Reise durch Wirklichkeiten

Sonntag, 5. Februar 2017

Fußball und Religion

Fußball und Religion? Zwei Fundstücke dazu: Auf Schalke gibt es eine Kapelle im Stadion, in der Taufen, Ehe-Jubiläen, Andachten und Trauungen durchgeführt werden. Aus ganz Deutschland kommen dazu die Menschen, aber auch Menschen in Not aus der unmittelbaren Umgebung finden den Weg hierher. Oder eine eigene Grabstätte auf dem Altonaer Friedhof gefällig? In Verehrung des HSV? Man kann dieses „Grabfeld HSV“ durch ein Fußballtor betreten, wo die Toten mit Blick auf das (ehemalige und mittlerweile tausend Mal umbenannte, aber jetzt wieder ursprünglich benannte) Volksparkstadion bestattet sind und in Form eines Stadionrunds angeordnet sind. Bei der Beerdigung werden auch HSV-Schlachtgesänge vom Band angeboten. Es gibt die Bestattungsform „Team“: ein 20er Grab, Urnenbeisetzung, in gemeinschaftlicher Ruhestätte. Aber auch die Beisetzungsform „Einzelspieler“, „Doppelpass“ und „Die Raute im Herzen“ sind möglich. Die (Betrauungs-) Kosten dafür müssen "naturgemäß" unterschiedlich ausfallen. Der samstägliche Kampf der Guten gegen die Bösen wird also um den Übergang vom Leben in den Tod ergänzt. Fußball als Religion. 

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