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Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
Mittwoch, 15. Januar 2020
Dienstag, 14. Januar 2020
Montag, 13. Januar 2020
Verschwörungstheorien
Was mir untergekommen ist: Die
Welt ist unübersichtlich, erschreckend, kompliziert....Da kommen
Verschwörungstheorien mit ihren Orientierungsmustern gerade recht.
Sie pflegen meist gewisse Grundprinzipien, Muster, Baupläne: 1.
Nichts geschieht durch Zufall. 2. Nichts ist, wie es scheint. 3.
Alles ist miteinander verbunden. Meist wird dann eine Art „Masterplan“
gewittert, der von langer Hand etwas plant. Gute Muster um gewisse
Dinge und Vorgänge scheinbar besser verstehen zu können: 09/11,
Syrienkrieg, Euro, Schengener Abkommen, Ufo-Angriffe... in der
Meinung von Verschwörungstheorien sind das alles Vorgänge, um die
Bevölkerung Mitteleuropas gezielt zu verunsichern. Wer ersinnt diese "indirekte" Unbill?
Oft sind das nach Meinung von Verschwörungstheorien die „bösen
Eliten“. Dass gewisse Strategien von Machthabern und „Eliten“
dem durchaus förderlich waren und dass dies nachweisbar ist, mag solche Verschwörungstheorien
noch befeuern. Beispiel: Was machen PR-Agenturen, Öffentlichkeitsarbeiter, gewisse Agenten der Unter- oder Oberwelt (Geheimdienste?) oder ganze Regierungen anders, als die Öffentlichkeit in einem
gewissen Interesse gezielt zu desinformieren? In
Verschwörungstheorien beliebt ist auch die Verklärung einer
Vergangenheit, die so sonnig und glücklich nie war. Sie wird dann
meist von der Verschwörung der Gegenwart unterlaufen, die von
Einzelnen oder Gruppen genau so „konstruiert“ wird, wie sie
erscheint. Ihr diesen Schein zu nehmen und die „wahre Wirklichkeit“
damit zu enthüllen, geben Verschwörungstheorien gerne vor. Das
Chaos und die Unübersichtlichkeit der Realität wird damit neuer
Sinn eingehaucht. Scheinbar.
Sonntag, 12. Januar 2020
Nie und immer (Text)
NIE UND IMMER
(Creatura 2)
Schiffe fahr’n vorbei an dir, am
Hafen tut sich nichts,
Mensch frisst Tier und Tier frisst
Tier, automatischer Verzehr
Straßen führ’n nach nirgendwo, es
stinkt nach schaler Wut
Hund pisst auf kalten Beton,
Glasscherben in Eis
Prince lallt seiner Dame Manisches ins
Ohr
Wort mit vier Buchstaben, und wir hör’n
alle mit
Nie und immer, weiß von nichts,
Nichts bedeutet nichts
Du im Nebel, gehst im Kreis,
verschenkst den Augenblick
Verseuchtes Luftschloss, am Ende bleibt
uns keine Zeit
Wir wachen auf, die Uhr steht still,
alles ist vorbei
im Hals, der Finger, er, treibt
Madonnenkult
gut gelauntes Gletscherspiel –
Geschlechtsamusement
Du siehst dich, wie du dich siehst, -
als Spiegelspiegelbild
Nie und immer wartet der
Müllverbrennungsspezialist
Nie und immer, nie und immer…(Fade
out)
(gefunden von früher...)
Samstag, 11. Januar 2020
Seitenwechsler
Was ich eben mitbekommen habe:
seit dem Jahr 2004 soll es im Bundestag ein Programm für
„Seitenwechsler“ geben. „Seitenwechsler“ sind diejenigen, die
teilweise von der Regierungsbank weg in die Privatwirtschaft
wechseln, um dort natürlich zu wesentlich besseren Bezügen zu
kommen. Personen aus der Politik fallen einem da massenweise ein,
ohne dass ich sie hier erwähnen könnte: Rechtliche Folgen würden
mir sicher sein. Es geht also um Personen, die zunächst fürs
Allgemeinwohl arbeiten, sich aber privaten Interessen gerne zur
Verfügung stellen, am Ende wohl auch mit einem vollkommenen
„Seitenwechsel“. Das kann auch ohne Wechsel des Arbeitgebers
vonstatten gehen. Beamte von Ministerien sollen so etwas schlicht als
„Sonderurlaub“ beantragen können. Ihr Wunsch ist dann ihren
„Vorgesetzten“ meist Befehl. Sie wechseln dann den Schreibtisch
einigermaßen flugs, aus dem Minsterium hin zur Industrie. Um
„Zusammenarbeit“ gehe es und um „Vernetzung“, so die
offiziellen Erklärungen dazu. „Profis mit Sachkundenachweis“
seien da vonnöten, ließ eine Ministerin dazu verlauten und dass die
Industrie an dieser Stelle „einen sehr guten Beitrag leiste“ war
dazu von hoher Stelle zu hören. Es solle „Wissenstransfer
ermöglicht werden und „das Verständnis für die Gegenseite
erhöhen“, so offizielle Beteuerungen. Welches Wissen da wohl in
welchem Interesse transferiert wird? Was das wohl heißt,
„Verständnis für die Gegenseite“ aufzubringen? Es könnte ja
auch sein, so war zu hören, dass die Unternehmen Manager direkt in
die Ministerien schicken, um beim Gesetze entwerfen „mitzuwirken“.
Ob das Ende gar etwas mit Lobbyismus zu tun hat? Fragen über
Fragen.....
Freitag, 10. Januar 2020
Der Lange Tanz (Songtext aus den 80ern, offenbar in weiser Voraussicht)
DER LANGE TANZ
Du träumst dich, du siehst dich
bist das wirklich noch du?
Die Jahre vergehen im Trott
und du hast ein paar Narben mehr
blickst zurück und blickst nach vorn
und das Einerlei stört dich nicht mehr
Zwei Schritte rechts, zwei Schritte links
wo geht’s eigentlich lang?
Drei Schritte vor und zwei zurück,
wie heißt dieser lange Tanz?
Mal im Schatten, mal im Licht,
meist dazwischen irgendwo du
Alles kommt erst morgen
und heut' ist erst mal Pause
Charlie Chaplin jagt Billy the Kid
wer wird der Verlierer sein?
Zwei Schritte rechts, zwei Schritte links
wo geht’s eigentlich lang?
Drei Schritte vor und zwei zurück,
wie heißt dieser lange Tanz?
Züge fahren weiter, keiner weiß wohin
du stehst am Bahnsteig und frierst
man trägt jetzt wichtige Gesichter
und du zwingst dich, nicht mehr zu lachen
Kontrollen werden schärfer
nur Wenige wissen ums Warum
Zwei Schritte rechts, zwei Schritte links
wo geht’s eigentlich lang?
Drei Schritte vor und zwei zurück,
wie heißt dieser lange Tanz?
Du träumst dich, du siehst dich
bist das wirklich noch du?
Die Jahre vergehen im Trott
und du hast ein paar Narben mehr
blickst zurück und blickst nach vorn
und das Einerlei stört dich nicht mehr
Zwei Schritte rechts, zwei Schritte links
wo geht’s eigentlich lang?
Drei Schritte vor und zwei zurück,
wie heißt dieser lange Tanz?
Mal im Schatten, mal im Licht,
meist dazwischen irgendwo du
Alles kommt erst morgen
und heut' ist erst mal Pause
Charlie Chaplin jagt Billy the Kid
wer wird der Verlierer sein?
Zwei Schritte rechts, zwei Schritte links
wo geht’s eigentlich lang?
Drei Schritte vor und zwei zurück,
wie heißt dieser lange Tanz?
Züge fahren weiter, keiner weiß wohin
du stehst am Bahnsteig und frierst
man trägt jetzt wichtige Gesichter
und du zwingst dich, nicht mehr zu lachen
Kontrollen werden schärfer
nur Wenige wissen ums Warum
Zwei Schritte rechts, zwei Schritte links
wo geht’s eigentlich lang?
Drei Schritte vor und zwei zurück,
wie heißt dieser lange Tanz?
Donnerstag, 9. Januar 2020
Unternehmerporträts
Die großen Porträts, die die
Medien auf die Massen knüppeln, - was preisen sie zu oft? Das
unternehmerische Selbst. Wirtschaftsführer, die genau dem folgen,
was ihnen die Wirtschaft sagt, die sich also besonders gut anpassen.
