Reise durch Wirklichkeiten

Montag, 30. September 2024

Gut kommt besser (besser als voran) (Songtext

GUT KOMMT BESSER (besser als voran) Graue Thermostaten verperren uns die Sicht der Senator trifft ins Schwarze sieht im Wald die Bäume nicht vom Hahn tropft kalter Schweiß die Mücken spieln' Versteck die Jacke gleicht der Hose einen Fahrstuhl gibt es nicht Sahnemischmaschinen drehen uns im Kreis die Lieder werden schneller man sinkt jetzt wieder mit REFR. Die Masken auf ‑ Masquerade los, knöpf den Regenmantel zu Gut kommt besser, besser als voran Gut kommt besser, ‑ als voran Alle Sternengötter treffen sich im Klo man spiegelt sich im Scheine Astrophie macht Konjunktur die Katzen bleiben cool das Radio dirigiert Mancini und abends ins Theater: Mignon fährt jetzt Rolls‑Royce Schicksalsproduzenten zaubern Riesenräder sie stellen wieder Fallen und schaukeln auf und ab! REFR. Der schöne Fred trägt sein Gesicht spazieren schwarz ist groß in Mode er sagt sich: Gute Nacht! man hört ihn manchmal lachen und keiner weiß wieso sein Gesicht spielt immer heiter dahinter steht das Nichts Champagnerfrösche quaken süchtig weiter es kriegen sich die Sterne - der Mond bleibt heute leer Wenn alle Schenkel gierig zittern tritt Zampano auf's Podest wünscht: Schluckauf! m Sterz blüht ein Furunkel man klagt jetzt weh und ach Engel im Affenzimmer treiben schnöd Frevelwitz die alten Bärte sprießen wieder neu unter rost'gem Helm hervor es läutet leis zur letzten Rund! REFR.

Sonntag, 29. September 2024

Kokon aus Musik

Ich ertappe mich dabei, wie ich immer wieder „One“ höre, in der Version von Johnny Cash. Ob es da etwas ausmacht, dass das für mich etwas (end)Gültiges hat? Oder ob es mir nur einfach gefällt? Das Baden im schönen Weltschmerz? Kitschy? Dann auch „Bird on the wire“, Beides uralte Songs, die mich begleitet haben, die immer da waren. Ich höre die Version von Tim Hardin. Im Unterschied zu der von Leo Cohen ist sie nackt, unumwunden, niederschmetternd für das Ego. Jedenfalls tief gehend. Themen, Motive, die mich umspülten, einhüllten, Trost gaben, aufmunterten, Richtungen, Möglichkeiten zeigten. Jetzt gewinnen sie einen anderen Ernst. Ja klar, prominente Songs. Jeder ab einem bestimmten Alter kennt sie. Aber sie gewannen Persönliches für mich. Es gab einen Kokon aus Songs, Ausdrücken, emotionalen Statements, die mich – wie das „Geschäft“ sagt – berührten und immer wieder auf mich zukamen.

Samstag, 28. September 2024

Wirklichkeitsflucht

Ja klar, kenne ich auch Leute, die einem laut raten, nicht mehr diese verheerenden Nachrichten die ganze Zeit zu verfolgen. Das mache einen kaputt, ziehe einen runter. „Doomscrolling“ sei angesagt. Mit „Verdrängen“ habe das nichts zu tun. Mein Problem dabei ist, dass ich wissen will, was auf der Welt los ist, egal wie negativ das ist. Immer noch. Dabei ziehe ich verschiedene Medien zu Rate und befürchte, dass „Erkennen vermeiden“ nicht viel hilft. Klar beeinflusst einen alleine schon die Auswahl der News, die einen ankicken sollen, die etwas vermelden wollen, das den Anzeigenabverkauf ankurbeln soll. Die Medien verfahren da nach einem jahrzehntelang eingeübten Muster. Erlaubt ist, was Profit bringt. Was sollen sie machen? Nur noch Schönwettermeldungen? Oder Fußball- Showbusiness-Nachrichten aus einem anderen und als besser vorgestellten Land? Gute-Laune-News? Spass um jeden Preis? Die objektive Lage würde einen gleich wieder umhauen, wenn man Ahnungen ausgesetzt und nur „langweilig“ neugierig sein würde. Man ist den Zeitläuften ausgeliefert, egal was sie bringen. Es sei denn, man ist finanziell gut gepuffert und kann alleine schon deshalb eine Weile lang der Unbill auf teuren Wegen ausweichen. Oder man sitzt einer uralten amerikanischen „Be positive“- Strategie auf, die bei uns neuerdings gerne als „Manifestation“ daher kommt, und uns rät, die Dinge positiv zu sehen und uns erstrebenswerte Zustände vorzustellen. Die dann auch eintreten würden. Selbstverständlich werden dazu Prominente als begeisterte Beglaubiger vorgeführt.

Freitag, 27. September 2024

Blaue Blume

Ob Novalis irgendetwas mit Dialektik am Hut hatte? Jedenfalls schien er friedlich mit den Widersprüchen und nicht nur mit der „blauen Blume“ zu leben, mit These und Antithese. Genau wie viele Zeitgenossen der Romantik. Mit Polyperspektivismus war er vertraut, mit der Ansicht der Dinge von verschiedenen Seiten. Später, auf höherem Niveau, sollte die „Unio mystica“ zusammenführen. Er wollte einen Weg finden, um Licht und Bewusstsein in unsere Existenz zu bringen. Der Grenzen unserer Erkenntnis war er sich dabei wohl bewusst. Gleichzeitig war ihm der Glaube und das intuitive Tun etwas wert, das Streben nach Erkenntnis, die sich freilich im Paradoxen verbergen konnte. Auch war ihm die Ironie wertvoll. Eine Distanz, die um Beschränkungen von Menschen wusste. Die Mystik, natürlich. Die Nacht. Das Unendliche. Der Tod als das Dunkle, was jeden Menschen früher oder später (gnädig) auffrisst: Klar.

Donnerstag, 26. September 2024

Pop und Ort

Es stand meine Verwunderung auf meiner Site ubpage.de zu Ende des Jahres 2017: „Es war Liverpool. Es war oft genug auch Manchester. London weniger: in dieser Stadt strömte alles zusammen, dort wurden die von außen kommenden Einflüsse nur geformt und vermarktet. Weiter zurück in der Vergangenheit war es auch einmal Kansas City, das zu einem gewissen Zeitpunkt musikalische Genies hervorbrachte und einen bestimmten Sound hatte (Miles Davis, Charlie Parker). Später nicht mehr. Merkwürdig. New Orleans. Chicago. Memphis. Auch San Francisco, Ende der sechziger Jahre. Die Liberalität dieser Stadt, Flower Power, Hippies und der Zeitgeist spielte dabei seine Rolle. Die Motorstadt Detroit mit ihrer Plattenfirma Motown, die als Fabrik unzähliger Nummer-Eins-Hits „schwarze“ Musik in die weißen Hitparaden brachte und den Rassenunruhen ein Ventil des Aggressionsabbaus verschaffte: Steve Wonder, Marvin Gaye, die Supremes, die Temptations, - später gab es dort auch noch ein kurzes Aufblühen des Techno. Dann der weiße Eminem, der den „schwarzen“ HipHop für seine Zwecke okkupierte und am Himmel des Showgeschäfts erst zu einem Superstar und dann zu einer Supernova wurde, um sodann in all seiner gereimten Wortgewandtheit zu verglühen. Detroit klingt schwarz. New York, dieser Mythos der weltoffenen Megalopole ist dagegen zeitlos, „City, that never sleeps“. Aus der Zeit gefallen. Eine Stadt der urbanen Avantgarde, die künftige Lebensverhältnisse auf ihre Weise künstlerisch voraus ahnt. Als fruchtbarer Humus für jegliche Kreativität, - so das Klischee. Ob Pop oder Jazz: Jede Stadt hatte ihren eigenen Sound, so scheint es. Soziokulturelle Gegebenheiten waren dafür auch verantwortlich, gewiss. Die typischen und vom Klischee her bekannten farbigen Baumwollpflücker am Mississippi-Delta mit ihrem Blues und ein frecher junger Elvis von nebenan, ein kecker Lastwagenfahrer, der ihnen den Sound stiehlt, weil das am nächsten liegt, als ein Vehikel für seine Fahrt zu den Sternen, direkt hinein in den amerikanischen Himmel. Es war vielleicht auch die Trostlosigkeit grauer englischer Industriestädte, ihre festgefügte Klassenstruktur, die nur wenige Wege für ein Entkommen offen ließ. Die Popmusik ist solch ein Weg. Darin ist sie längst zum mythenumglänzten Versprechen geworden. Oft hat sie ein dunkler Drang zum Ausdruck gespeist, der verwurzelt ist im Kollektiven einer gewachsenen Umwelt. Dublin, das katholische, das der mystischen Suche eines Van Morrison in den Siebzigern oder den gebrochenen Heilsbotschaften Band U2 in den Achtzigern einen Rahmen bot: wie religiös befrachtet klang das alles, wie tiefsinnig im Symbolischen fischend. Seit Irland zu einem prosperierenden EU-Mitglied geworden ist, kommt von Irland nicht mehr viel Neues. Zufall? (Aus "Zuhören", s.124)

Mittwoch, 25. September 2024

Ro ro Romantik

Ob das etwas mit dem Zwang/Drang zur „Selbstoptimierung“ zu tun hat? Mit der Entwertung lange gültiger Werte? Heute ist ja jeder ein Künstler. Dieses Bedürfnis, sich auszudrücken, wird auch über die Medien verteilt und über die Leute gebracht. Einen Höhepunkt erreichte dies damals mit Joseph Beuys’ Aussage, dass ja jeder ein Künstler sein könne. Doch: Warum sich selbst ausdrücken, warum nicht das Universum? Sich selbst dermaßen wichtig nehmen, ist das….wie? Richtig? Es könnte ja sein, dass man in einem größeren Zusammenhang steht. Die Malerei kam ja mal vom Religiösen her, hatte darin ihren Zweck. Es sollte Himmel und Hölle, Gutes und Böses, Gott und Teufel so veranschaulicht werden, das es jeder verstehen möge. Es gab eine Art Bildsprache, die einen Zweck hatte. Es ging um Vermittlung zu „einfachen Leuten“, die der Schrift nicht mächtig waren. Dieser Zweck kam mit der Zeit abhanden und wurde zum Selbstzweck. Es gab später dann das romantische Modell einer „progressiven Universalpoesie“ (nach F Schlegel), in der sich wechselnde Wirklichkeiten so durchdringen, dass die vulgäre materielle Wirklichkeit überwunden wird. Es gab aber auch Picasso, der einer Selbstschöpfung nachhing, die ihre eigene Reflexion ständig überholt und dadurch dem Grenzenlosen Absoluten entgegen strebt. Dadurch entstand nur ein Scheingegensatz zur Romantik. Subjektives und Objektives vermischen sich. Imagination und Unterbewusstsein wirken zusammen. Das ist romantisch im besten Sinne. Nur: das kann und will nicht jeder nachvollziehen. Es entsteht eine Schwierigkeit der Vermittlung. Eine kleine Zelle der „Wissenden“ bildet sich, Kunst wird zunehmend elitär und eine Sache der sich nun immer rascher etablierenden „Kunsttempel“, oft in Gestalt von Museen, die zu einem wichtigen Inventar des Bildungsbürgertums werden. X x Does this have something to do with the compulsion/urge to "self-optimize"? With the devaluation of long-standing values? Today, everyone is an artist. This need to express oneself is also distributed through the media and conveyed to people. This reached a high point back then with Joseph Beuys' statement that anyone could be an artist. But why express yourself, why not the universe? To take yourself so seriously, is that... how? Right? It could be that you are part of a larger context. Painting once came from religion, and had its purpose there. Heaven and hell, good and evil, God and the devil were to be illustrated in such a way that everyone could understand. There was a kind of visual language that had a purpose. It was about communicating to "ordinary people" who could not read. Over time, this purpose was lost and became an end in itself. Later, there was the romantic model of a "progressive universal poetry" (according to F Schlegel), in which changing realities interpenetrate in such a way that vulgar material reality is overcome. But there was also Picasso, who pursued a self-creation that constantly outstrips its own reflection and thus strives towards the limitless absolute. This only created an apparent opposition to romanticism. Subjective and objective are mixed. Imagination and subconscious work together. This is romantic in the best sense. But not everyone can or wants to understand it. It becomes difficult to communicate. A small cell of "knowers" forms, art becomes increasingly elitist and a matter of the "art temples" that are now establishing themselves ever more quickly, often in the form of museums, which become an important fixture of the educated middle class.

Dienstag, 24. September 2024

Stadtmenschen

Über die Medien, über das, was uns vermittelt wird, scheinen wir immer nur von den Befindlichkeiten der „Stadtmenschen“ auszugehen. Es geht um eine gegen stattliches Honorar aufzusuchende Nähe zur Natur. Es geht ums Abschalten. Man müsse erstmal wieder in den Wald gehen. „Naturtherapie“ ist angesagt. Dinge, die auch in Unternehmen praktiziert werden könnten. Das Handy, - bloß nicht das Handy, der Stress! Digitox! Das ist der Tod jeder Entspannung. Es gilt, seltsame Riten im Freien zu vollziehen und dem ungewissen Effekt dessen gelassen entgegen zu sehen. Am Besten „achtsam“. „Erleuchtet“, wenn`s geht….

