Fetisch Wachstum: weil alles in 5500 Jahren Menschheitsgeschichte gewachsen ist, wird es auch
weiterhin wachsen: So die Überzeugung, die viele Menschen gerne teilen wollen. Was zu beobachten ist: Es herrscht
eine dauernde Aufforderung zum Konsum. Durch Verschuldung wird zudem
Wachstum geschaffen. Politiker beschwören es in tausend Formen, im Chor und alleine, sie reden es sehnlichst herbei, Wirtschaftskapitäne sowieso. Wirtschaftswissenschaftler haben das
ohnehin zur Voraussetzung ihrer Lehre gemacht und halten eisern daran
fest: dass es auf einer Erde mit endlichen Ressourcen unendliches
Wachstum geben könne. Aber kann eine Wirtschaft eigentlich unendlich
wachsen auf einer Erde, deren Ressourcen endlich sind? Ob das nahe am
Wahnsinn ist? Verrückt? Schafft Kreativität und Erfindungsreichtum unendliches
Wachstum? "Innovation" nennen das gewisse Kreise. Reichtum, wenn er auf der Erde nicht steigerbar ist, wird
er dann aus dem All kommen? Oder werden wir, also die vermögende
Klasse der Menschen, ins All hinaus fahren, um dort irgendwo irgendwie eine
neue Gesellschaft zu gründen. Die Erde mit ihren begrenzten
Ressourcen wird dann sowieso verloren und ausgesaugt sein, die Idee
von unendlichem Wachstum könnte dann längst aufgegeben und
ausgeträumt sein. Und heute? Es scheint so, dass vieles vorbereitet
wird und dass es vielen Menschen in der „entwickelten Welt“
schlechter geht als zuvor. Der Populismus feiert Triumphe. Alles
zerfällt in der Polarisierung der Menschheit. Da könne nur noch
mehr Wachstum helfen, dröhnt es geradezu in dem Chor von
Politikern. Doch der Traum ist vorbei. Die einzigen Idioten, die eine
solche Weltdeutung zur Grundlage ihrer Wissenschaft machten, sind die
Betriebswirtschaftler, - die auf dieser Welt auch noch den Ton
anzugeben scheinen. Der Mythos lebt.
Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
Freitag, 15. November 2019
Donnerstag, 14. November 2019
Digitalisierung (3)
Was in letzter Zeit ins
Bewusstsein der Öffentlichkeit drang und zunehmend eine Rolle zu
spielen scheint: Dass die „Digitalisierung“ vergleichsweise viel
Energie kostet. Die Zahlen werden sofort bestritten werden, drücken
aber eine Größenordnung aus. Erhebungen sagen, dass die Suche einer
großen beherrschenden Suchmaschine etwa sieben Gramm CO2 verursacht.
Die Suchmaschine selbst beeilt sich, etwa 0,2 Gramm CO2 dazu
anzugeben. Wer wohl recht hat? Auch soll ein Modell für
Sprachverarbeitung so viele Emissionen erzeugen wie fünf Autos.
Maschinenlernen? Superrechner und Kraftwerke? Deep Learning?
Streamingdienste und Pornoplattformen sollen im Netz dermaßen viel
CO2 freisetzen, wie Belgien oder Bangla Desh in einem einzigen Jahr
erzeugen. Hm. Schluck. Auch nicht schlecht. Und
Blockchainoperationen stehen schon seit längerem im Verdacht, extrem
viel Energie zu verbrauchen. Ob sie das ganz große Ding sind?
Mittwoch, 13. November 2019
Ernährungspolarisation
Was mir auffällt: je weniger
die Menschen die Zeit aufbringen, ihre Nahrungsmittel selbst
zuzubereiten und zu Fertig- und Schnellgerichten greifen, umso mehr
nimmt die Zahl der TV-Sendungen mit Starköchen zu, die ja ach so
exklusiv und wohlschmeckend zubereiten können. Ob hier eine
Entwicklung abgestützt, eine Scheinwirklichkeit geschaffen und eine
soziale Polarisierung kaschiert werden soll? Ob das alles etwas mit
den Verzehrnotwendigkeiten und nicht nur mit Verzehrgewohnheiten zu
tun hat? Ob Essen Ausdruck der (sozialen) Distinktion sein kann, also
ein Mittel der Selbstdarstellung, das jemand abgrenzt gegenüber
jemandem anderem. Ob dies eine Funktion im Prozess einer zunehmenden
sozialen Polarisierung? Was heißt das praktisch?: Manche Menschen
können es sich offenbar leisten, sich gut und gesund zu ernähren,
andere müssen zu Billigprodukten einer Ernährungsindustrie greifen,
um sich überhaupt noch einigermaßen ernähren zu können.
Mir
fällt auf, wenn ich bei Besserverdienenden Leuten zu Gast bin, gibt
es da gesunde Lebensmittel gesund zubereitet, möglichst vom Bio-
oder Naturkostladen. Bin ich bei weniger begüterten Leuten zu Gast,
so herrscht da eine Normalität, in der das Billigste und somit oft
auch Minderwertigste auf den Tisch kommt. Ob dies darauf zurück zu
führen ist (was ja regelmäßig behauptet wird und mir ein ziemlich
BILLIGES Mittel der Rechtfertigung von Verhältnissen scheint, das
zudem auch noch auf einen gewissen Anteil an Wahrheit zurückgreifen
kann, diesen aber maßlos übertreibt….), dass besonders „der
Deutsche“ sich möglichst billig ernähren will und nicht bereit
ist, einen angemessenen Preis für seine Nahrungsmittel zu bezahlen?
Ob damit nicht die soziale Gegebenheit vernebelt werden soll, dass
besonders Deutschland als Industrieland einen verhältnismäßig
hohen Billiglohnsektor- Anteil hat und dass gewisse Leute sich einen
gewissen Lebensstil schlichtweg leisten können, - andere hingegen
nicht? Kritik auf hohem Niveau!, so wird gerne eingewandt.
Deutschland gehe es ja sooooo gut. Hier habe man wenigstens überhaupt
genug zum Essen, in anderen Ländern werde sogar gehungert…. usw,
der Argumente sind viele. Doch ein klein weniger ungerecht könnte es
schon zugehen im ach so reichen und vorbildsträchtigen Deutschland (das andere Länder und
ihre Volkswirtschaften nur allzu gerne zu plündern scheint...),
auch was die Ernährung angeht. Ob die immer klarer werdende
Zuordnung von sozialer Schicht und Ernährung auf die Dauer günstig
für die Entwicklung einer Gesellschaft ist?
Dienstag, 12. November 2019
Digitalisierung (2)
Man kann es kaum mehr hören:
„Digitalisierung“. Und erst recht: „Klimaschutz“. Da ist eine
Gesellschaft, die auf kurzfristige Reize programmiert ist. Das mag
auch verständlich sein. Wenn es sich hierbei nur nicht um
langfristige Probleme handeln würde. Robotersysteme sollen unsere
Zukunft bestimmen. Algorithmen lenken uns in Bahnen, jetzt schon und
in Zukunft noch viel mehr. Die gewohnte Arbeitswelt könnte dadurch
regelrecht zerlegt werden. Ja, der gesamte Wert der Arbeit könnte
ein anderer werden. Wer bestimmt das? Der Fortschritt? Kommt der so
einfach über uns? Dürften wir da noch ein Wörtchen mitreden? Jaja,
lebenslanges Lernen und all die Phrasen.....Sie schwirren uns im Kopf
herum. Es wird auch viele Berufe erwischen, von denen wir es heute
kaum annehmen würden...usw. Es wurde alles viel zu oft wiederholt.
Jetzt wird das nur noch verdrängt oder mit Langeweile bedacht. Dabei
sind Industrieroboter jetzt schon Teil der Wirklichkeit. Produktionen
werden so immer effektiver. Auf uns hingegen bricht nur noch die
Informationsflut herein. Strukturwandel. Rationalisierung. Künstliche
Intelligenz ersetzt den Arbeiter, lernfähige Algorithmen werden
immer stärker. Was da gebraucht wird, sind Programmierer,
Überblicker und technische Umsetzer. Der Mensch? Wird eine
Perspektive auf ihn sichtbar? Die Maschine? Ihr menschliche Züge zu
verleihen, strengen sich unzählige Wissenschaftler an. Manche
Roboter sehen wie Menschen aus und werden auch so reagieren. Bisher
können sie nur etwas ganz bestimmtes aus einem ganz bestimmten
Arbeitsfeld ganz besonders gut. Doch das wird sich ändern. Roboter
werden immer vielseitiger. Was jeder weiß: Die Gefahr ist das
intelligente Roboter die Macht übernehmen und wir nur noch
Schoßtiere sind. Aha.