Die Leitfiguren könnten auf diesem Gebiet Steve Jobs etc. sein. Ob
solche Figuren ihr gesamtes Tun nicht etwa unter das Gebot der
Gewinnabsicht stellen (gestellt haben)? Ob das bei ihnen im
Vordergrund steht, allein schon durch die Funktion, die ihnen
übertragen wird (von wem auch immer..)? Dem Gemeinwohl verpflichtet
sein, über seine Gruppe hinaus denken, scheint diesbezüglich
einigermaßen verboten. Ziel ist es, neben dem Ideal, als Ego
möglichst viel zu verdienen, bewundert zu werden und den eigenen
Status aufwerten zu können. Ob es da ein Ausweg ist, in erster Linie
an sich selbst zu denken und nicht einem Leitbild zu folgen? Hm. Ob
da nicht viel mehr die Richtung sein könnte, ungehorsam zu sein?
Also heraus treten aus der Masse? Ob sich da ein Paradox auftut?
Nietzsches Zarathustra, wollte der, dass ihm die Massen in seinem
Nonkonformismus folgen? An sich selbst denken: Individualisierung
oder Globalisierung?
Mittwoch, 8. Januar 2020
Dienstag, 7. Januar 2020
Gemeinschaften, Zugehörigkeiten
Ob manche Leute von einer
Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft träumen, nachdem die
Globalisierung und der Neoliberalismus alles zerhackstückt und
vereinzelt haben? Ob sie sich da gewissen Illusionen hingeben?
Gemeinschaft könnte ja auch bedeuten, dass man gewisse Werte teilt……
So etwas kann womöglich schnell über den Status einer Verpflichtung
hinweg zu einer Art Zwang werden, den diese Gemeinschaft auf den
Einzelnen ausübt. Im Sinne einer Freiheit und „Befreiung“ könnte
es insofern unumgänglich sein, sich von diesen Konventionen zu
befreien, auf Konflikt- und – im Extremfall! - Kollisionskurs damit
zu gehen. Familie und Staat? Was ist der Staat überhaupt? Etwas
demokratisch legimiertes? Diesem Irrtum sitzen meiner Meinung nach
allzu viele derer auf, die sich als „Linke“ einordnen würden.
Dass der Staat selbst sehr schnell gewalttätig werden kann, ist eine
Erfahrung des zwanzigsten Jahrhunderts. Was ist „die Familie“?
Die Klein- und Kernfamilie – oder die Großfamilie? Ob wir nach
einigen sehr negativen Erfahrungen alle Gewalt dem Staat
überschrieben haben? Ob der immer verantwortungsvoll damit umging?
Was wäre die Alternative?
Montag, 6. Januar 2020
Sport als Fetisch
Rein emotional so empfunden
und ein bisschen verifiziert: Sportübertragungen. Ging es früher
offenbar darum, eine gewisse Distanz zu wahren, so scheint heute größtmögliche Nähe
angesagt. Ging es früher darum, „geistreiche“ distanzierte Bemerkungen
und Einlassungen zu machen, so scheint heute distanzlose Begeisterung
angesagt. „Experten“, meist ehemals erfolgreiche Athleten mit
„Insiderwissen“ stehen den Journalisten zur Seite. Sie mischen
sich bei jeder Gelegenheit ein und bestätigen offenbar das, was
Profis absondern. Es steht anscheinend die Show und das Vorführen
von (nationalen) Gefühlen im Vordergrund. Der Athlet ist Showman
(Showfrau), der das Offensichtliche beglaubigt. Es geht dabei auch um
Marken, denen auf diese Weise (man sieht das überdeutlich alleine schon an der Kleidung der früheren "Athleten"...) Glaubwürdigkeit oder eine weiter gehende
Bekanntheit verschafft werden soll. Fetisch ist dabei der „Erfolg“,
der offensichtlich vom Athleten auf das Produkt übertragen werden soll. Dabei ist
der Name des Athleten ein weiteres Produkt, das oft durch die
folgenden Präsentationen und Spots beglaubigt wird. Diese Athleten
sind meist Aushängeschilder der bedingungslosen Industrialisierung
der Alpen mit den Planierungen von Pisten oder Schneekanonen und all
den Erscheinungen, die wir kennen und die zur Bespassung eines
gewissen Publikums beitragen sollen. Zudem hören wir ein bisschen zu
oft, dass die aktiven Athleten doch bitteschön „Gas geben“
sollen, was ein gewisses Weltbild der schweren Verbrennungsmotoren
und Überholvorgänge mehr als andeutet.
Sonntag, 5. Januar 2020
Samstag, 4. Januar 2020
Instabilität und Globalisierung
Ob gewisse politische
Tendenzen nicht auch durch die Globalisierung mitverursacht werden?
Ob da nicht eine Tendenz zur Entwurzelung, zum sozialen Abstieg und
zur Verängstigung der Schrittmacher sein könnte? Ob die Politiker
dieses landes nicht lange Jahre die Vorteile der Globalisierung
gerühmt haben und bewusst die Nachteile vernachlässigt haben? Dass
es nämlich auch Verlierer bei diesem Prozess gibt, die entsprechende
politische Instabiliät verursachen können. Soziale Abstiegsängste
und die gesellschaftliche Polarisierung befördern nämlich
nachgewiesenermaßen den Zerfall einer Gesellschaft und die damit
verbundenen Radikalisierungstendenzen. Ob sozialer Ausgleich insofern
nicht auch eine Stabilisierungsfunktion hat? Viele
Sozialwissenschaftler haben darüber nachgedacht. Von der Politik
freilich wurden sie dafür oft als „Bedenkenträger“ beschimpft.
Es
scheint also in gewissen politischen Kreisen nur noch der bedenken-
und rücksichtslose Fortschrittsglaube als Ideal ausgegeben zu sein.
Selbstredend, dass hinter diesem "Fortschritt" nur noch die
technische Intelligenz gemeint zu sein scheint.
Freitag, 3. Januar 2020
Mittwoch, 1. Januar 2020
Dienstag, 31. Dezember 2019
Montag, 30. Dezember 2019
Sonntag, 29. Dezember 2019
Staatsknete
Wer sagt denn, dass der
„Staat“ gleich bedeutend mit der Allgemeinheit sein muss? Wer
sagt denn, dass die „Trickle-Down-Theorie“ richtig ist, die uns
weiß machen will, dass wenn es den Reichen und Kapitalsäcken gut
gehe, dass dann irgendwann auch die Übrigen, also die
Lohnabhängigen, von deren Reichtum profitiere? Dass das privilegiert und von den oberen Schichten erworbene Geld einsickere auch in die weniger wohlhabenden Schichten? Andererseits: Der Staat will
Steuern einnehmen und setzt dazu alle Hebel in Bewegung. Er hat das Recht auf seiner Seite, egal, ob er demokratisch legitimiert ist oder nicht. Hierzulande ist dies angeblich so, um den Erlös der sozialen Wohlfahrt (also Kindergärten, Alten- und Krankenpflege, soziale Umverteilung usw.) zugute kommen zu
lassen. Dies scheint mir ein Totschlagargument von der Sorte, die man
immer einsetzen und gebrauchen kann.
Tatsache ist, dass die Steuern in Staaten offenbar ineffektiv eingesetzt werden und noch niemals
gesenkt wurden, dass sie in der Vergangenheit vor allem „die Armen“
betrafen, die eine gewisse Partei in Deutschland mit den "nicht
Leistungsfähigen und Willigen“
identifiziert. Ich
habe immer noch in den Ohren, wie ein Finanzminister Deutschlands jüngst in
einer Diskussionsrunde meinte, man könne sich nun (fast) alles
leisten….“. Na, wenn das so wäre, wieso strebt man dann ein
seltsam und allgemein so ausgegebenes
2%-Ziel bei den Verteidigungsausgaben an (weil das einmal von jemand so ausgemacht wurde?), und das ganz besonders,
wenn man sich mit der Meinung auseinander
setzen muss, dass das Problem der deutschen Armee kein Geldproblem,
sondern ein Beschaffungsproblem sei?“. Wieso muss "Die schwarze Null" zur Rechtfertigung einer katastrophalen Vernachlässigung der Infrastruktur herhalten? Hat
die politische Opportunität dermaßen stark eine Eigendynamik
entfaltet, dass man glaubt, solche Zielsetzungen verfolgen zu
müssen? Wieso glauben
Journalisten direkt und
indirekt dem Großkapital
sekundieren zu müssen, um
dies den Opfern ihrer Einstellungen auch noch als „Stimme der
Vernunft“ zu verkaufen ("Man kann nur ausgeben, was man auch eingenommen hat")? Ob
das am Ende gar etwas
mit voraus eilendem Gehorsam zu tun hat und
ob so etwas mit dem Ethos zu vereinen ist, den solche Leute gerne
beschwören?
