliche Unmittelbarkeit, (es gilt das „nicht sentimental sein“, Wichtiges aussagen, originell sein, nicht banal, der Intellektuelle ist darauf programmiert, er kennt das Bücherbewusstsein, den sprachlichen Diskurs...usw.......du spürst: das Leben ist anders, ästhetische Probleme sind tatsächlich sekundär, das was du bist, das Tatsächliche ist etwas, das sich damit beist.
Mittels eines Buches hast du sie schon gehabt, diese Augenblicke. Der Schriftsteller schien deine Welt zu teilen, von deinem Persönlichen zu wissen: endlich jemand, der auch davon weiß. Aber dann liest du irgendein Interview von ihm, er sagt furchtbar gescheite Sachen, aber aus dem Ganzen ist überhaupt nichts von dem zu entnehmen was du bei ihm festzustellen geglaubt hast. Der ist dir fremd. Der lebt doch in einer ganz anderen Welt. Die Eitelkeiten, die Pfauenräder verstellen immer wieder den Blick auf das, was dich interessiert. Im Resultat bleibt ein Graben zwischen uns. Ja, dieser alte Traum, sich mit jemandem perfekt zu verstehen, eine Art absolute Gemeinsamkeit herzustellen. Auch eine der Lockungen, die du nie wirst endgültig abhaken können. So oft schon hereingefallen weißt du eigentlich genau um deren prinzipielle Unerfüllbarkeit. Du bist daneben, es gelten andere Spielregeln, du lebst tatsächlich in deiner Nebenwelt und versuchst, diese Augenblicke zu sammeln. Wieso eigentlich das Bedürfnis, das alles Mitzuteilen. Eitelkeiten? Irgendeine Wichtigkeit vermutend, der eigenen Person, oder der Mitteilung? In einer "Informationsgesellschaft", in der kaum noch jemand all diese Reize ordnen, geschweigedenn verarbeiten kann? Wo sollte das Interesse sein? Das Interesse, das Aktionen auslösend kommerziell verwertbar ist?. Du bist umsonst. Wahrlich umsonst.
Sonntag, 29. April 2018
Was geht (Songtext)
Was geht
Du gehst nach draußen
und spürst den Boden unter Dir,
Du merkst wie Du gehst
Was geht da?
Was geht?
Wer ist das?
Du gehst weiter....
stellst Dir lauter Fragen
die sich langsam verwischen in Dir
die einsickern in Deine Gedanken
Dein Empfinden
Du bist jetzt hemmungslos bei Dir selbst
und legst doch auf Selbsterfahrung keinen Wert
kannst das alles nicht mehr leiden
bist müde dieser elenden Finten
du willst dich nur kurz begreifen
an diesem Tag
in diesem Moment
du willst die Zeit nicht vergessen
die du heute anderen wieder verkauft hast
gerade so als sei's eine Notwendigkeit
als Rechtfertigung deiner Existenz
Du spürst ein Auge in Dir
wie es dich anschaut
Dich, - wer bist du
tausende gehen jeden Tag
du bleibst
hast dich an das Bleiben gewöhnt
so ist das
eines Tages wirst auch du gehen
ganz alleine
und alles um dich herum wird alles dasselbe sein
es geht weiter mit Dir.....
Du gehst nach draußen
und spürst den Boden unter Dir,
Du merkst wie Du gehst
Was geht da?
Was geht?
Wer ist das?
Du gehst weiter....
stellst Dir lauter Fragen
die sich langsam verwischen in Dir
die einsickern in Deine Gedanken
Dein Empfinden
Du bist jetzt hemmungslos bei Dir selbst
und legst doch auf Selbsterfahrung keinen Wert
kannst das alles nicht mehr leiden
bist müde dieser elenden Finten
du willst dich nur kurz begreifen
an diesem Tag
in diesem Moment
du willst die Zeit nicht vergessen
die du heute anderen wieder verkauft hast
gerade so als sei's eine Notwendigkeit
als Rechtfertigung deiner Existenz
Du spürst ein Auge in Dir
wie es dich anschaut
Dich, - wer bist du
tausende gehen jeden Tag
du bleibst
hast dich an das Bleiben gewöhnt
so ist das
eines Tages wirst auch du gehen
ganz alleine
und alles um dich herum wird alles dasselbe sein
es geht weiter mit Dir.....
Samstag, 28. April 2018
Nur Zahlen
Ob
diese Zahlen stimmen? Natürlich könnten sie auf diese und jene Art
unsere Realität prägen, sie strukturieren, ihr einen Rahmen
abgeben. In diesem Falle sind sie beliebig heraus gegriffen aus einem Flow, der uns dauernd umgibt. In letzter Zeit. Einfach so. So sollen in
Deutschland inzwischen 70% aller Güter auf der Straße transportiert
werden. 1,3 Millionen Lastwagen donnern täglich über unsere
Straßen. Nicht zuletzt die Zahl der beträchtlichen Unfälle mit
Todesfolge scheint eine Folge davon zu sein und kann uns in unserem
Dasein ganz entscheidend beeinflussen. Sie könnte uns sogar in
unserer Existenz treffen. Immerhin: Seit 2015 sind sogenannte
Abstandsmelder in LKWs Pflicht. Sie sollen Auffahrunfälle
vermeiden und den LKW sehr schnell zum Stehen
bringen. Blöd nur, dass diese „Abstandsmelder“ oft abgeschaltet
werden. Das erleichtert das Fahren auf der Autobahn enorm und auch
sonst bremsen diese Dinger nicht dauernd. Aber wieso auch nicht?
Allzu großes Risiko scheint nicht damit verbunden zu sein. Überwacht
werden Misstände ja kaum. 230 Kontrolleure überwachen anscheinend
12 000 Km Autobahnen. Die dabei zu verhängenden Bußgelder sind für
die „Profis“ ein schlechter Witz. Das kann nicht sein, so dachte
ich mir. So denke ich mir. Das darf nicht wahr sein. Seit Jahren würde die Straße immer
billiger gemacht und die Bahn immer teurer, so heißt es. Erst neulich wurden
hunderte von Güterbahnhöfen geschlossen. Tausende sollen von der
Schließung bedroht sein. Aus. Babbela. Wird nicht mehr per Bahn
bedient. Da müssen jetzt LKWs ran. Das alles kann nicht wahr sein.
Auch bei der Bundeswehr scheint einiges im Argen zu liegen. Das geht
aus einem Bericht des Bundesrechnungshofes hervor, der nur für kurze
Zeit und mit ein paar Zeilen in den Medien war. So sollen unter anderem anscheinend Simulatoren für die
Eurofighter nicht genutzt worden sein. Außerdem verschwendete die
Bundeswehr für die Aktualisierung von Software ihrer Fregatten viel
Geld. So erhöhten sich die Kosten pro Schiff (!) von 6 auf 30
Millionen Euro. Nur eben mal so. Und so weiter. Nun ja, dabei scheint
es um ein paar zig Millionen Euro nicht anzukommen. Jedenfalls leben ein paar Leute diesen Style. Ob das alles nicht eine Distanz herstellt? Ob diese Distanz nicht so etwas wie Populismus nach sich zieht? Das alles kann nicht wahr sein.
Auch die folgende
Zahl kann ja wohl nicht ganz stimmen: 1 % der Weltbevölkerung
besitze inzwischen so viel wie der ganze Rest zusammen, so wird
kolportiert. Ob das im Sinne aller ist, wie gerne behauptet wird?
Woher solche Auswüchse wohl kommen könnten? Ob wir nicht alle ein
Skelett durch die Gegend tragen? Wo sonst noch Gemeinsamkeiten zwischen uns liegen
könnten? Die guten Skelette haben gute Namen, die schlechten schlechte. Alle Menschen sind gleich? Zahlen umschwirren uns. Welche
wohl stimmen? In wessen Interesse sie wohl verbreitet werden? Wer
kann kontrollieren, ob sie richtig oder falsch sind? Ob sich immer
mehr Instanzen und „Agenturen“ dazwischen drängen, die gewisse
Zahlen mit gewissen Interessen verknüpfen? Ob das alles
Verschwörungstheorien befördert? Vielleicht auch den sogenannten
„Populismus“, gegen den doch alle sind?
Freitag, 27. April 2018
Donnerstag, 26. April 2018
Einzigartigkeit
Eine
Mode unter denkenden Menschen scheint es derzeit, über
„Singularitäten“ zu sprechen und zu labern. Natürlich ist so etwas
gerne ein bisschen gestützt durch Buchneuerscheinungen. Es geht bei
„Singularitäten“ um Einmaligkeiten, um Besonderheiten, um
Außergewöhnliches, um - ökonomisch ausgedrückt ….
„Alleinstellungsmerkmale“. Außergewöhnliche Urlaubsorte.
Extremsportarten. Biolebensmittel. Kreativität. Hinterfragung von
Geschlechterrollen, überhaupt „Rollen“. Das Zeitalter der
straffen Organisation sei vorbei, es gehe jetzt um die Schaffung
neuer und für den Status „unserer“ Gesellschaft kennzeichnender
Werte. Es gehe wieder einen Schritt heraus aus der „Entfremdung“
(Marx feiert Jubiläum). Es gehe nicht um Erfüllung vorgegebener
Normen, sondern um möglichst phantasievolle Abweichung und deren
Inszenierung. Ein bisschen Selbstverwirklichung, das schon. Es gehe
vor allem um „Erfolg“ im „Wettbewerb“. Man ist selbst
Unternehmer, also der Ausbeuter, mit dem man dem „Strukturwandel“
begegne. Man wird zum Ausbeuter, oft seiner selbst. Es geht darum,
sich in seinem persönlichen Stil von den anderen zu unterscheiden.
Lifestyle. Abgrenzen. Nicht berechenbar sein. Sich außerhalb der
Industrie und ihren scheinbaren Gesetzmäßigkeiten bewegen. Dem
Dienstleistungsbereich Dienste leisten. Kommunikation ins eigene
Machen und Tun einbeziehen. Es ausnutzen, als Einzelkämpfer
benutzen. Nicht zum Außenseiter, sondern zum optimal dem Zeitgeist
angepassten Menschen werden. Bloß nicht abkippen in die Unterklasse
der Menschen als Verlierer, die sich nur mühsam über Wasser halten
können und ihre Identität verloren haben! Nicht sein wie „die
anderen“. Nicht dem Standardisierten verfallen, dem Allgemeinen,
dem Gleichen! Individualität betonen! Bildung mitnehmen! „Angesagt“
sein. Gewinner bei der Polarisierung sein.
Mittwoch, 25. April 2018
Uns geht es gut
Ich stehe an der Seitenauslinie und beobachte: Ganze
Gegenden und Regionen werden abgehängt, Krankenhäuser, Banken,
Gerichte, Arztstandorte werden geschlossen, Verwaltungseinheiten
„rationalisiert“ und neu organisiert. Buslinien werden nicht mehr
„bedient“. Die Wirtschaft macht Profit, wie vom System vorgesehen
und politisch gewollt. „Uns geht es gut“ als Dogma, das für
besondere Leute ganz besonders gilt. Behörden geben sich arrogant,
„verwalten“ von oben herab und wollen Demokratie neu einüben und populistische Tendenzen abwehren,
sie fahren Doktortitel und Professoren (mnchmal sind sie auch falsch) auf, sie verfügen,
beschließen, setzen nach den Richtlinien ihrer Vorsteher und vorgelagerten Ministerien durch, entscheiden einsame Beschlüsse, schieben
Sachzwänge vor, sehen die Verantwortung bei anderen, verschanzen
sich hinter juristischen Phrasen, die niemand versteht. Die
Infrastruktur gewisser (vor allem ländlicher) Gebiete verfällt aber
während dieser Zeit regelrecht,....Uns geht es gut. Man sollte nicht
alles schlechtreden, was doch im Großen und Ganzen so ganz und gar toll läuft.
Ministerpräsidenten und politische Entscheidungsträger fahren mit riesigem Gefolge, mit Referenten, Sprecher, Polizei und Sicherheitsleuten in Kolonnen riesiger Limousinen vor und vorbei und vorüber, lassen Termine zu Gesprächen ausmachen, die sie sodann nicht einhalten. Sie blocken ab, beschwichtigen, wiegeln ab, nutzen die Lage (aus), versuchen, Stimmen zu gewinnen, Bürgerinitiativen zu beschwichtigen, demonstrieren Bürgernähe und „Stallgeruch“, sind bei „Events“ dabei, lassen sich Unterschriftenlisten unterbreiten oder vorlegen, sie schütteln Hände, lassen sich erklären, lächeln professionell, hören zu, „fischen ab“. Fahren wieder ab in Richtung ihrer Festungen, die sie vor allem den „gewählten“ Leuten in Berlin und der nächsthöheren Hierarchiestufe zu rechtfertigen haben. Örtliche Vertreter der Parteien führen Gespräche, machen sich gemein, geben sich demokratisch und volksnah und - können sodann offenbar doch nichts tun. Die Durchlässigkeit von Informationen ist halt nicht ganz gewährleistet. Es werden Millionen und Milliarden Euro verschwendet, öffentlich durch machtlose Rechnungshöfe bestätigt und in Bürgerdialogsimulationen durchgehechelt.