Montag, 11. November 2019
Roboter als Sexpartner
Man
kann sich Sexualität kaufen, - kein Zweifel. Aber kann man sich auch
einen Partner kaufen? Diejenigen, die an der Entwicklung von
Sexrobotern arbeiten, behaupten: Ja, das können wir! Die Entwicklung
scheint diebezüglich in Japan schon sehr weit gediehen zu sein.
Silikonpuppen soll Leben eingehaucht werden, Virtual und Augmented Reality assistieren. Ausgangspunkt ist die
Überlegung, dass Computerprogramme Emotionen simulieren können.
Forscher und Entwickler sind nun auf einer immer differenzierter
werdenden Suche, die in die Sexpuppenindustrie Eingang gefunden hat.
„Es ist Zeit, unser Leben zu genießen...!“ scheint das
unausgesprochene Motto solcher Sexspielzeuge zu sein. Genuss, Gefühle,
Hedonismus scheinen in dieser Form mechanisiert (bis jetzt noch verdeckt) geradezu zum Gebot
aufgestiegen zu sein. Sexy sein ist dem Verhalten innewohnende
Pflicht. Roboter sollen die Gesellschaft geben, die der Einzelne
unter den Bedingungen unseres modernen Lebens braucht. Augemnted und Virtual Reality versetzen uns in andere Welten. "Innovation" und technologische Entwicklung, Digitalisierung und Roboterwesen werden wohl vor der Sexualität nicht
Halt machen. Oft ist zu erfahren, wie Roboter in der Altenbetreuung
offenbar bereits regen Eingang finden, an selbstfahrenden Autos wird geforscht. Doch auch vergleichsweise junge Besitzer von Sexgeräten
werden in einem ersten Zug ihnen schnell Namen geben. Roboter werden
hübsch gekleidet werden. Man wird mit ihnen in vielerlei
Zusammenhängen reden.
Sonntag, 10. November 2019
Fernsehrealität am Morgen
Jawohl, ich lasse morgens zum
Aufstehen oder Nebenher oft das „Morgenmagazin“ laufen, zu dem
sich ARD und ZDF zusammen getan haben (andere Programme dieser Art
finde ich schlimm, weil die Werbung allzu aufdringlich ist). Umschalten zu anderen Morgenprogrammen ist auch angesagt. Ich staune dann oft, dass es bei
vielen Leuten morgens darum zu gehen scheint, eine Art Routine und Langeweile
zu vertreiben, zudem etwas Startenergie heraus zu kitzeln - und zwar vor allem durch aufgesetzte und nahezu
penetrante gute Laune-Grinsen, durch dieses übertriebene Plapper- und Plauderhafte. Daneben gibt es noch ein paar Tipps
für den Alltag, ein kleines Interview zur Politik und etwas Musik für die Medienindustrie,
was meist an PR-Kampagnen der jeweiligen Protagonisten gekoppelt ist (neues Album etc.).
Alles Häppchen, die gut konsumierbar gemischt sind. Kurz und auch mal weniger gut, Hauptsache mit Werbung durchsetzt. Aber alles mit dieser
penetranten Guten Laune, mit diesem Dauergrinsen, das auf Biegen und
Brechen Optimismus für den Tag verbreiten soll. Ist doch gut!, so geht es einem da durch den Kopf -
aber könnte dabei nicht dieses Aufgesetztsein, diese Künstlichkeit ein bisschen vermieden
werden, könnten nicht auch andere Bevölkerungsschichten
angesprochen werden (man muss ja nicht gleich
„Unterschichtenfernsehen“ machen, auch wenn man's dann trotzdem macht!!!)!?
Es
wird meiner Einschätzung nach auf diese Weise ein bestimmtes Bild
von der Wirklichkeit gestützt, das von einem Mainstream geprägt
ist, den sich irgendwelche Programmdirektoren ausgedacht und
ausgerechnet haben - natürlich nicht in eigener Person, sondern
unter Zuhilfenahme von Statistiken und Zahlen, die teilweise wohl aus
denselben Quellen stammen, wie diejenigen, die eine Regierung
verbreitet. Tenor: Es geht uns gut. Also zufrieden sein! Und
bald wird es bergab gehen, weshalb wir noch mehr sparen müssen. Der Staat sollte das auch, nimmt aber lieber ein - aber da wollen wir nicht so genau hin schauen. Dass
solche medial produzierten Weisheiten aber nur für einen Teil der Bevölkerung gelten, dass der andere
Teil ausgegrenzt ist und alles andere als gute Laune angesichts eines
Tages hat, der unter Umständen von Belagerungen durch Ämter, Geldforderungen, Diskriminierungen und
Behördengängen aller Art geprägt ist, scheint dabei unter den
Tisch zu fallen (ist nicht Teil dieser „Realität“).
Samstag, 9. November 2019
Sex und Liebe als Ware
Cybersex,
One Night Stands, Liebesroboter, Seitensprünge usw. sind begünstigt
durch den Kapitalismus. Nach den 60er und 70er Jahren wurde die
Sexualität freier. Dadurch wurden Männer und Frauen etwas
gleichberechtigter. Frauen konnten ihre Sexualität mehr genießen
als zuvor. Doch besonders die bildorientierte Medienindustrie, also
Werbung, Kino und Fernsehen begannen sofort, den sexualisierten Körper für
ihre Zwecke einzusetzen und zu verwerten. Kaufen und verkaufen hieß die Devise. Die Zahl der Sexszenen in
den Medien stieg nun massiv. Heute sind alle Medien von der
„Pornification“ durchdrungen, derer sich besonders gerne die
Werbung bedient, weil das Publikum davon angezogen ist ("Sex sells"). So wurde
Sexualität zu einer neuen Ware, die vom Kapitalismus massiv
ausgebeutet wird. Es entstand daraus auch eine Art
Übersexualisierung, die viele Auswirkungen auf die Möglichkeiten
hat, emotionale Bindungen einzugehen.
In einer Gesellschaft, in der die Einzelnen außerhalb von Gemeinschaften und deren traditionsbeladenen Gesetze leben, sind Beziehungen (insbesondere „Liebesbeziehungen“) brüchig geworden und Gefühlswelten weitgehend von Marktbeziehungen geregelt. Es wird die Romantik dabei zu einem Gut, einer Ware, die in allen Widersprüchlichkeiten konsumiert wird und zuletzt auch in diversen TV-Sendungen glorifiziert wird. Die Liebe wird zu einem Thema, das individuell und universell zugleich zu sein scheint. Dabei ist sie vor allem von kollektiven Veränderungen und vom Kapitalismus geprägt, in dem Sinne, dass das Kapital (oder: das Geld) alle Lebensbereiche regelt (totalitärer Zug). Menschliche Beziehungen scheinen dem Gesetz von Angebot und Nachfrage zu gehorchen, Bedürfnisbefriedigung scheint oberstes Gesetz, wobei dies Bedürfnis nie befriedigt werden kann und auch nicht soll. Liebe oder Zuwendung soll man, so wird uns weis gemacht, kaufen können. Die Welt der Gefühle beugt sich insofern ganz offenbar der Welt der Wirtschaft und merkt dies nicht einmal. Doch Männer und Frauen sind bei der Partnerwahl womöglich schon immer finanziellen Überlegungen nachgehangen, was wohl bis heute anhält. Geld, Status und Bildung sind wichtige Faktoren, wenn wir uns verlieben und wir dem Menschen begegnen, mit dem wir leben möchten. Was passiert unter solchen Bedingungen mit den romantischen Gefühlen? Die Liebe wird zu einer mit Emotionen aufgeladenen Ware.
In einer Gesellschaft, in der die Einzelnen außerhalb von Gemeinschaften und deren traditionsbeladenen Gesetze leben, sind Beziehungen (insbesondere „Liebesbeziehungen“) brüchig geworden und Gefühlswelten weitgehend von Marktbeziehungen geregelt. Es wird die Romantik dabei zu einem Gut, einer Ware, die in allen Widersprüchlichkeiten konsumiert wird und zuletzt auch in diversen TV-Sendungen glorifiziert wird. Die Liebe wird zu einem Thema, das individuell und universell zugleich zu sein scheint. Dabei ist sie vor allem von kollektiven Veränderungen und vom Kapitalismus geprägt, in dem Sinne, dass das Kapital (oder: das Geld) alle Lebensbereiche regelt (totalitärer Zug). Menschliche Beziehungen scheinen dem Gesetz von Angebot und Nachfrage zu gehorchen, Bedürfnisbefriedigung scheint oberstes Gesetz, wobei dies Bedürfnis nie befriedigt werden kann und auch nicht soll. Liebe oder Zuwendung soll man, so wird uns weis gemacht, kaufen können. Die Welt der Gefühle beugt sich insofern ganz offenbar der Welt der Wirtschaft und merkt dies nicht einmal. Doch Männer und Frauen sind bei der Partnerwahl womöglich schon immer finanziellen Überlegungen nachgehangen, was wohl bis heute anhält. Geld, Status und Bildung sind wichtige Faktoren, wenn wir uns verlieben und wir dem Menschen begegnen, mit dem wir leben möchten. Was passiert unter solchen Bedingungen mit den romantischen Gefühlen? Die Liebe wird zu einer mit Emotionen aufgeladenen Ware.
