Reise durch Wirklichkeiten

Freitag, 4. April 2025

"Sagen, was ist"

Ich habe anhand meines 2022 zusammen gestellten Buches „Zuhören“ viel nachgedacht über die Gesellschaft und über Popmusik, habe Passagen daraus aufgenommen, behutsam aktualisiert und plane nun, sie in loser Folge hier einzubringen. Heute herrscht dieses „Wenn ihnen dieses gefällt, dann müsste ihnen auch jenes gefallen“…... Eine Beliebigkeit des Austauschbaren, des jeweils überall und jederzeit Verfügbaren. Ob da inzwischen auch menschliche Beziehungen hinzu gehören? Die Hinweise sind nicht gerade rar. Ja klar, der Algorithmus herrscht. Er hat sich eingeschlichen in die Gehirne und besetzt sie jetzt. Und zwar nach und nach, ganz langsam, so, dass es kaum ein Individuum merkt. Er schleicht sich ein und wird schließlich für etwas „Normales“ gehalten. Hinzu kommt die jüngst so intensiv propagierte KI, deren Segnungen uns erst noch bewusst werden sollen. Es zeichnet sich jetzt schon ab, dass die menschlichen Gehirne sich selbst auch nach technischen Rezepten verändern werden (oder verändert werden), - und zwar orientiert an kommerziellen, herrschaftstechnischen und machtpolitischen Gesichtspunkten. Sie werden besser verwaltbar sein, ansprechbar, Reize werden gezielter und individueller verabreicht werden. Sie werden sich selbst immer mehr überführen in einen Zustand des digitalen Gespeichertseins, in die Verfasstheit einer generellen Machbarkeit. Die Pointe dabei: Kaum jemand wird das merken, denn es wird durch tausend Mechanismen nach und nach eingeführt in diese Wirklichkeit, es wird als „angenehm“ propagiert und es wird sehr schnell zur Selbstverständlichkeit, zum „Normalen“.

Donnerstag, 3. April 2025

Nostalgie

Heute will ich ein bisschen über Nostalgie schreiben, will Material dazu sammeln. Es heißt, Nostalgie schaffe Sinn, dort wo womöglich keiner ist. Uns fallen vielleicht bestimmte Momente ein, im Alltag vergangener Zeiten, aber auch auf Reisen und jene Augenblicke, in denen uns Menschen näher kamen. Besonders geeignet scheinen Gerüche, optische Eindrücke und akustische Momente. Auch umspielt Nostalgie offenbar das griechische Wort „Nostos“, das so etwas bedeutet wie „Heimweh“ und „Sehnsucht nach Heimat“. Es schaffe eine Art Gemeinsamkeit, so heißt es, indem man feststelle, wie sehr man gemeinsam bestimmte Zeiten geteilt habe, in denen mutmaßlich alles besser gewesen sei. Was daraus resultiert, kann bei jeder Ü-50-Party erlebt werden. Heute steigert Nostalgie mit solchen Tricks ganz allgemein das Wohlbefinden und bedeutet oft genug ein gemeinsames Schwelgen in Erinnerungen. Sie ist insofern auch ein Mittel gegen Einsamkeit und legt etwas nahe, was einer Entfremdung zuwider läuft. Ob Nostalgie vielleicht sogar grundsätzlich etwas mit anderen Menschen zu tun hat? Durch solche Faktoren mag Nostalgie durchaus etwas mit der Suche nach Identität zu tun haben. Nostalgie war einmal etwas eher Negatives und wurde früher mit Erscheinungen wie Angst, Schlaf- und Appetitlosigkeit in Zusammenhang gebracht. Leider kann Nostalgie in der Politik teilweise verheerende Auswirkungen haben, wie nicht nur eines wieder mächtigen US-Präsidenten Wahlspruch „Make America great again“ dokumentiert. Viele populistische Strömungen arbeiten mit der Sehnsucht nach Rückkehr ins Geborgene, Wohlgeordnete, mit der gewünschten und versprochenen Rückkehr zu etwas, was aus Vergangenheit bekannt zu sein scheint. Wenn ich in mich gehe, so entdecke ich unter anderem ein Bedürfnis nach Selbstvergewisserung und Integration dessen, was die Zeit in ihrem Laufe einst in mich hinein geschaufelt hat.

Mittwoch, 2. April 2025

Liebe und Erkenntnis

Immer heftiger scheint das an uns heran zu rücken. Ob die Dinge so sind, wie wir sie gerne hätten? Ob es überhaupt darum geht, die Dinge so zu erkennen, wie sie sind? Glücklich sein, koste es, was es wolle? Es scheint immer mehr dieses „Positive thinking“ verbreitet zu sein, jene Geisteshaltung, die ein bestimmtes Verhalten geradezu diktierend aus den USA übernimmt und deren Auswirkungen man unter anderem in Aldous Huxleys vor etwa 100 Jahren geschriebenem Roman „Brave New World“ bestaunen kann. Es geht bei "positive thinking" auch darum, die eigene Haut rettend zu pflegen und die vielen „negativen“ Bedrohungen so auszublenden, dass sie keineswegs eine (politische) Bedeutung gewinnen können. Man schafft sich seine eigene Welt, inklusive „Fake News“. Freilich könnte es so sein, dass jegliche individuelle Haltung erst etwas bewirkt, wenn sie auch politisch ist. Ob es so ist? Der Gegenmeinung geht es vor allem um „positive Ausstrahlung“, was womöglich ja auch okay ist, aber in der Realität wohl nur die Hälfte des Phänomens ist. Sich negativer Dinge bewusst zu sein, heißt nicht notwendigerweise, dass dies auch negativ sei. Es könnte ja auch sein, dass es einen Wert an sich bedeutet, wenn sich jemand gewisser „negativer“ Dinge so bewusst ist, dass er weiß wo und als wer er ist und unter welchen Bedingungen er lebt. Wer sie verschuldet“, wer für sie verantwortlich sein könnte, ist da einfach eine weitere Dimension. Natürlich könnte gegenseitige Liebe eine Lösung sein. Aber sie liegt noch in weiter Ferne, solange gewisse starke gesellschaftliche Kräfte sie verhindern und die Prosperität des radikal Einzelnen fordern, wie etwa im Neoliberalismus. Ob das etwas Negatives ist, was man an sich heran lassen sollte, um zu wissen, was geht….? X x x Are things the way we would like them to be? Is it even about recognizing things as they are? To be happy, whatever the cost? This "positive thinking" seems to be becoming more and more widespread, the mentality that almost dictates a certain behavior from the USA and whose effects can be seen in Aldous Huxley's novel "Brave New World", written around 100 years ago. "Positive thinking" is also about taking care of your own skin and blocking out the many "negative" threats so that they cannot have any (political) significance. You create your own world, including "fake news". Of course, it could be the case that any individual attitude only has an effect if it is also political. Is that the case? The opposing opinion is primarily concerned with "positive charisma", which may well be okay, but in reality is probably only half the phenomenon. Being aware of negative things does not necessarily mean that they are negative. It could also be that it is of value in itself when someone is so aware of certain "negative" things that they know where they are and who they are and under what conditions they live. Who is to blame for them, who could be responsible for them, is simply another dimension. Of course, mutual love could be a solution. But it is still a long way off as long as certain strong social forces prevent it and demand the prosperity of the radical individual, as in neoliberalism. Is that something negative that we should let in to know what is possible...?

Dienstag, 1. April 2025

Älter werden

Ich blicke in meine Umwelt und schreibe auch das Folgende auf: „Ich beobachte, wie sie alle vor dem Älterwerden fliehen. Betreiben nahezu manisch Sport, sind dauernd am Umziehen vom verschwitzten und also unbrauchbaren Klamotten ins richtige Outfit. Ich beobachte, wie die Gesichter faltiger werden, verletzlicher auch, wie sie sich wehren und auf dieser Strecke immer mehr zum Verlierer werden. Körperliche Gebrechen kommen hinzu, machen sie schwächer, liefern sie denen aus, denen sie nie ausgeliefert sein wollten. Sie dachten stets: „Das sind die, und das sind wir“. Doch jetzt sind sie selbst die Alten, gehören zu denen, ohne dass sie gefragt wurden. Die sind vielleicht auch reich, können sich Hilfe leisten, lassen kommen und geben Anweisungen. Und doch: sie lassen nach. Die Jungen verschwenden noch keinen Gedanken daran, leben nicht in dieser Welt. Das heißt: sie glauben nicht daran. In Silicon Valley tüfteln auch Firmen an der Idee der Unsterblichkeit, oder doch zumindest an der Lebensverlängerung. 120 Jahre oder auch 500 alt könne man bald locker werden, so heißt das. Wenn es denn so wäre, so wäre es wieder einmal typisch amerikanisch, dieser Idee mit technologischen Mitteln nachzugehen, so denke ich manchmal. Die sogenannten „Reichen“ könnten es sich leisten, der soziale Trash nicht. Die Idee des allgemeinen Gesundheitssystems ist hierzulande nur noch eine vage Idee, in den USA wird sie mitunter als Mischung aus Faschismus und Kommunismus bekämpft. Sie glauben immer noch an das Glück, das Verdienst der Tüchtigen. „Vom Tellerwäscher zum Millionär“. American Dream. Einzelne, die „es“ geschafft haben. Das Aufstiegsversprechen. Auch von daher lassen sich - beileibe nicht erschöpfend! - die Erfolge von jemand wie Donald Trump erklären. Da ist einer, der es weiß, der vorgibt, der zu alter Größe zurück will (ob das bereits nicht schon eine Projektion ist?). Einer, der sich aus seinem Wissen zu den Armen hinabbeugen und es ihnen zeigen wird, - so in etwa der naive Glaube an solche Figuren.

Sonntag, 30. März 2025

Suche nach dem Etwas

Nun ja, es entwickelte sich sogar ein Wir-Gefühl zwischen uns: Wir fühlten uns wie ein kreativer Stoßtrupp, wir suchten ganze Nachmittage lang nach der einen, der großartigen Melodie, nach dem Einfall, der uns hinweg tragen würde in all seiner.... . Aber wir fanden nur fremd klingende Breaks, verhuschte Passagen, rhythmische Katastrophen, tonale Andeutungen, die völlig unbrauchbar für die richtige Rockmusik der Tatmenschen waren. Wir streiften zusammen durch musikalische Landschaften, die zwar wildromantisch waren, aber einfach nicht auf eine Weise zu kultivieren waren, dass sie in einem Jugendhaus irgend jemanden von einem dieser alten, verstunkenen und verfurzten Sofas gerissen hätten. Das ging nicht ab. Das ging schon gar niemanden in die Beine. Das war einfach nur unverständlich und verschroben. Im Grunde die reine klangliche Kloake. Aber wir waren infiziert davon, wir waren - glücklich - damit. Wir hatten etwas aus dem Nichts geschaffen, über das wir eine Weile staunten und das dann wieder zurück fiel in das Nichts. Wir waren auf einer Mission, deren Sinn, deren Reichtum sich erst noch später enthüllen sollte, - vielleicht sehr viel später. Erst musste von uns aber noch die dafür nötige Erforschung gemacht werden…

Freitag, 28. März 2025

Frührock

Als die Beatles und die Stones bekannt wurden, in den frühen sechziger Jahren, ist der Rock auch hier populär und zur Jugendkultur geworden. Er hieß damals Beat und ließ plötzlich aus dem Humus jugendlicher Träume Bands hervorsprießen, die die in den Jugend- und Gemeindehäusern, in den Tanzschulen und kleinen Säalen der Region auftraten. In Stuttgart gab es für solche Gelegenheiten vielleicht die Tivoli Bar in der Hauptstätter Straße, aber keine Beatles und auch keinen Cavern Club wie in Liverpool. Dafür gab es die Caverns, Muli and his Misfits mit einem gewissen Wolle Kriwanek, es gab Five Fold Shade mit Andy Goldner und es gab The Dynamites mit Wolfgang Schmid, der in den Siebzigern als Bassist von Klaus Doldingers Passport zu einem Pionier der Fusion von Jazz und Rock wurde und Tourneen in aller Welt absolvierte. „Im Remstal war am meisten los“, so erinnert Schmid heute. „In Schorndorf, im „Schlachthof“ hatten wir unser erstes regelmäßiges Engagement, immer sonntags von 17 bis 22 Uhr. Im Alter bis 16 durfte man da bis 22 Uhr hinein, aber nur in Begleitung eines Erziehungsberechtigten. Meine Eltern oder meine ältere Schwester sind deshalb abwechselnd zu unseren Auftritten mitgefahren“. Im Auftrittsvertrag der Dynamites mit dem Gasthaus Lamm in Schornbach vom 10. August 1964 heißt es wörtlich: „Sollte ein Mitglied der Kapelle ausfallen, so ist vollwertiger Ersatz zu beschaffen oder ist die Klangfülle durch Mehrleistung der Geräte wiederherzustellen“. Die „Geräte“, das waren anfangs nur umgebaute Röhrenradios gewesen. „Dann kam der erste richtige Verstärker“, erzählt Schmid. „Drei Gitarren, Bass, Schlagzeug, alle spielten wir durch diesen einen Verstärker, weil er 5 Eingänge hatte. Das muss geil geklungen haben.“

Mittwoch, 26. März 2025

Sportwerbe

Dass jetzt gnadenlos über sehr lange Zeitstrecken Sportarten wie americal football (NFL), Basketball (NBL) oder US-Eishockey (NHL) im privaten Fernsehen promoted werden, ergibt in mir keinen Sinn. Ob da viel Geld im Spiel ist? Oder ob da einfach das in Deutschland so beliebte zeitverzögerte Kopieren amerikanischer Gegebenheiten die entscheidende Rolle spielt? Ob da etwas „in den Markt gedrückt werden“ soll? Vom SUV bis zum verlogenen american cheese-Lächeln scheint ja nahezu alles kopiert werden zu müssen, was aus den USA kommt (hoffentlich nicht auch noch eine Figur wie Trump). Ich (und womöglich nicht nur ich) finde dies im Falle TV etwas penetrant. Der Werbeeffekt wird meiner Meinung nach zu stark und anhaltend gesucht, er geht mir auf die Nerven.

Dienstag, 25. März 2025

Alpenglühn

Diese (Winter)sporthelden, deren Rennen die TV-Sender dauernd übertragen, machen womöglich Werbung für nicht nur für bestimmte Marken, sondern auch für die „Wintersportgebiete“ samt den sich an sie knüpfenden Zirkus, - und damit für die Zerstörung der Alpen. Zudem scheint dabei auch noch eine Art Chauvinismus eingeübt zu werden. Mir fällt die Formulierung „die Deutschen“ auf, die „Gas geben“ sollen. Ob nicht allein schon diese Wortwendung etwas aussagt, was passe´ sein müsste? „Nie wieder“? „Klimaschutz“? Besonders scheinen sich dabei die Ski-Helden und deren „Reporter“-Bewunderer hervor zu tun. All diese Sportfritzen machen zudem Werbung für das Leistungsprinzip. Es gilt das „Höher schneller weiter“, das zumindest jetzt, im Druck der Verhältnisse, von der Masse der Menschen etwas reflektiert sein müsste. „Wir müssen mehr arbeiten“ wiederholt ein Kanzlerkandidat dauernd. Wen er wohl damit meint? Wir besichtigen Menschen im Tunnel, in einer Wahrnehmungsblase, deren Gesetze sie all den Anderen vorspielen. Bewunderung soll über sie herein brechen, weil sie in einem winzigen Bereich sich als „die Besten“ herausstellen sollen.

Montag, 24. März 2025

Fußballwerb

Das Fußballspiel hallt noch nach in mir. Doch schon kommt es auf einen zu: „Prominente“ Gesichter empfehlen mir dies und jenes, Schlachtrufe der blödesten Art hallen durch unsere Hallen… Zu vermuten ist, dass dies wirkt. Dass dies Umsätze herbei führt. Dass dies ankurbelt. Wachstum schafft. Dass die Menschen darauf reagieren, indem sie kaufen. Die Verbindungen können der absurdesten Art sein: Hauptsache, ein „Prominenter“! Der Erfolg solcher Aktionen wird überprüft, es findet Erfolgskontrolle statt. Alles scheint zu funktionieren. Etwas wird bekannt oder bekannter gemacht dadurch, dass ein „Prominenter“ voraus geht und etwas von seinem Schein dem Produkt überträgt. Dass dieser „Prominente“ sich so etwas gut bezahlen lässt: selbstredend. Mir dagegen geht es so: einmal werden mir gewisse Gesichter unglaubwürdig, indem diese sich offenbar für alles hergeben und gleichzeitig Gutmensch-Sprüche in anderen Formaten klopfen können. Andererseits zweifle ich auch oft an den Reaktionen des Publikums, dieser Leute draußen, die offenbar mit einem Kaufimpuls auf solche Strategien antworten.

Sonntag, 23. März 2025

Pop und Kritik

Popmusiker und Popkritiker. Als Popkritiker hört man das Zeugs ja ununterbrochen, es ist Material, zu dem man gezwungen ist. Kein Wunder, dass man irgendwann anfängt, im gehassten „Mainstream“ das Außergewöhnliche zu suchen und dann zu propagieren, es regelrecht zu lieben. Man hat ja den Überblick. Die meisten Kritiker wollen diese Sicht dann absolut setzen, womit sie schon den ersten Schritt der Entfernung vom „Normalkonsumenten“ machen, der Musik höchstens mal zwischendrin zur Entspannung , gerade mal jemanden schätzt und ansonsten auf billige und weniger billige Popheldenverehrungsreflexe reagiert. Im Rahmen seiner Rolle als Avantgardist, der alles souverän zu überblicken glaubt, scheint der Popkritiker damit so gar nichts am Hut zu haben und grenzt sich also fortwährend gegen solche „irrelevanten“ Bestrebungen ab. Er selbst wähnt sich viel näher am Gral, vergisst aber darüber gerne, dass die drei Buchstaben „Pop“ für „populär“ stehen. Also eine Musik, die unter anderem mit grellen Effekten und Übertreibungen operiert, mit Vereinfachungen, Reflexen und Hörgewohnheiten, mit kommerziellen Übertreibungen und einer Einstellung der Gleichgültigkeit, die nichts oder wenig auf Geschmäcklerein gibt, sondern die Masse des Volkes („Populus“) bedient. Dieses Volk macht Pop dann oft durch Tricks und Effekte (oft Sex, aber auch andere Egokultismen...) des Hervortuns zu Konsumenten und in der Folge zu Bewunderern, die das ausleben, was man selbst als Angehöriger einer Masse gerne ausleben würde. Pop ist also Massenkultur, hat aber im Laufe seiner Entwicklung auch andere Ausdrucksmöglichkeiten gewonnen. Deren scheinbare „Relevanz“ und Wichtigkeit für den Fortgang des Ganzen aufzuzeigen, hat sich der Popkritiker oft vorgenommen. Seine Recherche beschränkt sich dabei allzu oft auf dem Nachspüren von Trends, im Untergrund, in der Avantgarde dessen, was man für so „relevant“ und wichtig hält, dass es gar seinen Einfluss auf Massenphänomene nehmen könnte. Die Gefahr: sich in der Mitte eines Flow zu wähnen, der nur dazu da ist, bestimmten Leuten des „besseren“ Geschmacks eine Möglichkeit zur Abgrenzung zu verschaffen, sich als Wissender einzuordnen, dort wo ansonsten nur plumpe Reflexe regieren. Sicher, es gilt das Originelle aufzuspüren, das, was potentiell auch eine Masse ansprechen könnte, das mit seiner Kreativität nahezu überwältigt. Doch betrachte ich die Realität der Popkritik, so kommen mir erhebliche Zweifel an einer solchen Sicht. Meist scheint mir ja doch auch das noch nachgeäfft zu werden, was unter Wissenden und Auskennern gerade angesagt ist.

Samstag, 22. März 2025

Obsttricks

Ich habe in den vergangenen Tagen und Wochen oft Clementinen und Apfelsinen gekauft, jeweils im Sonderangebot. Danach freilich kommt es mir so vor (ich kann mich täuschen...), als sei ich regelmäßig betrogen worden. Die Clementinen waren beim Auspacken oft vermatscht und faulten sehr bald, genauso wie die Apfelsinen, bei denen ich ebenso eine hohe Ausfallquote hatte. Rechne ich diesen Verlust ein, waren die Clementinen als auch Apfelsinen ziemlich teuer. Ob man da mit „Sonderangeboten“ etwas abgezockt wird? Der Verdacht liegt nahe, dass hier noch schnell möglichst viel dieses Obstes „in den Markt“ gedrückt werden soll, ohne Rücksicht auf Verluste (die natürlich der Kunde auf diese Weise trägt).

Freitag, 21. März 2025

Fußball und Profit

Nun ja, ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Es ist einfach nur sentimental, zu glauben, im Profi-Fußball käme es auf die Besucher im Stadion an. Gewiss, sie sollen die emotionale Staffage zu den Spielen abgeben, sollen Stimmung und Atmosphäre erzeugen, Identität schaffen, Motivation geben und einen am Ende was am Merchandisingstand oder später im Vereinsshop kaufen lassen. Sie sollen Krach machen, aber keine Pyrofeuerwerke veranstalten. Sie sollen ihre vom Business vorgesehene Rolle spielen, - basta. In Wirklichkeit aber, so scheint es mir, kommt es sehr viel mehr auf die Vielen vor den Fernsehbildschirmen an. Das rechnet, skaliert sich. Die Fernsehcompanies scheinen jenes Geld auszugeben, auf das es im Fußballprofizirkus wirklich ankommt. Es geht um Einschaltquoten und die ndamit verbundene Werbung. Superklar wurde mir das, als zu Zeiten von Corona jemand die Diskussion um den Wiederbeginn der Fußball-Bundesliga und die damit verbundene Situation deutend wahrnahm. Finanzieller Ausgleich müsse schnellstens angestrebt werden, so hieß es. Man kann dann nicht befremdet oder überrascht sein. Fußball ist ein Showgeschäft mit hoher Nachfrage, in dem riesige Honorare genommen werden und auch internationale Organisationen als Lobbyisten nach vorne geschoben werden (oder sich selbst nach vorne drängen), um das eigene Anliegen des Geldverdienens zu befördern. Und da Geldverdienen ein ganz besonders ausgeprägtes marktwirtschaftliches Verhalten suggeriert: Alles okay. So funktioniert diese Gesellschaft.

Donnerstag, 20. März 2025

Essen und soziale Schichtung

Erinnerungen brechen über mich herein. Ich fresse schlechtes Zeugs, weil ich Hunger habe. Ich sah eine TV-Sendung über Fertiggerichte. Ein vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen bestellter Koch sollte kosten und dann Aussagen dazu machen. In seinen Beurteilungen neigte der Koch meist dazu, die Fertiggerichte zu begrinsen und sie für völlig minderwertig und „nicht zu genießen“ zu beurteilen. Ach! Nur: Nach meinen Erfahrungen ist das genau jene Qualitätsstufe von Essen, mit denen Menschen in Altenheimen zu oft „beglückt“ werden. Darüber also lacht ein etablierter Koch und spricht dem Gebotenen keinerlei Geschmack oder sogar wegen der vielen Zusatzstoffe gesundheitsschädliche Effekte zu. Dies erscheint mir ziemlich verräterisch für das Verhalten dieser Gesellschaft, die nach „den Alten“ die unterernährten Bevölkerungsgruppen dieser Erde mit großer Gleichgültigkeit oder gespielter Betroffenheit kommen lässt, während man selbst exklusive Biokost verzehrt. Es ist eine Pyramide: Die Besserverdienenden und das Volk, das mit Aromastoffen und anderen Chemikalien aufgepoppten Fraß frisst, zu fressen hat.

Mittwoch, 19. März 2025

Seitenblick

Die Lüge breitet sich aus Eindruck schinden um jeden Preis Macht macht korrupt Gemeinplätze kennt jeder, sucht sie aber nicht auf Der Baum der Erkenntnis geht zugrunde, eine aufgehübschte Realität umgibt uns, Influencer machen sich das zunutze „Over-newsed“ und „under-informed“ Erregungshäppchen erzeugen WutausbruchZynismus regiert und bläst uns ins Ohr, alles sei so schön wie nirgends Gefühle auslösen Niemand ist an nichts schuld oder hat Verantwortung es wird alles auf „das System“ geschoben „wenn ich nichts mache, macht es ein anderer...“

Dienstag, 18. März 2025

Der Fripp

Ich höre King Crimson, springe von Scheibe zu Scheibe, von zeit zu Zeit:: einerseits aufgeblasene Egomanien, anstrengend in sich selbst hinein bohrend, andererseits zeitlos in sich ruhend, nervös. Dazu schrieb ich einst: Ich höre eine dicke alte Vinyylscheibe, King Crimson's „Three of a perfect Pair“. Aus den achtziger Jahren. Der Vorgang“ hat und hatte im Gegensatz zu heute etwas mit Respekt und Aufmerksamkeit zu tun, mit einem Sichaussetzen ganzen Vinylscheibenseiten gegenüber. Es hatte einen ja auch etwas gekostet. Kohle. Im äußersten Fall 19,80. Also wollte man sie nicht einfach ablegen, zur Seite legen. Sie hatte als ausgewachsenes Album eine große Fläche, sie war ein veritabler Gegenstand. Sie war auch farblich gestaltet. Hatte einen grafischen Entwurf. Sie fühlte sich an. Man fühlte sich ein in sie, versuchte (im Rahmen der anderen Scheiben, deren Entwürfe einem vorgegeben waren...) zu verstehen. Man brachte dem gegenüber, der sich das als „Künstler“ ausgedacht hatte, Respekt auf. Es nötigte einem Auseinandersetzung ab. Man gab den Dingen Zeit, um sich zu entwickeln. Überhaupt, die Scheiben hatten einen anderen Rhythmus, schienen genau dafür Zeit zu haben, sich zu entwickeln, Spannungsbögen entstehen zu lassen. Das alles hatte die Zeit, um schließlich Emotionen in einem auszulösen. Man bildete sich eine Meinung und konsumierte nicht nur. Man schrieb das Gehörte einigen Namen zu, man versuchte, das Typische daran zu erkennen, man brachte es in Beziehung zu einem selbst. Aber alleine schon den Plattenspieler (welcher ist der Beste, den man sich gerade noch würde leisten können?) ständig auf dem neuesten Stand zu halten, ihm ein geeignetes Abnehmersystem (wie viele Diskussionen habe ich einst darüber geführt!) zu gönnen, die Werte an den dafür vorgesehenen Einrichtungen (z.b. „Skating“) korrekt einzurichten, erscheint mir aus heutiger Sicht als eine veritable Aufgabe, die vieles an einem forderte, wofür man sich gar nicht geeignet fühlte. Also versuchte man, halt so einigermaßen mitzuhalten. Diese vorliegende Scheibe mag auf viele damals abstrakt und avantgardistisch gewirkt haben. Heute tut sie das nicht mehr. Sicher, vieles scheint schroff. Aber heute, wo die Gefälligkeit, die leichte Konsumierbarkeit überall zu regieren scheint, ist das pure Erholung. Es wird gegen den Strich gebürstet, das Unerwartete auf geradezu entspannte Weise gesucht. Ungerade Rhythmen schleichen sich in den Kopf. Bob Fripp? Ha! Bill Bruford? Ha. Hatte man ja in verschiedenen Zusammenhängen kennen gelernt. Tony Leven, der anpassungsfähige, variable und kahlköpfige Alleskönner. Wer war er wirklich? Immerhin scheint er hier die Synty-Tasten gedrückt zu haben. Adrian Belew schien mir damals bei King Crimson das Popelement beizusteuern, obwohl von ihm bei Zappa und bei den Talking Heads davon nicht viel zu hören gewesen war. Aber die Stimme: typisch! Es werden einem Aufgaben gestellt von jemandem, dem man sich anvertraut hat. Dafür muss man dann nach ungefähr 20 Minuten springen, um die Platte umzudrehen. Es ist kein komfortables, angenehmes Durchhören. Ein ständiges Rennen. Die Kratzer an den immergleichen Stellen ärgern einen auch. Überhaupt, man hatte viel gehört, das Gleiche wohl 30 mal hintereinander (oder noch wesentlich öfter...). In verschiedenen Lebenssituationen. Man hatte es auf sich wirken lassen. Man kannte vieles davon nahezu auswendig. Querverweise hatten sich einem aufgedrängt. Der mit dem und der mit jenem..... Weltbilder schienen aufeinander zu stoßen, es entwickelte sich ein Kalaidoskop der musikalischen Möglichkeiten. Es regte unsere Phantasie an. In viele Richtungen. Wir wurden dadurch einigermaßen „open minded“. Wir dachten, die ganze Welt solle so werden. Würde so werden. Wir staunten manchmal. Wir ordneten Sounds und Spielweisen Namen zu. Wir ließen sie an uns heran. Sie wurden ein Teil von uns....“Uns“? Von mir.

Sonntag, 16. März 2025

Geruch zurück

Sonntagmorgen. Ich erinnere mich an eine andere Zeit. Sonnendurchflutete Zeit, die durch mich und den Bauernhof gegenüber floss: Die Sonne, der Geruch, eine Mischung aus Mist, frischer Luft und Gras, darin mein Erfahren, einerseits der Wiederkehr des Augenblicks, andererseits der Sensation, die darin lag. Da war meine Sehnsucht hinaus an den Horizont, ins Draußen der Möglichkeiten, die Beständigkeit und Veränderung, die darin ihre Selbstverständlichkeiten gewann und dem festen Kreislauf dessen entsprach, was man gemeinhin Natur nennt und was damals meine Selbstverständlichkeit war. Man war beschützt und behütet vor jenen Krisen und Katastrophen, die uns jetzt immer selbstverständlicher scheinen. Meine Familie nahm teil an Kreisläufen des Austauschs dessen, was man zu geben und zu nehmen hatte. Aus heutiger Sicht geschah das in großer Natürlichkeit. Das Land, der Boden, die Erde. Alles war da. Man trat hinaus und es überkam einen ein Hauch all dessen. Er umgab einen, ohne dass man darüber nachdachte. Das Muhen der Kühe, ab und zu, garstige Notwendigkeiten und überlieferte Formen: das war die Form, in die sich auch Plätze, Häuser, Ansammlungen von Menschen aller Art gossen. Sogar die Paarungen aller Art. Man war klein, am Anfang, alles war Versprechen und Möglichkeit. In einer noch unscharfen Form wurde man sich seiner selbst bewusst.

Mittwoch, 12. März 2025

Meine Musik als Konzept

Ich begegne meiner Musik und bin mal wieder erstaunt. Nabelschau ist damit angesagt. Kann man so sehen. Natürlich. Man entlarvt sich selbst. Erfahren, was man da macht und vor allem: was man gemacht hat. Ich weiß ja, dass konventioneller Gesang in meinem Konzept keine Rolle spielt. Ich habe ein paar Stücke mit einer Art von poetischem Sprechgesang, meine Stimme in rhythmisierten Worten, weich und hart, sachlich und verklärend zugleich. Melodien tragen bei mir meist die Flöte und das Sax (meist Bariton). In der Pop- und Rockmusik ist ansonsten meist ein Gesang angesagt. Im günstigen Fall selbstvergessen, im weniger günstigen Falle ist das eitel und „Sich-andienend“. Mein zweites Instrument, die Gitarre, taucht meist verzierend im Hintergrund auf. Was mir darin vorschwebt? Ich mochte einst Gitarristen der Vergangenheit wie Steve Hackett und David Rhodes. Lautmaler. Trotzdem tauchen bei mir immer wieder Stimmfetzen auf, deuten etwas an, und verschwinden. Sie wollen die gängigen Formen von Sinn verleugnen. Ich nehme nur noch Bruchstücke, weil ich den gängigen Formeln der Selbsterfahrung misstraue, die meist genannt wird. Ich füge mich ein in mich selbst, ich lasse Klischeehaftes, Andeutungen durch Räume rinnen. Gleichzeitig nehme ich bewusst und unbewusst meine Vergangenheit als Rockmusiker auf und wandle sie in meine Musik. Das Körperliche und Sinnliche der Musik versuche ich in pulsierenden Rhythmen einzufangen. Das Hypnotische auch. Das hinaus Zeigen ins Kosmische, in das wir eingebettet sind. Von hinten kommen zudem Erfahrungen von Kirchenmusik hinzu. Ich behaupte nicht, dass ich das alles kann, sondern ich stelle es in den Raum. Ich habe Respekt vor dem und denen, die ich als wahre Musiker erlebt habe. Meine Stärken vermute ich woanders.

Dienstag, 11. März 2025

Seitenblick

Es ziehen Düsenjets am Horizont wir schauen in die Trägheit und wissen nur: es wird zu spät sein. Es herrscht, es dirigiert die Macht, der Markt der alles vernichtet zugunsten von ein paar Figuren zu denen sich immer noch so viele zählen wollen Wir stolpern durch ein Tor und können nicht mehr zurück man starrt hinaus und man starrt hinein es beschleicht einen die Furcht vor dem, was kommt Die Angst regiert, die Blindheit, die Ausgewogenheit das, bei dem alle mitmachen Wohliger Komfort umspielt schlechtes Gewissen um einen herum gehen Personen und Dinge unter Menschen sprechen sich frei, sind sich nichts bewusst sprechen Wert zu und vernichten „Alles, bloß nicht ich…!“

Montag, 10. März 2025

Promiwerbung

„Prominente“ Gesichter empfehlen mir dies und jenes, Schlachtrufe der blödesten Art hallen durch unsere Hallen… Zu vermuten ist, dass dies wirkt. Dass dies Umsätze herbei führt. Dass dies ankurbelt. Wachstum schafft. Dass die Menschen darauf reagieren, indem sie kaufen. Die Verbindungen können der absurdesten Art sein: Hauptsache, ein „Prominenter“! Der Erfolg solcher Aktionen wird überprüft, es findet Erfolgskontrolle statt. Alles scheint zu funktionieren. Etwas wird bekannt oder bekannter gemacht dadurch, dass ein „Prominenter“ voraus geht und etwas von seinem Schein dem Produkt überträgt. Dass dieser „Prominente“ sich so etwas gut bezahlen lässt: selbstredend. Mir dagegen geht es so: einmal werden mir gewisse Gesichter unglaubwürdig, indem diese sich offenbar für alles hergeben und gleichzeitig Gutmensch-Sprüche in anderen Formaten klopfen können. Andererseits zweifle ich auch oft an den Reaktionen des Publikums, dieser Leute draußen, die offenbar mit einem Kaufimpuls auf solche Strategien antworten.

Samstag, 8. März 2025

VerbraucherInnen

Auf der einen Seite sollen wir unablässig shoppen und konsumieren, fressen und saufen, damit „die Wirtschaft“ besser läuft. Am besten wäre es, wenn wir die ganze Zeit verbrauchen, essen und trinken bis zum Erbrechen würden. Auf der anderen Seite aber sollen wir gesund leben. Vieles von dem, was wir essen und trinken, ist aber gar nicht gesund. Und für die Gesundheit wird ja ohnehin alles getan. Das heißt: es soll im Einklang mit den Geboten eben dieser Gesellschaft möglichst effizient getan werden. Der Schuss kann aber auch nach hinten los gehen, was sich unter anderem in neuen Krankheitsbildern zeigt. Orthorexie ist ein Krankheitsbild, das dadurch entsteht, dass sich Leute nur noch gesund ernähren. Sie meinen es. Sie haben eine bestimmte Lehre zu ihrer Religion erhoben. Die haben dann aber bestimmte Mangelerscheinungen, weil sie bestimmte Dinge nicht mehr essen. Der Staat gibt noch bestimmte Verbote hinzu, für Sachen, die nicht gesund sind. Das Rauchen zum Beispiel. Aber auch der Alkohol könnte auch noch stärker geächtet werden. „Nicht gesund“ meint in diesem Zusammenhang aber vor allem die Folgekosten für die Gesellschaft: das ist teuer und steht unausgesprochen unter den teilweise recht abschreckend ausfallenden Warnhinweisen. Wobei diese Gesellschaft durchaus noch unpassendere Gelder verschwendet als diejenigen, die sie für das ausgibt, was sie für Genuss hält. Doch der Mensch soll sich auch diesbezüglich noch weiter selbst optimieren und sich ökonomisieren.

Randy

Randy Newman singt auf seinem 2017 erschienenen Album "Dark Matter" seinen Song "Putin". Es geht so los: "Putin puttin' his pants on, one leg a time, You mean just like a regular fellow. huh?, he ain't nothing like a regular fellow....." am Ende dieses Songs heißt es "I don't know, Lenin couldn't do it, I don't know Stalin couldn't do it, they couldn't do it, why do you think I can? You're gonna lead our people to the promised land. you're right, Goddamn. I'm the Putin man...." Dazwischen treten die "Putin Girls" auf. Sie trällern "Putin if you put it when you, put it where you put it....etc."

Donnerstag, 6. März 2025

Klangräume

Ich will und wollte andere Klangräume auftun, ein anderes Spielfeld, eine andere Phantasie, akustische Ereignisse, die da hindurch gehen, die manchmal herbe Gegensätze aufreißen, um sie sogleich wieder zuzuschütten in Klängen, die gelegentlich auch das Populäre und Vulgäre in sich tragen. Ich will nicht mehr das Vorführen von technischen Fertigkeiten, die sich im Hektischen Rasanten ergehen, sondern eine gezielte Langsamkeit dagegen setzen. Ich will andere akustische Erlebnisse schaffen, will Alltagsgeräusche einbeziehen und doch meiner Biographie entsprechend an Pop andocken. Ich will auch die Leere abbilden, will mit schöner Ereignislosigkeit umgehen. Beschauliche Besinnlichkeit und das Baden in Klangschäumen ist weniger mein Ziel, als vielmehr die Irritation, auch das Zusammenführen von Gegensätzen in der Entäußerung. Nicht das Event, dass sich plötzlich in urwüchsiger Vitalität Bahn bricht, sondern das langsame Überführen von Gegensätzen auf eine andere Ebene ist mein Ziel. Nicht das selbstbesoffene „In-Sich-Waten“, die narzisstisch vorgeführte Ichsuche, die spirituelle Selbstoptimierung wäre mein Ziel, sondern vielmehr das Abschreiten der Einöde, des Steilen und Unwägbaren, das "Ungewöhnliche", das Streifen des Vulgären, Banalen und des „dreckigen“ Alltäglichen.

Mittwoch, 5. März 2025

Reise im Bewusstsein

Mit dem Stichwort „Reise“ (nicht nur in „Reise durch Wirklichkeiten“) meine ich eine gewisse Beweglichkeit, eine Neugier auch auf andere Horizonte, ein Heraustreten aus der eigenen Wahrnehmungswelt, andere Ansichten zur Welt, andere Einordnungen, das spielerische Einnehmen von Positionen, die Einsicht in eine relative Gültigkeit bringen, die anderes, das Andere, ja auch das Fremde grundsätzlich zulässt, ja, die sogar neugierig darauf ist. Dass Ansichten der Welt aus kulturellen und sozialen Gegebenheiten heraus nahezu programmiert sind, habe ich in der Soziologie gelernt. Dass damit oft Machtfragen zusammen hängen, brachte mir die Politikwissenschaft bei. Was mich da immer erstaunt hat: Das Maß an Berechenbarkeit ist schockierend angesichts dessen, dass immer wieder „der freie Wille“ postuliert wird. Vor allem die „Marktforschung“ macht sich diese Programmiertheit zunutze bei ihren Prognosen. Im Idealfall freilich stellt sie Studien und Thesen aus unbeteiligter Perspektive auf, lässt sich nicht infizieren von Gegebenheiten, will nachvollziehbare Erkenntnisse. Auch dies will ich ein bisschen durchbrechen mit meinem Blog, will das Beteiligtsein durchaus zulassen und keinen Anspruch auf objektive Gültigkeit oder jene Nachvollziehbarkeit erheben, die allzu oft und offensichtlich erkauft scheint von mächtigen wirtschaftlichen Interessen.

Dienstag, 4. März 2025

Klangspielfeld

Ich will und wollte andere Klangräume auftun, ein anderes Spielfeld, eine andere Phantasie, akustische Ereignisse, die da hindurch gehen, die manchmal herbe Gegensätze aufreißen, um sie sogleich wieder zuzuschütten in Klängen, die gelegentlich auch das Populäre und Vulgäre in sich tragen. Ich will nicht mehr das Vorführen von technischen Fertigkeiten, die sich im Hektischen Rasanten ergehen, sondern eine gezielte Langsamkeit dagegen setzen. Ich will andere akustische Erlebnisse schaffen, will Alltagsgeräusche einbeziehen und doch meiner Biographie entsprechend an Pop andocken. Ich will auch die Leere abbilden, will mit schöner Ereignislosigkeit umgehen. Beschauliche Besinnlichkeit und das Baden in Klangschäumen ist weniger mein Ziel, als vielmehr die Irritation, auch das Zusammenführen von Gegensätzen in der Entäußerung. Nicht das Event, dass sich plötzlich in urwüchsiger Vitalität Bahn bricht, sondern das langsame Überführen von Gegensätzen auf eine andere Ebene ist mein Ziel. Nicht das selbstbesoffene „In-Sich-Waten“, die narzisstisch vorgeführte Ichsuche, die spirituelle Selbstoptimierung wäre mein Ziel, sondern vielmehr das Abschreiten der Einöde, des Steilen und Unwägbaren, das "Ungewöhnliche", das Streifen des Vulgären, Banalen und des „dreckigen“ Alltäglichen.