Samstag, 28. Dezember 2019
Zufriedenheit
Zufriedenheit, was ist das für
ein Wert? Anscheinend streben wir das alle an. Doch wenn irgendjemand
zufrieden wäre, würde der Kapitalismus (und nicht nur der! womöglich
liegt das an der menschlichen Natur, falls es die gibt...) sofort
zusammen brechen. Denn dieser strebt unentwegt ein Mehr und Noch mehr
an. So war es schon im Mittelalter. Wer damals König wurde und sein
Reich hatte, war selten zufrieden damit. Er wollte mehr erobern. Auch
die Einnahme des Nachbarreiches konnte ihn nicht befriedigen. Er
wollte noch eines und danach noch ein weiteres. Und so schuf er sein
Imperium. Diese Neigung, auf Erfolg mit dem Verlangen nach dem Mehr
zu reagieren, ist möglicherweise Teil der menschlichen Natur. Auch
Marx griff in seiner Bedürfnistheorie auf dieses Erkenntnismuster
zurück. Der Kapitalismus baut darauf auf, ist aber nicht die
Ursache.
Freitag, 27. Dezember 2019
Neoliberalismus
Was überhaupt könnte
Neoliberalismus sein, von dem viele reden (geredet haben)? Die
Politikwissenschaft behauptet hier ein „postheroisches Zeitalter“
in das wir hinein geworfen sein würden. Nun ja. „Flexibilisierung
der Arbeitswelt“ könnte da ein Stichwort sein, das den
Neoliberalismus stark geprägt hat. Also die Loslösung von Menschen
aus kollektiven Bindungen, etwa Tarifverträgen, und die
Überantwortung solcher Bindungen an einen Markt, der schon alles
irgendwie regeln möge.Voraussetzung dazu wäre eine
Selbstoptimierung, also die Voraussetzung, dass jeder als Einzelner
die Voraussetzung zu seinem Glück schaffen könne. Der „Wettbewerb“
scheint solch ein Begriff zu sein, der vom Neoliberalismus heilig
gsprochen ist. Ebenso der Begriff der „Leistung“, der möglichst
von allen kollektiven Bindungen befreit sein müsse. Der
Leistungssport scheint hier eine wichtige Schrittmacherrolle zu
spielen. Prinzip: „The Winner takes it all“. Das heißt:
Derjenige, der sich durchsetzt gegen alle andern, bekommt die ganze
Aufmerksamkeit und das ganze Geld. Gewinner sind oft auch jene, die
so glänzend dargestellt werden, weil sie ihre „Mitbewerber“
haben schlecht aussehen lassen. Neoliberalismus könnte aber auch
etwas zu tun haben mit der Aushölung der Souveränität einzelner
Staaten zugunsten einer Globalisierung des Turbokapitalismus, der
alle soziale Bindungen aushölt, alles mit Geld regelt und jene
Globalisierungsgewinner schafft, die uns in den Medien präsentiert
werden. Neoliberalismus könnte auch etwas zu tun haben mit dem Ideal
des flexiblen Menschen, der sich alle vorgegebenen Strukturen
möglichst optimal anpasst. Ob das etwas mit Konformitätsdruck zu
tun hat? Dem folgen, was gerade opportun ist, ob das ein Ideal sein
kann? Ob dem gegenüber Sinnstrukturen stehen, die nicht dem „Markt“
oder dem „Geld“ verpflichtet sind? Die über die Heiligsprechung
des Einzelnen und die Nutzenorientierung des Marktes hinaus weist?
Donnerstag, 26. Dezember 2019
Mittwoch, 25. Dezember 2019
Dienstag, 24. Dezember 2019
Montag, 23. Dezember 2019
Sprung in die Zukunft
Ein würdevolles Leben führen.
Als Ziel. Für alle. Jetzt und in Zukunft. Als eine Art riskanter
Sprung in die Zukunft. Eingeführt in eine Normalität, in eine
Selbstverständlichkeit, die alle Menschen umgeben soll. Alle.
Technologische Möglichkeiten dazu könnten bereits vorhanden sein.
Bleibt nur noch die soziale Polarisierung: den einen Menschen soll es
möglich sein, den andern nicht. Leistungsprinzip. Äquivalenzprinzip. Oder? Es…. Wir sind da hinein
geworfen. Müssen uns damit auseinander setzen.
Wir
aber haben unter Umständen damit zu tun, von einem Tag in den
nächsten zu kommen. Müssen Demütigungen und Diskriminierungen
trotzen, so gut es geht. Müssen Pech verkraften. Wie konnte das
möglich sein, dass noch vor kurzer Zeit Frauen nicht wählen
durften?, so fragt man sich schon heute. Man kann es sich nicht mehr
vorstellen. Die Entwicklung scheint in kürzester Zeit
fortgeschritten. So könnte es auch mit einer Energiewende sein. Es
könnten sich zunächst diejenigen zusammenfinden, die die Vision
haben und dafür etwas verändern wollen. Es scheint zunächst, als
passiere nichts. Doch dann wird ein Problem gesehen. Es wandert das
Angestrebte, das Ziel, unaufhaltsam in die Normalität ein. Bedenken
und Argumente dagegen sind natürlich präsent. Aber es steht im
gesellschaftlichen Raum die moralische Aufforderung: eigentlich
müsste man, sollte man...., aber... Wettbewerbsfähigkeit,
Arbeitsplätze etc. ... Es bilden sich zudem Gruppen, die alles
verdrängen wollen, die Probleme leugnen und damit zunächst viel
Zulauf damit finden. Doch dann vollzieht sich der Sprung. Eine
Umorientierung setzt sich fest. Wahrscheinlichkeiten bröckeln. Etwas
wird da sein. Der Kompass wird sichtbar. Ein Thema wird wichtiger.
Gewisse Menschen werden das ziehen. Rückblickend wird es kaum zu
begreifen sein, dass man nicht schon viel eher in die richtige
Richtung abgebogen war. „Normal“ ist etwas anderes geworden.
Sonntag, 22. Dezember 2019
Digitalisierung (4)
Propheten der
„Digitalisierung“ sagen einen tiefgreifenden Wandel vor aus:
Künstliche Intelligenz, Mobilfunknetz 5 G, Blockchain-Technology,
3D-Druck, Roboter, Genschere CRISPR, Quantencomputer u.a.. Abgesehen
davon, dass die eine mit der anderen Technologie in engem
Zusammenhang zu stehen scheint, ist es beliebt, den
gesellschaftlichen Nutzen solcher Schlagworte und die Folgen als
selbstverständlich voraus zu setzen. Autonomes Fahren? Ja, wer will
das denn nicht. Aber ein klein bisschen noch lenkend dabei sein, wenn
meine Kohle in Gestalt eines metallic Dickschiffes da über Straßen
prescht, das dürfte schon noch möglich sein, oder? KI und AI auf
allen Kanälen, dabei scheint es mir noch nicht einmal ausgemacht, ob
es AI (Artificial Intelligence) oder KI (Künstliche Intelligenz)
heißt. Exponentiell soll es voran gehen, das wird uns in Aussicht
gestellt. Welche scheinbaren Wohltaten das alles bringen wird und
dass „wir“ keineswegs den Anschluss verpassen dürfen (womöglich
ist der längst verpasst…), ist in aller Breite erörtert und in
die deutsche Welt hinaus posaunt.
Ob vielleicht generell der Wert der
Arbeit überdacht werden sollte, ob in dieser Hinsicht manches neu
organisiert werden sollte, auch im Hinblick auf „bedingungsloses
Grundeinkommen“, scheint mir inzwischen an den Rand gedrängt. Ob
es aber gesund ist und funktionieren wird, wenn da mehr oder weniger
blind in solche Entwicklungen hinein getaumelt wird? Ob wir nicht
getäuscht werden und selbst dessen Potential noch nicht so richtig
erkannt haben. Stichworte scheinen mir dabei zu sein: Deep Fakes,
Open AI Lyrebird, Fälschung von Rankings/Reigenfolgen, Bild- und
Videobearbeitung, Bots…. die Wirklichkeit einfach so zu erschaffen,
wie sie einem gefällt….. im politischen oder wirtschaftlichen
Interesse, wichtige Schritte in diese Richtung sind womöglich von
den USA aus wahrscheinlich längst gemacht….Wir gehen schön gepflegt ins Kino und staunen über Altstars, die technisch jünger gemacht wurden und uns so in einem neuen und aufgehübschten Äußeren gegenüber treten. Schöne Weihnachten!
