Reise durch Wirklichkeiten

Freitag, 22. August 2025

Lebenswelten

Es drängt sich mir wieder einmal auf, die Überschrift meines Blogs „Reise durch Wirklichkeiten“ und andere Einlassungen möglichst korrekt zu erklaren. Unsere Erkenntnismöglichkeiten und Einstellungen, unsere Kontaktfähigkeiten und Kommunikationskanäle sind stark bestimmt von unserer Herkunftsfamilie, unserer Hautfarbe, unserem Freundeskreis, unserer Religion, unserem Wohnort und unserem Alter, unseren Niederlagen und Erfolgen. Gleiches gesellt sich zu gleichem, die „sozialen Medien“ verstärken mit ihren Echokammern und Erkenntnisblasen diesen Effekt noch. Da sind Fakten, Lebensverläufe, alles, was zu Kultur oder politisch-moralischem Grundton zählt und andere Bestimmungsfaktoren. Dadurch entwickeln sich „Peer Groups“ und „Freundeskreise“, Leute, die untereinander Kontakt haben, weil sie Gemeinsamkeiten teilen. Ich gehe zudem davon aus, dass sich diese Gesellschaft dadurch immer mehr ausdifferenziert in Fraktionen, Subgesellschaften, Wahrnehmungsblasen usw., die die Tendenz haben, nur innerhalb ihrer sozialen Gruppe zu kommunizieren, sie gegenseitig zu verstärken oder gewisse Verhaltens- oder Wertemuster immer wieder zu reproduzieren. Beispiel: „Führungskräfte“ der Wirtschaft wollen dies auch in der nächsten Generation bleiben und schicken demgemäß ihre Sprösslinge auf teure Internate, wo sie zu „Führungskräften“ erzogen werden, was entsprechendes Verhalten und Selbstwahrnehmung bedeutet: Im zeitgenössischen Sprachgebrauch wird dies gerne als „Wahrnehmungsblase“ oder „Bubble“ bezeichnet. Diese „Fraktionen“ haben weiterhin die Tendenz, auch über gewisse soziale Muster miteinander zu kommunizieren, sich darüber einig zu zeigen, was „korrekt“ oder „okay“ ist. D.h. beispielsweise: Steuerberater unterhalten sich untereinander vor allem über das, was sie und ihre Kundschaft betrifft. Es entsteht sogar ein gewisser Jargon, der unter anderem zu sozialen Abgrenzungen führt. Lehrer verhalten sich genauso, Verwaltungsmenschen, Ingenieure, Handwerker, Servicedienstleister usw. Sie bilden untereinander auch Wahrnehmungsgemeinschaften, aus deren Blickfeld gewisse Dinge auch heraus fallen oder nur alibimäßig unscharf wahrgenommen werden. Ich würde diesen immer weiter zunehmenden Vorgang der Ausdifferenzierung von „Lebenswelten“ erstmal als „vertikale Gliederung“ bezeichnen. Andererseits eröffnen sich auch durch Medien, Internet, Tourismus und zunehmende Informationsmöglichkeiten befördert immer mehr Gelegenheiten, sich darüber klar zu werden, dass wir alle auf einem einzigen Planeten leben und uns dadurch bewusst werden könnten, dass“wir alle in einem Boot“ sitzen. Wir erfahren etwas über andere Kulturen, über andere Möglichkeiten, sich geographisch und durch die Historie gegebenen Bedingungen anzupassen: Andere Völker, andere „Sitten“ (Werthaltungen, Verhaltensmuster). „Horizonterweiterung“. Es haben sich wohl in unterschiedlichen Kulturkreisen (das Gegenteil von „Globalisierung“) unterschiedliche Arten des Menschseins heraus gebildet. Dies würde ich als „horizontale“ Gliederung bezeichnen. Ein Interesse an anderen Möglichkeiten, aber auch eine Neugier auf Begrenztheiten solcher auch ökonomisch begründeter Verhältnisse zu entwickeln, das könnte man auf der Ebene der Bewusstwerdung auch als „Empathie“ bezeichnen. Ein bisschen mehr Bewusstwerdung der Verhältnisse, die mich umgeben, mag die Folge sein: „Horizonte“ erweitern. Insofern über den eigenen Tellerrand versuchen zu blicken, wäre mein ureigenstes Interesse. Leider passiert das in unserer Gesellschaft in Bezug auf „vertikale Gliederung“ viel zu wenig und immer weniger. Beispiel: Selbst Kreise, die einigermaßen Bescheid darüber wissen müssten, haben keine Ahnung davon, wie es ist, von Grundsicherung leben zu müssen. Kognitiv schieben diese Leute meist die Phrase „wir leben in einem Sozialstaat“ vor und glauben somit, alles sei in diesem Sinne „geregelt“. Wer sich aber konkret für die realen Verhältnisse interessiert, erfährt anderes. X x I feel compelled once again to clarify the title of my blog "Journey through Realities" and other comments as accurately as possible. Our cognitive abilities and attitudes, our ability to make contact and our communication channels are strongly determined by our family of origin, our skin color, our circle of friends, our religion, where we live and our age, our defeats and successes. Like attracts like, and "social media" with their echo chambers and knowledge bubbles reinforce this effect. There are facts, life courses, everything that counts as culture or political-moral tone and other determining factors. This leads to the development of "peer groups" and "circles of friends", people who are in contact with one another because they have things in common. I also assume that this society is becoming increasingly differentiated into factions, sub-societies, perception bubbles, etc., which have a tendency to only communicate within their social group, to mutually reinforce it or to repeatedly reproduce certain behavior or value patterns. Example: "Leaders" in business want to remain so in the next generation and send their offspring to expensive boarding schools, where they are educated to be "leaders", which means they behave accordingly and perceive themselves accordingly: In contemporary parlance, this is often referred to as a "perception bubble". These "factions" also have the tendency to communicate with one another using certain social patterns, to agree on what is "correct" or "okay". This means, for example: tax consultants talk to one another primarily about what concerns them and their customers. A certain jargon even arises, which, among other things, leads to social demarcations. Teachers behave in the same way, as do administrative staff, engineers, craftsmen, service providers, etc. They also form perception communities among themselves, from whose field of vision certain things fall out or are only perceived in a vague way as an alibi. I would initially describe this ever-increasing process of differentiation of "lifeworlds" as "vertical structuring". On the other hand, the media, tourism and increasing information opportunities are opening up more and more opportunities to realise that we all live on one planet and thus become aware that "we are all in the same boat". We learn about other cultures, about other ways of adapting to geographical and historical conditions: other peoples, other "customs" (values, behavioural patterns). "Broadening horizons". Different ways of being human have developed in different cultures (the opposite of "globalisation"). I would describe this as a "horizontal" structure. Developing an interest in other possibilities, but also a curiosity about the limitations of such economically based conditions, could also be described as "empathy" at the level of awareness. A little more awareness of the conditions that surround me may be the result: broadening "horizons". In this respect, trying to look beyond my own nose would be my very own interest. Unfortunately, this happens far too little in our society in terms of "vertical structure" and is happening less and less. For example: Even circles that should know something about it have no idea what it is like to have to live on basic social security. Cognitively, these people usually use the phrase "we live in a welfare state" and believe that everything is "regulated" in this sense. But anyone who is specifically interested in the real conditions will find out something different.

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