Die Strukturen der scheinbaren „Alternativlosigkeit“ und der Sachzwänge sind scheinbar stärker als anderes. Was "alternativlos" sei, darüber entscheiden die Mächtigen. Es herrscht Ignoranz und Arroganz der Macht, auch wenn sie scheinbar nur auf Zeit verliehen ist, sie waltet und breitet sich aus, sie tötet ab, produziert Wut und Resignation. Abstände zwischen Lebenswelten werden größer und hinterlassen ein Gefühl der Fremde. Anliegen werden zerredet in Gesprächen mit Nach- und Untergeordneten, mit lakaienhaft funktionierenden Untergeben des Apparats, der in sich aufgesaugt hat, sie verpuffen, prallen an staatlich wohlbestallter und pensionsgestützter Ignoranz ab.
Aber: „Uns geht es gut“. Wir sollten nicht alles schlechtreden, auch wenn wir das Gefühl haben, es herrsche die "Ruhe vor dem Sturm". Die doppelte Moral gewisser Entscheidungsträger scheint uns kein gutes Zeichen zu sein. Aber wir scheinen daran nichts ändern zu können. Die Verbindung der Kommunalvertreter oder Kommunalpolitiker „nach oben“ scheint nicht sehr von Einfluss geprägt zu sein. Begehren werden gefiltert durch Stufen der Hierarchie, sie werden abgefedert, abgemildert, verdünnt und sie zerfließen, Vertreter von Bürgerinitiativen und Begehren der „Zivilgesellschaft“ fühlen sich angesichts dessen hilflos. Mitglieder einer rechtsgerichteten Protestpartei nutzen die Lage der Unzufriedenheit aus, geben sich volksnah, nutzen die Lage mit allerlei populistischen Methoden, sind dabei, sind anwesend, wenn sich etwas regt und tut. Sie saugen ein Potential der Unzufriedenheit auf, sie absorbieren Stimmungen und nutzen sie aus. Sie setzen sich für lokale und regionale Belange ein, sie sind bei Protestversammlungen gegen Schließungen und Verödungen der Infrastruktur dabei, sie sind dabei beim „Begehren“ und scheinen sich für direkte Demokratie einzusetzen und werben für ihre Partei. Sie formulieren in Reden mit steilen Thesen, wie sie die Lage einschätzen. Sie wiegeln auf und zentrieren den Protest, sie geben ihm Ausdruck, sie geben sich lebensnah heimatverbunden und gießen daraus volkstümliche Reden. So werden langsam Prozentzahlen, Einfluss und Macht daraus. Oder Widerstand.
Ministerpräsidenten und politische Entscheidungsträger fahren mit riesigem Gefolge, mit Referenten, Sprecher, Polizei und Sicherheitsleuten in Kolonnen riesiger Limousinen vor und vorbei und vorüber, lassen Termine zu Gesprächen ausmachen, die sie sodann nicht einhalten. Sie blocken ab, beschwichtigen, wiegeln ab, nutzen die Lage (aus), versuchen, Stimmen zu gewinnen, Bürgerinitiativen zu beschwichtigen, demonstrieren Bürgernähe und „Stallgeruch“, sind bei „Events“ dabei, lassen sich Unterschriftenlisten unterbreiten oder vorlegen, sie schütteln Hände, lassen sich erklären, lächeln professionell, hören zu, „fischen ab“. Fahren wieder ab in Richtung ihrer Festungen, die sie vor allem den „gewählten“ Leuten in Berlin und der nächsthöheren Hierarchiestufe zu rechtfertigen haben. Örtliche Vertreter der Parteien führen Gespräche, machen sich gemein, geben sich demokratisch und volksnah und - können sodann offenbar doch nichts tun. Die Durchlässigkeit von Informationen ist halt nicht ganz gewährleistet. Es werden Millionen und Milliarden Euro verschwendet, öffentlich durch machtlose Rechnungshöfe bestätigt und in Bürgerdialogsimulationen durchgehechelt.
Die Strukturen der scheinbaren „Alternativlosigkeit“ und der Sachzwänge sind scheinbar stärker als anderes. Was "alternativlos" sei, darüber entscheiden die Mächtigen. Es herrscht Ignoranz und Arroganz der Macht, auch wenn sie scheinbar nur auf Zeit verliehen ist, sie waltet und breitet sich aus, sie tötet ab, produziert Wut und Resignation. Abstände zwischen Lebenswelten werden größer und hinterlassen ein Gefühl der Fremde. Anliegen werden zerredet in Gesprächen mit Nach- und Untergeordneten, mit lakaienhaft funktionierenden Untergeben des Apparats, der in sich aufgesaugt hat, sie verpuffen, prallen an staatlich wohlbestallter und pensionsgestützter Ignoranz ab.
Aber: „Uns geht es gut“. Wir sollten nicht alles schlechtreden, auch wenn wir das Gefühl haben, es herrsche die "Ruhe vor dem Sturm". Die doppelte Moral gewisser Entscheidungsträger scheint uns kein gutes Zeichen zu sein. Aber wir scheinen daran nichts ändern zu können. Die Verbindung der Kommunalvertreter oder Kommunalpolitiker „nach oben“ scheint nicht sehr von Einfluss geprägt zu sein. Begehren werden gefiltert durch Stufen der Hierarchie, sie werden abgefedert, abgemildert, verdünnt und sie zerfließen, Vertreter von Bürgerinitiativen und Begehren der „Zivilgesellschaft“ fühlen sich angesichts dessen hilflos. Mitglieder einer rechtsgerichteten Protestpartei nutzen die Lage der Unzufriedenheit aus, geben sich volksnah, nutzen die Lage mit allerlei populistischen Methoden, sind dabei, sind anwesend, wenn sich etwas regt und tut. Sie saugen ein Potential der Unzufriedenheit auf, sie absorbieren Stimmungen und nutzen sie aus. Sie setzen sich für lokale und regionale Belange ein, sie sind bei Protestversammlungen gegen Schließungen und Verödungen der Infrastruktur dabei, sie sind dabei beim „Begehren“ und scheinen sich für direkte Demokratie einzusetzen und werben für ihre Partei. Sie formulieren in Reden mit steilen Thesen, wie sie die Lage einschätzen. Sie wiegeln auf und zentrieren den Protest, sie geben ihm Ausdruck, sie geben sich lebensnah heimatverbunden und gießen daraus volkstümliche Reden. So werden langsam Prozentzahlen, Einfluss und Macht daraus. Oder Widerstand.
Dienstag, 24. April 2018
Leute (1)
Ich
mag keine Leute, die glauben, ihre psychischen Defizite und ihren
Willen zur Dominanz an Anderen ausleben zu müssen. Die hinterlistig sind
und Mobbing betreiben, um einem von vorne ins Gesicht zu lächeln und
hintenrum zu hetzen. Die wirtschaftlich Abhängige treffen wollen,
weil sie sie für undurchdringlich oder stark halten (was eine
Bedrohung ihrer eigenen Position bedeuten könnte). Die ihrer Peergroup
fortwährend ihre Identität bestätigen müssen durch hierarchische
Verhältnisse). Die sich die Lüge zu eigen gemacht haben und sie so
vollkommen internalisiert haben, dass sie sie für sich selbst als
normal definiert haben. Die auf jede Infragestellung allergisch
reagieren, wenn sie nicht im von der Peergroup definierten Ton
gehalten ist. Die sich die Definitionsgewalt darüber einbilden, was
tolerant sein könnte. Die einseitige Geschmäcklerei und persönliche
Vorteilsnahmen bis zur Korruption als „Engagement“ verkaufen. Die
sich in ihre Obsessionen (gemeinsam) reinsteigern und das immer
wieder im gegenseitigen Versichern ihrer Gemeinsamkeiten bestärken
müssen. Karriereschleicher, die über Leichen gehen, und das nach
außen als besonders „geschmäcklerische“ Kultur verkaufen
wollen. Die dieses „Eine-Hand-wäscht-die andere“ nicht nur
zu ihrer zweiten, sondern zu ihrer ersten Natur gemacht haben.
Die keinerlei Charakter haben, sondern anpasserische Geschäftemacher
sind, die über die ihnen nicht genehmen Menschen abkotzen. Die alle
anderen im Grunde für Idioten halten. Die teilnehmen am Strom der
selbsternannten Wichtigkeiten. Sich und sein Selbstverständnis
darstellen. Nach allen Seiten gesprächsbereit (bei ihnen heißt das oft:
korrumpierbar) sein.
Montag, 23. April 2018
Schopi über den Tod (11)
„Die Einstellung der animalischen Funktionen ist der Schlaf, die der organischen der Tod“. Jeder Tag ist ein kleines Leben, - jedes Erwachen und Aufstehn eine kleine Geburt, jeder frische Morgen eine kleine Jugend und jedes zu Bette gehen und Einschlafen ein kleiner Tod. So ist denn endlich auch das Einschlafen ein täglicher Tod und jedes Erwachen eine neue Geburt. Ja, um es ganz durchzuführen, könnte man die Unbequemlichkeit und Schwierigkeit des Aufstehens als die Geburtsschmerzen betrachten. Der Schlaf ist ein Stück Tod, welches wir vorwegnehmend borgen und dafür das durch einen Tag erschöpfte Leben wiedererhalten und erneuern. Der Schlaf borgt vom Tode zur Aufrechterhaltung des Lebens - oder: er ist der einstweilige Zins des Todes, welcher selbst die Kapitalabzahlung ist. Dies wird umso später eingefordert, je reichlichere Zinsen und je regelmäßiger sie gezahlt werden“ (aufgelesen und notiert bei Artur Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung)
Sonntag, 22. April 2018
Samstag, 21. April 2018
"Framing" und Sprachverwirrung (2)
In der Fortsetzung meines
Blogs über „Framing und Sprachverwirrung“ frage ich mich, ob
nicht der Begriff „Klimawandel“ schon in sich eine Verharmlosung
führt. Wer sich damit auch nur oberflächlich beschäftigt, dass von
einem „Wandel“ keine Rede sein kann. Es geht wohl eher um eine
harte Bedrohung, um ein Verhängnis und eine Gefahr. Genauso bedeuten
in der Wirtschaft „Flexibilisierung“ eine Freisetzung der Markt-
und Wettbewerbskräfte ohne jeden Eingriff der Politik, die ja wohl
die Allgemeinheit vertreten müssten. „Restrukturierungspläne“
führen sehr häufig zu Entlassungen, der Managersprech versucht
bewusst mit solchen Täuschungen zu hantieren. Scheinbar
„alternativlos“ präsentiert sich solches Gewäsch. Es geht um
sprachliche Verpackung und das sprachliche „Einkleiden“ von
Phänomenen. So kann etwa eine verschimmelte Bruchbude auf dem
Immobilienmarkt in eine „Künstlerwohnung“ gewandelt werden. Bei
Kontaktanzeigen präsentieren sich gerne „Freiheitsliebende
Lebenskünstler“, die in Wirklichkeit oft nur nur beziehungscheue
Egoisten sind. Es geht darum, mit Worten in eine bestimmte Richtung
zu lenken (bei gleichbleibendem Inhalt). Das gilt besonders intensiv
in der Politik. Der „Solidaritätszuschlag“ mag gewiss positiver
klingen als „Zwangsabgabe“. Sie sagen „Humanitäre
Intervention“ und nicht Angriffskrieg, Der „Sicherheitspartner“
meint oft oft genug den früheren „Feind“ usw.
Freitag, 20. April 2018
"Framing" und Sprachverwirrung (1)
Dass man Sprache missbrauchen kann, dass das „Framing“ (also das sprachliche Verkleiden) von Vorgängen die perfekte Täuschung bewirken kann, davon gibt uns die globale Gegenwart viele Beispiele. Doch sehen wir uns in unserer unmittelbaren Umgebung um! „Reform“ und „Flexibilität“: Was waren das für positiv besetzte Begriffe! In der Zeit von Willy Brandt als Kanzler („mehr Demokrtie wagen“) stand er für eine allgemeine Demokratisierung, für einen Aufbruch und eine gemeinsame Annäherung an ein Ziel. Reform stand damals für die Hoffnung auf eine bessere Welt und die schrittweise Annäherung daran, für mehr Freiheit, Mitbestimmung unsd Gerechtigkeit.
Mittlerweile ist die Sprache durch Politiker- und Technokratensprech so verhunzt, dass der Begriff für allerlei Zumutungen für die Benachteiligten steht und eindeutig negative Folgen zu zeitigen scheint. Wenn Macron in Frankreich nun „Reformen des Arbeitsmarktes“ plant, dann könnte das im ungünstigsten Falle Veränderungen im Stile der deutschen AGENDA 2010 sein. Solche Reformen könnten dann auch „Flexibilisierungen“ des Arbeitsmarktes mit sich bringen, das heißt: sogenannte Deregulierungen, die meist die Benachteiligten auszubaden haben. Derjenige, der am längeren Hebel sitzt (und das sind derzeit eindeutig die Arbeitgeber), kann schalten und walten, wie er will. Für die sprachliche Begleitung sorgen PR-Agenturen, die erst der Verschleierung und dann der Umwertung das Wort reden. Sie haben sich weitgehend dessen bemächtigt, was die Allgemeinheit unter „Kommunikation“ versteht. Donald Trump geht damit um, indem er alles, was ihm nicht passt, zu „Fake-News“ erklärt. Es ist ein ganzes System der Deutung von Wirklichkeit, dem andere eigentlich nur ihre „Wahrheit“ gegenüber stellen können, also etwas positiv Besetztes.
Donnerstag, 19. April 2018
Mittwoch, 18. April 2018
Mensch und Tier
Man kommt ins Grübeln: Was überhaupt ist
Kommunikation? Das soziale Geräusch? Der Austausch an Information,
Kultur? Eine Gleichgerichtetheit? Ein gegenseitg in sich
hineinversetzen können? Ich weiß nicht, ob sich ein Hund in
mich hinein versetzen kann. Er hat seine eigene Welt. Ist es eine
kleine Welt? Er kann meine Gefühle teilen. Er kann das "rüber" bringen in meine Welt. Wir hingegen wollen alles
beherrschen. Wir sind die Schlauesten. Naturgemäß. Die Besten, die Erfolgreichsten. Was ist
Bewusstsein? Menschliches Bewusstsein? Symbolisiert Gott ein höheres
Bewusstsein? Das Tier hat die Frist, die ihm gegeben ist und es gibt
sich ihm hin. Es hat eine große Selbstverständlichkeit. Uns bleibt
der Schmerz, der Zweifel, der uns lähmt. Dieser Hund hat das Tun. Er wird
enttäuscht, reagiert aber „mechanisch“ darauf. Er nimmt das, er
nimmt die Aufgaben, die ihm gegeben sind, an,. Es ist für ihn das
Leben. Er ist im Einklang mit seiner Umwelt. Er gibt sein Bestes.
Mir hat damals der Film „Katzenmenschen“ gefallen, dieses sich Hineinversetzen, dieses durch die Augen eines Tieres blicken, der Reflex, die Grausamkeit, das Verrecken, - der Tod ist Teil dieser Realität... Empathie ist wesentlich für das Menschsein: sich in jemanden anderen, ein anderes Wesen hinein versetzen zu können. Die Isolation weitgehend überwinden. Antizipation. Könnte auch eine Stärke des Menschen sein.
Du hast damals Briefe an eine international bekannte Schauspielerin geschrieben. Es kam keine Antwort. Du wolltest dich selber durch den Austausch deiner Umwelt neu erfahren, du wolltest dich erweitern, weil du glaubtest, die Umwelt habe Rückwirkungen. Du bist aber ganz klein und billig gescheitert. An allem. Mit Hunden umgehen wie mit Menschen. Keinen Unterschied machen. Auch als „aufgeklärte“ Person. Schon mal gesehen, wie Tiere umgebracht werden, von einem Metzger, von einem Bauern, von einem beliebigen Schlachtermenschen, mit dem Hammer ein Lamm in den Kopf geschlagen? Ob man danach noch ein Schnitzel essen will?
Mir hat damals der Film „Katzenmenschen“ gefallen, dieses sich Hineinversetzen, dieses durch die Augen eines Tieres blicken, der Reflex, die Grausamkeit, das Verrecken, - der Tod ist Teil dieser Realität... Empathie ist wesentlich für das Menschsein: sich in jemanden anderen, ein anderes Wesen hinein versetzen zu können. Die Isolation weitgehend überwinden. Antizipation. Könnte auch eine Stärke des Menschen sein.
Du hast damals Briefe an eine international bekannte Schauspielerin geschrieben. Es kam keine Antwort. Du wolltest dich selber durch den Austausch deiner Umwelt neu erfahren, du wolltest dich erweitern, weil du glaubtest, die Umwelt habe Rückwirkungen. Du bist aber ganz klein und billig gescheitert. An allem. Mit Hunden umgehen wie mit Menschen. Keinen Unterschied machen. Auch als „aufgeklärte“ Person. Schon mal gesehen, wie Tiere umgebracht werden, von einem Metzger, von einem Bauern, von einem beliebigen Schlachtermenschen, mit dem Hammer ein Lamm in den Kopf geschlagen? Ob man danach noch ein Schnitzel essen will?
Dienstag, 17. April 2018
Montag, 16. April 2018
Verklärung (Georg Trakl, Lyrik)
Verklärung
Wenn es
Abend wird,
Verläßt dich leise ein blaues Antlitz.
Ein kleiner Vogel singt im Tamarindenbaum.
Verläßt dich leise ein blaues Antlitz.
Ein kleiner Vogel singt im Tamarindenbaum.
Ein
sanfter Mönch
Faltet die erstorbenen Hände.
Ein weißer Engel sucht Marien heim.
Faltet die erstorbenen Hände.
Ein weißer Engel sucht Marien heim.
Ein
nächtiger Kranz
Von Veilchen, Korn und purpurnen Trauben
Ist das Jahr des Schauenden.
Von Veilchen, Korn und purpurnen Trauben
Ist das Jahr des Schauenden.
Zu deinen
Füßen
Öffnen sich die Gräber der Toten,
Wenn du die Stirne in die silbernen Hände legst.
Öffnen sich die Gräber der Toten,
Wenn du die Stirne in die silbernen Hände legst.
Stille
wohnt
An deinem Mund der herbstliche Mond,
Trunken von Mohnsaft dunkler Gesang;
An deinem Mund der herbstliche Mond,
Trunken von Mohnsaft dunkler Gesang;
Blaue
Blume,
Die leise tönt in vergilbtem Gestein.
Die leise tönt in vergilbtem Gestein.
Georg Trakl
(Wie sehr er mir mit seinen Versen geholfen hat in schweren Stunden! Danke!)
Sonntag, 15. April 2018
Samstag, 14. April 2018
Als Primus tüchtig
Natürlich war da immer schon ein bisschen Neid
dabei. Die kassierten die Einser, waren in allem die Besten und
oberfleißig. Wir dagegen hatten Mühe, die Mindestanforderungen zu
schaffen. Eigentlich verachteten wir diese Leute, der Zeitgeist
schien auch etwas Anderes vom Menschen zu verlangen. Diese unbedingt
leistungsbereiten Geister: die mussten anscheinend sein, waren uns
selbst aber mindestens unangenehm. Wir nahmen sie nicht so richtig
ernst. Heute jedoch scheint sich vieles geändert zu haben. Ich
zitiere aus der Süddeutschen Zeitung ein Frauke-Petry-Porträt vom
13. Dezember 2017: Heute sei schnell klar, dass sie „schnell,
intelligent, verblüffend offen und unverschämt widersprüchlich“
sei. Sie sei aber schon als Baby „sozialbegabt und süß“
gewesen, mit „pumuckelhaft großen Ohren“ und großer Nase.
Später dann: „Einserschülerin, immer und überall Klassenbeste,
Studienstiftung des deutschen Volkes, University of Reading in
England, die ersten drei Kinder und der Doktor der Chemie in
Göttingen, magna cum laude, CDU-Anhängerin, seit der Finanzkrise
und der Eurorettung nicht mehr so sehr. Pfarrersfrau, die sonntags
Orgel in der Kirche ihres Mannes spielt, Gründung eines Unternehmens
auf der Basis eines Patents ihrer Chemikerin-Mutter.......“ usw.
Elite würde man sie heute nennen, Schwaben sagen zu so etwas „a Käpsele“. Ich hatte nie eine Einstellung zu solchen Leuten, weil ich immer auch eine optimale Anpassung hinter ihrem Erfolg vermutete, was mir stets zuwider war und noch ist. Jedenfalls würde so jemand mit einem Lebenslauf in der Bundesrepublik gut honoriert in zahlreichen Aufsichtsräten sitzen. Man hätte sich ein bisschen profiliert, aber nicht so, dass es die Karriere verdorben hätte. Man hätte seine Schlagfertigkeit genutzt und wäre „wichtig“ geworden. Man hätte sich als „Marke“ eingeprägt. Man hätte ein Netz von Beziehungen geknüpft, die einem später, nach diversen Eskapaden zur Schärfung des Profils, sehr zustatten gekommen wären. Man hätte ein Privatgymnasium besucht und wäre Anwalt geworden. Man wäre das geworden, was die Talkshows gerne als „Persönlichkeit“ vorzeigen. Suspekt waren mir diese oberangepassten und ach so tüchtigen Personen allzumal.
Elite würde man sie heute nennen, Schwaben sagen zu so etwas „a Käpsele“. Ich hatte nie eine Einstellung zu solchen Leuten, weil ich immer auch eine optimale Anpassung hinter ihrem Erfolg vermutete, was mir stets zuwider war und noch ist. Jedenfalls würde so jemand mit einem Lebenslauf in der Bundesrepublik gut honoriert in zahlreichen Aufsichtsräten sitzen. Man hätte sich ein bisschen profiliert, aber nicht so, dass es die Karriere verdorben hätte. Man hätte seine Schlagfertigkeit genutzt und wäre „wichtig“ geworden. Man hätte sich als „Marke“ eingeprägt. Man hätte ein Netz von Beziehungen geknüpft, die einem später, nach diversen Eskapaden zur Schärfung des Profils, sehr zustatten gekommen wären. Man hätte ein Privatgymnasium besucht und wäre Anwalt geworden. Man wäre das geworden, was die Talkshows gerne als „Persönlichkeit“ vorzeigen. Suspekt waren mir diese oberangepassten und ach so tüchtigen Personen allzumal.
Freitag, 13. April 2018
Gute Laune
Diese dauerlächelnden Gesichter auf der Mattscheibe,
ob sie dir auf die Nerven gehen? Wenn die Kamera zu lange drauf
bleibt, erfrieren sie oft etwas und es wird klar, dass sie nur eine Pose sind, die uns dauernd umgeben soll: die Pose der guten Laune. Hör doch, wie sie die Stimme heben und senken! Wie sie Interesse spielen! So "professionell", das! Ob
das alles inzwischen einen leichten Tick zu weit geht? Ob das mit der Lüge zu tun hat? Ob das etwas mit uns macht, oder machen soll? Legen wir noch wert
auf „das Echte“ - und was könnte das sein? Eine Behauptung der Werbung, das Versprechen eines Produkts? Könnte es das hinter der Pose sein?
Es bleibt uns als Einzelnem überlassen, es irgendwo zu erkennen.
Blöd nur, dass sich selbst dabei die meisten Leute beeinflussen
lassen! Die Zwischenräume des Lebens, die nicht zum Dauergrinsen
sind, wem machen die zu schaffen? Resultiert das aus dem hässlichen
Alltag, den wir doch alle überwinden wollen? Am besten mit einem Lächeln? Ob es denjenigen zu
schaffen macht, die selbst dran schuld sind? Was ist Schuld in diesem Zusammenhang? Verantwortung?
Von was bin ich getrieben? Durch Milieus hindurch, durch allerlei Mechanismen meiner Umgebung? Sind wir nicht manchmal Teil eines
Systems, das sich einen Dreck um unsere Befindlichkeit schert und die
gute Laune per medialem Vervielfältiger so verbreiten will, dass sie
uns jederzeit beherrscht. „Nicht alles so negativ sehen“!, was
für ein Rat ist das? Wer gibt ihn? Ob er ein Interesse daran hat
oder ob es ihm um das „wahre Selbst“ geht, das er besser als du
beurteilen kann? Das Negative optimal ausblenden und auf diese Weise ein positiver Mensch werden? Was zählt, sei der Einzelne...... ob einem daran etwas bekannt vorkommt?