Sonntag, 22. September 2024

Social Media

Seit vielen Monaten soll einem eingeredet werden, dass Facebook out und nur noch für alte Leute da sei und dass man als Social-Media-Geschädigter inzwischen andere Formate der Kommunikation wähle. Ob das auf Instagram zielt, diese unendliche Bildergeschichte? Oder Tictoc, dies unter schwerem Verdacht stehende Unternehmen aus China? Nun bin ich ja nicht gerade ein eingefleischter Facebook-Fan. Der Konzern bringt meiner Meinung nach so manche peinliche Einlage und macht hierzulande riesige Gewinne mit den Werbeetats von Firmen, die er dann „steueroptimiert“ im Ausland „versteuert“. Da mögen so manche Sachen sein, die mir nicht gefallen. Aber kann mir jemand ein Portal nennen, das ähnliche Möglichkeiten bietet? Das etwa 3 Milliarden Abonnenten auf der ganzen Welt hat? Ob da die empfohlene Gruppenbildung und -Kommunikation eine Lösung ist? Die Kommunikation derer, die sich sowieso schon kennen und regen Austausch pflegen? Ja, klar wurden meine Daten abgesaugt und in intransparente Kanäle gelenkt! Aber mir scheint es eine Art Gesetz und Umgangsform in dieser Marktwirtschaft zu sein, sich nach Angebot und Nachfrage zu verhalten. Das heißt in diesem Fall: Ich gebe meine Daten und erhalte im Gegenzug kommunikative Leistungen verschiedener, auch in ziemlich listiger Weise und zum Nutzen eines großen Konzerns gewonnener Datenansammlungen. American Way. Facebook ist ein amerikanischer Konzern.

Samstag, 21. September 2024

Wahl der richtigen Einstellung

Es sind ja jetzt wieder Landtagswahlen. Sämtliche Parteien verlautbaren dann wieder, dass sie ja eine großartige Politik machen, diese aber schlecht erklären und kommunizieren würden. Es stellt sich mir angesichts dessen ein Gefühl von Routine ein. Solche Sprüche habe ich zu oft schon gehört. Dahinter scheint mir die Haltung zu stehen, dass man ja tolle Politik teilweise schon umgesetzt habe, dies aber zu schlecht „verkauft“ und erklärt habe. Im Grunde mache man alles richtig. Das Problem sei nur, dass der Wähler dies nicht erkenne (Im Grunde sei er zu blöde dafür). Ob dies die richtige Grundeinstellung in einer Demokratie ist? Vom eigenen Standpunkt total überzeugt zu sein und sich nur noch Mühe geben, ihn anderen Leuten richtig zu erklären. Dies ohne mögliche Kompromisse (!), die ja in einer Demokratie auch wichtig sein könnten, auch nur zu streifen. Kompromisse könnten ja in diesem Verständnis einen Schritt in Richtung auf den politischen Mitbewerber sein. In dessen Richtung, was schon einer Abkehr vom absolut „richtigen Kurs“ des eigenen Vereins bedeuten würde (oder bedeutet hätte).

Freitag, 20. September 2024

Heimat (2)

Produkte werden für den globalen Markt gestaltet, ohne Seele, ohne Identität, ohne Charakter, als eine Art kleinster gemeinsamer Nenner aller auf der Welt denkbaren Geschmäcker. Vereinheitlichung und Standardisierung, die zur Skalierung führt, so heißt die Devise: möglichst viel von allem, damit sich die Massenproduktion rechnet. Im Alltag ist das besonders gut an der Produktion von Autos zu sehen. Da sind dann immer weniger Konzerne, die sich gerne mal gegenseitig übernehmen, die immer mehr Autos produzieren, die alle kaufen sollen und die manchmal niemand kauft. Das anonyme Teil dominiert als logistisch leicht handhabbares Produkt, es dominiert die namenlose Fabrikation, die sich ihre Konsumenten auch via Werbung und künstlich aufgetragenen Ecken und Kanten suchen soll. Wer aber solchermaßen der Identität und eines Charakters beraubt ist und nur noch den Konsumenten abgeben soll, der sucht unter Umständen die kollektive Identität geradezu exzessiv: der Beispiele sind viele. Auch Religionen scheinen dabei eine heftige Rolle zu spielen. Auch sie scheinen zu kultureller Identität zu führen oder zumindest eng damit verwoben zu sein. Und hier kommt auch der Begriff „Heimat“ ins Spiel: es geht um das Beharren auf Werthaltungen und Wahrung von Identität, dort, wo das Allgemeine über das Besondere und erkennbar „Eigene“ zu siegen scheint. Es geht um die Erforschung eigener Identität, um ihre fortwährende Aneignung ganz gegen alle Widerstände. Politiker jeglicher Herkunft spielen dies Spiel gerne mit. Sie formulieren in Reden mit steilen Thesen, wie sie die Lage einschätzen. Sie klopfen Sprüche und dem Wutbürger auf die Schulter. Sie wiegeln auf und zentrieren den Protest, sie geben ihm Ausdruck, sie geben sich lebensnah heimatverbunden und gießen daraus volkstümliche Reden. Sie hetzen gesellschaftliche Gruppen gegenseitig auf, sie spielen diese Gruppen gegeneinander aus und versuchen, daraus Vorteile zu ziehen. Aber was ist Heimat? Heimat, das ist eine Landschaft, - und mehr. Der Wunsch, zu den dort wohnenden Menschen zu gehören, Teil einer Gemeinschaft zu sein. Einen Ort zu haben, an dem man sich nicht erklären muss. Das Gefühl, willkommen zu sein. Einen Ort haben, an dem man sich sicher fühlt. Eine Erinnerung an die Kindheit, als die Welt einem vertraut erschien. Wurzeln haben. Heimat könnte Aufbruch und Rückkehr bedeuten. Immer mehr Leute fürchten sich davor, sie zu verlieren - und damit ihre Identität. Es herrschen Landflucht auf dem Dorf und steigende Mieten in den Städten. Eines aber scheint überall wichtig zu sein: Alle müssen flexibel sein und sich durchkämpfen in einer globalisierten und durchkapitalisierten Welt. X x Products are designed for the global market, without soul, without identity, without character, as a kind of lowest common denominator of all the tastes imaginable in the world. The motto is unification and standardization, which leads to scaling: as much of everything as possible so that mass production is profitable. In everyday life, this is particularly evident in the production of cars. There are fewer and fewer companies, which are happy to take each other over, which produce more and more cars that everyone should buy and that sometimes nobody buys. The anonymous part dominates as a logistically easy-to-handle product, it dominates the nameless manufacture, which is also supposed to find its consumers via advertising and artificially applied rough edges. But anyone who is deprived of identity and character in this way and is only supposed to hand over to the consumer may seek collective identity almost excessively: there are many examples. Religions also seem to play a major role in this. They also seem to lead to cultural identity, or at least to be closely interwoven with it. And this is where the term "home" comes into play: it is about insisting on values ​​and preserving identity, where the general seems to win out over the particular and the recognizably "one's own". It is about exploring one's own identity, about its continuous appropriation against all resistance. Politicians of all backgrounds like to play along with this game. In speeches they formulate bold theses about how they assess the situation. They make slogans and pat angry citizens on the back. They stir up and focus the protest, they give it expression, they show a real-life connection to their homeland and pour popular speeches from it. They incite social groups against each other, they play these groups off against each other and try to gain advantages from it. But what is home? Home is a landscape - and more. The desire to belong to the people who live there, to be part of a community. To have a place where you don't have to explain yourself. The feeling of being welcome. Having a place where you feel safe. A memory of childhood, when the world seemed familiar. Having roots. Home could mean departure and return. More and more people are afraid of losing it - and with it their identity. There is a rural exodus in the countryside and rising rents in the cities. But one thing seems to be important everywhere: everyone has to be flexible and fight their way through in a globalized and capitalized world.

Donnerstag, 19. September 2024

Heimat

Was immer wieder auftaucht, verfremdet oder nicht: „Heimat“. Was ist das? Was soll es sein? Ständig neu aufgeladen wird dieser Begriff mit neuen Bedeutungen. Jetzt geben Migration und Globalisierung der Bedeutung dieses Begriffs „Heimat“ wohl eine besondere Richtung. Auch versuchen politische Kreise, sich das Begriffs zu bemächtigen. Aber gehen wir erst mal rein in die Vergangenheit, aus der ja das Gegenwärtige entstand. Es waren die Romantiker des ausgehenden achtzehnten und beginnenden neunzehnten Jahrhunderts, die aus „Heimat“ einen Sehnsuchtsbegriff machten, der ein bisschen auch als Gegensatz zu jener Industrialisierung gemeint war, die oft genug lebensfeindlichen Charakter hatte. Es waren Begriffe wie Vertrautheit, Überschaubarkeit oder Geborgenheit, die die Romantiker dagegen setzten. Dass solches später zu oft missbraucht wurde, war damals noch nicht abzusehen. Aber ziehen wir doch einen hinzu, der die Romantik der Moderne entgegen geführt hat. Der Schriftsteller Hermann Hesse sagt: „Heimat ist nicht da oder dort. Heimat ist in dir innen, oder nirgends. Wandersehnsucht reißt mir am Herzen, wenn ich Bäume höre, die abends im Wind rauschen. Hört man still und lange zu, so zeigt auch die Wandersehnsucht ihren Kern und Sinn. Sie ist nicht Fortlaufenwollen vor dem Leide, wie es schien. Sie ist Sehnsucht nach Heimat, nach Gedächtnis der Mutter, nach neuen Gleichnissen des Lebens. Sie führt nach Hause. Jeder Weg führt nach Hause, jeder Schritt ist Geburt, jeder Schritt ist Tod, jedes Grab ist Mutter. So rauscht der Baum im Abend, wenn wir Angst vor unsern eigenen Kindergedanken haben. Bäume habe lange Gedanken, langatmige und ruhige, wie sie ein längeres Leben haben als wir. Sie sind weiser als wir, solange wir nicht auf sie hören. Aber wenn wir gelernt haben, die Bäume anzuhören, dann gewinnt gerade die Kürze und Schnelligkeit und Kinderhast unserer Gedanken eine Freudigkeit ohnegleichen. Wer gelernt hat, Bäumen zuzuhören, begehrt nicht mehr, ein Baum zu sein. Er begehrt nichts zu sein, als was er ist. Das ist Heimat. Das ist Glück.“ glaubt Hermann Hesse. Und noch etwas zu diesem Thema kam mir bei der Lektüre unter: „Unbezahlbar“ nennt Professor Nicholas Conard von der Universität Tübingen die Fundstücke im Vogelherd: „Wir haben hier die besten Belege für die Entstehung von Kunst und Musik“, so Conard, „ja, mit Löwenmensch beispielweise auch erste Belege für Religion in der Menschheitsgeschichte“. Dass das und die „sehr guten Besucherzahlen des Archäoparks“ bei der Landesregierung nicht ins Gewicht fällt, kommt für ihn einer „Missachtung der Bevölkerung“ gleich. Und mehr noch: Dass das Land die Wiege der Kultur, die ja nun in Baden-Württemberg zu verorten ist, nicht höher einschätzt, das verletzt seiner Meinung nach das „Selbstbild des Landes, das sich ja rühmt, Kultur- und Wissenschaftsstandort zu sein“. „Man muss sich das vorstellen“, macht Conard seinem Unverständnis Luft, „überall auf der Welt sind Repliken der Fundstücke ausgestellt. Überall auf der Welt werden Vogelherd, Niederstotzingen und Baden-Württemberg in diesem Zusammenhang genannt“. Und ausgerechnet in der Heimat sollen die Schätze nicht hochgehalten und gefördert werden – für ihn ist das „eine absolute Blamage für das Land Baden-Württemberg“. X x What keeps cropping up, alienated or not: "home". What is it? What is it supposed to be? This term is constantly being recharged with new meanings. Now migration and globalization are giving the meaning of this term "home" a special direction. But let's first go into the past, from which the present emerged. It was the Romantics of the late eighteenth and early nineteenth centuries who made "home" a term of longing, which was also meant as a bit of an antithesis to the industrialization that was often hostile to life. It was terms such as familiarity, clarity or security that the Romantics opposed. That these would later be misused too often was not foreseeable at the time. But let's take a look at someone who led Romanticism towards modernity. The writer Hermann Hesse said: "Home is not here or there. Home is inside you, or nowhere. A longing to wander tears at my heart when I hear trees rustling in the wind in the evening. If you listen quietly and for a long time, the longing to wander also reveals its core and meaning. It is not a desire to run away from suffering, as it seemed. It is a longing for home, for the memory of the mother, for new parables of life. It leads home. Every path leads home, every step is birth, every step is death, every grave is mother. This is how the tree rustles in the evening when we are afraid of our own childish thoughts. Trees have long thoughts, long-winded and calm ones, just as they live longer than we do. They are wiser than we are as long as we do not listen to them. But when we have learned to listen to the trees, then the brevity and speed and childish haste of our thoughts gain an incomparable joy. Anyone who has learned to listen to trees no longer desires to be a tree. He desires to be nothing but what he is. That is home. That is happiness,” believes Hermann Hesse. And something else on this topic occurred to me while reading: Professor Nicholas Conard from the University of Tübingen calls the finds in Vogelherd "priceless": "We have the best evidence here for the origins of art and music," says Conard, "and with the Lion Man, for example, we also have the first evidence of religion in human history." The fact that this and the "very good visitor numbers of the archaeological park" are not taken into account by the state government is, in his opinion, tantamount to "disrespect for the population." And what's more: the fact that the state does not rate the cradle of culture, which is now located in Baden-Württemberg, more highly, in his opinion, damages the "self-image of the state, which prides itself on being a center of culture and science." "You have to imagine," Conard expresses his incomprehension, "replicas of the finds are on display all over the world. Vogelherd, Niederstotzingen and Baden-Württemberg are mentioned in this context all over the world." And of all places, the treasures are not being upheld and promoted in their homeland – for him, this is “an absolute disgrace for the state of Baden-Württemberg”.

Mittwoch, 18. September 2024

Aktualität

Jaja, jetzt sind „Überschwemmung“ und „Migration“ zum Mitgefühl und zur Empörung angesagt. Hängt irgendwie im Raum. Kurzfristig. AfD auch. Medien machen ihren Job. Angesichts von Wahlen scheint Alarmstimmung zu herrschen. Das auch noch! Soll man sich angesichts dessen fortwährend daran erinnern, dass es möglicherweise auf einer anderen Ebene in dieser Republik ziemlich ungerecht zugeht? Auf der „Ebene dahinter“? Die Sache mit den 1 %, die viel, und den 2/3, die nix haben? Diejenigen, die einen deutlichen ökologischen Fußabdruck hinterlassen und die, die man nur in der Summe als Masse betrachten kann? Soll man diesen repräsentativen Nasen, die anbieten, das zu ändern, mit einer Wählerstimme vertrauen? Soll man ihnen das zutrauen? Zweifel. Skepsis. Soll man sich mal wieder darüber aufregen, dass Großspenden die Entscheidungsprozesse in dieser Politik möglicherweise entscheidend verändern? Überhaupt, der Einfluss der Lobbys und Interessenvertreter scheint ja recht weit zu gehen und sich unter anderem auch direkt in finanziellen Zuwendungen an Parteien auszudrücken, wobei dafür offenbar auch verschlungene Wege gefunden werden. Der Hintergedanke scheint dabei relativ klar. Nicht nur Diäten und Fraktionsetats scheinen ziemlich schamlos erhöht zu werden. Wer dagegen aufbegehrt, gegen den wird hin und wieder sogar geklagt, - das Procedere ist ja schon aus der Industrie bekannt. Auch ist die öffentliche Rede vom „Nazi“ beliebt. Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Was Praxis ist/scheint: Gegen entsprechende Parteispenden werden auch gerne mal „Besuche“ bei einflussreichen Politikern gewährt: Diese ursprünglich aus dem Amerikanischen kommende Praxis sorgt immer wieder für Aufsehen. Gelegentlich wird das entlarvt. Es wird dann regelmäßig Besserung gelobt. Doch die Praxis scheint immer weiterzugehen, - scheint..... Überhaupt lassen sich wohl Parteien und Abgeordnete wohl nicht so gerne in die finanziellen Karten schauen. Ob das oberdemokratisch ist oder ob hier korruptes „Expertenwissen“ in die Entscheidung einfließt? Die Erklärungen vielfältigster Art stehen ja bereit. Scheint, offenbar, vielleicht - im Dunkeln ist gut munkeln, so möchte man meinen. Das Parlament scheint diese Unklarheit in seinem Sinne zu nutzen. Doch ob diese Republik so in Gefahr ist, wie oft behauptet wird? Ob es nicht deutlich besser gehen könnte, wenn der politische Wille dafür da wäre? Ob es dabei auch um das „Schlechtreden“ eines Staates geht, der sich noch auf einer Insel der Seligen wähnt, aber seine Mechanismen schon für andere Zeiten in Stellung bringt?

Dienstag, 17. September 2024

Einsamkeit to go

Die Psychodoktoren sehen Besserung bei Symptomen der Einsamkeit durch Psychotherapie. Dass eine Stunde (50 Minuten) bei ihnen etwa 90 Euro kostet (was sich kein Grundsicherungsempfänger leisten kann), weist ganz klar in Richtung einer Klassentherapie: nur bestimmte Leute mit viel Geld oder weit über die AOK hinaus Versicherte können sich so etwas leisten! Dazu kommt, dass man als AOK-Patient erst einmal einen Termin beim Therapeuten ergattern muss. AOK-Patienten stehen theoretisch zwar 100 Stunden Tiefenpsychologie zu, die man für sich dort aber erst mal erkämpfen muss. Wann der Termin dann sein sollte, das wird allerdings nicht erklärt (Ich nehme mal an, möglichst zeitnah). "Ganz er selbst sein darf jeder nur solange er allein ist: wer also nicht die Einsamkeit liebt, der liebt auch nicht die Freiheit: denn nur wenn man allein ist, ist man frei." sagt der Philosoph Arthur Schopenhauer. Ich lese „Millionen Deutsche leiden unter Einsamkeit“. Verlassenheit. Isolation. Depression. Verlust persönlicher Kontakte. Sogar die Ampel scheint das bemerkt zu haben. Soziale Kompetenz sollte geübt werden, ansonsten geht sie schleichend verloren, so heißt es.

Montag, 16. September 2024

Feuersbrünste, die niemand sieht (Songtext)

Feuersbrünste, die niemand sieht Zu wenig definiert, zu wenig formatiert, nichts Genaues nicht mit dem ist (kann man) nichts anzufangen cool, distanziert, kann man, muss man aber nicht da ist zu viel Tod und Vergehen, viel zu viel da ist ein Schlund, der dauernd hinab zieht da sind Feuersbrünste, die niemand sieht eingekocht, abgewatscht, zu miserablem Stampfmus verarbeitet zu lange zugehört, sich eingelassen auf zu vieles, sich zu billig verkauft in Liegestützen gegangen, gehechelt und geschoben später am Nichts geschnuppert und bloß älter geworden, Schatten eines stinkenden Schattens, in lahmem Selbstmitleid geschmort, - aufgebohrt, getunt, verfault, vertan, eingegangen, Du bist nie weit gekommen, bei ihrem Penetrieren warst dabei und doch daneben, als Beobachter zugesehen sie sind Vermögensverwalter, sie machen's, egal was hast's versucht und bist dabei zum Verlierer geworden da ist zu viel Tod und Vergehen, viel zu viel da ist ein Schlund, der dauernd hinab zieht da sind Feuersbrünste, die niemand sieht

Sonntag, 15. September 2024

Reise durch Wirklichkeiten

Schon vor Jahren, beim Start meines Blogs www.Reise-durch-Wirklichkeiten.de ging ich davon aus, dass Wirklichkeiten oft das Resultat einer sozialen Konstruktion sind. Noch nicht so krass wie heute schienen damals geographische und kulturelle Gegebenheiten ihre Rolle gespielt zu haben. Mittlerweile scheint es mir aber in verstärkter Weise so: Mitglieder sozialer Gruppen tauschen untereinander Freundschaften und Erfahrungen aus, neigen dazu, ihre soziale Kontakte vor allem untereinander zu pflegen und sich so permanent gegenseitig ihrer Sicht auf die Dinge zu versichern. Aber auch eine gewisse Abgeschlossenheit, eine nahezu unbewusste Bevorzugung von Echo-Kammern als Informationsquelle und Mittel der Selbstvergewisserung scheint mir ein Resultat dessen zu sein. Daraus folgt eine immer rigidere soziale Isolation, eine Art Insel(selbst)bewusstsein, das sich mit der Zeit immer mehr verfestigt. Wirklichkeiten in Industriegesellschaften des mitteleuropäischen Typs scheinen also sozial konstruiert, sind das Resultat eines Kognitionsprozesses. Auch mag die pure Gewohnheit, der immer wiederkehrende Austausch mit Individuen gleicher Meinung, seine Rolle spielen. Der Austausch zwischen verschiedenen sozialen Gruppen jedoch, der in einer Demokratie unerlässlich erscheint und eine Art von Solidarität fördert, wird dadurch immer seltener. „Gleiches gesellt sich zu gleichem“ war ein Wahlspruch, dem zumal in Zeiten von Standesdünkel, Lehensherrschaft und einem Zusammenhalt verschiedener Gewerke in früheren Zeiten viel Geltung zugesprochen wurde. Zunächst glaubten so etwas die Demokratien überwunden zu haben. Der soziale Austausch gehörte zum sozialen Frieden dazu. Doch inzwischen scheinen sich diese Zusammenhänge in Deutschland wieder komplett entkoppelt zu haben. Die Abschottung verschiedener sozialer Gruppen untereinander scheint in Deutschland, glaubt man einigen Untersuchungen, auch im Vergleich zu anderen Nationen so groß wie nie zuvor zu sein.

Freitag, 13. September 2024

Fliegen üben

Wir wundern uns, wie selbstverständlich Medienschaffende im TV erzählen, dass sie unbedingt den nächsten Flieger kriegen müssten. Ich hatte es schon in einem der vergangenen Blogs erwähnt, aber ist die „Flugscham“ völlig verschwunden? Ist es wieder normal, sich in den Flieger (besonders in die Privatflieger!) zu setzen und der Umwelt auf diese Art zu schaden? Es mag ja unumgängliche Termine geben, aber sind diese im vollen Bewusstsein der eigenen eingebildeten Wichtigkeit gesprochenen Absichten unumgänglich? Auch ist noch die Saison der Skifahrer, die sich hier in die teuer ausgestatteten Auto-Kisten setzen, um mit der ganzen Familie an zerstörten Bergpanoramen vorbei auf der Autobahn fest zu stecken, anschließend immer wieder warten, auf das Bezahlen und Befördertwerden in überfüllten Liften. Skikanonen. Auf den Apres-Ski warten. „Schifoan“? Ob das eine Idee des vergangenen Jahrhunderts ist? Noch zeitgemäß angesichts all dessen, was man inzwischen einigermaßen sicher weiß? Was zieht einen zu einem solch seltsamen Vergnügen? Per SUV? Statusbewusstsein? „Naturvergnügen“? Ein teuer bezahltes Gefühl der „Freiheit“? „Freiheit“ auf Kosten von was? „Drüberstehen“? Über was? Ein Glücksversprechen? Zur Freizeitgestaltung? Ein teuer bezahltes Wohlstandsversprechen? X x We are amazed at how naturally media professionals say on TV that they absolutely have to get the next plane. I mentioned it in a previous blog, but has “flight shame” completely disappeared? Is it normal again to get on a plane (especially a private plane!) and harm the environment in this way? There may be unavoidable appointments, but are these intentions, spoken with full awareness of one's own imagined importance, unavoidable? It is also still the season for skiers who get into the expensively equipped car boxes here to get stuck on the motorway with the whole family past destroyed mountain panoramas, then wait again and again to pay and be transported in overcrowded lifts. Ski guns. Waiting for apres ski. “Schifoan”? Is this an idea from the last century? Still relevant given everything we now know with some degree of certainty? What draws one to such strange pleasure? By SUV? Status consciousness? “Nature pleasure”? A dearly paid feeling of “freedom”? “Freedom” at the expense of what? "To stay above"? About what? A promise of happiness? For leisure activities? A costly promise of prosperity?

Donnerstag, 12. September 2024

Touri?

Die Masse der Leute ist zurück. Trotzdem bleiben Fragen. Wieso geben sich Menschen dem Tourismus hin? Weil er alles für sie tut und ihnen alles organisiert? Weil sie zuhause nicht so gut entspannen und sich erholen können? Weil sie einen Perspektivwechsel brauchen? Aus Neugier? Wissensdurst? Ausbruch aus dem Alltag? Aus der Warenwelt? Flucht aus der Wirklichkeit? Ob der Erwerb von sozialem Prestige eine Rolle spielt? Was es gilt, dem Leben der „Einheimischen näher zu kommen.... Sich einen Kick und ein einzigartiges Erlebnis zu verschaffen, das einen in Kontakt mit sich selbst bringt? Oder das Gegenteil: das kurzzeitige Eintauchen in eine andere Identität? Das Abdriften in Ekstase und Rausch? Ob da digitale Techniken wie „Virtual Reality“ etwa einen Ausweg weisen können? Die Touristen sind ja immer die anderen, um ein Sartre-Zitat etwas abzuwandeln. Die Blöden, die die Masse brauchen. Wir hingegen goutieren das Reisen und erfahren dabei etwas.... wir bilden uns, - trotz aller Nachhaltigkeitszwängen. Haha. Ob das eine typische Mittelschichtsargumentation ist? Ob diesbezüglich die ganz betont ökologisch denkende Klasse von Menschen (z.b. Lehrer) die am meisten handelnde ist, - verreisende? Geht es um „soziale Distinktion“, also um das Bedürfnis, sich zu unterscheiden, sich abzuheben von“ der Masse“? Spass als Pflicht.... Jetzt reisen ja schon die Chinesen, Inder oder Russen. Soweit ist es schon gekommen. Haha. Ob es da nicht etwas zu voll wird? Fotos bezeugen das Erreichen von Vorgaben, „verschönern“ eine Wirklichkeit, reproduzieren Klischees.

Mittwoch, 11. September 2024

Dienstag, 10. September 2024

Auto mobil

Ich erinnere mich an eine Autobahnszene aus der Vergangenheit: heftige Bewegung im Rückspiegel, dann volle Beschleunigung, rigoroses Vorpreschen, dann, auf gleicher Höhe, wird mir hoch erregt mit rotem Gesicht wild grimassierend der Vogel gezeigt. Hilfe, was habe ich verbrochen? Weil ich, wie vorgeschrieben, höchstens 120 km gefahren bin? Schon seit langem staune ich über das wachsend agressive Design der Autos: Streitwagen durch und durch. Gemacht, um andere Verkehrsteilnehmer zu „versägen“. Schneller sein, besser, stärker, vorbei kommen am andern, koste es was es wolle? Ob das irgendwie symbolische Bedeutung in dieser Gesellschaft hat? Die E-Kisten müssten eigentlich Energie sparen, damit sie nicht so schnell wieder aufgeladen werden müssten. Das drückt sich aber im tatsächlichen Verkehr kaum aus. Riesige SUVs mit den gigantischen Ausmaßen eines Lastwagens ziehen dank hoher PSZahlen drängelnd an einem vorbei, grüßen unfreundlich von oben und fahren ihre heile Welt entlang. Auflader, Turbolader, Verbrenner: Wer sich`s leisten kann, demonstrativ kein Gutmensch zu sein, sondern eine agressive Sau, gibt jetzt diese Nummer. Lichthupe, ahoi! Vorbei! Jetzt komm ich! In der Kampfmaschine. Quasi-militärisch. Durchziehen. Abziehen. Ausleben. Ableben. Egal. Abschießen. Der Ekstase entgegen. Wer wird denn da auf der Bremse stehen!