Samstag, 21. Dezember 2019
Prominenz
Ich stehe dem einigermaßen
fassungslos gegenüber, wenn wieder ganze Magazine (TV, Internet,
Print...) und Dokumentationsreihen über die kleinen Gemütsäußerungen
und Wehwechen der sogenannten „Prominenten“ berichten. Jawohl, es
gibt Gründe, wieso diese Personen als dermaßen herausragend
betrachtet werden, selbst wenn es nur die Äußerung oder das Äußere
eines sogenannten It-Girls, das Verhalten von Adligen oder die sehr
offensichtliche Regung eines sogenannten „Influencers“ ist. Doch
das Ausmaß, mit dem sich eine Öffentlichkeit für solche Dinge zu
interessieren scheint, kommt mir ziemlich übertrieben vor. Es
scheint mir religiöse oder kultische Züge angenommen zu haben, -
wobei diejenigen, die so etwas am lautesten zu beklagen scheinen,
wiederum der Schicht der „Prominenten“ angehören, womöglich aus
ganz anderen Gründen als jenen ihrer scheinbar überragenden
Fähigkeiten. Sich den Erwartungen möglichst optimal anpassen, das
scheint das Gebot. Ob das alles in einem Verhältnis zu den
Gefährdungen steht, denen unsere Welt sich gegenüber sieht? „Erst
mal will ich prominent werden und abkassieren und dann kommen die
Probleme des Allgemeinen“ scheinen da die in Rede stehenden Leute
für sich anzunehmen. Es ist diese Welt, der manche Leute wie ich zu
entfliehen versuchen……
Da
sind die, die „es geschafft“ haben. Die Schönen und Reichen.
Ohne Grenzen scheinbar. Das ein paar von ihnen (oder auch mehr…)
daraus ein Geschäft machen wollen, ist ja offensichtlich. Der
Vorbilder sind allzu viele. Etwas Spannendes verkörpern, sich
optimieren, Aufmerksamkeit erzeugen, verlogen lächeln und grinsen,
sich verkleiden, sich und seinen Reichtum ausstellen, damit prahlen,
sich schminken zu „zubereiten“, um das Resultat dann ins Netz zu
stellen. Social Media etc. Liebschaften, Heiraten, Scheiden, „Making
of...“ Million Dollar Bodykult, Yachten und teure Schlitten...und
alle dürfen daran teilhaben. Das Muster, die Vorlage dazu wird
allmählich öde. Desto mehr müssen sich „Promis“ anstrengen! Um
die ganze Welt reisen, nach Belieben, die Welt ruinieren, Zukunft
verbrauchen fürs Ego, Scheis auf den Klimawandel! Mir steht das zu!
So geht‘s zu in dieser Promi-Welt!
Freitag, 20. Dezember 2019
Donnerstag, 19. Dezember 2019
Weihnachtsidyll
Was sich mir jetzt, in der
Weihnachtszeit, besonders aufdrängt, - ohne dass ich mich als allzu
negativ empfinde. Die Wirklichkeit um einen herum scheint sich selbst
so zu definieren, dass sie innere Sehnsüchte in Konsumgier
verwandelt. Waren weisen auf Identität, in uns verwurzelten Bedürfnissen.....und Maximen wie: bessere Menschen sind die, die mehr verdienen... Das kitschige Idyll im Schnee, ein positiver Drang, anderen
Menschen etwas zu schenken, was in Wirklichkeit mich selbst definiert, der Stachel, in einem
tieferen Sinne bei sich zu sein…. All das kommt hier zusammen und
paart sich auf eine schleimige Weise mit einem girlandenbehängten und lichtleinbeschienenen Geschäftsdrang, der alles für sich und seinen Profitstreben zu
nutzen versucht, - was Menschen insgesamt natürlich beeinflusst. Dazu kommen die Bilder, die heute vor allem über
die „sozialen Medien“ erzeugt werden: schöne, erfolgreiche
Menschen, die Schmuckdesigner, Event-Manager oder Cafe-Latte-Macciato-Schlürfer - oder als Schausteller ihrer selbst alles
zusammen sind. Die schon als Kind gewusst haben, dass sie
Schmuckdesigner oder Modedesigner werden wollten und von dem modischen Geschmeide früh fasziniert
sind. Die parfümierte Interviews geben. Währenddessen bereiten in den Medien allerlei Starköche
wohlschmeckende Speisen zu, die unter einem Wahnsinnseinsatz von
Wasser „erzeugt“ worden sind und sich gut für's Weihnachtsmahl eignen. Was kümmert‘s diese Figuren? Ein
paar von ihnen profilieren sich in den Talkshowrunden und stellen Fragen, machen ein nachdenkliches Gesicht, stottern herum, pflichten bei, - kochen aber
ansonsten mit Genießermiene munter weiter.
Mittwoch, 18. Dezember 2019
Competition
Den
Größeren, schnelleren, breiteren zu haben, das „Sich messen“,
die Marktwirtschaft in den Köpfen, sie bestimmen (competition)
offenbar die Wirklichkeit, nicht der Fluss, das gemeinsame Fließen,
die Empathie, das Gefühl für das Ganze (wäre auch kein bisschen
neoliberal), sondern das Vorwärtskommen auf Kosten der anderen…..
„Top Dogs“ rasen in ihren fetten und Platz wegnehmenden SUV-Verbrennern an einem vorbei,
sie streben alle ehrgeizig ein Scheinziel an (das ihnen von den noch Mächtigeren vorgegeben
ist), das sie nach einer genau bemessenen Zeit wieder verlassen…
zurück ins Getriebe. Sie treiben
ihre Allrads mit
gelangweiltem Gesicht („was ist denn das für ein Loser!“) an
dir vorbei, mit denen sie überall zeigen, dass sie nicht
nur mehrmals
im Jahr in den Skiurlaub fahren können, sondern
auch zu fernen Zielen. Sie wollen sich
zu den Besseren zählen (noch dürfen sie das völlig ungeniert...
manche von ihnen sind sehr stolz drauf, andere nehmen es als
Selbstverständlichkeit), aufgemotzt, aber dezent, Überlegenheit
dauernd zu zeigen ist (k)ein schweres Geschäft…. Für
Competition-Mitläufer, für Bewerber, für tüchtige Tüchtige, für
Durchsetzer, für die, die alles richtig gemacht haben. Ob das eine
gewisse Nähe zur gegenwärtigen
(?) USA hat?
Dienstag, 17. Dezember 2019
Images
Es kommt einem so vor, als
würden „Verantwortungsträger“ und Entscheider in dieser
deutschen Gesellschaft das Problem „Klimawandel“ nicht ganz ernst
nehmen. Jedenfalls scheinen das Problem viele von ihnen nicht auf sich selbst zu
beziehen, was sich auch daran zeigt, dass sich laut einer Meldung
sämtliche Spitzenpolitiker in Riesenkarossen durch die Landschaft
fahren lassen, die nachgewiesenermaßen einen Spitzenausstoß an
Schadstoffen haben (und die teilweise dessen rechtlich überführt sind...). Es
fiel mir selbst schon früher auf, aber ich hoffte, dass hier
besondere Maßnahmen eingeführt worden seien dergestalt, das
stillschweigend nur gewisse, auf den neuesten technischen Stand gebrachte
Karossen gebraucht würden. Pustekuchen. Wieder einmal muss man sich getäuscht
sehen. Der Politikverdrossenheit und dem allgemeinen Misstrauen
Politikern gegenüber ist sowas womöglich extrem förderlich. Das Miosstrauen wächst, ohne dass dies große Schlagzeilen erzeugen würde. Dass
sich jetzt wohl eine Greta Thunberg im Zug durch deutsche Landen dabei
ablichten lässt, wie sie neben Koffern am Boden kauert, mag zwar
eine realistische Perspektive für jedermann abgeben. Dass sie
offenbar aber eine Teilstrecke im 1. Klasse-Abteil saß und sich mit allerlei Annehmlichkeiten verwöhnen und umsorgen ließ, bleibt fotomäßig offensichtlich unbeachtet. Offenbar
ist diese Person inzwischen von zahlreichen PR-Agenten umgeben, die
ihr nicht immer die richtigen Ratschläge geben. Jedenfalls mag auch
so etwas ein gewisses Misstrauen in allgemein kolportierte Images
erwecken. Auch die demnächst eingeführte "Bonpflicht", also dass bei Kleinsttransaktionen oder Käufen ein Bon ausgedruckt werden muss, passt leider in dieses Raster. Dass bei solchen zweifelhaften Aktionen die Umwelt weit über Gebühr belastet wird, scheint den Entscheidungsträgern vom Finanzministerium egal. Klimawandel hin oder her. Hauptsache Geld.
