Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
Mittwoch, 8. April 2026
Stimmig
Stimme als Mittel der Manipulation: gerade als Journalist lernt man, Worte als Instrumente einzusetzen. Sie an der richtigen Stelle zu gebrauchen, sie missbrauchen, auf Tränen- und andere Drüsen im rechten Moment zu drücken, sie zu gebrauchen, auch in der Werbesprache, subcutan und anders, für Reaktionen zu sorgen, Aufmerksamkeit abzusaugen, in die Kommunikation allgemein einzubringen. Mir blieb in meiner Musik zu einem bestimmten Moment aber nur noch die Dekonstruktion, der Versuch, etwas Individuelles und nicht so leicht zu Entzifferndes zu erschaffen, was auf die scheinbare Ablehnung des Wortes im gängigen Sinne zielte und Ironie mit einbezog. Gerade heute im KI-Zeitalter, erscheint diese Einstellung nicht gar zu übertrieben. Es wird uns suggeriert, dass nahezu alles über die KI funktionieren müsse, dass sie die Voraussetzung für rettendes Wirtschaftswachstum sei. Ich versuchte, mich im Vorhof anderer Bedeutungen herum zu treiben, ich versuchte elementare Laute (Sport, Kopulation, Husten usw. Alltagsgeräusche) mit in meine Musik ein zu beziehen. Ich fasste diese Musik meist als akustischen Ereignisraum oder als Hörspiel auf und weniger als Musik im konventionellen Sinne. Dabei ließ ich durchaus meine eigene Vergangenheit als Rockmusiker zu, benutzte auch triviale Formen, füllte mit dem Meinen auf, gab jenen verschiedenen Einflüssen Raum, denen ich durch mein Spiel in Bands und mit anderen Musikern ausgesetzt war und in die ich oft mein Eigenes, meinen Ausdruck einzubringen versuchte. Der Trend zum Gebrauch des Wortes hat sich in der Öffentlichkeit verstärkt. kurzum: ich wollte Text/Wort anders einsetzen. Ich verfremdete, schnitt in Fetzen, kehrte um, ließ Worte sich den Lauten annähern. Habe allerdings Worte auch „konventionell“ eingesetzt in Texten, bei denen man die Distanz zum Pop-Mainstream stark empfand. Dieser Konsumoptimismus ist da raus, ich erwähne meist Existentielles, auch den
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