Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
Samstag, 24. Mai 2025
Produzenten
Wie hatten wir die bewundert, als Erfinder von Klangräumen, von Klangvisionen, als souveräne Regenten über Studiotechnik und als Handhaber von kreativen Ideen, als hörbares Verbindungsglied zwischen Technikern und Kreativen! Wir sehen an dieser Stelle vom Daueretikett „legendär“ ab, weil das im Grunde für alle Erwähnten gelten würde. Sam Philips und Colonel Tom Parker, die Elvis in den „richtigen“ Sound lenkten. Da alleine wären schon lange Geschichten zu erzählen. Die Stax-Klangbilder, die das, was später Soul genannt wurde, mit ihrer den Punkt treffenden Knappheit früh prägten. Atlantic-Boss Ahmet Ertegün, natürlich. George Martin, der Beatles Produzent, ohne den Lennon und McCartney nicht denkbar waren. Er formte wohl entscheidend das Klangbild der Beatles in der zweiten Phase. Aber da waren auch die vielen Auftragsproduzenten, die ihre von den Plattenfirmen diktierten Vorgaben bis hin zum finanziellen Budget genau erfüllten und als namenlose Umsetzer gelten dürfen Ja klar, ein früher Einfluss war dagegen Phil Spector mit seinem „Wall of sound“, den er allen „Kreativen“ überstülpte. Der Mann endete im Chaos., in der Hölle seines Selbst. Seine Produktionen mögen sich manchmal mehr nach Spector als den eigentlich in den Vordergrund gestellten „Künstlern“ anhören. Leider ist der Mann ins Hässliche abgerutscht. Wir können all die Faktoren, die dazu geführt haben, nicht beurteilen. Hugh Padgam später, der dem Progrock a la Genesis Flügel verlieh und auch vielen anderen Künstlern zum Wohlklang verhalf. Da spielte auch schon Trevor Horn mit rein. Der sich aller Mittel des High Tech bediente und daurch für ein durchgestyltes Klangdesign verantwortlich war. Er war wohl eine Art Gegen- und Hassbild mancher Medien, die im Unterschied zu Horn die Rückkehr des Echten, Autenthischen und der Wurzel verhafteten lobten und später dann in Rick Rubin einen Meister fanden. Dieser hatte Johnny Cash mit seinen Produktionen zu einem späten Comeback verholfen und lieferte – wie in der Popmusik oft praktiziert – die Blaupause für viele andere „Down to earth-Produktion. Er war es auch, der mit einem solchen Konzept verschwundene Künstler wie Donovan neu produzierte. Möglichst wenig Technik, war wohl seine Devise, obwohl er als Dauerproduzent für Bands wie die Red Hot Chili Peppers da keine Berührungsangst kannte und in einer zweiten Phase seiner Karriere auch zahlreiche wie Shakira Mainstreamstars produzierte, worüber niemand so richtig erstaunt schien. Wir setzen diese „Produzenten-Reihe“ fort.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen