Reise durch Wirklichkeiten

Sonntag, 22. Februar 2026

Heimat (1)

Man lässt sich zurück gleiten, Richtung Heimat, Richtung Ursprung, man begegnet sich selbst und denkt darüber nach, wieso man so ist, wie man ist. Wieso man so geworden ist.... Es kann auch bedeuten, dass man anfängt, zu akzeptieren, nicht gerade einzigartig zu sein, sondern Teil von etwas Größerem. So etwas deutet vielleicht auf Schwarmintelligenz hin und das, was später von den Kundigen allzu oft als „Herdenimmunität“ beschworen wurde. Und dann ist da das Oberflächliche. Das, was einen als gerne verkündete „Lebensweisheit“ oder als mühsam erarbeitete Erkenntnis ermüdet hat. Tausend mal gehört, tausend mal nichts passiert. Das, dass tausend Leute um einen herum sagen: „Man muss in der Gegenwart leben“. Klar. Man blickt auf die Kindheit zurück, sieht Bilder und Fotos von sich und denkt: „Wer zum Teufel war das?“ Das ist eine Ebene. Es gibt womöglich auch andere. Dinge stoßen einem zu, sie „überfallen“ einen. Gab es intensive Erlebnisse? Die einem die eigene Präsenz nahe legten? Wie war das damals, als du aus dem Auto gefallen bist? Hattest du danach das Gefühl, du hättest einen Schutzengel gehabt? Wieso hast du so günstig abgeschnitten? Gibt es mögliche Welten, Abzweigungen? Die dich geprägt haben? Hat man wirklich Entscheidungen gefällt? Oder haben sie dich gefällt? Ich hatte nie das Gefühl, Wichtiges und für andere Erhellendes zu erzählen zu haben. Das ist nach wie vor so. Weder im fiktiven noch im realen Bereich. Alles, was möglicherweise auf mich zutrifft, stellt sich bei anderen ganz anders dar...... Ich merke das und ich nehme immer intensiver wahr, wie mich heute viel mehr gesellschaftliche Mechanismen kümmern, von denen die Rockmusik auch einer unter anderen ist. Wobei es oft um Reiz-Stimulationen geht, um das kurzfristige Hervorrufen von Emotionen, - wovon die Werbeindustrie gerne Gebrauch macht. So wird auch immer öfter im Rahmen von Fußballspielen geredet, bzw. herumgeschrien: „Das war mal wieder richtiger Rock'n Roll“! R&R wird offenbar mit purem Vitalismus identifiziert. Ob Metal etwas mit abgeführter Aggression zu tun hat? Wieso scheint das notwendig? Blitzableiter? Ob das auch per Tonträger passieren kann? Ich weiß nur, dass sich unzählige Bands Mühe geben, durch handwerkliche Präzision, Darstellung von Leidenschafts- und Jubelposen dem Ausdruck zu geben. Wobei der erste Impuls, auch beim Kritiker, derjenige ist, „berührt zu sein“. Nur erscheint mir das als etwas Undifferenziertes, als eine Art Grundmaterial, dem es nachzuspüren gilt, dem es eine halbwegs persönliche Form zu geben gilt.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen