Reise durch Wirklichkeiten

Mittwoch, 7. Januar 2026

Optimierung

„Innere Optimierung“. So etwas wie Selbstoptimierung lehnte ich stets ab, weil ich – kurz zusammen gefasst - mich nicht einem System, einer Richtung, einem „Flow“ anpassen und mich einer Richtung „gefügig“ machen wollte/konnte. Es geht um Ziele, Werte, Normen. Den Preis für solches Verhalten habe ich bezahlt, denke ich. Meine Individualität beruhte oft darauf, den „eigenen Weg“ zu suchen - und nicht das, was mich scheinbar optimal voran brachte in den Strukturen dieser Wirklichkeit. Wie sehr diese „Wirklichkeit“ manipulierbar und veränderbar ist, habe ich unter anderem auf der Universität im Fach Soziologie erfahren, wo es unter anderem um die Erforschung von „Lebenswelten“ ging. Es gelang mir nicht, ich wollte es nicht, mich in diesen Anforderungen des Lebens zu verlieren, auch mein „Eigensinn“ und mein Beharrungsvermögen machte mir da zuweilen einen Strich durch die Rechnung. Eine kritische Distanz zu allen Dingen hatte ich sowieso mit dem Zeitgeist aufgesaugt, hinterfragen war da eher „mein Ding“. Schein und Sein in ihrer Beziehung zueinander zu betrachten, das schien in mir angelegt. Es gibt nicht nur im schwäbischen Pietismus, mit dem sich etwa der hier um die Ecke geborene Schriftsteller Hermann Hesse auseinanderzusetzen hatte, den „breiten und den schmalen, steinigen Weg“. Über Hermann Hesse, der auch und gerade in den USA sehr angesagt war, hatte ich gar meine Magisterschrift verfasst. Den amerikanischen Vulgär-Materialismus freilich lehnte er genauso wie ich radikal ab. Ich erinnere mich da an so manch heftige Diskussion mit „Kollegen“, die, wie die meisten Journalisten, im gängigen Vulgär-Materialismus verhaftet waren („Was ich nicht sehe, glaube ich nicht“). Über meine Reaktionen auf solche Einstellungen geben unter anderem auch meine Posts auf Facebook Aufschluss. Jaja, da fällt mir ein: Hesse lebte lange in der Schweiz, unter anderem in Montagnola im Tessin. Dort malte er auch viel. Aber was ist das alles angesichts der „Trump-Welt“? „Fake-News“ und ähnliche Phänomene. Durchregieren. Machtgetue. Narzisstische Peinlichkeiten. Auch wenn man selbst sich als konservativ bezeichnet, kann man damit, so meine ich, nicht unbedingt glücklich sein. Wohin treiben die USA?

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