Freitag, 8. November 2019
Digitalisierung
Ich bin fassungslos, wie
besinnungslos jetzt das Wort „Digitalisierung“ besonders von
Politikern durchgeprügelt wird. Das Allheilmittel. Der Schlüssel zur Zukunft, so scheint es. Obwohl Deutschland im Ranking der
Verfügbarkeit und Schnelligkeit des Internet immer weiter nach
hinten rückt, wird unablässig der Ausbau von 5G propagiert. Dabei
gibt es eine heiße Diskussion, ob 5G unter Umständen
gesundheitsschädlich sein könnte. Selbst der Ausbau von 4G scheint bis jetzt
immer noch nicht recht funktioniert zu haben (große "Funklöcher" scheinen Beleg dafür zu sein...). Wozu brauchen wir
überhaupt 5G: Um gewaltige Datenmengen zu bewältigen, die gewaltige
Energiekosten verursachen? Zum Nutzen und Profit von wem? Ist es so,
dass der Fortschritt „halt kommt“? Ob man es sich gefallen lassen
sollte, von den Propagandisten der „Digitalisierung“ öffentlich
als Bedenkenträger eingestuft zu werden? Ob man gerade wegen einer
Haltung der kritischen Abwägung stolz auf Europa sein könnte, das
gerade nicht dem blinden Optimismus der Technokraten im Silicon
Valley mit ihrem mehr oder weniger offenen Kommerzinteresse
unterliegt? Oder dem Autokrateninteresse, das die digitale Diktatur
einführen will, zum eigenen Nutzen und Frommen? Zum Machterhalt und -ausbau? Sicher, es wird
einiges sinnvoll und nützlich bei den digitalen Techniken sein. Doch
ist es nicht gerade jetzt unsere Aufgabe, klug abzuwägen?
Donnerstag, 7. November 2019
Demokratie als Modell
Angesichts der Vermischung von
Demokratie, Diktatorship, Autokratie, Clanherrschaft und Korruption, die in vielen Ecken der
Welt herrscht, dürfte man stolz sein auf das, was sich hier als
„parlamentarische Demokratie“ behaupten wird. Gewiss, die Formen
der Durchmischung von Korruption und Demokratie sind hier etwas
subtiler und vom Lobbyismus getränkt. Im Großen und Ganzen hebt
sich das ab von Verhältnissen in anderen Ländern. Das soll auch so
bleiben!, denkt sich so mancher, der unter den ungleichen
Eigentumsverhältnissen und dem rücksichtslos herrschenden
Lobbyismus in diesem Land leidet. Wieso eigentlich die sogenannten
„Eliten“ die Neigung haben, andere Klassen und Menschen in ihrer
Umgebung zu ihrem eigenen Nutzen und Frommen auszubeuten, sie
auszunehmen, sie zu betrügen? Ob das „im Menschen angelegt ist“?
Ob das etwas mit dem alten christlichen Begriff der „Erbsünde“
zu tun hat? Der Kampf jeder gegen jeden? Wer das glaubt oder auch nur
erwägt, muss sich hierzulande als „faschistisch“ beschimpfen
lassen. Wir haben Verständnis dafür, sind aber doch auf der Suche
nach „Wahrheit“. Autokraten übernehmen überall die Macht und
die „Untertanen“ lassen sich gerne betrügen, so scheint es. Ob
sie es nicht besser wissen. Oder ob sie so etwas wie jenem Charisma
ausgeliefert sind, das auch noch meist von den Medien befeuert wird.
Auch in unserem Land herrschte einst so etwas wie „Charisma“, mit
den schlimmsten Erfahrungen. Dies ist kein akzeptables politisches Modell!
Mittwoch, 6. November 2019
Dienstag, 5. November 2019
Montag, 4. November 2019
Elektro, Marsch!
Noch
immer verstehe ich nicht, wieso der volle Kurs in Deutschland in
Richtung Elektromobilität geht. Keine CO2-Emissionen, - okay. Aber
bis solch ein E-Mobil zusammengeschraubt ist, hat es ja wohl einen
sehr ungünstigen ökologischen Fußabdruck hinterlassen. Das heißt
unter anderem, dass man eine gewaltige Strecke fahren muss, ehe sich
das auch ökologisch lohnt. Auch die sozialen Bedingungen, unter
denen hier in Deutschland gefahren werden kann, erscheinen mir etwas
fragwürdig. Klar ist doch, dass der, der Vermögen hat, seine Kiste
etwas teurer fahren kann. Kostet halt ein bisschen mehr. Die
Leidtragenden sind doch ganz klar die unteren Klassen der
Gesellschaft, die den teureren Sprit nicht ohne weiteres bezahlen können. Es
könnte sich ein Symptom wie „Die Gelbwesten“ in Frankreich
herausbilden…. Ob und in welcher Höhe das Finanzamt die höheren
Energiekosten zurückerstattet, scheint mir auch schon fraglich. Die
Rede war zuletzt von sinnvollen umweltpolitischen Maßnahmen, die
davon unterstützt werden sollten. Was das ist, entscheiden natürlich
die politischen Entscheider, die mit der Sphäre des Sprit- und Energiesparens
nichts zu tun haben.
Außerdem
scheinen mir die sozialen Bedingungen, unter denen das für die
Batterien notwendige Lithium abgebaut wird, ziemlich ungünstig zu
sein. Es scheint ja so zu sein, dass dort, wo Wasser am
allernötigsten wäre, also in den Wüsten, der Grundwasserspiegel
nachhaltig abgesenkt wird, um unter großem Wassereinsatz an der
Oberfläche das industriell verwendbare Lithium zu fördern. Von dem
wahnsinnigen Kobalt-, Koltan- und andere seltenen Erden-Abbau im
Kongo nicht zu schweigen. Die ach so fähigen Ingenieure in schland sollten
sich meiner Meinung nach schleunigst daran machen, die
Nachfolgetechnologie für diese E-Mobilität zu finden! Ob es in
Richtung der in Japan so starken Waserstofftechnologie gehen könnte?
Natürlich gibt es alle Gegenargumente der Welt! Aber es scheint ja
klar, das bei der E-Mobilität andere Länder Deutschland schon
lange überholt haben. Vielleicht könnte man etwas erfinden, was der
E-Mobilität überlegen wäre?
Sonntag, 3. November 2019
Worte
Worte
sind heutzutage befrachtet mit Lug, Trug und Interessen, Klappern und
Klimpern. Sind zu Sklaven der Werbung geworden. Sie sind in ihrer
Wirkung kalkuliert und selbst in ihrer als poetisch geltenden Wirkung
sehr gezielt „eingesetzt“, um bestimmte Zwecke zu erreichen. Sie
sind eingespannt. Worte sind Mittel zur Staffage der eigenen
Persönlichkeit, kleiden sie interessant aus und verzieren sie. Sie
können jemandem sogar seine Eitelkeiten aufblasend zum Künstler
machen. Sprache ist ein höchst missbrauchtes Medium, genauso wie das
fotografische Bild. Beides wird in der Regel zu einem bestimmten,
klar definierten Zweck „eingesetzt“. Poesie und vieles damit
Zusammenhängende ist abgegriffen, auch wenn sie von sich das
Gegenteil behauptet, Meinung ist schlaff und beliebig geworden, hat
jeder.....
Samstag, 2. November 2019
Warnung vor journalistischen Unzulänglichkeiten
Es geht bei vielen Postings in diesem Blog womöglich um Perspektiven, denen jeder unterliegen kann. Die ihm "zufliegen", ohne das er das explizit so will oder dass er das Mitgeteilte überprüfen könnte. Dabei spielt meine Person keine oder eine sehr geringe Rolle. Ich kratze von dem "Schirm", was aufgefangen und in die Öffentlichkeit geschickt wurde. Ich sehe mich selbst da nur als eine Art "Medium", dass stellvertretend für die Masse der Vielen steht. Man ist ja dauernd einem regelrechten Bombardement an Informationen und Meinungen ausgesetzt, im Internet und in den verschiedenen anderen Medien. Dies hier ist aber auch kein intimes Tagebuch! Das Subjektive mag an vielen Stellen in Richtung des Objektiven gehen, - und umgekehrt! Das Öffentliche wird privat und das Private wird öffentlich. Das zu beachten ist bei der Lektüre dieses Blogs sehr wichtig. Ich fühle mich in der Rolle des Schreiberlings eher als Beobachter und stelle ja von der Seitenauslinie auch viele Fragen, auf die ich selbst keine Antwort weiß. Auch sie könnten sich jedem stellen. Es hat mit meiner Person zunächst nichts zu tun, ohne dass ich die bequeme Position jener Politiker einnehme, die erklären, dass die Entscheidung zwischen richtig und falsch nicht von ihrer Person abhänge, weil sie vielmehr Sachzwängen unterlägen. 1.) werde ich nicht von der öffentlichen Hand bezahlt 2.) habe ich keine „wichtigen“ Entscheidungen zu treffen. Nein, ich fühle mich als Teil von etwas Anderem, - was auch mit meinem Studium der Soziologie zu tun haben könnte.