Donnerstag, 12. April 2018
Götter des Neoliberalismus
Die Kapitalisten und
ihre modernen Vertreter, die Manager, sind nur die
Rücksichtslosesten, die Brutalsten, Gerissensten, die Tückischsten
und Gierigsten, die es innerhalb des als legal definierten Parketts
(was in Wirklichkeit die Kür des Könnens des Machbaren ist, - und nicht das
Kriminelle) prosperieren, sich in diesem Sinne entwickeln und ganz
nach vorne an die Spitze kommen (ohne Rücksicht auf Verluste). Sie
sind Menschenführer, die im Wettbewerb stehen. Die Manager bekommen
ihr maßlos überhöhtes Gehalt dafür, das sie rücksichtslos sind
und mit anderen Menschen wie mit Zahlen und Dingen umgehen, sie ins
Elend stürzen. So müßte man sie sehen. Da sie aber die
Wirklichkeit und die Deutung der Wirklichkeit durch die Medien kaufen
(!), werden sie über all als die Helden dieser Wirklichkeit
abgebildet und interpretiert. Sie werden verherrlicht und als
Bestimmer alles Seienden gefeiert.Sie sind die Götter des Neoliberalismus.
Mittwoch, 11. April 2018
Was ich mit meiner Musik will
Ich will Mut zur Lücke haben und damit den gängigen
Versatzstücken widersprechen (siehe oben!). Das gilt in meiner
eigenen Musik besonders bei den Vocals, bei denen ich die Not zu
einer Tugend gemacht habe. Ich liebe dabei Verfremdungen, gesampelte
Vocals, fremde Stücke, Fetzen... - Aussage? Wörter sind inzwischen
nur noch Platzhalter, sie sind geworden, gemacht, völlig ohne
Inhalt, ein Handwerk der Manipulation und des Wohlklangs.... Politik
und Werbeagenturen haben sich der Sprache bemächtigt,
Verseschmieder, Textproduzenten und Fake News-Ersteller sind hinter
ihr her. Was vorerst bleibt, sind vielleicht Fragmente, Fetzen,
Verfremdungen, menschliche Äußerungen, die sogar komisch wirken dürfen. Dabei will ich versuchen, mit Widersprüchen umzugehen.
Ich mache mir auch keinerlei Illusionen über Formen wie Blogs oder Soziale Netzwerke. Sie tragen wohl eher zur Banalisierung des Einzelnen bei. Dieser "kreative" Einzelne scheint sehr stark zu dieser Entwicklung beigetragen zu haben, indem nämlich heute auch scheinbar lyrische Texte industriell, arbeitsteilig und geradezu maschinell hergestellt wurden und zunehmend werden. Der Druck auf die Tränendrüse ist etwas Gekonntes. Der Wutausbruch wird planmäßig herbeigeführt (jeweils beim „Durchschnittsuser“). Alles erscheint austauschbar. Die Lüge beherrscht das Feld. Es herrscht das Kollektive, „Big Data“, der Algorhitmus, das kalte Berechnen, - auch und gerade der Emotionen. Das technokratisch „Gekonnte“ scheint hierbei das Ideal, nicht das Erschaffene, aus dem Nichts Geschöpfte, das zurecht Manipulierte. Das „Tun-so-als-ob“ beherrscht die Szenerie. Songlyrics werden heutzutage „gemacht“, zusammengesetzt aus Versatzstücken, aus synthetischen Perspektiven. Es wird dadurch alles (auch die Images) immer austauschbarer, es wird zur kalten Ziffer, zur Zahl, zum manipulierten Etwas.
Ich mache mir auch keinerlei Illusionen über Formen wie Blogs oder Soziale Netzwerke. Sie tragen wohl eher zur Banalisierung des Einzelnen bei. Dieser "kreative" Einzelne scheint sehr stark zu dieser Entwicklung beigetragen zu haben, indem nämlich heute auch scheinbar lyrische Texte industriell, arbeitsteilig und geradezu maschinell hergestellt wurden und zunehmend werden. Der Druck auf die Tränendrüse ist etwas Gekonntes. Der Wutausbruch wird planmäßig herbeigeführt (jeweils beim „Durchschnittsuser“). Alles erscheint austauschbar. Die Lüge beherrscht das Feld. Es herrscht das Kollektive, „Big Data“, der Algorhitmus, das kalte Berechnen, - auch und gerade der Emotionen. Das technokratisch „Gekonnte“ scheint hierbei das Ideal, nicht das Erschaffene, aus dem Nichts Geschöpfte, das zurecht Manipulierte. Das „Tun-so-als-ob“ beherrscht die Szenerie. Songlyrics werden heutzutage „gemacht“, zusammengesetzt aus Versatzstücken, aus synthetischen Perspektiven. Es wird dadurch alles (auch die Images) immer austauschbarer, es wird zur kalten Ziffer, zur Zahl, zum manipulierten Etwas.
Dienstag, 10. April 2018
Selftracking
Selbstüberwachung durch
Tracker. Alles bearbeiten. Mathematische Formeln können uns
berechnen. Unser Verhalten. Beinahe alles, was wir tun, wird erfasst
und abgespeichert. Algoritmen errechnen Wahrscheinlichkeiten für
unser Tun und legen dar, dass wir so etwas Besonderes nicht sind, für
das wir uns so gerne halten. Gewohnheiten treiben uns. Festgelegte
Strukturen. Drängen in etwas hinein, was wir sind und wie wir uns
verhalten werden. Schon der uralte Film „Minority Report“ mit Tom
Cruise zeigte uns das. Verhalten wird vorhersagbar sein. In diesem
Fall geht es um abweichendes Verhalten, um Mord und Totschlag. Jetzt:
Über unser Smartphone erzeugen wir dauernd Daten über uns und
unsere Umwelt. Computer, Sensoren und Kameras halten fest, machen
auswertbar, vorhersagbar. Die Datenmenge explodiert. Und unser ganzes
Leben wird berechenbar. „Predictive Analytics“. Vorausschauende
Analyse. Auch die Polizei macht sich dies zunutze. Anhand eines
Algoritmischen Programms versucht sie Verbrechen zu verhindern, die
noch gar nicht begangen worden sind. Verhalten vorher sagen (und
danach Handeln: Ungesetzliches verhindern oder Konsum stimulieren,
etwa im Falle einer ganz bestimmten Kaufentscheidung...). Regelmäßige
Muster entdecken, per Computer. Auch Gesundheitspolitik ist damit
möglich. Erkrankungen und Epedemien voraussagen. Früherkennung von
Krankheiten. Verhaltens- und Aktivitätsmuster dafür analysieren.
Verhinderbare Krankheiten verhindern. Mit Selftracking die
Gesundheitsvorsorge verbessern. Sich selbst überwachen – und zwar
so, dass man nicht mehr zum Arzt muss. Daten generieren, die bloß
nicht in die falschen Hände geraten sollten. Bestimmte Krankenkassen
hierzulande leisten noch Schwüre darauf. Noch. Das alles könnte ein
gesellschaftliches Klima erzeugen, in dem man sich verdächtig macht,
wenn man sich nicht genügend überwacht. Erste Tendenzen dazu machen
wir gerne in China aus, - aber sie sind wohl auch hier im Anmarsch.
Montag, 9. April 2018
Moderne Identität
Wir würden gerne das Eindeutige wissen, es für uns
verbindlich machen. Da ist eine Sehnsucht danach, dass es zumindest
eine Absicht gäbe. Es muss doch für alles einen Sinn und auch eine
Verantwortung geben, so glauben wir unbewusst. Doch die Welt ist
immer komplexer geworden, wird es jeden Tag noch mehr. Da ist ein
tiefes Bedürfnis, diese Komplexität zu reduzieren, sie auf einfache
Muster zurück zu bringen. Erklärungen. Formeln. Ob es schwierig
ist, das Vielfältige vielfältig sein zu lassen. Auch fremd. Auch im
Widerspruch zu uns. Ob unsere Identität das aushält? Es ist wohl
die Realität, so wie sie uns entgegentritt. Wir sollten sie nicht in
etwas Kollektivem suchen, - was sich gerade in unserem Land als
problematisch heraus gestellt hat.... Fremd? Hängt oft mit
„Bezahlen“ zusammen. Besonders hierzulande herrscht die
ökonomische Betrachtung. Blöd nur, dass sich hiesige Eliten von
allem „Bezahlen“ zu distanzieren scheinen und dies auch noch von
einer herrschenden Partei gerechtfertigt wird. Scheinmoral? Heuchelei? Die Grenze zwischen
Steuervermeidung und Steuerflucht ist fließend, was gerne einmal von
entsprechendem Personal genutzt wird. Rücksichtslose Vorteilssuche
wird von Ökonomen gestützt, ja, wird sogar als Treibmittel unserer Wirtschaft heilig gesprochen. Dabei haben sich die Zeiten geändert,
was gestern noch gültig war, ist heute, unter anderen Umständen, Unsinn. Vorbei scheint auch die
Kategorie, dass bestimmte Sätze so nie gegolten haben......Das Lügen ist ausgeleiert.......
Sonntag, 8. April 2018
Samstag, 7. April 2018
Freitag, 6. April 2018
Empathie - auch mit Tieren
Mir
hat damals der Film „Katzenmenschen“ gefallen, dieses sich
Hineinversetzen, dieses durch die Augen eines Tieres blicken, der
Reflex, die Grausamkeit, das Verrecken, - der Tod ist Teil dieser
Realität, ist immer nahe...in der Evolution, in der Natur. Man würde so etwas heute
unter dem Begriff „Empathie“ fassen. Empathie ist wesentlich für
das Menschsein: sich in jemanden anderen, ein anderes Wesen hinein
versetzen zu können. Die Isolation weitgehend überwinden.
Antizipation. Könnte auch eine Stärke des Menschen sein. Da
ist zum Beispiel dieser Kinofilm, diese Kinofilme (!) über eine Gepardenfamilie, die einem
diese wunderbaren Katzen nahe bringen kann/können. Aber da sind auch viele andere TV-Beiträge, die einem Fenster öffnen können.
Du
hast damals Briefe an eine international bekannte Schauspielerin
geschrieben. Ja, es ging um das
„Sich-Hineinversetzen-in-eine-andere-Realität“. Empathie. Du wolltest etwas darüber wissen. Nach deiner
Ansicht müssten solche Leute etwas weiser geworden sein durch so
etwas. Es kam aber keine Antwort. Das Thema verstaubte langsam, auch
durch die Ansicht von Eitelkeiten und Oberflächlichkeiten solcher Schauspieler, wie sich mit dem zu identifizieren schienen, was andere Leute in sie hinein projezierten.
Du
wolltest dich selber durch den Austausch deiner Umwelt neu erfahren,
du wolltest dich erweitern, weil du glaubtest, die Umwelt habe
Rückwirkungen auf das Bewusstsein. Du bist aber ganz klein und billig gescheitert. An
allem. Mies. Mit Hunden umgehen wie mit Menschen. Keinen
Unterschied machen. Auch als „aufgeklärte“ Person. Das
immerhin war dir möglich. Schon mal gesehen, wie Tiere umgebracht
werden, von einem Metzger, von einem Bauern, von einem beliebigen
Schlachtermenschen, mit dem Hammer ein Lamm in den Kopf geschlagen? Oder von einem Schlachtgerät? Im Schlachthaus? Ob man danach noch ein Schnitzel essen will?
Donnerstag, 5. April 2018
Zeit und Ratschläge
„Mach es jetzt!“. Die Kraft liegt in der
Gegenwart. Zeit ist eine Illusion. Der einzige Punkt, der außerhalb
ist, ist das Jetzt. Je mehr man sich auf Vergangenheit und Zukunft
konzentriert, umso mehr verpasst man das Jetzt. Ja ja, so möchten
wir sagen. Mindestens 20 Jahre schon gehört. Es gibt so manches, was
dies im Alltag etwas in Frage stellt. Zumindest Vorauszahlungen und
Versicherungsprämien zwingen uns, an die Zukunft zu denken. Zeit ist
das wertvollste Gut, das wir haben. Mag schon sein. Doch die
Realität zwingt uns allzu oft, unsere Zeit zu verkaufen. Dass die
Zeit dann vergeht, mag so manche Verzweiflung heraufbeschwören. Wir
müssen vielleicht Prioritäten setzen, was uns mehr entgegen zu
kommen scheint, als all die ehernen Glaubenssprüche, die richtig
sein mögen, aber schwer in unsere Realität zu integrieren sind.