Montag, 9. September 2024

Meine Blicke

Ich bediene mich auf meiner FBSeite so mancher Verweise, Chiffren, die aber kaum als solche verstanden werden. Es gibt Seitenblicke, Überblicke, Eintauchen in andere Realitäten direkt neben uns oder ferne in meinen Fotos. Meine Perspektiven. Augenblicke. Diese Fotos dokumentieren oft den Blick auf die Seite, dem bloß mediengestylten Schönen abgewandt, ein Blick, der meiner Meinung nach ansonsten zu oft vernachlässigt wird, zb Wald und See, - Realitäten. Ich mache einigermaßen rätselhafte Bemerkungen auf meiner FB-Seite, gebrauche kurze Denksätze, die im Raum stehen bleiben. Offen, Surreal, kryptisch, die Wirklichkeit bezeichnend, verfremdet, subversiv unterlaufend, verdeutlichend, bizarr, einer Verklärung abhold. Bezeichnendes/Signaturen für die Kommunikationssituation….

Sonntag, 8. September 2024

Empfehlungen

Schon wieder empfiehlt mir ein „Prominenter“ etwas, was ich unbedingt haben muss. Per Spot. Viele Menschen scheinen ja das ständige Umschwirrtsein mit Werbung so verinnerlicht zu haben, dass sie das als „normal“ empfinden. Ich soll mich mit diesem Prominenten identifizieren, mich mit ihm (! In diesem Fall ein „Er“) virtuell irgendwie gemein machen, etwas von seinem Glanz auf mich lenken, indem ich das von ihm empfohlene Produkt kaufe. Er tut kumpelig und gibt sich möglichst nahbar. Haha. Offenbar auch ein Mensch (der nur Geld verdienen will…). Wie schräg ist das denn? Aber oha, der „Verkaufserfolg“ solcher Werbeaktionen wird gemessen und bezeugt, dass viele „Konsumenten“ solchen „Empfehlungen“ folgen. Was das wohl bedeutet?

Samstag, 7. September 2024

Richtung Abgrund

Wir schlittern unserm Ende entgegen. Früher war es leichter, das zu verdrängen. Wir spielten am Abgrund und gelegentlich riskierte man einen Blick in den Schlund, der einen eines Tages verschlucken, vernichten würde. Man konnte sich noch einreden, das sei weit entfernt, womit man irgendwann zur Tagesordnung überging. Fließend. Gleitend. Die Ablenkungen, die täglichen Erfordernisse, das irgendwie „Dabei sein“: Man sollte (und wollte) alles geben. Es fraß einen auf. Es spülte einem andere Dinge ins Hirn, ins Bewusstsein. Jetzt ist man plötzlich an einem Punkt, der vorhersehbar war und einen jetzt trotzdem überrascht und überwältigt. Alles um einen herum wird stärker als man selbst. Man versinkt in der Zeit... Sich selbst zu suchen war für manch andere Menschen einfacher. Es ging vieles über einen drüber. Man suchte andere Menschen und fand sie nicht, weil man selbst dazu womöglich unfähig war. Klar war, dass man in eine Rolle gedrängt wurde: früher, jetzt. Man ging sogar so weit, das, diese Mechanismen studieren zu wollen. Ein bisschen kam man damit dem Erkennen näher. Ein bisschen. Wo befindet man sich damit? Bei sich, dem beschissen kleinen Subjekt, ersaufend in Selbstreflektion. Entwicklungen gehen über einen. Dick oder dünn? Klein oder Groß? Aussehen, Auftreten, Anmutung. Zu spät wurde einem klar, wie wichtig das sein kann. Sich verkaufen. Sich „rüber bringen“, das war mir zu lange fremd geblieben. Ich bin auch nicht gut damit gefahren, andere Menschen zu akzeptieren, tolerant und diskret zu sein. (Zu) Oft wurde mir das als Gleichgültigkeit ausgelegt, wie ich heute besser weiß. Man traute sich vielleicht zu viel Souveränität zu. Man glaubte, es sich leisten zu können. Trotz allem: Angst drang in einen ein, man gab ihr zu viel Raum. Sich selbst erlösen? Ist das abgehobenes Geschwätz? Ballast aus der Romantik?

Freitag, 6. September 2024

Reisen 2

Ob sie jetzt alle weg sind? Auf Reisen? Ausgerechnet jetzt? Wir erfahren etwas über die Welt und uns, so heißt es. So wird uns versprochen. Doch das setzt auch eine gewisse Neugier voraus. Ein Bestreben, sich von den allgemeinen Trampelpfaden abzusetzen in Richtung auf etwas Individuelles. Blöd nur, dass sich das inzwischen viele derer versprechen, die etwas von sich halten und die es sich leisten können. Ja, das Reisen selbst ist längst zu einem Statussymbol geworden. Individualreisen? Wer`s kann. Waren im 17. , 18., 19. und 20. Jahrhundert Reisen noch einer gewissen gesellschaftlichen Schicht vorbehalten, so ist das Genre inzwischen zum Massentourismus geworden, das Versprechen einer individuellen Erweiterung des Horizonts und unverbindlichen Bespassung ist vervielfältigt – was sich unter anderem in der Masse der verschiedenen, für jeweilige Zielgruppen abgefassten Reiseführer zeigt, die sich an ein mit einer gewissen Neugier ausgestattetes Publikum wendet. Dessen Hedonismus scheint nur jeweils schichtenspezifische Ausprägungen anzunehmen. Die Masse der Urlaubsreisenden freilich scheint sich mit dem Aufsuchen verschiedener allgemein anerkannter „Sehenswürdigkeiten“ und sozialmedial ausgerufener TicToc-Ziele zu bescheiden, die ein längst sozialisiertes und an finanzielle Leistungsfähigkeit geknüpftes Begehren einzulösen versprechen. Die Suche nach dem „Authentischen“ und „Ursprünglichen“ ist da zu einer massenhaften Tätigkeit geworden. Dadurch etwas über die Welt erfahren, ein Bewusstsein ihrer Vielfalt zu erlangen, unsere Grenzen zu überschreiten, könnte dahinter stehender Wunsch, ein Begehren und ein gewisses Bedürfnis sein, das dahinter aufscheint. Selbstoptimierung ist dabei angesagt. Anderen davon erzählen. Im weltläufigen Ego erstrahlen. Es gilt, Aufklärung über „die Welt“ erlangen, gerade in Zeiten einer ungezügelten Globalisierung. Pech, dass das aber viele wollen, das all die Lehrer dieser Welt von diesem Bedürfnis getrieben sind. Ich ließ mich von dem Bedürfnis treiben, mich durch Zusammenhänge, die ich bisher nicht kannte, zu bewegen. Ihre allgemeine gesellschaftliche „Relevanz“, ihre Historie, ihren Ort im größeren Zusammenhang erschloss ich mir meist nebenher oder im ruhigen Rückblick. Meist mit den wichtigsten Fakten ausgestattet, konnte ich das Anderssein dieser Gegenden in jeder Hinsicht genießen. Dass man am Ende am selben Buffet im Hotel steht, dass man sich am Flughafen einreiht in die Masse der (jede Scham leugenden) Wartenden, dass man sich im Angesicht gewisser „Sehenswürdigkeiten“ gegenseitig auf die Füße tritt, nahm ich hin als Teilnehmer einer Massenkultur, als derjenige, der eintaucht in Zusammenhänge, mit denen er ansonsten nicht befasst ist.

Donnerstag, 5. September 2024

Die Maulhelden des Prekariats

Man erfährt anlässlich der bevor stehenden Oasis-Tournee von grotesken Übertreibungen im Musikgeschäft. Oasis, eine Band aus Manchester, die auf ihre zur Schau gestellten Wurzeln in der Arbeiterbewegung öffentlich stets viel Wert legte. Diese Verlogenheit hat mich schon immer ein bisschen gestört an der Rock- und Popmusik. Auf der einen Seite Maulhelden des Proletariats, auf der anderen Seite gierig Kohle abgreifen. Ja klar sollen sie verdienen. Aber so, wie jetzt? Mit ungebremsten Mitteln der PR? „In demand-Tickets“? Wer online am meisten bietet, erhält den Zuschlag. Angebot und Nachfrage. Eintrittskarten können aufgrund dessen schon mal 3000 statt 150 Euro kosten. „Dynamic Pricing“. Betriebswirtschaftliche Rationalität. Monopole. Andere Helden des Rockbusiness sollen das in der Vergangenheit auch schon mal so gehandhabt haben, was mich nicht sonderlich überrascht. Im Grunde war es durchgängig seit den siebziger Jahren so. Aber jetzt scheint eine neue Stufe erreicht. In Deutschland haben ein paar wohlmeinende Geister des Rock wie BAP oder Grönemeyer eine andere Politik betrieben. Ist untergegangen im Strudel des Geschäfts. Verzicht scheint nicht sexy zu sein. Es muss und soll vermarktet werden. Alles.

Mittwoch, 4. September 2024

Reisen

Reisen? Ein Statussymbol. Früher sagte man „In der Welt herum gekommen“. Heutzutage ist es wohl so eine Sache mit dem „Reisen“. Die Zeiten von Mark Twain scheinen zugunsten eines Massentourismus vorüber. Und dann gibt es ja auch noch Trost: Gewisse „Experten“ wollen uns nämlich einreden, dass das neue Reisen das „Bleiben“ sei. Alles recht und gut, ich soll/muss auch hier bleiben. Bin also „voll“ dabei. Gleichzeitig scheint alle Scham verflogen (!), Fliegen muss wohl sein, besonders zur Urlaubszeit. Nachhaltigkeit und Umwelt hin oder her. Außerdem ist es eine gute Tat: Das Wachstum in Deutschland und in der Welt muss unbedingt angekurbelt werden. Wir müssen wachsen. Immer weiter. Mag der Planet auch dabei kaputt gehen. Weiter. Immer weiter. Okay, ich habe diverse Reisen hinter mir, habe mich bemüht um meine Reiseziele, habe ambitioniert fotografiert, habe mich teils jahrelang informiert, habe vor- und nachbereitet sowie mich intensiv befasst. Was ist mit solchen Leuten wie mit mir?, so frage ich mich. Sollen diese Leute auch nicht mehr reisen, sollen die sich möglichst gar nicht mehr vom Fleck bewegen, um CO2 einzusparen? Könnte es auch sein, dass Reisen ein bisschen den Horizont erweitern kann, dass man sich mehr als Weltbürger empfindet und im besten Fall eine gewisse Enge hinter sich lassen kann? Ist das der Rest einer werblichen Reiseidiologie oder ist da auch heute noch was dran? Dass man auch über die Natur und ihre Geschöpfe sehr viel mehr direkt und aus erster Hand erfahren kann? Dass man Respekt gegenüber dem Andern empfindet? Ob es dies „Andere“ in der Globalisierung noch gibt? Dass man Lebensfreude neu entdeckt? Jaja, der meist gepflegte Urlaub geht solchen Interessen nicht nach. Er wünscht sich nach dem opulenten Essen in einem „guten“ Hotel ein ereignisloses Sonnenbad an irgendeinem Strand. „Die Seele baumeln lassen“. So nennt man das oft. Was aber ist mit der Minderheit, die so geschilderte Reisen nicht unternehmen und auf diese Weise ihren Horizont erweitern will? Soll diese sich der „political correctness“ ergeben und sich im Übrigen auf mediale Erkundungen wie etwa Fernsehberichte stützen? Wodurch kann sie Erfahrungen sammeln?

