Reise durch Wirklichkeiten

Montag, 12. Januar 2026

Richtungsweisend

Meine langen Haare hatten früher einmal etwas bedeutet. Ich spüre, wie ich mich jetzt verliere und mich immer schon verloren habe. Falsch abgebogen. Nicht richtig eingeschätzt. Die dauernd drohende Krise nicht richtig gesehen. Sie nicht gesehen, gerade weil falsch eingeschätzt, mich selbst falsch eingeschätzt. Fühle mich plötzlich sehr alleine. Ein Alarmzeichen? Dies kannte ich bisher nicht so konkret. Scheine von allen guten Genistern verlassen. Ich denke über die Situation nach, begreife aber nicht, sondern verschiebe lieber. Es ist lange her, dass ich um eine Person kämpfte, die ich sowieso nicht in Reichweite brachte. Das Genick dabei gebrochen? Amüsiert lese ich meine Zeilen aus meinem vorigen Leben. Aus vergangenen Phasen. Ich sitze jetzt und schlürfe einen Kaffee in mich hinein. Höre Musik und die Zeit vergeht. Ich sollte, müsste……. Konkretes, Pragmatisches hängt von mir selbst ab. Ich machte zu viele Termine und hatte keine Zeit für irgendetwas….hatte teilweise nicht gründlich genug zuvor recherchiert. Mich interessierten die Boulevardgeschichten und „das Drumherum“ zu wenig. Überflugmodus jetzt. Rückblicke. Die körperlichen Ausfälle werden kommen und mich bremsen. Ich bin bald 70 und plötzlich in dieses Alter hinein aufgewacht. Wow? Wo bin ich? Wer bin ich? Wie bin ich da hinein gekommen? Du hattest ein tiefes Gefühl für den Blues, durftest auch den Fado beschrieben. Die Tiefe, das darin versenkte Leid. Manchmal war ich den „falschen“ Menschen begegnet. Gegen Wände gelaufen. Du warst im Rennen, hattest zu viel Abstand und Ironie, trotzdem meinen Hut in den Ring geworfen. Das alles ist jetzt Vergangenheit. Dein Versagen. Deine Depression. Du lebst jetzt in der Stille mit dir selbst, weinst dich in Selbstmitleid aus. Ich zelebriere meine eigene Verletzlichkeit, habe gelernt, dass ich meist die Ausnahme bin, dass das Außerhalbstehen mein Weg ist....

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