Montag, 16. Dezember 2019
Sonntag, 15. Dezember 2019
Selbst
Selbstbespiegelung. Ist heute
akzeptiert. „Selfies“ sind eine kulturelle Errungenschaft
geworden, Aufnahmen des Ego. Visuelle Wiedererkennbarkeit. Kurze
Reize. Anmutung. Autenthischer Selbstausdruck. Ego. Sich in andere
Rollen hinein begeben durch Verkleidung. Oder ob dies nur die
Sehnsucht danach ausdrückt? Ein Bedauern darüber, dass man derselbe
bleibt, egal, welche Verkleidung man wählt? Selfie, eine gesuchte Möglichkeit der Selbstsuche? Masken aufsetzen.
Digitale Masken. Sich verstellen. Sich dahinter verstecken. Virtual und augmented Reality? Ob das
gangbare Praktiken sind? Andere Codierungen anstreben? Auffallen?
Dadurch möglichst viele „Likes“ erhalten? Auf dem Markt der Kommunikation dadurch etwas wert sein? Nicht das wahre Ich an
sich anstreben, sondern es in die Welt hinein brüllen. Sich
kommunizieren. Den Verlust anderer Kommunikationsmöglichkeiten als
Verlust auch ausleben. Typische Situationen, Klischees des
Verhaltens. Zusammenhänge in sich hinein lassen und ihnen dann
Ausdruck geben. Das Ego dadurch erforschen. Schauspielern. Stars
nacheifern. Alles zur Banalität machen. In der Gleichschaltung leben.
Visueller Terror. Vorgegeben Modellen nachhecheln. Role models
ausfüllen.
Samstag, 14. Dezember 2019
Freitag, 13. Dezember 2019
Die Entschlafenen (Friedrich Hölderlin)
Die Entschlafenen (Friedrich Hölderlin)
Einen vergänglichen Tag lebt ich und wuchs mit den Meinen, Eins ums andere schon schläft mir und fliehet dahin.
Doch ihr Schlafenden wacht am Herzen mir, in verwandter Seele ruhet von euch mir das entfliehende Bild.
Und lebendiger lebt ihr dort, wo des göttlichen Geistes Freude die Alternden all, alle die Toten verjüngt.
Einen vergänglichen Tag lebt ich und wuchs mit den Meinen, Eins ums andere schon schläft mir und fliehet dahin.
Doch ihr Schlafenden wacht am Herzen mir, in verwandter Seele ruhet von euch mir das entfliehende Bild.
Und lebendiger lebt ihr dort, wo des göttlichen Geistes Freude die Alternden all, alle die Toten verjüngt.
Donnerstag, 12. Dezember 2019
Mittwoch, 11. Dezember 2019
Lebensmittel
Ich
nehme von der Seite aus die Botschaft wahr: „Jede dritte Lebensmittelkontrolle
fällt aus!“. Wo da der "politische Wille" bleibt? Behörden scheinen in ganz Deutschland jedenfalls in großem Stil versagt zu haben, sie sind von der Personalausstattung her noch nicht mal in der Lage, ihre geringsten Pflichten zu erfüllen. Das wundert mich nicht, wurde und wird vom Staat noch
immer ein unerbittlicher Sparkurs gefahren, bei dem man sich fragen
könnte, wem dieser nützt (Insbesondere, da die Steuereinnahmen noch nie so hoch wie jetzt waren....). Ob dieser Sparkurs auch von einer
bestimmten Partei vertreten wird, die gerne vorgibt, genau einen solchen
Sparkurs jetzt aufgeben zu wollen? Ob so etwas links ist, ob die
Linke so etwas überhaupt beachtet und registriert? Jawohl, das sind
die Alltäglichkeiten, die jemanden beeinflussen können, der nicht von
vornherein der gesellschaftlichen Mittelklasse angehört. Er nämlich
würde schon gerne auf Bio-Basis gesünder leben, hat aber einen
Preisdruck, der ihm das nicht erlaubt. Direkt: Es ist ihm zu teuer.
Er muss froh sein, wenn er überhaupt etwas an Land ziehen kann und
nicht in Abfalleimern nach Brauchbarem suchen muss. Der fortwährend anschwellende Bedarf bei Den Tafeln spricht diesbezüglich Bände.
Die Ärmsten der Armen haben keine Lobby, nicht mal bei den Linken.
Sie sind nicht repräsentiert. In einer repräsentativen Demokratie
ist das katastrophal.
Dienstag, 10. Dezember 2019
Ob....?
Dies
ist ein Beispiel für späte Politikverdrossenheit, die man
gegenwärtig dadurch
niederbügelt, dass man „Klare Kante“ fordert. Doch ich habe
Zustände und Überlegungen gesammelt: Soll
man sich dann doch
daran erinnern, dass es
möglicherweise in dieser Republik ziemlich ungerecht zugeht? Soll
man diesen Nasen, die wortreich
anbieten, das zu
ändern, mit einer Wählerstimme vertrauen? Soll man ihnen das
zutrauen? Zweifel und
Skepsis erscheinen
angezeigt. Soll man
sich mal wieder darüber aufregen, dass Großspenden die
Entscheidungsprozesse in dieser Politik möglicherweise entscheidend
verändern? Überhaupt, der Einfluss der Lobbys und
Interessenvertreter scheint ja recht weit zu gehen und sich unter
anderem in finanziellen Zuwendungen an Parteien oder
deren Mitglieder
auszudrücken, wobei dafür offenbar auch verschlungene Wege gefunden
werden. Manchmal
formulieren Lobbyisten die Gesetze, die dem Parlament vorgelegt
werden, gleich selbst.
Der
Hintergedanke scheint dabei relativ klar. Nicht nur Diäten und
Fraktionsetats scheinen ziemlich schamlos erhöht zu werden. Wer
dagegen aufbegehrt, gegen den wird mindestens
geklagt, - das
Procedere ist ja schon aus der Industrie bekannt.
Gegen
entsprechende Parteispenden wurden
offenbar
„Besuche“ bei einflussreichen Politikern gewährt: Diese Praxis
sorgte
vor einiger Zeit für Aufsehen. Daraufhin wurde Besserung gelobt.
Überhaupt lassen sich wohl Parteien und Abgeordnete wohl nicht so
gerne in die finanziellen Karten schauen. Ob das oberdemokratisch ist
oder ob hier „Experten- und
Beraterwissen“ in die
Entscheidung einfließt? Die Erklärungen vielfältigster Art stehen
ja bereit. Scheint, offenbar, vielleicht – im Dunkeln ist gut
munkeln, so möchte man meinen. Das Parlament scheint diese
Grauzone zu nutzen.
Doch ob es dieser Republik wirklich noch
so gut geht, wie oft
behauptet wird? Ob es mehr
Leuten nicht deutlich
besser gehen könnte, wenn der politische Wille da wäre? Ob es dabei
auch um das „Schlechtreden“ eines Staates geht, der sich noch auf
einer Insel der Seligen wähnt, aber die Mechanismen schon für
andere Zeiten in Stellung bringt?
Montag, 9. Dezember 2019
Parteiengebaren
Die
„oberwichtigen Parteitage“ sind jetzt wohl vorüber. Es darf
Weihnachten werden. Ich nehme wahr: Überall Parteisoldaten, die das
absondern, was man von ihnen erwartet, die die auswendig gelernten
Phrasen predigen und erwarten, dass das auch noch ernst genommen
werden soll. „Sie leben in einer eigenen Welt….“ sagte eine
Person aus meiner Umgebung dazu. Diese Person, das merkte ich wohl,
nahm das Parteitagsgebaren nicht mehr so recht ernst. Aber da waren
ja auch Akklamation und Dauergeklatsche, wie auf einem der ach so
verachteten Parteitage kommunistischer Parteien. Sie brauchen das
offenbar zur Selbstvergewisserung, sie brauchen die Aussprache
dessen, was als Gemeinsamkeit gelten soll. Dabei drängen sich
Personen, die sich selbst und ihre Meinung oberwichtig nehmen, in den
Vordergrund. Sie beschwören irgendeine Gemeinsamkeit, zu deren
Definition sie selbst beitragen sollen und wollen. Dafür ernsten sie
dann Beifall und werden flugs in gut honorierte Parteiämter gewählt.
Ob solche Rituale auch dazu beitragen, das sogenannte „Volksparteien“
nicht mehr so recht ernst genommen werden? Das viel beschwore Grundgesetz formuliert: "Die Parteien wirken mit an der Willensbildung des Volkes....". Was solch eine Formulierung will, mag zu denken geben. Ob neuere Entwicklungen nicht nur Ausdruck
einer Individualisierung in dieser Gesellschaft ist, sondern auch die
Wahrnehmung, das sich solche Parteirituale in sich selbst erschöpfen?