Vielleicht doch morgen schon die Reise machen. Denn wer weiß denn
schon, ob er zuvor nicht irgendwie zu Schaden kommt, ob er überfahren oder angefahren wird? Danach
würde es zu spät sein. Das Ding gleich erledigen, weil man es
morgen vielleicht vergessen hat. Was ist wichtig, was ist dringend?
Ab und zu an die Erde denken, die sich in Jahrmilliarden entwickelt
hat. Das relativiert und stellt ein bisschen andere Bezüge her,
besonders, wenn wir bedenken, dass wir ein Teil dieser Erde sind.
Mittwoch, 4. April 2018
An Novalis (Georg Trakl, Lyrik)
An Novalis (Von Georg Trakl, Lyrik)
In dunkler Erde ruht der heilige Fremdling
Es nahm von sanftem Munde ihm die Klage der Gott,
da er in seiner Blüte hinsank.
Eine Blaue Blume
Fortlebt sein Lied im nächtlichen Haus der Schmerzen.
In dunkler Erde ruht der heilige Fremdling
Es nahm von sanftem Munde ihm die Klage der Gott,
da er in seiner Blüte hinsank.
Eine Blaue Blume
Fortlebt sein Lied im nächtlichen Haus der Schmerzen.
Dienstag, 3. April 2018
Montag, 2. April 2018
Was ich mit meinen Fotos will (2)
Fotos
könnten eine Art Hinweis - und mehr! - als Wegweiser sein, hinein in
Wirklichkeiten, die uns umgeben, die wir aber wegen einer
beschränkten Wahrnehmungsfähigkeit ausgeschlossen haben aus unserem
Blickkreis. Es könnte um den Mikro- oder Makrokosmos gehen, wobei
sich mir der Blick auf den Makrokosmos weitgehend entzieht und ich auf
Informationen anderer angewiesen bin, denen ich halbwegs vertraue. Wir Menschen haben das in „der
Wissenschaft“ abgespalten. Im akademischen Elfenbeinturm. Dort hantieren die Wichtigs mit
Teleskopen und treffen trifftige Aussagen. Eine kleine „Elite“ von Menschen
kann sich ihrer bedienen. Der Rest wartet auf "brauchbare" (also in der Praxis umsetzbare) Aussagen. Eher Spurenelemente davon in unsere
Wahrnehmung der Realität zu bringen, sie auch diskusiv einer
breiteren Öffentlichkeit zu erschließen, könnte eine Aufgabe des
Journalismus sein. Andere Ansichten der Wirklichkeit vermitteln, das
scheinbar Befremdliche, das auf diese Weise zum eher Vertrauten
werden kann. Es ist uns ja nahe.....Gleichzeitig könnte es wenigstens eine grobe Ahnung von
der Vorstellungswelt von Eliten geben, es könnte das „Schicksal“
des einzelnen Menschen mit dem der Menschheit verbinden. Wir könnten
begreifen, dass unser Blick
auf die Wirklichkeit einer Selektion entspringt und wir kosmische
Wesen sind. Große Worte, ich weiß.....
Sonntag, 1. April 2018
Was ich mit meinen Fotos will
Was ich mit meinen Fotos will? Nicht der Schönheit
nachjagen, der Beschönigung, wie das so viele andere tun und das
vielleicht auch sehr viel besser können. So etwas wie
Werbefotografie liegt mir sehr fern. Nein, ich will, wenn es geht
(man muss es auch können!), andere Perspektiven eröffnen, will,
dass wir den Alltag anders wahrnehmen. Das, was uns umgibt. Will darin
Momente finden, sie irgendwie dem Fluss der Zeit entreißen, im
Wissen, dass das nicht geht. Andere Perspektiven eröffnen. Auch
Hässlichkeiten aufzeigen - jawohl, sie umgeben uns auch! Den Blick
etwas bewusster auf diese Hässlichkeiten lenken, auf
Alltäglichkeiten und „Normalitäten“, ihnen eine andere
Perspektive abzwingen. Das abbilden, was andere niemals tun würden.
Ein Gefühl der Entschleunigung erzeugen. Dieses Modewort mit dem
Modewort Achtsamkeit verbinden und ihnen meine eigene Note geben.
Dadurch ein anderes Bild von der Wirklichkeit ankratzen. Wahrnehmung
kitzeln. Das Paradoxon anpieksen. Die Wirklichkeit ist metalogisch,
das sollten wir nicht vergessen. Sie lässt sich nicht mit den
Mitteln der Logik erschließen. Sie lässt sich nur erfahren.
Betrachten. Es gilt, ihr etwas Sinnlichkeit zu entreißen. Und es
gilt, ihr etwas persönliche Bedeutung mitzugeben. Das, was sich in
meinem Bewusstsein aus meiner Perspektive abbildet. Das, was mir und für mich wichtig ist.
Samstag, 31. März 2018
Freitag, 30. März 2018
Donnerstag, 29. März 2018
Leadership in Robotership
Frankreich will im Hinblick auf Künstliche Intelligenz (KI) die globale Führerschaft übernehmen, so war jetzt zu vernehmen. Dies wird weithin noch immer als etwas Positives verstanden, in Richtung eines gesellschaftlichen Fortschritts gerichtet (was auch in den Programmen gewisser politischer Parteien Ausdruck findet...). Wer kritisiert, gehört zu den ewigen Bedenkenträgern, die auch von den Protagonisten der künstlichen Intelligenz verteufelt werden. China geht voran und wir haben Angst, da nicht nachzukommen. Totalitärer Anspruch hin oder her. Das Smartphone kann sprechen und Fragen beantworten, das Heim soll zunehmend intelligent werden und das Auto fährt von selbst. Was soll daran schlecht sein? Algorithmen übernehmen die Macht. Sollen sie doch! Alles wird smart.
Doch die Sache ist wohl nicht so ganz eindeutig. Die KI scheint auch etliche Nachteile mit sich zu bringen. Wenn das Auto selbst fährt (gewisse Ereignisse der letzten Zeit lassen uns am Fortschritt etwas zweifeln...), dann gerät es auch in gefährliche Lagen. Es könnte entscheiden müssen, ob es eine Person außerhalb der Karosse überfährt oder ob es das im Fahrzeug sitzende Kind der beklemmenden Situation opfert. Natürlich ist das Militär im Hinblick auf KI besonders weit. Es hat Killermaschinen entwickelt, die sich zusammentun, um selbständig ein Ziel zu vernichten. Doch was ist, wenn dieses Ziel nun wir selbst wären? Wenn etwa Killerdrohnen uns massenhaft umbringen würden? Da diese Maschinen relativ selbständig zu sein scheinen, braucht es für diese Vision keine übergroße Phantasie. Elon Mask, der Vorzeigeunternehmer aus den USA (Tesla, SpaceX) hat mehrfach darauf hingewiesen. Der große und neulich verstorbene Physiker Stephen Hawking auch. „In den nächsten hundert Jahren könnten Computer schlauer werden als Menschen“, so warnte der kluge Mann. Was das alles bedeuten könnte, wagt man sich kaum auszumalen und würde die Schreckensszenarien sämtlicher Fantasy-Filme einlösen.
Mittwoch, 28. März 2018
Möglichkeiten der EU
Nun ja, diese Affäre scheint nicht gerade geeignet,
den als „Populisten“ beschimpften EU-Kritikern den Wind aus den
Segeln zu nehmen: Da scheint der gealterte EU-Kommisionsvorsteher
Jean-Claude Juncker noch mal schnell (bevor er selbst im kommenden
Jahr abtritt) den engen Vertrauten Martin Selmayr als Generalsekretär
der EU-Kommission durchgewunken zu haben. Der Mann musste innerhalb
kürzester Zeit (man spricht von 9 Minuten) zweimal befördet werden, - selbstverständlich zu
höchster Vergütung und großzügiger Alterversorgung - um seinen
jetzigen Posten zu erreichen. Dass dies innerhalb der EU und mit
diesem Kommissionspräsidenten scheinbar so möglich ist, macht
vieles deutlich. Jedenfalls scheint er Kritik als eine Art
Majästetsbeleidigung zu empfingen. So hatte selbst der
Berlusconi-Spezi und EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani
bei einer Sitzung des EVP (Europäische Volksspartei, zu diesem
Zusammenschluss gehört auch Opa Juncker)-Präsidiums darauf
hingewiesen, wie kritisch breite Teile des Parlaments die
Selmayr-Berufung sehen
„Wenn er geht, dann gehe ich auch“,
so wird seine Einlassung dazu berichtet. Jetzt verlangt der
Haushaltskontrollausschuss des EU-Parlaments Aufklärung und der
Parteifreund Günther Oettinger gibt sogleich sein okay zu allen
Vorgängen. Oettinger,
der als Haushaltskommissar auch fürs Personal zuständig ist,
betonte natürlich, das Auswahlverfahren sei ordnungsgemäß
gelaufen. So weit wollen nun auch seine Spezis nicht gehen. Die
Diskussion darüber ist entbrannt, ob solche „Gutsherrenart“ in
der EU möglich sein soll, oder nicht.
Nebenbei werden einige fragwürdige Entscheidungen durchgewunken, die auf den Einfluss von starken Lobby-Verbänden schließen lassen. So erlaubt die EU jetzt mehr Neonikotinoide in Lebensmitteln. Diesmal wurden die Grenzwerte für das Nervengift Acetamiprid in Spargel, Milch und Fleisch teils drastisch erhöht. Eine parlamentarische Kontrolle findet dabei nicht statt. Spargel darf nun 80-mal soviel Acetamiprid enthalten als zuvor. Erst im September des vergangenen Jahres hatte die EU-Kommission die Grenzwerte für das Neonikotinoid Acetamiprid für verschiedene Lebensmittel wie Tomaten und Weizen erhöht. Doch diesmal sind mit dem Segen der EU-Kommission die Grundnahrungsmittel Milch und Fleisch sowie Spargel dran.
Nebenbei werden einige fragwürdige Entscheidungen durchgewunken, die auf den Einfluss von starken Lobby-Verbänden schließen lassen. So erlaubt die EU jetzt mehr Neonikotinoide in Lebensmitteln. Diesmal wurden die Grenzwerte für das Nervengift Acetamiprid in Spargel, Milch und Fleisch teils drastisch erhöht. Eine parlamentarische Kontrolle findet dabei nicht statt. Spargel darf nun 80-mal soviel Acetamiprid enthalten als zuvor. Erst im September des vergangenen Jahres hatte die EU-Kommission die Grenzwerte für das Neonikotinoid Acetamiprid für verschiedene Lebensmittel wie Tomaten und Weizen erhöht. Doch diesmal sind mit dem Segen der EU-Kommission die Grundnahrungsmittel Milch und Fleisch sowie Spargel dran.
Dienstag, 27. März 2018
Montag, 26. März 2018
Sonntag, 25. März 2018
Samstag, 24. März 2018
Beobachtungen zur aktuellen Politik in Deutschland
Ist das ein Land, in dem
„wir gut und gerne leben“? Die Spaltung dieser Gesellschaft soll
überwunden werden, so ließ die Kanzlerin zum Beginn der Großen
Koalition mehrfach verlauten und gab sogleich etliche Kommissionen in Auftrag,
die womöglich den Handlungsdruck erst einmal vertagen sollen. Die an
den Islam gewandten Worte des ehemaligen bayerischen
Ministerpräsidenten, der sich aus München als „Wirtschaftsflüchtling“ ins
Wahlverliererkabinett nach Berlin davon gemacht hat, - und die
Einlassungen des neuen Bundesgesundheitsministers zu Hartz 4 sprechen
da eine andere Sprache. Nach dem Antritt der neuformierten Koalition,
so war freilich schon vor der mittwöchlichen „Generalausprache zur
Regierungserklärung“ zu erfahren, sollen als erstes 35 neue und
sehr gut honorierte Stellen von Staatsekretären, politischen Beamten
wie Staatsministern usw. geschaffen werden. (Was mir bei dieser
Parlamentsdebatte“ auffällt: Nicht nur die Minister daddeln
während der Debatte liebevoll auf ihrem Smartphone herum und geben
sich demonstrativ den Anschein, dass sie das Gewäsch der jeweiligen
politischen „Gegner“ nicht interessiert. Jeder dieser neu bestallten Leute
kostet im Durchschnitt etwa eine halbe Million Euro im Jahr. Das neue
Parlament hat ja bekannterweise bereits 709 Mitglieder, die sich die
jeweiligen Diätenerhöhungen regelmäßig per Abstimmung selbst
gönnen. Nebenher werden wohl im Innen- und Heimatmuseum 100 und im
Finanzministerium 40 neue Stellen geschaffen.
