Reise durch Wirklichkeiten

Freitag, 24. Februar 2017

Weg zum Ziel?

Es kommt mir so vor, als seien in den industriellen Gesellschaften des „Westens“ in den letzten Jahren etliche Dinge völlig aus dem Ruder gelaufen. Da ist mir zum Beispiel zuallererst der Begriff „Optimierung“ suspekt. Er scheint mir nicht zu berücksichtigen, dass viele Dinge auch ein Maß haben. Die Optimierung des Profits eines bestimmten Konzerns kann mittelfristig eine Einbuße der Glaubwürdigkeit des gesamten Systems bedeuten. System wäre in diesem Falle nicht nur der Staat, sondern die gesamte Gesellschaft. Soche "Optimierungen" können für den einzelnen Menschen oft eine Rücksichtslosigkeit bedeuten, die dem Ganzen schadet und dem einzelnen Konzern kurzfristig nützt, indem sie seine Profite (kurzfristig) erhöht, für sich und seine Aktionäre. Mittelfristig und für das Ganze der Gesellschaft funktioniert dies nur so lange, wie die bei solchen "Optimierungsprozessen" anfallenden Unzufriedenen „ruhig gestellt“ sind. Doch der Protest gegen die eigene ökonomische Abschaffung und gegen Ausbeutung sucht sich in Demokratien ein Ventil. Das ist das derzeitige Problem dieser Gesellschaft, das mit einer allgemeinen Hinwendung zum Populismus und zu autoritären Strukturen umschrieben werden kann. Die gerade hierzulande so gerne in Anspruch genommene „Globalisierung“ wird von den Entscheidereliten wohl zu eng ökonomisch verstanden und so den Massen verkauft. 
Doch sie hat wohl auch allgemeine weltanschauliche Komponenten. Das Bewusstsein einer Gesamtwelt, deren Ressourcen nicht unendlich sind und deren Klimawandel ernsthaft bedroht, passt nicht in die ökonomische Sicht einer Welt, die bisher vom allgemeinen und keineswegs qualitativ eingeordneten Wachstum lebt. „Wachstum um jeden Preis“ scheint der Wahlspruch, der aber so wohl nicht mehr lange durchzuhalten sein wird. Dass sich zum Zeitpunkt des Zusammenbruchs Vermögende und Milliardäre auf andere Planten absetzen würden, ist eine Hoffnung, auf die ich trotz Musk oder Branson nicht zu sehr vertrauen würde. Der Zusammenbruch könnte nämlich auch nach deren und Silicon Valleys Fahrplan viel zu schnell kommen. Selbstverständlich wird dann niemand für irgendetwas verantwortlich sein. Die Globalisierung, das System und ähnliche Denkformen würden zur "Erklärung" heran gezogen..... Es wird dann heißen: „Rette sich, wer kann!“. Halbwegs wirksame Versuche werden dann nur noch die Reichen starten können, denn die soziale Polarisierung und Ausplünderung zum Wohle dieser könnte zu diesem Zeitpunkt weit fortgeschritten sein. Es gibt jetzt die Klasse der Menschen, die auch angesichts einer solchen Lage auf die „Innovationskraft“ und „Risikobereitschaft“ der Einzelnen setzen. Okay. Gut so. Ich gratuliere. Ein Optimismus, der scheinbar allen nützt. Nur, was wäre, wenn es auch dazu längst zu spät wäre, wenn einfach die Zeit dazu fehlen würde? Wenn uns die Welle längst überspült hätte? Zweckoptimismus wäre dann ein Weg, der.......  

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