Reise durch Wirklichkeiten

Dienstag, 30. September 2025

Dem Elvis auf der Spur

Ich lese in einer Besprechung des neu gewendeten (neue Texte, andere SängerInnen aus dem iberischen Raum) Albums „This Years Model“ (Original von 1978) von Elvis Costello. Da ist die „Spielzeugorgel, die einst witzig gewesen sein mag... Ach so! „Dabei ist es das, was mir immer gefallen hat: der Stilbruch, dieses Anti-Rockistische, das Skurrile daran, dass diese Orgel trotz allem toll und stilsicher gespielt war, dass sie eine Art von schmierigem Punk-Element herein brachte, das Billige, Jahrmarkthafte, dass sich einer in einer Zeit der langen Soli so zurücknehmen konnte und dem Song mit Ausschmückungen, Phantastischem und Brücken/Überleitungen, Soundhintergründen aller Art dienen konnte…, das scheinbar unbekümmerte Reinhauen mit guten Songs) Übrigens: Der Orgelspieler vor vielen Jahren hieß Steve Nieve und wurde/wird nicht nur von mir heftig bewundert. Costellos Band hieß damals The Attractions und führte das scheinbar Abseitige auf ein neues Niveau der Rockmusik. Das Engagierte, Leidenschaftliche, Hingebungsvolle Ich wünschte mir, „heutige“ Popmusik würde solche Elemente mehr in ihr Instrumentarium einführen. Aber ich vermute, dass hier mehr auf vorformulierte Codes zurück gegriffen wird, auf feststehende Grooves und Stilmittel, die einem ganz genau vordefinierten Stil zugeschrieben werden. Das Crossover-Bemühen im eigentlichen Sinn scheint es nicht mehr zu geben, es scheint alles im Voraus festgelegt. In diesem stilistische kaum festgelegten Rahmen wird wohl Individualisten eine Art Bewegungsraum gewährt, der später freilich von mächtigen „Produzenten“ eingesetzt, in einen Zusammenhang gestellt und bearbeitet wird.

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