Montag, 2. September 2024

Einzelner und das Ganze

Das Einzelne und das Ganze Wir blicken um uns und sind aus dem Moment heraus erstaunt. Später versuchen wir, uns das Schauspiel um uns herum zu erklären. Jetzt habe ich etwas dazu aufgeschnappt, das mich stark angeregt hat, - denn: In der Zivilisation haben wir es allzuoft mit standardisierten Menschen und weniger mit einer Vielfalt zu tun. Es ist nicht korrekt, es ist nicht schön: die Stanze herrscht, die Gleichmachung in den Köpfen. Sozialisation. Dressur. Training. Einordnung. Das sich klar zu machen, mag manchmal schwierig sein, besonders weil wir uns selbst natürlich für ganz etwas ganz Besonderes halten. Aber der Einzelne läuft dauernd Gefahr, sich in einer Funktion oder in einem Status aufzulösen. So kommt die „Persona“, wie es der Psychologe CG Jung vor gefühlt 100 Jahren schon formulierte, oft ins Gehege mit der Entwicklung eines eigenständigen Selbst. Dafür mag auch der bekannte Satz eines Dichters aus vergangenen Jahrhunderten stehen: „Wir werden als Originale geboren und sterben als Kopien“. Heute jedoch scheint es so: Die Persönlichkeitsentwicklung bei gewissen Naturvölkern gründet sich vor allem auf empathische Zuwendung (Ob wir von ihnen etwas lernen sollten?). Für sie hat diese Persönlichkeitsentwicklung mit (sozialer) Beziehung zu tun, mit dem Versuch, mit anderen oder der Natur in einen Austausch zu treten. In einen nicht competitiven Austausch, also nicht in einen Wettstreit um das größere „Wachstum“! Es könnte gelten: „Gehe völlig nach außen, aber kenne dich selbst und nimm die Folgen deiner Handlungen auf dich“. Das trifft auf die Verbundenheit des Einzelnen und der Gesellschaft zu und führt zu der damit verbundenen Verantwortung für das eigene Sein. Mit einer Geisteshaltung, die sehr selbständig und ungebunden sein kann, bleiben wir also gebunden: empathisch gebunden. Unsere Zivilisation aber produziert Persönlichkeiten, die sich auf stereotypische Weise gegen empathisches Erleben wehren und dadurch grundsätzlich voneinander isoliert sind. Hier ergeben sich viele Paralellen zu dem modisch gewordenen Begriff "Neoliberalismus", dessen Auswirkungen unsere Wirklichkeit auf vielerlei Art prägen. Da die Rollenspiele in unserer Gesellschaft auch dem öffentlichen Verhalten gelten, produzieren sie ein scheinbar der Gemeinschaft gewidmetes Leben. Aber in Wirklichkeit wird unter dem Deckmantel des gemeinschaftlich Gesinnten der Gesellschaft Gewalt angetan. Das sich öffentlich Geben und Aufspielen ist eine Verdinglichung. Unser Bewusstsein nimmt dies als eine universale Art des Seins an und die Identifizierung des Ich mit Äußerlichkeiten führt zu einem Verhalten, das dem Besitz von Dingen dem gleichsetzt, wer man ist. Es entfernt den Menschen von der Realität. Es führt unter anderem zu zerstörerischen und gewalttätigen Kriegen. Es führt auch zu einer grundsätzlichen Unverantwortlichkeit dem Menschen gegenüber. X x We look around and are amazed at the moment. Later we try to explain the spectacle around us. Now I've picked up something that really inspired me - because in civilization we all too often deal with standardized people and less with diversity. It's not correct, it's not nice: the standard prevails, the equality in the minds. Socialization. Dressage. Training. This can sometimes be difficult to realize, especially because we naturally think of ourselves as very special. But the individual is constantly in danger of dissolving into a function or a status. The “persona”, as the psychologist CG Jung put it 100 years ago, often gets in the way of the development of an independent self. The well-known sentence of a poet from past centuries may also stand for this: “We are born as originals and die as copies”. Today, however, it seems like this: Personal development among certain indigenous peoples is based primarily on empathic attention (whether we should learn something from them?). For them, this personality development has to do with relationships, with the attempt to enter into an exchange with others or with nature. In a non-competitive exchange, i.e. not in a competition for greater “growth”! It might apply: “Go completely outward, but know yourself and accept the consequences of your actions.” This applies to the connection between the individual and society and leads to the associated responsibility for one's own existence. With a mindset that can be very independent and unattached, we remain bound: empathetically bound. However, our civilization produces personalities who stereotypically resist empathic experience and are therefore fundamentally isolated from one another. There are many parallels here to the now fashionable term "neoliberalism", the effects of which shape our reality in many ways. Since the role plays in our society also apply to public behavior, they produce a life that appears to be dedicated to the community. But in reality, violence is being done to society under the guise of being communal. Giving and performing oneself publicly is a reification. Our consciousness accepts this as a universal way of being and the identification of the self with externals leads to behavior that equates owning things with who one is. It removes man from reality. It leads, among other things, to destructive and violent wars. It also leads to a fundamental irresponsibility towards people.

Sonntag, 1. September 2024

Gender Feminismus

Man muss da vorsichtig sein, dass man nicht gleich in eine Ecke gestellt wird. Alle Frauen, wenn sie sich kulturell weit vorne wähnen und an der Genderdebatte teilnehmen wollen, sind jetzt feministisch. Es gibt sogar eine „feministische Außenpolitik“. Die Inflation dieses Begriffs Feminismus macht einen stutzig, ohne dass man sich dabei besonders toxisch oder ungünstig männlich fühlen würde. Auch wenn man sich interessiert zeigen würde, könnte es ja sein, dass etwa die hochgeschätzten Thesen einer Judith Butler an einem abgeprallt sein könnten. Man kannte ja schon früh Menschen, die sich den gängigen Rollenerwartungen entzogen hatten. Dass man sein Geschlecht je nach Geschmack und Sozialisation bestimmen könne: Nun ja, es könnten einem Zweifel daran kommen. Es werden dann gerne mal Fälle aufgezählt, wo das in der Natur durchaus nicht eindeutig bestimmt sei. Aber man hatte mal internalisiert, dass es nach sozialwissenschaftlicher Methode meist um Wahrscheinlichkeiten und weniger um absolute Aussagen gehe. Ob Geschlechterrollen grundsätzlich austauschbar sind? Weg vom binären Weltbild? Böse, diese Männer, die an einer an der Biologie orientierten Geschlechterteilung festhalten wollen? Alte weiße Männer, Baby Boomer, Ausschuss. Klar, schon Charles Darwin, der alte Chauvi, hatte keine Ahnung. Der heiratete ja seine Cousine, die ihm 10 Kinder gebar. Was für ein Sexist! Nun ja, als Entschuldigung mag ja gerade noch gelten, dass er halt ein Kind seiner Zeit war. Alles von Männern bestimmt, damals. Frauenfeindlich halt. Vorurteilsbehaftet. Dem Zeitgeist verhaftet. Klar gibt es in der Natur solche Geschlechterrollen, die nicht eindeutig definiert sind. Ursprünglich dachten wir, wir hätten uns nach linker Theorie aber von der Natur gelöst und tendierten zu kultureller Selbstbestimmung. Inwieweit man Geschlechterbestimmtheiten aber flott so kämpferisch verallgemeinern kann? Wie ist es mit der Mutterschaft, den Chromosomen, dem Menstruieren und dem Stillen? Ob diese Art des Feminismus nicht ein Sport gewisser besserverdienender und meist akademisch beeinflusster Kreise im urbanen Milieu ist, - also auch letztenendes stark ökonomisch bestimmt? X x You have to be careful not to be put in a corner right away. All women, if they consider themselves culturally advanced, are now feminist. There is even a “feminist foreign policy”. The inflation of this term makes you suspicious without making you feel particularly toxic or unfavorably masculine. Even if you were interested, it could be that the highly valued theses of Judith Butler could have bounced off your mind. That you can determine your gender depending on your tastes and socialization: Well, you might have doubts about it. Cases are then listed where this is not at all clearly determined in nature. But people had internalized that the social science method is mostly about probabilities and less about absolute statements. Whether gender roles are interchangeable? Away from the binary world view? Evil, these men who want to hold on to it? Of course, even Charles Darwin, the old Chauvi, had no idea. He married his cousin, who bore him 10 children. What a sexist! Well, the excuse is that he was just a child of his time. Everything determined by men. Misogynistic. Prejudiced. Of course, there are gender roles in nature that are not clearly defined. Originally we thought that, according to left-wing theory, we had separated ourselves from nature and were leaning towards cultural self-determination. To what extent can gender determinations be quickly generalized in such a combative way? What about motherhood, chromosomes, menstruation and breastfeeding? Isn't this type of feminism a sport for certain higher-earning and mostly academically influenced circles - and therefore also strongly influenced by economics?

Samstag, 31. August 2024

Unsere Weltsicht

Die Alten mit ihrem Scheis, die werden uns noch heftig reinreiten in die Scheise! Haha, man war ja selbst einmal jung, jünger als jetzt und man kann deswegen ein bisschen mitreden...... Was mir auffiel an sehr jungen Menschen? Das Folgende gleicht einer Stoffsammlung, entstanden aus tausend Zetteln: Es wurden von vielen jungen Menschen oft sehr einzelne, sehr isolierte Welten hochgezogen, die als absolut gegeben betrachtet wurden. Die eigene kleine Lebenswelt. Das ist menschlich. Die eigene kleine Welt. Jede/Jeder geht von sich aus. Meine Sicht dagegen ist: diese Lebenswelten kann man verändern! Den Blick über den eigenen Tellerrand wagen. Über scheinbar vorgegebene Grenzen hinweg. Zumindest prinzipiell ist das so. Es ist schwierig. Zieht nach sich, setzt voraus: Bewusstseinsveränderung. Bessere Welt. Überwindung der Habgier. Besserer Umgang untereinander. Daran glaubten viele unter uns und warteten zu geduldig auf den schönen Sanktnimmerleinstag für alle. Währenddessen machten „zielgerichtete“ Andersgesinnte und sonstwie besser Angepasste Karriere, - auch bei den damals und heute ehemals Alternativen. Diese, uns inzwischen umgebende Gesellschaft scheint immer mehr in eine Vereinzelung abzugleiten, das, was man Neoliberalismus nennen könnte, wird aus falsch verstandenem Realismus zu schnell akzeptiert: Jeder ist seines Glückes Schmied. Überhaupt, Nachfragen sind nicht mehr in Mode, es gilt der schnelle Vollzug, - egal von was. Distanz zu sich selbst ist auf dem Rückzug und nachhaltige Empathie wird oft nur gespielt. Unter Kopfhörern, im Smartphone-Gedaddel und auf Internet-Homepages ist jeder für sich, es gilt der individuelle Tunnelblick. So macht es uns auch der Spitzensport vor. Es gilt das, was ist. Es scheint aber auch ein Bedürfnis nach Menschenführung zu herrschen: diejenigen, die sich dafür qualifizieren wollen, sollen vortreten! Neue Führer sind gefragt. Der Mensch schafft sich ab. Allerlei Verkleidungen sind angesagt. Der alternde Topmanager trägt jetzt seine dünnen wenigen Haare im Zopf. Hat eine Finca auf Mallorca und macht auf unkonventionell. Er ist clever und schlägt alle. Was zählt, ist die Flucht aus dem eigenen Ego, das an anderer Stelle mit extremen Aktionen wieder krampfhaft gesucht wird. Industrieversprechen und -versagungen werden zu schnell übernommen, Werbung wird zu ernst genommen (ohne es bewusst zu merken, Dressur funktioniert über das Unbewusste), große Linien, Utopien oder Visionen (was ist denn das? Da muss man zum Arzt!) werden ohnehin nicht gepflegt. Man kann in jungen Jahren den Zusammenhang des Lebens nicht erkennen. Etwa, dass der Mensch durch Stadien geht, dass sein Körper verfällt und gleichzeitig sein Kapital ist, mit dem man nicht in der Weise beliebig experimentieren kann, - auch wenn von anderer Stelle erbauliche Erfahrung von Dingen oder einem selbst (Selbsterfahrung) zugesagt wird. Und: Die oft von jungen Menschen so viel gehassten Gewohnheiten und Rituale können ja auch etwas Positives haben. Sie schützen vor Energieverlusten, schaffen Sicherheit. Der Horizont in dieser Welt steht leider nicht jedem offen, es gelten Rahmenbedingungen und individuelle Voraussetzungen, soziale Dispositionen und andere Begrenzungen. Wir sind auf dem Teil der Welt geboren, der eindeutig bevorzugt ist. Was ist mit den anderen? X x The old people with their crap, they're going to get us into a lot of trouble! Haha, you were young once yourself, younger than you are now, and that means you can have a bit of a say... What struck me about very young people? The following is like a collection of material made up of a thousand pieces of paper: Many young people have often created very individual, very isolated worlds which they regard as absolute givens. Their own little world. That's human. Their own little world. Everyone starts from their own perspective. My view, however, is that these worlds can be changed! Dare to look beyond your own nose. Beyond seemingly predetermined boundaries. That's how it is in principle, at least. It's difficult. It entails, requires: a change in consciousness. A better world. Overcoming greed. Better interaction with one another. Many of us believed in that and waited too patiently for a lovely doomsday for everyone. Meanwhile, "goal-oriented" people with different views and those who were otherwise better adapted made careers - even in the alternatives that were then and now. The society that surrounds us now seems to be slipping more and more into isolation, what could be called neoliberalism is accepted too quickly out of a misunderstood sense of realism: everyone is the architect of their own happiness. In general, asking questions is no longer in fashion, the order is quick - no matter what. Distance from oneself is on the decline and lasting empathy is often only pretended. Under headphones, in smartphone fiddling and on Internet homepages, everyone is for themselves, individual tunnel vision is what counts. This is also what top-level sport shows us. What is counts. But there also seems to be a need for leadership: those who want to qualify for it should step forward! New leaders are needed. People are eliminating themselves. All kinds of disguises are in. The ageing top manager now wears his thin, few hairs in a ponytail. He has a finca on Mallorca. He is clever and beats everyone. What counts is the escape from one's own ego, which is desperately sought elsewhere with extreme actions. Industry promises and failures are accepted too quickly, advertising is taken too seriously (without consciously noticing it, training works via the subconscious), grand ideas, utopias or visions (what are those? You have to see a doctor!) are not cultivated anyway. At a young age, one cannot see the context of life. For example, that people go through stages, that their bodies deteriorate and at the same time are their capital, which cannot be experimented with at will - even if someone else promises edifying experience of things or of oneself (self-awareness). And: the habits and rituals that young people often hate so much can also have something positive. They protect against energy loss, create security. Unfortunately, the horizon in this world is not open to everyone, framework conditions and individual prerequisites, social dispositions and other limitations apply. We are born in the part of the world that is clearly preferred. What about the others?

