Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
Montag, 23. Februar 2026
Heimat
Darin, was Heimat sein soll und wie sie geschützt werden soll, zeigt sich insofern auch die Spaltung der Gesellschaft. Es resultierten daraus verschiedene Lebenswelten, verschiedene Schichten, verschiedene Arten, mit der Welt umzugehen. Sehr offensichtlich wurde dies übrigens in den Berichten über prominente Amtsträger, die ihre Sprösslinge auf teure Internate und Privatschulen schicken und keineswegs daran zu glauben scheinen, was sie selbst dauernd predigen. Der empirische Beleg für eine solche Behauptung könnte tatsächlich sein, dass sie ihre Sprösslinge auf diese teuren Schulen schicken. Sie haben ein Bild von sich entworfen, das in einem Gegensatz zu ihrer „privaten“ Existenz steht.
Dass es nicht darum gehen soll, woher man kommt, könnte aber auch ein Mythos sein, ein Wunschbild. Denn Heimat ist gerade nicht nur Option und freie Wahl. Man ist bedingt durch das, was schon war. Heimat ist gerade nicht das, was man durch freien Willen sich wählt. Sondern man ist hinein gewachsen. Auch durch Sozialisation. Man versteht die Leute in dieser Heimat unwillkürlich besser, sie sind einem auf eine seltsame Art nah, man agiert und bewegt sich wie selbstverständlich, wie im Schlaf. Es scheint eine Art realer Traum zu sein. Es gibt den Ort der Geburt als Schicksal. Man ist hinein geboren worden, hat ihn sich nicht heraus gesucht. Wir sind nicht nur autonome Menschen, die sich ihre Existenz frei gewählt haben. Wir sind auch durch unsere Herkunft und unsere Geschichte, durch Zufälle, Glück und Unglück geprägt. Man ist hinein geworfen. Wie sang Jim Morrison (klar, ich weiß, dass er das möglicherweise auch geklaut hat): „Riders on the storm, into this house we're born, into this world we're thrown, Like a dog without a bone, an actor out on loan, Riders on the storm“.
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