Armut hingegen erscheint
in diesem reichen Land als gesellschaftliches Druckmittel nach wie
vor erlaubt. Die jüngsten Zahlen zur Kinderarmut (2,7 Millionen)
etwa waren diesbezüglich ja gar nicht alarmierend (jedenfalls nicht für die "Mächtigen"). Dagegen sei das
Kindergeld ja erhöht worden, schallt es da unisono aus
Regierungskreisen. Nun gut, die „Besserverdienenden" werden wohl
ungebremst davon profitieren, das ist klar. Doch den Hartz
4-Beziehern soll diese "Erhöhung" angerechnet werden. Hm. Spricht eine eigene
Sprache. Das ist natürlich ein sehr gelungener Beitrag zur Verschärfung der
sozialen Spaltung. keinesfalls zur Entschärfung.
Es sprechen sich die Mitglieder des Bundestags in verhältnismäßig kleinem Kreis über das vorgestanzte Thema „Familie, Senioren, Frauen und Jugend“ aus, da kommt heraus, dass nun wohl endgültig die Arbeitgeber-Rentenbeiträge für Zeitungsausträger (das sind diejenigen, die nachts bei Wind und Wetter die Zeitungen austragen), von 15 auf 5 Prozent gekürzt werden sollen. Ob die dadurch entstehende Lücke vom Staat (also von allen Steuerzahlern) übernommen werden soll (wie von feist grinsenden Entscheidern behauptet), bleibt unklar. Die Entscheidungsträger jedenfalls äußern sich ganz einfach nicht zu diesem Thema. Tatsache ist, dass die einschlägigen Verlage seit Monaten finanzielle Entlastung fordern und den Mindestlohn nicht bezahlen wollen. Die Spezialdemokraten waren ja im Wahlkampf für mehr „Gerechtigkeit“ angetreten und hatten sich (offiziell, - sie halten aber als Partei Anteile an Zeitungen und sind insofern stark auf der Verlegerseite im Rennen) dagegen engagiert. Nun aber soll es nach dem Willen der neu angetretenen Koalition mit den Spezialdemokraten wieder einmal die Schwächsten treffen. Diejenigen, die ohnehin die schlechtesten Arbeitsbedingungen haben, die bereits vom Mindestlohn ausgenommen waren und nun auch noch Renteneinbußen haben sollen. Dies Beispiel sei nur für das heraus gegriffen, was offenbar einer GroKo-Vereinbarung zur Aufstellung von Kommissionen entspringen kann.
Es sprechen sich die Mitglieder des Bundestags in verhältnismäßig kleinem Kreis über das vorgestanzte Thema „Familie, Senioren, Frauen und Jugend“ aus, da kommt heraus, dass nun wohl endgültig die Arbeitgeber-Rentenbeiträge für Zeitungsausträger (das sind diejenigen, die nachts bei Wind und Wetter die Zeitungen austragen), von 15 auf 5 Prozent gekürzt werden sollen. Ob die dadurch entstehende Lücke vom Staat (also von allen Steuerzahlern) übernommen werden soll (wie von feist grinsenden Entscheidern behauptet), bleibt unklar. Die Entscheidungsträger jedenfalls äußern sich ganz einfach nicht zu diesem Thema. Tatsache ist, dass die einschlägigen Verlage seit Monaten finanzielle Entlastung fordern und den Mindestlohn nicht bezahlen wollen. Die Spezialdemokraten waren ja im Wahlkampf für mehr „Gerechtigkeit“ angetreten und hatten sich (offiziell, - sie halten aber als Partei Anteile an Zeitungen und sind insofern stark auf der Verlegerseite im Rennen) dagegen engagiert. Nun aber soll es nach dem Willen der neu angetretenen Koalition mit den Spezialdemokraten wieder einmal die Schwächsten treffen. Diejenigen, die ohnehin die schlechtesten Arbeitsbedingungen haben, die bereits vom Mindestlohn ausgenommen waren und nun auch noch Renteneinbußen haben sollen. Dies Beispiel sei nur für das heraus gegriffen, was offenbar einer GroKo-Vereinbarung zur Aufstellung von Kommissionen entspringen kann.
Freitag, 23. März 2018
Donnerstag, 22. März 2018
Kreativität (1)
Der Zauberbegriff: Kreativität. Was bedeutet er
eigentlich? Die Frage danach schon erscheint überflüssig, denn in
unserer Gesellschaft ist der Begriff eindeutig besetzt: er ist so
etwas wie eine Problemlösungskompetenz. „Was ist das Problem?“,
so lautet die Frage dahinter. Doch das deutet genau nicht auf so etwas wie
Kreativität, sondern ist nur eine eingeschränkte Form davon, was gut in unsere durchökonomisierte Welt passt. Ein Ingenieur macht
sich mit ihr ans Werk, um die ihm gestellte Aufgabe und das „Problem“
zu lösen. Dazu braucht er Kreativität, nichtwahr?
Ob dazu nicht vielmehr etwas wie Lebendigkeit nötig ist? Vitalität, Erlebnisfähigkeit? Lust am absichtslosen Spiel, bei dem niemand weiß, was dabei herauskommt? Dabei die Welt einbeziehen, die anderen beteiligen....? Gerade nicht in der Passivität verbleiben, sondern sich aufmachen.... Das Effizienzdenken und die instrumentelle Vernunft, all die Planbarkeit hinter uns lassen! Der Überraschung in der Realität und nicht nur per Fiktion entgegen gehen, die uns überall in Filmen, Büchern etc. geradezu fortwährend zu verfolgen scheinen und uns fortwährend aufregt, erregt, in Anspruch nimmt. Über die typische Frage „Na, schon was dabei heraus gekommen?“ abgrinsen. Denn bei Kreativität darf auch nichts dabei „heraus kommen“. Ob Leonardo Da Vinci ein Problem gelöst hat? Ob bei ihm in Stein Gemeißeltes heraus gekommen ist? Kreativität ist halt nicht Problemlösung sondern hat womöglich etwas mit Gestaltung zu tun. Diese Welt des Denkens in einer bestimmten technisierten Weise hat uns längst in Besitz genommen, bewusst und unbewusst. Nach ein paar Weinen (oder anderen Drogen) darf dann geträumt werden, wie es denn wäre, nicht diesen Zwängen ausgeliefert zu sein.
Ob dazu nicht vielmehr etwas wie Lebendigkeit nötig ist? Vitalität, Erlebnisfähigkeit? Lust am absichtslosen Spiel, bei dem niemand weiß, was dabei herauskommt? Dabei die Welt einbeziehen, die anderen beteiligen....? Gerade nicht in der Passivität verbleiben, sondern sich aufmachen.... Das Effizienzdenken und die instrumentelle Vernunft, all die Planbarkeit hinter uns lassen! Der Überraschung in der Realität und nicht nur per Fiktion entgegen gehen, die uns überall in Filmen, Büchern etc. geradezu fortwährend zu verfolgen scheinen und uns fortwährend aufregt, erregt, in Anspruch nimmt. Über die typische Frage „Na, schon was dabei heraus gekommen?“ abgrinsen. Denn bei Kreativität darf auch nichts dabei „heraus kommen“. Ob Leonardo Da Vinci ein Problem gelöst hat? Ob bei ihm in Stein Gemeißeltes heraus gekommen ist? Kreativität ist halt nicht Problemlösung sondern hat womöglich etwas mit Gestaltung zu tun. Diese Welt des Denkens in einer bestimmten technisierten Weise hat uns längst in Besitz genommen, bewusst und unbewusst. Nach ein paar Weinen (oder anderen Drogen) darf dann geträumt werden, wie es denn wäre, nicht diesen Zwängen ausgeliefert zu sein.
Mittwoch, 21. März 2018
Vorübergehend (Lyrik ca. 1984)
VORÜBERGEHEND
Stell' dir das Blut vor,
das in deinen Adern fließt, vor dir eine rote Pfütze:
auch das bist du
Gedärm, meterlang
und ein Skelett, eins wie viele andere:
ja, auch das bist du!
Nicht nur dieser Blick aus den vertrauten Augen,
dieser tägliche Spielfilm in deinem Kopf:
was drin ist, das, was dein wertes
Ich
ausmacht,
was du dafür hälst:
klar, auch das bist du!
Irgendwann wirst du wieder der
Staub sein,
auf den du jetzt trittst, du wirst eine Faser deines Hemds sein,
wirst einfach im Kreis gegangen werden
nichts wird mehr wichtig sein
und alles leicht
du wirst die Flocke sein
die vom Himmel fällt
und du wirst zergehend lachen,
aber du wirst es nicht merken,
das tust du nur jetzt
vorübergehend
Dienstag, 20. März 2018
Milliardenspiel
Dass der Flughafen BER am
besten abgerissen werden solle, zu dieser These hat sich jetzt offenbar ein
hochrangiger Lufthansa-Mitarbeiter hinreißen lassen. Naturgemäß
musste er schnellstens zurückrudern und alles dementieren: es sei ja
so nicht gemeint gewesen, hieß es von seiten der Presseabteilung.
Der Mann habe nur überspitzen wollen, um deutlich zu machen, wie
groß die Probleme bei BER seien. An die dauernden Kostensteigerungen
bei diesem teuren Comedy-Stück scheint sich der Steuerzahler ja
ohnehin schon gewöhnt zu haben. Das Maß des Staatsversagens ist
inzwischen nur noch peinlich.
Dass ein ehemaliger
Bahnchef zu seiner Entlassung für ein paar Tage Arbeit die nette Abfindung von weit über zwei
Millionen Euro erhalten haben soll, war auch jetzt zu erfahren. Und
dass sich die Kosten für das Großprojekt „Stuttgart 21“
erhöhen, das sich sowieso um etliche Jahre verzögern könnte und
insofern schon weit entfernt von 21 (im Gespräch ist derzeit das
Jahr 2024) ist, ist ein fast schon wöchentlich sich wiederholender
Running Gag. Was diese drei Dinge miteinander zu tun haben? Nun, es
scheint bei diesen drei Großdesastern für die jeweiligen
Entscheider (wer ist das eigentlich?) jeder Bezug zur Realität
verloren gegangen zu sein. Immerhin handelt sich bei den jeweiligen
Projekten um Fehlplanungen im Milliardenbereich. So soll etwa
„Stuttgart 21“ nach neuesten Erwägungen (von „Planungen“
redet niemand mehr...) bis zu 10 Milliarden Euro kosten (gegenwärtige
Schätzung: 7,6 Milliarden). Es wäre alles schlichtweg nur peinlich,
wenn es sich dabei nicht um Steuergeld handeln würde, - wobei es
sich dabei ja nur um „Zuschüsse“ handelt, weil das Projekt vom
Bundesrechnungshof als „privat“ eingestuft werden musste, - wobei
einschlägige Prüfungen schwierig sein sollen. Da aber die Bahn die
hohen Mehrkosten ganz und gar nicht übernehmen will, hat sie Klage
eingereicht gegen das Land und die Stadt Stuttgart. Offensichtlich
ist nämlich, dass mehr als die Hälfte von „Stuttgart 21“ nicht
finanziert ist. Gefahr: Mittel, die an anderer Stelle dringend
gebraucht würden, könnten für die Fertigstellung von „S 21“
zweckentfremdet werden. Mal sehen, was dabei heraus kommen kann.
Jedenfalls scheint das mit der Transparenz auch in diesem
Zusammenhang so eine Sache.
Nach neuesten Erwägungen
erhebt sich ohnehin die Frage, ob man überhaupt weiter bauen solle,
oder ob eine Einstellung selbst zum derzeitigen Zeitpunkt nicht doch
billiger käme. Hm. Gigantische Fehlleistungen im Milliardenbereich,
für die offenbar niemand so recht verantwortlich zeichnet. All das
in einem Land, „in dem wir gut und gerne Leben“, wie eine der
jüngst propagierten Parteiparolen verspricht. Nun ja, eigentlich
spricht dies ja alles für sich selbst.