Sonntag, 8. Dezember 2019
Gesellschaft und Parteitage
In
Deutschland wird jetzt gerade noch ein Parteitag einer ehemals großen
Partei abgehalten, die sich gerne als die Partei der „kleinen
Leute“ und der Arbeiter apostrophiert. Ob diese Partei gemerkt hat,
dass sich die Wirklichkeit um sie herum geändert hat? Klar, so etwas wird in allerlei Reden gerne beschworen und einen "Hoffnungsträger" hat sich diese Partei auch schon ausgekuckt. Wenn ich jedoch in
die Übertragungen hinein höre und sehe, scheint mir von dieser
Schicht der „Prekären“ bei diesem Parteitag kaum die Rede zu sein. Stattdessen wortreich wird
die Erhöhung des Mindestlohns gefordert. Ob diese sich selbst
feiernde und „einer neuen Zeit entgegen gehende“ (wir alle gehen
einer neuen Zeit entgegen, für mich sind das hohle Phrasen genauso wie jenes Arbeiterlied, das zum Abschluss gemeinsam gesungen werden wird...)
Partei noch nicht kapiert hat, dass nicht alle „Freiwillig
Versicherten“ Rechtsanwälte, Ärzte und Unternehmer sind? Gerade
die prekär Beschäftigten, deren Anteil in dieser neoliberalen
Gesellschaft ja rapide wächst und als der Folge der von ihr vertretenen Politik gewachsen ist, müssten ins Blickfeld solcher sich als "sozial" gebärdender Parteien geraten. Tatsache ist, dass dieser
gesellschaftliche Bereich sich in alle Richtungen ausgeweitet hat und
Unternehmer von ihren Anführern kluge Ratschläge empfangen können,
wie sie Mitarbeiter am besten ins Prekäre abdrängen können. Ob
diese sich selbst beklatschende und tagelang tagende Partei immer noch die klassische Arbeiterschaft als ihre
einzige Klientel sieht? Es sei festgehalten: Der Mindestlohn nützt
prekär Beschäftigten überhaupt nichts.
Samstag, 7. Dezember 2019
Hinfort.....
Wir
fallen in eine Leere, wir vermissen etwas, es ergreift einen... Wir
gehen auf etwas zu, von dem wir nicht wissen, was es sein wird, wir
segeln in fremde Horizonte,- oder wurde uns etwas dazu hinterlassen?
Eine
Information? Viele? Es
gilt jedenfalls, etwas hinter sich zu
lassen
im ewigen Vergessen, die Küsse, die Begegnung mit jemand, den man
mag, die Berührung einer Schönheit, die Kraft eines Moments, das
Menschsein….. aber viele vor dir haben es schon geschafft, es
könnte jedoch sein, dass dieser Zeitpunkt noch hinaus gezögert wird,
durch
Forschung/Wissen/Know-how… oder? man ist dem ausgeliefert, es kommt auf einen zu.... Kant und seine Aufforderung zum Ausgang aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit: rührend, wir sind zu allem nur verurteilt, da können wir nur so hinaus streben aus der Unmündigkeit, es macht das alles nur noch viel schlimmer.....
Freitag, 6. Dezember 2019
Donnerstag, 5. Dezember 2019
Karussell (Text)
KARUSSELL
Wenn ich, allein
und meine Gedanken
Löcher in die Wand
starren,
tut sich bisweilen
Tieferes auf
aus dem verlangende Süchte
strömen
Gesuchtes sich vermehrt
wie ein Karussell
durch Tunnels
spiralgewunden
nach unten
da ist.Es und Nichts
und der Spiegel
an dem es sich bildet
eitel umstellt
in nächtlicher Jagd
wird
Vergessenes, Zukünftiges
aufgeblendet...
„Hey, komm zurück,
dorthin, wo man sich wärmt!“
(zusammen überwintern,
übernachten?)
(muss wohl in grauer Vergangenheit von mir geschrieben worden sein, wieder gefunden...)
Mittwoch, 4. Dezember 2019
Er sagt, er singt (Fundstück 2010, Text?)
Er sagt
ich seh' jetzt in mich hinein
und mach den obercoolen Reim
ich hole Großes aus mir raus
und keiner bringt mich dabei
draus
Ich bin das Ich, nach dem die
Welt jetzt giert
ich will euch sagen, was sich
bald rentiert
hier herrscht Natur, und
einer frisst den andern
ich bin ein (Super)Stern und
keiner sieht (sah mich jemals) mich wandern
es regiert die Stärke, der
Muskel und die Kraft
mein Motor und mein Corpus
stehen gut im Saft
Er singt
Mein Leben spielt jetzt auf
der Überholspur
die Zeit ist auch nur eine
lahme Sanduhr
Tod durch Propofol: Unfall,
Selbstmord oder Mord?
Ein kurzer Kick, ein Klick,
ein kalter Ort
Heath Ledger war klug und
klar und tüchtig
so manche Menschen sind nach
Wunder süchtig
Hirndoping kann dein Leben
stark verändern
sie sah mich stolpern, sie
sah mich kentern
Neuro-Enhancement und Pillen
spenden Glück
bringen machen müde Menschen
auf den Weg zurück
Dienstag, 3. Dezember 2019
Montag, 2. Dezember 2019
Mechanismen der Macht
Dies
ist ein Beispiel für späte Politikverdrossenheit, die man
gegenwärtig dadurch
niederbügelt, dass man „Klare Kante“ fordert. Doch ich habe
Zustände und Überlegungen gesammelt: Soll
man sich dann doch
daran erinnern, dass es
möglicherweise in dieser Republik ziemlich ungerecht zugeht? Soll
man diesen Nasen, die wortreich
und von Parteitagen
beklatscht anbieten,
das zu ändern, mit einer Wählerstimme vertrauen? Soll man ihnen das
zutrauen? Zweifel und
Skepsis erscheinen
angezeigt. Soll man
sich mal wieder darüber aufregen, dass Großspenden die
Entscheidungsprozesse in dieser Politik möglicherweise entscheidend
verändern? Überhaupt, der Einfluss der Lobbys und
Interessenvertreter scheint ja recht weit zu gehen und sich unter
anderem in finanziellen Zuwendungen an Parteien oder
deren Mitglieder
auszudrücken, wobei dafür offenbar auch verschlungene Wege gefunden
werden. Manchmal
formulieren offenbar
Lobbyisten die Gesetze,
die dem Parlament vorgelegt werden, gleich selbst.
Der
Hintergedanke scheint dabei relativ klar. Nicht nur Diäten und
Fraktionsetats scheinen ziemlich schamlos erhöht zu werden. Wer
dagegen aufbegehrt, gegen den wird mindestens
geklagt, - das
Procedere ist ja schon aus der Industrie bekannt. Nein,
das ist kein
Politikerbashing, wie natürlich sofort unterstellt wird…...
Unter
anderem dies: Gegen
entsprechende Parteispenden wurden in der Vergangenheit offenbar
„Besuche“ bei einflussreichen Politikern gewährt: Diese Praxis
sorgte
vor einiger Zeit für Aufsehen. Daraufhin wurde Besserung gelobt.
Überhaupt lassen sich Parteien und Abgeordnete wohl nicht so gerne
in die finanziellen Karten schauen. Ob das oberdemokratisch ist oder
ob hier „Experten- und
Beraterwissen“ in die
Entscheidung einfließt? Die Erklärungen vielfältigster Art stehen
ja bereit. Scheint, offenbar, vielleicht – im Dunkeln ist gut
munkeln, so möchte man meinen. Das Parlament scheint diese
Grauzone zu nutzen.
Doch ob es dieser Republik wirklich noch
so gut geht, wie oft
behauptet wird? Ob es mehr
Leuten nicht deutlich
besser gehen könnte, wenn der politische Wille da wäre? Ob es dabei
auch um das „Schlechtreden“ eines Staates geht, der sich noch auf
einer Insel der Seligen wähnt (aber
z.b. im Bereich „Digitalisierung“ längst abgekackt ist...),
aber die Mechanismen der
Macht schon für andere
Zeiten in Stellung bringt?
Sonntag, 1. Dezember 2019
Planungssicherheit
Wir hier in Deutschland treiben auf eine gewaltige Altersarmut zu, die Standards rutschen
hier jetzt schon im Hinblick auf Seniorenresidenzen immer weiter ab,
sämtliche Klimaziele sind sowieso verpasst, die Armee ist genauso
wie die Energiepolitik in jeder Hinsicht gegen die Wand gefahren,
junge Menschen gehen in Schulen, bei denen ihnen die Decke auf den
Kopf fällt, während plötzlich festgestellt wird, dass 50 000
Lehrer fehlen, die Verkehrspolitik samt Maut ist gnadenlos
gescheitert, bestimmte Arzneimittel sind nicht mehr zu haben, die
Antibiotika werden an die Landwirtschaft verfüttert, damit diese
besser exportieren kann, in puncto „Digitalisierung“ wurden
sowieso alle Ziele nachhaltig verschlafen: Diese gewählten Leute
scheinen nicht mal handwerklich ihre eigenen Standards zu halten, die
Lenkungsleistung der Politik hierzulande scheint unterirdisch, wer das kritisiert, wird als "Feind der Demokratie" abgetan, ….... ob
das Begeisterung für „die Demokratie“ und „die Volksparteien“
weckt?
