Reise durch Wirklichkeiten

Donnerstag, 8. Januar 2026

Erfahrung

All das, was durch meine Augen gegangen ist, mein Erleben, meine Erfahrung: kann ich`s bewahren? Festhalten? Was mich im wahrsten Sinne des Wortes berührt hat? Steckt auch in meinen Fotos. Versuch, es abzubilden samt all den unbewussten Beeinflussungen, von unten, von der Seite, von oben. In dieser Welt. Wir haben uns stets so begriffen, dass wir in einem Zusammenhang mit der gesamten Natur leben. Auch mit ihren garstigen und wenig romantischen Seiten. Dort, wo sich Natur und Kultur begegnen. Dass wir geprägt wurden, wie eine Münze, dass wir aber auch autonom aus uns selbst geschöpft haben. Wir geben zu, wir haben nicht immer nach unseren Vorsätzen gehandelt. Wir waren fahrig. Ich sammle halt nur Splitter meiner Zeit. Um mich herum: Zerstörung im Namen eines „Vaterlandes“, dem Begriff aus dem neunzehnten Jahrhundert. Peinlich. Wir hatten uns immer wieder als darüber hinweg gekommen gesehen. Es nicht ernst genommen. Ein Fehler. Wieso ist es nicht gleichzeitig ein Mutterland? War mir immer selbstverständlich. Aber jetzt? Raketen fliegen, Drohnen zerstören genauso wie der auf uns einprasselnde Sprachabfall. Es wird wieder marschiert. Das Lächeln ist vorbei. Die Freundlichkeit damit auch. Wir wollen per Foto etwas festhalten davon, was uns konkret umgeben hat in all der Zeit. Was unsere Welt war. Wir wollen inmitten dem allem leben. Wir wollen dabei auch „das Negative“ und das Hässliche abbilden. Ja klar! Sind doch sowieso nur Projektionen und Konventionen. Wir wollen uns daran festhaken, was „das Negative“ und die Alltäglichkeit überhaupt sein soll. Wir wollen es abbilden, es einbeziehen in unser Bild von der Welt.

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