Reise durch Wirklichkeiten

Montag, 8. Dezember 2025

Kreative Teanarbeit

Wie ich mich an meine Zeiten in „meinen“ Bands erinnere? Diejenigen jedenfalls, die weitgehend von meinen Ideen und Entwürfen lebten? Ob ich da meine Kreativität einbringen konnte? Hmmm. Ach ja, ich habe auch in Bands gespielt, in denen es nicht um Kreativität, Ausdruck und „Entäußerung“ ging. Bei denen schien alles im Voraus geklärt. Auch die Machtverhältnisse. Es ging vor allem um handwerklich gute Reproduktion. Ich erinnere mich, wie ich immer besser meine Fähigkeiten handwerklicher und technischer Art einbringen konnte, wie ich es immer besser „hinkriegte“. Aber auch, wie ich manchmal scheiterte. Es waren oft auch Konflikte allgemeinmenschlicher Art, die mich bremsten. Die Schwierigkeit, eine bestimmte Idee, eine bestimmte Möglichkeit zu vermitteln, sie zu kommunizieren als etwas, was aus der eigenen Welt kam, die unter Umständen nicht gerade leicht verständlich war. Es kam in mir Verzweiflung auf, wenn manches besonders durch Freundlichkeit nicht zu vermitteln war, wenn man sich einfach nicht auf meine Art des Spiels mit Möglichkeiten einlassen wollte. Wenn mein Antrieb, mit anderen Musikern zusammenzuarbeiten, falsch verstanden wurde. Wenn das Bestreben, möglichst sachte Impulse zu geben, nicht klappte und von der anderen Seite gar nichts kam, - was schließlich eine destruktive Situation entstehen ließ. Immerhin: Je besser die Musiker waren, desto einfacher gestaltete sich diese Vermittlung. Beliebt war auch das Feilen um minimale Änderungen und dauerndes Neueinüben von Passagen, was jegliches Fortkommen beharrlich behinderte. Die Dimension, dass ich in dieser Rolle als Chef oder Boss wenigstens einen Song lang hätte auftreten sollen, erschließt sich mir erst heute. Ob das aber „etwas gebracht“ hätte? Ein bisschen habe ich auf meine Art so etwas wie Teamarbeit eingeübt. Ob man in verfahrenen Situationen war? Man ließ Vieles gewollt offen und es kam nichts, was diese Lücke hätte füllen können. Ich lese jetzt, dass es das Einfachste sei, die Musik einfach aus sich selbst herausfließen zu lassen. Ob es mir möglich hätte sein können? Das direkte Erleben, dass Musikmachen ein schöpferisches Abenteuer sein kann, bei dem man sich gegenseitig Impulse gibt, habe ich eigentlich selten erlebt. Auch spürte ich bei manchen Mitspielern, dass es für sie vor allem um die „Anmache“ beim anderen Geschlecht ging, was ich für mich nicht als primär erfuhr und mit dem ich hätte vorsichtiger und verständnisvoller umgehen sollen. Weil ich das im Grunde auch verachtete. Aber die üblichen Posen und Selbstinszenierungen des Rockgeschäfts, das daran geknüpfte Imponiergehabe und Gehabe, waren mir immer sowieso zuwider.

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