Samstag, 30. November 2019
Freitag, 29. November 2019
Zwischenmenschliches
Ich staune mal wieder: Es gibt
wohl viele Leute, die auf einem Film oberflächlicher
Freundschaftsbeziehungen dahin schlittern und sich darin bescheiden,
die diese Situation „normal“ finden, auch weil sie nichts anderes
kennen. Solche Beziehungen zwischen Menschen sind oft beruflichen
Gegebenheiten oder persönlichen Lagen/Situationen geschuldet.
Manchmal ergeben sich auch schlicht Gelegenheiten, Beziehungen zu
Personen zu knüpfen, die sich dann als nicht unbedingt haltbar
erweisen. Über längere Zeit halten wohl vor allem diejenigen Beziehungen
etwas aus, die einer tiefen Sympathie und einem breiten Verständnis
geschuldet sind. Heute werden Beziehungen geknüpft, um über eine
gewisse Zeit hinweg (kann sehr sehr kurz sein!!!) verschiedenartige
Bedürfnisse zu befriedigen. Die also vom Nutzen bestimmt sind. Ausgenommen und von vornherein heilig
gesprochen ist dabei nur noch die Ehen, die freilich immer brüchiger
werden (Statistiken und Alltagserfahrungen können das belegen...).
Darüber hinaus ist „Networking“ beliebt, also das Schließen von
Verbindungen verschiedener Menschen, die sich gegenseitig davon einen
späteren Profit versprechen, die es als günstig für sich beurteilen, zu dem
einen oder anderen Menschen „nähere“ Verbindungen zu
unterhalten. Unlautere Elemente quetschen sich hierbei dazwischen, um
den jeweils anderen regelrecht auszunehmen, ihn offen auszunutzen, ihm etwas einfach
abzunehmen. Zuvor werden oft Beziehungen geknüpft,
die in diesem Falle wohl rein zweckorientiert sind und dem gemeinsamen Interesse förderlich sind. Ein bestimmendes
Motiv scheint schlicht auch die Neugier zu sein, die sich oft Ziele
sucht, die sie nach ihrer vermeintlichen Stillung aber bald dann
verlässt.
Donnerstag, 28. November 2019
Mittwoch, 27. November 2019
Auswurf (Text)
AUSWURF
Bedrängtes geschleudert
hinaus
in Kot und Zeit
Gärtner deiner Zukunft
dem grauen Grauen entgegen
strauchelstürzen
in Kanälen kriechend
durch Meere
von Dornenspitzen
hinausgetiert
und immer weiter
in dunkle Bedrängnis
(aus den frühen 80er Jahren)
Dienstag, 26. November 2019
Montag, 25. November 2019
Veränderung
Ein würdevolles Leben führen.
Als Ziel. Für alle. Jetzt und in Zukunft. Als eine Art riskanter
Sprung in die Zukunft. Eingeführt in eine Normalität, in eine
Selbstverständlichkeit, die alle Menschen umgeben soll. Alle.
Technologische Möglichkeiten dazu könnten bereits vorhanden sein.
Bleibt nur noch die soziale Polarisierung: den einen Menschen soll es
möglich sein, den andern nicht. Oder? Wir sind da hinein geworfen.
Müssen uns damit auseinander setzen.
Wir
aber haben unter Umständen damit zu tun, von einem Tag in den
nächsten zu kommen. Müssen Demütigungen und Diskriminierungen
trotzen, so gut es geht. Müssen Pech verkraften. Wie konnte das
möglich sein, dass noch vor kurzer Zeit Frauen nicht wählen
durften?, so fragt man sich schon heute. Man kann es sich nicht mehr
vorstellen. Die Entwicklung scheint in kürzester Zeit
fortgeschritten. So könnte es auch mit einer Energiewende sein. Es
könnten sich zunächst diejenigen zusammenfinden, die die Vision
haben und dafür etwas verändern wollen. Es scheint zunächst, als
passiere nichts. Doch dann wird ein Problem gesehen. Es wandert das
Angestrebte, das Ziel, unaufhaltsam in die Normalität ein. Bedenken
und Argumente dagegen sind natürlich präsent. Aber es steht im
gesellschaftlichen Raum die moralische Aufforderung: eigentlich
müsste man, sollte man...., aber... Wettbewerbsfähigkeit,
Arbeitsplätze etc. ... Es bilden sich zudem Gruppen, die alles
verdrängen wollen, die Probleme leugnen und damit zunächst viel
Zulauf finden. Doch dann vollzieht sich der Sprung. Eine
Umorientierung setzt sich fest. Wahrscheinlichkeiten bröckeln. Etwas
wird da sein. Ein Thema wird immer wichtiger. Gewisse Menschen werden das
ziehen. Rückblickend wird es kaum zu begreifen sein, dass man nicht
schon viel eher in die richtige Richtung abgebogen war. „Normal“
ist etwas anderes geworden.
Sonntag, 24. November 2019
Bellefleur (Text)
BELLEFLEUR
Weiche
Linien - Deine Züge zärtliche Wege,
die
sie für mich beschreiten
Augensterne
spenden Licht
ein
Blick ruht in Dir und weiß
von
Freude und Traurigkeit,
Verstand
und Gefühl,
sanft
ineinander fließend
Ahnung
von Heimat
(alter Text, wiedergefunden....)
Samstag, 23. November 2019
Demokratie, "mündiger" Bürger und Journalismus
Die Demokratie beruht auf der
Idee des mündigen Bürgers. Mündigkeit bedeutet Selbstbestimmung.
Aber es ist bequem, unmündig zu sein. Und die Bequemlichkeit, deren
gezielte Herbeiführung, ist zu einer Leitidee der Wirtschaft
geworden. Es soll alles bequemer gemacht werden. Dazu kommt, dass
immer alle ihre Meinung äußern sollen und wollen. Das Nachdenken
aber scheint nicht sonderlich beliebt. Alle haben Meinungen, aber nur
wenige denken. Demokratie ist auch die Vergesellschaftung von
Herrschaft und die Unterwerfung des Staates unter den Willen der
Büger: alle sollen teilhaben am Prozess der Macht. Das Volk ist der
Souverän. Das funktioniert im Idealfall, wenn die Bürger die
Komplexität der gesellschaftlichen Aufgaben erfassen, was wiederum
eine möglichst direkte und wenig verfälschte Information voraus
setzt. Ob ein einzelner Bürger die Komplexität der Dinge zu
erfassen vermag? Im vergangenen Jahrhundert gab es dazu in den USA
eine große Kontroverse zwischen dem Journalisten Walter Lippmann und
dem Philsosophen John Dewey. Lippmann ging es darum, eine Form der
Demokratie zu finden, die der Komplexität einer modernen
Industriegesellschaft gerecht wird. Er sah die Lösung in einer
Elitendemokratie, in der die Bürger periodisch Repräsentanten aus
einem vorgegebenen Elitenspektrum wählen können. Lippmann lenkte
seinen Blick auch auf die Rolle von Massenmedien in einer solchen
Demokratie und wies dabei den „Think Tanks“ eine besondere Rolle
zu. „Think Tanks“ sind vereinfachend dargestellt,
Zusammenballungen von sogenannten „Exeprten“, die die
ausführenden Eliten beraten solle, also Forschungsvereinigungen etc.
Der mündige Bürger galt ihm nichts. John Dewey, der sich in der
Tradition der Aufklärung sah, Lippmann ging es darum, wie sich Macht
möglichst effizient organisieren ließe. Dewey hingegen ging es
darum, wie sich Macht wirksam begrenzen ließe. Lippmann sagte:
Bürger haben weder Wissen noch Interesse, sie seien gekennzeichnet
durch Ignoranz, Apathie und Vorurteile und hätten einen Mangel an
Denk- und Handlungsfähigkeit. Die breite Öffentlichkeit besehe aus
unwissenden und lästigen Außenstehenden, deren Rolle in einer
Demokratie die der Zuschauer sein müsse, nicht aber die von
Mitwirkenden. Bürger dürften lediglich periodisch ihre Stimme einem
der verantwortlichen Männer verleihen und sollten sich dann wieder
auf ihre kleine überschaubare Privatwelt beschränken. Demokratie
sah Lippmann als eine politische Formation, in der vor allem Experten
bestimmte Probleme lösen. Demokratie kann in seinem Sinne (Und dem
der heutigen Politiker?) nur funktionieren, wenn sie keine ist. Das
ging dann später in eine neoliberale Demokratie über, der den
„freien Markt“ zum kompetentesten Löser aller Probleme erklärt.