Freitag, 30. August 2024

Ro ro romantik

Ob das etwas mit dem Zwang/Drang zur „Selbstoptimierung“ zu tun hat? Mit der Entwertung lange gültiger Werte? Heute ist ja jeder ein Künstler. Dieses Bedürfnis, sich auszudrücken, wird auch über die Medien verteilt und über die Leute gebracht. Einen Höhepunkt erreichte dies damals mit Joseph Beuys’ Aussage, dass ja jeder ein Künstler sein könne. Doch: Warum sich selbst ausdrücken, warum nicht das Universum? Sich selbst dermaßen wichtig nehmen, ist das….wie? Richtig? Es könnte ja sein, dass man in einem größeren Zusammenhang steht. Die Malerei kam ja mal vom Religiösen her, hatte darin ihren Zweck. Es sollte Himmel und Hölle, Gutes und Böses, Gott und Teufel so veranschaulicht werden, das es jeder verstehen möge. Es gab eine Art Bildsprache, die einen Zweck hatte. Es ging um Vermittlung zu „einfachen Leuten“, die der Schrift nicht mächtig waren. Dieser Zweck kam mit der Zeit abhanden und wurde zum Selbstzweck. Es gab später dann das romantische Modell einer „progressiven Universalpoesie“ (nach F Schlegel), in der sich wechselnde Wirklichkeiten so durchdringen, dass die vulgäre materielle Wirklichkeit überwunden wird. Es gab aber auch Picasso, der einer Selbstschöpfung nachhing, die ihre eigene Reflexion ständig überholt und dadurch dem Grenzenlosen Absoluten entgegen strebt. Dadurch entstand nur ein Scheingegensatz zur Romantik. Subjektives und Objektives vermischen sich. Imagination und Unterbewusstsein wirken zusammen. Das ist romantisch im besten Sinne. Nur: das kann und will nicht jeder nachvollziehen. Es entsteht eine Schwierigkeit der Vermittlung. Eine kleine Zelle der „Wissenden“ bildet sich, Kunst wird zunehmend elitär und eine Sache der sich nun immer rascher etablierenden „Kunsttempel“, oft in Gestalt von Museen, die zu einem wichtigen Inventar des Bildungsbürgertums werden. X x Does this have something to do with the compulsion/urge to "self-optimize"? With the devaluation of long-standing values? Today, everyone is an artist. This need to express oneself is also distributed through the media and conveyed to people. This reached a high point back then with Joseph Beuys' statement that anyone could be an artist. But why express yourself, why not the universe? To take yourself so seriously, is that... how? Right? It could be that you are part of a larger context. Painting once came from religion, and had its purpose there. Heaven and hell, good and evil, God and the devil were to be illustrated in such a way that everyone could understand. There was a kind of visual language that had a purpose. It was about communicating to "ordinary people" who could not read. Over time, this purpose was lost and became an end in itself. Later, there was the romantic model of a "progressive universal poetry" (according to F Schlegel), in which changing realities interpenetrate in such a way that vulgar material reality is overcome. But there was also Picasso, who pursued a self-creation that constantly outstrips its own reflection and thus strives towards the limitless absolute. This only created an apparent opposition to romanticism. Subjective and objective are mixed. Imagination and subconscious work together. This is romantic in the best sense. But not everyone can or wants to understand it. It becomes difficult to communicate. A small cell of "knowers" forms, art becomes increasingly elitist and a matter of the "art temples" that are now establishing themselves ever more quickly, often in the form of museums, which become an important fixture of the educated middle class.

Donnerstag, 29. August 2024

Dunkelheit

Was wissen wir? Was Materie oder dunkle Energie überhaupt ist? Sie hält doch unsere Galaxien zusammen, - oder etwa nicht? Werden uns von Physikern da moderne Märchen erzählt? Die Menschen und ihre Physiker verstehen's immer noch nicht so recht, das alles. Auf jeden Fall könnte der Weltraum Anschauungsmaterial dafür bieten. „Ich möchte wissen, was da draußen ist“ soll Stephen Hawking gesagt haben, der Mann, der noch immer das Physik-Genie an sich darstellt. Wie das Universum entstanden sein könnte? Mit dem Urknall sagen etliche Astrophysiker. Aber was war davor und wie kam es zum Urknall? Gab es davor etwas anderes, das sich eventuell zu einem Punkt zusammenzog, um im Urknall zu explodieren? Oder kommt der Urknall aus dem Nichts? Einem energiegeladenen Vakuum? Neueste Forschungen zeigen wohl, dass selbst im Vakuum etwas ist. Bloß was? Und hat nicht die Quantenmechanik längst bewiesen, dass ein Teil an zwei Orten gleichzeitig sein kann? Widerspricht den physikalischen Gesetzen? Nun ja, da würde selbst ein mittelmäßiger Physiker widersprechen. „Die Quantenmechanik ist sehr achtungsgebietend. Aber eine innere Stimme sagt mir, dass das noch nicht der wahre Jakob ist. Gott würfelt nicht!“ sagte vor etwa 100 Jahren Albert Einstein dazu. Ja, was nun? Und überhaupt: Gott? War der Urknall nur ein einzelnes Ereignis bei der Entstehung einer wahnsinnig großen Vielfalt von Universen? Gibt es insofern Parallelwelten? Die oft beschrieenen und verfilmten? Matrix? Ob an dieser Stelle etwas wie Gott ins Spiel kommt? Etwas Größeres als das, was wir kapieren können? „Was wir wissen, ist ein Tropfen. Was wir nicht wissen, ein Ozean“ sagte einst der Großphysiker Isaac Newton. Daran mag sich nichts geändert haben.

Mittwoch, 28. August 2024

Produzenten von Popmusik

Wie hatten wir die bewundert, als Erfinder von Klangräumen, von Klangvisionen, als souveräne Regenten über Studiotechnik und als Handhaber von kreativen Ideen, als hörbares Verbindungsglied zwischen Technikern und Kreativen! Wir sehen an dieser Stelle vom Daueretikett „legendär“ ab, weil das im Grunde für alle Erwähnten gelten würde. George Martin, der Beatles Produzent, ohne den Lennon und McCartney nicht denkbar waren. Er formte wohl entscheidend das Klangbild der Beatles in der zweiten Phase. Da waren auch die vielen Auftragsproduzenten, die ihre von den Plattenfirmen diktierten Vorgaben bis hin zum finanziellen Budget genau erfüllten und als namenlose Umsetzer gelten dürfen Ja klar, ein früher Einfluss war dagegen Phil Spector mit seinem „Wall of sound“, den er allen „Kreativen“ überstülpte. Diese Produktion mögen sich manchmal mehr nach Spector als den eigentlich in den Vordergrund gestellten „Künstlern“ anhören. Leider ist der Mann später ins Hässliche abgerutscht. Wir können all die Faktoren, die dazu geführt haben, nicht beurteilen. Es gab Hugh Padgam später, der dem Progrock a la Genesis Flügel verlieh und auch vielen anderen Künstlern zum Wohlklang verhalf. Da spielte auch schon Trevor Horn mit rein. Der sich aller Mittel des High Tech bediente und daurch für ein durchgestyltes Klangdesign verantwortlich war. Er war wohl eine Art Gegen- und Hassbild mancher Medien, die im Unterschied zu Horn die Rückkehr des Echten, Autenthischen und der Wurzel verhafteten lobten und später dann in Rick Rubin einen Meister fanden. Dieser hatte Johnny Cash mit seinen Produktionen zu einem späten Comeback verholfen und lieferte – wie in der Popmusik oft praktiziert – die Blaupause für viele andere „Down to earth-Produktion. Er war es auch, der mit einem solchen Konzept verschwundene Künstler wie Donovan neu produzierte. Möglichst wenig Technik, war wohl seine Devise, obwohl er als Dauerproduzent für Bands wie die Red Hot Chili Peppers da keine Berührungsangst kannte und in einer zweiten Phase seiner Karriere auch zahlreiche wie Shakira Mainstreamstars produzierte, worüber niemand so richtig erstaunt schien. Wir setzen diese Produzenten-Reihe fort. x x How we admired them, as inventors of sound spaces, of sound visions, as sovereign rulers of studio technology and as handlers of creative ideas, as audible links between technicians and creatives! We will refrain from using the permanent label "legendary" here, because that would basically apply to everyone mentioned. Sam Philips and Colonel Tom Parker, who guided Elvis towards the "right" sound. There are long stories to tell about those alone. The Stax sounds, which, with their succinctness, shaped what was later called soul early on. Atlantic boss Ahmet Ertegün, of course. George Martin, the Beatles producer, without whom Lennon and McCartney would have been unthinkable. He was probably instrumental in shaping the Beatles' sound in their second phase. But there were also the many commissioned producers who precisely met the specifications dictated by the record companies, right down to the financial budget, and who can be regarded as nameless implementers. Yes, of course, an early influence was Phil Spector with his "Wall of Sound", which he imposed on all "creatives". These productions may sometimes sound more like Spector than the "artists" actually put in the foreground. Unfortunately the man later slipped into ugliness. We cannot judge all the factors that led to this. Later, Hugh Padgam, who gave wings to prog rock a la Genesis and also helped many other artists to sound good. Trevor Horn was also involved. He used all the means of high tech and was responsible for a stylish sound design. He was probably a kind of counter-image and hate image for some media who, in contrast to Horn, praised the return of the real, authentic and rooted in roots and later found a master in Rick Rubin. He helped Johnny Cash make a late comeback with his productions and provided - as is often the case in pop music - the blueprint for many other "down to earth" productions. He was also the one who used this concept to re-produce artists who had disappeared, such as Donovan. As little technology as possible was his motto, although as a permanent producer for bands such as the Red Hot Chili Peppers he had no qualms about it and in a second phase of his career he also produced numerous mainstream stars such as Shakira, which no one really seemed surprised about. We are continuing this "producer series".

Montag, 26. August 2024

Hit a gogo

Man wird manchmal gefragt, ob man diesen oder jenen aktuellen Titel kenne, der sich ja zum Hit entwickelt habe. Meist entdecke ich dann, dass ich versucht habe, solchen Musikstücken zu folgen, dass ich mir richtig Mühe gegeben habe, dass mir dann aber die Aufmerksamkeit dafür rasch verflogen ist. Ich finde diese Songs meist langweilig. Sie binden meine Aufmerksamkeit zu wenig. An was das wohl liegt? Ja klar, auch an mir selbst! Zu vieles schon mal besser gehört! Es ist für mich jetzt aber zu leicht erkennbar, dass es um die optimale Einordnung in ein Team geht, um anonyme Zwänge, Baupläne, Kalkül. Prägnanz hingegen scheint mir weniger gefragt. Ich höre anonyme Stäbe, Kollektive heraus, die in strenger Arbeitsteilung etwas „produzieren“: Einer ist für die Hook zuständig, der nächste für den Groove, der übernächste für Instrumentierung….etc. Alles ist formatiert und für mich zu sehr festgelegt, an Formeln orientiert, vorgegebenen Bauplänen. Das Ergebnis orientiert sich auch am handwerklich und maschinell Machbaren. Es herrscht oft strenge Arbeitsteilung. Alles ist professionalisiert. Es existieren Formeln, nach den zb. Ein Refrain kommen muss, wie weit eine Aufmerksamkeitsspanne reicht ….etc. Heraus kommt oft ein „gemachtes Produkt“, weniger die Umsetzung eines individuellen „Einfalls“. Es richtet sich offenbar alles nach dem, was „die Mehrheit“ hören will, was ihr in Gefälligkeit schmeichelt.

Sonntag, 25. August 2024

Glück im Dasein

Neulich sahen wir ein Papier von einer längst verstorbenen Tante neben uns liegen. Glückwünsche zum Geburtstag. Danke! Ich scheine das Papier aufbewahrt zu haben, weil ich wohl eine Art Respekt dafür empfand. Es wurde mir darin empfohlen, für die Abendstunde und den vergangenen Tag auch dankbar zu sein. Für gute Freunde, für „manche Traurigkeit“, für des Himmels Sterne, für gesandte Freuden. Mein Geburtstag sei ein Feiertag gewesen, der das Leben feiere. Danke! Ich empfand eine Dankbarkeit dafür, dass ich das Glück hatte, in Mitteleuropa geboren zu sein. Ich durfte so etwas wie meine Kreativität und Phantasie entwickeln. Das floss in mein Musizieren und meine journalistische Tätigkeit ein, was mich teilweise mit lieben Menschen zusammengebracht hat und mich Effektivität gelehrt hat, wozu auch gehört, dass man erkennt, was man kann und was man nicht kann, ja niemals können wird. Aus gegebenem Anlass war ich auch dankbar für all die Impulse, die ich aus meiner Erziehung beziehen durfte und mit denen ich sehr frei umgehen durfte. Damit zusammenhängend bin ich dankbar dafür, dass ich wenigstens versuchen konnte, anderen Menschen zu helfen, ihnen meine bescheidenen Fähigkeiten zur Hilfe angedeihen lassen. Danke auch an die Ärzte, die mir entscheidend halfen, meine Krebskrankheit damals zu überwinden. Die Arbeitswelt habe ich dankenswerter Weise auch am Band und im Schichtbetrieb kennen gelernt, wovon ich später oft profitiert habe. Danke!