Ich zeichne ein Bild, das - und das ist die Pointe! - nicht zutreffend sein muss! Ich nehme einfach nur Informationen, Anstöße, Fragmente rund um mich herum auf und gebe sie wieder. Nein, da ist kein journalistisches Überprüfen und die Verantwortung vor der Veröffentlichung! Viele der "Konsumenten" haben schlicht nicht die Zeit dafür. Der alltägliche Journalismus geht auch kaum so vor.... Es geht hier vielmehr um ein Stochern im Nebel anhand gewisser Fakten, - so, wie es vielen anderen Personen geht. Übrigens: Interviews werden nicht gewährt.
Es erhebt die Information in meinen Posts keinen Anspruch auf absolute Gültigkeit. Sie ist vielmehr die Wahrnehmung einer Möglichkeit, einer Perspektive und Ansicht auf eine Gegebenheit, der wir alle ausgesetzt sind. Ich versuche aufzunehmen, dass es nicht mehr so einfach ist, zu entscheiden, was richtig und falsch sei. Einst und in der Aufklärung, - bis jetzt!, nahm diese Rolle die Wissenschaft wahr. Doch sie scheint inzwischen von vielen Seiten her korrumpierbar und interessengeleitet. Grund zur naiven Wissenschaftsgläubigkeit bietet sie in letzter Zeit jedenfalls relativ wenig. Politische Entscheidungsträger sollten sich auf die Wissenschaft stützen, heißt es oft. Doch unter diesen Bedingungen könnte dies ein schwieriger Job sein, zumal auch die Politik selbst (z.b. EU) Einflussnahmen unter bestimmten Interessen ausgesetzt ist. Dass sich diese als wissenschaftlich kaschiert haben, ist inzwischen bekannt. Untersuchungen werden nahezu beliebig gekauft, wissenschaftliche Titel haben (nur) ihren Preis. Der Publikationszwang unter Wissenschaftlern und die Praxis wissenschaftlicher Fake-Verlage andererseits, scheinen hier zudem ungünstige Einflüsse auszuüben oder versuchen offenbar mit einigem Erfolg, sich dies eitle Bestreben zunutze zu machen.
Es erhebt die Information in meinen Posts keinen Anspruch auf absolute Gültigkeit. Sie ist vielmehr die Wahrnehmung einer Möglichkeit, einer Perspektive und Ansicht auf eine Gegebenheit, der wir alle ausgesetzt sind. Ich versuche aufzunehmen, dass es nicht mehr so einfach ist, zu entscheiden, was richtig und falsch sei. Einst und in der Aufklärung, - bis jetzt!, nahm diese Rolle die Wissenschaft wahr. Doch sie scheint inzwischen von vielen Seiten her korrumpierbar und interessengeleitet. Grund zur naiven Wissenschaftsgläubigkeit bietet sie in letzter Zeit jedenfalls relativ wenig. Politische Entscheidungsträger sollten sich auf die Wissenschaft stützen, heißt es oft. Doch unter diesen Bedingungen könnte dies ein schwieriger Job sein, zumal auch die Politik selbst (z.b. EU) Einflussnahmen unter bestimmten Interessen ausgesetzt ist. Dass sich diese als wissenschaftlich kaschiert haben, ist inzwischen bekannt. Untersuchungen werden nahezu beliebig gekauft, wissenschaftliche Titel haben (nur) ihren Preis. Der Publikationszwang unter Wissenschaftlern und die Praxis wissenschaftlicher Fake-Verlage andererseits, scheinen hier zudem ungünstige Einflüsse auszuüben oder versuchen offenbar mit einigem Erfolg, sich dies eitle Bestreben zunutze zu machen.
Andere meiner Postings in diesem Blog sind hingegen sehr subjektiv, zeichnen ein Bild aus meinen Augen, sind von mir, meinen Erfahrungen und Person gefärbt und getränkt. Sie kommen aus dem Subjektiven, könnten genau darin jedoch etwas Allgemeingültiges haben, etwas, was sich verlängern ließe ins Gesellschaftliche. Privates könnte etwas mit Öffentlichem zu tun haben (s.o.) - und umgekehrt. Ich wechsle also die Perspektiven, fühle mich tatsächlich auf einer „Reise durch die Wirklichkeit“, die gewisse Politiker in den letzten Tagen unbedingt regulieren wollten.....
Freitag, 1. November 2019
Tanz am Abgrund
Ich betone, dass ich das
Folgende aus der Erinnerung heraus schreibe, dass etwas in mir hängen
geblieben ist, das mich beschäftigt, obwohl ich die Band Deichkind,
um deren Video es geht, für mich längst aufgegeben hatte. Mir schien das
alles viel intelligenter und eindrucksvoller angegangen und umgesetzt, wie bei den vielen
Videos, die nur auf Effekte und Verblüffung setzen. Es geht um ein Musikvideo aus dem Album „Wer sagt denn das?“, das mir einigermaßen
im Halbschlaf untergekommen ist. Dabei wurde das Konsumwachstum mit
ziemlich viel humoristischem Abstand auf die Schippe genommen, in
Anzügen und Verkleidungen, die viel zu groß und verschwenderisch
sind, mit großspurigem Gehabe, einer wollte den anderen überholen
mit einem noch krasseren Auftritt, was in den Rausch führt, in die
große Zerstreuung, in ein maßloses Vergessen, angesichts des
Betrugs, der einen tagtäglich umgibt, mit Lobbyisten als
Volksvertretern, die für die Großkonzerne stramm stehen, und nur
noch das Wort „Digitalisierung“ heraus bringen, ohne genau zu
wissen, was sie damit meinen. Die Größenverhältnisse sind in
diesem Video meiner Erinnerung nach durcheinander, wie überhaupt
alles durcheinander zu sein scheint. Nein, es ist nicht alles
scheise, immerhin geht es den meisten in der Welt deutlich
schlechter. Wie es einem geht, der vermeintliche „Wohlstand“, der
auf der Ausbeutung anderer aufbaut und maßlose Verschwendung will,
ist die heilige Kuh, um die hier alles tanzt, wohl wissend, das bald
andere Zeiten anbrechen könnten.
Donnerstag, 31. Oktober 2019
Talkshows und "wahres Gesicht"
Ich beobachte und nehme
interessiert zur Kenntnis, wie gemäßigt "vernünftig" sich gewisse Diskutanden in
gewissen Talkrunden äußern, - ganz im Gegensatz zu dem Bild, das
man sich von ihnen über zahlreiche öffentliche Äußerungen hinweg
gemacht hatte. Oder sie stellen ein Desinteresse zur Schau, das gerade deswegen so
manchen Zuschauer befremdet, der extra wegen dieser Person
dieses Format eingeschaltet hatte. Sich heraus halten, scheint als
Devise dahinter zu stehen, man ist ja ein Individuum, das „darüber
steht“. Man ist Berufs-Dandy. Man vermutet gründliches Nachdenken und entdeckt
oberflächliches Schwadronieren. Es werden unwichtige und vom
Moderator als große journalistische Investigation vorgeführte
„Gemeinsamkeiten“ zwischen den einzelnen Teilnehmern der Runde vorgeführt.
Es werden Pointen verbraten. Es wird scheinbar der wahre Mensch gezeigt,
der ansonsten keine Rolle zu spielen scheint und aus dem großen Narrativ dieser Gesellschaft ausgeblendet ist. Jetzt bekommen wir das "wahre Gesicht" durch das geschickte Agieren der Moderation endlich mal zur Kenntnis.
Trick: Alles wird personalisiert und zur Unterhaltsamkeit degeneriert. An dieser Stelle scheint mir eine
rote Linie durch die Talkshows zu gehen. Dies Phänomen glaube ich insofern schon öfter beobachtet zu haben.
Was
aber bedeutet ein solches Verhalten? Diese Diskutanten wollen seriös
„rüberkommen“, glauben ansonsten bei ihren Showauftritten im Genre der Übertreibung zu
operieren. Jetzt wollen sie das Sein vor dem Schein „präsentieren“.
