Reise durch Wirklichkeiten

Mittwoch, 10. Juni 2026

Cut

Ich hatte erlebt, wie ich in meiner Wohnung zusammengebrochen und nur durch einen Zufall ins Krankenhaus gekommen war. Dort, wo man sich völlig verständnislos anhand meines Single-Daseins gezeigt hatte. Man hatte Kinder und Enkel zu haben, das lernte ich hier zum ersten Mal sehr eindringlich. Sie hätten einen versorgen müssen. Man wurde beispielsweise trotz heftigen Einspruchs mehrmals aufgefordert, doch „daheim“ anzurufen und sich benötigte Dinge bringen zu lassen. Man hatte insbesondere die in diesem Augenblick unabdingbar notwendigen Aus- und Nachweise nicht dabei. Selbst das Smartphone fehlte. Die Dokumente, die bezeugen und beglaubigen konnten, dass…. War man überhaupt krankenversichert? Wer war man?, konnte man seinen Namen beweisen? Das Kärtchen von der Versicherung u.a. „Da könnte ja jeder kommen….“. Auch war da meinerseits ein tief sitzendes Misstrauen dem Gesundheitssystem und seinen handelnden Personen gegenüber. Man wusste ja, dass eine Operation am Herzen sich für ein Krankenhaus qua „Fallpauschale“ materiell sehr lohnen würde. Das zu wissen, war man auch Journalist. Prompt war auch meine erste Operation daneben gegangen. Erster Durchgang. Nachuntersuchungen. Bedenkliche Gesichter. Neuer Termin. Wieso ich? Wer bin ich? Wo bin ich?….. fragte man sich. Wieso geht bei mir immer alles schief? Welches Spiel wird da hinter meinem Rücken gespielt?

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