Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
Donnerstag, 13. November 2025
Fließband
Wir hatten das ja schon lange gespürt, alleine schon durch genaueres Zuhören und ein „Sich einlassen“: diese Anonymisierung der „erfolgreichen“ Musik. Vorbei der spezielle Sound, die musikalische Handschrift, die Identität eines Künstlers. Jetzt und heute dominiert die Arbeitsteilung, die Spezialisierung des Handwerklichen, hin zur Arbeitsteilung: in einem von einem namensgebenden „Produzenten“ gelenkten Produktionsstab gibt es Spezialisten für die Hook, für die Flächen und Harmonien, für den Groove und für den Gesang: alles ist normiert und codiert, vorbestimmt in Klangfarbe und Tempo. Pophits werden in großer Zahl wie ein skaliertes „Produkt“ am Fließband produziert. Es entsteht so jene Gleichförmigkeit des Massenprodukts, die heute die Charts und Megastars mit den großen Namen dominiert, was natürlich zu einer absoluten Verflachung der Popmusik führt. Da ist nichts mehr von dem einsamen Künstler, der eine geniale Idee aus sich selbst schöpft und dabei eine ganz persönliche Art der musikalischen Umsetzung pflegt. Ecken und Kanten sind out. Die niederschmetternde Machart und Ästhetik des Massenprodukts dominiert. Ja, es gibt noch wenige Ausnahmen, gewiss. Aber das erkennbare Bestreben, einen eigenen Ausdruck zu (er)finden ist vorbei. Sogar der einstige „Sommerhit“ ist verschwunden. Aufregung kann durch verschiedene Faktoren erzeugt werden. Auch dadurch, das scheinbar Unerhörte im Hörer zu Gehör zu bringen. Ein Wagnis, ein Risiko einzugehen. Natürlich spielt dabei auch der „Zeitgeist“ seine Rolle: Ob es „früher“ so war, dass man neugierig war, dass man Grenzen, Horizonte überschreiten wollte, - auch mittels der Musik? Dann stünde das aktuelle Geschehen in einem krassen Gegensatz dazu.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen