Reise durch Wirklichkeiten

Samstag, 3. Mai 2025

Öffentlichkeit

Wenn ich meinen Blick über den Horizont öffentlich geäußerter Meinung streifen lasse, so kommt es mir immer öfters so vor, als würde man tatsächlich nur das wahrnehmen können, was aus der Kaste von weniger als 2/3 unserer Gesellschaft stammt, nämlich jener, die im Einklang mit den Mächtigen und im Sinne einer ehemaligen Kanzlerin von sich behaupten können „Uns geht es gut“. Diese gut abgefederten Meinungsmacher drehen eitle Salti ihrer Selbstüberhöhung, profilieren sich, deuten sich selbst als Avantgarde und wissen natürlich alles (besser). Das sind materiell relativ gesicherte Leute, die aus einer scheinbar sicheren Distanz in dieser Gesellschaft konstatieren, was „in“ und was „out“ oder „over“ sei. Leute, die sich als wahre Intellektuelle darstellen, die den Wandel der Zeit insofern aufmerksam verfolgen, als sie das Fließende und Ungefähre bei uns tatsächlich zu benennen versuchen. Pop ist vorbei, so ihre einhellige Analyse. Postmoderne schon lange. Doch was jetzt? Offensichtlich braut sich etwas zusammen. Es scheinen mir das alles Beobachtungen vom Ufer der Gewinnerseite, der gepflegten Langeweile, der abgesicherten Ignoranz in klar definierten gesellschaftlichen Kasten zu sein. Ohne Angst, ohne Furcht. Doch wem das Wasser bis zum Halse steht, der hat keinerlei Zeit für solche "Laidback"- Kritik, die vorgibt, ja noch immer auf das Ganze zu zielen und nicht nur die Interessen einer gewissen gesellschaftlichen „Blase“ in sich zu tragen.

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