Montag, 3. März 2025

Erkenntnis entgegen begegnen

Über sich selbst hinaus kommen? Etwas schauen, was nicht trivial ist? Meine Perspektive? Womöglich gibt es ja verschiedene Methoden, seinen Horizont zu erweitern: Das „Außer-sich-sein“, das Leute auf „Trip“ erfahren. Hier scheint die Schnittstelle im „Neben-sich-stehen“ zu liegen, was ich an anderer Stelle auch schon mal erlebte und was mich verändert zu haben scheint. Genauso ging's mir mit der Natur, die in Form der Evolution ständig etwas Neues probiert. Nicht nur der Grand Canyon war für mich eine tiefe spirituelle Erfahrung. Demut legte sich mir nahe. Respekt. Staunen. Es hat mich nüchternen Schlock richtiggehend ergriffen und tief berührt. Als Teil der Natur schloss dies die Tiere ein. Nicht nur Säugetiere. Es trat ein Empfinden für andere Zeiträume hinzu. Für Entwicklungen in der Natur. Deren Bezug zu mir, zu meiner Person, die mir in diesem Zusammenhang doch so unbestimmt zu sein schien, wurde mir wichtiger, nahm mich als ganze Person in Anspruch. Zeit. Zeitspannen. Was ist das? Bloß deshalb selbstverständlich, weil wir diese Sicht eingeübt haben? Wieso etwa habe ich solch unterschiedliche Musik (mal dies, mal jenes, immer auf der Suche nach meiner Synthese) gemacht, obwohl andere Gemüter ihren „Stil“, ihre Redundanz längst gefunden zu haben schienen? Ich habe immer versucht, die Realität von verschiedenen Seiten her zu umkreisen, ihr aus unterschiedlichen Perspektiven näher zu kommen. Dies bedeutete für mich „Polyperspektivität“. „Impressionistische Dialektik“ auch. Dass man Dinge stets aus mindestens zwei Perspektiven betrachten kann. Wenn etwas nicht geht, wenn etwas anderes die bessere Perspektive eröffnet, dann habe ich eher sie versucht. Ich war Besucher, Spieler, Probant, habe das Kaleidoskop zur Hand genommen, das meiner Meinung nach die Wirklichkeit ist. Habe Theorien ausprobiert, ausformulierte Sichtweisen genauso wie dumpfe und implizite Perspektiven. Habe abgewogen, vergleichend betrachtet. Mich nicht festgelegt, sondern versucht, Sichtweisen zusammen zu bringen, eine Fusion zu versuchen. Dadurch bin ich aber in eine Situation des ständig Optionalen gekommen, dessen, der sich scheinbar nie festlegen kann, wo es gefordert ist. Die Realität lässt das für mich nicht zu. Sie (und viele Menschen!) verlangt diese Festlegung, ich weiß. Ich selbst habe hingegen habe wechselnde Farben benutzt und doch versucht, eine Konstanz zu halten. Bin einer gewissen Ernsthaftigkeit nach gegangen. Habe mich spielerisch festgelegt, im klaren Bewusstsein um dessen Vorläufigkeit. Den meisten Menschen, so weiß ich jetzt erst, kommt dabei ihr Ego in die Quere. Sie knüpfen ihre Identität an bestimmte Positionen, vertreten Meinungen, stehen für etwas ...usw. Mir war mein Ego dafür nicht wichtig genug, denn ich besetzte ja wechselnde Positionen, ohne in belanglose Beliebigkeiten abzugleitenÜber sich selbst hinaus kommen? Etwas schauen, was nicht trivial ist? Meine Perspektive? Womöglich gibt es ja verschiedene Methoden, seinen Horizont zu erweitern: Das „Außer-sich-sein“, das Leute auf „Trip“ erfahren. Hier scheint die Schnittstelle im „Neben-sich-stehen“ zu liegen, was ich an anderer Stelle auch schon mal erlebte und was mich verändert zu haben scheint. Genauso ging's mir mit der Natur, die in Form der Evolution ständig etwas Neues probiert. Nicht nur der Grand Canyon war für mich eine tiefe spirituelle Erfahrung. Demut legte sich mir nahe. Respekt. Staunen. Es hat mich nüchternen Schlock richtiggehend ergriffen und tief berührt. Als Teil der Natur schloss dies die Tiere ein. Nicht nur Säugetiere. Es trat ein Empfinden für andere Zeiträume hinzu. Für Entwicklungen in der Natur. Deren Bezug zu mir, zu meiner Person, die mir in diesem Zusammenhang doch so unbestimmt zu sein schien, wurde mir wichtiger, nahm mich als ganze Person in Anspruch. Zeit. Zeitspannen. Was ist das? Bloß deshalb selbstverständlich, weil wir diese Sicht eingeübt haben? Wieso etwa habe ich solch unterschiedliche Musik (mal dies, mal jenes, immer auf der Suche nach meiner Synthese) gemacht, obwohl andere Gemüter ihren „Stil“, ihre Redundanz längst gefunden zu haben schienen? Ich habe immer versucht, die Realität von verschiedenen Seiten her zu umkreisen, ihr aus unterschiedlichen Perspektiven näher zu kommen. Dies bedeutete für mich „Polyperspektivität“. „Impressionistische Dialektik“ auch. Dass man Dinge stets aus mindestens zwei Perspektiven betrachten kann. Wenn etwas nicht geht, wenn etwas anderes die bessere Perspektive eröffnet, dann habe ich eher sie versucht. Ich war Besucher, Spieler, Probant, habe das Kaleidoskop zur Hand genommen, das meiner Meinung nach die Wirklichkeit ist. Habe Theorien ausprobiert, ausformulierte Sichtweisen genauso wie dumpfe und implizite Perspektiven. Habe abgewogen, vergleichend betrachtet. Mich nicht festgelegt, sondern versucht, Sichtweisen zusammen zu bringen, eine Fusion zu versuchen. Dadurch bin ich aber in eine Situation des ständig Optionalen gekommen, dessen, der sich scheinbar nie festlegen kann, wo es gefordert ist. Die Realität lässt das für mich nicht zu. Sie (und viele Menschen!) verlangt diese Festlegung, ich weiß. Ich selbst habe hingegen habe wechselnde Farben benutzt und doch versucht, eine Konstanz zu halten. Bin einer gewissen Ernsthaftigkeit nach gegangen. Habe mich spielerisch festgelegt, im klaren Bewusstsein um dessen Vorläufigkeit. Den meisten Menschen, so weiß ich jetzt erst, kommt dabei ihr Ego in die Quere. Sie knüpfen ihre Identität an bestimmte Positionen, vertreten Meinungen, stehen für etwas ...usw. Mir war mein Ego dafür nicht wichtig genug, denn ich besetzte ja wechselnde Positionen, ohne in belanglose Beliebigkeiten abzugleitenÜber sich selbst hinaus kommen? Etwas schauen, was nicht trivial ist? Meine Perspektive? Womöglich gibt es ja verschiedene Methoden, seinen Horizont zu erweitern: Das „Außer-sich-sein“, das Leute auf „Trip“ erfahren. Hier scheint die Schnittstelle im „Neben-sich-stehen“ zu liegen, was ich an anderer Stelle auch schon mal erlebte und was mich verändert zu haben scheint. Genauso ging's mir mit der Natur, die in Form der Evolution ständig etwas Neues probiert. Nicht nur der Grand Canyon war für mich eine tiefe spirituelle Erfahrung. Demut legte sich mir nahe. Respekt. Staunen. Es hat mich nüchternen Schlock richtiggehend ergriffen und tief berührt. Als Teil der Natur schloss dies die Tiere ein. Nicht nur Säugetiere. Es trat ein Empfinden für andere Zeiträume hinzu. Für Entwicklungen in der Natur. Deren Bezug zu mir, zu meiner Person, die mir in diesem Zusammenhang doch so unbestimmt zu sein schien, wurde mir wichtiger, nahm mich als ganze Person in Anspruch. Zeit. Zeitspannen. Was ist das? Bloß deshalb selbstverständlich, weil wir diese Sicht eingeübt haben? Wieso etwa habe ich solch unterschiedliche Musik (mal dies, mal jenes, immer auf der Suche nach meiner Synthese) gemacht, obwohl andere Gemüter ihren „Stil“, ihre Redundanz längst gefunden zu haben schienen? Ich habe immer versucht, die Realität von verschiedenen Seiten her zu umkreisen, ihr aus unterschiedlichen Perspektiven näher zu kommen. Dies bedeutete für mich „Polyperspektivität“. „Impressionistische Dialektik“ auch. Dass man Dinge stets aus mindestens zwei Perspektiven betrachten kann. Wenn etwas nicht geht, wenn etwas anderes die bessere Perspektive eröffnet, dann habe ich eher sie versucht. Ich war Besucher, Spieler, Probant, habe das Kaleidoskop zur Hand genommen, das meiner Meinung nach die Wirklichkeit ist. Habe Theorien ausprobiert, ausformulierte Sichtweisen genauso wie dumpfe und implizite Perspektiven. Habe abgewogen, vergleichend betrachtet. Mich nicht festgelegt, sondern versucht, Sichtweisen zusammen zu bringen, eine Fusion zu versuchen. Dadurch bin ich aber in eine Situation des ständig Optionalen gekommen, dessen, der sich scheinbar nie festlegen kann, wo es gefordert ist. Die Realität lässt das für mich nicht zu. Sie (und viele Menschen!) verlangt diese Festlegung, ich weiß. Ich selbst habe hingegen habe wechselnde Farben benutzt und doch versucht, eine Konstanz zu halten. Bin einer gewissen Ernsthaftigkeit nach gegangen. Habe mich spielerisch festgelegt, im klaren Bewusstsein um dessen Vorläufigkeit. Den meisten Menschen, so weiß ich jetzt erst, kommt dabei ihr Ego in die Quere. Sie knüpfen ihre Identität an bestimmte Positionen, vertreten Meinungen, stehen für etwas ...usw. Mir war mein Ego dafür nicht wichtig genug, denn ich besetzte ja wechselnde Positionen, ohne in belanglose Beliebigkeiten abzugleiten

Sonntag, 2. März 2025

Begegnung

Wir spielten Spiele, warfen uns Bälle zu. Bälle aus vielen Lebensbereichen, die freilich meist von dieser wunderbaren Atmosphäre getragen waren. Ob und wie man die Bälle auffing, war auch ein Spiel. Diese Art der Wirklichkeit und des Verstehens beherrschte uns. Wir spekulierten, entwarfen Szenen, Modelle, übten uns in Unsinn – alles war möglich. Selbst Wunder waren erlaubt. Die verschiedenen Bereiche drangen gegenseitig in sich ein: Romantiker würden so etwas „Poesie“ nennen. Vergangenheit und Gegenwart berührten sich und berühren sich jetzt. Eine der Hauptsachen: Es ging uns unglaublich gut dabei. Aber man hatte wenig Geld. Das war jene Wirklichkeit, die einen in verschiedenen Formen noch ereilen sollte. Wir waren ja jung. Etwas sollte ja noch kommen. Etwas. Wir nahmen es leicht. Die Welt war offen. Man studierte Sachen. Versuchte, zu erkennen. Erst jetzt, nach vielen Jahren, scheint sich diese Welt geschlossen zu haben. Man lernte über die Trägheit der Leute, über die Abwehr von Veränderung, über „Kontinuitätsbedürfnisse“, - dass alles möglichst so weiter gehe, wie es ist. Wir lernten von der Schwäche, von der Eigennützigkeit und dem Egoismus, der Raffgier und manch anderes. Aber wenigstens mich konnte so was nicht umstimmen. Auch die Ereignisse der jüngsten Vergangenheit nicht, als sich eine gewisse Sorte von Männern (!!!) als Herrscher der Welt ausriefen. Unter anderem liegt ihren Einstellungen dieses „nur die Besten kommen durch“ und „es kann nur einen Sieger geben“ zugrunde, das mich lebenslang zu wenig gekümmert hat. Ich war selten unter den Besten. Weil das ja die Bedingungen der real existierenden Wirklichkeit waren, die für uns nur eine Spielart, eine Möglichkeit unter vielen waren. Diese Leute, die uns jetzt zu bestimmen versuchen, waren ja nur diejenigen, die sich am besten angepasst hatten an die herrschenden Bedingungen. Man hätte das damals mit einem Lachen abgewehrt und seine Gültigkeit angezweifelt. Aber hierzulande scheint diese Spielart der Wirklichkeit immer noch stärker zu werden.

