Reise durch Wirklichkeiten

Samstag, 6. März 2021

Wer man ist......

Wer wir sind? Wir lassen uns zu einem Werden aus der Vergangenheit heraus inspirieren und sollen begreifen, dass wir eine bestimmte Person waren und jetzt noch sind. Gleichzeitig fühlen wir uns als jemand anderes, der zurück blickt. Wir leben ein Paradoxon und sollen es aushalten. Wer will das? Hat uns das übermäßige Grübeln überkommen? Uns überschwemmen bestimmte Bewusstseinsinhalte, denen wir mutig entgegen treten sollen: Wir leben nur in der Gegenwart! Lebe hier und jetzt!, so der überall ausgegebene Wahlspruch. Wie oft habe ich diesen Spruch gehört. Ich glaube, man kann in der Gegenwart leben und trotzdem akzeptieren, dass man so wie jetzt geworden ist, dass alles auch aus einer Folge von Zufällen entstanden sein könnte. . Dass man hinein geschlittert ist in eine Gegenwart, die man vielleicht erst viel später besser begreift. Aus gelassener Position. Mit Abstand. Man darf sich wundern: bin das ich oder war das ich? Der Mensch ist wohl, mag er ein noch so marottenhaft individualistischer Einzelgänger sein, ein soziales Wesen und als solcher bestimmten Verhältnissen ausgeliefert. Will man sich begreifen, einem Selbst näher kommen, sollte man sich wohl auch von seiner Vergangenheit samt den damit verbundenen sozialen Verhältnissen inspirieren lassen, ohne daran mit einem „Früher-war-alles-besser“-Gefühl kleben zu bleiben. Vielleicht geht es darum, das ganze Gebilde, das man selbst darstellt, besser zu begreifen, sich seiner selbst bewusst zu werden, oder zumindest versuchen, sich seiner selbst anzunähern, es herein zu holen in das, was man aktuell darstellt. Das scheinbar Selbstverständliche auflösen in etwas, über das man sich wundern kann. Ihm die Sphäre des Selbstverständlichen nehmen, das zu akzeptieren man damals verurteilt war.

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