Freitag, 23. August 2024

Alles wird gut

Das Spiel ist aus. Aber alles wird gut, sagt der Kanzler. Auf gute Zeiten folgen schlechte Zeiten. Nicht nur eine Fernsehserie gebraucht diese Weisheit. Schönreden, weglächeln. Ob er einen Kommentar habe? Nö. „Eine gewisse Wirklichkeitsabgewandtheit gehört zum Geschäft. Wenn Sie sich als Politiker von jeder schlechten Nachricht gleich aus dem Konzept bringen lassen, können Sie das Regieren auch einstellen. Aber diese Regierung hat die Wirklichkeitsabgewandtheit noch einmal auf eine ganz neue Ebene gebracht“, schreibt der stets süffisant grinsende Focus- und Welt-Kolumnist Jan Fleischhauer. Und: „Wer einmal das Kanzleramt erreicht hat, lebt in einer anderen Welt. Der Apparat ist darauf ausgerichtet, seinen Bewohner von der Außenwelt abzuschirmen.“ Kommt mir auch so vor. Nur, dass das nicht nur für den Kanzler und seine Bagage zuzutreffen scheint, sondern auf die gesamte Politikerkaste, samt ihren Medienknechten.

Donnerstag, 22. August 2024

Die einen, die andern (Songtext)

Die einen, die andern (New Rising) Party, Vergessen, Verdrängen, - Fortschweben Party, Vergessen, Verdrängen, - Fortschweben Die einen betreiben Schmierendienst zwischen Schenkeln die andern treibt es zurück ins Kloster die einen flüchten dringend ins Theater, die andern saufen sich den Ballermann die einen klettern Wände rauf und runter die andern springen keck von Klippen die einen wollen unbedingt fliegen, die andern kommen schon mal ins Trudeln die einen gehen auf den Fußballplatz die andern in den Spielsalon die einen zieht's in fremde Länder... nah die andern in die hintere Sakristei.... Mongolei die einen treiben Ausgleichssport... auf Leistung die andern gleiten per Anhalter durch die Galaxie die einen fahren goldene Autos mit güldenen Felgen die andern treiben den Ochsenwagen Die einen gehen zum Psychiater die andern in den Imbissladen der Moderne Mensch träumt von modernen Städten, die sich zum Alptraum entwickeln Party, Vergessen, Verdrängen, - Fortschweben Party, Vergessen, Verdrängen, - Fortschweben Fliehen – Abhaun – Vergessen Fliehen – Abhaun – Vergessen Die einen fallen aus der Zeit, die andern wollen mit ihr gehen die einen spielen Komödien, denen sie so recht nicht trauen die andern glauben ans Kasperletheater die einen geloben dem Papst ihre Treue die anderen setzen ihrer Wahrheit den Turban auf die einen loben die Wonnen des Fleißes als Gestalter die andern haben keinen Job und tun lieber so als ob Fliehen – Abhaun – Vergessen Fliehen – Abhaun – Vergessen Fliehen – Abhaun – Vergessen Fliehen – Abhaun – Vergessen - Fortschweben

Mittwoch, 21. August 2024

Schlagerwelten

„Du kannst nicht immer 17 sein“. Die Zeile von Chris Roberts brennt uns in den Ohren. Wir hatten das alles viel zu selbstverständlich genommen, damals, auf Zeithöhe. Es hatte einen kalt gelassen. Es hatte unser Interesse, unsere Aufmerksamkeit, nicht geweckt. Und jetzt? Es ist so, als würden wir so etwas, in diesem Falle eine Schlagerweisheit, erst jetzt besser verstehen. Als hätte sie damals wie eine Klammer des phrasen- jnd klischeehaften diese Wirklichkeit zusammen gehalten. Sich aus dieser Realität heraus zu bewegen und die damalige Wirklichkeit aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, das scheint man erst jetzt, viele Jahre danach, mit allen Konsequenzen zu wagen. Man blickt in den Bruch und fragt sich Vieles. „Und immer, immer wieder geht die Sonne auf….“ Jaja, Udo Jürgens interessierte mich in dieser frühen Phase. Später nicht mehr. „Griechischer Wein“ und all das Zeug. Diese „Hossa, hossa-Realität gab es, okay. Aber sie interessierte uns nicht. „ZDF-Hitparade“ und all das. Wir mussten uns auch nicht verspannt davon distanzieren. Sie lief in unserer Erkenntnis der Umwelt einfach mit. Peter Beil? Rudi Schuricke? Diese Welt war untergegangen. Trotzdem hatten wir einigermaßen verstanden, was die Leute daran fanden. Wie hatte Dieter Thomas Heck es in der ZDF-Hitparade ausgedrückt? „Probleme gehören nicht in den Schlager hinein. Dafür gibt es andere Dinge“. Jetzt gibt es Dokumentationen über diese Welten. Es wird da gerne ein gesamtdeutsches Verständnis ausgelobt. Frank Schöbel und so. Ute Freudenberg. Ich war damals rüber gefahren, hatte eine Patentochter dort und andere Verbindungen. Ich weiß nicht so recht, ob diese moderierenden Besserwisser dieselbe Connections hatten.

Dienstag, 20. August 2024

Raumdimensionen

Inzwischen gibt es Wissenschaftler, die glauben (!), dass es mehr als drei Dimensionen gibt. Der Raum könnte ja noch weitere Dimensionen haben. Ob wir ihnen dann näher kommen können, oder ob – wie es scheinbar brennend interessiert – schon die „Bewohner“ einer solch multidimensionalen Welt auf uns zukommen werden? Als Aliens? Wir sollten das erst mal verschieben und uns klar werden, dass wir in unseren Erkenntnismöglichkeiten beschränkt sind, trotz des ach so wissenschaftlichen Weltbildes, dem in unseren Zeiten nahezu absolute Gültigkeit bescheinigt wird. Platon zufolge ist die Welt, so wie wir sie wahrnehmen, so wie die Wand in einer Höhle, auf der zweidimensionale Schatten tanzen. Erzeugt werden sie aber von dreidimensionalen Figuren draußen vor der Höhle, die wir leider nie zu Gesicht bekommen. Nun ja, schon die alten Griechen hatten da wohl eine Ahnung, - Platon hatte wohl mehr als das.... Ob man aus zweidimensionalen Schattenbilder einen dreidimensionalen Raum rekonstruieeren kann? Es braucht zumindest ein gewisses Maß an Offenheit dafür. Weil wir die Extradimensionen nicht kennen, wird das für uns ein Spekulationsspiel, das wahrscheinlich Ahnungen gleich kommt, Visionen. Ob das, was in der vierten Dimension existiert, eine Chance hat, zu uns durchzukommen? Gibt es wenigstens einen theoretischen Zugang? Wie könnte für uns beschränkte Wesen eine Reise in die vierte Dimension aussehen? Es würde auf jeden Fall eine verunsichernde Verzerrung unserer bisherigen Lebenswelt entstehen, so viel ist sicher. Und wir lächerliche Lebewesen würden etwas über unsere Beschränkungen erfahren. Wir würden uns vielleicht auch einer Sichtweise annähern, die etwas vollkommener ist, als die, die wir haben. X x There are now scientists who believe (!) that there are more than three dimensions. Space could have even more dimensions. Will we then be able to get closer to them, or will the "inhabitants" of such a multidimensional world - as is apparently of great interest - come to us? As aliens? We should postpone that for now and realise that we are limited in our ability to gain knowledge, despite the oh-so-scientific world view that is considered to be almost absolutely valid in our times. According to Plato, the world as we perceive it is like the wall in a cave on which two-dimensional shadows dance. But they are created by three-dimensional figures outside the cave, which we unfortunately never see. Well, even the ancient Greeks probably had an idea - Plato probably had more than that... Can you reconstruct a three-dimensional space from two-dimensional shadow images? It requires at least a certain degree of openness. Because we don't know the extra dimensions, it becomes a game of speculation for us, which probably amounts to hunches, visions. Does what exists in the fourth dimension have a chance of getting through to us? Is there at least a theoretical way of accessing it? What might a journey into the fourth dimension look like for us limited beings? In any case, it would create an unsettling distortion of our current world, that much is certain. And we ridiculous creatures would learn something about our limitations. We would perhaps also come closer to a perspective that is a little more perfect than the one we have.

Montag, 19. August 2024

Intellektuellengewäsch

Jaja, Intellektuelle weisen einen Blick auf das Allgemeine und das Ganze weit von sich! Das habe ich erst kürzlich wieder einem Interview entnommen. Welcher Unterschied zu den sechziger und siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, in denen das Pendel leider etwas zu sehr in die andere Richtung ausschlug! Intellektuelle, wer auch immer das sei, fühlen sich nun nicht mehr als öffentliche Personen, obwohl sie von der Öffentlichkeit teilweise fürstlich für ihre Dienste bezahlt werden. Heutigen disziplinär geordneten Bereichen scheint eine solche Verantwortlichkeit zu widersprechen. Sie erklären, dass sie sich unfähig dazu fühlten, dass sie nicht über die Sprache und über das qualifizierte Einsichtsvermögen dafür verfügten. Der öffentliche und akademische Raum müsse streng getrennt werden, so heißt es da oft in wohlhonorierter Bescheidenheit. Als Bürger dürfe und könne man etwas sagen, seine Meinung kund tun. Als Professor aber keinesfalls. Dieser beanspruche aus seinen analytischen Kompetenzen heraus keinesfalls die Deutungshoheit in Krisensituationen. Er fühle sich damit überfordert, - auch darin, so etwas wie „Allgemeinbildung“ aufrecht zu erhalten. So etwas sei längst überwunden. Das sind Intellektuelle heute.

Sonntag, 18. August 2024

Wachsen und schiffen

Es werden in Deutschland jetzt Schiffe gebaut, große Passagierschiffe mit allem Drum und Dran. Hauptsache, die Werften haben zu tun. Die Schiffe sind für Kreuzfahrten bestimmt, die derzeit ach so beliebt sind. Natürlich fahren sie mit dem oberbilligen Schweröl, das in ökologischer Hinsicht schwer bedenklich erscheint. LNG ist immerhin in Aussicht gestellt. Methan soll dabei jedoch bei seiner Gewinnung freigesetzt werden, was erhebliche Schäden in der Umwelt verursacht. Heißt es. Trotzdem wird es als der große Fortschritt gefeiert. Aber der grüne Wirtschaftsminister gibt sich erfreut ob des Wachstums und fördert das Projekt. Auch wird heftig damit geworben. Ob es sich dabei um typisches „Green Washing“ handelt? Eine Art Irreführung, die den Zeitgeist mit Phrasendrescherei zu nutzen versucht? Bei der tatsächlichen Umsetzung von Ideen der Nachhaltigkeit hapert`s gelegentlich halt dann doch ein bisschen. Egal, die Kundschaft pfeift auf den Umweltschutz oder die Nachhaltigkeit und bucht zuhauf. Jetzt muss Wachstum sein, um jeden Preis. Ab dafür!

Samstag, 17. August 2024

Heute Morgen

Vor einiger Zeit als Songtext geschrieben: HEUTE MORGEN Ich erinnere mich an die Welt und kann sie fühlen Das Sein ist ein Teil von Dir und du bist bald wieder ein Teil von ihr Du wachst auf im Aufzug und denkst „schon wieder!“ Das kann doch nicht sein, dass Du das bist Das darf nicht sein, dein Leben geht darüber was machst Du heute morgen in diesem Film Draußen weht der Schnee alte Frauen durch die Straßen. Der Kapitalismus bringt sich heute morgen selbst zu Fall Die Natur in Dir treibt Blüten, das Sein will in Dir zu sich kommen Du warst im Supermarkt und hast ins sexy Regal gegriffen Erzähl mir nicht, dass du tun musst was du tun musst, Du bist nicht John Wayne und ich nicht Marylin Marlene Du jagst Eichhörnchen, ich das Wunderbare Schmerzen, Du lügst sie dir als Preis zurecht Du spielst Gelassenheit, es kommt alles wie es kommt eine Haltung, die sich selbst durchhält dann gehst Du eines Tages ganz alleine unter der Horizont kommt näher und verschwimmt Du denkst zurück an Momente irgendwie festzuhalten versucht Bilder, die in Dir versanken alles ist toll, alles ist superlocker

Mittwoch, 14. August 2024

Über die Grenze

Es gibt wohl viele Anbieter und Interessengruppen im Gesundheitswesen, die ganz offensichtlich davon profitieren, wenn ein Volk scheinbar immer kränker wird. Ein beliebter Trick der Gesundheitsindustrie ist es dabei, die Grenzwerte herauf oder (meist) herab zu setzen. Auf diese Weise werden auf einen Schlag massenhaft Neu-Kranke geschaffen, die es nun mit möglichst hochpreisigen Medikamenten zu behandeln gilt, - naturgemäß. Diabetes scheint dafür ein gutes Beispiel zu sein, aber auch erhöhter Blutdruck usw. Sogenannte „Volkskrankheiten“ sind hierbei besonders ergiebig und beliebt, da sie hohe Umsätze generieren. Um die „richtigen“ und dafür passenden Medikamente in den Markt zu drücken, werden manchmal recht gerne „medizinische Fortbildungen“ organisiert, die in Wirklichkeit „verkaufsfördernde Maßnahmen“ sind und bei denen Marketingprofis Verkaufsstrategien vortragen. Auch scheint es gängige Praxis zu sein, grafische Tabellen durch bestimmte Einteilungen zu manipulieren. Bestimmte Auschnitte auszuwählen und sie entsprechend darzustellen ist beliebt. Dies kann beispielsweise auch in der Finanzindustrie bei Verkaufsstrategien für Fonds beobachtet werden. Es scheint dabei halt alles eine Frage der Optik und der dahinter stehenden Absicht zu sein: den anderen möglichst übers Ohr zu hauen. Was das mit uns macht, ist ein nahezu unmerklicher Prozess und bleibt ausgeblendet. Die Medien fabrizieren gerne verkaufsträchtige Schlagzeilen aus solchen „wissenschaftlichen Ergebnissen“. Sie vergessen dabei aber meist, die dazugehörigen Fragen und die Auftraggeber gewisser „Studien“ zu erwähnen.