Nun treten sie „privat“ auf und offenbaren erstaunlich moderate
Einstellungen. Sie treten keineswegs dafür ein, was sie in Shows und
anderen öffentlichen Formaten bis dahin offenbart hatten. Sie
verraten dies als eine für Showzwecke zugespitzte Position. Sie glauben dadurch etwas "deutlich gemacht zu haben". Natürlich machen sie „nebenher“ (?) Werbung für sich, ihre
Produkte, darunter auch anstehende Tourneen. Das sei ganz „normal“,
so wird im Rahmen dieser „Veranstaltungen“ suggeriert.
Schließlich würden wir in einer Marktwirtschaft leben, in der auch
Bewusstseinswaren beworben werden müssen. Und überhaupt: neben
gewissen Problemen, sei bei uns ja alles toll, super und einzigartig
gut geregelt,- so geht das, was „übrig bleibt“, was beim "Konsumenten" solcher Shows hängen bleibt.
Mittwoch, 30. Oktober 2019
Kümmerer, Öffentlichkeit und Politik
Politiker, die auf die Meinung
der Leute um sie herum etwas geben, werden jetzt abfällig „Kümmerer“
genannt und des Populismus bezichtigt. Darin scheint inbegriffen,
dass es sich beim „Kümmerer (Kümmererin)“ um eine
öffentlichkeitswirksame Pose handelt. Ob das ein Ausweis von
Zynismus ist? Jedenfalls würde ich nicht von vornherein so weit
gehen. Ich würde herauszufinden versuchen, wie weit eine solche
Haltung tragen könnte und zu welchem Umgangston mit „den Leuten“
so etwas führen kann. Diverse Auftritte in Talkrunden des
Fernsehens?: Nun ja, das scheint mir eher Auskunft darüber zu geben,
ob es jemand in den Kreis der „Bedeutenden“ und „Wichtigen“
geschafft hat. Wohl auch deshalb tauchen in den betreffenden Runden
immer dieselben Gesichter auf. Ein zusätzlicher Faktor dürfte die
Faulheit der betreffenden „Entscheider“, meist „Redakteure“
sein. Hier können sich Personen aus der Politik schon mal als
„Kümmerer“ profilieren, die im Grunde so wie Du und Ich sind (?).
Dienstag, 29. Oktober 2019
Lass die Sonne in dich hinein... (Songtext von etwa 2011)
Lass
die Sonne in dich hinein...
Lass'
die Sonne in Dir lachen
es ist
alles nicht so schlecht, wie es scheint
wie sie
scheint...
sieh die
Kraft, die sie dir gibt
gehe
immer auf der richtigen Seite, dort wo es hell ist
dort wo
du sein kannst und dich hin wünschst
dort wo
die Blumen blühen, in allen Farben
und ihr
Duft dich betört
(ub, ca. 2011)
Montag, 28. Oktober 2019
Wachstum ahoi!
Ja fällt denn das gar
niemandem mehr auf? Klimakrise oder-wandel, Rezessionsängste und
Digitalisierung hin oder her? Jetzt wird wieder dass wirtschaftliche
Wachstum beschworen, das uns aus der Patsche helfen solle. So
funktioniert das alles, wird überall suggeriert. Wir sollen
verbrauchen und konsumieren, denn das sei der Motor der Wirtschaft,
so soll uns eingeredet werden. Wir sollen möglichst viel
konsumieren, weil das angeblich die „Binnennachfrage“ steigere.
Gleichzeitig sollen wir uns in Bescheidenheit üben, unsere
Bedürfnisse neu definieren und uns in die Ökologie dieses Planeten
einzufügen versuchen. Apelle mit frommem Augenaufschlag. Das
Gegebene akzeptieren. Ob sich da aber nicht gewisse Widersprüche
auftun, die uns etwas über die herrschende Wachstumsidiologie sagen
könnte? Dass man sparsam sein müsse, wenn (wie hierzulande) „die
schwarze Null“ zum Fetisch erhoben wird, das leuchtet ein. Die
Folgen fallen uns in diesem ach so entwickelten Staatsgebilde
alltäglih auf und werden uns als Gemeinwohl der zukünftigen
Generationen eingehämmert. Sparzwang ist ja sowieso angesagt und
gerne „Austeritätspolitik“ genannt. In der EU ist das zuletzt im
Hinblick auf Griechenland klar geworden, aber auch der Rest der Welt
scheint diesem Glauben anzuhängen. Jedenfalls die jeweils
herrschende Machtelite. Gleichzeitig scheint es doch viel mehr Geld
zu geben, als es die leeren öffentlichen Kassen belegen. Die
reichsten Familien der Weltbevölkerung, die sich ca. 50 % des
Gesamtvermögens der Weltbevölkerung unter den Nagel gerissen
haben, mögen sich da eins grinsen. Sparen und sich eine neue
Bedürfnisstruktur zurechtlegen, heißt die Devise derzeit.
Gleichzeitig droht die Rezession und die Binnennachfrage muss
konsumierend unbedingt belebt und gesteigert werden. Wachstum um
jeden Preis. Damit Arbeitsplätze schaffen. Dabei könnte sich
herumgesprochen haben, dass die Ressourcen, - zumindest die
Rohstoffe! - auf dieser Erde nicht unendlich sind, dass sie bereits
dem Wachstumswahn auf breiter Front zum Opfer gefallen sind.
Sonntag, 27. Oktober 2019
In der Arena (Text)
(schon in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts geschrieben)
In der Arena
In der Arena
Das
Interesse der Zuschauer hatte allgemein nachgelassen in letzter Zeit.
Einige vermuteten, es hätte eigentlich nie richtig Bestand gehabt.
Dies war jedoch die Meinung einiger unverbesserlicher Pessimisten und
einen solchen Luxus wollte ich mir, für meine Person, noch nicht
leisten. Außerdem waren die Spitzenkämpfe ja nach wie vor bestens
besucht. Ich selbst war ja noch in einem Alter, das zu "gewissen
Hoffnungen" Anlass gab. Jawohl, genauso hieß es in den
offiziellen Verlautbarungen des Verbandes "über die allgemeine
Situation des herangewachsenen Nachwuchses". Man hatte ja auch
in mich investiert und nach gewissen statistischen Berechnungen war
die Möglichkeit meines Erfolges größer als die meines Scheiterns.
So investierte man also, ohne es eigentlich zu wollen. Natürlich
hatte ich ein Recht darauf, man hatte ja lange darum gekämpft. So
ging alles seinen vorgezeichneten Weg.
Mancher
hatte Pech und wurde gleich in die unterste Kaste eingestuft. Viele
drängten sich direkt auf oder kämpften sich den Weg auf andere Art
frei. Dass man dabei vor nichts zurückschrecken dürfe, war die
einzige Regel, die galt. Wieder Andere hatten die sogenannten
Stammplätze. Und dann gab es die, welche überhaupt keine Plätze
belegt hatten. Es war nun niemand klar, wie diese Individuen
einzustufen seien, zumal sie sich einer solchen Einschätzung immer
wieder entzogen und die Qualifikationsrunden einfach keinen
Aufschluss darüber gaben. Es wurden nun Schaukämpfe inszeniert,
durch welche sich diese gemäß dem Beifall des Publikums
qualifizieren konnten. Dieser wurde an der Anzahl der Münzen, die in
die Mitte der Arena geworfen wurde, zuverlässig abgelesen. So konnte
man über die Hoffnungsrunde direkt zu den Endkämpfen aufsteigen. Es
war dies durchaus nicht das Übliche, trotzdem fand niemand etwas
dabei. Außerdem war von den Ausrichtern verbreitet worden, jeder
könne per Los an dieser Hoffnungsrunde teilnehmen, wenn er nur
wolle. In Wirklichkeit war es doch so, dass nur sehr wenige die
Chance hatten. Man munkelte, dass selbst die Veranstalter diese
Teilnahmebedingungen nicht mehr genau kannten, was Leuten wie mir zu
Möglichkeiten verhalf.
Ich
hatte lange zu denen gehört, die mit denen sympathisierten, die dies
alles neu organisieren wollten dergestalt, dass jeder die gleiche
Chance hätte, - oder doch zumindest die Teilnahmebedingungen
einigermaßen klar wären. Man sah jedoch diejenigen, die am
lautesten dafür eintraten, selbst langsam zu den
Verbandsfunktionären aufrücken, oder sich in ihre eigenen Märchen
einspinnen, auf deren Gültigkeit sie dann bei jeder Gelegenheit
bestanden. Sie gaben sich dadurch auf eine gewisse Art dem Publikum
preis, das dies seinerseits nicht honorierte.
