Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
Montag, 16. Februar 2026
Wachstum
Ich habe auf einem Zettel folgende Notiz gefunden, die möglicherweise in diesem Blog schon erschienen ist. Nicht nur in diesem Blog! Ich habe sie aber aus aktueller Sicht versucht, zu bearbeiten. Was dabei heraus gekommen ist, ist hier zu lesen: Die Lotterie des Lebens bedeutet: wir leben hier noch in einer Gesellschaft der bürgerlichen Grundrechte, in der zwar dem Wirtschaftswachstum vieles geopfert wird, aber im Scheine einer großen sozialen Ungleichheit noch nicht die Bürgerrechte, den Rechtsstaat, die Demokratie. Gleichwohl ist – nicht zuletzt durch manche Provokation! - um diese Werte ein heftiger Kampf entbrannt. Wie gut diese Werte mit dem Wert Wachstum zu vereinbaren sind, mag erst mal dahingestellt bleiben. Auch seltsam toughe und durchoptimierte Ministergesichter spiegeln diese Spannung in Deutschland wieder.
In anderen Staaten (besonders denjenigen mit gewissen autoritären Zügen, die mit „bürgerlichen Grundwerten offenbar nicht allzu viel anfangen können...) scheint dagegen das Wachstum über alles zu gehen, sogar über das menschliche Leben. Führer schwingen sich auf, erobern oder behaupten die Spitze, bis auch sie unter Umständen sogar niedergemetzelt werden. Das Leben in seiner vitalistischen Funktion erlebt auch heute noch fröhliche und dekadente Urständ': Fressen, Saufen, Ficken. Oder wie T.S. Elliott es ausdrückte: „Birth, Death, Copulation, that's all....“. Fortschritt könnte bedeuten, einen kleinen zivilisatorischen Schritt darüber hinaus zu wagen, - weil wir Menschen sind. Vielleicht.
Dass dieser Gedanke weltweit auf dem eindeutigen Rückzug erscheint, gehört zur großen Tragik des menschlichen Geschlechts, genau so, wie die selbstverursachte Klimakatastrophe, die damit verbundene Umweltzerstörung und das Artensterben. Der Mensch will sich wohl als „Alleinherrscher“ die Erde untertan machen. Dabei könnte alleine schon der Ausbruch eines Supervulkans seine Existenz in kurzer Zeit vernichten. Von Bedrohungen aus dem Weltraum wie etwa niederstürzenden Meteoriten oder Asteroiden ganz zu schweigen. Woher nimmt der Mensch seine Arroganz, seinesgleichen gegenüber, aber auch der Erde und ihren Geschöpfen gegenüber? Es ist leicht, solche Überlegungen als „moralisch“ oder ideologisch abzuqualifizieren, sie als untauglichen Versuch darzustellen, über das unvermeidlich Faktische kritisch (also nicht per KI!) nachzudenken. Dabei wäre dies scheinbar „unvermeidliche“ keineswegs so. Es sind dies Denk- und Verhaltensformen, die sich schwache Menschen zu eigen gemacht haben, die glauben, vom gegenwärtigen Zustand profitieren zu können.
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