Montag, 19. März 2018
Sonntag, 18. März 2018
Politikersprech
Ich hatte ja schon im
Titel und Untertitel dieses Blogs „Reise durch Wirklichkeiten“
darauf hingewiesen, dass es in dieser Gesellschaft sehr verschiedene
Lebenswelten gibt, zwischen denen so etwas wie Empathie eine
Verbindung schaffen könnte. Dass beispielsweise Politiker in einer
solchen Blase der abgeschotteten Lebenswelt leben, wurde in dieser
Woche wieder ganz klar. Trotzdem scheinen sich alle darüber zu
wundern und einem Politiker wenigstens ein kleines Quantum an Gespür
für das Sagbare zuzutrauen. Es herrscht Empörung allenthalben. Dass
einer diese Diplomatie, dieses hohle Schwafeln und nebulöse
Schwadronieren, wie es von höchster Stelle her immer wieder
vorgeführt wird, überschreitet und somit unangenehmen Klartext
redet, scheint offenbar überraschend und von einer gewissen
Frechheit behaftet.
Scheint dieser Politiker
doch signalisiert zu haben, dass er solche „falsche“ Diplomatie
nicht nötig habe und dass es ihm vielmehr darum gehe, sich im
Politikbetrieb richtig zu profilieren. Die Karikaturen dieses Mannes
(!) sind Legion, der Typ mit seiner Brille und seinem etwas eckigen
Auftritt scheint ein dankbares Objekt dafür zu sein. Doch es ist zu
befürchten, dass sich seine Ausfälle in die Folge jener
Sensationsevents einordnen, die übermorgen vergessen sind. Und
tatsächlich scheint ihn auch schon der neue Innenminister mit seinen
Aussagen über den Islam abgelöst zu haben: die nächste Sau wird
bereits durch das Dorf getrieben.
Freilich sollte man schon
festhalten, dass eine gewisse Klasse von Politikern, die über
Listenplätze in den jetzigen Kreis von 709 Abgeordneten gekommen
sind, seit jungen und jüngsten Jahren vom „Steuerzahler“ sehr
großzügig alimentiert werden (ja, diese Leute beziehen ihre
„Aufwandsentschädigung“ letztenendes aus denselben Quellen wie Hartz
4-Bezieher...!!!).
Dass diese Leute mehr oder
weniger von oben herab über die Höhe der Transferleistungen dieses
Sozialstaats glauben, sich äußern zu müssen und alles in
allerbester Ordnung gebracht sehen, scheint unsäglich und nur vor
dem Hintergrund dessen zu verstehen sein, dass diese Ministerleute
sich in einer völlig anderen Lebenswelt aufhalten, als diejenigen,
die sie zu vertreten vorgeben. Ich jedenfalls habe von einer anderen
Partei (!!) einen solchen Schnösel, der sogar im Interesse eines
Jugendwahns die einschlägigen Sprüche von der Festplatte seiner
Partei aufsagt, im Fersehkanal „Phönix“ erlebt. Der Mann gab
sich bei Einwänden gegenüber seinen Einlassungen sogar offensiv
beleidigt und verhielt sich darüber hinaus sehr emotional, was wohl
seine ungeschützte Jugendlichkeit, Spontaneität und Dynamik signalisieren sollte.
Dies scheint in seiner Offensichtlichkeit zu antrainiert und für
einen „Volksvertreter“ geradezu peinlich. Es ist ja nicht einer,
sondern es sind zu viele, die sich in dieser Blase für politische
Karrieristen und Opportunisten aufhalten. Es ist ein Problem, das
sich an vielen festmacht und nicht nur an einem ungeschickten
Lautsprecher mit dickgestelliger Brille.
Samstag, 17. März 2018
Unterhaltungsrunden
Eine
Notiz aus dem Jahr 2004: Bei Fernsehtalkshows reden schöne
Schauspielerinnen und gut aussehende Moderatoren, Comedians und Besserwisser davon, wie selbstverständlich sie dahin gekommen
sind, wo sie jetzt sind. Selber schuld, wer nicht so locker geblieben
ist, - wie ich, so botschaftet es. Selber schuld, wer seine Talente nicht so genutzt hat
wie ich, scheinen sie unterschwellig zu kommunizieren. Es ist ein
einziges großes Sonnen in der außergewöhnlichen Strahlkraft ihres
Egos, das sich ja auch ganz interessant äußern und verkaufen kann,
das unterhaltsame Geschichten gut gelaunt zum Besten gibt und Pointen
zum Lachen darbietet. Gepflegt grinsen. Locker bleiben, das ist die Botschaft. Auf sich
selbst vertrauen, dann wird alles gut. The
“american way of life”. Die anderen sieht man nicht. Das
sind die Nichterfolgreichen, die Angst hatten oder gerade nicht da waren,
um den richtigen Moment wahrzunehmen. Die auf sich selbst vertraut
haben und gescheitert sind, die sieht man selbstredend im TV nicht.
Die Gescheiterten, die sind nicht unterhaltsam, die haben keine Namen
und kein Gesicht. Die müssen wir leider ausblenden. Können wir in
der Wahrheit leben? Oh, nein. Teile davon müssen verdrängt werden.
Das ist menschlich. Be positive, das ist es!, egal, wie die Realität
ist.
Freitag, 16. März 2018
Mittwoch, 14. März 2018
Schopi über den Tod (10)
„Vom Standpunkt der Erkenntniß aus erscheint
demnach durchaus kein Grund, den Tod zu fürchten: im Erkennen aber
besteht das Bewußtseyn; daher für dieses der Tod kein Übel ist.
Auch ist es wirklich nicht dieser erkennende Theil unsers Ichs,
welcher den Tod fürchtet; sondern ganz allein vom blinden Willen
geht die fuga mortis (Scheu vor dem Tod), von der alles Lebende
erfüllt ist, aus."
(In: Artur Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung)
(In: Artur Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung)
Dienstag, 13. März 2018
Wie fremd man sich bleibt (Songtext)
WIE
FREMD MAN SICH BLEIBT
Wieder:
einer der Versuche, ein Stück
sich
näherzukommen, Tasten nach Konturen
wieder:
plötzlich zurückgeschreckt, merk'
dass
ich natürlich nicht weiß, wer du bist
wo
du bist, denn du bist außer mir
du
schenkst mir Worte, die ich dreh' und
wende,
zärtlich, und such' dein Gesicht dahinter
so
viele Masken, schon gefallen im Dunkel
verschwindend,
ich bleib' zurück allein und
such'
nach jemanden, den du mir vorenthälst
Wer?
redet von uns und von dieser Welt
die
so verschieden ist, von Person zu Person
Wer?
versucht mit Worten zu greifen, was
zwischen
Kopf und Leib uns umspült
Entfernung
frei wählend, das richtige Maß
heute
morgen, nur für Sekunden, sah dich
neben
mir...und fünf Minuten später lachte ich
mich
aus, ein Nichtserzähler, der unpäßlich
für
dieses Land sich ständig neu erfindet
neben
dir, außer mir und mir neben dir
so
viele sehn' zu und spielen Neugier
wer
verwechselt mich mit dem Schatten neben mir
du
siehst in mir das Andre nicht wie die Andern
und
mit der Zeit bleibt uns noch aufgetragen
das
Netz aus Stein zu lösen, das uns hält.
Montag, 12. März 2018
So Nicht (Text)
SO NICHT
Das Rechteck ist krumm
es passt so nicht
wir müssen es verbessern
wir müssen es ändern
wir sind doch nicht dumm
Das muss alles besser werden
das ist nicht im Geringsten korrekt
wozu gibt es Regeln?
Du machst uns minderwertig
Der Balken ist schief, er liegt ja nicht auf
wir müssen das verbessern
wir müssen es ändern
dieser Winkel steht zu tief
Das ist ja alles nur Shit
Du kriegst doch keinen klaren Satz hin
wir machen jetzt eine neue Regel
wir sind Kings und geben ihm einen Tritt
Wir machen Dich richtig fertig
wir wissen über alles Bescheid
da haben sie uns was eingebrockt
sie waren schon mal besser bärtig
im letzten Moment haben wir es verhindert
beinahe waren wir blamiert
vor denen, die Bescheid wissen
das Grinsen über uns ist cool
wir haben es rausgenommen
wir haben dich kurz mal ersetzt
wir haben dich heftig abgewatscht
wir haben dich kurz mal korrigiert
Das Rechteck ist krumm
es passt so nicht
wir müssen es verbessern
wir müssen es ändern
wir sind doch nicht dumm
Das muss alles besser werden
das ist nicht im Geringsten korrekt
wozu gibt es Regeln?
Du machst uns minderwertig
Der Balken ist schief, er liegt ja nicht auf
wir müssen das verbessern
wir müssen es ändern
dieser Winkel steht zu tief
Das ist ja alles nur Shit
Du kriegst doch keinen klaren Satz hin
wir machen jetzt eine neue Regel
wir sind Kings und geben ihm einen Tritt
Wir machen Dich richtig fertig
wir wissen über alles Bescheid
da haben sie uns was eingebrockt
sie waren schon mal besser bärtig
im letzten Moment haben wir es verhindert
beinahe waren wir blamiert
vor denen, die Bescheid wissen
das Grinsen über uns ist cool
wir haben es rausgenommen
wir haben dich kurz mal ersetzt
wir haben dich heftig abgewatscht
wir haben dich kurz mal korrigiert
Sonntag, 11. März 2018
Samstag, 10. März 2018
Heute als Schau
Jüngst wollte ich wieder einmal die „Heute-Show“ im Zweiten Deutschen Fernsehen sehen, schaltete etwas zu früh ein, und war, wie immer, erstaunt darüber, dass die „offiziellen“ Nachrichtenleute so offensichtlich wohlwollend das Kommende erwarteten, ja, dass sie sich regelrecht darauf zu freuen schienen. Als seien sie froh darüber, dass einer mal das Richtige sage und behaupte, während sie selbst zu Verlautbarungen im Sinne und Interesse gewisser Kreise und/oder eines etwas bemühten "Professionalismus" gezwungen seien. Ich stutzte angesichts dessen mal wieder ob einer gewissen Schizophrenie. Die einen verbreiten „das Seriöse“, die anderen spielen die Hofnarren. Ob das die dahinter steckende Rollenteilung ist? Wobei mir das auch in der Rolle des Moderatoren zum Ausdruck zu kommen scheint. Auf der einen Seite moderiert er höchst seriös und ernst Fußballübertragungen, wobei er gerne den Fußballexperten Oliver Kahn interviewt. Auf der anderen Seite gibt er den Harlekin, der mit ironisch getönter Mine seine Späße in der "Heute-Show" macht. Als „Professionalismus“ wird auch so etwas gerne abgetan. Der kann halt alles. Ob das aber nicht überhaupt die Rolle des Kabaretts und seiner satirischen Verwandten in unserer Gesellschaft beschreibt? Das Ablassventil zu spielen, mal richtig Dampf ablassen und pointiert zu sein mit einer gewissen Wahrheit? Die kann man später ohnehin dann herunterspielen, schönreden und abtun. Es geht um Macht. Das alles tun, um auf der anderen Seite von den Mächtigen als komische Spaßmacher nicht ganz für voll genommen zu werden? Alles kann ja bloß dann eine Wirkung haben, wenn möglichst viele Personen sich damit tätig auseinander setzen. Sie wären im Anschluss daran aber leicht gebremst in ihrem Glauben an die "richtigen" Abläufe in dieser Gesellschaft. Die Gags der "Heute-Show" wirken auf mich zum Teil klasse und sogar entlarvend. Sie scheinen mir ein bisschen von der Wahrheit zu enthüllen, bedienen in diesem Moment aber nur eine bestimmte "Blase" derer, die sowieso ähnlicher Meinung sind. Und Meinungen kosten nichts. Wenn bloß diese Bremse im bisher gezeigten Sinne nicht wäre! Die Zuweisung von Rollen. Wenn bloß nicht Stäbe von Machern hinter solchen "Produktionen" stecken würden, die unter anderem ihre Eitelkeiten untereinander und ihre vorgefertigten Einstellungen zu befriedigen suchen.
Freitag, 9. März 2018
Impressionistischer Dualismus
Gemeinsam?
Wie fühlte sich das an? Es dauerte einen längeren Moment. Aber
konnte so etwas auf eine „gültige“ Wirklichkeit zeigen? Waren
solche Vorstellungen etwas wert? Und wem? Ihnen beiden immerhin. In
diesem Moment. Vielleicht war es eine romantische Grille, gewiss, es
war eine sentimentale Laune. Das Leben spielt woanders. Sie wusste
das, sie lebte das. Sie trennte das sauber. Genau das war es aber,
was für ihn schwer zu lernen war. Etwas, was sie sauber zu trennen
wusste, während er in diesem seltsam pubertären Kokon, in diesen
inzwischen schal gewordenen Mischungen aus Gefühl und Gedanken
gefangen war. Die Jugend weiter gesponnen, immer weiter, so dachte
er. Studiert. Musik gemacht, in der Popmusik gelebt, - nie in der
Wirklichkeit. Nie so richtig erwachsen geworden. Nie Verantwortung
übernommen. Die 80er Jahre? Verschlafen. Die 90er Jahre? Sich von
Heute nach Morgen geschleppt. Nach der Jahrhundertwende: Älter
geworden, vielleicht sogar alt geworden. Nie einen Plan gehabt. Nie
mitgespielt bei diesem Spiel, das sich für ihn hinter einer Glaswand
abzeichnete. Wer waren die anderen? „Die Anderen, das ist immer die
Hölle“. Ja ja.