Samstag, 1. März 2025

Des Pudels Kern suchen

Sich selbst finden. Achtsamkeit in sich entdecken, das klingt jetzt sehr modisch. Zeitgeistig halt. Wer wollte das nicht? Das Göttliche in uns finden. Wenn es schon keinen Gott mehr gibt! In der Ruhe und Entledigung all dieser Scheinvorstellungen. Sich kein Bild mehr davon machen, was größer als wir selbst ist. Das Paradies? Muss das sein? Was ist das Nichts? Nichts tun, was jemand anderes schaden könnte. Hohe Moral, aber es kann das Zusammenleben und das gemeinsame Suchen leichter machen. Vielleicht. Muss das alles sein? Regeln, Verbote? Es scheint etwas sehr Menschliches zu sein und einem Bedürfnis zu entsprechen, dass der Befolgung von außen kommender Vorschriften das Heil zuspricht. Auch das Paradies oder das ewige Leben. Gibt es eine Angst vor dem Tod, die als Motivation für Religionen wirken könnte? Nun ja, die Geschichte ist voll davon.... Ist Meditation das Loslassen der Welt als Befreiung? Blöd nur, das es dazu auf dieser Welt noch andere Voraussetzungen geben muss. Die Verhältnisse, die sind leider so. Weltfremdheit wurde mir bewusst, Lächerlichkeit. "Die andere Ebene" rückt für mich dadurch immer mehr in die Ferne. Sich selbst finden? Ja, im besten Falle. Aber wann tritt der beste Fall wirklich ein? Das „Göttliche“ in mir selbst finden. Ja, es ist in mir, möglicherweise. Manche haben es den "göttlichen Funken" genannt. Aber wie kann ich ihm besser näher kommen? Mit meinen bescheidenen Möglichkeiten? Mit meinem „heißen Bemühen“ nur? Hingabe? Es stark wollen, - oder gar nichts wollen? Überhaupt erscheint es mir immer fragwürdiger, sich ein Bild vom Göttlichen zu machen und sich ihm mit irdisch geprägten Vorstellungen nähern zu wollen. Das stimmt nicht mit meinen Vorstellungen darüber überein, dass es etwas Größeres ist, etwas, was über unseren Geist hinaus geht. Welche Anmaßungen, unseren Geist und seine Möglichkeiten, ja, überhaupt den Menschen absolut zu setzen! Vielleicht gibt es ja eine Ahnung davon, was darüber hinaus geht? Nur das. Der Atheismus war für mich nicht nur deswegen auch niemals eine Lösung, ein Ziel. Für mich. X x Finding yourself. Discovering mindfulness within yourself - that sounds very fashionable now. In keeping with the spirit of the times. Who wouldn't want that? Finding the divine within us. When there is no longer a God! In peace and getting rid of all these illusions. No longer forming an image of something greater than ourselves. Paradise? Does that have to be? What is nothingness? Not doing anything that could harm someone else. High morals, but it can make living together and searching together easier. Maybe. Does that have to be all there is? Rules, prohibitions? It seems to be something very human and to correspond to a need that promises salvation by following external rules. Also paradise or eternal life. Is there a fear of death that could motivate religions? Well, history is full of it.... Is meditation letting go of the world as liberation? It's just stupid that there have to be other prerequisites in this world for that to happen. Unfortunately, the conditions are like that. I became aware of my unworldliness, ridiculousness. For me, "the other level" is becoming more and more distant. Finding yourself? Yes, in the best case scenario. But when does the best case scenario really occur? Finding the "divine" in myself. Yes, it is in me, possibly. Some have called it the "divine spark". But how can I get closer to it? With my modest possibilities? With my "ardent efforts" only? Devotion? Wanting it strongly - or wanting nothing at all? In general, it seems more and more questionable to me to form an image of the divine and to try to approach it with earthly ideas. That does not correspond with my ideas that it is something greater, something that goes beyond our minds. What presumptions to make our minds and their possibilities, and indeed people in general, absolute! Perhaps there is an inkling of what goes beyond that? Just that. Atheism was never a solution, a goal for me, and not just for that reason. For me. Es gilt wohl, ganz im Augenblick zu leben, aber auch gleichzeitig „integrativ“ zu leben: d.h. die Vergangenheit immer wieder herein holen ins eigene Leben, zu einem einzigen zu verschmelzen, das man sich neu (!) erschließt und das (ein Bewusstsein dafür entwickelt, geworden und durch die Verhältnisse, durch die Vergangenheit geformt zu sein...., sich dafür interessieren und es neu für sich erschließen... durch eine veränderte Perspektive es „hereinholen“...) geworden ist. Die Selbstreferenz (unter anderem Besuche an den Orten der Vergangenheit, - aber auch in Tagebuchstudien) ist für mich ein Beleg und Antrieb dafür, mich selbst zu suchen..... Ich „verwende“ dazu Bruch- und Fundstücke, um Unverbundenes zusammenzusetzen, es als Teil eines Selbst begreifen..... eine Linie des Insgesamt finden..... in meiner Person. Es gilt, sie sich mir bewusster zu machen, ihr durch Anregungen und emotionale Antriebe näher zu kommen, dort, wo sie, diese Person, „durch die Zeit geschlittert“ ist...... ich will einen höheren Grad an Identität gewinnen. Auch ein Bewusstsein für das kollektive Moment ist wohl dabei zu gewinnen. Neu begreifen: Das Geworfensein in Rollen, in soziale Muster, in räumliche und andere Determinationen, in die Zeit und ihre eigenen Begriffsmuster. Meine Perspektive als „geworden“ begreifen. Begreifen, dass man Einflüssen ausgesetzt war. Seine eigene Historie berühren. Vergangenheit besser „bewältigen“. X x It is important to live completely in the moment, but also to live "integratively" at the same time: that is, to bring the past back into one's own life again and again, to merge it into a single thing that one can discover anew (!) and that has become (to develop an awareness of it, to have become and been shaped by the circumstances, by the past..., to be interested in it and to discover it anew for oneself... to "bring it back in" through a changed perspective...). For me, self-reference (including visits to places from the past, but also in diary studies) is evidence and motivation for searching for myself..... I "use" fragments and found pieces to put together unconnected things, to understand them as part of a self..... to find a line of the whole..... in my person. It is important to make her more aware of me, to get closer to her through suggestions and emotional drives, where she, this person, "slipped through time".... I want to gain a higher degree of identity. An awareness of the collective moment can also be gained in the process. A new understanding: being thrown into roles, into social patterns, into spatial and other determinations, into time and its own conceptual patterns. Understanding my perspective as having "become". Understanding that one has been exposed to influences. Touching one's own history. Better "coming to terms with" the past.

Freitag, 28. Februar 2025

Kurbelschwurbelbewusstsein

Ich merke, bewusst und unbewusst, wie mich die von vielen TV-Sendern eingestreuten Werbespots stören. Gewiss, sie sind/scheinen jetzt wichtig im Sinne der Ankurbelung der Wirtschaft! Doch scheinen sie mir überwiegend und in vieler Hinsicht aus einer alten Welt zu stammen, die es wohl so nach Corona und bei Krieg nicht ohne weiteres weiter gehen wird, so, als sei gerade mal eben ein Gewitter vorbei gezogen. Die Schamlosigkeit dieser Spots stört mich, ihre Gier, das Mieseste im Menschen anzusprechen und heraus zu kitzeln, ihre Grellheiten, die ungebrochene Verherrlichung des Konsums, - all dies wirkt geradezu surreal auf mich. Ob sich andere Bedürfnisse gebildet haben? Ob Entschleunigung ein Stichwort ist, das auf die meisten Bürger in einer unerwarteten Weise gekommen ist? Nachdenken, nicht als Bremse….. Ob sich die Wertehaltung dahinter etwas verschoben hat zugunsten dessen, was man als „wirklich wichtig“ in diesem Leben erkannt hat? Ob der neu installierte mächtige Kaufmanns-Narziss einen Einfluss darauf hat? Ob die Wichtigkeit sozialer Kontakte jetzt einen anderen Rang einnimmt als zuvor? Ob das Konkurrenzdenken mit samt seinen Folgen ein wenig eingedämmt ist? „Aufeinander aufpassen“, könnte das auf einen neuen Wert zeigen?

Donnerstag, 27. Februar 2025

Gedanken zu meiner Musik

Ich begegne meiner Musik und bin mal wieder erstaunt. Nabelschau ist damit angesagt. Kann man so sehen. Natürlich. Man entlarvt sich selbst. Erfahren, was man da macht und vor allem: was man gemacht hat. Ich weiß ja, dass konventioneller Gesang in meinem Konzept keine Rolle spielt. Ich habe ein paar Stücke mit einer Art von poetischem Sprechgesang, meine Stimme in rhythmisierten Worten, weich und hart, sachlich und verklärend zugleich. Melodien tragen bei mir meist die Flöte und das Sax (meist Bariton). In der Pop- und Rockmusik ist ansonsten meist ein Gesang angesagt. Im günstigen Fall selbstvergessen, im weniger günstigen Falle ist das eitel und „Sich-andienend“. Mein zweites Instrument, die Gitarre, taucht meist verzierend im Hintergrund auf. Was mir darin vorschwebt? Ich mochte einst Gitarristen der Vergangenheit wie Steve Hackett und David Rhodes. Lautmaler. Trotzdem tauchen bei mir immer wieder Stimmfetzen auf, deuten etwas an, und verschwinden. Sie wollen die gängigen Formen von Sinn verleugnen. Ich nehme nur noch Bruchstücke, weil ich den gängigen Formeln der Selbsterfahrung misstraue, die meist genannt wird. Ich füge mich ein in mich selbst, ich lasse Klischeehaftes, Andeutungen durch Räume rinnen. Gleichzeitig nehme ich bewusst und unbewusst meine Vergangenheit als Rockmusiker auf und wandle sie in meine Musik. Das Körperliche und Sinnliche der Musik versuche ich in pulsierenden Rhythmen einzufangen. Das Hypnotische auch. Das hinaus Zeigen ins Kosmische, in das wir eingebettet sind. Von hinten kommen zudem Erfahrungen von Kirchenmusik hinzu. Ich behaupte nicht, dass ich das alles kann, sondern ich stelle es in den Raum. Ich habe Respekt vor dem und denen, die ich als wahre Musiker erlebt habe. Meine Stärken vermute ich woanders.

Mittwoch, 26. Februar 2025

Saitenmagier

Was ich einst über Richard Thompson schrieb, gilt heute noch: Im Jahr 2005 lud der Buckingham Palace die fünfhundert wichtigsten Exponenten der britischen Musikindustrie zum Empfang. Im Gegensatz zu Berufskollegen wie Eric Clapton, Jeff Beck und Jimmy Page muss Richard Thompson der Queen vorgestellt werden. „Sie sind Folkmusiker und Songschreiber? Schön für Sie“ meint die Königin. „Hoffentlich ist das auch schön für alle anderen“ antwortet da Thompson. Die Anekdote verdeutlicht wichtige Wesenszüge des Musikers: Bescheidenheit. Demut. Skepsis. Humor. Dabei ist er als Songschreiber, Sänger und Gitarrist ein absolutes Erlebnis, ein großer Stilist und außergewöhnlicher Könner. Als Gitarrist hat er schon Akustikgitarre im Quartett zusammen mit Künstlern wie Steve Morse, Al Di Meola und David Lindley gespielt. „Die können ja so genau spielen und sind technisch so unglaublich gut. Ich habe vor ihnen großen Respekt“, sagt er über seine damaligen Mitmusiker. Ihm als Songschreiber haben andere Kollegen bereits zwei „Tribute“-Alben gewidmet, auf denen sie seine Lieder interpretiert haben. Und als Sänger liebt er ohnehin den unaufgeregt erzählerischen Ton, der sich vom grell Prahlerischen des Popgeschäfts schon seit vielen Jahren klar entzieht: „Das, was mich am meisten interessiert, ist ohnehin das Schreiben von Songs“, sagt Thompson dazu. „Mein Gitarrespiel richtet sich vollkommen danach“. Der 66jährige Musiker war schon Ende der sechziger Jahre Mitglied der britischen Band Fairport Convention, die sich damals aufmachte, britischen Folk und Rock zu vereinen. Er muss nicht nur mit den superschnellen Jigs und Reels, sondern auch mit den entschleunigten Balladen, die er beispielsweise mit der Sängerin Sandy Denny zusammen einspielte, viele Kollegen beeindruckt haben. Das Beste: er hat seinen eigenen Gitarrenstil entwickelt, der sich nicht wie bei Kollegen a la Eric Clapton, Jeff Beck oder Jimmy Page am Blues orientierte, sondern am britischen Folk und der damals auch auf den legendären Alben des Songpoeten Nick Drake zu hören war. Produzent war damals Joe Boyd, der Boss der Plattenfirma Hannbal Records. Ob er sich an ihn erinnert? „Wir treffen uns gelegentlich in London, wenn ich da bin“, sagt Thompson, dessen bisher meistverkauftes Album „Shoot out the Lights“ auch Boyd produziert hat. Dass er stets die richtigen Leute unter Vertrag genommen hat, schildert Thompson als einen der Vorzüge Boyds. Da sei etwa die Incredible String Band, - die freilich heute fast niemand mehr kennt. Aber da ist sie wieder, diese Bescheidenheit: „Natürlich hat mein Spiel seine Basis nicht im Blues. Meine Wurzeln liegen vielmehr im schottisch-irischen Bereich. Ich verstehe mich auch nicht als einen besonderen Gitarristen. Zum Beispiel bin ich nicht gerade ein begabter Showmann“.Privat hört er gerne Gitarristen aus dem Jazz und schon mal einen Countrygitarristen. Auch Trompeter und Spieler anderer Instrumente hätten ihn beeinflusst, berichtet er von seinen Vorlieben. Heutzutage, da er sich längst weiter entwickelt und auf seinen mehr als 40 Alben viele hoch gelobte Musiker um sich versammelt hat, klingt sein Stil auf der E-Gitarre immer noch sehr eigenständig und originell, so, als würde er um jeden Ton kämpfen und ihn sich abgerungen haben. Das ist auch auf seinem neuesten Album zu hören, das Jeff Tweedy produziert hat, der Kopf der amerikanischen Band Wilco. Die Aufnahmen dauerten nicht lange, die Basis war in ein paar Tagen aufgenommen. „Oh, er war sehr freundlich und es waren dort in Chicago sehr ersprießliche Aufnahmen, zu denen er viele gute Ideen beitrug“ sagt Thompson darüber. „In Tweedys Studio an der Wand hingen übrigens enorm viele Gitarren und im Studio standen noch vielmehr andere Instrumente oder Verstärker herum. Es war dies geradezu ein Paradies für Musiker“. Wieso er immer diesen typischen Stratocaster-Sound der einspuligen Tonabnehmer gespielt hat? „Meine heutige Gitarre ist ja in vielfacher Weise umgebaut und meinen Bedürfnissen angepasst. Aber dieser Sound ist es einfach, der mir ganz und gar entspricht“, sagt der Musikus völlig unprätentiös und kurz, als würde sich keinerlei erzählenswertes Geheimnis dahinter verbergen. Ob er das neulich war, der da im Video des Sängers und Songschreibers Cat Stevens im Hintergrund zu hören war? „Ja, klar“ bekennt er sich dazu und hat auch kein Problem damit, sich als Muslim erkennen zu geben. „Oh, die Leute in den USA, wo ich inzwischen lebe, haben da großen Respekt“. Thompson-Kenner wissen, dass er schon 1975 auf dem Cover der Platte „Pour down silver“ mit einem Turban zu sehen war, aber dass er inzwischen nicht viel Aufhebens um seinen Glauben macht. Dass er in langen Jahren keinen einzigen Pophit zustande gebracht hat, bekümmert ihn recht wenig. „Kommerzieller Erfolg im Popgeschäft hat nicht unbedingt mit der Qualität der Musik zu tun, die du machst. Etwas möglichst gut hinzukriegen, bedeutet da viel mehr Erfolg für mich“. Auch dass es dafür auf Musikstreaming-Dienste wie etwa Spotify nicht gerade Reichtümer abzuschöpfen gibt, macht ihm wenig Sorgen. „Als ich auf meine Abrechnung sah, sind mir die Tränen gekommen“ macht er sich lustig über diese Situation, die er für Musiker insgesamt aber nicht unbedingt lächerlich findet. Dass er gerne mit ihm vertrauten Musikern zusammenspielt, dass er zusammen mit seiner einstigen Ehefrau Linda, aktuell auch mit seinem Sohn Ted gut harmoniert hat, ist ihm sehr bewusst. Jetzt tritt er zusammen mit Taras Podmuk am Bass und mit Michael Jerome am Schlagzeug auf, die ihn auch auf den beiden bisher letzten Alben begleitet haben.

