Reise durch Wirklichkeiten

Freitag, 29. Mai 2026

Gebaren

Man konnte über so manches Hierarchie- oder Autoritätsgebaren grinsen, denn man nahm so nun etwas nicht so recht ernst, man war alt, man fühlte sich nicht mehr so ganz ernst genommen. Man konnte es gar nicht ernst nehmen, so lange, bis man sich des Materiellen bewusst wurde. Es erschien einem damals als abgegriffene Pose, als Einstellung, die mit populärer Musik nur am Rande etwas zu tun hatte. Heute kapiere ich, dass das eine Lebenseinstellung war, die mich über eine lange Phase meines Lebens hinweg geprägt und determiniert hat, - worüber die Zeit verging. Ich verschob möglichst viel auf später, so lange, bis das „Später“ da war und ich nichts mehr vorhatte, - außer Ärzte zu besuchen und um meine Existenz zu bangen. Wie nahe war man eigentlich dem Tod? Um einen herum verstarben die Typen aus teilweise absurden Gründen, - oder sie fielen einfach tot um. Man selbst hangelte sich von Tag zu Tag, stieß aber immer wieder auf gewaltige Ignoranz und Beharren auf der eigenen Wahrnehmungsblase, besonders dann, wenn man glaubte, anderen und sozial deprivierten Menschen helfen zu können, weil man sich scheinbar ja gut ausdrücken konnte. Als Journalist. Man prallte damit aber ab, man geriet auf glitschiges Gebiet, man rutschte darauf aus und - bewirkte wieder einmal gar nichts. Von anderen wurde man über Jahre eines vermeintlichen Ruhestands nicht mal wahrgenommen, obwohl man guten und freundschaftlichen Umgang mit ihnen hatte, - wie man glaubte. Wissen und Einfühlungsvermögen? Zu Rock- und Popmusik? Scheint noch weniger wert zu sein, als man glaubte. Hin und wieder stirbt eine der alten Größen. Man lebt weiter im Narrativ eines Eingeschlossenseins in Datenhaufen, in Algorithmen, erhoben von jemand, der niemand ist. Influencer dominieren, Klamotten werden jetzt von Rappern verkauft, man gleitet ab…..

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