Die
Einzeldisziplinen hatte ich immer den Mannschaftsdisziplinen
vorgezogen, was meine Trainer schließlich akzeptierten, nachdem
diesbezügliche Versuche immer gescheitert waren. Und so stand ich
nun bei halb aufgeblendetem Flutlicht alleine in der Arena. Wann der
Kampf begonnen hatte, das hatte ich längst vergessen. Ich wollte nur
noch irgendwie über die Runden kommen, überleben. Das Rückgrat
schmerzte inzwischen, es hatte schon viel aushalten müssen. Die
Wunden brannten allmählich immer mehr, trotz des Sprays, dem meine
Trainer extrem schmerzstillende Wirkung zumaßen, wenn sie mich in
den Pausen damit einsprühten. Ich fürchtete den Zeitpunkt, zu dem
ich den Schmerzen nachgeben würde. Ich wollte nicht mehr nur siegen,
aber ich wollte auch nicht verlieren. Nur durchkommen, auch wenn die
Gefahr bestand, dass man sich selbst am Ende nicht mehr
wiedererkannte.
Ich
war getrieben, aus Angst, aus Verzweiflung, aus Begeisterung, und
sollte immer mehr an die Grenze, den Abgrund gehen. Mein Gegner
tauchte auf, verschwand wieder, manchmal in Begleitung, manchmal
alleine war er doch auf eine Weise, die mich verunsicherte, präsent.
Er schien der Siegertyp, zeigte doch ab und zu zeigte er kleine
Schwächen, Stellen, an denen man ihn treffen konnte, was ich sofort
als meine Chance identifizierte. Diese kostete Überwindung, und ich
musste mich manchmal selbst vergessen, um mich in der Konzentration
auf die Schwächen meines Gegners wiederzufinden. Am Horizont
begannen die Vorbereitungen zu einer Siegesfeier. Ich wusste, wenn es
wieder einmal keinen Sieger geben würde, einigte man sich auf
einen provisorischen Übergangssieger, denn die
Siegesfeier war eigentlich wichtiger als der Sieger selbst. Man
interessierte sich nur für die Bilder, die eiligst von ihm
angefertigt wurden, die der Held dann auch in aller Regel schnell
unterschrieb und als Autogramme in der Menge verteilte. Aber bis
dahin war noch ein weiter Weg für jemanden, der zuviel zweifelte,
zuviel zögerte, wie meine Trainer sagten. Und so musste ich mich
immer wieder auf unterer Ebene qualifizieren, kam voran und blieb
doch stehen. Er verhielt sich äußerst flexibel und griff mal von
dieser, mal von jener Seite an. Dabei versuchte er mich dort zu
treffen, wo ich bereits verwundet war, setzte geschickt seine Finten
und ließ mich von Zeit zu Zeit recht schlecht aussehen. Ich hatte
mir jedoch Routinen angeeignet, die mich immer wieder vor
entscheidenden Treffern schützten. Außerdem hatte ich die Qualität
meines Panzers immer noch zu steigern vermocht, was sich natürlich
in gewissen Situationen auszahlte.
So
konnte ich in den letzten Runden immer wieder aufholen, immer wieder
herankommen, indem ich die Defensive in meinen Vorteil verwandelte
und den Gegner in Fallen gehen ließ. Ich wusste, es würde
empfehlenswert sein, beim Kampfgericht, das von den
Veranstaltern vor langer
Zeit eingesetzt worden war, einen guten Eindruck zu hinterlassen. Zu
diesem Zweck hatte man sich angewöhnt, es zu Beginn und am Ende
untertänigst zu grüßen sowie seine Autorität mit Worten und
Gesten zu feiern, wann immer sich die Gelegenheit bot. Ohne
eigentliche Überzeugung, fast mechanisch, hatte ich anfangs diese
Rituale mitvollzogen, sie mir dann aber abgewöhnt. Gegenwärtig
neigte ich dazu, sie immer dann einzusetzen, wenn ich in Rückstand
war und wieder aufschließen musste. Man wusste, dass vom Gericht
Zusatzpunkte verteilt würden, die in der Endabrechnung entscheidend
sein konnten. Es kannte jedoch niemand die genauen Kriterien, nach
denen diese Punkte vergeben wurden. Und so versuchte man quasi
aufgrund von Vermutungen eine gute Figur zu machen. Diese Vermutungen
stützten sich hauptsächlich auf Verlautbarungen, die man den
Veranstaltern zuschrieb und die nicht leicht zu verstehen und nach
allen Seiten hin auslegbar waren.
Im
Innenraum der Arena waren auf allen Seiten Spiegel aufgestellt, die
eine Orientierung erschwerten. Die Geschehnisse im Innenraum wurden
durch sie scheinbar verdoppelt, ins Mehrfache gesteigert. Vorstellung
und Wirklichkeit verschwammen sich multiplizierend ineinander. Dies
trieb einen mitunter zur Verzweiflung, erlaubte jedoch gleichzeitig
Flucht und Rückwege, auf die ja speziell meine Taktik abgestimmt
war, deretwegen ich mir jedoch schon mehrere Verwarnungen wegen
Passivität eingehandelt hatte. "Achtung, Achtung", so
tönte der Lautsprecher: "Herr Affenmüller möge bitte zum
Stadionausgang kommen, es erwartet ihn eine Überraschung!",
und: "den Anweisungen des Ordnungspersonals ist unbedingt Folge
zu leisten, andernfalls werden Verhaftungen vorgenommen!"
Auf
den leeren Rängen regte sich immer noch nichts. Vereinzelt waren
Schreie, Lachen zu hören. Doch war nicht klar, von woher dies kam.
Ich war auch zu sehr auf mich und diesen Kampf konzentriert, so dass
ich mich nicht in der Weise darum kümmern konnte, wie ich es
eigentlich wollte. Die Beunruhigung allerdings nahm zu. Man hatte in
den letzten Tagen über Bestrafungsaktionen gelesen, doch wusste
niemand, wieso und warum. Es hoffte nur jeder, dass es ihn nicht
treffen solle, man versuchte diese Vorkommnisse so gut es ging zu
ignorieren.
Gong
zur nächsten Runde, und ich stürzte, die Zitrone noch zwischen den
Lippen, aus meiner Ecke. Mein Gegner war wieder verschwunden, was zu
seiner Strategie gehörte, ich hatte mich daran gewöhnt. Vielleicht
wollte er aufgeben, wahrscheinlicher war es, dass er die Absicht
hatte, mich zu verunsichern. In den Spiegeln sah ich mich grinsen und
wartete, wartete ............
Samstag, 26. Oktober 2019
Freitag, 25. Oktober 2019
Flucht und Chemie
Vorsicht! Dies ist kein
Loblied des Eskapismus! Hier ein weiterer Ausschnitt aus meiner
Arbeit (ca. 1984) „Der Typ des Außenseiters im Frühwerk Hermann
Hesses“, der durchaus auch vom Zeitgeist geprägt gewesen sein mag,
aber auch heute noch zu denken geben mag: „Nicht selten wird
versucht, Melancholie, Depressionen mit Alkohol zu betäuben. Auch
hier führt eine gerade Linie von Hermann Lauscher zu Harry Haller,
bei dem schließlich auch noch andere Drogen ins Spiel kommen. Auch
dies Phänomen ist ist unter die Versuche einzuordnen, sich
Fluchtwege zu schaffen. Hesse selbst meint in „kurzgefasster
Lebenslauf“ dazu: „Häufig suchte ich meine Freude, meinen Traum,
mein Vergessen in einer Flasche Wein, und sehr oft hat sie mir
geholfen, sie sei dafür gepriesen. Seinen Hang zum Trinken belegen
auch deutlich die Verse der Gedichtsammlung „Krisis“, der
lyrischen Vorform des „Steppenwolf“. Das Trinken seiner
literarischen Figuren erscheint als Reflex dieser Einstellung.“
Donnerstag, 24. Oktober 2019
Android
Es scheint nicht in Zahlen
oder Vorhersagen zu fassen zu sein. Aber es gibt eine Gefahr für die
ganze Erde: Androiden. Nein, nicht das Betriebssystem, das von Google
kommt! Kleine Androiden sind Sternschnuppen/Meteoriten, die überall
gerne als kleine Besucher aus dem All erwartet werden. Aber es gibt
auch größere und große Androiden, wie man die größeren
Meteoriten nennt. Doch was ist groß? Der durch Überwachungskameras
gefilmte Android, der erst vor kurzem in Sibirien eingeschlagen hat,
war ca. 40 Meter im Durchmesser. Der, der die Erde in jüngster Zeit
knapp verfehlt hat, war schon 100 Meter lang. Hm. Halbwegs taugliche
Abwehrstrategien scheint es bis jetzt nicht zu geben. Sprengungen
könnten ein allerletztes, aber stark risikobehaftetes Mittel sein,
denn die Bruchstücke könnten fast noch gefährlicher als der
Originalandroid für die Erde sein. Bis jetzt scheint es bereits rund
100 größere Krater auf der Erde zu geben, die die Gefahr
unterschiedlich belegen. Ob wir das verdrängen? Wieso kommt sowas so selten zur Sprache? Muss man ein Schwarzseher sein, um so etwas wenigstens anzuspielen?