Dienstag, 25. Februar 2025

Spott an!

Ich merke, bewusst und unbewusst, wie mich die von vielen TV-Sendern eingestreuten Werbespots stören. Gewiss, sie sind jetzt wichtig im Sinne der Ankurbelung der Wirtschaft! Doch scheinen sie mir überwiegend und in vieler Hinsicht aus einer alten Welt zu stammen, die wohl so nach Corona nicht ohne weiteres weiter gehen wird, so, als sei gerade mal eben ein Gewitter vorbei gezogen. Die Schamlosigkeit dieser Spots stört mich, ihre Gier, das Mieseste im Menschen anzusprechen, ihre Grellheiten, die ungebrochene Ve rherrlichung des Konsums, - all dies wirkt geradezu surreal auf mich. Ob sich mit der Zeit andere Bedürfnisse gebildet haben? Ob Entschleunigung ein Stichwort ist, das auf die meisten Bürger in einer unerwarteten Weise gekommen ist? Ob sich die Wertehaltung dahinter etwas verschoben hat zugunsten dessen, was man als „wirklich wichtig“ in diesem Leben erkannt hat? Ob die Wichtigkeit sozialer Kontakte jetzt einen anderen Rang einnimmt als zuvor? Ob das Konkurrenzdenken mit samt seinen Folgen ein wenig eingedämmt ist? „Aufeinander aufpassen“, könnte das auf einen neuen Wert zeigen?

Montag, 24. Februar 2025

Himmel und Erde

„Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, von denen wir (noch) keine Ahnung haben“ pflegte mein Vater zu sagen. Er ließ dabei eine Art freundlicher Skepsis walten, die das „wissenschaftliche Weltbild“ nicht absolut setzte, sich ihm aber dennoch verpflichtet fühlte. Diese Schwebe in sich auszuhalten, damit umzugehen, war eine der Aufgaben, die sich einem stellte, der sich in seinem Geiste mit derartigen Phänomenen auseinander setzen wollte. Er hatte den Respekt, der eine andere Meinung gelten ließ und ihr Interesse entgegen brachte. Er hatte aber auch den Mut, sie in seinem Sinne nach allen Seiten hin zu befragen und dann eventuell abzulehnen. Was er wohl zu dem Trend der „Manifestation“ sagen würde, der sich nach der Pandemie durchgesetzt und befestigt hat? Was zur einfachen Beschaffung von etwas wie „Sinn“, durch Handauflegung und „Geistheilung“? So etwas Fragiles wie Sinn, das uns immer wieder zu entwischen droht, das Mühe und Aufwand erfordert? Man müsse nur an etwas fest genug glauben, dann würde es sich auch einstellen, so lautet die Botschaft. Positives Denken würde positive Gedanken und Daseinsformen anziehen: Der Grundgedanke des „positiven Denkens“ ist nicht neu und eine fester Bestandteil des „american dream“, also der gesellschaftlichen Verfasstheit der USA. Jeder kann es schaffen, wenn er es nur stark genug will. Man muss positiv denken, damit Positives passiert, so eine oft hingebungsvoll gepflegte Grundannahme. Du kannst dir alles erschaffen, was du willst. Du musst es nur wollen. Der Sprüche sind viele, die sich uns in diesem Zusammenhang einstellen. Ein unerschütterlicher Glaube scheint dabei auch grundlegend, nämlich dass alles aus sich selbst heraus komme, dass ein Individuum alles in sich habe und nur die falschen Gedanke es hindere, positive Daseinsformen aufzusuchen. Werte wie Selbstliebe, Glück oder Zufriedenheit sind oft dem versprochen, der sich finanziell entsprechend engagiert und bereit ist, hohe Summen für die Fortentwicklung seines Ich zu investieren, - wobei wir auch schon bei einem relativ unangenehmen Punkt des Trends zur „Manifestation“ sind: Die vielen Scharlatane und durch gewisse Äußerlichkeiten blendenden Weisen, die sich auf diesem Felde tummeln und sich ihr Eingehen auf ihr Gegenüber fürstlich honorieren lassen. Eine Art Tauschgeschäft liege dabei vor, so ihre oft gepflegte Einlassung: Du gibst mir Ehrlichkeit und Offenheit und ich gebe dir meine Offenheit, Hilfe und Zuwendung, so das Tauschgeschäft, das ihnen schon mal ein finanziell günstiges Auskommen verschaffen kann. Ob solche Annahmen in eine neoliberales Weltbild passen, in dem es vor allem darum geht, das Beste aus sich heraus zu holen und das Beste aus sich zu machen? Ob es eventuell darum geht, gewisse „Verspannungen“ aus einem Ich zu vertreiben um sich dem Kosmos des Positiven öffnen zu können? Mein Vater würde lächeln, ich weiß es genau, er würde davon reden, dass zu allen Zeiten gewisse Figuren versucht hätten, Schwächen des Menschen auszunutzen. Die Aussicht auf Stärkung, innere Reinigung und ein Vorwärtskommen auf der Karriereleiter mag dabei schon immer zu den gängigen Verlockungen gehört haben. Wozu in unseren Zeiten eine gewisse Einseitigkeit des „wissenschaftlichen“ Weltbildes führt, zu welchen Zuständen der Entfremdung, zur Konzentration auf Einzelsymptome, wo vielleicht ein Blick auf „das Ganze“ angezeigt wäre, das ist in jedem Krankenhaus zu erfahren. Solche Zustände für sich selbst auszunutzen scheint mir ein wesentlicher Antrieb der meist esoterisch orientierten Figuren auf dem Gebiet der „Manifestation“ zu sein. x x "There are things between heaven and earth that we (still) have no idea about," my father used to say. He showed a kind of friendly skepticism that did not make the "scientific world view" absolute, but still felt obliged to it. Tolerating this limbo within oneself, to deal with it, was one of the tasks facing someone who wanted to grapple with such phenomena in his mind. He had the respect to accept a different opinion and to show interest in it. But he also had the courage to question it from all sides in his own way and then possibly reject it. What would he say about the trend of "manifestation" that has prevailed and consolidated after the pandemic? What about the easy acquisition of something like "meaning" through the laying on of hands and "spiritual healing"? Something as fragile as meaning that always threatens to elude us, that requires effort and expense? You just have to believe in something strongly enough and then it will come, that is the message. Positive thinking would attract positive thoughts and ways of being: The basic idea of ​​"positive thinking" is not new and is an integral part of the "American dream", i.e. the social constitution of the USA. Anyone can do it if they want it strongly enough. You have to think positively for positive things to happen, is a basic assumption that is often devotedly maintained. You can create anything you want. You just have to want it. There are many sayings that come to mind in this context. An unshakable belief also seems to be fundamental, namely that everything comes from within, that an individual has everything within themselves and only the wrong thoughts prevent them from seeking out positive ways of being. Values ​​such as self-love, happiness or contentment are often promised to those who are financially committed and prepared to invest large sums in the further development of their ego - which brings us to a relatively unpleasant point in the trend towards "manifestation": the many charlatans and wise men who dazzle with certain external appearances who are active in this field and who are handsomely rewarded for their interactions with others. This is a kind of barter deal, according to their frequent statement: you give me honesty and openness and I give you my openness, help and affection, the barter deal, which can sometimes provide them with a financially favorable income. Do such assumptions fit into a neoliberal worldview in which the main thing is to get the best out of oneself and make the best of oneself? Is it perhaps about driving certain "tensions" out of one's ego in order to be able to open oneself up to the cosmos of the positive? My father would smile, I know it for sure, he would say that at all times certain figures have tried to exploit people's weaknesses. The prospect of strengthening, inner purification and moving up the career ladder may have always been common temptations. What a certain one-sidedness of the "scientific" world view leads to in our times, to what states of alienation, to concentration on individual symptoms, when perhaps a look at "the whole" would be advisable, can be experienced in every hospital. Exploiting such states for one's own benefit seems to me to be a major motivation of the mostly esoterically oriented figures in the field of "manifestation".

Samstag, 22. Februar 2025

Machtpolitik

Ich hatte schon bei der Schaffung meiner Musik ein ganz negatives Menschenbild. Deswegen tauchten bei mir auch die vielen elementaren Laute (Turnen, Körper, Fressen, Saufen, Kopulieren usw) statt des gewöhnlich eingesetzten „Leadgesangs“ auf. Dieses Denken und Empfinden haben in mir unlängst Figuren wie Putin oder Trump verstärkt. Böse Menschen. Nach meinem Dafürhalten. Mörder an der Macht. Sie können sich demokratisch legitimiert fühlen, denn sie wurden ja gewählt. Und hierzulande knicken nach hiesigen Maßstäben demokratisch legitimierte Politiker reihenweise ein, beten die Macht an. Wollen das als Diplomatie“ ausgeben, als das von ihnen vertretene Interesse, Interessenpolitik, Pragmatismus. Es gilt das Recht des Stärkeren und nicht die Stärke des Rechts, um einen oft gehörten Satz zu gebrauchen. Diese europäische Politiker sind hohl, ohne Überzeugungen, ebenfalls Figuren der abgehobenen Macht, die ständig ihre Rituale des Laberns und Konferierens verrichten. Die ganzen „faschistoiden“ Figuren reagieren nur auf Geld und Macht. Es werden jetzt Hitler-Grüße gezeigt und mit Motorsägen gefuchtelt. Die Macht regiert und wurde sogar gewählt. Von ungebildetem Pöbel. Vox populi. Die europäischen Staatenlenker unterwerfen sich und kuschen. Sie nennen das Interessenpolitik und Pragmatismus. Diplomatie.