Es geht in diesem Sinne darum, eine „marktkonforme“ Demokratie zu
schaffen. Ob uns das nicht ein bisschen bekannt vorkommt? Bei Dewey
hingegen hängt die Mündigkeit des Bürgers und seine
Demokratiefähigkeit davon ab, dass ein öffentlicher Debattenraum
intakt ist. Dewey: „Wenn der Bevölkerung die relevaten
Informationen nicht unverzerrt zur Verfügung stehen und der
öffentliche Debattenraum eingeschränkt ist, gibt es keine
Möglichkeit, ein Urteil über die politische Kompetenz der Bürger
abzugeben“. Ob uns das auch an die Aktualität, die Rolle der
Gesellschaft und ihrer Informationsbeschaffer, der Journalisten,
erinnert? Die Formung und Lenkung der öffentlichen Meinung
jedenfalls scheint zu einem wichtigen Wirtschaftszweig geworden zu
sein. Hier gibt es keinen freien Diskussionsraum mehr, sondern ist
etwas, was von einem ganzen Industriezweig, der PR, die als Presse-
und Öffentlichkeitsarbeit auftritt, geformt wird. Man müsse
insofern die „notwendige Wirkung des vorliegenden
Wirtschaftssystems auf das gesamte System der Öffentlichkeit“
untersuchen und fragen, „wie weit echte geistige Freiheit und
soziale Verantwortung in irgendeinem größeren Umfang unter den
Bedingungen der bestehenden Wirtschaftsordnung überhaupt möglich
sind“. In seinem Sinne müsste also auch die Wirtschaft demokratisch
organisiert sein. Das hat ein großer amerikanischer Philosoph des
Pragmatismus geschrieben (!!)
Freitag, 22. November 2019
Sprachgebrauch (2)
Es
heißt jetzt allenthalben „Schönen Guten Tag!“, „Schönen
guten Morgen“…. d.h. der üblichen Grußformel wird das Wort
„Schönen...“ vorangestellt, was den Haufen an floskelhaften
Wortmüll zum Zwecke des sozialen „Schmiermittels“ noch größer
macht. Wir sagen im Sport „wir“, insbesondere, wenn wir die
deutsche Fußballnationalmannschaft meinen, in der Folge sind aber
auch andere Nationalmannschaften gemeint….. es wird ein
„Wir“-Gefühl erzeugt, beschworen…...ob es ein nationales
Gefühl ist, dass sich gerne in Fahnen, Standarten und Hymnen
kleidet? Vom Sport kommt auch, dass jemand noch „Körner haben“
muss, d.h. körperliche Kraft, die er für sein sportliches Ziel
einsetzen kann…..es hat jemand damit angefangen und alle (auch die
scheinbar Intelligenten!) plärren das nach….. weil es ja offenbar
so gut „ankommt“, weil es Bedürfnisse benutzt, die das Publikum
offenbar hat (oder die ihm zugeschrieben werden...)
Donnerstag, 21. November 2019
Aufnahme in Worten
Es
werden Preise aller Art verliehen und dazu Galas veranstaltet. Dabei
präsentieren sich dann die selbst ernannten „Eliten“ auf dem
roten Teppich und prosten sich gegenseitig mit Champagner zu.
Anschließend geben sie mit wichtigem Gesicht einigen
speichelleckerischen Medien Interviews. Insgeheim fühlen sich viele
Leute aber überfordert vom Optimierungswahn. „Prominente“
gestehen das jedoch nur in absoluten Ausnahmefällen „den Medien“.
Diese machen eine interessante und gut bebilderte Story daraus. Ob
das Gesamte, der Blick darauf, den Bildern von Dix, Deix oder Grosz
entspricht? Ob sich bestimmte Leute dazu aufgerufen fühlen, eine
Neudefinition dessen vorzuschlagen (natürlich in ihrem eigenen
Sinne....), was wahr oder falsch sei? Der Größenwahn scheint auch
diesbezüglich keine Grenzen zu kennen. Arm und Reich gehen auch an
dieser Stelle auseinander, was eine großes Problem in dieser
Gesellschaft schafft, die doch ihre „nationale Einheit“ so
ausdauernd beschwört...? Solche Formationen wie Demokratie scheinen
dabei dran gegeben zu werden. Es entscheiden die Herren (!, jawohl,
es sind die Herren, nicht die Damen!) über Wahr und Falsch.
Diejenigen, die dem Unterschied nachspüren wollen, werden konsequent
verunglimpft. Anything goes. Und überhaupt, alles ist doch nur
Spass......
Mittwoch, 20. November 2019
Dienstag, 19. November 2019
Montag, 18. November 2019
Außenseiter bei Hesse (ca. 1984) (2)
Hier ein weiterer Ausschnitt
aus meiner Arbeit (ca. 1984) „Der Typ des Außenseiters im Frühwerk
Hermann Hesses“, der durchaus auch vom Zeitgeist geprägt gewesen
sein mag, aber auch heute noch zu denken geben mag: „Der Outsider
ist ein Wanderer, ist unterwegs im konkreten und übertragenen Sinne.
Camenzind erlebt wandernd die Natur, jedoch ist auch sein Lebensweg
eine Wanderung. Sesshaftigkeit wird mit Erstarrung gleichgesetzt. Der
Outsider muss bereit sein, vertraut Gewordenes hinter sich zu lassen,
und Einsamkeit dafür in Kauf zu nehmen. Am direktesten umgesetzt ist
dieser Gedanke in der Figur des Landstreichers Knulp, die Hesse
entwarf, als sein Leben äußerlich von Sesshaftigkeit und
bürgerlicher Erstarrung bedroht war.
Die
Stilisierung der Einsamkeit kann auch als Ausdruck und Abbild einer
historischen Situation verstanden werden. Angesichts der zunehmenden
Verdinglichung und Anonymität der zwischenmenschlichen Beziehungen,
der Relativierung aller geschlossenen Sinnsysteme und der daraus
resultierenden Orientierungslosigkeit verweist das Bild des einsamen
Menschen auf einen gesellschaftlichen Zustand, der sich im ersten
Viertel des zwanzigsten Jahrhunderts voll entwickelte. Auf der
anderen Seite steckt darin auch ein Wunschbild: Die Idee des nicht
fremdbestimmten, eigensinnig seinen eigenen Weg suchenden
Individuums, niemanden außer sich selbst verpflichtet.“
Sonntag, 17. November 2019
"Volksvertreter" als "Experten"
Erschreckend finde ich die Art,
wie sich der deutsche Bundestag auf "Experten" aus den eigenen Reihen
stützt. Zum Ausgleich für Defizite werden offenbar teure Beraterverträge abgeschlossen. Meist scheinen mir die Eigenen völlig ahnungslose Karrieristen und
an Seilschaften gebundene Ränkeschmiede zu sein, die oft genug die
Phrasen wiederholen, die ihnen ihre Parteiführung meist nach
idiologischen Vorgaben vorgegeben hat und die oft mit fürstlichen Nebeneinkunftshonoraren gesegnet sind. Da ihre Phrasen meist viel
zu allgemein gehalten sind und so richtig nach Volksparteienart eine Art kleinster gemeinsamer Nenner
verschiedener Kräfte innerhalb einer politischen Gruppierung
repräsentieren, richten sich zwischendrin auch etwas avanciertere Erwartungen
sachlicher Art an diese Leute, die oft genug zur Differenzierung gar nicht fähig
scheinen. Daraufhin treten sie dann oft Phrasendrescher auf, die der
Öffentlichkeit (für Politiker: das Wahlvolk...) Engagement
vorspielen und bei entsprechenden Fragen nichts zu bieten haben. Wo
die Öffentlichkeit Durchblick und Sachkenntnis vermutet, ist dann
meist nur opportunistischer Ehrgeiz. Bei entsprechenden TV-Sendungen
entblößen sich dann diese „Volksvertreter“ PR-klug oft lächelnd als idiologisch und opportunistisch daherkommende Nieten (mit auswendig gelernten Phrasen) und müssen dabei durch ihre Parteimitgliedschaft geschützt keinerlei
Konsequenzen befürchten. Dies scheint mir im Übrigen für alle in
diesem Bundestag vertretenen Parteien zu gelten und könnte sämtlichen demokratischen Grundsätzen widersprechen.
Samstag, 16. November 2019
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