Reise durch Wirklichkeiten

Donnerstag, 1. Mai 2025

Arbeit und Moral

Ist Arbeit sinnstiftend in unserem Leben? Wie weit geht das? Wann ist man erschöpft? Wann will und kann man nicht mehr? Hilft der fortwährende Vergleich mit denen, die viel mehr arbeiten? Welche Rolle spielt hierzulande das Renteneintrittsalter und wieso gibt es da so große Unterschiede in der EU? Der große neue Vorsteher sagt „Wir müssen wieder (!) eine andere Beziehung zur Arbeit haben. Es kann ja auch Spass machen“. Ja klar, dieses „es könnte Spass machen“ sitzt einem ja drohend im Nacken. Man weiß davon, aber man kommt da nicht mehr ran. Außerdem: Die Identifikation mit dem Job ist nicht mehr das, was es einmal war. Ob da gewisse Massenentlassungen eine Rolle gespielt haben? Ob der Mensch da als möglichst zu beseitigender Kostenfaktor angesehen wurde? Schnell mal austauschen, wenn`s beliebt? In Zukunft zugunsten der KI (AI)? Wer kennt nicht diese Gestalten, die sich im Laufe der Jahre für eine Firma aufgeopfert haben und am Ende doch ziemlich unwürdig entlassen wurden? Raus geschmissen? Weg geschmissen? Ob es sich dann gelohnt hat, sich für diese Firma einzusetzen? Es entscheidet allzu oft das Maß an Rücksichtslosigkeit über ein Dasein, das sich gerne locker und in Wohlstand gut abgesichert gibt. Sich kurzfristig auf Kosten eines anderen durchsetzen. Arbeit zu ihm verschieben. Ihn ausnutzen. Davon profitieren. Die alten Unterschiede der Menschen werden „kultiviert“: diejenigen, die etwas haben und es zu etwas gebracht haben und diejenigen, die sich als Versager fühlen sollen. Hoch bezahlte Schwerverbrecher eines großen Automobilkonzerns haben die Öffentlichkeit zu täuschen und zu betrügen versucht. Was sind das für Leute, die überall damit angeben, „Verantwortung“ zu tragen? Wo ist bei denen die ethische Dimension neben dem Profitstreben? Ob das unseren Begriff von Arbeit auch ein bisschen beeinflusst?

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