Dienstag, 13. August 2024

Selbstvergewisserung

Selbstvergewisserung. Ist es das? Ein (Mode-)begriff. Wir kehren zu den Stätten unserer Jugend zurück. Um besser zu begreifen, wo und wer wir jetzt sind. Ja klar, Nostalgie. Geschenkt. Das verstehen alle. Sentimentalität. Wir hatten so manches von uns dort im Strom der Zeit und Orte gelassen. Dass solche Sentimentalität nicht mehr unbedingt meine Triebfedern sind, verstehen wenige. Manche sagen „Wurzeln“ dazu. „Zu seinen Wurzeln zurück kehren“, „Meine Wurzeln“. Damit hat das zu tun. Aber alles ist jetzt anders. Ja klar, was denn sonst? Alle sind vom Flow der Entwicklungen geprägt. Bloß, das entdeckt man erst später. Irgendwann entdecken wir, dass wir Geschichte haben, das wir von persönlichen Erfahrungen berichten dürfen, alleine schon deshalb, weil diese keine zufälligen Stichproben sind, sondern über einen langen Zeitraum gesammelt wurden. Wir sind ein Mix: einerseits gesellschaftliche, kollektive Erfahrungen, andererseits persönliche, subjektives Beharren auf uns selbst. Was blieb uns anderes übrig? Wir handelten, so gut es ging... x x Self-assurance. Is that it? A (fashionable) term. We return to the places of our youth. To better understand where and who we are now. Yes, of course, nostalgia. No problem. Everyone understands that. Sentimentality. We had left a lot of ourselves there in the flow of time and place. Few understand that such sentimentality is no longer necessarily my driving force. Some call it "roots". "Returning to your roots", "my roots". It has something to do with that. But everything is different now. Yes, of course, what else? Everyone is shaped by the flow of developments. It's just that you only discover that later. At some point we discover that we have history, that we can report on personal experiences, if only because these are not random samples, but have been collected over a long period of time. We are a mix: on the one hand social, collective experiences, on the other hand personal, subjective insistence on ourselves. What else could we do? We acted as best we could...self-assurance. Is that it? A (fashionable) term. We return to the places of our youth. To better understand where and who we are now. Yes, of course, nostalgia. No problem. Everyone understands that. Sentimentality. We had left a lot of ourselves there in the flow of time and place. Few understand that such sentimentality is no longer necessarily my driving force. Some call it "roots". "Returning to your roots", "my roots". It has something to do with that. But everything is different now. Yes, of course, what else? Everyone is shaped by the flow of developments. But you only discover that later. At some point we discover that we have history, that we can report on personal experiences, if only because these are not random samples, but have been collected over a long period of time. We are a mix: on the one hand social, collective experiences, on the other hand personal, subjective insistence on ourselves. What else could we do? We acted as best we could...

Montag, 12. August 2024

Schildmützen

Es fällt mir auf, dass in verschiedenen Zusammenhängen die Schirm- und Schildmützen staatlicher Würdenträger immer größer und ausladender geworden sind, - bis hin zur Fastnachtstauglichkeit. Das kommt mir äußerst lächerlich vor. Und peinlich. Im militärischen Bereich scheint mir das eine regelrechte Mode geworden zu sein (Die etwa bei „Paraden“ gerne vorgeführt wird), doch auch die Polizei hält da offenbar gut mit. Abenteuerlich hoch hinaus ragende Mützenkonstruktionen sind hier zu besichtigen. Welche Symbolik da wohl dahinterstecken mag? Soll so Autorität eines Staates verkörpert werden? Eine Herausgehobenheit? Eine hierarchische Position? Je mehr der Respekt schwindet, desto größer werden die Mützen? Hm. Finde ich skurril. X x It strikes me that in various contexts the peaked and peaked caps of state dignitaries have become increasingly larger - to the point where they are suitable for Carnival. That seems extremely ridiculous to me. And embarrassing. It seems to me that this has become a real fashion in the military sector (which is often demonstrated at parades), but the police also seem to be keeping up well with it. Adventurous cap constructions that rise high up can be viewed here. What symbolism might be behind it? Is this how the authority of a state is supposed to be embodied? A highlight? A hierarchical position? The more respect wanes, the bigger the hats get? Hmm. I find it bizarre.

Sonntag, 11. August 2024

Steuergebaren

Verschwendung? Iwo! Der Staat hat genug. Der Steuerzahlerbund legt immer wieder sein „Schwarzbuch“ vor, in dem er aufzählt, wo überall in diesem Staat Kohle flott versenkt wird. Denn für die entscheidenden Beamten – politisch oder unpolitisch - ist ja genug da. Da dies Theater rund um das "Schwarzbuch" des STZB ein alljährliches Ritual zu sein scheint und sogar TV-Shows zu diesem Thema existieren, liegt der Verdacht nicht ferne, dass die Parteien solches Gebaren und seine Veröffentlichung gerne als die Veröffentlichung einer privaten Interessengruppe und eine Art Kollateralschaden der Demokratie verkaufen wollen. So ist's halt!, hört man schon tausendfach seufzen. Da wird schon mal eine Umgehungsstraße durch ein Vogelschutzgebiet gebaut, die obwohl neu erstellt sofort wieder gesperrt werden muss und den Steuerzahler 8 Millionen Euro gekostet hat. Satiremagazine bringen das ja auch schon als Schenkelklopfer. Da sie jetzt wieder vernichtet werden muss, diese Straße, kostet das auch wohl 2 Millionen Euro. Macht nichts? Nun ja, auch das erzeugt Zustände, die zu massivem Unmut, zu Politikverdrossenheit und gewissen Wahlergebnissen führen. Kunstprojekte sind ja auch sehr beliebt in diesem Zusammenhang. Da werden schon mal sechsstellige Summen für völlig unsinnige Projekte ausgegeben. Besonders die politischen Verantwortlichen verstehen in diesem Zusammenhang oft gar nichts und halten sich bei der feierlichen „Eröffnung“ lieber an ein vorbereitetes Manuskript, das sie dem anwesenden Bildungsbürgertum vorlesen. Macht nichts? Nun ja, man gibt halt vor, sich getäuscht zu haben. Irgendwie. Saprati! Bei Kosten von Projekten, besonders bei Großprojekten!, scheint man sich sowieso dauernd zu verschätzen. Ein paar Milliarden hin oder her, was soll's? Ob es da um „politische Durchsetzbarkeiten“ und manchmal um gewisse Profite geht? Das Verschätzen geht meist auf Kosten des Steuerzahlers, ganz überwiegend sogar. Der Trick ist ja inzwischen bekannt geworden, Elbphilharmonie und Stuttgart 21 waren dann doch ein bisschen zu viel.....oder? Tunnelbauten, die sich endlos verzögern und natürlich viel mehr kosten als veranschlagt, falsch eingeschätzter und finanzierter Toilettenbau und viele andere „Projekte“ komplettieren die Falschserie. Nun ja, macht nichts! Der Staat hat's ja, so glaubt man schon die Verantwortlichen schon grinsen zu sehen. Ob da irgendjemand verantwortlich ist? Ob Verantwortung da überhaupt eine spielentscheidende eine Kategorie ist? Dass die passenden Lügen hinterher geschoben werden, dafür sorgen dann schon die gut bezahlten Pressereferenten.

Samstag, 10. August 2024

Statistik

Schwarz auf Weiß, - kein Fake? Was mich als halbwegs ausgebildeten Statistiker immer wieder stört, ist die Verwendung und „Benutzung“ gewisser Zahlen in einem eindeutig definierten Interesse oder in dem stumpfen Vorsatz, gewisse Vorurteile im eigenen Interesse zu stützen. Berühmt ist ja das Beispiel, dass sich ohne Probleme ein Zusammenhang zwischen der Zahl der Geburten und der Häufigkeit der in einem bestimmten Gebiet auftretenden Störche herstellen ließ und lässt. Aber genauso gibt es Beispiele dafür, wie ein Zusammenhang zwischen Tierliebe und Arbeitnehmerfreundlichkeit hergestellt wurde. Statistische Zusammenhänge herzustellen ist nicht schwer. Es kommt aber darauf an, welcher Art diese Zusammenhänge sind. Entscheidend ist auch, in welcher Situation gewisse Fragen in Umfragen gestellt werden. Wenn ich beispielsweise vor einem Parkplatz frage, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich dort Autobesitzer befrage, ziemlich hoch und ich kann meine Ergebnisse nicht unbedingt verallgemeinern. Dies wird in einem bestimmten Segment des Journalismus aber oft getan, indem reißerische Überschriften produziert werden. Meist wird in einer solchen Journaille ein Beleg aus irgendeiner amerikanischen oder englischen Studie dafür herangezogen. Ein ganz wesentlicher Punkt bei solchen Manövern ist es, ob es einen kausalen (also einen in der Sache begründeten) oder einen rein statistischen Zusammenhang (zwei Phänomene in einen statistischen Zusammenhang zu bringen, den es nicht gibt, ist oft keine große Schwierigkeit) zwischen zwei Phänomenen gibt. Dies sollte auch jeder Laie berücksichtigen, wenn er sich mir reißerischen Schlagzeilen in den Medien konfrontiert sieht. Vielleicht sollte er in seine Erkenntnis auch einfließen lassen, dass viele „Wissenschaftler“ sich durch die Mechanismen des Wissenschaftsbetriebs gezwungen sehen, etwas zu veröffentlichen, egal was. Daraus resultieren oft scheinbare „Beweise“, die aus einem Randphänomen das Wichtigste machen oder Zufallsergebnisse als das Relevanteste „verkaufen“. Besonders beliebt sind derartige Verbiegungen und „Formungen“ statistischer Ergebnisse in der Politik und im Gesundheitswesen. Das Beispiel der vielfach beeinflussten Arbeitsstatistiken ist ja bekannt, muss aber wegen fehlender Alternativen immer wieder akzeptiert werden. Eine wichtige Faustregel: es kommt immer darauf an, wie etwas definiert wird, wie es für eine Untersuchung „passend gemacht“ wird. Wie es gefasst wird. Danach richten sich dann auch Ergebnisse, die als „seriös“ verkauft werden können, um nahezu jedem Ergebnis ein wisenschaftliches Mäntelchen umzulegen. Die sogenannte Schere zwischen „Arm und Reich“ ist ein gutes Beispiel dafür. Wähle ich die „richtigen“ Untersuchungsparameter und definiere ich Phänomene in einem bestimmten Interesse, so lässt sich auf diesem Gebiet nahezu alles beweisen, auch gegen die offenkundige Überzeugungskraft des Augenscheins, den die Wissenschaft gerne als „empirisch“ definiert, den sie aber ohne Probleme wegdefinieren kann, weil er auf einer zu geringen „Stichprobe“ resultiert und keinerlei Beweiswert habe. Erst die Menge der so erhobenen Daten schaffe so etwas wie „Beweiskraft“. Weil aber Alltagserfahrung selten darauf aufbaut, dass wissenschaftlich einwandfreie Daten (u.a. auchsauber dokumentiert) erhoben werden, ist sie noch nicht unbedingt wertlos. (in unregelmäßig folgenden Blogs werden weitere Beispiele und Phänomene erwähnt....) x x Black and white, no fake? What always bothers me as a halfway trained statistician is the use and "application" of certain numbers in a clearly defined interest or with the blunt intention of supporting certain prejudices in one's own interest. The famous example is that a connection between the number of births and the frequency of storks in a certain area could and can be established without any problems. But there are also examples of how a connection between love of animals and employee friendliness has been established. Establishing statistical connections is not difficult. But it depends on the type of these connections. The situation in which certain questions are asked in surveys is also crucial. If I ask in front of a parking lot, for example, then the probability that I am asking car owners there is quite high and I cannot necessarily generalize my results. However, this is often done in a certain segment of journalism by producing sensationalist headlines. In such journalism, evidence from some American or English study is usually used to support this. A very important point in such maneuvers is whether there is a causal (i.e. a factually based) or a purely statistical connection (bringing two phenomena into a statistical connection that does not exist is often not a great difficulty) between two phenomena. Every layperson should also take this into account when confronted with sensational headlines in the media. Perhaps they should also take into account that many "scientists" feel compelled by the mechanisms of the scientific community to publish something, no matter what. This often results in apparent "evidence" that makes a marginal phenomenon the most important thing or "sells" random results as the most relevant. Such distortions and "shaping" of statistical results are particularly popular in politics and the health care system. The example of labor statistics, which are influenced in many ways, is well known, but has to be accepted again and again because there are no alternatives. An important rule of thumb: it always depends on how something is defined, how it is "made suitable" for an investigation. How it is framed. This is also the basis for results that can be sold as "serious" in order to give almost every result a scientific veneer. The so-called gap between "rich and poor" is a good example of this. If I choose the "right" parameters for the investigation and define phenomena in a certain interest, almost anything can be proven in this area, even against the obvious persuasiveness of the evidence, which science likes to define as "empirical", but which it can easily define away because it results from too small a "sample" and has no evidential value. Only the amount of data collected in this way creates something like "evidential value". But because everyday experience is rarely based on scientifically flawless data (including clean documentation) being collected, it is not necessarily worthless. (More examples and phenomena are mentioned in irregular blogs.…)