Reise durch Wirklichkeiten

Dienstag, 20. Januar 2026

Jederzeit

Dies ist aus meinem Buch "Zuhören", s.78 "„Zuhören“ s.7/8 (FB27112025) Ist es nicht so, dass heutzutage alles irgendwie und irgendwo immer präsent und abrufbar ist, dass eine gewisse (möglichst verkaufstechnische) Relevanz nur auf eine bestimmte ausgeforschte Zielgruppe trifft - und das möglichst schnell und effektiv? Dass oberflächliche schnelle Effekte zählen? Gags? Kicks? Sensationen? Möglichst platte Pointen? Virale Effekte? Influencergebaren? Ich nehme jetzt noch stärker wahr, dass Tonträger einst meine Emotionen getragen haben, meine Lebenswelt, dass sie mir Sinn gespendet haben, dass sie mein Leben begleitet und „eingefriedet“ haben. Dass sie mir Struktur gegeben haben, Ziele. Herausforderungen. Ist es nicht etwa so, dass „die Leute“, das Publikum, die Leser damals mehr oder weniger direkt Orientierung erwarteten, - den Fingerzeig auf das, was „gut“ sei? Immer habe ich mich damit schwer getan. Ich hätte mit einer solchen Fähigkeit Lehrer werden können. Derjenige, der die Welt erklärt. Gut und Schlecht scheiden. Leider war ich nicht ein solcher. Anderen erklären, wie alles tickt? Hm, war nicht mein Naturell. Es lockte mich vielmehr immer so etwas, was man heute als „Dekonstruktion“ bezeichnet. Das Auseinandernehmen und neu Zusammensetzen - unter meinen eigenen Vorzeichen. Meinen eigenen Gesetzmäßigkeiten, meinen Einfällen und Gesponnenheiten entlang. Den schlauen, allwissenden und souveränen Autoren oder Lehrer zu geben lag mir nicht, auch was die Rock- und spätere Popmusik angeht. Es hat sich einfach zu vieles zu schnell zerfleddert, ehe ich es ernst nehmen konnte. Es änderte sich, ehe man es erfassen konnte."

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