Reise durch Wirklichkeiten

Freitag, 30. Mai 2025

Arbeit und alles

Ich denke an diesem Wochenende auch anlässlich gewisser Bemerkungen gewisser Regierungsmitglieder über das nach, was man allgemein als Arbeit bezeichnet. Muss man sich da von der „Work Life Balance“ verabschieden und den Spass an der Arbeit finden? Wo und wie soll das möglich sein? Arbeit scheint etwas sehr unterschiedliches zu sein, je nach Perspektive. Arbeit scheint mir auch ein schichtenspezifisches Phänomen. Ich erinnere mich sehr genau daran, als ich Akkordarbeit leistete, als ich Ferienjobs übernahm, bei denen ich gezwungen war, auch gesundheitsschädliche Tätigkeiten zu übernehmen und bei denen ich von jedeweder Kreativität weit entfernt war. Ich kam später auch in Berührung mit jenen Tätigkeiten, bei denen Kreativität und Selbstbestimmung nahezu selbstverständlich einzufließen scheint. Die beiden Pole scheinen mir die Möglichkeiten zu umkreisen, die im Begriff „Arbeit“ zu liegen scheinen. Seltsam erscheint mir, dass im Begriff „Arbeit“ all das zusammengefasst erscheint, was auch vor Finanzbehörden als „Lohntätigkeit“ in einem (möglichst durch Tarifverträge definierten) Beschäftigungsverhältnis durchgeht. Es gab in der Vergangenheit oft das, was populär mit „Sich tot arbeiten“ umschreiben wird. Demgegenüber hat sich der Begriff der nun geradezu verteufelte Begriff der „Work-Life-Balance“ herausgeschält. Er meint eine neue Definition dessen, was ich in eine Lohnarbeit einfließen zu lassen bereit bin und dem, was vertraglich gefordert wäre. Unter diesem Etikett mag jemand auch nicht mehr bereit sein, sich in einem Job vereinnahmen zu lassen. Er hat möglicherweise auch etwas mit dem zu tun, was man als „Sinnsuche“ bezeichnen könnte.

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