Reise durch Wirklichkeiten

Freitag, 6. Februar 2026

Identitätsbildung

Eine Identität durch Abgrenzung von den „Anderen“ herauszubilden, dafür Verhaltensmodelle und werthaltige Hilfestellungen zu entwickeln, scheint ein Hauptinhalt jeglicher Rockmusik gewesen zu sein und immer noch zu sein, obwohl sie in der heutigen Freizeitwelt schon sehr viel an Bedeutung eingebüßt hat und kaum noch Bedeutung außerhalb des gänzlich Subjektiven und vor allem (!) der Profitmaximierung eines Unterhaltungsgewerbes trägt. Dass eine solche Identitätsbildung vor allem in der Jugend, - genauer: in der Pubertät - vonstatten geht, mag zum iuvenilen Mythos der Rockmusik beigetragen haben. Das gilt besonders für die fünfziger Jahre, als sich solche Mechanismen im Rahmen der veränderten Freizeitgewohnheiten und finanziellen Ausstattungen von Jugendlichen herausbildeten. „Doch jetzt schnell ins nächste Metal-Konzert: Engel aus Metall recken die Faust Luzifer zum Gruße, diabolische Monster grinsen von T-Shirts, kriegerische Embleme und Totenköpfe auf Lederjacken, erstaunlich viele Männer mit tätowierten Armen: kein Zweifel, das schafft das richtige Ambiente für ein zünftiges Heavy Metal Konzert. Hard'n Heavy Rock nennt man's gelegentlich auch, und das heißt wörtlich übersetzt etwa: ein harter und schwerer Brocken.Und das ist es auch, was das Publikum beim Konzert erwartet. Zunächst heizen zwei (!) Vorgruppen die Stimmung für den Hauptact des Abends an, die eine derartige Lautstärke produzieren, dass das kritische Ohr danach schon vollkommen betäubt ist und nach einer Pause verlangt, die aber leider zu kurz ausfällt.“

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