„Weißt du noch?“
„Damals, als wir zusammen auf der Wiese saßen und über unseren impressionistischen Dualismus spekulierten...?“.
(Aus den Ergänzungen zu dem in den achtziger Jahren geschriebenen Entwurf eines Romans)
„Weißt du noch?“
„Damals, als wir zusammen auf der Wiese saßen und über unseren impressionistischen Dualismus spekulierten...?“.
(Aus den Ergänzungen zu dem in den achtziger Jahren geschriebenen Entwurf eines Romans)
Donnerstag, 8. März 2018
Mittwoch, 7. März 2018
Suchanzeige (2)
Wer hat meine Gedanken gesehen
sie sprießen manchmal wild und ich kann sie kaum fassen
Mixed Pickels, sie jucken so undefiniert
und wachsen nach, kaum sind sie wegoperiert
sie sprießen manchmal wild und ich kann sie kaum fassen
Mixed Pickels, sie jucken so undefiniert
und wachsen nach, kaum sind sie wegoperiert
Dienstag, 6. März 2018
Montag, 5. März 2018
Passagenblicke
Ich habe unter alten Notizen entdeckt und dem bei der "Oscar"-Verleihung Gesehenen sowie anderen zum Thema passenden Eindrücken angepasst:
"Die strammen Drallen, die leicht oder schwer in die Jahre Gekommen Glamourösen, die Korrekturen hinter sich haben um um jeden Preis wieder „Up to Date“ zu sein....
Diejenigen, die immer schon wussten, dass sie überlegen sind
Die grauhaarigen Commodores, die ihre SUVs bayerischer Herkunft über die Autobahn heizen und ihr Vermögen feiern
Die blonde Langeweile, die gut verheiratet in ihrer von keinerlei Elektrizitätsantriebsängsten getriebenen PS-Hochburg die anderen grinsend versägt, nebenbei in Fragen wie
"Wieso ist dir immer so schlecht? Wächst da etwa ein Tumor in dir?" (Feinstaub, Schwefeldioxid?)
Da ist immer ein Präsentator des Ganzen
Ein Moderator der so gewordenen Wirklichkeit
Geknechtet sind Kreaturen, die sich selbst als die großen Korrektoren der Anderen deuten
die sich als die kundigen Versteher geben, die fleischig routinierten Lebenslügner
Die Coaches und Strukturoptimierer
Von Eventmanagern und Trainierrn getrieben,
drangsaliert, deformiert, degeneriert,
die Arbeit verliehen und verkauft
In Fleisch gemischt und als Fertiggericht "Green Soil" über die Theke gereicht
Jede Peer-Group muss sich nach innen und außen definieren -
das gilt es zu studieren"
"Die strammen Drallen, die leicht oder schwer in die Jahre Gekommen Glamourösen, die Korrekturen hinter sich haben um um jeden Preis wieder „Up to Date“ zu sein....
Diejenigen, die immer schon wussten, dass sie überlegen sind
Die grauhaarigen Commodores, die ihre SUVs bayerischer Herkunft über die Autobahn heizen und ihr Vermögen feiern
Die blonde Langeweile, die gut verheiratet in ihrer von keinerlei Elektrizitätsantriebsängsten getriebenen PS-Hochburg die anderen grinsend versägt, nebenbei in Fragen wie
"Wieso ist dir immer so schlecht? Wächst da etwa ein Tumor in dir?" (Feinstaub, Schwefeldioxid?)
Da ist immer ein Präsentator des Ganzen
Ein Moderator der so gewordenen Wirklichkeit
Geknechtet sind Kreaturen, die sich selbst als die großen Korrektoren der Anderen deuten
die sich als die kundigen Versteher geben, die fleischig routinierten Lebenslügner
Die Coaches und Strukturoptimierer
Von Eventmanagern und Trainierrn getrieben,
drangsaliert, deformiert, degeneriert,
die Arbeit verliehen und verkauft
In Fleisch gemischt und als Fertiggericht "Green Soil" über die Theke gereicht
Jede Peer-Group muss sich nach innen und außen definieren -
das gilt es zu studieren"
Sonntag, 4. März 2018
Wer crisprt an mein Häuschen?
Crispr! Das neue
Zauberwort. Ob damit die neue Welt geschaffen werden soll? Was ist
Crispr überhaupt? Es ist - eine Gentechnologie. Damit können
Forscher präzise und kostengünstig Gene verändern - also
Bausteine des Lebens. Wie mit einer Word-Copy-Paste-Cut-Software
können damit Gene nach vorgegebenen Bauplänen verändert werden. Und zwar innerhalb einer einzigen Person, in deren Gene kein anderes Gen von außen eingepflanzt werden muss. Das Leben verlängern. Gedanken teilen. Pflanzen schaffen, die nicht
mehr krank oder von „Schädlingen“ befallen werden, die mit
Parasiten fertig werden oder mit dem Klimawandel. Menschliche
Krankheiten entschärfen: Alzheimer, Krebs, Mukoviszidose usw. Zika
-Virus bekämpfen.... Menschen optimieren? Das alles soll möglich
werden.
Eine synthetische, von Menschen geschaffene Biologie steht dadurch ins Haus. Wer kontrolliert Organismen, die beispielsweise Biotreibstoffe produzieren können? Das Know How dazu ist längst von Silicon Valley aus unterwegs in den Laboren dieser Welt, die Technik dazu ist ja verblüffend einfach.... und billig. Labore arbeiten damit an neuen Lebewesen. Wo ist die Grenze? Wenn es in Hände kommt, die böse Sachen damit machen können? Wenn eine solche Genkonstruktion einmal draußen in der Welt ist, kann sie nicht mehr zurückgeholt werden und pflanzt sich immer weiter fort. Ob wir mehr darüber diskutieren sollten? Ob das auch etwas für den vergangenen Bundestagswahlkampf gewesen wäre? Was das alles mit „Verantwortung“ zu tun hat? Ob das zu regulieren wäre? Und von wem? Von Politikern und Ethikern? Ob das im Interesse eines wissenschaftlichen Fortschritts läge? Oder eines gesellschaftlichen? Wer hat darüber zu bestimmen? Mit welcher Sanktionskraft? Ob Forscher letztenendes dafür verantwortlich sind, was sie tun? Oder ob sie in der Mehrheit dem alten totalitär-faschistischen Prinzip gehorchen, das auch unsere Industriegesellschaft zu dominieren scheint: "Wenn ich's nicht mache, macht es ein anderer"? Bisher schon verändern gewisse Labore in gewissen Ländern auf diese Weise das Leben. Ob Pflanzen, die mit Crispr erzeugt worden sind, immer gentechnisch manipuliert worden sind und deswegen abzulehnen sind? Oder ob sie, weil das Gen ja "in der Familie bleibt", eher einer Züchtung ähneln? Was wäre überhaupt sinnvoll und anzustreben? Welche Vorstellungen haben wir von unserer Zukunft überhaupt? Vor hundert Jahren gab es keine Kernenergie, kein Fernsehen, keine Autos, keine Computer oder Smartphones. Aber auch kein Penecelin und vieles andere auch nicht. Die Welt war eine andere. Wie die Menschen damals in die Zukunft geblickt haben, in der wir heute leben? Warum sollten wir eigentlich mit Weiterentwicklungen aufhören?
Eine synthetische, von Menschen geschaffene Biologie steht dadurch ins Haus. Wer kontrolliert Organismen, die beispielsweise Biotreibstoffe produzieren können? Das Know How dazu ist längst von Silicon Valley aus unterwegs in den Laboren dieser Welt, die Technik dazu ist ja verblüffend einfach.... und billig. Labore arbeiten damit an neuen Lebewesen. Wo ist die Grenze? Wenn es in Hände kommt, die böse Sachen damit machen können? Wenn eine solche Genkonstruktion einmal draußen in der Welt ist, kann sie nicht mehr zurückgeholt werden und pflanzt sich immer weiter fort. Ob wir mehr darüber diskutieren sollten? Ob das auch etwas für den vergangenen Bundestagswahlkampf gewesen wäre? Was das alles mit „Verantwortung“ zu tun hat? Ob das zu regulieren wäre? Und von wem? Von Politikern und Ethikern? Ob das im Interesse eines wissenschaftlichen Fortschritts läge? Oder eines gesellschaftlichen? Wer hat darüber zu bestimmen? Mit welcher Sanktionskraft? Ob Forscher letztenendes dafür verantwortlich sind, was sie tun? Oder ob sie in der Mehrheit dem alten totalitär-faschistischen Prinzip gehorchen, das auch unsere Industriegesellschaft zu dominieren scheint: "Wenn ich's nicht mache, macht es ein anderer"? Bisher schon verändern gewisse Labore in gewissen Ländern auf diese Weise das Leben. Ob Pflanzen, die mit Crispr erzeugt worden sind, immer gentechnisch manipuliert worden sind und deswegen abzulehnen sind? Oder ob sie, weil das Gen ja "in der Familie bleibt", eher einer Züchtung ähneln? Was wäre überhaupt sinnvoll und anzustreben? Welche Vorstellungen haben wir von unserer Zukunft überhaupt? Vor hundert Jahren gab es keine Kernenergie, kein Fernsehen, keine Autos, keine Computer oder Smartphones. Aber auch kein Penecelin und vieles andere auch nicht. Die Welt war eine andere. Wie die Menschen damals in die Zukunft geblickt haben, in der wir heute leben? Warum sollten wir eigentlich mit Weiterentwicklungen aufhören?
Samstag, 3. März 2018
Small Tafeltalk
Die vergangene Woche
machte mir wieder einmal klar, aufgrund welcher Mechnismen hier
dauernd ausgerufen wird, dass es allen so großartig gut gehe. Die
Vorgänge um die Tafel in Essen werden zu sehr in einer falschen
Richtung hochgespielt. Nach meiner Meinung ist der Skandal der, dass
eine Kanzlerin, die eine bestimmte Sozialpolitik zu vertreten hat, einer Tafel
gute Ratschläge dazu erteilt, wie Lebensmittel am besten verteilt werden
sollen. Offenkundig scheinen solche Regierungsleute keine Ahnung davon zu
haben, welche Folgen ihre Politik zeitigt. Oder sie verschweigen sie
so, das es einer großen Menge von Leuten möglich wird, solche
Verhältnisse zu verdrängen. Es scheint meiner Meinung hier schon länger
eine 2/3-Gesellschaft den Ton anzugeben. Sie will und kann von sich behaupten „In einem Land in dem wir gut und gerne leben“. Der Rest der
Gesellschaft kommt gar nicht mehr zu Wort, ist ausgeblendet und ruhig
gestellt. Das Schema kennen wir: wer mit "Wir" gemeint ist.....
Die öffentlich-rechtlichen Medien, die in den
öffentlich-rechtlichen Medien mit ihren Vertretern diskutierten,
sind meiner Ansicht nach daran beteiligt, indem sie unter anderem das
Thema „Brot und Spiele“ stark betonen und dafür Zwangsgebühren
einziehen. Sie sind offenkundig ein Teil der Schicht, die ihre
Interessen auf Kosten anderer wahrnimmt und dabei das Bewusstsein
großer Teile dieser Gesellschaft zu steuern versucht. Geradezu
rührend nehmen sich da die Einlassungen einer
Fernsehnachrichtenmoderatorin aus, die betont, bei ihr würde niemand
anrufen und eine bestimmte Berichterstattung verlangen. Ob sie schon
etwas von „Framing“ gehört hat, als dem bewussten und in eine
bestimmte Richtung gelenkten Einsatz von Sprache? Ob sie etwas davon
gehört hat, dass bestimmte Maßstäbe „internalisiert“, also
verinnerlicht sind? Dass es darum gehen mag, in welchem Klima und
unter welchen Wertmaßstäben jemand aufgewachsen ist? Dass so etwa
smit Sozialisation und neuerdings auch mit „political correctness“
zu tun hat?
Freitag, 2. März 2018
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