Fascht Popig

Ob Pop mit mindestens zwei ganzen Generationen den jetzt so übel grassierenden Populismus eingeübt hat? Das Führerprinzip und die Gleichschaltung der Gefühle - da war ja teilweise noch mehr. Konzerte wurden ja ohnehin zu Wallfahrtsorten. Ich fühlte mich immer ziemlich alleine, wenn die Massen tobten und johlten, was gerne mit solchen Begriffen wie „gute Stimmung“ und dergleichen umschrieben wurde. Es stieß mich immer etwas ab, diese Gleichschaltung, diese Massenbegeisterung, dieses Aufgehen im Pulk. "Ein faschistischer Führer würde Großbritannien gut tun" - erzählte 1976 David Bowie offenbar dem "Playboy"-Magazin. Und im selben Jahr rief anscheinend Eric Clapton auf offener Bühne: "Schmeißt die Fremden und die Schwarzen raus aus England, haltet Großbritannien weiß!" - und fordert dazu auf, den Neonaziführer Enoch Powell zu wählen. Seltsam. Passt irgendwie gar nicht. Ich habe mir das damals aufgeschrieben. Ob Clapton etwas ausprobieren wollte oder ob er das damals wirklich meinte? Er, der nicht nur von BB King so vieles lernte und mit ihm später sogar ein Album einspielen sollte. Er, der Robert Johnson und den Blues so verehrte. Ob er da, als er so etwas sagte, schlechte Drogen genommen hatte? Ja klar, der Künstler und der Politiker erwarten, dass etwas aus der Masse zurück kommt, was sie noch weiter anpeitscht. Sie erwarten, dass ihr Charisma massenhaft wirkt. Das galt sowohl in der frühen Rockmusik als auch in der späteren Popmusik. Sich um jemanden zu scharen, den man beinahe anbetet, that's it. Paralellen? „Fan“ sein. Das Wort „Fan“ kommt von fanatisch. Also fanatische Verehrung und bedingungslose Gefolgschaft, selbst im Kleinsten. Ob uns das an etwas erinnert? Unterschiede, dann doch? Ach ja.... hoffentlich! Um als Populist zu funktionieren, muss man die Welt aufteilen. Möglichst in zwei Gruppen. Die einen sind die guten, tollen, lieben, schönen, - das sind Sie, der Chef von denen, von dieser Herde -, und den anderen. Die anderen sind die ganz Bösen, Hässlichen, Gemeinen, die sozusagen Sie bekämpfen. Gut und Böse. Die Bösen vielleicht sogar noch mit Spitznamen bedenken. Ohne diese Zweiteilung werden Sie nicht weit kommen als Populist und Demagoge. Die Leute verfügen in satten Industriestaaten wie Deutschland oder den USA über viel Geld (woher es wohl kommt, dass die neuen Bundesländer auf dem meisten Tourneeplänen der internationalen Popstars etwas unterrepräsentiert sind?), das sie in ihrer Freizeit ausgeben können. Freilich ist die Konkurrenz auf dem Gebiet der Freizeitaktivitäten deutlich breiter geworden seit den früheren Tagen der Rockmusik Der Monopolisierungsprozess im Musikgeschäft hat in dieser Zeit aber auch gewaltige Fortschritte gemacht. Es ist ja noch immer (oder gerade jetzt...)viel Profit auf diesem Gebiet zu machen. Anfangs wollten sich Rockkünstler ja von dem abwenden, was vor ihnen da war. Sie spielten Revolution vor und waren Anti-Establishment, sie waren dagegen und sie spielten sowohl das Super-Ego als auch den Teil einer „Bewegung“. Bob Dylan, Mick Jagger, Pete Townshend oder auch Janis Joplin waren damals Rockstars, obwohl ursprünglich so gut wie nichts darauf hindeutete. Die Rockmusik gab diesen Leuten die Möglichkeit, viel Geld aus ihren Abgründen und Phantasien zu machen, sie in einem kreativen Sinne so zu gestalten und in gereimte Verse zu zwingen, dass es „irgendwie“ mit Befreiung zu tun hatte. Sie begaben sich in diese Rolle des Zeitgeists. In einem späteren Stadium haben sie dies in eine Art Reife überführt, die sich ihrer Ausdrucksmittel sehr bewusst war. Diese Musiker mussten sich nirgendwo vorstellen, wurden von keiner Jury in einem Casting ausgewählt. Sie haben sich selbst auch durch die geschickte Vermengung von persönlichen Idealen und musikalischem Stil ermächtigt, um von ihrem Publikum dafür gefeiert zu werden. Sie gaben in allem Ernst vor, die Welt retten zu wollen (und nicht nur zynische „Unterhaltung“ zu produzieren). Einer, der es mit dem Weltverbesserungspathos und der Begeisterung ziemlich weit gebracht hat, soll hier genannt werden: Seit Jahren und nicht erst seit den „Paradise Papers“ ist bekannt, dass U2-Sänger und Profi-Gutmensch Bono sein Geld in Steueroasen parkt. Ein Symbol, ein Menetekel. Und nicht nur die Stones setzen immer noch eine Abschiedstournee drauf, zu der dann die Tickets noch einmal teurer als bei der letzten Abschiedstournee werden. Sie dürfen das, gewiss. Sie sind ja „die Urviecher der Rock'n'Roll“. Sie sind wandelnde Mythen. Sie treiben ein Spiel mit den Figuren, die sie darstellen. („Gut, dass wir solche haben....“). Für viele der übrig gebliebenen Alten des Rockgeschäfts gilt es ja, ein Lebenswerk zu verwalten, alte „Erfolge“ noch einmal vorzuführen. Das Cover des eigenen Selbst sein.

Donnerstag, 20. Februar 2025

Einfach einfach

Gedanken, die einen immer wieder gestreift haben und die einen jetzt mittels eines kleinen Textes getroffen haben. Es hat mich dieser kleine Text inspiriert, beiläufig - und schon sitze ich wieder hier… und erfinde meine eigenen Worte. Ich sehe: „Einfaches kann von bezwingender Schönheit sein. Einfaches kann uns zum Staunen bringen“ Wir fragen uns: Was ist einfach? Wovon hängt es ab, ob etwas „einfach“ ist? Ist etwas objektiv „einfach“? Oder relativ? Entscheidet da die „Erfahrung“? Diese „Erfahrung begleitet uns. Es gehört zur Lebenskunst, dieser Erfahrung nachzugehen und ihr Raum zu geben im Leben“. „Einfach kommen wir zur Welt, nackt und bloß und ungeschützt.“ Stimmt, das ist der Ausgangspunkt. Nun ja, so viel um uns herum lagert sich an, Strukturen und Personen, Blicke und Worte, die versuchen, uns zu biegen, uns zu verbiegen in einem bestimmten Sinne. Eines Tages wachen wir auf und sind alt geworden. Wir blicken auf all dies Formen, Anpassen, passend machen, auf das „Hamsterrad“ und seine Gesetze, auf die narrische Mühle des anonymen Alltags herab. Wieder suchen wir eine Art Sinn. Ein Ziel. Einen „roten Faden“. Und wieder fallen wir auf uns selbst zurück. Diogenes hat wenige Erfahrungen außerhalb seiner selbst gemacht. Er hielt wohl „das Einfache“ für das „Normale“. Sein Ich hat seinen Blickwinkel bestimmt - und möge er noch so kluge Gedanken von sich gegeben haben. Ob er sie heutzutage „verkauft“ hätte? Auf Lesereisen im Fass? Nun ja, man hätte ihn zumindest für skurril gehalten. Für einen Narren. Einen, der aber schreiben, sich ausdrücken kann. Aussteiger sind noch in Mode. Er wäre der Klassiker auf diesem Gebiet gewesen. Einer, der „vom Einfachen“ berichten kann. Glaubwürdig. Einfach authentisch.

Mittwoch, 19. Februar 2025

Sozialer Aufstieg

Das große Aufstiegsversprechen. „Vom Tellerwäscher zum Millionär“: Von solchen Sprüchen werden und wurden ganze Gesellschaften getrieben. Man kann etwas erreichen, wenn man es nur will, so ein weiterer Glaubenssatz dieser Gesellschaften: „Ohne Fleiß kein Preis“, „you can make it, if you try it“ etc.. Wenn ich Bilanz ziehe, dann muss ich sagen, dass ich solche Sprüche nicht besonders ernst nahm in meinem Leben. Etwas „aus sich machen“? Kam mir nicht ernsthaft genug in den Sinn. Ich folgte meinem eigenen Kompass und vertraute darauf, dass er mich richtig führen würde. Man hatte einiges an dieser „Leistungsgesellschaft“ damals auszusetzen, was ich schließlich für mich als in der Luft liegendes Gefühl vielleicht zu ernst nahm. Was wohl in diesem Zusammenhang „Zeitgeist“ bedeutet? Ein unzuverlässig’ Ding. Es war für mich aber immer schon klar, dass hinter jedem „Erfolg“ in dieser Gesellschaft auch das Glück und der Zufall seine Rolle spielte. Leistung durch „Erfolg“? Dieses Glück als Zufall scheint mir selbst eine Weile durchaus gewogen gewesen zu sein (irgendwie nahm ich noch jede Kurve, kam über jedes Hindernis hinweg, das sich mir in den Weg stellte und „lernte“ daraus, dass sich solche Dinge in meinem Sinne „irgendwie“ fügen würden….), schließlich aber überhaupt nicht mehr. Wieso? Man sollte lieben, was man sich zu tun vorgenommen hat, man sollte das als seinen Weg erkennen und darauf vertrauen, dass er der richtige ist, so die lautere Meinung. Man sollte versuchen, seine ureigenen Talente zu entwickeln, um auf diese Weise einen Beitrag (zum Gemeinwohl?) leisten zu können, so das Mittelklasse-Credo. Man sollte in jedem Falle dem nachgehen, was man als seine ureigene Berufung erkannt hat (erkennen? Zweifeln? Taumeln? Improvisieren? Woher kommen solche „Erkenntnisse“?). Mir kommen solche Glaubenssätze inzwischen als ein bisschen zu blauäugig vor. Ob diese 30%, die in unserer Gesellschaft von der Hand in den Mund leben müssen und die für die Mächtigen und „Erfolgreichen“ eine Art Steigbügelhalter abgeben müssen (diese Leute gibt es auch in den USA), um das tägliche Leben zu bestreiten, ob diese Leute also ihre Talente nicht entwickelt haben, ob sie überhaupt je die Möglichkeit dazu hatten und von was diese „Talententwicklung“ nun wiederum abhängig sein könnte? Persönliche Stärke. Konsequenz. Aufstiegsorientiertheit. Der eine packt's, der andere nicht. Wenn ich von meinen subjektiven Erfahrungen und denen meiner unmittelbaren Umgebung ausgehe, so muss ich bemerken, dass der „Erfolg“ in dieser Gesellschaft auch von einer gewissen Anpassungsbereitschaft abhängt, von einer Bereitschaft auch, sich informieren zu lassen, sich von den „richtigen“ Informationen angesprochen zu fühlen, zu wissen, „wo’s lang geht“. Man wurde vielleicht davor gewarnt, einen bestimmten Weg zu gehen - und sei es jener, zu dem man sich berufen fühlte!! - aber man war sich im Rückblick dann doch zu sicher, glaubte, in dieser Gesellschaft bestimmte Dinge tun zu müssen und zu können, bestimmten Zielen nachgehen zu sollen. Warum gelingt das den einen, den anderen aber nicht? Kann man unversehens in so etwas wie Verwerfungen hinein kommen, Umstände, mit denen man nicht gerechnet hat und die einem alles verderben können? So, dass ein Plan nicht „aufging“? Wer schielt da auf die, die es „zu etwas gebracht haben“ und die sich deswegen überheblich großspurig geben? Die sich in der Sonne ihrer „Leistungen“ sonnen? Woraus besteht diese Leistung? Wohl nicht immer und zuverlässig aus einem Beitrag zum Gemeinwohl, sondern eher in einer gewissen Bauernschläue, in einer Skrupellosigkeit und der Bereitschaft im richtigen Moment „sich durchzusetzen“, die Anderen um einen herum zum Zwecke des eigenen Fortkommens auszunutzen, mit Hilfe von Techniken wie dem „Networking“, dem „Mobbing“ und anderen Fertigkeiten des gegenseitigen menschlichen Gebrauchs. Gebrauch. Missbrauch. Ausnutzen. Freie Marktwirtschaft. Neoliberalismus. X x From rags to riches: entire societies are and have been driven by such sayings. You can achieve something if you just want to, according to another belief in these societies: “No pain, no gain”, “you can make it if you try it” etc. If I take stock, then I have to say that I didn't take such sayings particularly seriously in my life. “Make something of yourself”? Didn't occur to me seriously enough. I followed my own compass and trusted that it would guide me correctly. There were a lot of things to complain about in this “meritocratic society” back then, which I ultimately took perhaps too seriously as a feeling in the air. What does “Zeitgeist” mean in this context? An unreliable thing. But it was always clear to me that behind every “success” in this society, luck and chance also played a role. This luck seems to have been in my favor for a while (somehow I still took every curve, got over every obstacle that stood in my way and “learned” from it that such things “somehow” fit into my mind would….), but ultimately no longer at all. How come? You should love what you have decided to do, you should recognize it as your path and trust that it is the right one, according to the common opinion. The middle class credo is that you should try to develop your own talents in order to be able to make a contribution (to the common good?). In any case, you should pursue what you have recognized as your very own calling (recognize? doubt? stagger? improvise? Where do such “knowledges” come from?). Such beliefs now seem a bit too naïve to me. Whether these 30% who have to live from hand to mouth in our society and who have to act as a kind of stirrup holder for the powerful and “successful” in order to cope with everyday life, whether these people have not developed their talents, whether they ever had the opportunity to do so and what this “talent development” could depend on? Personal strength. Consequence. Advancement orientation. One gets it, the other doesn't. If I start from my subjective experiences and those of those around me, I have to note that “success” in this society also depends on a certain willingness to adapt, on a willingness to be informed and to receive the “right” information to feel addressed, to know “where things are going”. You may have been warned not to follow a certain path - even if it was the one you felt called to!! - but looking back, you were too sure, believing that in this society you had to and could do certain things, that you should pursue certain goals. Why do some people succeed but not others? Can you suddenly find yourself in something like upheavals, circumstances that you didn't expect and that can ruin everything? So that a plan didn’t “work”? Who looks at those who have “made it to something” and who are arrogant and cocky because of it? Who bask in the sun of their “accomplishments”? What does this service consist of? Probably not always and reliably from a contribution to the common good, but rather from a certain level of cleverness, from an unscrupulousness and the willingness to “assert yourself” at the right moment, to exploit the others around you for the purpose of your own advancement, with the help of techniques like this “Networking” and other skills of mutual human use. Use. Exploit. Free market economy. Neoliberalism.

Dienstag, 18. Februar 2025

Rolle und Spiel

Vielleicht liefert das Folgende den Schlüssel zu Vielem, auch dem völlig Unerwarteten. Vielleicht ist es nur ein Hinweis. Vielleicht ist es auch falsch. Vielleicht liefert es einen Ansatz dessen, mit dem man besser verstehen kann, was sich zuletzt auch in den USA abspielte. In Rollen habe ich versucht zu schlüpfen. In Erwartungen ließ ich mich pressen. Fand oft mein Gefallen darin, diesen Erwartungen zu widersprechen, den „anderen“ Weg zu suchen, aufzubegehren gegen das gesellschaftlich Festgelegte, das geprägte Klischee. Doch wo fand ich mich, wohin stieß ich vor, gegen alle Erwartungen und Ängste? Wo trat ich aus diesem Spiel heraus, das über mich oberhand gewinnen und mich zunehend bestimmen wollte? Jean Paul Sartre entwickelt die These, „dass jede menschliche Existenz, welche Form sie auch annimmt, gespielte Existenz ist“. Der Mensch als bewusstes Wesen „definiert sich als Nicht-Mit-sich-selbst-Zusammenfallen, Nicht-Identität im Bezug auf sich selbst“. „Was sind wir also, wenn wir die beständige Verpflichtung haben, uns das sein zu lassen, was wir sind. Die Antwort lautet unmittelbar: Existieren heißt zunächst spielen“. (s.97) Ich spielte also Rollen, die nicht unbedingt dem entsprachen, was ich als authentisch empfand oder so nennen würde. Ich war dabei nicht ich selbst. Oder doch?

Montag, 17. Februar 2025

Wohin ging es?

In welche Richtungen sind sie gegangen? Welche Erfahrungen haben sie gemacht? Was war das für eine Zeit, in der wir zur Schule gingen? Wir versuchten, Orientierung zu gewinnen. Man hat dabei Anregungen empfangen, Impulse. Etwas gelernt. Unwillkürlich. Auch wenn man das Lernen gehasst hat. Man hat die Zeit damit verbracht, etwas zu lernen. Ob man wollte oder auch nicht. Manche setzten sich die Ziele anders. Unbewusst. Was es einem geholfen hat? Einen näher zu sich zu bringen. Dem Eigensinn gefolgt. Die eigenen Talente besser kennen gelernt. Dem großen humanistischen Ideal gefolgt und dabei in der wüstesten Wüste gelandet. Verhungert. Verdurstet. Verprügelt. Das Selbstverwirklichungsideal verfehlt…. Man sah sich Blicken ausgesetzt, Einschätzungen. Doch überhaupt: Was ist mit denen, die gar keine Talente hatten? Mit denen, die nicht so recht wahrgenommen wurden in diesem zeitlichen Wust, in dem auch gelernt wurde, wie man möglicherweise voran kommen könne…. Später, wenn so etwas heran stünde. Für manchen mag dieser Zeitpunkt nie gekommen sein. Im Subalternen stecken geblieben. Man rutschte weiter, taumelte, stolperte. Man war im falschen Moment unaufmerksam gewesen. Falschen Ehrgeiz im falschen Film entwickelt. Einfach in die falsche Richtung abgebogen, - wie man heute deutlich sieht. Die falschen Gene, erblich festgelegt, Veranlagungen. Sich beschwatzen lassen, sich selbst beschwatzt. Seinem vermeintlich inneren Kompass nachgefolgt, - was sich aber für viele als ein massives Unglück heraus gestellt hat. Der Kompass hat einen womöglich in die falsche Richtung geführt, weil zu viel drum herum gelabert wurde, weil jemand unter Einfluss stand, weil sich jemand etwas einreden ließ. Man jagte einem falschen Phantom nach. Dies ist Jammern auf einem hohen Niveau, gewiss. Doch auch das ist relativ. Direkt und indirekt ist hier zu viel vom Ego die Rede. Die Umwelt mit allem Drum und Dran hatte ja auch etwas Entscheidendes dazu beizutragen, war mehr als ein wichtiger Faktor. Der Umwelt war man ausgeliefert. Die Menschen um einen herum übten Einfluss aus. Haha. Man müsste sich davon lösen können, darüber lachen können. Blöd nur, wenn man bemerkt, dass man der einzige ist, der da lacht.

Sonntag, 16. Februar 2025

Mittendrin

Was schwirrt da an uns vorbei? Wie man mit der Zeit umgehen solle? Es ist von Zeitreisen die Rede. Von Allgemeiner Relativitätstheorien, von vierdimensionaler Raumzeit und von Wurmlöchern. Ein Milliardär will zu fernen Sternen fliehen (lassen). Die Quantenmechanik trägt auch ihr Teil dazu bei: Schrödingers Katze und Vielweltentheorie, - das Universum hat viele Dimensionen. Vielleicht wäre etwas Demut da angesagt. Herab steigen aus der Zukunft, ein alter Traum des SF. Dabei gibt es ein paar Paradoxien zu überwinden, innere Widersprüche. Logik: In die Vergangenheit reisen und dort ein paar Korrekturen am Leben vollziehen? Nun, das hätte vielleicht jene Folgen für unsere Gegenwart, die wir bisher abseits von „alternative facts“ noch nicht nachweisen konnten. Die Zeitreisenden müssten dann mitten unter uns sein, denn wir sind die Vergangenheit der Zukunft. Ob es verschiedene Versionen unseres Ichs und seines Einflusses auf den Fortgang der Dinge gibt? Ein bisschen Zeit mit Sauriern verbringen? Nun ja, wenn wir da etwas beeinflussen oder retten wollen: welchen Einfluss das wohl auf die heutige Realität hat, so, wie unser Gehirn sie abbildet? Die Azteken wollen uns schlachten, zum Menschenopfer machen.....wie kann man sich da noch rechtzeitig entziehen? Die Zeitmaschine in Griffweite haben? Die Welt ein bisschen verbessern, schnell noch? So lange es noch geht??

Samstag, 15. Februar 2025

Innere Musikökonomie

Ich setzte meine Stimme sehr oft als Ton/Geräusch, als eine Art Platzhalter der Sinnlosigkeit oder des versteckten Sinns ein. Ich wollte das Gespenstische/Verträumte/Surreale, mit den Stimmen raus aus der Struktur der „Profis“, raus aus dem Vielgehörten, aus dem untermalerischen Hintergrund, hinein in meine eigene Welt. Ich wollte das. Ob ich es erreicht habe, steht auf einem anderen Blatt. Die Akustikgitarre ist da oft dabei, auch weil ich früh vom Folkrock infiziert war. Ich entnahm die Titel meiner Stücke oft den Begriffen, Vorstellungen, die mir im Alltag begegnet sind. Sie sind meist nicht tiefgehend. Meist.

Freitag, 14. Februar 2025

Geldjagd

Wie sie jetzt um Anleger buhlen, die Vermögensverwalter und Kapitalanleger! Es geht um sichere und unsichere Märkte, um Rahmenbedingungen und Trump-Aktien. Sie scheinen sich noch irgendwo „draußen“ zu tummeln, die vermögenden Aktien- und Immobilienbesitzer. Es gilt, sie zu angeln und sie für sich an Land zu ziehen. Die Anlageberatergilde schwindelt dir vor, so, als ginge es um Nachhaltigkeit und Megatrends. Sie tragen geschmackvolle Kleidung, Verkleidungen und Kostüme der Geschäftigkeit. Sie dreschen Phrasen, die ihnen von Vorgesetzten vorgesetzt wurden. Sie sind Funktionen und gehen darin auf, es kommt einem so vor, als sei an ihnen alles second-hand. Es geht um Wirtschaftlichkeit und Rendite, social und governance. Ums richtige Selektieren, um Fundamentalanalyse. Anlageprofis. Risikomanagment.

Donnerstag, 13. Februar 2025

Ohne Eigenschaften

ROBERT MUSIL (1880-1942) Der Durchschnitt der Menschen. "Vielleicht dachte Ullrich bloß überhauf, dass alles Mittelhohe und Durchschnittliche stämmig sei und beste Aussicht auf Erhaltung seiner Art darbiete; man hätte annehmen müssen, dass es das erste Gesetz des Lebens sei, sich selbst zu erhalten und das möchte wohl stimmen. Sicherlich sprach bei diesem Beginn aber auch eine andere Aussicht mit. Denn mag es sogar gewiss sein, dass die menschliche Geschichte nicht gerade ihre Aufschwünge vom Durchschnittsmenschen empfängt, alles in allem genommen, Genie und Dummheit, Heldentum und Willenlosigkeit, ist sie eben doch eine Geschichte der Millionen Antriebe und Widerstände, Eigenschaften, Entschlüsse, Einrichtungen, Leidenschaften, Erkenntnisse und Irrtümer, die er von allen Seiten empfängt und nach jeder verteilt. In ihm und ihr mischen sich die gleichen Elemente; und auf diese Art ist sie jedenfalls eine Geschichte des Durchschnitts oder, je nachdem man es nehmen mag, der Durchschnitt von Millionen Geschichten, und wenn sie denn auch ewig um das Mittelmäßige schwanken müsste, was könnte am Ende unsinniger sein, als einem Durschnitt seine Durchschnittlichkeit verübeln." Textquelle: Der Mann ohne Eigenschaften, Robert Musil (1880-1942),

Mittwoch, 12. Februar 2025

Gesundheit und Krankheit

Es geht mir immer wieder in verschiedener Form durch den Kopf. Ja, als ich damals von jetzt auf nachher krank geworden war. Als das entdeckt und erkannt wurde: die Operation war daraufhin schon für den Morgen des nächsten Tages angesetzt. Alles ging rasend schnell. Als sie alle versuchten, dir Mut zuzusprechen: "Wird schon wieder....". Plötzlich warst du Opfer, sahst dich einer Macht gegenüber, die ihre Pranken nach dir ausgestreckt hatte. Nichts davon gewusst. Und jetzt lagst du plötzlich in einem typischen Krankenhauszimmer. Hilfe, wie bin ich hierher gekommen? Plötzlich ein Ausgestoßener sein, in dieser Gesellschaft der Sorglosen: wie funktioniert das? Immerhin waren die Ärzte auf meiner Seite und die Pfleger auch. Der Notstand war noch nicht so ausgeprägt wie heute. Ich war ja froh gewesen über den Besuch, den so viele mir abstatteten. Aber da war immer wieder diese Erfahrung: die Anderen und Du. Diese Trennlinie. Sie kamen, um dich zu bedauern, sie kamen von außen, sie verstärkten dein Gefühl, in dir selbst gefangen, alleine zu sein….. Sie schlossen die Türe von außen und du warst sehr alleine mit dem Blick aus dem Fenster… dabei schienen sie keine Ahnung zu haben, wie zerbrechlich diese Trennlinie zwischen den "Normalen" und "Unnormalen", zwischen den Gesunden und Kranken ist. Verdammt, wer hat mich hier angenagelt? Die Pfleger schenkten dir tatsächlich ein bisschen Menschlichkeit, wir sprachen miteinander und du denkst gerne an sie zurück … Sie machten ihre Sache mehr als gut. Du hattest diese Krankheit, die die meisten noch heute nicht einmal auszusprechen wagten und die damals noch als nahezu unheilbar galt. Igitt! Du warst einerseits aufgehoben in den vielen Besuchen, die freilich letztlich alle unverbindlich waren. Sie waren alle froh, wenn sie die Türe von außen zumachen konnten und sie zu „den Anderen“ gehörten… Du warst damals noch recht gut „vernetzt“…. Die Freundesclique hatte sich inzwischen aufgelöst.... Du hattest damals auch noch nicht die Brüchigkeit solcher „Freundesbünde“ erfahren.

Dienstag, 11. Februar 2025

Basket of Light

Wenn ich mich richtig erinnere, dann war es ein ganz sanftmütiger Fingerzeig, etwas, was mich anzog, was ich zuvor nicht für möglich gehalten hatte und was mich beschäftigte. Die Band hieß Pentangle und die beiden Gitarristen waren Bert Jansch, der, wie ich später realisierte, die einfachere, direktere Akustikgitarre spielte, während der andere Gitarrist, John Renbourn, virtuos zwischen den Stilen und Stühlen agierte, indem er manchmal nach Jazz, manchmal nach Folk und meistens sehr frei nach sich selbst klang. Klasse, der Typ! Dachte ich damals. Aber auch schon das Basspiel von Danny Thompson kam zu mir rüber, öffnete Räume und schuf Strukturen, über denen die Sängerin Jacqui McShee heraus stach (ja klar, das Rockvolk orientierte sich vor allem an den Leadstimmen!). Terry Cox kommentierte dazu am Schlagzeug genauso, wie ich mir das für meine musikalische Umgebung immer gewünscht hatte. „The Pentangle“ hieß die erste, 1968 erschienene Scheibe, der in dieser klassischen Besetzung die Alben „Basket of Light“ (1969), „Sweet Light“ (1968) und „Cruel Sister“ (1970) folgten. Man verschlang das, man ließ sich von Renbourn inspirieren und folgte Bert Jansch. Ideen umspielten sie, kreativ waren sie, gegenseitig in sich verzahnt, selbstverständlich und technisch sehr ausgefeilt. Man nahm sie auf in das Universum dessen, was möglich war, schätzte sie und hörte sie doch zu wenig. Der Bassist Danny Thompson kam einem noch durch seine Duo-Zusammenarbeit mit Richard Thompson zu Ohren und er war es auch, der damals auf einer Tournee live für die Harfespielerin Loreena McKennitt in die Saiten griff. Ja klar, das waren alle Session-Cracks, die alles konnten und vieles beherrschten. Ich erstand einige Alben von Bert Jansch, nachdem ich in der Rückschau erst das gewaltige Potential dieses tollen Gitarristen begriffen hatte. Er spielte unaufgeregt, bescheiden, uneitel, fast schon mit Understatement, manchmal auch introvertiert in sich selbst ruhend. Zu diesen Typen gehörte damals auch der melancholisch-mürrische John Martyn, den wir uns später auch noch näher erschlossen hatten und der unter anderem zusammen mit Phil Collins ein bekanntes Album abgeliefert hatte. 2008 soll es noch zu einem Reunion-Konzert der klassischen Pentangle-Besetzung mit anschließender Tournee gekommen sein. Die Nachricht von Bert Janschs Tod traf einen dann. Auch John Renbourn weilte nicht mehr besonders lange unter uns und verschwand 2015.

Montag, 10. Februar 2025

Deutung

Hier ein paar Sprüche, von denen ich eigentlich dachte, dass sie selbstverständlich seien: Ich glaube, dass sich alles um uns herum schneller und immer noch schneller verändert. Dadurch kommen immer mehr unbekannte Bedingungen und Personen samt ihrer kaum noch nachvollziehbaren Funktionen auf uns zu. Mehrdeutigkeit scheint zum „Normalen“ zu gehören. Das alles sollte uns aber nicht verunsichern (soweit es unsere wirtschaftliche finanzielle Situation zulässt). Es gilt, unbekannte Widersprüche auszuhalten, mit ihnen umzugehen, kreativ und flexibel zu werden. Eine bestimmte, sehr menschenfreundliche Fraktion meint, dass sich solche Widersprüche ergänzen könnten und sollten. Eine andere meint, dass dahinter böse Absicht stecke und dass eine ursprünglich vorhandene Einheitlichkeit agressiv wieder hergestellt werden müsse. Der Weg zurück, ob er wirklich praktikabel ist? Ob Toleranz und gegenseitige Bereicherung nicht auch ein Weg sein kann?