Mittwoch, 23. Oktober 2019
Und jetzt das Wetter.....
Wieso müssen denn diese
Wettervorhersagen immer so blöde präsentiert werden? Da agiert eine Tante mit Pippi-Langstrumpf-Charme, die „Nooord, Spoooort oder Moooord“ immer so betont nooorddeutsch
ausspricht (ob sie wohl die Wettervorhersage nur einem bestimmten
Teil des „Volkes“ gönnt?), mit hektischen, ja geradezu eckigen
Bewegungen, die wohl Aktivität ausstrahlen sollen (vielleicht sogar
Hyperaktivität). Ihr Chef praktiziert dies seit vielen Jahren und will wohl kompetenten Aktivismus versprühen. Doch sie drückt sich jetzt möglichst burschikos aus ("Suuuuper!") und
simuliert (da müssen wir noch an den Baggersee, nehmen sie mit, was
geht usw. ….) eine Nähe, von der angenommen wird, dass das breite
Volk sie sehr goutiert. Irgendein "positives Gefühl" halt. Man drückt sich nicht möglichst punktgenau oder
sachlich aus, sondern man simuliert eine diffuse Nähe, die sich auch
noch mit einem künstlich wirkenden Lausmädchenlächeln unterlegt. Das kommt
wohl an!, - so ist zu vermuten. Auch ist beliebt, die großen
Worte mit Fotos aus der Zuschauerschaft zu unterlegen. Überhaupt: die Verkünder der Wetterbotschaften sollten einem vertraut sein, das ist gut zu erkennen. Ihnen soll man trauen. Oder sie sollten einem wenigstens das Gefühl dafür verschaffen. Dann: Blonde
Wirrköpfe kommen offenbar ganz besonders gut an. Ihnen wird von den "Medieneliten" dann
gerne mal Populismus unterstellt. Aber möglichst erst dann, wenn das
Kind bereits in den Brunnen gefallen ist….. ach, jetzt bin ich schon
bei den „Nachrichten“, die möglichst in großer Nähe zur
Wettervorhersage so richtig locker im Infotainmentstil verzapft werden. Natürlich soll sie einem vertraut vor kommen, so dass man ihnen traut.....
Dienstag, 22. Oktober 2019
An die Stille (Friedrich Hölderlin) (Lyrik)
An
die Stille Friedrich Hölderlin)
Dort im waldumkränzten Schattentale
Schlürft' ich, schlummernd unterm Rosenstrauch,
Trunkenheit aus deiner Götterschale,
Angeweht von deinem Liebeshauch.
Sieh, es brennt an deines Jünglings Wange
Heiß und glühend noch Begeisterung,
Voll ist mir das Herz vom Lobgesange,
Und der Fittig heischet Adlerschwung.
Stieg ich kühnen Sinns zum Hades nieder,
Wo kein Sterblicher dich noch ersah,
Schwänge sich das mutige Gefieder
Zum Orion auf, so wärst du da;
Wie ins weite Meer die Ströme gleiten,
Stürzen dir die Zeiten alle zu,
In dem Schoß der alten Ewigkeiten,
In des Chaos Tiefen wohntest du.
In der Wüste dürrem Schreckgefilde,
Wo der Hungertod des Wallers harrt,
In der Stürme Land, wo schwarz und wilde
Das Gebirg' im kalten Panzer starrt,
In der Sommernacht, in Morgenlüften,
In den Hainen weht dein Schwestergruß,
Über schauerlichen Schlummergrüften
Stärkt die Lieblinge dein Götterkuß.
Ruhe fächelst du der Heldenseele
In der Halle, wann die Schlacht beginnt,
Hauchst Begeist'rung in der Felsenhöhle,
Wo um Mitternacht der Denker sinnt,
Schlummer träufst du auf die düstre Zelle,
Daß der Dulder seines Grams vergißt,
Lächelst traulich aus der Schattenquelle,
Wo den ersten Kuß das Mädchen küßt.
Ha! dir träuft die wonnetrunkne Zähre
Und Entzückung strömt in mein Gebein,
Millionen bauen dir Altäre,
Zürne nicht! auch dieses Herz ist dein!
Dort im Tale will ich Wonne trinken,
Wiederkehren in die Schattenkluft,
Bis der Göttin Arme trauter winken,
Bis die Braut zum stillen Bunde ruft.
Keine Lauscher nahn der Schlummerstätte,
Kühl und schattig ists im Leichentuch,
Abgeschüttelt ist die Sklavenkette,
Maigesäusel wird Gewitterfluch;
Schöner rauscht die träge Flut der Zeiten,
Rings umdüstert von der Sorgen Schwarm;
Wie ein Traum verfliegen Ewigkeiten,
Schläft der Jüngling seiner Braut im Arm.
Montag, 21. Oktober 2019
"Am deutschen Wesen soll die Welt genesen"?
Ja klar, wir wollen und sollen
besser sein. Wir, wer ist das? Es wird jedenfalls denen eingeredet,
die sich Deutsche“ nennen sollen und dürfen. Sie sollen voran
gehen, nur dem Grundgesetz verpflichtet, fühlen sie sich durch Zahlen bestätigt als eine oberwichtige
Industrienation, die es anderen zeigen will. Was? Die Energiewende?
Den Ausstieg aus der Braunkohle. Das vorbildliche Verhalten der
Ökologie gegenüber. Die richtige Einstellung der Massentierhaltung
gegenüber.
Doch,
ob da nicht ein gewisser Gegensatz besteht, dass die Deutschen
gleichzeitig die großen Globalisierer sein wollen? Die im "Wettbewerb" die besseren sein wollen? Ob es da auch
einen Gegensatz zwischen denen „da oben“ und denen „da unten" gibt? Überhaupt, ob der große wirtschaftliche Erfolg etwas mit den "Exporterfolgen“ zu tun hat? Mit der Vernetztheit und dem
Zusammenhang mit anderen Nationen? Mir jedenfalls macht es sehr viel
aus, wenn der Regenwald brennt. Mir setzt es zu, weil ich weiß, dass
so etwas auch große Auswirkungen auf Mitteleuropa haben wird, dass die ganze angestrebte Reduzierung von CO2 auf diese Weise gar
keinen Sinn hat und nur dem eigenen Gewissen verpflichtet ist.
Ungefähr so verhält es sich auch mit der Massentierhaltung und der
ungesunden „Nahrungsproduktion“, die möglicherweise auch nur im Maßstab einer Globalisierung mit den entsprechenden
Strukturen nachhaltig bekämpft werden kann.
Sonntag, 20. Oktober 2019
Abbild
Ich
stehe an der Seitenauslinie und beobachte: Ganze Gegenden und
Regionen werden hier auf "dem Land" abgehängt, Krankenhäuser, Banken, Gerichte, Buslinien, Arztstandorte werden geschlossen, Verwaltungseinheiten
„rationalisiert“ und neu organisiert. "Die Wirtschaft" macht Profit,
wie vom System vorgesehen und politisch gewollt. Behörden geben sich
arrogant, fahren Doktortitel und Professoren auf, sie verfügen,
beschließen, setzen durch, erlassen einsame Beschlüsse, schieben
Sachzwänge vor, sehen die Verantwortung bei anderen, verschanzen
sich hinter juristischen Phrasen, die niemand versteht. Die
Infrastruktur gewisser (vor allem ländlicher) Gebiete verfällt aber
während dieser Zeit regelrecht,....
Ministerpräsidenten
und politische Entscheidungsträger fahren mit riesigem Gefolge, mit
Referenten, Sprecher, Polizei und Sicherheitsleuten in Kolonnen
riesiger Limousinen vor und vorbei und vorüber, machen Termine zu
Gesprächen aus, die sie sodann nicht einhalten. Sie blocken ab,
beschwichtigen, wiegeln ab, nutzen die Lage (aus), schieben Zeitmangel und Sachzwänge vor, versuchen dennoch, Stimmen
zu gewinnen, Bürgerinitiativen zu beschwichtigen, sie demonstrieren
Bürgernähe und „Stallgeruch“, sind bei „Events“ dabei,
lassen sich Unterschriftenlisten unterbreiten oder vorlegen, sie
schütteln Hände, lassen sich erklären, hören zu, „fischen ab“.
Fahren wieder ab in Richtung ihrer Festungen, die sie in deren Strukturen und Entscheidungen als "Länderchefs" vor allem in Berlin und der damit verbundenen nächsthöheren Hierarchiestufe zu erklären
haben...
Örtliche Vertreter der Parteien führen Gespräche, machen sich gemein, geben sich demokratisch und volksnah und - können offenbar doch nichts tun. Die Durchlässigkeit von Informationen ist halt nicht ganz gewährleistet. Die Strukturen der scheinbaren „Alternativlosigkeit“ und der allzu offensichtlichen Sachzwänge sind stärker. Ignoranz und Arroganz der Macht, auch wenn sie scheinbar nur auf Zeit verliehen ist, waltet und breitet sich aus, sie tötet ab, produziert Wut und Resignation. Abstände zwischen Lebenswelten werden größer. Anliegen werden zeredet in Gesprächen mit Nach- und Untergeordneten, mit lakaienhaft funktionierenden Untergebenen des Apparats, der scheinbar alles in sich aufgesaugt hat, sie verpuffen, prallen an staatlich wohlbestallter und pensionsgestützter Ignoranz ab. Die Verbindung der Kommunalvertreter oder Kommunalpolitiker „nach oben“ scheint jedenfalls nicht sehr von Einfluss geprägt zu sein. Vertreter von Bürgerinitiativen und Begehren der „Zivilgesellschaft“ sind hilflos. Es werden defensive "Strategien" gepflegt. Mitglieder einer rechtsgerichteten Protestpartei nutzen die Lage der Unzufriedenheit aus, geben sich volksnah, nutzen die Lage mit allerlei populistischen Methoden aus, sind dabei, sind anwesend, wenn sich etwas regt und tut. Sie saugen ein Potential der Unzufriedenheit auf, sie absorbieren Stimmungen und nutzen sie aus. Sie setzen sich für lokale und regionale Belange ein, sie sind bei Protestversammlungen gegen Schließungen und Verödungen der Infrastruktur dabei, sie sind dabei beim „Begehren“, sie scheinen sich für direkte Demokratie einzusetzen und werben für ihre Partei. Sie formulieren in Reden mit steilen Thesen, wie sie die Lage einschätzen. Sie wiegeln auf und zentrieren den Protest, sie geben ihm Ausdruck, sie geben sich lebensnah, heimatverbunden und sie gießen daraus volkstümliche Reden. So werden langsam Prozentzahlen, Einfluss und Macht daraus.
Örtliche Vertreter der Parteien führen Gespräche, machen sich gemein, geben sich demokratisch und volksnah und - können offenbar doch nichts tun. Die Durchlässigkeit von Informationen ist halt nicht ganz gewährleistet. Die Strukturen der scheinbaren „Alternativlosigkeit“ und der allzu offensichtlichen Sachzwänge sind stärker. Ignoranz und Arroganz der Macht, auch wenn sie scheinbar nur auf Zeit verliehen ist, waltet und breitet sich aus, sie tötet ab, produziert Wut und Resignation. Abstände zwischen Lebenswelten werden größer. Anliegen werden zeredet in Gesprächen mit Nach- und Untergeordneten, mit lakaienhaft funktionierenden Untergebenen des Apparats, der scheinbar alles in sich aufgesaugt hat, sie verpuffen, prallen an staatlich wohlbestallter und pensionsgestützter Ignoranz ab. Die Verbindung der Kommunalvertreter oder Kommunalpolitiker „nach oben“ scheint jedenfalls nicht sehr von Einfluss geprägt zu sein. Vertreter von Bürgerinitiativen und Begehren der „Zivilgesellschaft“ sind hilflos. Es werden defensive "Strategien" gepflegt. Mitglieder einer rechtsgerichteten Protestpartei nutzen die Lage der Unzufriedenheit aus, geben sich volksnah, nutzen die Lage mit allerlei populistischen Methoden aus, sind dabei, sind anwesend, wenn sich etwas regt und tut. Sie saugen ein Potential der Unzufriedenheit auf, sie absorbieren Stimmungen und nutzen sie aus. Sie setzen sich für lokale und regionale Belange ein, sie sind bei Protestversammlungen gegen Schließungen und Verödungen der Infrastruktur dabei, sie sind dabei beim „Begehren“, sie scheinen sich für direkte Demokratie einzusetzen und werben für ihre Partei. Sie formulieren in Reden mit steilen Thesen, wie sie die Lage einschätzen. Sie wiegeln auf und zentrieren den Protest, sie geben ihm Ausdruck, sie geben sich lebensnah, heimatverbunden und sie gießen daraus volkstümliche Reden. So werden langsam Prozentzahlen, Einfluss und Macht daraus.
Samstag, 19. Oktober 2019
Der Ort lebt fort (Songtext)
Der Ort lebt fort
Du
denkst, du bist in dir
hälst
dich an anderen fest
doch
alles scheint nur Schein
und
kann schnell zu Ende sein
alle
suchen das Licht
und
finden es doch nur zum Schein
Wir
sind alle in einem Fluss
im
Übergang zu etwas
Kleine
Teile, die nur für sich selbst wichtig sind
Wer
sind wir? Teil eines Ganzen, - vielleicht
mit
Ausnahmen,
der
Ort lebt fort, der Strom will nie versiegen
und
ist doch nicht ….tief
(09092018)
Freitag, 18. Oktober 2019
Durch Generationen hindurch...
Weil sie im ökonomischen
Sinne nicht mehr mitstricken am Bruttosozialprodukt, weil sie in
einer Gesellschaft der vermeintlich Starken zu den eher Schwachen
gehören, fühlen sich viele ältere Menschen ausgegrenzt. Dabei
könnten sie phantastische Lehrer sein, - bei einer durchaus
aufgeklärten Distanz zur eigenen Position kombiniert mit einem
gesunden Skeptizismus. Ja, auch das hat man im Alter gelernt: Die
eigene Position ist nicht immer die einzig richtige. Und so gibt es
viele Erkenntnisse, die im Alter gewachsen sein könnten und in einer
Kombination aus Erfahrung mit Wissen weitergegeben werden könnten.
Viele Bauchlandungen der verschiedensten Art könnten auf diese Weise
verhindert werden. Jaja, die Anpassungsfähigkeit den Neuen Medien
und überhaupt dem Neuen gegenüber! Vielleicht könnte hier aber
auch eine gewisse Distanz helfen! Nicht das blinde Nachrennen
gewissen Entwicklungen gegenüber wäre gefragt, sondern ein
abwartendes, langsames und eher kritische Fragen stellendes
Nachfolgen. Und. Das bewährte Wissen in Kombination mit dem Neuen
kann zu Ergebnissen führen! Erlebte Geschichten wollen in ihrer
Bedeutung für den aktuellen Tag erkannt und gedeutet werden!
Gelassenheit und Unaufgeregtheit können zu dem Schatz dessen
gehören, was auch dem aktuellen Tag samt seiner Hektik sehr nützen
kann. Da schlummert ein Reservoir, das mit zunehmender Dynamik der
Demographie und einer freundlich abnehmenden Vorurteilsfähigkeit
gehoben werden könnte. Oh ja, das mag sich auch auf gewisse
körperliche Anfälligkeiten beziehen: Wir werden nicht alle so stark
bleiben, wie wir uns heute fühlen! Damit umgehen zu können, es
einzubeziehen ins tägliche Dasein, könnte auch etwas von dem
ausmachen, was wir von reiferen Menscheen profitieren könnten.
Donnerstag, 17. Oktober 2019
Mittwoch, 16. Oktober 2019
An die Vollendung (Friedrich Hölderlin) (Lyrik)
An
die Vollendung (Friedrich Hölderlin)
Vollendung! Vollendung! -
O du der Geister heiliges Ziel!
Wann werd ich siegestrunken
Dich umfahen und ewig ruhn?
Und frei und groß
Entgegenlächeln der Heerschar,
Die zahllos aus den Welten
In den Schoß dir strömt?
Ach ferne, ferne von dir!
Mein göttlichster, schönster Gedanke
War, wie der Welten
Fernstes Ende, ferne von dir!
Und fleugt auf des Sturmes Flügeln
Aeonen lang die Liebe dir zu,
Noch schmachtet sie ferne von dir,
Ach! ferne, ferne von dir!
Doch kühner gewaltiger
Unaufhaltbarer immer
Fleugt durch Myriaden Aeonen
Dir zu die glühende Liebe.
Voll hoher Einfalt,
Einfältig still und groß
Rangen des Siegs gewiß,
Rangen dir zu die Väter.
Ihre Hülle verschlang die Zeit,
Verwest, zerstreut ist der Staub,
Doch rang des Sieges gewiß
Der Funke Gottes, ihr Geist, dir zu.
Sind sie eingegangen zu dir,
Die da lebten im Anbeginn?
Ruhen, ruhen sie nun,
Die frommen Väter?
Vollendung! Vollendung!
Der Geister heiliges Ziel!
Wann werd ich siegestrunken
Dich umfahen und ewig ruhn?
Dienstag, 15. Oktober 2019
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